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DIE
WEISHEIT DES JESUS SIRACH
ERKLART
VON
RUDOLF SMEND
PROFESSOR IN GÖTTINGEN
MIT UNTERSTÜTZUNG DER KÖNIGLICHEN GESELLSCHAFT DER
WISSENSCHAFTEN IN GÖTTINGEN
BERLIN
VERLAG VON GEORG REIMER
1906
JULIUS WELLHäUSEN
GEWIDMET.
VORREDE.
Neben der Auslegung und der geschichtlichen Würdigung
des Sirach nimmt die Kritik des hebräischen Textes und der
Uebersetzungen in dem vorliegenden Kommentar einen unver-
hältnismässigen Raum ein. Schon bei Johannes Drusius (van
der Driesche), der im Rückgang auf den Urtext die wissen-
schaftliche Erforschung des Sirach begründet hat, ist es nicht
anders, und weshalb es unvermeidlich ist, ergibt sich unten aus
den Prolegomena. Vorläufig möchte ich es aber schon hier recht-
fertigen, in kurzer Darlegung des Ganges, den meine Sirach-
studien genommen haben.
Vor langen Jahren halte ich den syrischen Text mit dem
griechischen verglichen. Denn obwohl die Originalität der syrischen
Uebersetzung längst feststand, hatte sich in Deutschland Niemand
systematisch um die Hunderte von Stellen bemüht, an denen
Lesefehler, Miss Verständnisse und Willkürlichkeiten des grie-
chischen Uebersetzers auf Grund des Syrers nachgewiesen werden
konnten. Dagegen hatte in England A. Edersheim (Apocrypha,
edited by Henry Wace, Vol. II, London 1888) diese Aufgabe in An-
griff genommen. Er hatte zugleich die Verderbtheit des griechischen
Vulgärtextes betont und zu seiner Verbesserung von neuem den
Complutensischen Text herangezogen, dessen Vorzüge schon
Joachim Camerarius und Johannes Drusius, und später Grabe
und Bretschneider erkannt hatten, der dann aber von O.F.Fritzsche
fast völlig verworfen war. Edersheim hatte auch die After-
übersetzungen, so namentlich die sahidisch-koptische, benutzt und
die schon von Cornelius a Lapide bemerkte Verw^andtschaft des
Lateiners mit dem Syrer ins Auge gefasst und in neuer Weise
zu erklären versucht. Ich konnte seine Beobachtungen ergänzen
yj Vorrede.
und korrigieren und dabei wertvolles kritisches Material be-
nutzen, das die Göttinger Bibliothek aus Lagardes Nachlass be-
sitzt. So hatte ich einen glossatorischen Kommentar zum ganzen
Buche einigermassen fertig gestellt, als die Entdeckung des
hebräischen Textes, durch die S. Schechter sich einen bleibenden
Namen gemacht hat, mir Einhalt gebot. Sehr viele meiner Ver-
mutungen fand ich freilich bestätigt, aber zugleich war die Auf-
gabe jetzt in völlig neuer Weise gestellt und damit der Arbeit
eine unerwartete Ausdehnung gegeben.
Die Wiederherstellung von etwa 200 Zeilen, die in den
hebräischen Handschriften mehr oder weniger zerstört sind, er-
wies sich als ebenso zeitraubend und schwierig wie unerlässlich.
Sodann zeigte sichs, dass der hebräische Text im höchsten Grade
verderbt war, und dass die Uebersetzungen nur auf Grund um-
ständlicher Untersuchung zu seiner Verbesserimg herangezogen
werden konnten. Denn die Probleme, die der griechische,
lateinische und syrische Text ihrerseits stellten, waren viel kom-
plizierter, als man früher geglaubt hatte. Der hebräische Text
beweist, dass der Grieche und der Syrer ihre hebräischen Vor-
lagen an manchen Stellen sehr willkürlich wiedergegeben haben,
aber noch in anderer Hinsicht ist ihr Wert gesunken. Bickell
hatte angenommen, dass der Syrer freilich nach hebräischer Vor-
lage, gelegentlich jedoch auch in Anlehnung an den Griechen,
gearbeitet habe. In unerwünschtem Grade hatte er Recht gehabt.
Der Syrer ist oft sogar einem stark entarteten griechischen Text
gefolgt. Ich selbst hatte in den Zusätzen, mit denen der griechische
Vulgärtext in der Complutensis und in manchen griechischen
Handschriften vermehrt ist, Reste einer zweiten griechischen
Uebersetzung vermutet, die auf einen erweiterten hebräischen
Text zurückginge. Meine Vermutung wurde dadurch bestätigt,
dass in den hebräischen Handschriften an mehreren Stellen der
erweiterte hebräische Text zu Tage trat. Die zweite griechische
Uebersetzung ist indessen nicht nur in manchen unserer grie-
chischen Handschriften mit der ersten vermischt, noch stärker
hat sie die griechischen Vorlagen des Lateiners und des Syrers
beeinflusst.
Die Verbesserung des hebräischen Textes ist jetzt das
hauptsächlichste Ziel der Arbeit. In erheblichem Masse ist er
Vorrede. VII
vselbst dazu das Mittel, und eine hebräische Konkordanz wird
auf die Dauer auch aus diesem Grunde unentbehrlich sein. Gleich-
wohl erschien es mir vor der Hand noch notwendiger zu sein,
den Sprachgebrauch und die Uebersetzungsweise des Enkels in
einem vollständigen griechisch -syrisch -hebräischen Index fest-
zustellen, der in einigen Monaten im Druck erscheinen soll.
Denn für die Emendation des Hebräers kommen in erster Linie
doch die Uebersetzungen, und namentlich die erste griechische,
in Betracht. Die Abweichungen der Uebersetzungen vom Hebräer
und von einander sind aber so gross, dass allein auf Grund
einer vergleichenden Statistik der Wert ihres Zeugnisses in jedem
einzelnen Fall festgestellt werden kann. Durch Erschliessung
der Vorlage des Enkels muss übrigens auch positiv der Wert
des gegenwärtigen hel)räischen Textes gesichert werden. Sodann
kann nur mit Hülfe einer solchen Statistik für das übrige Drittel
des Buches, das wir nur in den Uebersetzungen besitzen, der
Urtext erschlossen werden, soweit das überhaupt möglich ist.
Der vorliegende Kommentar besteht deshalb zumeist aus
dem Nachweis und der Beurteilung von Parallelen, die der
hebräische Text und die Uebersetzungen für die einzelnen Stellen
bieten. Zu dem Zwecke musste ich die Uebersetzungen grössten-
teils in ihrem Wortlaut anführen. Dabei habe ich dem Syrischen,
das zur Verringerung der Kosten mit hebräischen Lettern ge-
druckt ist, für des Syrischen imkundige Leser, soweit das nötig
schien, deutsche Uebersetzung beigegeben. Den Lateiner habe
ich überall da aufgenommen, wo er irgendwie für den Griechen
oder für den Urtext in Betracht kommen kann, aber auch da,
wo ich die lateinische Uebersetzung aus griechischen Varianten
erklären konnte. Dagegen habe ich die der zweiten griechischen
Uebersetzung angehörigen Verse in den Prolegomena abgedruckt
und in ihrer Gesamtheit besprochen, sie im Einzelnen aber nur
ausnahmsweise im Kommentar erörtert. Zu weiterer Entlastung
des Kommentars habe ich der gleichzeitig erscheinenden Ausgabe
des hebräischen Textes, die ich überall voraussetze, eine deutsche
Uebersetzung des ganzen Buches beigefügt.
Was ich über die Uebersetzungen als solche zu sagen wusste,
habe ich in den Prolegomena ausgeführt. Im übrigen interessierten
sie mich nur als Zeugen für den Urtext, so namentlich der
VIII Vorrede.
sprachliche Ausdruck des Griechen, über den ich hiervon ab-
gesehen auch kein Urteil habe. Dass ich auch sonst in keiner
Beziehung abschliessende Resultate bieten kann, bin ich mir
bewusst. Es musste mir genügen, die Schwierigkeit der Re-
konstruktion des Urtextes darzutun und daneben einigermassen
die Mittel aufzuzeigen, die hierfür zu Gebote stehen.
Den Gedankengang Sirachs und den strophischen Bau seiner
Reden habe ich überall in der Einleitung der einzelnen Abschnitte
dargelegt. Zur Orientierung des Lesers zitiere ich deshalb in
der Ueberschrift der links stehenden Kolumnen überall den
Abschnitt, dem die auf beiden Kolumnen besprochenen Verse
angehören. Ich bemerke übrigens auch hier, dass ich sämtliche
Texte nach den Kapitel- und Verszahleu der Septuaginta- Ausgaben
von Tischendorf und Swete zitiere. Wo ich davon abgehe, habe
ich es ausdrücklich erklärt.
Die Veröifentlichung dieser Arbeit ist mir durch die Unter-
stützung der Königlichen Gesellschaft der Wissenschaften in
Göttingen und darüber hinaus durch die Opferwilligkeit des
Herrn Verlegers ermöglicht; für beides habe ich auch hier ge-
ziemend Dank zu sagen. Bei der Arbeit selbst habe ich mich
mancher Hülfe erfreuen dürfen. Was ich N. Bonwetsch und
F. Justi, was ich insbesondere R. Pietschmann und G. Steindorff,
bezüglich der slavischen, armenischen und koptischen Ueber-
setzungen verdanke, habe ich an seinem Orte gesagt. Ausserdem
bin ich meinen Kollegen A. Rahlfs, K. Sethe, E. Schwartz,
J. Wackernagel und J, Wellhausen für manche Aufklärung ver-
pflichtet.
Göttingen, im Juni 1906. R. Smend.
Inhalts- Verzeichnis.
Vorrede.
Erklärung der Abkürzungen.
Prolegomena.
Kapitel I. Jesus Sirach und sein Buch.
§ 1. Jesus Sirach und seine Zeit.
§ 2. Name^ Inhalt und Anlage des Buches.
§ 3. Dichterische und sprachliche Form.
Kapitel II. Der hebräische Text.
§ 4. Die talmudischen und rabbinischen Citate.
§ 5. Die hebräischen Handschriften.
Kapitel III. Die griechische Uebersetzung des Enkels.
§ 6. Seine Uebersetzungsweise.
§ 7. Der griechische Vulgärtext.
Kapitel IV. Ueber eine zweite griechische Uebersetzung.
§ 8. Ihre Reste.
§ 9. Die Eigenart der Zusätze.
Kapitel V. Die Afterübersetzungen des Griechen.
§ 10. Die Vetus Latina.
§ 11. Koptische, äthiopische^ armenische und altslavische
Uebersetzungen.
Kapitel VI. Die syrische und die arabische Uebersetzung.
§ 12. Der Syrer.
§ 13. Die arabische Uebersetzung.
Kapitel VII.
§ 14. Die Rekonstruktion des Urtextes.
Kommentar.
Berichtigungen und Zusätze.
Stellenregister.
Erklärung der Abkürzungen.
nach H. B. Swete und
E. Nestle.
Zum griechischen Text:
Gr. = griechische Uebersetzung des Enkels.
Gr. 11= zweite griechische Uebersetzung.
A = Cod. Alexandrinus
B = Cod. Vaticanus
C = Cod. S. Ephraemi rescriptus
S = Cod. Sinaiticus
23 = Cod. Venet. Gr. I, nach Lagardes Collation.
55 (unbekannt), nach Holmes-Parsons.
68 = Cod. Venet. Gr. V, nach Holmes-Parsons.
70 =: Cod. Monac. Gr. 551 (olim Augustanus), nach eigener
Collation.
106 = Cod. Ferrarensis. 187, nach Lagardes Collation.
155 r= Cod. Hagensis Meerman. II, (nach Hatch jetzt in der
Bodleiana in Oxford), nach Holmes-Parsons.
157 = Cod. Basiliensis B VI 23, nach Holmes-Parsons.
234 = Cod. Mosquensis d, nach Holmes-Parsons.
248 = Cod. Vaticanus 346, nach Holmes-Parsons.
253 = Cod. Vaticanus 336, nach E. Klostermanns Collation.
254 = Cod. Vaticanus 337, nach Holmes-Parsons.
296 = Cod. Vaticanus Palatino-Heidelbergensis 337, nach Holmes-
Parsons.
307 (oder vielmehr 307*) = Cod. Monac. Gr. 129, nach
Holmes-Parsons.
308 (oder vielmehr 308'^) (unbekannt), nach Holmes-Parsons.
Fragm. Hieros. = J. Rendel Harris, Biblical Fragments from
mount Sinai (London 1890) p. 11 ff.
k =: Codex 6 der grossen Königlichen Bibliothek zu Kopen-
hagen, nach eigener Collation.
Erklärung der Abkürzungen. XI
yi oder v = Cod. Vindobonensis Theol. Gr. 11, nach Lagardes
CoUation.
v^i = Cod. Vindobonensis Theol. Gr. 147, nach den Angaben
von Hatch.
Anton. = Loci communes des Antonius IMelissa, nach Migne,
Patrol. Gr. Tom. 136.
Gesner = Conradus Gesner, Loci communes, Francofurti a.M. 1581.
Max. = Loci communes des Maximus Coufessor, nach Migne,
Patrol. Gr. Tom. 91.
Afterübersetzungen des Griechen:
Achmim. = Achmimische Uebersetzung, nach R. Pietschmann.
Aeth. = Aethiopische Uebersetzung; vgl. Dillmann, Vet. Test.
Aethiopici Tom. V, Berolini 1894.
Armen. = Armenischer Sirach (Venedig 1833), nach F. Justi
und H. Herkenne.
Boh. = Boheirische Uebersetzung, nach R. Pietschmann.
Pal. = Christlich-Palästinische Fragmente (vgl. § 7).
Sah. =: Sahidische Uebersetzung, nach R. Pietschmann, G. Stein-
dorUf und N. Peters.
Slav. = Slavonische Uebersetzung (Ausgabe der Bibelgesellschaft
s. 1. e. a.), nach N. Bonwetsch.
Syroh. = Codex Syrohexaplaris ed. Ceriani (Monumenta sacra
et profana VII, Mediol. 1874).
(Zum lateinischen Text:)
Lat. = Vetus Latina, nach Sabatier.
Am. = Cod. Amiatinus, nach Lagarde, Mitteilungen I, 283 ff,
Corb. 1. 2 = Codd. Corbeienses 1. 2, nach Sabatier.
Sang. 14 = Cod. Sangermanensis 14, nach Sabatier.
Sang. 15 oder Sang. = Cod. Sang. 15 = Parisinus 11553,
nach Lagardes Collation.
Theoder. = Cod. S. Theoderici ad Remos, nach Sabatier.
Toi. = Cod. Toletanus, nach Palomares, bezw. nach Bianchini,
Vindiciae can. Script. (Romae 1740).
Tolos. =^ Toulouser Fragment, herausgegeben von C. Douais
(Une ancienne Version etc., Paris 1895).
Turic. = Cod. Carolinus Turicensis, nach 0. Fr. Fritzsche,
XII Erklärung der Abkürzungen.
August, sper.. = Augustinus' Speculum (ed. Weyrich).
Brev. = Breviariuni Mozarabicum (Migne, Patr. Lat. Tom. 86).
DS = De divinis srripturis (ed. Weyrich).
Lib. com. = Liber comicns (Anecdota Maredsolana I, 1893).
Miss. = Missale INlozarabicum (Migne, Patr. Lat. Tora. 85).
Berger = 8. Berger, Histoire de la Vulgate (Paris 1893).
Herkenue = H. Herkenne, De Veteris Latinae Ecciesiastici capp.
I— XLIII (Leipzig 1899).
Thielmann = Ph. Thielmann in Wölfflins Archiv für lateinische
Lexicographie und Grammatik VIII, 501 ff. IX, 247 ff.
Zum syrischen Text:
Syr. = Syrischer Sirach, nach Lagarde, Libri V. T. apocryphi
Syriace (Leipzig und London 1861).
Ambr. = Codex Ambrosianus ed. Ceriani (Müani 1876).
b = Codex Mus. Brit. 12142, nach Lagarde.
Berol. = Codex Berolinensis Sachau 70, nach eigener Collation.
h = Codex Sebastiani Hardy, nach der Londoner Polyglotte.
Mas. I = Codex Mus. Brit. Add. 12138 | nach eigener Col-
Mas. II = Codex Mus. Brit. Add. 12178 / lation.
Maus. = Biblia sacra juxta versionem simplicem, Mausilii
1887. 1892.
p = Codex Pocockianus ]
u = Codex Ussherianus j ^^^^ ^^^^ Londoner Polyglotte,
w = Londoner Polyglotte.
Arab. = Ai'abische Uebersetzung, nach der Londoner Polyglotte.
Zur Textkritik und Exegese:
W. Bacher, Jewish Quarterly Review IX, 543— 562. XII, 272— 284.
Revue des Etudes Juives XXXVII, 308—317. XL, 253—255.
A. Bevan, The Wisdom of ben Sira in The Journal of Theolo-
gical Studies I, 135 ff. (mir unzugänglich).
G. Bickell, Zeitschrift für katholische Theologie, 1882, 326 ff.
(über Sir. 51, 13 — 30). — Derselbe, die Strophik des
Ecclesiasticus, Wiener Zeitschrift für die Kunde des Morgen-
landes, 1892, 87 ff.
C. G. Bretschneider, Liber Jesu Siracidae Graece, Ratisbonae 1806.
Erklärung der Abkiirzungeö. Xllt
A. E. Cowley and Ad. Neubauer, The Original Hebrew of a
portion of Ecclesiasticus (39, 15—49, 11), Oxford 1897.
Johannes Drusius, SGOIA 2E1PAX, Franekerae 1597.
A. Edersheim, Ecclesiasticus, Apocrypha ed. H. Wace, Vol. II,
London 1888.
0. Fr. Fritzsche, Die Weisheit Jesus Sirach's. Kurzgefasstes
Exegetisches Handbuch zu den Apolayphen des A. T., V.
Lieferung, Leipzig 1859.
Hugo Grotius, Annotationes in V. T., Vol. III, Parisiis 1644.
J. Knabenbauer, Conimentarius in Ecclesiasticum, Cursus Scrip-
turae Sacrae, ed. Cornely etc. II 2, 6, Parisiis 1902.
Jsrael Levi, L'Ecclesiastique I II, Bibliotheque de l'Ecole des
Hautes Etudes, Sciences Religieuses X 1. 2, Paris 1898. 1901.
E. Nestle, Marginalien und Materialien, Tübingen 1893.
Th. Nöldeke, The Original Hebrew of a portion of Ecclesiasticus,
Expositor XXIX, 347 ft'., London 1897. — Derselbe, Be-
merkungen zum hebräischen Ben Sira, Zeitschrift für die
Alttestamentliche Wissenschaft XX, 81 ff., Giessen 1897.
F. Perles, Notes critiques sur le texte de l'Ecclesiastique, Paris
1897 (aus der Revue des Etudes Juives XXXV).
N. Peters, Der Hebräische Text des Buches Ecclesiasticus, Frei-
burg i. B. 1902.
V. Ryssel, Die Sprüclie Jesus', des Sohnes Sirachs, in E. Kautzsch,
die Apokryphen und Pseudepigraphen des Alten Testaments,
I. Band, S. 230—475, Tübingen 1900. — Derselbe, Theo-
logische Studien und Kritiken 1900, 363ff. 505 ff.; 1901,
75ff. 269ff. 547ff.; 1902, 205 ff. 347ff
S. Schechter and C. Taylor, The Wisdom of Ben Sira, Cam-
bridge 1899.
S. Schechter, Jewish Quarterly Review X, 197—206. XII,
266—272. 456—465.
A. Schlatter, Das neugefundene hebräische Stück des Sirach,
Beiträge zur Förderung christlicher Theologie I 5. 6,
Gütersloh 1897. i)
1) Ein Verzeichnis älterer exegetischer Literatur gibt Bretschneider
p. X seqq.
Prolegomenä.
Kap. I. Jesus Sirach und sein Buch.
§ 1. Jesus Siracli und seine Zeit.
Jesus Sirach war ein Weisheitslehrer, der die vornehme
Jerusalemisclie Jugend unterrichtete, aber wie die Weisheits-
lehrer jener Zeit war er zugleich Schriftgelehrter d. h. Ge-
setzeslelirer. Als solchen (dva-i-ivoxjxwv = icid) bezeichnet ihn
der griechische Uebersetzer, sein Enkel, in seiner Vorrede, und
er selbst preist offenbar seinen eigenen Stand, indem er das
Lob des Schriftgelehrten singt (38, 24 — 39, 1 1). Er versammelte
seine HD^tt»^ (= Zuhörerschaft 51, 29) in seinem u^iiti n'2 {= Lehr-
haus 51, 23), was ein Terminus der Schriftgelehrsamkeit ist,
und gelegentlich redet er auch in der jmistischen Logik des
Schriftgelehrten (23, 11. 23). Uebrigens war er wie die dama-
ligen Schriftgelehrten (s. z. 38, 33) vermutlich priesterlicher, dabei
aber auch wohl vornelmier Herkimft. Wenigstens war er in
jüngeren Jahi-en weit gereist (31, 9 — 13. 51, 13), und vielleicht
hatte er damals auch im Dienste eines griechischen Königs, etwa
Ptolemaeus' IV. (220—204), gestanden i).
Die griechischen Bibelhandschriften nennen ihn 'Irjaou? Setpa'x
(vgl. AxeXoaixa'x Act. 1, 19) oder daraus abgekürzt nur Sstpa'x,
und ebenso die späteren Juden «TD p. Die syrischen Bibelhand-
schriften haben NT'ms oder schlecht Nl"'DK "O (Sohn des Gefangenen).
Aber im griechischen Text heisst er 50, 27 vollständiger 'Ir^aou;
ütö? 2sipay^ 'EXsaCapou 6 'IspoaoXüjxEixrj?, und ebenda im hebräischen
') Betr. der jüdischen Ueberlieferung über Ben Sira vgl. Job. Chr. Wolf,
Bibliotheca Hebraea I 265 — 263. Die gesamte neuere Literatur findet man
bei E. Schürer, Geschichte des jüdischen Volkes III * S. 167 — 166.
§ 1. Jesus Sirach und seine Zeit, XV
Text «TD p "fiV^ü ]2 y)U^'' p pyaii^. Ebenso lautet der Name in
einer Unterschrift des hebräisclien Textes am Schluss des Buches,
woneben sicli in einer zweiten «TD p Sipiti^ Vlti^^ p pVöti^ findet.
Ebenso lauten die syiischen Unterschriften, und ähnlich die
echte syrische Ueberschrift in den Polyglotten, nur dass der
Syrer in Rücksicht auf den Griechen pvoti' mit j?lt^"> vertauscht.
Nach dem Zeugnis des Enkels im Prolog hiess der Grossvater
in Wahrheit 'Ir^aoui?, und p pyoii' ist ein unverständiger Zusatz
nach c. 50, 1. Dagegen ist 50, 27 (s. d.) im griechischen Text
herzustellen: 'lyjaou? 'EXsaCapou ulhz Sstpa/ 6 'I. Somit war XTD
der Name des Grossvaters des Jesus oder eines älteren Vorfahren.
Der griechische Uebersetzer bezeichnet in der Vorrede den
Jesus als seinen 7ra--o?, d. h. nach gewöhnlichem Sprachgebrauch
als seinen Grossvater. Da der Uebersetzer im J. 132 nach
Aegypten kam und noch nach dem Tode des Ptolemaeus Physkon
(117 V. Chr.) dort lebte ^), muss sein Grossvater zu Anfang des
2. Jahrhunderts gelebt haben. Manche haben freilich tAt^t^o^
hier im Sinne von Ahn verstehen und damit den Verfasser um
fast zweihundert Jalu'e hinter den Uebersetzer zurückdatieren
wollen. Jesus Sirach war nämlich Zeitgenosse eines Hohen-
priesters Simon ben Onia, den er nach seinem Tode als den
Hort seines Volkes und einen Vertreter des gesetzlichen Gottes-
dienstes in Begeisterung feiert (c. 50). Josephus führt aber in
der Reihe der Hohenpriester zwei Simon ben Onia auf: Simon l.,
Sohn Onia's L, der bei ihm (Antt. XII 43 157) der Gerechte
(6 Sixato?) heisst und etwa am Anfang des 3. Jahrhunderts anzu-
setzen wäre, und Simon IL, Sohn Onia's IL und Vater Onia's III.,
mit dessen Absetzung durch Antiochus Epiphanes die sjTische
Religionsverfolgung ihren Anfang nahm (173 v. Chr.). Nach der
gewöhnlichen Bedeutung von TrctiiTro? müsste der Sir. 50 gefeierte
Simon ben Onia mit Simon IL des Josephus identisch sein, denn
für beide ergibt sich dann nach der Angabe des Prologs einer-
seits und der Erzählung des Josephus anderseits dieselbe Zeit.
Man meint aber, dass der Sir. 50 Gefeierte Simon der Gerechte
sei, und diese Meinung ist in der Tat begründet, in noch höherem
Grade, als denen, die sie aufstellten, bewusst war. Es handelt
^) Vgl. das unten zu § 5 des Prologs Bemerkte.
XVl -^^P- I- J^esus Sirach und sein Buch.
sich nämlich Sir. 50 um einen Hohenpriester, dessen Nachfolger
den gesetzlichen Gottesdienst vernachlässigte. Weil nun Josephus
Simon I. den Gerechten nennt, so meint man weiter, Sir. 50 sei
Simon I. geschildert, also habe aucli Sirach selbst am Anfang
des 3. Jahrhunders gelebt.
ludessen ist es selir zweifelhaft, ob Simon I. wirklich der
Gerechte liiess; Josephus ist dafür ein schlechter Gewährsmann.
Denn er weiss von Simon I. augenscheinlich nichts, sondern sagt
nur, dass er wegen seiner Frömmigkeit gegen Gott und wegen
seines Wohlwollens gegen die Volksgenossen diesen Namen trug.
Damit erklärt er den Sinn von p^'i^J^, d. h. er vermutet, dass
Simon I. mit Grund so hiess. Sodann besteht der wohlbegmndete
Verdacht, dass die Hohepriesterreihe des Josephus für die Zeit
von Jaddua (Neh. 12, 11) bis zum Anfang des 2. Jahrhunderts
auf Konstruktion beruht, und es ist nicht unwahrscheinlicli, dass
Simon I. ben Onia I. nur ein Doppelgänger des Simon II. ben
Onia II. ist.i)
Auch der Talmud kennt einen Hohenpriester p'^i^in pj?0li'.
In Betracht kommt hier die bekannte Mischnastelle Pirke Aboth I,
wonach Simon der Gerechte einer der Letzten von den Männern
der grossen Synagoge {=^ Neh. 10) war und die Lelu-e an Anti-
gonus von Socho (etwa 150 v. Chr.) überliefert hat und sein
Spruch war: durch drei Dinge besteht die Welt, durch das
Gesetz, durch den Gottesdienst und durch die Wohltätigkeit.
Für die Zeit Simons des Gerechten ergibt sich hieraus nichts.
Als Vertreter des gesetzlichen Gottesdienstes erscheint Simon
der Gerechte übrigens auch in den beiden Gemareu, so namentlich
B. Menachoth 109b und J. Joma Q,'d fol. 43 cd, wo es beide
Mal heisst, dass Onia, der Sohn Simons des Gerechten, den
Tempel in Aegypten gebaut habe. Gebaut hat ihn Onia III. ben
Süuon II., und L. Herzfeld hat danach geschlossen, dass Simon II.
der Gerechte hiess."^) In der Tat verdient die Angabe der beiden
Gemaren ebenso viel Glauben wie die des Josephus, wenngleich
auch sie nichts entscheiden kann. Nicht entscheiden kann auch
^) Vgl. Hugo Willrich, Juden und Griechen (Göttingen 1895) S. 107 If.
und J. Wellhausen, Israelitische und jüdische Geschichte * S. 246 ff.
2) Geschichte des Volkes Jisrael (Nordhausen 1867) I S. 377 f. Vgl.
ebenda S. 196 f.
§ 1. Jesus Sirach und seine Zeit. XVII
die Angabe des Eiisebius, dass Sirach zur Zeit Siinon's IL, des
Vaters Onia's III., nicht lange vor Autiochus Epiphanes geschrieben
habe. Denn das braucht nicht auf Uel)erlieferuug zu beruhen,
Eusebius kann es aus Sir. 50, 1 und dem -dr^izoc: des Prologs
erschlossen haben. ^)
Aber was Josephus über Simon I. sagt, berechtigt uns nicht,
TrauTto? anders als in der gewöhnlichen Bedeutung Grossvater zu
verstehen, und hierbei zu bleiben zwingt uns, wie im Weiteren
gezeigt werden soll, der Inhalt des Buches, der uns in die Vor-
geschichte der syrischen Religionsverfolgung versetzt. Es führt
uns nämlich die Vorbedingungen vor Augen, die das Einschreiten
des Antiochus Epiphanes in den inneren Zuständen der jüdischen
Gemeinde hatte, und es ist kaum denkbar, dass diese Zustände
schon hundert Jahre vorher dieselben waren.^)
Als ein reichhaltiges Kompendium jüdischer Bildung ist
das Buch ein wichtiges Denkmal jener sonst wenig bekannten
Zeit. Wegen seiner durchgängigen Rückbeziehung auf die kano-
nischen Bücher gibt es auch den wichtigsten Massstab für das
Alter des Kanons im Ganzen und das der Hagiographeu im
Besonderen. Es nimmt aber auch in der jüdischen Weisheits-
literatur eine eigenartige Stelle ein und bezeichnet damit einen
Wendepunlit in der inneren Geschichte des Judentums.
') Demonstr. evaug. YIII 2, 71; vgl. Chronicon ed. .Schöne II 123
Olymp. 137, 1 sowie Hieronymus zu Dan. 9 (opp. V 686). — Zweifelhaft ist
auch, ob man Josephus Antt. XII 141 zur Datierung von 60, 2 benutzen darf.
Vgl. H. Willrich a. a. 0. S. 39 ff. — J. Halevy meint, die hebräische Vorlage
des griechischen Uebersetzers sei in solchem Masse entstellt gewesen, dass
er zeitlich vom Verfasser viel weiter abstehen müsse, als ein Enkel vom
Grossvater. Deshalb sei der Simon Sirachs Simon I. (Revue Semitique 1899,
234 ff.). Er konstruiert dabei die Vorlage des Griechen in wörtlicher Retro-
version und misst das so Gefundene am Text der hebräischen Fragmente,
den er für viel besser hält. Sehr sonderbar wäre dann, dass ein so viel
besserer Text bis zum 11. Jahrhundert erhalten blieb. Indessen lässt sich die
Voi'lage des Griechen auf dem von Halevy eingeschlagenen Wege nicht
wiederherstellen, wie unten § 6 gezeigt ist. In Wahrheit war sie dem Text
der Fragmente weit überlegen, der sich fast durchweg als aus ihr entartet
begreifen lässt.
2) Deshalb ist der Simon von Sir. 50 kein anderer als Simon II., und
dieser der Gerechte, Simon I. aber auch deshalb ein Doppelgänger Simons IL,
weil Josephus ihn den Gerechten nennt. Simon II. hiess so, weil er der
letzte Sadokide war, der das Gesetz hielt.
Smend, Sirach-Eommentar. II
^VIII ^^P- I- Jesus Sirach und sein Buch.
Die Weisheit bedeutete für die Israeliten und Juden niemals
reine Erkenntnis, sie war vielmehr die Erkenntnis von Gut und
Böse, d. h. vom Nützlichen und Schädlichen. In diesem Sinne
war sie auch Spekulation über den teleologischen Zusammenhang
der Welt, aber zunächst war sie Lebensweisheit Ursprünglich
ging sie neben der nationalen Religion her, die als solche den
Einzelnen viel weniger als die Gesamtheit anging. Deshalb war
sie auch international, wie z. B. die Erzählungen des Königs-
buchs über die Weisheit Salomos zeigen. Dabei hatte die
Weisheit aber von jeher auch Beziehungen zur Moral und einen
allgemein religiösen Cliarakter, wie aus der Paradisesgeschichte
deutlich ist. In immer engere Beziehungen zur Moral und Religion
trat die Weisheit in nachexilischer Zeit, als die Jahvereligion
zur Gesetzesreligion wurde und als solche auch für alle Ein-
zelnen die zuverlässige Fühi-erin zum Heil sein wollte. Damit
stellte sie sich zunächst neben die Weisheit, die sie nicht ohne
weiteres ersetzen konnte und wollte. Es trat vielmehr eine eigen-
tümliche Mischung von Religion und Weisheit ein, in der bald das
eine bald das andere Element überwog. Denn die Religion war
auch damals in erster Linie Sache der Gesamtheit, das ganze Volk
sollte zum Gehorsam gegen den Willen Gottes erzogen werden.
Nui- zu diesem Zwecke wandte die Religion sich au alle einzelnen
Volksglieder, besonders an die Jugend, und zwar an die vor-
nehme Jugend des neuen Jerusalem. Weil aber keine Erziehung
sich allein auf die Moral stellen kann, wurden die Schrift-
gelehrten auch Weisheitslehrer, und als solche verstanden sie
sich auf Lebensklugheit wie auf Recht und Moral. Anderseits
konnten die Einzelnen in ihrer grossen Mehrheit sich nicht aus-
scliliesslich auf den Glauben stellen, dass der Gott des Himmels
und der Erde ihre kleinen persönlichen Schicksale überall nach
seiner gerechten Vergeltung regiere. Aus der Energie aber, mit
der die Einzelnen eine übermenschliche Lenkung ihrer Schicksale
forderten, erwuchs eine für die Folgezeit bedeutsame spekulative
Idee, übrigens fast die einzige, die das A. T. kennt. Die Lehre,
die man zum Leitstern des Lebens nahm, erschien auch als die
Macht, die das Lebensglück ihrer Jünger schuf. Sie sollte
identisch sein mit der grossen Teleologie, die die gesamte Welt
durchwaltete und dm-ch die das All einst von Gott erschaffen
§ 1. Jesus Sirach und seine Zeit XIX
war. Als ein hülfreiches Mittelwesen stand die Weisheit zwisclien
Gott und den Menschen, eine Führerin und Helferin, an die der
Einzelne sich anklammerte (Prv. 7,4. 9, üf.). Dabei blieb sie
aber trotz aller jüdischen Färbung zunächst ein allgemein mensch-
liches Gut, und durch sie erschien sogar die Religion als ein
allgemein menschliches Anliegen. In den Proverbien kommt der
Name Israel, worauf Ewald aufmerksam gemacht hat, überhaupt
nicht vor, und im Buche Hieb verhandeln Heiden über die letzten
Fragen, die das Verhältnis des einzelnen Menschen zu Gott be-
treffen. Aber ein anderes Gesicht zeigt die Weisheit bei Jesus
Sirach. Die Zeitverhältnisse, unter denen er lebte und wirkte,
gaben der Weisheitslehre eine neue Richtung, sie hoben aber
auch ihn selbst über die Bedeutung eines gewöhnlichen Weisheits-
lehrers hinaus.
Der Enkel sagt, die Kenntnis der heiligen Bücher müsse
durch Schriftstellerei wie durch mündlichen Unterricht von den
Gelehrten verbreitet werden. Deshalb habe der Grossvater zur
Ergänzung seiner mündlichen Lehrtätigkeit sein Buch geschrieljen,
und zu demselben Zwecke habe er selbst es ins Griechische
übersetzt. Allerdings unterscheidet Jesus Sirach für die Vorzeit
zwischen den Spruchrednern und den Verfassern von Spruch-
büchern (44, 4), und das Nächste war auch für ihn seilest der
Unterricht in seinem Lehrhause gewesen. Gleichwohl werden
in jener nach Koh. 12^ 12 vielschreibenden Zeit Bücher wie das
seinige öfter aus dem mündlichen Unterricht erwachsen sein,
dem sie dann umgekehrt auch zur Unterlage dienten. Ebenso
waren friUier die Proverbien Salomos entstanden. Aber im
Unterschiede von den anonymen Spruchsanmilungen der Proverbien
tritt im Buche des Jesus Sirach die Person des Lehrers stark
hervor. Er nennt sich mit Namen, preist selig, die auf ihn
hören (50, 27 ff.), und weist seine Jünger auf den grossen Erfolg
hin, mit dem er selbst sich um die Weisheit bemüht habe (51, 13 ff.).
Er betont seine von Anfang an feststehende persönliche Ueber-
zeugung (39, 32) und die lange Lebenserfahrung^ in der sich ilim
die Wakrheit der Religion bewährt habe (31, 9 ff'.). Dabei redet
er mit einem merkwürdigen Selbstbewusstsein. Er schöpft freilich
überall aus den heiligen Büchern des Altertums, das als die
kanonische Zeit längst hinter ihm liegt, und auf Grund der
11*
XX Kap. I. Jesus Sirach und sein Buch.
ixavyj l$i?, die er durch sein Studium iu der heiligen Schrift er-
worben hatte, hat er sein Buch verfasst. Er hatte zuerst nur
eine Nachlese im Weinberg zu halten geglaubt, aber es hatte
sich für ihn eine volle Lese daraus ergeben (36, 16a. 30, 25f.),
und der Wassergraben, den er in seinen Garten leiten wollte,
war zu einem Strom und zu einem Meere geworden (24, 30 f.).
Bei den Häuptern des Volkes verlangt er Gehör (30, 27. 45, 26.
50, 23. 24), und für alle Zukunft wül er wie in göttlicher In-
spiration die Lehre verkünden (24, 30f. 50, 27).
Dies Selbstbewusstsein erklärt sich allein aus den ausser-
ordentlichen Verhältnissen, unter denen Jesus Sirach wirkte.
Die syrische Religionsverfolgung hatte ihren wahren Grund in
einer teilweisen Hellenisierung der Juden, die vor dem Ein-
schreiten des Antiochus Epiphanes spontan eingetreten war, und
in einem daraus entstandenen innerjüdischen Kampf zwischen
der väterlichen Religion und dem eindringenden Heidentum. Zu
Sirachs Zeit hatte der Abfall schon weit um sich gegriffen.
Manche schämten sich des Gesetzes vor den Heiden (42, 2), und
leidenschaftlich verwünscht er die Abtrünnigen, die das Gesetz
des Höchsten verlassen haben (41, 8. 9). Es war soweit ge-
kommen, dass der Hohepriester am Versöhnungstage nicht mehr
funktionierte (c. 50), und in der hohenpriesterlichen Familie der
Sadokiden bestand schon damals die Zwieti'acht^ die das jüdische
Volk den Syrern auslieferte. Sirach lässt sein Buch ausklingen
in der an die Söhne Simons gerichteten Mahnung, dem Vorbilde
des Vaters treu zu bleiben und Frieden unter einander zu halten,
damit ihnen das Hohepriestertum und die Herrschaft über das
jüdische Volk erhalten bleibe (50, 23. 24 vgl. 45, 26 sowie
45, 13. 18. 19. 23— 25).i) In solcher Zeitlage ist Sirach ein
1) Nach diesen Stellen waren die Tobiaden mit ihren ehrgeizigen An-
sprüchen bereits hervorgetreten. Vgl. Wellhausen, Geschichte '" S. 245 ff.
Im Wesentlichen richtig haben schon Herzfeld (Geschichte des Volkes Jisrael
II 73 if.), Grätz (Geschichte der Juden II, 281 ff.) und neuerdings H. Willrich
(Juden und Griechen, Göttingen 1895, S. 112 ff.) die zeitgeschichtliche Situation
und Tendenz des Buches Sirach erkannt. Willrich begeht nur den vor der
Entdeckung des hebräischen Textes nahe liegenden Irrtum, das Buch nach
dem Sturz der Sadokiden anzusetzen. Aus dem hebräischen Text von 50, 22 — 24.
45,2tj ist dagegen klar, dass Sirach vor der Absetzung des Jason (171) schrieb.
Er schrieb aber auch wohl vor der Absetzung des Onia (173). Denn die im
§ 1. Jesus Sirach und seine Zeit. XXI
Wortführer der Gesetzestreuen gegen die Hellenisten gewesen
und er hat dabei in Kämpfen gestanden, in denen er anscheinend
persönlich zu leiden/) aber auch Erfolge zu verzeichnen hatte.
Dass gerade ein Weisheitslehrer im damaligen Jerusalem
eine solche Bedeutung gewann, darf nicht Wunder nehmen.
Jesus Sirach hat wie die Weissen der Proyerbien besonders die
Söhne der Aristokratie im Auge, die Gefahren, die eben ihnen
in der Jugend drohten, und die Aufgaben, die sie in späteren
Jahren erwarteten. Schon zur Zeit der Proverbien traten die
jungen Aristokraten oft in den Dienst der heidnischen Könige,
nocli mehr war das dem Anschein nach zur Zeit Sirachs der
Fall.'-) Ohne Zweifel waren die Juden den meisten Völkern
Palästinas und Syriens geistig überlegen, und schon wegen ihrer
Verbindung mit der Diaspora, die einigermassen seit dem baby-
lonischen Exil bestand, besassen sie auch politische Bildung.
Sie waren deshalb für die griechischen Könige brauchbare Werk-
zeuge zur Beherrschung der ihnen völlig fremdartigen semitischen
Untertanen. Das war aber auch ein hauptsächlicher Grund für
das Eindringen des Hellenismus unter den Juden, imd eben
Buche vorausgesetzte Zeitlage war wohl ernst, aher nicht gerade kritisch,
und andere Stellen weisen in frühere Zeit. Was 10, 8 von dem Uebergang
des Reiches von einem heidnischen Volke auf das andere gesagt wird, ist
wobl darauf zu beziehn, dass Judäa durch die Schlacht bei Paneas (198) aus
der Gewalt der Ptolemäer in die der Seleuciden geriet. Der König, der nach
10, 9 f. bei lebendigem Leibe verfault ist, dürfte Ptolomäus IV. (gestorben
204) gewesen sein. Dagegen muss unter dem griechischen Könige, dessen
Sturz nach 33, 12 das Ende der Heidenherrschaft herbeiführen soll, allerdings
wohl ein Seleucide verstanden werden. Aber der Psalm .öl, 1 — 12 preist
Gott für die Rettung der Juden aus einer grossen Gefahr, in die sie durch
die Verleumdung ihrer Feinde geraten waren. Das hier gemeinte Ereignis
fällt anscheinend später als das übrige Buch.
') 1, 22 — 24 sind wahi-scheinlich dahin zu verstehen, dass Sirach seine
öß'entliche Tätigkeit zeitweilig einzustellen gezwungen war. Die Lebensgefahr,
in die er nach Sl, 13 öfter geraten war, war aber wohl anderer Art.
2) Vgl. z. B. 8, 8. 11, 1. 20, 27. 28. 23, 14. 39, 4. Was Dan. 1 von den
jüdischen Jünglingen am Hofe Nebukadnezars erzählt wird, passt in Wahrheit
wohl auch auf den ptolemäischen und seleucidischen Hof. Besonders merk-
würdig ist 41, 17: Schäme dich vor dem Herrn und der Herrin (ni2;n ]nNO)
der Untreue. Allerdings könnte sich das nia-ti ;n«Q auch aus der staats-
rechtlichen Stellung der ptolemäischen Königinnen erklären, so dass auch
hier vom Staatsdienst die Rede wäre.
XXII K^P' !• Jesus Sir ach und sein Buch.
(leshalb mussten die Weisheitslehrer ihm gegenüber Stellung
nehmen. Dazu kam, dass sie, wie überhaupt die Schriftgelehrten
jener Zeiten, zumeist wohl selbst der Aristokratie angehörten
und dass sie, weil alle Bildimg unter den Juden religiöser
Natur war, den geistigen Kern des Volkes ausmachten. Deshalb
wurden gerade sie oft zum Dienst der heidnischen Oberherren
herangezogen (39, 4), und kannten daher das griechische Wesen
aus eigenster Anschauung. Ueberhaiipt aber erwuchs jetzt in
der Abwehr des Hellenismus für die Schriftgelehrten eine neue
Aufgabe, in deren Erfüllung sie in immer steigendem Masse die
Führer des jüdischen Volkes wurden. In Jesus Sirach kündigt
sich die Verwandlung der jüdischen Gemeinde in eine grosse
Schule an, so A'erschieflen auch seine Lehre noch von der der
späteren Schriftgelehrten ist.
Er will ein vollständiges Lehrbuch der Lebensklugheit wie
der Moral gehen. Er redet deshalb vom Verhalten gegen Eltern,
Frauen, Söhne und Töchter. Sklaven und Hausgenossen, Ver-
wandte und Freunde, Volksgenossen und Fremde, gegen die
heidnischen Könige wie gegen die jüdischen Herren und die
Priester. Er handelt von Schweigen und Reden, Lernen und
Lehren, von Handel und Wandel, von Leihen und Bürgschaft,
von der Volksversammlung und vom Gericht, vom Gastmahl
und vom Weingelage, von der Pflege der Gesundheit und der
Zuziehimg des Arztes, von Tot und Begräbnis. Aber Lebens-
klugheit und Nützlichkeitsmoral treten durchaus in den Hinter-
grund gegenüber dem Gottesglaubeu, der die Erfüllung der
Moralgebote in Furcht, Vertrauen und Geduld fordert und damit
das Heil verbürgt. In allseitiger Darlegung und Begründung
dieses Glaubens stellt Sirach die Summe jüdischer Bildung, wie
er sie versteht, dem Hellenismus entgegen, um damit dem jü-
dischen Bewusstsein Ausdruck und Halt zu gelten. Deshalb
preist er die Wunder der Natur, in denen der wahre Gott sich
für die Gläubigen als der Herr der Welt erweist (42, 15 — 43, 33).
Aus demselben Grunde erzählt er die ganze Geschichte Israels
in der Reihe der heüigen Väter, von Henoch bis auf Nehemia
und von Henoch rückwärts bis auf Adam, als deren Kinder die
Juden das unvergleichliche Adelsgeschlecht der Menschheit sind
(44 — 49). Ebenso feiert er den jüngst verstorbenen Hohenpriester
§ 1. Jesus Sirach und seine Zeit. XXIII
Simon^ der in seiner Funktion am Versöhnungstage auch die
die gegenwärtige llerrlichlveit Israels zur Erscheinung brachte
(50; 1 — '24). Er Idagt aber auch über das Unrecht, das in Je-
rusalem regiert, und in bemerkenswertem Zusammenhang damit
über die Bedrückung, die die Juden durch die Griechen erleiden
(9, 17—10, 7. 31, 21—31. 32, 14ff.). Er weist demgegenüber auf
die Bestrafung der Heiden in der Vergangenheit (10,8 — 18) und
auf den Sieg Israels in der Zukunft hin (32, 18—26. 47, 22.
48, 10. 11. 24. 25), und fleht in inbrünstigem Gebet um Rache
und die endliche Oftenbarung der göttlichen Herrlichkeit (33,1 — 13a.
36, 16b — 22). Schliesslich lässt er Israel in einem Psalm für
die Rettung aus einer Gefahr danken (51, 1 — 12ff.).
Mit alledem versteht er den Begriff der Weisheit enger
und zugleich weiter als die Proverbien und das Buch Hiob. Er
identifiziert sie nicht wie das Buch Hiob mit der Religion ül)er-
haupt, sondern mit der jüdischen. Dabei aber bezieht er das
ganze Gebiet des Glaubens in sie ein. Die spätere Weisheit
Salomos ist ilmi darin gefolgt.
Sirach steigert den Satz von Prv. 1, 7. 9, 10, dass die Furcht
des Herrn der Anfang, d. h. das mnerste Wesen, der Weisheit
sei, nach Jol). 28 dahin, dass alle Weisheit von dem Herrn
kommt, und dass sie von Ewigkeit her bei ihm gewesen ist.
In diesen Worten, die er an die Spitze seines Buclies stellt,
formuliert er die Kriegserklärung des Judentums gegen den
Hellenismus. Gott, sagt er, hat die Weisheit erschaffen und
deshalb hat auch er allein sie erkannt. Ueber alle seine Werke
hat er sie ausgegossen und allen Menschen hat er ein Stück von
ihr verliehen, aber in vollem Masse hat er sie nur dem Volke
geschenkt, das ihn fürchtet. Für die gottesfürchtigeu Juden ist
sie ein angeborener und ein unverlierbarer Besitz, im Mutterleibe
ist sie ihnen anerschaffen und bei ihren Nachkommen wird sie
immerdar bleiben (1, 1 — 15). Subjektiv ist die Weisheit daher
die Gottesfurcht, objektiv ist sie das Gesetzbuch Moses (c. 24).
Als die geschichtliche Offenbarung Gottes, die in der Succession
der Väter dem Volke vermittelt ist, ist die Weisheit das
Sondergut Israels. Niedergelegt ist sie in der heiligen Schrift,
deren Inhalt der Schriftgelehrte in göttlicher Erleuchtung dar-
XXIV Kap. 1. Jesus Siracb und sein Buch.
legt.^) So anspruchsvoll das klingt, Sirach bringt damit das ge-
schichtliche Selbstbewusstsein der Juden gegenüber der griechischen
Allerwelts-Religion und Allerwelts-Philosophie auf einen zu-
treffenden und in sich berechtigten Ausdruck.
Im Unterschiede von den späteren palästinensischen und
ägyptischen Juden ist bei Jesus Sirach merkwürdig und wahrhaft
erquickend die Sicherheit, mit der er dem griechischen Heiden-
tum gegenübersteht. Er hasst das Griechentum und die Griechen
wie die Ideinen heidnischen Nachbarvölker von ganzem Herzen,
und verlangt sehnsüchtig nach dem Tage, da Gott mit ihnen ab-
rechnen wird. Aber er will nicht, dass das Judentum sich ohne
weiteres auf sich selbst zurückziehe, er fordert vielmehr eine
gründliche Kenntnis der heidnischen Welt, in der Ueberzeugung,
dass sie dem Juden nicht schaden, sondern ihn in seiner Ueber-
zeugung nur befestigen könne. In der Tat ist \on griechischem
Einfluss bei ihm nichts zu entdecken. Er meint aber, dass
Niemand weise sei, der die Welt nicht gesehen habe, und er
rechnet es zum Ruhme des Schriftgelehrten, dass er weite Reisen
macht, Gutes und Böses unter den Menschen erprobt und den
Königen dient (31, 9 — 13. 39, 4). Das ist nicht nur das zähe
Selbstbewusstsein des Juden gegenüber den fremden Oberherren
Asiens, sondern vielmehr die Ueberzeugung von der Allmacht
des Guten, das unter den Juden seine Stätte hat. Denn das
gilt ihm als das Wesen der väterlichen Religion. Gegen ihre
äusseren Formen ist er freilich nicht gleichgültig. Gott fordert
auch den Opferdienst zur Bezeugung der Zugehörigkeit zu ihm,
und es ist die höchste Auszeichnung Israels vor der Welt, dass
es im Kultus Gott nahen darf. Aber an sich bedeutet der
Kultus nichts, er wü-d geübt, weü er geboten ist, und der wahre
Wille Gottes geht dahin, dass Jeder seinem Nächsten wohl tue
(17, 14. 32, 1 — 5). Als der moralische Gottesgiaube macht die
Religion den Wert des Menschen aus. Deshalb gibt sie Israel
unter den Völkern eine einzigartige Würde, der elendeste Jude
der Diaspora darf sich ihrer rühmen gegenüber der heidnischen
^) Im Lobe der Väter e. 44 — 49 nimmt Sirach nebenher auf alle
heiligen Bücher Bezug, die er als solche kennt. Der Gegensatz gegen den
Hellenismus ist auch für den freilich erst später erfolgten Abschluss des
Kanons bedeutsam geworden.
§ 1. Jesus Sirach und seine Zeit. XXV
Welt (10, 22). Sie erhebt aber auch in Israel den Armen über
den Reichen, nichtig ist ihr gegenüber der Geburtsadel der
hellenistisch gesinnten Aristokratie (10, 19 ff.).
Immer wieder kommt Sirach auf die göttliche Vergeltung
zurück, die unfehlbar das Böse bestraft und das Gute belohnt.
Von jeher hatte sich der Gegensatz der Frommen und der Welt-
kinder unter den Juden um die Frage gedreht, ob Gott richte.
Hierbei schieden sich auch damals die Gesetzestreuen und die
Griechenfreunde, um so mehr, als der soziale Unterschied in den
Religionskampf hineinspielte. Gottlos und reich, fromm und
arm erscheinen als nahezu gleichbedeutend (13,15 — 24. 34,8 — 11).
Die Gegner fanden es unglaublich, dass Gott sich um das Tun
und Lassen der einzelnen Menschen kümmere (16, 17 — 23), sie
lehnten die Vertröstung auf die messianische Zeit ab (16, 22),
wie sie auch die Auserwählimg Israels bezweifelten (36, 7 — 15).
Sie bestritten die Willensfreiheit (15, 11 — 20), und fanden das
Mass der Uebel unvereinbar mit der vom Glauben behaupteten
Güte der Schöpfung (39, 12 — 40, 27). Auch so meinten sie
erbaulich von der Religion reden zu können (15, 9. 10). Sirach
will ohne das alles keine Religion anerkennen (15,9. 10); mit
Leuten, die nicht von Herzen an Gottes Gericht glauben, kann
er nicht zusammenleben, er steht deshalb in der Minorität. Er
findet aber auch, dass die Gottesfurcht mehr bedeutet, als die
landläufige Frömmigkeit meint. Wer Gott dienen will, muss
sich rückhaltlos seinem Dienst ergeben, denn unbarmherzig geht
die Religion mit den Heuchlern ins Gericht (1, 28 — 30). Das
persönliche Gottvertrauen ist bei Sirach stärker als in den Pro-
verbien'), es ist aber auch auf die Probe gefasst, auf die es
durch schweres Unglück gestellt wird und die es unerschüttert
überstehen muss (c. 2). Der Fromme soll in Erfüllung des
göttlichen Willens alt werden (11, 20) und immerfort auf den
Erweis der göttlichen Gnade hoffen. Denn fest steht die Hoffnung,
dass Gott die Seinen aus aller Gefahr rettet, und dass sie zuletzt
diesseits des Grabes in einer glücklichen Gestaltung ihres Schick-
sals ihre Rechtfertigung erfahren.
') 23, 1. 4. Vgl. auch 15, 2 ff. mit Prv. 7, 4. 9, 1 if., und 4, 14 mit
Prv. 8, 17.
XXVI Kap. 1. Jesus Sirach und sein Buch.
]\Iit religiösem Ernst bekämpft er das unnötige Schwören
(28,9 — 11), aber auch die pietistisclie Aengstlichkeit, die das
göttliche Recht der ärztlichen Kunst verkennt (38, 1 ff.). Er
"Will auch nichts davon wissen, dass man beim Weingelage das
weltliche Lied durch erbauliche Reden verdrängen möchte (35,
3 — 6). Massigkeit und Keuschheit, Mildtätigkeit und Aufopferung,
Treue und mutiges Eintreten für Recht und Wahrheit sind die
ständigen Themata seiner Paränese. Abei' er protestiert gegen
die Kopfhängerei, die den von Gott geschenkten Lebensgenuss
sich und anderen verkümmern will. Falscher Humanität feind,
verlangt er strenge Zucht für Kinder und Sklaven, und lehnt
alles Mitleid mit den Gottlosen ab. Er fordert ehrenhafte Selbst-
behauptung gegen Jedermann, aber er empfiehlt kein „gottes-
fürchtig und dreist". Denn Würde ist für ihn gleichbedeutend
mit wahrer Scham (41, 14—42, 8). Eine sehr ungünstige Meinung
über die Melirzahl der Frauen teilt er mit anderen jüdiselien
Autoren, aber er ist zugleich ein begeisterter Lobredner der
weiblichen Tugend und bekämpft die Ehelosigkeit (36, 26 ff.).
Ihre Scliranken hat seine Moral namentlich an einem herzlidien
Hass gegen den persönlichen Feind, der für ihn selbst freilich
meist auch ein Feind der Religion gewesen sein mag. Gut jüdisch
redet er von der Sühne der Sünden durch gute Taten (.'^,3. 14. 15),
speziell durch Almosen (3,30. 29,11—13). Uebrigens macht
sich die Vermischung der Religion mit der Weisheit bemerkbar,
sofern vollkommene Gottesfurcht am ersten dem Schriftgelehrten
möglich ist, und die Gottesfurcht als Weisheit auch Mittel zum
Zweck wird. Sirach reflektiert auch mehr, als seine pädagogische
Tendenz es erfordert, auf den Erfolg, den die Tugend bei den
Menschen einträgt (3, 17. 7, 35. 12, 1. 2. 20, 10. 12). Aber die
Nützlichkeitsmoral spielt bei ihm dennoch eine kleinere Rolle
als in den Proverbien, und im Wesentlichen gehört er mit dem
Schriftgelehrten von Mo. 12, 28 ff. zusammen.
Der seiner Natur nach endlose Parteiltampf, der das jüdische
Volk seit dem babylonischen Exil zerriss, verschärfte sich damals
aufs äusserste. Wie nie zuvor stellte er die Einzelnen vor die
Wahl zwischen dem väterlichen Glauben und der heidnischen
Welt und l)ei der Enge der Verhältnisse machte er die Lage
des Einzelnen um so schwieriger, je ernster ea* es mit der Religion
§ 1. Jesus Sirach und seine Zeit. XXVII
nahm. Der sachliche Streit kam für Um überall auf bittere
persönliche Feindschaft und Verfolgung hinaus. Bezeichnend
ist dafür die flehentliche Bitte, dass Gott den Frommen durch
kein unbedachtes Wort oder durch irgendwelche Sünde vor dem
gottlosen Privatfeinde zu Schanden werden lasse (22^ 27 — 23^ 6).
Furchtbar war auch für Jeden, der sich in exponierter Stellung
befand, das tumultuarische Gericht der Stadtgemeinde (1,30. 7,7.
26,5. 42,11). Aber auch im Kreise seiner Gesinnungsgenossen
konnte die Lauheit der Einen und das Misstrauen der Anderen
den Einzelnen leicht vereinsamen. Deshalb spielt die Gefahr,
die von Feinden und falschen Freunden drolit, bei Sirach eine
so grosse Rolle; und ebenso die wahre Freundschaft, deren
Pflege den besten Schutz bieten musste. Um so eindrucksvoller
ist die Sicherheit seiner Haltung. Sie ist darin begründet, dass
die Gemeinsamkeit der Ueberzeugung nicht nur einzelne ver-
wandte Seelen mit einander verband (6, 17), sondern dass sie
auch die Masse der Frommen in der Hoffnung zusammenschloss,
die über ihre persönliche Hoffnung hinausreichte und zugleich
mit ihr in engster Beziehung bestand. Die Hoffnung des Ein-
zelnen besteht freilich aucli nach Sirach zunächst darin, dass er
wenigstens am Abend seines Lebens Glück haben soll (11,23 — 28).
Die Erwartung eines persönlichen Lebens nach dem Tode be-
stand höchstens in einem kleinen Kreise, Siracli ignoriert sie,
die Unabänderlichkeit des Todesgeschicks steht ihm fest (7,17.
10,11. 38,21—23. 40,1. 11. 41,1—4). Im Unterschiede von
dem alten Israeliten, der sich über die eigene Vergänglichkeit
mit der Ewigkeit der Nation getröstet hatte (Nuni. 23, 10), er-
hebt aber auch er persönliche Ansprüche, die über das Grab
hinausreichen. Er liofft auf das ewige Gedächtnis, das dem
Frommen und namentlich dem Schriftgelehrten in der Gemeinde
bliebe (41,11—13. 37,22—26. 39,9—11), und den Anteü, den
alle Frommen in ihren Nachkommen an dem endlichen Triumph
Israels über die Heiden und der Frommen über die Gottlosen
haben sollten. Die Eigenart des jüdischen Hauses und der be-
ständige Kampf zwischen den Frommen und den Weltkindern
brachten es mit sich, dass die Sinnesart des Vaters sich leicht
auf viele Geschlechter vererbte (1, 15. 4, 16), in deren Folge er
zuletzt gleichsam selbst die messianische Zeit erleben wollte.
XXVIII Kap. 1. Jesus Sirach und sein Buch.
So hatte die Hoffnung der Gemeinde der Frommen für den Ein-
zelnen auch einen persönlichen Wert. Deshalb ist die Hoffnung
auf ein Leben nach dem Tode bei den Juden erst spät auf-
gekommen, und gerade ohne diese Hoffjiung gab der Glaube an
den endlichen »Sieg des Guten ihrem Gemeingefühl eine einzig-
artige Energie. In Sirach tritt uns ein Stück der besten Kraft
vor Augen, die sie den Soleuciden entgegen stellen konnten.
§ 2. Name, Inhalt und Anlage des Buches.
Die Weisheit des Jesus Sirach heisst das Buch als die
Summa dessen, was Jesus Sirach über jüdischen Glauben und
jüdisches Leben zu sagen wusste. Zugleich liegt in dem Titel
aber auch der Anspruch auf Allgenieingültigkeit, wie ihn ein Haupt
der Schriftgelehrsamkeit in kritischer Zeitlage für seine Lehre
erheben konnte. Die ihrer Idee nach gleichartige Weisheit Salo-
mos ist wohl nach Analogie der Schrift Sirachs benannt, nur
dass sich ihr Verfasser hinter die höchste Autorität der Weis-
heit versteckt.
Der Titel rührt vielleicht nicht von Sirach selbst her, der
sich mit der Angabe 50, 27 begnügen konnte, er stammt aber
wenigstens aus sehr früher Zeit. Die hebräische Unterschrift
«TD p iivha p yw (p ])Vf2^) no:n findet sich ebenso im Syrer,
und alle syrischen Handschriften haben die Ueberschrift nm Knfsrn
std(k). Ebenso haben aber auch alle griechischen Handschriften
in Ueberschrift und Unterschrift ao'-puz 'Ir^aoO utou Seipay oder das
daraus schlecht abgekürzte ofo'fia 2Ssipa/, womit, abgesehen vom
Lateiner, alle Afterübersetzungen des Griechen übereinstimmen.
Als T/ Tou 'l-/;ao'j ao<pLa, aber auch als r^ aocpia wird das Buch von
Clemens Alexandrinus citiert; seit Eusebius findet sich daneben
öfter Tj TiavapsToc aocpta, Avas aber auch Bezeichnung der Weisheit
Salomos war, übrigens in r; irava'psTo; verkürzt wurde. ^) In den
lateinischen Handschriften unfl bei den lateinischen Vätern von
') Beide Namen finden sich übrigens auch für die Sprüche Salomos.
Dabei ist -fj aoifCa und ») TiaräQuos aoifia zuweilen auch die diese Bücher
inspiiierende Potenz. Vgl. 0. Stählin, Clemens Alexandrinus und die Sep-
tuaginta (1901) S. 46. Schürer, Geschichte des jüdischen Volkes» HI 161 f.
§ 2. Name, Inhalt und Anlage des Buehea. XXlX
Cyprian an hat das Buch den bisher nicht aufgeklärten Titel
Ecclesiasticus. Daneben findet sicli in den Handschriften aber
auch Liber Jesu filii Sirach (vgl. auch Brev. Mcz. 524). Dem
entsprechend haben der Codex Ambrosianus der Peschita imd
ebenso Barhebraeus am Schluss des Buches und die Polyglotten
am Anfang ST'DX "i;i snnr, und bei den Rabbinen ist regelmässig
vom Kl'D p ICD die Rede. Uebrigens wird das Buch auch als
Sapientia Salomonis (Brev. Moz. 1025) und Sapientia Ecclesiastici
Salonionis (Brev. Moz. 389) citiert. Dem Salomo wird das Buch
in der lateinischen Kirche seit Cyprian öfter beigelegt, weshalb
man auch wohl fünf salomonische Schriften zählte, wie auch
schon Clemens Alexandrimis das Buch als salomonisch citiert.^)
Möglicher Weise ist nun Sapientia Salomonis Korrektur für Sa-
pientia Jesu filii Sirach.
Hieronymus (Vorrede zu den Proverbien, bei Vallarsi IX
1293) will das Buch hebräisch unter dem Titel Parabolae, d. h.
hebräisch D'^'^iJ'a, gesehen liaben, und mit h^a oder aramäisch
ahm werden auch von den Rabbinen zuweilen Sirachsprüche be-
zeichnet (vgl. u. § 4).'") Man kann dazu 50, 27 D^JCIK (leg. "Sti'ö?) h\i^)r2
vergleichen. Indessen dürfte c^hiif^ nicht eigentlich ein Titel,
sondern vielmehr nur eine gattungsmässige Bezeichnung des
Buches gewesen sein, die sich aus der AelmHchkeit mit den
Proverbien genügend erklärt. Uebrigens hatte Hieronymus viel-
leicht nur einen Auszug aus dem Buche vor sich (vgl. u. § 4).
Ebenso heisst das Buch bei Saadia ein iDia >2D, ^) d. h. ein zur
Bildung förderliches Buch, welche Bezeichnung wegen hz^ iü)f2
50, 27 und des öfter den einzelnen Abschnitten vorgesetzten noio
(34, 12. 41, 14 vgl. u. § 5) besonders nahe lag.^) Der Enkel
1) Th. Zahn, Geschichte des NTl. Kanons H 95 f. 151. 192. 212. 223.
241 f. 245. 251. 272. 318 ff. Vgl. 0. Stählin a. a. 0. S. 46.
-) Hierher gehört auch das älteste Citat aus Sirach, das R. Harris
(Fragments T)f Philo Judaeus 1886 p. 104) nachgewiesen hat: od^tv xul i.6yiov
(= hwü) rifxiig thöäaxti f.iTj niaitvaiv ^/OqÜ) (= Sir. 12, 10).
") So ist asn« axno (Sefer ha-galui, ed. Harkavy, p. 151) ohne Zweifel
zu übersetzen. Schechter (JQR 1900 XII 460 f.) führt die Worte eines Rabbi
Joseph an, dass die «td p ^hvü zu lesen erlaubt sei, weil sie nützliche
aNiK (— IDIQ) enthielten. Nach J. Levi (zu 41, 16) bezeichnen auch Hai
Gaon und andere Rabbinen das Buch als ktd ]2 "iDio.
*) Die zweite hebräische Unterschrift lautet : yiB" ()a pj?OB') nsT n:n ny
XXX Kap. 1. Jesus Sirach und sein Buch.
bezeichnet in seiner Vorrede das Buch mit xi twv ek -jraiosi'av xat
Den Inhalt des Buches versuche ich durch die folgende
Uebersicht zur Anschauung zu bringen.
Distklien
1, 1 — 20. Die jüdische Eeligion als der einzige Weg zur
Weisheit. lö
1, 22 — 24. Die Umstände, unter denen Sirach schreibt. 3
1, 25 — 30. Der Ernst, den er von seinen Jüngern fordert. 8
2, Bewährung der Gottesfurcht im Unglück. 20
3,1 — 16. Die den Eltern schuldige Ehrfurcht. 15
3, 17 — 24. Die im Reichtum und in der Forschung zu be-
weisende Demut. 7
3, 25 — 29. Hoffnungslosigkeit des Hochmuts. 5
3, 30—4, 10. Wohltätigkeit gegen Arme, Hülfsbereitschaft
für Unterdrückte. 13
4,11—19. Selbstempfehlung der Weisheit. 11
4,20—31. Scham und Würde. 12
5, 1 — 7. Warnung vor Unrecht. 9
5, 8 — 10. Beständigkeit im Guten. 3
5, 11 — 13. Bedachtsamkeit im Reden. 3
5, 14 — 6, 1. Warnung vor Zweizüngigkeit. 4
6, 2 — 4. Warnung vor Begierden. 3
6,5 — 17. Ueber die Wahl von Freunden. 13
6, 18—37. Empfehlung der Weisheit. 22
7, 1^ — 17. Warnung vor Hochmut und Untreue als Quelle
von Sünden. 17
7, 18 — 26. Pflichten gegen Freunde und Angehörige. 9
7, 27 — 32. Ehrfurcht gegen die Eltern, Gott und die
Priester; Entrichtung der heiligen Abgaben. 7
7, 33 — 36. Wohltätigkeit gegen Arme und Unglückliche. 4
8, 1 — 7. Warnung vor gefährlichem Streit und törichter
Ueberhebung. 8
8, 8. 9. Aufforderung von den Weisen zu lernen. 4
Nn»D p «"ipjc. Sie begreift sich daraus, dass das Buch hinter 60, 27 noch
Nachtläge enthielt. Aber gegen ihre Ursprünglichkeit spricht, dass das
-\v;ha ]3 fehlt und NipjtP kaum in Sirachs Mund passt.
§ Ö. Name, Inhalt und Anlage des Buches, XXXI
8, 10 — 19. Vorsicht gegenüber gefährlichen Menschen. 12
9; 1 — 9. Vorsiclit gegenüber Frauen. 11
9, 10 — 16. Warnung vor Gemeinschaft mit Unbekannten,
Gottlosen imd Tyrannen; Empfehlung des Ver-
kehrs mit Frommen. 10
9, 17—10, 5. Gute und sclüechte Herrschaft. 7
10, G— 18. Warnung vor Uebermut, der von jeher Völker
und Könige ins Verderben gerissen hat. 14
10, 19 — 25, Gottesfurcht als die wahre Elire des Menschen. 7
10, 26—29. Arbeit und Selbstachtung. 4
10, 30—11, 1. Empfehlung der Weisheit. 3
11,2 — 6. Warnung vor voreiligem Urteil über die Schick-
sale der Menschen. 6
11,7—9. Zurückhaltung beim Streit der Meinungen und
beim Prozess der Gottlosen. 3
11, 10 — 19. Warnung vor Erwerbsgier. 11
11,20 — 28. Hoffnung des Frommen auf das allein be-
deutsame Endschicksal. 10
11,29 — 34. Warnung vor Vertraulichkeit mit Fremden. 6
12, 1—7. Vorsicht in der Mildtätigkeit. 7
12, 8 — 13, 13. Vorsicht gegenüber heimlichen Feinden,
gegenüber Reichen und Fürsten. 32
13, 15 — 24. Unverträglichkeit von Reich und Arm. 12
13, 25 — 14, 19. Frohsinn und richtiger Gebrauch des
Reichtums. 22
14, 20 — 15, 8. Seligpreisung des Frommen als Jüngers
der Weisheit. 16
15, 9 — 20. Moralische Verantwortlichkeit des Menschen. 12
16, 1—14. Unausbleiblichkeit des göttlichen Gerichts über
die Einzelnen wie über die Völker. 16
16, 17 — 23. Törichte Bezweiflung der individuellen Ver-
geltung. 9
16, 24. 25. Selbstempfehlung des Lehrers. 2
16, 26—18, 14. Die göttliche Weltregierung als ein ebenso
barmherziges wie strenges Gericht. 46
18, 15—18. Wahre Wohltätigkeit. 4
18, 19 — 27. Aufforderung zur Bekehrung. 9
XXXII
Kap. 1. Jesus Sirach und sein Buch.
18, 28. 29. Pflicht des Weisen zu lehren.
18; 30 — 19. 3. Warnung vor Ausschweifungen.
19; 4 — 12. Warnung vor Zuträgerei.
19, 13 — 17. Versöhnlichkeit gegenüber Freuuden.
19, 20—30. Gute und böse Klugheit.
20, 1 — 8. Ueber unzeitiges Reden.
20, 9. 11. Unvoraussehbarer Ausgang der Dinge.
20, 10. 12—17. Wohltätiglieit des Toren.
20, 18—20. Redeweise des Toren.
20, 21—23. Vorteil und Gefahr der Armut.
20, 24—26. Ueber Lügenhaftigkeit.
20, 27 — 31. Nutzen der Weisheit und Pflicht sie zu lehren.
21, 1 — 10. Warnung vor Unrecht.
21, 11 — 17. Unbelehrbarkeit des Toren.
21, 18 — 28. Seine Unanständigkeit.
22, 1 — 15. Seine Unerträglichkeit.
22, 16— 18, Seine Haltlosigkeit iiu Unglück.
22, 19—26. Ueber Treue in der Freundschaft.
22, 27 — 23, 6. Gebet um Bewalirung vor unbedachten Reden
und vor Sünden.
23, 7 — 11. 13. 15. Warnung vor leichtsiimigem Schwören
und vor Zoten.
14. Warnung vor Päderastie.
17. Drei Arten von Unzucht.
23, 12.
23, 16.
23, 18-
-27. Ueber Ehebrecher und Ehebrecherinnen.
24. Selbstlob der Weisheit und ihres Vertreters.
25, 1. 2. Dreierlei erfreuliche und dreierlei unerfreuliche
Menschen.
25, 3 — 6. Weisheit als die Krone des Alters.
25, 7 — 11. Der Gottesfürchtige als der Glücklichste von
zehn Glücklichen.
25, 13 — 26. Bosheit und Tyrannei der Frauen.
26, 1 — 4. Wert einer guten Frau.
26, 5 — 12. Eifersüchtige, trunksüchtige und unzüchtige
Frauen.
26, 13 — 18. Lob der schweigsamen und schamhaften Frau.
26, 28. Drei böse Veränderungen am Menschen.
2
7
8
5
10
7
2
8
3
3
3
5
11
8
11
16
5
10
10
12
3
4
16
36
4
4
7
15
4
10.
6
3
§ 2. Name, Inhalt und Anlage des Buches. XXXlII
26, 29 — 27, 3. Die Süude des Kaufmanns. 4
27, 4 — 7. Ueber Wertung von Menschen. 4
27, 8 — 15. Unterschied von bösen und guten Menschen in
ihrem Schiclvsal und in ihrem Reden. 8
27, 16 — 21. Mahnung zur Verschwiegenheit. 6 ,
27, 22 — 29. Warnung vor heimtücldschen Leuten. 9
27, 30—28, 7. Warnung vor Rachsuclit. 8
28, 8 — 12. Warnung vor Einmischung in fremden Streit. 6
28, 13—26. Gefährlichlveit der dritten Zunge. 17
29, 1—13. Ueber Leihen. 16
29, 14—20. Ueber Bürgschaft. 7
29, 21 — 28. Ueber Annahme von Gastlichkeit. 8
30, 1 — 13. Mahnung zur Kinderzucht. 14
30, 14—24. 33, 13b.— 34, 4. Gesundheit, Frohsinn und
Reichtum als Vorbedingungen des Lebensgenusses. 18
34, 5 — 11. Gefahr des Reichtums. 8
34, 12—24. Verhalten beim Gastmahl. 16
34, 25 — 35, 13. Verhalten beim Weingelage. 23
35, 14 — 36, 6. Gottesfurcht als der Weg zum Glücl<.
Verhalten des Frommen und des Gottlosen
gegenüber dem Lehrer. 14
36, 7 — 15. Ueber die Erwählung Israels. 11
30, 16 a. 30, 25 — 27. Siraclis Anspruch auf die Aufmerk-
samkeit seiner Zeitgenossen. 4
30, 28 — 32. Behauptung der Hausherrlichkeit gegen Söhne
und Frauen. 6
30, 33—40. Ueber Behandlung von Sklaven. " 9
31, 1 — 20. Der Traum ist ein schlechter, und der er-
fahrene Weisheitslehrer ein zuverlässiger Führer
zum Glück. 18
31, 21 — 32, 26. Ueber Gerechtigkeit und Opfer, sowie die
Unausbleiblichkeit der Strafe für die inneren
und äusseren Unterdrücker Israels. 34
33, 1— 13 a. 30, 16 b— 22. Gebet um baldigen Eintritt des
Weltgerichts. 17
36, 23 — 37, 15. Ueber allerlei Auswahl, die man zwisclien
Menschen treffen muss. 31
.Sinend. Sirach-Kommentar. III
XXXIV K**?- '• JtiH'18 Sirach und sein T.uch.
37,16—26. Wert und Glück des Weisheitslehrers. 11
31, '2~i — 38, 23. [Jeher Gesundheitspflege, den Nutzen des
Arztes, das Verhalten in Krankheit und bei
Todpsfällen. 30
38, 24— :{9, 11. Lob des Schriffcgelehrten. 37
39, 12 — 35. Lob der gerechten AV^eltregieruog Gottes. 30
40, 1 — 27. Allgemeines üDglück der Menschen, besonderes
der Gottlosen, Glück der Gottesfurcht. 31
40, 28—30. Ueber Schmarotzertum. 4
41,1—13. Ueber Tod und Gedächtnis. 17
41, 14 — 42, 8. lieber wahre ui]d falsche Scham als Richt-
schnur des Handelns. 2b
42, 9 - 14. Sorgen des Vaters nm seine Tochter. 10
42,15—43,33, Lob des Schöpfers. 53
44,1—49,13. Lob der Väter der Vorzeit. 211
50, 1 — 24. Lob des Hohenpriesters Simon. 36
60, 25. 26. Ueber drei verhasste Völker. 2
50, 27 — 29. Selbstempfehlung des Verfassers. 4
511—12. Psalm Sirachs. 36
51,13 — 30, Erniahnimg an seine Jünger. 23 (24?)
In c. 1 — 41 finden sich an den im Druck hervorgehobenen
Stellen in einigermassen gleichen Abständen längere oder kürzere
Stücke, in denen die Weisheit oder ihre Lelirer gepriesen, oder
die Pflicht die Weisheit zu lehren ausgesprochen wird. Diese
Stücke sind in sich abgeschlossene Ganze, aber sie sollen zugleich
als Einleitungen zu den nachfolgenden Abschnitten dienen (vgl.
24, 32 f.). Bei manchen ist es sofort deutlich, dass .sie überhaupt
nur diesen Zweck haben. Dabei knüpfen 10, 30 und 16, 24 an
das unmittelbar Vorhergehende an, und 16, 24ff. sind auch in-
haltlich Fortsetzung des vorhergehenden Abschnitts. Sodami
stehen die einleitenden Stücke 37,16—26 und 38,24—39,11
unter einander in innerer Beziehung. Anderswo ist ein Abschnitt
durch den völligen Wechsel des Themas angezeigt, wobei aber
der neue Ansatz allgemein didaktische Tendenz hat (27, 4ft\
30, Iff. 36, 23 ff.).
Innerhalb der Abschnitte selbst ist fast überall ein gewisser
Zusammenhang nachzuweisen ^ meistens werden ein oder zwei.
§ 2. Name, Inhalt und Anlage des Buches. XXXV
seltener mehr Themata, in längerer Ausführung behandelt. So
ist 8, 10—9; 16 vom Umgang mit allerlei Menschen die Rede,
9, 17 — 10, 25 von der Ueberhebung und ihrer Strafe, und der
Gottesfurcht als der wahren Ehre der Menschen, 11,2 — 28 von
der Geduld, mit der der Fromme auf seine Rechtfertigung hoflfen
soll, 11,29 — 13,24 abermals von der Vorsicht im Umgang,
15, 9—18, 14 von der göttlichen Vergeltung, 20, 10—26 und
21, 11—22, 18 vom Toren, 22, 27—23, 27 von unvorsichtigen und
bösen Reden und Unzucht, 25, 13 — 26, 18 von schlechten und
guten Frauen. Unverkennbar ist der Zusammenhang von 29, 1 — 28
(vgl. bes. V. 28), von 34, 12—35, 13, von 30, 28—40, von 31, 21—
33, 13a. 36, 16b— 22. In 39, 12—41, 13 fordern die einzelnen
Stücke einander, in 42, 1 5 — 50, 24 stehen sogar die ganzen Ab-
schnitte unter einander in enger Beziehung. Zusammenhang besteht
aber auch in 1,25—4, lu. 7, 18—36. 25, 1—11. 27, 16—28,26.
Selten sind Ideinerc Stücke ohne deutliche innere Beziehung
aneinandergereiht wie in 5, 1 — 6, 17. 18, 28 — 20, 26. Oefter steht
dagegen eine kurze Ausführung völlig vereinzelt in fremdartigem
Zusammenhang, namentlich am Schluss von AbsoJinitten, so
8, 1—7. 10, 26—29. 26, 29—27, 3. 50, 25. 26. 40, 2s— 30. Nach
den letzten beiden Fällen möchte man hierbei eine gewisse Ab-
sicht vermut<m. Bemerkenswert ist aber namentlich, dass viel-
fach dieselben Gegenstände an verschiedenen Orten behandelt
werden. Von der Mildtätigkeit handeln 3, 30 ff. 7, 33 ff. 12, Iff.
18, 15ü'., von wahrer und falscher Scham 4, 20ff. 41, 14ff., von
der Wahl von Freunden 6,5—17. 7,18. 12, 8 ff. 37, Iff., von
der Verschwiegenheit 19, 4ff. 22, 19 ff. 27, 16ff., von der Annahme
von Gastlichkeit 29, 21 ff. 40, 28 ff., von der Massigkeit im Essen
34, 19 ff. 37, 27 ff.
Diese Wiederholungen beweisen, dass das Buch nicht nach
einem Plane geschrieben ist, der von vornherein bis ins Einzelne
feststand. Sie können auch nicht daraus erklärt werden, dass
der Verfasser über dem Schreiben auf dies und jenes Thema
zurückkam, weil eine an früherer Stelle stehende Behandlung
ihm nicht genügte. Vielmehr ist das Buch grösstenteils auf Grund
mündlicher Vorträge entstanden, die selbst schon die Form
poetischer Spruchrede hatten. Sirach wird manche dieser Vor-
träge niedergeschrieben haben, ehe er an die Komposition des
III*
XXXVI i^ap. 1. Jesus Sirach und sein Buct.
Buches ging, vielleicht schon, ehe er sie mündlich hielt. Im
Unterricht wird er aber im Laufe der Zeit auf verschiedene Be-
handlungen derselben Themata verfallen sein, deren schriftliche
Aufzeichnung er bei der Abfassung des Buches verwertete '). Ein-
zelne Abschnitte, wie z. B. 42, 15 — 50, 24 können freilich rein
literarischen Urs^trungs sein. Aber Sirach hat dem vielseitigen
Inhalt seiner Lehre entsprechend auch nicht nur in seiner Schul-
stube, sondern ausserdem öffentlich geredet. Der Abschnitt
31, 21 — 36, 22 ist wahrscheinlich bei einer Festfeier im Tempel
vorgetragen, wenn auch zunächst nur im Kreise der Frommen,
die dort ihren Parallel-Gottesdienst neben dem offiziellen hielten'-).
Dort wird er auch den Psalm 51, 1 — 12 ff. rezitiert haben. Aber
er erreichte dort auch die Ohren der Volkshäupter, die er 30, 27.
45,26. 50, 23. 24 (vgl. 24, 32—34) schwerlich nur schiiftstellerisch
apostrophiert.
Auf der anderen Seite tritt eine gewisse Disposition nicht
nur in der Einleitung der einzelnen Abschnitte, sondern auch
in der Anordnung des Stoffes zu Tage. Sirach geht aus von der
Demut, die. Gottesfurcht und Gottvertrauen ist und sich auch in
der Ehrfurcht vor den Eltern und in Hilfsbereitschaft gegenüber
den Geringen betätigt (2, 1 — 4, 10). Er handelt sodann von der
Wahrung der Persönlichkeit in Vermeidung der Sünde und der
Wüi'delosigkeit (4, 20 — 6, 17) und von der Nächstenpflicht (c. 7).
Im Weiteren tritt die Mahnung zur Vorsicht gegenüber den
Menschen (c. 8. 9. 12. 13), die Aufforderung zu vernünftigem
Lebensgenuss (c. 14) und die Warnung vor dem bösen Beispiel
•) Haltlos ist die auch von Ewald (Jahrbb. d. bibl. Wissenach. III
S. 125 fF., Gesch. * IV S. 340 tt'.) vertretene Behauptung, dass Sirach ältere
Werke wörtlich in sein Buch aufgenommen habe. Dem widerspricht das
hohe Selbstgefühl, mit dem Sirach von seiner Inspiration redet (15, 9. 10.
24, 30flf. 36, 16 a. 30, 25 ff. 39, 6 ff. 50, 27), aber auch die überall sich gleich-
bleibende Sprache und Geistesart des Buches. Die sonderbare Meinung
stammt aus dem unechten Prolog, der sich im Cod. 248 und der Synopse
des Athanasius findet. Hier beruht sie aber auf durchsichtigem Missverständnis
des echten Prologs.
2) Dass das geschab, ist aus manchen Psalmen deutlich, die eben
diesen Ursprung und diese Bestimmung haben. Vgl. z. B. Ps. 6. 15. 24. 26. 2.S.
— Uebrigens gab es auch öffentliche Zusammenkünfte .der Weisheitslehrer,
in denen sie wetteifernd Vorträge hielten ; vgl. 6, 34 — 36. Prv. 8, 1 ff". 9, 1 ft\
§ 2. Name, Inhalt lind Anlage des Buches. XXXVII
des Toren hervor (c. 21. 22). In dem Gebet um Bewahrung vor
unbedachten Reden und Unzucht und der daran angeschlossenen
Ausführung über derartige Sünden wird ein vorläufiger Abschluss
erreicht (c. 2,3). Eingestreut sind ausführliche Warnungen vor
Hochmut (9, 17 — 10, 18), Ermahnungen zur Hoffnung auf das
Endschiclvsal (c. 11) und eine lang ausgesponnene Darlegung des
Glaubens an die göttliclie Vergeltung (c. 15 — 18).
Neu angesetzt wird mit dem Lobe der Weisheit (c. 24).
Neben den Klagen über böse Frauen (c. 25. 26) treten hier
Ausführungen über das Verlialten in besonderen Lebenslagen
hervor. Gehandelt wird von Leihen und Bürgen und Annahme
von Gastfreundschaft (c. 29), vom Verhalten beim Gastmahl und
beim Weingelage (c. 34. 35), bei der Errichtung des letzten
Willens (30, 28—32), bei Kranlvheit und Tod (c. 37. 38). Uebri-
gens spielen die Fragen der religiösen Reflexion hier eine noch
grössere Rolle als im ersten Teil. In den Erörterungen über
Träume (c. 31, 1—8) und den Wert des Kultus (31, 21 ff.) sind
sie praktischer formuliert, und in denen über die Erwählung
Israels (36, 7—15), über Leiden (c. 40) und Tod (c. 41) greifen
sie weiter aus. Dabei kommt das nationalreligiöse Selbstbewusst-
sein Israels hier ausführlich zu Worte (c. 24. 44 — 50), und
gegenüber den früheren Hinweisen auf die in der Vorzeit über
die Heiden ergangenen Strafen (10, 13 ff. 16, 5 ff.) steht hier das
inbrünstige Gebet um endlichen Eintritt des Weltgerichts (33,
1— 13a. 36, 16h— 22). Von 38, 24 an ist die Anordnung des
Stoffes, Avenn man von 40, 28—30. 41, 14—42, 14 absieht, durch-
aus planvoll, und in dem Lobe Gottes als des Schöpfers der
Welt, dem Lobe der Väter der Vorzeit und des Hohenpriesters
Simon findet das Ganze einen wirkungsvollen Abschluss, der in
ernster Mahnung an die griechenfreundliche hohepriesterliche
Familie ausklingt (50, 22—24 vgl. 45, 26). Die beiden Lieder
sind passend in den Anhang gesetzt. Vielleicht sind sie von
Sirach auch erst später nachgetragen. Man hat den Eindruck,
dass seine schriftstellerische Kunst über seiner Arbeit gewachsen
ist. Aber dass der Zusammenhang in den späteren Stücken
straffer und die Disposition durchsichtiger ist als in den früheren,
hängt auch mit der Verschiedenheit der hier und dort behandelten
Gegenstände zusammen. Ueberhaupt ist ihm literarische Be-
XXXVIII Kap. 1. Jesus Sirach und sein Buch.
gabung und trotz aller Aülehnung an die kanonischen Muster
echte Originalität nicht abzusprec'hen. Bemerkenswert ist die
Mannigfaltigkeit, mit der er dieselben Themata, wie z. B. das
Lob der Weisheit, an verschiedenen Stellen behandelt, und die
Loblieder auf den vSchöpfer der Natur und die frommen Väter
Israels (42, 15 — 49, 16) sind in ihrer Art gross angelegt und
durchgeführt.
§ 3. Dichterische und sprachliche Form.
Zusammenhängende Spruchrede findet sich in den Pro-
verbien in grösserem Umfang nur in Prov. 1 — 9, von Sirach
wird sie fast überall angewandt. Das hat zur Folge, dass das
Distichon, das er ausschliesslich geliraucht, seinen ursprüng-
lichen Charakter in hohem Masse verliert. An Prägnanz des
gnomischen Ausdrucks steht er hinter den Proverbien zurück,
die Rede ist oft zerflossen und sinkt zuweilen zu rhythmischer
Prosa herab. Der synonyme Satzrhythmus, der als die Grund-
form aller hebräischen Poetik auch in der Rede des Weisheits-
lehrers die Vorherrschaft behält, ist eben für eine fortschreitende
Gedankenentwicklung wenig geeignet. Hinderlich ist dabei
überall auch die Steigerung oder Spezialisierung des Gedankens,
womit in diesem Verse der zweite Stichus den ersten regehnässig
überbieten muss. Deshalb muss ein Gedanke, um ihn zu er-
schöpfen, in mehreren Distichen dieser Art nach verschiedenen
Seiten gewandt w^erden, wobei der Zusammenhang äusserlich
gern durch die Anaphora oder auch durch gleichförmigen Satzbau
zum Ausdruck gebracht wird. Der Fortschritt des Gedanken-
gangs vollzieht sich dagegen im Grossen meistens durch die
Gegenüberstellung von in sich sinnverwandten Versgruppen, im
Einzelnen aber durch Anwendung des antithetischen und syn-
thetischen und sehr oft auch des sogenannten trägen Satzrhythmus,
indem ein Satz sich durch beide Versglieder, oder auch durch
zwei (37, 17. 18) oder gar drei (49, 6. 7) Distichen hinzieht.
In seiner äusseren Form hat das Distichon indessen fast
immer das Ebenmass, das die ATI. Spruchpoesie charakterisiert.
Die masorethische Punktation würde ungefähr in jedem Stichus
§ S. Dichterische und sprachliche Form. XXXIX
2 — 4 Accente statuieren. Innerhalb dieser Grenzen erscheint
freilich bald der erste bald der zweite Stichiis etw^as länger als
andere. Aber die Absichtlichkeit des Ebenmasses ist daraus
deutlich, dass bei dem sogenannten trägen Rhythmus oft syn-
taktisch eng zusammenhängende Wörter durch die Cäsur aus-
einandergerissen werden (vgl. zu 1, 2). Ausdilicklich scheint
Sirach von einem Metrum der Psalmen zu reden (vgl. zu 44, 5,
47, 9), und es ist kaum zu bezweifeln, dass auch seine eigenen
Verse nach einem bestimmten Metrum gebaut sind (vgl. auch
zu 50, 27). Hierfür kommt auch die aufPälige Wortstellung in
Versen wie 35, 7. 36, 28. 49, 15 in Betracht. Hat es überhaupt
eine für uns noch erkennbare hebräische Metrik gegeben, so muss
sie im Sirach und in den jüngsten poetischen Stücken des Kanons
erkennbar sein, weil wir die hebräische Aussprache dieser Zeit
kennen. Aber der Schlüssel des Rätsels ist noch nicht gefunden^).
Wie zuerst 0. Fr. Fritzsche bemerkt hat, bewegt sich
die Rede überall in kleineren Absätzen, was öfter zu stro-
phischer Gliederung führt. So besteht das Lob der Weisheit
c. 24 aus 6 Stroplien von je 6 Distichen. Dabei sind diese
sechs Strophen in sich selbst sehr verschieden gegliedert, so dass
hier das Mass von 6 Distichen als Einheit gelten muss. Anderswo
bewegt sich die Rede längere Strecken hindurch in Absätzen
von je 4 Distichen, ohne dass man die Absätze überall in Vers-
paare zerlegen könnte. So sind z. B. 43, 6 — 26 der Mond, die
Sterne und der Regenbogen, das Gewitter, der Schnee und der
Reif, der Frost, das Meer in 6 X 4 Distichen geschildert. Die
Geschlossenheit dieser 6 Absätze wird dadurch nicht in Frage
gestellt, dass im letzten neben dem Meere auch der Engel des
Herrn in einem Distichon behandelt ist. Häufiger erscheinen
3 Distichen als Mass des Absatzes, so z. B. im Lobe des Elia
48, 1 — 11 ^4X3. Noch öfter müssen aber Verspaare an-
genommen werden, so z. B. im Lobe der Weisheit 14, 20 — 15, 8
') E. Sievers' metrischen Studien habe ich noch nicht folgen können.
Hubert Grimme's Verstheorie scheitert an allzu vielen Stellen. Vgl. Metres
et strophes dans lea fragments hebreux du manuscrit A de l'Ecclesiastique,
Leipzig 1901 (wiederholt und erweitert aus Revue biblique 1900. 1901). Voll-
kommen willkürlich verfährt N. Sehlögl, Ecclesiasticus (39, 12—49, 16) in
formam originalem redactus, Vindob. 1901.
XL Kap. 1. Jesus Sirach und sein Buch.
= 4X2 + 4X2 + 2. Wo fünf Verse zusammengehören,
sondert sich stets einer oder auch zwei von den übrigen ab.
So wird z. B. 43, 2 — 5 die Sonne in 4 + 1 Distichen ge-
schildert. Grössere Absätze finden sich bei Aufzählungen, so
z.B. 41, 17—42, Id (11 (10) Disticha), v. le— 8 (10(8) Disticha),
44, 3 — 7 (7 (6) Disticha). Aber abgesehen davon ei'scheinen ß
Disticha als das höchste Mass eines Absatzes, und 2 und 3
Disticha als die Grundform aller Glioderimg. Oefter wird ein
Abschnitt durch ein einzelnes Distichon, das das Thema angibt,
eingeleitet; vgl. z. B. 4, 11. 10, 13cd. 13, 21. 18, 1. 2 u. ö. Be-
liebt ist aber auch, wie schon Bickell gesehen hat, Reihen von
Verspaaren mit einem einzelnen Disti dum. Reihen von drei-
versigen Absätzen mit einem Verspaar oder einem einzelnen Disti-
chon abzuschliessen. So liat die Mahnung die Eltern zu ehren
3, 1 — 16 die Form 7X2 + 1, die Ausführung über die Willens-
freiheit 15, 9—20 die Form 2X2 + 1, 3X2 + 1, die Mahnung,
die heiligen Abgaben zu entrichten 7, 29 — 32 = 2X2 + 1, da-
gegen die Paränese 1, 22 — 30 = 3X3 + 2, die Mahnung zur
Geduld c. 2 = 6 X 3 + 2, das Lob der Weisheit 6, 18—37 = 5
X 3 + 2, 3 + 2, das Lob des Arztes 38, 1—15 = 2X3 + 2,
2X3 + 1.
In allen solchen Fällen darf man geradezu von strophischer
Gliederung reden, ein gewisses Streben nach strophischem Gleich-
mass lässt sich aber überall nachweisen. So geht z. B. der
Schilderung der Sonne 43, 2—5 in 4 + 1 Distichen v. 1 ein
Distichon über das Firmament voraus. Augenscheinlich soll die
Vereinzelung des letzteren durch das Uebermass bei der Sonne
ausgeglichen werden. Im Lobe der Väter c. 44 ff. hat der Ein-
gang 44, 1—15 die Gestalt 2. 7. 3 X 3, dann folgen Henoch 1,
Noa 3, Abraham 2 X 3, Isaak 1, Jakob 3. Auch liier stehen die
vereinzelten Distichen bei Henoch und Isaak zu einander in Be-
ziehung. Grosse Regelmässigkeit hat auch Lob des Schrift-
gelelu'ten 38,24—39, 11 = 1 (Eingang), 3 (Bauer), 3 (Künstler),
4 (Schmied), 4 (Töpfer), 3X2 (ihrer aller Unterschied vom
Schiiftgelehrten), 4X2. 4. 2 X 2 (Glück des Schriftgelehrten).
Dasselbe gilt von der Ausführung über gute und schlechte Rat-
geber 37, 7 — 15 = 4. 6. 2. 2. 1, und dem Eingang des ganzen
Buches 1,1—20 = 4. 4. 3. 3 X 2. 1.
§ 3. Dichterische und sprachliche Form. XLI
Die angeführten Beispiele be^veisen, dass die Frage nach
der stropliischen Gliederung bezüglich des Zusammenhangs der
einzelnen Verse überall gestellt ^vel'den muss. Ihre Beantwortung
ist für die Kritik und Exegese des stark verderbten und schlecht
übersetzten Textes von grosser Wichtigkeit. Verwirrung wird
aber angerichtet, wenn man feststehende strophische Schemata
durch das ganze Buch hin nachweisen will; die darauf gerichteten
Versuche kommen überall auf Zerstörung des Zusammenhangs
hinaus. Ebenso wenig lassen sich gewisse runde Zahlen als das
feststehende Mass grösserer zusammenhängender Abschnitte er-
weisen. Es ist wahr, dass wie das Lob der Weisheit c. 24, so
auch das Lob des Hohenpriesters Simon 50, 1 — 24, sowie der
Psalm 51, 1 — 12 aus je 36 Distichen bestehen. Abschnitte von
je 30 Distichen sind die Ausführungen üi)er die Hoffnung der
Frommen 11, 2 — 28, und die über Gesundheitspflege, Arzt,
Krankheit und Tod 37, 27 — 38, 23, ebenso das Lob Gottes
39, 12 — 35. Abschnitte von je 20 Distichen sind z, B. c. 2 und
40,1—17; die Einleitung 1,1—20 hat 18 Distichen. Aber da-
neben finden sich Abschnitte von 39 (34, 12—35, 13), 37 (38, 24—
39,11), 35 (25,13—26,18), 34 (31,21—32,26), 31 (29,1—28;
36,23—37, 15), 17 (33,1— 13a. 36,16b— 22; 41, 1—13) Distichen,
die man keineswegs auf runde Zahlen zurückführen kann. Das
Lob des Schöpfers 42, 15 — 43, 33 hat 53 Distichen, das der
Väter 44, 1 — 49, 16 hat 211, Ich kann aber kein Gewicht darauf
legen, dass diese beiden Stücke sich mit dem Lobe des Simon
(50, 1 — 24 = 36 Distichen), mit dem sie freilich eng zusammen-
gehören, zu 300 Distichen ergänzen.^)
Wie der Enkel sagt, will Sirach durch sein Buch die
Kenntnis der heiligen Bücher den Laien vermitteln. Deshalb
lehnt er sich in hohem Masse auch an die Ausdrucks weise der
heiligen Bücher an, und das ist einbegriffen, wenn der Enkel
sagt, der Grossvater habe auf Grund der ixavr^ £?i; geschrieben,
die er durch sein Schriftstudiuni erworben hatte. Er bezieht
sich übrigens auf die heiligen Bücher immer nur in Anspielungen
') Vgl. Grimme uml Schiögl a. a. 0 ; Bickell in der Wiener ZfKM.
VI 87 ff.; Schlatter, das hebr. Stück des Sirach S. 100 ff.; D. H. Müller,
Strophenbau und Responsion S. 78 ff.
XLII Kap. 1. Jesus Sirach irnd sein Buch.
an ihren Wortlaut, der augenscheinlich auch seinen Lesern in
hohem Grade geläufig war. Am stärksten tritt diese Anlehnung
im Lobe der Väter c. 44 — 49, sowie in den Gebeten c. 33. 36
und c. 51 hervor. Auch die Proverbien hat er viel benutzt,
und in längeren Ausführungen klingt überall ein biblisches
Thema durch.')
Als Spruchdichter bewegt Sirach sich öfter in der über-
lieferten Form des sogenannten Zahlenspruchs (23, 16. 25, 1. 2.
7. 26, 5. 28. 50, 25). Auch sonst gefällt er sich darin, Dinge
in runder Zahl aufzuzählen. Vgl. sechs Baumarten 24, 13 — 16,
sechs Flüsse 24, 25 — 27, zwölf Arten von heiligen Männern
44,3 — 6, fünf Organe des Menschen 17,6, zehn Lebensbedürfnisse
39, 26. Anderswo scheint mit Absiciimchkeit die runde Zahl
vermieden zu sein. Vgl. neun 37, 1 1. 40, 18— -26 (?), elf 50,6—10.
Uebrigens verfällt er öfter iu sprachliche und dichterische
Künstelei^ , die z. T. freilich auch schon in alter Zeit Miebt
war. Gern redet ei", worauf zuerst Peters aufmerksam gemacht
hat, in gesuchter Paronomasie. Vgl. z. B. 7. 16 '\)12V und inj;n\
8, 18 i: und "i, 42, 14 mcne und ^iziin. 43, 1 isin und ima, 45, 19
ühT) und dSsx^i, 46. 7 2^^ph und n^3U^nS, .50, 8. 9 pjnS und njinS.
Eben dahin gehören die zahlreichen Namenserklärungen, wie die
von -yt^in 43, 8, Abraham 44, 19, Mose (sifio!) 44, 23, Josua 46, 1,
Samuei 46, 13, Salomo 47, 13, Hizkia 48, 17. 22, Jesaja 48, 20.
Den Namen Rehabeam zerlegt er dabei 47, 23 in am und üV,
um so zugleich die förmliche Nennung des Gottlosen zu vermeiden.
Uebrigens behandelt er die tote Sprache mit Geläufigkeit
und aur-b in individuellem Stil. In hohem Grade kehit freilich
') Nicht ohne Uebertreibunt:' im Einzelnen ist das von Schechtfr (The
Wisdom p. 12 — 38) und J. K. Gasser iu seiner Züricher Dissertation (das
althebräische Spruchbuch u. s. w., Gütersloh 19ü;3) ausgeführt. Man vergleiche
aber betr. der Proverbien: i, Ua = Prv. 9, lü. Ps. 111, 10; 1, JTa = Prv.
15, 33a; 4, 1-J = Prv. 8, 35; 5, 8b = Prv. 11, 4a; 6, 27b z^ Prv. 4, 13a;
10,27b = Prv. 12,9b; 11, Sa = Prv. 18,13a; 24, 3 ff. = Prv. 8, 22 f.;
27, 22 a = Prv. 6, 13. 14: 27, 26 a. 25 a = Prv. 26, 27; 35, 24 a = Prv. 19, 16 a;
37, 12 a = Prv. 28, 14 a; 37, 18 = Prv. 18, 21a; 37, 26 a = Prv. 3, 35 a. —
Betr. der Psalmen ist von Interesse die Verwenduntr des Wortlauts von
Ps. 72, 8, der nur auf einen Ptolemäer passt, für die Verheissung an Abraham
44, 21 e f (vgl. Zach. 9, 10), some die Beziehun<r von Ps. 89, 27 auf Israel
51, 10. Vgl. noch 51, 12 ^'- " mit Ps. 148, 14, wo aber die Priorität zweifelhaft
ist, und übrigens das in der Einleitung zu c. 44 — 49 Bemerkte.
§ 3. Dichterische und sprachliche Form. XLIII
dieselbe Ausdrucksweise bei ihm überall wieder^ was z. T. in
der Metrik der Verse seinen Grund haben wird. Oefter werden
aber auch ganze Stichen und Distichen wiederholt.*) Seine Ab-
weichungen von der Ausdrucksweise der kanonischen Bücher
sind öfter frappant. In wie weit aber ein singuläror Ausdruck
bei ihm auf willkürlicher Künstelei oder auf jüngerem Sprach-
gebrauch beruht, ist meistens schwer zu entscheiden. Indessen
dürfte der eine Fall z. B. in pT n^-inx 16, 3, der andere in
yr\)^2 S'v nT-iinh 9, 2 vorliegen.
Als ein hervorragender Schriftgelehrter beherrscht Sirach
das Hebräische viel besser als die Verfasse)- der Chronik, des
Koheleth, des Daniel, des Estherbiichs und mancher Psalmen.
Aber als Weisheitslehrer, der obendrein in bewegter Zeit Partei-
führer war, ist er auch weniger als die Verfasser der meisten
Hagiographen an die althebräischen Muster gebunden. Deshalb
weist seine Sprache auch eine grosse Zahl von späteren Wfirtern,
sowie manche Wortbildungen und Wortverbindungen auf, die im
Kanon überhaujit nicht oder nur selten vorkommen. Es ist aber
voreilig, daraus auf ein höheres, oder gar viel höheres, Alter
dieses oder jenes Hagiographons zu schliessen.
An aramäischen Wörtern finden sich: D:a Nifal beschwert
werden 34,21 (vgl. Esth. 1,8. Dan. 4,6). nnd CAü Zwang 20,4;
u-*a2 schlimm sein 3,26; J7D und pyann frohlocken 16,2. 14,4;
laj verbrennen 43,4; yj ya pfui 13,22; in wohnen 50,26 (vgl.
Ps. 84, 11); nn Nifal gemessen 30, 19; p^m klug 36,25; rm sich
ereifern 8, 1 1 ; p Art 37, 28. 49, 8 (2 Chr. 16, 14 vgl. Ps. 144, 13);
nDn_beschimpfen 14,2 (vgl. Prv. 25,10); a'tnn ausstrecken 4,31.
7,32. 34,14. 18 (dreimal im Estherbuch) ; poo Geld 34,8; ?]W
Hifil (oder ?pT Piel?) tadeln 11,7; 1J7 Feind 37, 5 vgl. 47,7;
h)vhv Sturm 43,17: püy Geschäft, Mühsal 3,22. 7,25. 11,10.
38,24. 40,1; n2:j; (?) Nifal kämpfen 4,28; 5?ps Gedröhn 46,17;
2,12: Hifil verspotten 10,10; TOi: Kälte 43,20 (vgl. Prv. 25, 13);
r;^ Qual 34,20; -[i:: bedürftig sein 42,21, yi:£ bedürftig 34,4,
') Vgl. 5, 6c = 16, 11c; 6, 4a = 19, 3b; 18,6a = 42, 21c; 20,23b
= 29, 6 d; 2U, 30. 31= 41,14.15; 24,34= 30,26; 39,10 = 44,16,
übrigens 39,10b = 34, IIb; 46, 5a = 47, 6a vgl. 46, 16a; 46,5b =46, 16b;
45, 26a = 50, 23a; 46, 12a = 49, 10b. Gelegentlich hat die Wiederholung
anderen Sinn; vgl. 26, 10a mit 42, IIa, und 40, 5c mit 46, 19a.
XL IV Kap. 1. Jesus Sirach und sein Buch.
und Öfter "ji:: (-[ra) Bedürfnis (vgl. 2 Chr. 2, 15); '^np, Hifil an-
greifen 12.5; yy früh auf sein 11.21; n Geheimes 8. 1(S; nj?"i
gegen Jemanden freundlich sein 84, 15. 38, 1 ; 2 nyirn sich etwas
gefallen lassen 11,20; nin belauern 14,22 (vgl. Ps. 68,17);
rwyiT] über etwas Gewalt l)ekommen 3,22; 2'2U> FJamme 8, K».
45, 19 (vgl. Job. 18,5); nz^* 44, 1 und r\n2\:fD Lob 51, V2-: nyi^
Stunde 37,14; p^JKTi Athemnot 34,20; nyntt'n erzählen 44,8,
.Ti?it* Gespräch 38,25; i:n Kaufmann 42,5 vgl. 37, 11; D^Sn
leiblich 7, 18; hpn straucheln 13. 23. 15, 12. 35, 20, nSpn Anstoss
34,7; ipn abmessen 47,9 (dreimal im Koheleth).
Einzelne dieser Wörter können freilich auch althebräiscli
sein, obwohl wir sie nur als aramäisch kennen. So z. B. ip
demütig 12, 5. Dagegen sind n^iro hässlich 11, 2. 13, 22, und
nmi' horchen 14, 23 ^venigstens hebraisiert. Althebräisch ist
n^i^N (1. mt^s) 50, 3, das sonst nur aus der Mesainschrift be-
kannt ist.
Uebrigens reicht das Hebräische des Kanons auf der einen
und das Neuhebräische und das Aramäische der Targume auf
der anderen Seite zur Erklärung des Wortschatzes nicht aus.
Sonst unbekannt sind D"*::« Traurigkeit 41, 2, ?j::"i 43, 8 und
p^i'^n 43, 9. 50, 7 erleuchten, ti^anrn sich in einer Sache umtun
8, 8, und manches andere. Aehnlich steht es mit der Wort-
bedeutung. In sonst aramäischer und neuhebräischer Bedeutung
findet sich npi^ Almosen 3, 30. 7, 10, in neuhebräischer, die
freilich auch schon durch LXX bezeugt ist, VJ2i sich schämen
4, 25. Neuhebräisch steht m^y als Konjunktion wie sonst "n3j?2
3, 8, ebenso nön (an Stelle) wie sonst mien 3, 14. 4, 10. Oefter
als im Kanon wird na für ha, und nfih für ha und je gesetzt
(s. z. 8,1). VgL auch p2 darauf 13,7. 35,2 mit Koh. 8,10.
Esth. 4. Iß. Dagegen kommt weder im Althebräischen noch im
Neuhebräischen phn im Sinne von schaffen (so 34, 13) vor. Neu-
hebräisch heisst "12 N2:vr „was ihm gleicht," dagegen 10,28.
38, 17 „wie es ihm gebührt." Sonst nicht belegt ist p ''i: um
so mehr 11, 11. 13,9.
Wortbildungen, die im Kanon erst vereinzelt sich finden,
kehren im Sirach öfter wieder. So das Fiel von Verbis ij? in
^'^2 8,6, P|^^2 30,12, r^c 30,23, T^non bezw. Twon 8,17. 9,4.
14. 42, 12, und vielleicht 2T> 11,18; vgL auch 3«n schuldig 8,5.
§ 3. Dichterische und sprachliche Form. XLV
Ferner Nomina wie "ViB) Plage 40. 29, VD? Versuchung (sonst nca)
36,1. 44,20, nwn Begierde 14,14, maS Lehre 51,28, ''nv (leg.
|ny) Vergnügen 34, 28. Sodann Nomina verbi des Kai mit prä-
ligirtem o (vgl. Ewald § 239 a) wie nao (von na;) ausstrecken
41, 19, n:pKi kaufen 42. 4; Infinitive des EQfil mit femininischer
Endung (vgl. Ewald §. lö^d) wie nji^n 14,13. 32,12, nn:n 32,20,
nsmn 51, 17. Bemerkenswert sind namentlich Nomina abstracta
bezw. Nomina verbi wie nn: 38, 16, HTni 43,8, nn"*:^^ 51,29,
no^pj 45, 9, nnTiy 30, 11 (vgl. Dan. 2, 9. 6, 5), nrpu^ 38, 26; vgl.
nVT Koh. 12,12. Es findet sich aber 37,11 auch n^h^t??, wo-
nebeu als Variante das schon im Kanon vorkommende SlDpri
steht, und wahrscheinlich n^S''iifi;^ 4, 4. Eine seltene und späte
Bildungsform haben ferner '''hnn Ersatz 44, 17. 46, 12. 48, 8,
iTJirn Atemnot 34,20, ng^^n 12,2. 14,6, Plural moiSti>n 32,13.
48, 8. Uebrigens kommen neue Nomina abstracta auf ni vor,
wie mpSna 41. 21. 42, 3, nnpno 44, 4, mv 10, 18, nnoii'ö 44, 4.
Dem entsprechend ist 25, 3. bO, 12. 51, 14. 28 wohl das sonst
neuhebräische nn^.i anzunehmen, ebenso 25, 3 nwsr» Unsicher'"'
sind miTjy 45,4, nmö 42,8, a^n^o 43,1 und a^nitt^ 37,17, denen
allen althebräische Varianten gegenüberstehen. ^ w; ^^,^^^^
Aramäische Konstruktion scheint 14, 9. 37, 16 im Gebrauch
des kopulativen SM vorzuliegen, ebenso vielleicht in pim nM
(halte dich fern) 13, 9. Dagegen kommt h als Einführung des
Objekts kaum vor (vgl. 4, 7. 26, 2). Der Gebrauch des Hithpael
13, 10 und des Hithpoel 38, 15 im passivischen Sinne ist auch
im Kanon nicht ohne Beispiel! L"m so sonderbarer erscheint der
reflexivische Gebrauch des Suffixes am Verbum -^jni^iirL,'?« 7, 7 und
■jW'sn'jS 30, 21, was der bekannten hebräischen (doch vgl. 1 Sam.
2, 29) und aramäischen Analogie widerspricht. Anders steht es schon ^^^^^
mit "pwnn ha 7, 16. Neuhebräisch ist die Stellung des Frageworts
am ScHlüss des Fragesatzes, 'so bei na 10, 19, bei naS 39, 21.
Da das hebräische Wörterbuch nicht nur auf der jüdischen
Ueberlieferung und den Uebersetzungen des A. T., sondern ebenso
sehr auf der Analogie von Parallelstellen beruht, so trägt der
hebräische Sirach auch zur Erklärung der kanonischen Bücher
das Seinige bei. Was z. B. nh'^i Am. 5, 6 bedeutet, ergibt sich
aus Sir. 8, 10, und die Bedeutung von pox, «IT, rin, |n^«, p:o, ti^o: n^cn
u. a. Wörtern lässt sich aus den hebräischen Fragmenten erst
XLVL V -^"^^V- II- ^^^' liebräische Text.
feststellen. Aber auch der griechische und syrische Text kommt
hierfür in Betracht. So ergibt sich der Sinn von inon "inyi nro
Dt. 27, 24 aus Gr. Syr. zu 22, 22. 21, 25.')
Kap. II. Der hebräische Text.
§ 4. Die talmudischen und rabbinischen Zitate.
Bis zur Entdeclvuug der Kairiner Handschriften war der
hebräische Urtext nur aus talmudischen und rabbinischen Zitaten
beliannt. In seiner Verteidigung des Studiums griechischer
Literatur machte Azaria de Rossi im Me'or 'Enajim (jMantua 1574)
fol. 21 ab (in Wahrheit 29 ab) darauf aufmerksam, dass im Talmud
und im Midrasch an mehreren Stellen unter dem Namen des
Ben Sira hebräische Sprüche angeführt würden, die sich in
entsprechendem Wortlaut im griechischen Sirach fänden. Später
hat Johann Buxtorf, der Sohn, in den verschiedenen Loci seines
Florilegiuni Hebraicum (Basil. 1648) die weitaus meisten bis jetzt
bekannten Zitate, und zwar auch die anonymen, aufgeführt. Zu-
sammengestellt wurden sie im Wortlaut u. a. von Lob ben Seeb
in seiner hebräischen Retroversion des Sirach (kT'D p yit'iiT nc:"
Breslau 1798 u. ö.) und von L. Dukes (Rabbinische Blumenlese
S. 67 — 84). Für die wichtigsten bis dahin bekannten Zitate hat
i. J. 1891 S. Schecliter einen reiclihaltigen kritischen Apparat
gegeben (Jewish Quarterly Review III 682 — 706). Der voll-
ständigste Abdruck, der freilicli auch nicht li ergehörige Zutaten
entliält, findet sich bei Cowley-Neubauer, The Original Hebrew
of Ecclesiasticus p. XIX — XXX.-) Man hat etwa 82 echte Stichen
') Ueber die Sprache Sirachs vgl. Nöldeke, Expositor XXIX 847 ft".,
Zeitschrift für die Alttestamentliche Wissenschaft XX 81ff. ; S. Fränkel,
Monatsschrift XLIII 481 ff.; S. Landauer, Zeitschrift für Assyriologie XII 393 f.;
F. Perles, Wiener Zeitschrift für die Kunde des Morgen!. XI 95 ff. ; D. H.
Müller, ebenda S. 103 ff.
2) Vgl. auch Zunz, Gottesd. Vorträge 2 S 106—111. Bacher, Jew.
Quart. Rev. XI 344. XII 284 — 290. Ich habe die echten Zitate, soweit sie
durch die Handschriften nicht gedeckt sind, in meiner Ausgabe abgedi-uckt,
die übrigen echten Zitate habe ich zu den betreffenden Stellen notiert und
§ 4. Die tahiiiulischen und rabbiniaclien Zitate. XLVII
in der talraudisclien und rabbinischen Literatur nacligewiesen.
Da die Zitate zuweilen anonym oder unter anderem Namen er-
scheinen, übrigens die Freiiieit, mit der griechische und der syrische
Uebersetzer sich oft bewegen, erst durch die Entdeckung der
hebräischen Handschriften recht deutlich geworden ist, wird man
in Zukunft wohl noch mehr Zitate nachweisen können. Einzelne
echte Sirachsprüche linden sich auch in dem aramäischen und
dem hebräischen Alfabet des Ben Sira, die zuerst in Constantinopel
(1519). spätei" u. a. von Dmsius (Proverbia Ben Sirae, Franekerae
1597). neuerdings von M. Steinschneider (Alphabetum Siracidis
utrumque, Berolini 1858) herausgegeben sind.
Abgesehen von 16 Stichen (Is. 23. 21, 22. 23. 25, 2cd. 3.
9b. 26,3. 27,9a. 28, 12 a) sind die Zitate jetzt durch die hebräischen
Handschriften gedeckt und in sofern nur noch in Einzelheiten
von unmittelbarem textkritischem Wert. Indessen illustrieren
sie den relativen Weit des Textes der Handschriften, sie sind
aber namentlich deshalb von Interesse, weil sie die Schicksale
des Urtextes erkennen lassen. Ich zähle zunächst die talmudischen
Zitate auf, weil sie wenigstens innerhalb gewisser Zeitgrenzen
datierbar sind. Mit S" bezeichne ich dabei diejenigen Stellen, an
denen ein echtes Zitat ausdrücklich auf BenSira zurückgeführt wird.
In der Mischna ist Pirke Aboth 4. 7 (4a) = Sir. 7, 17.
/ ...1. v-j
Im Babylonischen Talmud sind an ecbten Zitaten na(^h-
ge wiesen:
Berachoth 48a = 11. Ib (verquickt mit Prv. 4,8a).')
Schabbath IIa = 25, 13 (in starker Abwandlung).-)
'Erubin 54a = 14,11a. 16b. 12a. x. 12b. 18ab.
Pesachim 113b = 25,2 cd.
tChagiga 13a = 3.21. 22.^^)
ihre Varianten im Apparat angegeben. Den Wortlaut blosser Anspielungen
führe ich unten im Kommentar auf.
'j Ebenso bei den Thosaphisten zu f 'Erubin 65 a, t Baba kamma 92 b,
ferner t J. Berachoth (Krotoschin) IIb, v J- Nazir 54b, t Bereschith R. (Frank-
furt a. 0.1705) Xfifol. lOJc, v Koheleth R. VII fol. 102c, 7 Jalkut Bere.schith
fol. 46 b.
^j Anders Midrasch ma'ase thora (Jellinek, Beth ha-midrasch II 95).
^) Gleichlautend f Saadia, Sefer ha-galui (Harka\v, Leben und Werke
Saadias Gaou, Petersburg und Berlin 1891) p. 179, 18. Anders ist der Wort-
laut ■!• J. Chagiga 77 c und wieder anders t Bereschith Rabba VUl fol. 10a
XLVIII i^ap. iL Der hebräische Text.
Baba kamma 92b = 27, 9a. 13, löbJ)
fBaba bathra 98b = 11, 8b (in starker Abwandlung).-)
tJebamoth 68b = 26,3. x.^) 26,1. 9,8a. 4(3)b.*) 9ab.
8c. Prv. 7, 26b '5). Sir. 11,29b. 30a. 32a. Jer. 5,27. y. Prv.
27, Ib. z. Sir. 11,29a. 6,6.'^)
Sanhedrin 76 b = 37, 8a vgl. 7b (in starker Abwandlung).^)
t Sanbedrin 100b = 1) 42, 9. 10.«) — 2) 30, 21a. 23 c (ara-
mäisch).^)— 3) 11, 29 a.— 4) 26, 3 — Jer. 5, 27 (wie Jebamoth 63 b),
sodann aber: Sir. 11,29a. 6,6. Mich. 7,5b. y. Prv. 27,1b. z.
Ausserdem sind im babylonischen Talmud an folgenden
Stellen Anklänge nachgewiesen: Pesachim 119a (vgl. 40, 25), Beza
32 b (vgl. 40, 29)'"), Taanith 5b (vgl. 35, 4), Kidduschin 30 b (vgl.
21,11) Baba mezia 112a (vgl. 31,27), Baba bathra 21a (vgl.
38,24a), Sanhedrin 65b (vgl. 36,7. 8).^')
Unechte Zitate aus Ben Sira finden sich Jebamoth 63 b
(s. 0. xyz), dazu noch einige andere Sanh. 100b, darunter (unten)
derselbe Spruch, der im Cod. B zu 40, 21 — 26 am Rande steht,
übrigens auch Kethuboth 110 b und Baba bathra 146 a ans dem
Buche Ben Siras zitiert wird. Beigelegt "wird ihm ferner Nidda 16b
ein Spruch, der einigermassen an 21, 22 anklingt.
Im Jerusalemischen Talmud findet sich ausser den ge-
nannten Anführungen von 3,21. 22. 11, Ib nur ein Zitat, uäm-
iind Jalkut Job. 20, 4 fol. 160 a (Mitte). Etwas abweichend steht 3, 22 b auch
J. Sota 22 a. Cowley-Neubauer p. XIX zitieren falsch, sie legen dem baby-
lonischen Talmud die Lesart von Bereschith Rabba bei.
») Dasselbe Jalkut Bereschith fol. 23 d (Mitte). Jalkut Schofetim fol. U a
(unten). R. Nissim, Sefer ma'asijoth (Warschau 1886) p. 66.
2) Dasselbe t Jalkut Mischle § 956 fol. 140 c (oben).
^) T R. Nissim, Sefer ma'asijoth p. 36 = 26, 3 -}- x.
') t Alfab. Sir. II n = 9, 8 a. 4 (3) b.
») t Alfab. Sir. II a = Sir. 9, 8e. Prv. 7, 26 b.
*) 6, 6 fast gleichlautend j Saadia a. a. 0. p. 179, 1. f R- Nissim, a. a. 0.
p. 66. Vgl. auch i Alfab. Sir. II j.
') Vgl. Buxtorf, Florilegium Hebr. p. 47.
8) Vgl. i R. Nissim a. a. 0. p. 36. 37. •;■ Alfab. Sir. II 3— a.
^) Dasselbe hebräisch f Alfab. Sir. II h.
^") Vgl. auch Aboth de Rabbi Nathan 25 (am Schluss).
^^) Vgl. auch Tanchuma nann, j (Warschau) p. Iü9b.
§ 4. Die talmudischen und rabbinischen Zitate. IL
lieh Taaiiith 66 d = 38,1a.') Dazu kommt Berachoth 7 c ein
Anklang au 20, 15.
Anderweitig sind folgende Zitate bekannt:
5,5. 6. f Saadia, Sefer ha-galiii p. 177,19. y R. Nissim,
Sefer ma'asijoth (Warschau 1886) p. 77.
6,7. 8. ySaadia, a. a. 0. p. 179,3.
6,13. t Saadia, a. a. 0. p. 179,8.
7, 1 (aramäisch). Bereschith Rabba XXII fol. 26b. Vajikra
R. XXII fol. 190c. Bemidbar R. XVIII fol. 272 d. Koheleth R. V
fol. 97b. tTanchuma (Frankfurt a./O. 1701) npn fol. 69a.
Vgl. die Ausgabe von Buber fol. 50a und dort die Anmerkung.
Ferner Jalkut Koheleth § 972 fol. 185c unten, t Alfab. Sirac. I ö.
11,28. tSaadia, a. a. 0. p. 179,6.
13, llcd. fSaadia, a. a. 0. p. 179,15.
13,25. t Bereschith R. LXXIII fol. 82c.
16, 4a. R. Nissim a. a. 0. p. 12.
16,17. tSaadia, a. a. 0. p. 179,12.
18,23. tTanchuma nh^') fol. 13a.
21,22. 23. -fPirke de rabbenu ha - kadosdi (ed. Schön-
blum) fol. 14 a.
25, 3. t Aboth de R. Nathan 24 (ed. Schechter c. 23 p. 78a).
25, 9b. Abarbanel, Nachalatli Aboth fol. 200 a.^)
28, 12. t Vajikra R. XXXIII fol. 203b. Jalkut Bemidbar
fol. 192c Mitte, f Jalkut Tehillim § 767 fol. 107d.
38, 4a. 7. 8a. f Beresct^ith R. X fol. 12a. t Jalkut Job
§ 901 fol. 148 b oben.
Anklänge finden sich: an 9,10 Alfab. Sir. I i, an 11, 9
Tanchuma xixi § 5 fol. 73a, an 14, 14 Alfab. Sir. I n, au 30,32
Alfab. Sir. II ::, an 32, 21 Zohar Lev. iy § 3 pag. 62 3), an 37, 13
') Der Stiehus erscheint im Jerusalemischen Talmud in aramäischer
Version, und so auch i Tanchuma fpo § 10 fol. 15 d (oben) und Jalkut Job.
§ 920 fol.* 153 b (Mitte) sowie unter k im f aramäischen Alfabet des Ben Sira.
Dagegen hebräisch Schemoth Rabba XXI fol. 139 a und Pesikta rabbathi (ed.
Friedmann) fol. 127 a (mir unzugänglich). .
^) So nach Buxtorf (Florilegium p. 29), der die Herkunft des Spruches
nicht erkannt hat. Betr. 6, 27 vgl. unten S. 513.
*) So zitieren Cowley-Neubauer. ich finde das Zitat in den mir zu-
gänglichen Zohar-Ausgaben nicht.
Sraend, Sirach-Kominentar. 1'
L Kap. IL Der hebräische Text.
Alfab. Sir. I ti», an 38, 24 a Aboth de R. Nathan (ed. Scliechter)
c. 33 fol. 73b. Ferner hat Eapo])ort auf die Nachahmung von
Sir, 50; 5 — 8 im Lobgedicht auf den Hohenpriester hingewiesen,
das sich im Musafgebet des Versölinuiigstages nach deutschem Ritus
lindet (vgl. unten zu 50, 5). Unverkennbar klingen aber auch
manche Sprüche im D^rjon inzü, der aus dem Arabischen ins
Hebräische übersetzt ist, an Sirach an. Buxtorf führt daraus in
seinem Florilegium p. 303 einen Spruch an, in dem schon Reif-
maun (Ha-asif Hl p. 250, so nach Cowley-Neubauer p. XXX)
eine Abwandlung von 30, 16 erkannt hat. Er steht in der von
ihm benutzten, mir unzugänglichen, Ausgabe von B. H. Ascher
(London, Trübner, 5619 — 1859) unter Nro. 457. Ferner vergleicht
Reifmann Nro. 318 mit 19, 10, Nro. 357 mit 20, 18, Nro. 58 mit
20,30. 41,14, Nro. 66. 67 mit 26,28, weniger überzeugend
Nro. 564 mit 40, 28 (vgl. unten zu den betr. Stellen). Ich habe
nach der Ausgabe von Filipowski (London 1851) zu 4, 26. 9, 10.
20,12. 36, 29 weitere Parallelen angemerkt. Vgl. auch unten S. 516.
Unechte Sprüche Ben Siras stehen noch bei Saadia, Sefer
ha-galui (ed. Harkavy p. 179, 20ff.) und in den beiden Alfabeten;
noch andere hat Schechter (Jew\ Quart. Rev. III S. 695 — 97,
Nro. 19. 22—24) nacingewiesen."*)
Der Text der Talniudzitate ist fast überall schlechter,
meistens viel schlechter, als der der Handschriften. Schon Pirke
Aboth 4, 7 (4a) ist 7, 17 willkürlich umgestaltet, nur kommt dort
mi neben dem mxj der Handschriften in Betracht. Sonst sind
es sehr wenige Stellen, an denen die Talmudzitate gegen die
Handschriften das Ursprüngliche bieten oder ihm näher kommen,
wie 3, 21.kSciö2, 9,8 c nu-'ü ^Kinn, 9,9 a S^x. Mehrfach liegen
aber die stärksten Umdichtungen vor wie B. Schabbath IIa,
B. Pesachim 113b, B. Baba bathra 98b, B. Nidda 16b. Die
zahlreichen und grossen Abweichungen der Zitate erklären sich
auch nicht aus mündlicher Ueb erlief erung. Denn im babylonischen
Talmud werden die Zitate meistens aus dem «TD p ICD-) her-
') Sonderbare Umdichtungen von Sirachsprüchen finden sich in dem
von Scheehter, Jew. Quart. Rev. XII S. 459, mitgeteilten Fragment.
2) So Chagiga 13 a. Baba bathra 98 b. Jebamoth 63 b. Sanh. 100 b, Nidda
IG b und ebenso J. Berachoth IIb. Vgl. 2'n3T B. Berachoth 48a und D'sinsD
3'roT B. Baba kamma 92 b. Aus Sirachhandschriften stammen aber auch die
§ 4. Die talmudischen und rabbinisehen Zitate. LI
geleitet, und obendrein stimmt der babylonische Talmud in merk- 4
würdigen Textfehlern mit dem Cod. A übefein, so 'Erubin 54a |
in der Vorwegnähme von 14, 16a in 14, 12a, und Jebumoth 63b
und Sanhedrin 100 b in der Einschaltung von Jer. 5, 27 in 11, 29 ft'.
Somit bezeugt der Talmud das Alter der Textentartung, die im
Cod. A vorliegt, um so mehr, als die Zitate Jebamoth 63 b und
Sanhedrin 100 b, wie unten gezeigt werden soll, wahrscheinlich
auf keinen eigentlichen Sirachtext, sondern auf ein Florilegium
aus Sirach zurückgehn, das aus einem dem Cod. A ähnlichen
Text geschöpft war. Man hat freilich gemeint, dass umgekehrt
der Text des Cod. A 11, 29 ff. 14,12 von den Talmud-Zitaten
beeinflusst sei. Aber dagegen spricht, dass Cod. A an diesen
Stellen mit den Talmud-Zitaten allzuwenig übereinstimmt. So-
dann lässt sich beweisen, dass die schlechten Varianten, mit
denen 3, 21 in den beiden Talmuden und im Midrasch Rabba
zitiert wird, auf sehr alter handschriftlicher Ueberlieferung be-
ruhen. B. Chagiga 13 a wird das Distichon in einer Gestalt
angeführt, die sich vom Ursprünglichen nicht allzuweit entfernt.
J. Chagiga 77c ist es nach Job. 11,8b abgewandelt. BereschithR.
VIII ist es zu einem Tetrastichon erweitert, das die Lesarten
der beiden Talmude voraussetzt. Nun sind aber die Abweichungen
im Jerusalemischen Talmud und in Bereschith R. so alt, dass
sie sich in einer zweiten griechischen Uebersetzung widerspiegeln,
der mehrere Kirchenväter folgten.^)
Der Text der rabbinisehen Zitate ist im Ganzen ebenso
schlecht wie der der talmudischen, nur Saadia (10. Jahrh.) scheint
einigermassen besseren Text gelvannt zu haben. Er liest 3, 21 /
mit dem babylonischen Talmud, 6, 6 steht er zwischen ihm und '
der guten Lesart des Cod. A in der Mitte. Uebrigens weicht
er in 9 Fällen vom Cod. A ab, wobei er einmal (6, 8 sS') im
Recht ist. einmal (13, 11 'm^? nD:^) dem Ursprünglichen näher
kommt. Zw^eimal (5, 6. 16, 17) liest er schlecht, die übrigen
Fälle sind zweifelhaft.
unechten Zitate B Baba bathra 146a, Kethuboth 110b, Sanh. 100b und die
unechten rabbinisehen bei Schechter, JQR. III 695 ff.
1) Vgl. den Apparat meiner Textausgabe sowie unten die Bemerkungen
zu 3, 21, ferner unten § S.
IV*
;t^XI Kaj). II. Der hebräische Text.
In der Tosepbta (Jadajim II. 13) werden die Bücher des
Ben Sira als die ältesten der nichtkanonischen Bücher bezeichnet:
„Die Büclier des Ben Sira und alle seitdem geschriebenen Bücher
verunreinigen die Hände nicht". Sie werden dal)ei von den
eigentlich ketzerischen Büchern unterschieden, während sie nach
dem Wortlaut von J. Sanhedrin 28a von K. Akiba unter der
Gesamtheit der CTil'^n begritten wui'den, die man nicht lesen darf,
oime der ewigen Seligkeit verlustig zu gehen. Grätz (Monats-
schrift 1886. 285ff'.) hat freilich unter Anfechtung des Textes
von J. Sanhedrin 28a und B. Sanhedrin 100 b wahrscheinlicli zu
macheu gesucht, dass R. Akiba im Gegenteil die Lesung der
Bücher des Ben Sira erlaubt habe.^) Jedenfalls stellt aber
R. Joseph (4. Jahrh.) das Verbot den Ben Sira zu lesen als ein
längst bestehendes hin: Auch im Buche des Ben Sira ist verboten
zu lesen.'-j Sein Schüler, R. Abaji, führt darauf mehrere Stellen
aus Ben Sira an, wegen derer das Buch verboten sein könnte,
findet aber bei keiner einen zureichenden Grund. Darauf sagt
R. Joseph: (Obwohl unsere Lehrer das Buch des Ben Sira für
unkanonisch erklärt haben), wir erörtern (alle) die guten Sprüche
(xn^'S^'is 'Sc), die in ihm enthalten sind.^)
Das Verbot richtete sich gegen die hohe Wertschätzung,
in der Ben Sira tatsäclilich stand. Die talmudischen Zitate,
die auf sehr angesehene Rabbinen^) zurückgeführt werden, haben
nämlich zumeist den Sinn einer förmlichen Berufung auf ihn.
Mit blossem ZTi:!, das für die biblischen Zitate üblich ist, zitiert
') Grätz hätte sich vielleicht darauf berufen können, dass B. Sanhedrin
76b Sir. 37, 8a. 7b, wenn auch nicht als Spruch Ben :fira"s, von R Akiba
zitiert wird. B. Sanhedrin 65 b wird ihm ein Spruch in den Mund gelegt,
der stark an Sir. 36, 7. 8 anklingt.
^j Näheres bei Schecbter, Jewish Quarterly Review 111 699 Anm. 25.
Vgl. auch Koheleth R. zu Koh. 12, 12 fol. 116a: nnv in»3 ■\\n^ D»:Don h^c
Hh^r. p 12D1 Ni'D ]2 1SD JUS D^J^r: Nin r^::i-i7^r2 cneo i'on — J. Sota 24c heisst
es, dass nach dem Tode des R. Elieser (Anfang des 2. Jahrh.) das Buch der
Weisheit athetiert wurde fne^nn ied ?:Ji). Blau (Revue des Etudes Juives
XXXV 21) will das auf Ben Sira beziehen.
") Die eingeklammerten Worte fehlen in den Ausgaben, stehen aber
in der Kopenhagener Hand.schrift Aehnliches findet sich in anderen Hand-
schriften und sonst. Vgl. Schechter a. a. 0. S. 700 Anm. 30.
^) Es sind meistens palästinische. Vgl. Zunz, Gottesd. Vorträge ^ S. 107.
§ 4. Die talmiidischen und rabbiuischen Zitate. LIII
Simon ben Sdietach 11, IbB. Berachoth 48 a. i) Rabba bar Mare
will B. Baba kamma 92b für eine Behauptung je eine Stelle
aus der Thora, den Nebiim und den Kethubim antühreu, und
da zitiert er neben Gen. 28, 9 und Jdc. 11, 3 mit n^2',n22 ^hr^r^l
rn:i Sir. 27, 9a. 13, 15b. Mit i^xr.:', das sonst ebenfalls für
Bibelzitate gebräuchlich ist, wird 'Erui)in fiöa von Rab ein
apokryphes Zitat eingeleitet, hinter dem die Thosaphisten eben-
falls ein Siracbzitat vermuten.-)
Dagegen sind B. Schabbath IIa und B. 'Erubin 54a wirk-
liche Sirachzitate (25, 13. 14, IIa usw.) mit 2"i i^^s einfach Rab
in den Mund gelegt, und B. Beza 32b spielt Rab auf 40, 29 an
mit pm OT, das sich ebenso B. Pesachim 113b für 25, 2cd, und
B. Kidduschin 30b für 21, 11 findet. Hier liegt wohl eine ab-
sichtliche Verdunkelung vor, die sich auch sonst beobachten
lässt. Das 2in2 «^"'D p ^CD2 findet sich freilich auch Bereschith
R. XCI, Koheleth R. VIl, Jalkut Bereschith 46b für 11, 1 wie
J. Berachoth IIb, ebenso Jalkut Mischle 140c für 11,8 nach
B. Baba b. 98 b. Es kommt auch in den Pirke de rabbenu ha-
kadosch für 21, 22. 23 und in den unechten rabbinischen Zitaten
bei Schechter (Jew. Quart. Rev. III S. 695—97 Nr. 19 und
Nr. 22— 24) vor. Während aber B. Chagiga 13 a die SteUe 3, 21 f.
mit 'D '; 'D2 2)r\2 ps^ eingeführt wird, wird sie J. Chagiga 77c
und Bereschith R. VIII mit STD p cii'3 hr;':«) i'vh n, Jalkut
Job. 20, 4 mit mc "2-1 D?i'; -.ry^Sx n zitiert. J. Sota 22a ruft
Bath Kol die Worte 3, 22 b.
Besonders lehrreich ist die abweichende Art, in der 38, 1 a
an den verschiedenen Stellen eingeführt wird. Es heisst Tan-
chuma Yp^'- ^"»'c p ^CD2 zw: iT;hü ix, Schemoth R. XXI: -.s
nais hz'r^n mc p r,'ahii, J. Taanith 66 d und Pesikta Rabbathi 127 a
') Allerdings folgt hier auf i^na- zunächst Prv. 4, 8 a, dann unmittelbar
Sir. 11, Ib. Vgl. dazu aber auch Neubauer, Jew. Quart Rev, IV p. 164.
Ebenso folgt Jalkut Gen. fol. 23 d auf noiK iin^n zunächst Jer. 23, 28 b und
dann ohne weiteres Sir. 27, 9a. 13, 15b. In diesem Falle scheint das Zitat
korrigiert zu sein.
2) Es ist danach nicht unglaubwürdig, wenn Hieronymus die Parabolae
des Jesus Sirach in einem Bande mit Koheleth und dem hohen Liede gesehen
haben will (Praef. in vers. libr. Salom bei Vallarsi V 686). Doch vgl. auch
unten S. LVI Anm. 1.
LIV Kap. Tl. Der hebräische Text.
nur noch: {'i]V'hü) itvh n -las.i) Die Stellen 13,25. 18,23. 28,12.
38, 4a. 7. 8a (vgl. oben S. IL) werden mit STD p iök und ähn-
lich eingeführt, aber für 28, 12 wird Jalkut Bemicibar 192c (Mitte)
die Nennung Ben Siras unterlassen, und für 27, 9 a. 13, 15 b
ebenso Jalkut Bereschith 23 d. Das Zitat aus 7, 1 wird Tanchuma
npn mit sn*c p ii2S s^^na eingeleitet, aber im Oxforder Codex
fehlt STD p, Bemidbar li. XVIII lautet die Einführung des
Spruches yiüü s'^nö,-) Bereschith R. XXII ]'''€ü p't^ |ön p, Ko-
heleth R. V nur p^ü, Vajikra R. XXII und Jalkut Koheleth 185 c
yifii^ sn^n::! sinn. Anders ist es vielleicht auch nicht zu beurteilen,
dass Sir. 7, 17 in P. Aboth 4, 7 (4a) als ein Spruch des R.
Levitas, eines Mannes aus Jal)ne, angeführt wird.
Dem Interesse, das man an Ben Sira nahm, entstammen
vielerlei Zusätze und Umgestaltungen, die das Buch sehr früh
erfuhr.^) Sirachsprüche wurden freilich auch wohl noch zu einer
Zeit gedichtet, in der man das echte Sirachbuch nicht mehr be-
sass. Das Buch scheint übrigens, wenigstens zum Teil, auch
ins Aramäische übersetzt zu sein. Die unechten aramäischen
Sprüche, die Sanh. 100 b und anderswo (vgl. JQR III 696) mit
nTi: zitiert werden, konnten freilich auch in hebräische Sirach-
bücher eingetragen sein. Aber dass 7, 1. 30, 21a. 23 c. 38, la
aramäisch zitiert werden, lässt sich kaum anders erklären, und
auch das aramäische Alfabet spricht für diese Annahme. Später
hat das Misstrauen, mit dem man dem unkanonischen Buche
gegenüberstand, ihm allmälig den Untergang bereitet. Es ent-
standen Florilegien aus Ben Sira, die das Brauchbare, die ■'S'»
sn''"''7j,va, von denen R. Joseph B. Sanhedrin 100b redet, aus dem
übrigens verbotenen Buche ausscheiden sollten. Reste eines
solchen Florilegiums liegen in dem Kairiner Codex C vor, auch
die beiden Alfabete des Ben Sira haben diesen Ursprung. Aus
einem Florilegium zitiert wohl R. Joseph (4. Jahrh.) selbst an
') Eleazar spielt auch B. Pesachim 119 a auf Sir. 40, 25 an.
2) Mit "ION n'^nc ]3i wird 25, 3 in den Aboth de R. Nathan eingeleitet.
Vgl. auch 1Q1K SttTsn in der oben angeführten Stelle aus Schemoth R. XXI.
^) Sehr verschieden sind aber die älteren Zusätze, die sich z. T.
auch in den hebräischen Handschriften, übrigens in der zweiten griechischen
Uebersetzung, dem Lateiner und Syrer finden, von den anscheinend jüngeren,
die im Talmud und bei den Rabbinen vorkommen.
§ 4. Die talmudisclien und rabbinischen Zitate. "LV
eben jener Stelle (vgl. B. Jebamotli 63 b)/) um seinen Ausspruch
über den Wert des Ben Sira zu illustrieren.
Diese Florilegien haben das vollständige Buch des Ben
Sira früh verdrängt, Saadia (10. Jahrh.) besass es nicht rnehi'.^)
Man machte es ihm zum Vorwurf, dass er die nur für die heiligen
Texte bestimmte Puuktation auch beim alltäglichen Schreiben an-
wandte. Dem gegenüber beruft er sich darauf, dass auch Ben
Sira, Ben "Irai {'y; und "»sn-y), die Hasmonäer und die Bne Afrika
Bücher in Abschnitten und Versen mit Vokalen und Accenten
geschrieben hätten (Sefer ha-galui ed. Harkavy p. 151. 163).
Dabei sagt Saadia, dass Simon b. Jesua b. Eleazar b. Sira ein
Buch der Lehre (2siK 3xn3 = iDia ncD) ähnlich den Mischte
schrieb, und Eleazar ben Irai ein Weisheitsbuch (riarn 2xn2)
ähnlich dem Buche Koheleth (S. 151. 163). Nachher sagt er,
dass die Glelehrten aus diesen beiden Büchern Lehren und gute
Beispiele entlehnt hätten, und als die wichtigsten davon ^) woUe
er aus dem ersteren Buche sieben Sprüche aufzählen. Er zitiert
da (S. 177, 16 — 179, 15) nach einander: 1) 5, 5. 6; 2) 6, 6;
3) 6,7.8; 4) 11,28; 5) 6,13; 6) 16, 17; 7) 13,11b. Aus
Eleazar b. Irai führt er darauf drei von den Gelehrten zitierte
Sprüche im Wortlaut an, nämlich Sir. 3, 21. 22 und zwei un-
echte, von denen der zweite an 40, 13 f. erinnert. Auf Eleazar
') Dasselbe scheint dort sein Schüler R. Abaji zu tun, denn so erklärt
sichs, dass er zuerst einen apokrjphen aramäischen Spruch, dann 42, 9. 10
hebräisch, dann 30, 21a 23 c aramäisch, dann 11, 29 a hebräisch und schliess-
lich noch einen oder zwei unechte aramäische Sprüche zitiert. Alles das
konnte in einem Florilegium so bei einander stehn.
2) Ausser Betracht bleibt R. Nissim, der im 11. Jahrhundert in Kairawan
in Tunis lebte. Seine Zitate scheinen zumeist auf Saadia, den er p. 76 nennt,
übrigens aber auf dem Talmud zu beruhen. Aus zweiter oder dritter Hand
muss er auch 16, 4 a haben, welche Stelle er übrigens nicht auf Ben Sira
zurückführt. Ebenso steht es mit 25, 9 b bei Abarbanel. — Unbekannt ist
das Alter der beiden Alfabete. Das aramäische steht mit seinen Anklängen
an den Urtext mehrfach allein, aber auch das hebräische hat den h - Spruch
(= 30,21a 23 e) nicht aus der aramäischen Version des Talmud (s. o. S.
XLYIII Anm. 9) ins Hebräische zurückübersetzt, sondern ihn anderswoher
hebräisch gekannt. Aber keines der beiden Alfabete geht auf unmittelbare
Bekanntschaft mit Ben Sira zurück.
ä) Vgl. 177, 16 nN^anv•K^ «awn« njo i'isnsj «n»D p asnaa NoSyS« yenj« «as
't «Hivy ]D I3l«i ftion, sodann 179, 16 i'?'i ;o nsliNi n^j? js 2x022 lyeni« «02^.
LVI Kap. II. Der hebräiische Text.
b. 'Irai führt er 3, 21 f. auch in der Vorrede seines Kommentars
zum Buche Jezira zurück (vgl. Harkavy a. a. 0. p. 203). Saadia
bezeugt mit „Simon b. Jesua b. El. b. Sira'"' das Alter des
Fehlers, der sich 50^, 27 und in der Unterschrift hinter 51, 30
findet, der übrigens aber auch Avohl schon dem Syrer vorlag.
Aber auch 'K17 war nur ein Fehler füi- xi'D, übrigens war die
Verfasserangabe des zweiten Buches Aerstümmelt. In Wahrheit
waren die zwei verschiedenen Bücher des Ben Sira und des Ben
'Irai nur zwei verschiedene Auszüge aus Ben Sira. So begreift
sich auch die falsche Reihenfolge, in der Saadia die sieben echten
Sprüche des ersten Buches aufzählt, sowie der Umstand, dass
er dabei 6, 6 von 6, 7. 8 trennt. Vielleicht kannte er sogar
diese beiden Auszüge nur von Hörensagen, für seine Autopsie
kann man sich höchstens darauf berufen, dass er sagt, jene
beiden Autoren und die anderen neben ihnen genannten hätten
ihre Bücher in Paraschen und Versen geschrieben (151, 12:
np"'DSiDT rh)):z ^c . . . nsn« 2Kn3 f]*?«, 151, 15 np'Dsici nöKönjK ^z).
Es bleibt auch ungewiss, wie weit ein eigentlicher Sirachtext
den älteren rabbinischen und talmudischen Zeugen vorlag, da
schon J. Sanhedrin 10, 1 fol. 28 a im Munde des R. Akiba von
Büchern (ncD) des B. Sira in der Mehrheit die Rede ist.^)
Hierzu stimmt es nun, dass, abgesehen von dem flon-
legistischen Codex C, dessen Herkunft dunkel ist, der Text der
übrigen Kairiner Handschriften, bezw. sie selbst, aus keinem der
beiden Zentren des Judentums in Babylonien und Palästina, sondern
aus der Peripherie, nämlich aus Persien, zu stammen scheinen.
§ 5. Die hebräischen Handschriften.
Die Handschriften A.und B, die sich in so auffälliger Weise
gegenseitig ergänzen, repräsentieren bei aller Verschiedenheit im
Grunde dieselbe Textüberlieferung, die auf Addition verschiedener
1) Ebenso Koheleth R. VII fol. 102 c. Zur Not anders erklären lässt
sich vielleicht der Ausdruck Tosephta Jadaim II 13: Dneon h2\ ktd p nsD
]HOK linsjc. Ob Hieronymus linter dem Titel Parabolae ( = D'Stro) einen
vollständigen Sirachtext gesehen hat, ist ebenfalls zweifelhaft. Er selbst war
schwerlich im Stande, den Text zu lesen.
§ 5. Die hebräischen Handschriften. LVII
Rezensionen beruht. In B finden sich viele Stichen unrl Di-
stichen in doppelter oder gar dreifacher Gestalt i). Aber nur bei
35, 1. 32, 26 hat der persische Glossator die Wiederholung am
Rande notiert, offenbar deshalb, weil diese Dubletten in der von
ihm verglichenen Handschrift (=: + D) fehlten. Dagegen werden
alle übrigen auch in ihr gestanden haben. Man muss so schliessen
wegen der Sorgfalt, mit der der Glossator die geringste ortho-
graphische Abweichung anmerkt. Diese Addition von 2 oder 3
Textgestalten liegt aber auch in der doppelten Unterschrift des
B vor, und diese Dublette fand schon der syrische Uebersetzer
in seiner Vorlage. Man vergleiche:
:xi^D p iiySs p 'm' p ]v;i2^ n^rn
Dazu Syr. :
v (u "]Td) Ki^DN' 12 «npnöT pyati' 12 jJiii^^T Mwjnö ü2^^h «oiy
Auch in A finden sich Dubletten von Distichen, Stichen
und halben Stichen;^) dem entspricht aber die doppelte Ueber-
schrift, die der syrische Polyglottentext dem Buche gibt. Für
das gewöhnliche STD121 snarn hat er nämlich:
.si^DS 121 nnf22n X2n2 «in xipnai .si^ds pv^ti^ 12 piiJ^n «2n:
') In doppelter Gestalt: 80, 12ab. 17. 34,4. 15a. 16a. 2Üab. 21. 22ab.
26. 27cd. 36,4a. 5. 6. 10. IIa. 14b. 15b. 16. 21. 22. 23. 32,26. 36,23. 39,
20. 40, 19; in dreifacher: 34, 10 ab. 13 bc. 36, 14a. Bemerkenswert ist, dass
hinter 40, 19 Varianten von ganzen Versen oder Stichen nicht mehr vor-
kommen. Vgl. höchstens 46, 20, aber schon 40, 19 liegt die Sache vielleicht
anders.
2) So lautet die Unterschrift in den Codd. Pococke und Ussher (vgl.
Lagardes Ausgabe und den 6. Band der Londoner Polyglotte). Der nitrische
Codex des Britischen Museums hat die erste Unterschrift gleichlautend, ebenso
Cod. Berol. Sachau 70 (nur si^c). P'ür die zweite Unterschrift hat letzterer:
«»:in "13 «2D pyoB'T «in m^ yi»» «in •:• ntd nan «n?3Dn no'?»*
•:• T^i (vgl. Sir. 50, 1)
Dagegen hat der nitrische Codex für die zweite Unterschrift nur:
•:• Ki»m2T Nno3n ananS ühv
Anders der Polyglottentext und Cod. Ambros.
«) Man vergleiche: 4,19a. 5,1a. 2b. 6ab. 8,1. 11, 6b/S. 27b. 28. 29b.
30a. 31b. 34. 12,15. 13,17b. 14,10.11a. 14,14b. 16b. 15, 15b. 20b.
16,3 b. 3d.
LVIII Kap. IL Der hebräische Text.
Hiernach ist zu vermuten, dass die Dubletten von A und
B schon in der Vorlage des Syrers standen, und das lässt sich
in der Tat beweisen. Allerdings hat der Syrer die Dubletten
fast immer nur in Einer Gestalt wiedergegeben, weil er überall
den Hebräer mit dem Griechen verglichen hat und dabei die
Duplizität bemerkte. Er zieht dabei vor, was ihm besser zusagt
(vgl. 11, 28. 14, 14b. 16b. '6b, 5. 6); übrigens übersetzte er meistens,
was im Hebr. an zweiter Stelle steht. Aber in manchen Fällen
hat er aus zwei Varianten eine dritte Lesart kombiniert. 11, 6 hat
Hebr. zu tsa )hp2 (= Gr.) die Dublette nn' "iSctrm, das beides
kombiniert Syr. zu snnrK n7i:2;i<i. Zwischen 5, 1 und 5, 2 hat
Hebr. ein Plus von 2 Stichen, die Varianten [zu v. 1 a und zu
V. 2 b sind. Syr. gleicht aus, indem er an Stelle von v. 2 die
Variante von v. la und sodann v. 2 b nach dem griechischen
Text setzt. 8, 1 hat Hebr. hinter a (= Gr.) eine Variante zu b,
und vor b {= Gr.) eine Variante zu a. Syr. übersetzt den
dritten und vierten Stichus des Hebr., d. h. a nach jüngerer, b
nach älterer Rezension. 12, 15 schickt Hebr. eine jüngere Du-
blette des Distichons voraus, Syr. gibt den ersten Stichus der
Dublette wieder und den Anfang des zweiten, an den er aber
den Schluss des echten Distichons, d. h. des vierten Stichus des
Hebr., fügt. Aehnlich verfährt er 14, 10. 30, 12 1). Aber 11, 29b. 30a.
15, 20b. 34, 13 c. 40. 19 hat er die Dubletten nicht bemerkt und sie
ohne weiteres übersetzt, und 39, 20 gibt er b mit der zugehörigen
Dublette wieder, übergeht aber a und seinen Doppelgänger.
Somit ist die Addition verschiedener Textrezensionen, die
in A und B vorliegt, älter als der Syrer, und die Verwandtsrhaft
zwischen A und B geht in frühe Zeiten hinauf. Ueberhaupt
scheint der Text, den wir in A und B besitzen, im Wesentlichen
älter als der Syrer zu sein und in den dazwischen liegenden
600 — 900 Jahren keine allzugrossen Veränderungen erlitten zu
') Vgl. übrisrens auch den Sj'rer zu 30, 20, an welcher Stelle schon
zur Zeit der zweiten griechischen Uebersetzung 20, 4 eingetragen war.
Für seine Methode ist noch folgender Fall charakteristisch. Wie Hebr. las
er 4, 4 b hinter 4, 2a, wo er den Stichus übersetzt. Um dann aber den An-
schluss an Gr. wiederzugewinnen, zieht er v. 2b. 3a des Hebr. in einen
Stichus zusammen. Nämlich a'san h» 'iy ^ipi ^^ »yo i^önn hn (= Gr.) gibt
er wieder mit 3«on »h «33DO kb'jkt ^niyi2.
§ 5. Die hebräischen Handschriften. LIX
haben. Den stark entstellten und verstümmelten Text, den B
für 51, 13—30 bietet, gibt Syr. fast genau so wieder. Die Ent-
artung des Textes fällt also hier Avie anderswo zumeist in frühe
Zeiten, zu einem guten Teil ist sie auch älter als der Grieche.
Dass der Text nicht lange nach der Entstehung der syrischen
Uebersetzung zum Stillstand kam, erklärt sich daraus, dass das
Buch immer weniger gelesen wurde und an den Centren der
jüdischen Gelehrsamkeit, in Babvlonien und Palästina, überhaupt
unterging. Damit war der spontanen Entartung des Textes, aber
auch der Vermischung der verschiedenen Rezensionen ein Ziel
gesetzt. Auch deshalb muss es aber für wahrscheinlich gelten,
dass der Text des A, so gut wie der des B und D aus Persien
stammt. Nur der florilegistische Text des C kann eine andere
Heimat haben.
Die zahlreichen Randlesarten des B, mit denen D, soweit
er reicht, sich im Wesentlichen deckt, sind bald jünger bald
älter als die Lesarten des Textes. Zuweilen deckt sich die
Textlesart mit dem Griechen und die Randlesart mit dem Syrer
(vgl. 37,7 a. 41, 2 d. 44, 23 b), aber auch das Umgekehrte kommt
vor (vgl. 37, 11h. 38, la. 40,15 b). Die Distichen 30, 19 a-d.
37, 5. 23. 43, 16. 44, 15 sind überhaupt nur am Rande erhalten.
Aber meistens sind die Randlesarten des B doch schlechter als
der Text. Auch A ist im Ganzen stärker entstellt, namentlich
ist er mehr nach jüngeren Lesarten korrigiert, als B. Deslialb
geht A im Allgemeinen mehr mit dem Syrer, B mehr mit dem
Griechen. Dagegen ist C in den wenigen Versen, in denen er
dem B und D parallel geht, diesen beiden gleichwertig, wo er
dem A parallel geht, ist er entschieden besser, wenn auch keines-
wegs fehlerfrei. So ist er 5, 11 nach einem glossierten Text
korrigiert, der schon dem zweiten griechischen Uebersetzer vorlag.
Ich verweise für das alles auf den Apparat meiner Ausgabe.
Allein in B ist stichische Schreibung des Textes erhalten.
Ihre Ursprünglichkeit erhellt daraus, das im Gr. niemals der
Schluss eines Verses, oder auch nur eines Stichus, mit dem An-
fang des folgenden verquickt ist, wohl aber im Syrer (z. B.
38, 18 f.). Ferner sind im Hebräer und Syrer (vgl. namentlich
51, 13ft'.) fast überall nur ganze Stichen ausgefallen oder ver-
setzt; ebenso steht es aber schon mit dem Griechen.
LX Kap. II. Der hebräische Text.
Alt sind die in A bei 4, 11. 13, 2 und in B bei 34, 12. 38,
I. 24. 41, 14. 42, 9. 15. 44, 1. 50, 13 durch Lücken angezeigten Ab-
schnitte, zu denen die e (= «p^pQ oder p:iD5j 33, 1. 30, 23. 38, 13.
51, 12 zu vergleichen sind. Cod. 307 hat bei 33, 1 ^.p/Yj Xo^ou.
Alt sind aber auch die Ueberschriften, die B an drei Stellen
in der frei gelassenen Zeile hat. So 34, 12 nn'' p''! cnS "iDlö
(Cod. 254 -£(>1 ßpwixa'Tfov, vgl. zu 30, 14. 16. 18), 41, 14 r.K'n "Oü,
44, 1 üh)V riUN* n2'^ (vgl. Gr. ira-sfxuv 0'tj.vo^). Ferner hat 18, 30
Gr. e.y/.[jd~zi>y. '^'j/tjc; und Syr. a\i^zn wcSr, was beides = i^c: "!Clo
sein wird. Ebenso lässt 23, 7 iratosia aTotxot-o^ auf nc IDIO schliessen,
und 24, 1 aiWatc: aocpia? auf r\f22n nnti'').
In A ist eine Variante zu 8, 2 {)h für s'?) am Rande als
p = ''np bezeichnet, und oft haben die Abschreiber nach Gut-
dünken Rand Lesarten in den Text aufgeuommen. Zuweilen stehen
Korrektur und Korrigendum im Text neben einander, so z. B.
II, 6 iND ihpi und nn^ ihz^'n, 51, 2 cj? nmo und ]wh nm -o'tf'.t:.
Aber anderswo sind auch in Folge von Verwechslung der Zeichen,
die im Text auf Randlesarten hinwiesen, Randlesarten an falscher
Stelle in den Text geraten. So ist 16, 7 üh)y in b Variante zu
mp in a. Anderswo ist dabei zugleich ein anderes Wort aus
dem Text verdrängt. So steht 5, 9 in A ein "["n, das Variante
zu rh)^^ war, an Stelle von h^h, 7, 20 in A ein nasz, das Va-
riante zu ras war, an Stelle eines 12]}. In diesen beiden Fällen
hat C das Ursprüngliche erhalten. Aber auch 42, 14 steht ein
21Ü0, das Variante zu n'^tio war, an Stelle eines riJS.
Früh ist der Text mit Paralielstellen glossiert, und Un-
verstand hat die Parallelen in den Text eingetragen. Jer. 5, 27
erscheint wie in A so auch schon im babylonischen Talmud Jeb.
63b Sanh. 100b in Verbindung mit 11,30'); ebenso 14,16b
') Vgl. ferner 19, 20 Syr. das merkwürdige «nvain «So, 20, 27 Xö/ot
TtapaßoX&v (dasselbe 19, 29 in Cod. 70 und Sah.) und Syr. «noam wSa (vgl.
Syr. zu 18, 30), beim Griechen noch 2, 1 mpi bnoßoyr^q, 29, 1 -Ktpi ddvoug,
29, 8 nepl iXBfjfioauvrfq^ 30, 1 nepl rexvcov, 30, 14 (vgl. v. 16) Ttepl öyieiag,
34, 17 itepl iyxpareias, 35, 1 Tiepl ijyoufxivwv, 30, 33 nepi doüXtov, 31, 1 Ttepl
ivt)mitu}v, 37, 16 nepl laTpwv, öl, 1 Ttpoffeu^ ' Iijaou uioü Zetpd^. Einzelne
dieser Ueberschriften werden freilich späten Ursprungs sein wie z. B. 1, 21
7t£pi äcpoßiai-
2) Ebenso steht in der LXX Sir. 3, 18 bei Prv. 16, 1, Sir. 4, 21 in
Prv. 26, 11.
§ 6. Die hebräischen Handschrifteo. LXI
schon B. 'Eriibin 54a iu Verbindung mit 14, 12a. Die in B und
im Syrer vorliegende Uebertragung von 20, 4 nach 30, 20 ist
älter als die zweite griechische Uebersetzung. Ferner ist in A
2, 18 d hinter 6, 17 eingetragen; 8,14 vor 4, 28; 5, 14 ab vor
4, 29; 27, 5. 6 hinter 6. 22; 23, 16 f hinter 12, 14. Durch diese
Eintragungen sind mehrmals echte Stücke aus dem Text ver-
drängt, so 6, 17 a und 6,23.24. Aehnlich hat 7, 9 vor 7,15
weichen müssen.
Alle Handschriften haben sehr viele Schreibfehler. Häufig
sind ähnliche Buchstaben, namentlich ) und "•, aber auch weniger
ähnliche verwechselt. Vielfach sind Buchstaben umgestellt, wie
z. B. cny für D^yn 41, 5, npn für pi2 43, 13. Viele Wörter sind
heillos verderbt. Manchmal sind sie nach einem entsprechenden
Wort im parallelen Stich us (34, 3) oder im benachbarten Verse
(9,2.40,6 c) verschrieben. Oefter sind auch Wörter umgestellt,
wie 10, 16 vpVp r^^' ^^ ^^^' r^^ ^7T "^'^j ebenso 7, 25 ii: pn:.
Gelegentlich erscheinen auch die Stichen in falscher Reihenfolge
wie 38, 26.
Die Varianten steigern in vielen Fällen die Verlegenheit.
Zuweilen sind es Aramaismen, die dem Schreiber unwillkürlicli
unterliefen, wie 5, 13 nn statt ri, 30, 18 mo statt nc, 13, 17.
37, 13 "]D für p. Anderswo soll ein aramäisches oder neuhebräisches
Wort zur Erklärung für ein althebräisches dienen wie 40, 18.
41, 12. 14 na'D für n::is, 42, 8 nmo für idiö. Ebenso steht aber 20, 4
das hebräische h'2 als schlechte Erklärung neben dem aramäischen
QDü. Zuweilen wird ein gewöhnlicher Ausdruck für den seltenern
gesetzt. Unverstand verlas 9,9 S^i:s isn in Sif« jsn; das wurde
in DJ? an geändert, w^oraus DX?an entstand. Gelegentlich will die
Variante aber auch den Ausdruck verfeinern, wie 41, 17 mc für
nw (Gr. 7ropv3ia), 44, 19 ^DH für mo (Gr. [xöijj-o?). Anderswo kommt
die Variante auf Albernheit hinaus, wie KllS für nvh 39, 27.
Häufig finden sich ganz widersinnige Aenderungen nach Bibel-
stellen wie 10, 13 «rT j;i inS xSo für «^Scn, 34, 29 njyS k'ni, 35, 3
nsS j?Ji:m für hiu^ j?jj:m, 33, 12 3Sii3 'mQ für rw 'o, 45, 7 moyinn
Dsn für iNin td.
Die Verwilderung des Textes ist aus dem alfabetischeu
Gedicht 51, 13—30 deutlich, wo nur 13 (15) alfabetische Vers-
anfänge, und davon nur 10 (12) an ihrer Stelle, erhalten sind.
LXII Kap. in. Die griechische Uebersetzung des Enkels.
Das erklärt sich liier allerdings zum Teil gewiss daraus, dass
der Schluss des Buches, wie die Vergleichuug des Syrers zeigt,
friili gelitten hatte, und man den vorliegenden Text aus Fetzen
zusammengelesen hat. Aber hochgradige Entartung zeigt sich
auch in den Varianten von ganzen Stichen und Versen, wie sie
sich in 30,11 — 36,3 auf Schritt und Tritt linden (vgl. dort bes.
34, 13. 35, 14). Dazu kommen manche Erweiterungen. Un-
schuldiger Art sind die in 13, 2. 17. Aber 34, 5. 6 sind in voll-
ständigen Varianten pietistisch umgedichtet. Aelmliclie Kor-
rekturen finden sich 14, 14. 16. Eine sonderbare Vervielfältigung
des Textes liegt 11, 30 vor. Hier wurde yh22 (im Korbe) in
n^DD verlesen, daraus erwuchs ein Stichus, der den bösen Gast
mit einem Hunde vergleicht, anderseits schlössen sich an yh22 zwei
Stichen, die von einem Bären {2)12) und von einem Wolf (3S73) reden.
Oft werden solche Umdichtungen das Urspmngliche verdrängt
haben.
Aber in vielen Fällen besitzen wir neben der jüngeren
Variante auch einen älteren Wortlaut, der durch den Griechen
gedeckt wird. Ueberhaupt aber dienen die Uebersetzungen, und
namentlich der Grieche, nicht nur zur Verbesserung des Hebräers,
im Grossen und Ganzen bezeugen sie seine Güte oder wenigstens
sein Alter in höherem Grade, als man bei so vielen und so
starken Verderbnissen erwarten sollte. Umgekelirt finden der
Syrer und der Grieche für zwei Drittel des Buches ilu'e Er-
klärung durch den Hebräer, der damit zugleich für die Erklärung
des übrigen Drittels die wertvollsten Parallelen bietet.
Kap. III. Die griechische Uebersetzung- des Enkels.
§ 6. Seine Uebersetzungsweise.
Für die Emendation des hebräischen Textes kommen in
erster Linie die griechische Uebersetzung des Enkels und die
syrische in Betracht, aber diese beiden Zeugen können nur auf
Grund umständlicher Untersuchungen verwertet werden. Denn
zunächst liegen bei ihnen selbst, sowohl bezüglich ihrer Text-
überlieferung als auch bezüglich ihrer Uebersetzungsweise, die
§ 6. Seine Uebersetzungsweise, LXIII
schwierigsten Probleme vor. Von dem jüngeren der beiden
Zeugen, dem Syrer, der im besten Fall von weit geringerem
Wert wäre als der Grieche, gilt namentlich das letztere, von der
Uebersetzung des Enkels dagegen beides.
Der Enkel entschuldigt die von ihm empfundene UnvoU-
kommenheit seiner Uebersetzung damit, dass keine Uebersetzung
dem Original völlig entspreche, und auch die des Pentateuch,
der Propheten und der Hagiographen stark vom Urtext abweiche.
Ohne Zweifel w'ar er imstande, die im Ganzen sehr sorgfältig
gearbeitete LXX zum Pentateuch und zu den historischen Büchern
mit dem hebräischen Text zu vergleichen; öfter hat sie ihm als
Wörterbuch gedient.^) Wahrscheinlich hat er in Aegypten selbst
den Pentateuch nach der LXX gelehrt. Seine Entschuldigung
kann daher, sofern er sich auch auf die Uebersetzer des Penta-
teuch und der historischen Bücher beruft, als eine Dreistigkeit
erscheinen. Indessen sieht er die Aufgabe einer Uebersetzung
nicht in der wörtlichen Wiedergabe des Originals, sondern viel-
mehr in gutgriechischeni Ausdruck, der für poetische Texte in
der Tat besonders erforderlich war, und im Allgemeinen entfernt
er sich dabei vom Original kaum weiter als die Uebersetzer der
Proverbieu und des Hiob. Oft genug kommt er aber auch über
wörtliche Unbeholfenheit nicht hinaus.
Er reflektierte übrigens wohl nicht nur auf jüdische Leser,
sondern nebenher wenigstens auch auf die Heiden, die, wie er
in der Vorrede sagt, Israel das Lob der Weisheit und Bildung
') Vertraut ist er namentlich mit dem griechischen Pentateuch, 20,29
stimmt dibpa änOTUipXoi dipßaXßOuq ao(pwv wörtlich mit LXX I)t. 16, 19, ebenso
24, 23 vößov (al. voßog) dv ivereüaro ^filv MtnooTJ?, xXrjpovoficav ffuvaj'wya'cg
'laxwß mit LXX Dt. 33, 4. Merkwürdig ist 44, 16 npS:i '» cy i'rnnn -|ian
nach LXX Gen. 5, 22. 24 übersetzt ' Eiiaj;( eÖTjpiffvyjas xupiw xal pBreridy). Die
Ingredienzien des heiligen Salböls und des heiligen Räucherpulvers werden
24, 15 nach LXX Ex. 30, 23 f. 34 benannt. 49, 1 steht nach LXX Ex. 35,28.
38, 25 elg auvßemv ßußidßaroq für n^QD niüp3, ebenso 43, 1 dSoq nach LXX
Ex. 24, 10 für DVJ?. Vgl. ferner 45, 10 f. zu notxdT^g = 2pn und zu
xexiujapevos = 'JtS' LXX Ex. 28, 15, ebenda zu Xoyeiov xpiaew? — t:BB'0 JtJTl
LXX Ex. 28, 23 ff. Vgl. auch zu 36, 29. 44, 17. 19. 21. 45, 12. Er kennt
aber auch die LXX zu den Propheten. Vgl. 46, 16 äpvhq yaXaßjjvoü =■
ihn nSu wie 1 Sam. 7, 9, ferner 48, 10 xapdiav narpog npos ulöv = ni3N y?
n'i2 hv wie Mal. 3, 24, sowie 49, 7 in seinem Anklang an Jer. 1, 10. Dagegen
ist eine Benutzung der griechischen Hagiographen kaum nachweisbar.
LXIV ^^P- m- Diß griechische Uebersetzung des Enkels.
schulden. In frecher Fälschung lässt er die frommen Väter
Israels und die jüdischen Schriftgelehrten von den Heiden ge-
priesen werden (39, 10. 44, 15). Nach Kräften hat er sich um
die Kenntnis der griechischen Sprache bemüht und vermutlich
auch manclierlei profangriechische Literatur gelesen, um seinem
jüdischen Weisheitsvortrag den nötigen weltförmigen Putz zu
geben. Denn die jüdische Weisheit als der griechischen eben-
bürtig zu vertreten war in Aegypten der Hauptzweck seines
Unterrichts. Er gebraucht mehr als 200 griechische Wörter, die
in der LXX und den Apokryphen des A. T. nicht vorkommen.
Namentlich verwendet er die mit Präpositionen zusammengesetzten
Verba statt der einfachen, er liebt auch die Kompositionen mit
c5. Die Eitelkeit lässt ihn in gesuchtem Ausdruck für San zr^rA
(37, 3. 39, 22), für rhu^ dr.tiÄar.aaio: (41, 1) setzen. Vgl. auch suxotip-'a
a/olr^t; für no3n (38, 24). Dabei verfällt er auf geschraubte Kon-
struktionen, die z. T. schwerlich griechisch sind. So setzt er
für nSitJ^ai m^)^ ÜT2 £v xaipio u-öpr^cpaviojv dßorjiJr^aia? (51, 10), für
'rriKö irfjti^nz h 7i£piaxf>ocpf| vaou (was heissen soll: als er aus dem
Tempel zurückkehrte), und für rfsa ins2:n £v s^oom otxou (50, 5),
für iTwh mhz ly xal auvxiXsiay XsixoupYoiv (50, 14). Sonderbar ist
auch sein Gebrauch der Präposition iv. Auch profangriechisch
kann ein Nomen mit h an Stelle des Objektsakkusativs stehen
(s. z. 44,23 c). Er gebraucht h aber aucli, wo im Hebräischen
ein Prädikatsnominativ stand (s. z. 21, 6). Sodann setzt er iv
in allerlei Fällen für h (s. z. 5, 9), namentlich auch da, wo h den
Sinn des eigentlichen Dativs hat (s. z. 10, 18). Vgl. Blass
§ 41, 1. 2. Die felilerfreie Sprache des Prologs lässt dagegen
vermuten, dass er ilm nicht selbständig, sondern mit fremder
Hülfe zustande gebracht hat.
In der Uebersetzung wechselt er gern in der Wiedergabe
desselben Wortes ab. So sagt er 14, 19 für )2py mpi ar^Trojxsyov
ExXstTTsi, 16, 19 für wyT ^yi xpojxu) aoaaziovmu Er gibt 1)22 3, 11
mit 00Q7. und xiixr^ wieder, 5, 14. 6, 1 wn^ '^yi mit «i/tOupo? und
öi-yXcuaao;, 11,25. 27 nzt^ mit dij-vr^cia, ou [LYr^abr^'3^-a.l und i-ikr^a^iovr^v
TTOisi, 13, 21. 22 tolOi mit aaXsusaöai, rt-xstv und acpdXXsa&ai, 41, 10
imn Ss irrira mit dizo xa-dpa? st? dTrwXEtav. Diese rhetorische
Manier kommt auch in der Wiedergabe der Gottesnamen zum
Ausdruck. Seinem x'jpto; entspricht ausser mn'' auch bü und cmS«,
§ 6. Seine Uebefaetzungsweise. LXV
aber auch ]Thv und ^if'iip (39, 35) und sogar ntrij? (46, 13), seinem
u'^/isTo? '^-'hv, aber auch mn'' und meistens sogar hii, das er übrigens
auch mit wrh-r^: (46, 6), x-jpioc ouvaarz-p (46, 16) und «710? (43, 10.
47, 8) wiedergibt. Für ]vhv hü sagt er xupio? u-iia-o? (47, 5),
6 txs-j'ac x'jpio? (46, 5), oTyio^ u'i/iato? (47, 8), u'^isto? ouvacr-oj? (46, 5),
für irSj? G''}i3Toc -avTCixoct-iop (50, 14); vgl. auch u'I/isto^ TraiipasiXitS;
(50, 15). Oefter setzt er zur Verdeutlichung ein Wort hinzu.
So sagt er zur Vervollständigung des Satzes 41, 9 st; xaxotpav
Ysyy/jör^cjsaös und £tc •/.rj-drjrjy [xspiaör^ascröi für nmsS und rhhph,
40, 19 erklärend oixooo[xrj -oXstuc für n'>?, 44, 18 i^cx/vsrf ö-ifj xata-
xXucffxw für n"'ntiM, 8, 12 wc a-oXwAsxoj; "j'i'voo für nax^r, und sofort
darauf v. 13 o>c a-oTtaojv 'fpov^Cs für cSit'a:. In falscher Er-
leichterung hat er 47, 4 iv X-^Öto a^svoov/p für ySp hy, 32, 18
oaxpua "/r,p7.; für nytii; überflüssig ergänzt er 43, 19 i-\ -,'Tj? und
44, 17 r?j 7-^. Schönredend sagt er 49, 6 IxXsxTYiv -oaiv für rfy,
mehrmals setzt er ebenso \ii'(ci-: (41, 12. 44, 19. 50, 1) und oo^a
(45, 2. 47, 11. 49, 8. 50, 7) hinzu.
Oefter gibt er ein Concretum durch ein Abstractum wieder
und umgekehrt, wie 19, 2 auvstou; für zh, 13, 13 -Twcri; für ^^:ü
Dan. Eine Genitiv- Verbindung kehrt er manchmal um: 9, 12 sv
suoota rht'-iöiv für n''h'j^ pin, 9, 17 iv /sipi t=/vitwv für CT ''a:n3,
39, 30 i)-/jf>i(juv ooovTsc für y^ jT". Dabei löst er sie auch wohl
auf: 42, 9 a-oxp-j'^oc d-ryjü^Ay. für ipu^ matsc, 41, 13 aYotDr,? ^(or^?
für 0"*^ n2ri3. Er knüpft sie aber auch gegen das Original: 41, 3
xpt'jxa dava-ou für ypn moö; vgl. auch 46, 1 für nh'n: nywn liSY«?
£7:1 atur/jpta, 13, 26 für 2''^ ih xapoi'ot sv dYaOoTc, 3, 11 für lax nSpa
}irjT-/ip £v aoocCa.
Häufig versetzt er ein Wort aus einem Sticlius in den
anderen, oder gar aus einem Distichon in das andere. So z. B.
11, 12. 13. 13, 16. 17. Meistens vertauscht er dann aber zwei
Ausdrücke. 47, 12 hat er 'jTi^o ]2 vnnx laj? m;5?;i umgestellt in
[isxa ToÖTov dviaxT^ uio? s-Kia-rjfitov /.cd 01' autov xtX. Vgl. dazu 38,29.
44,22. 23 de. 45,6.
Sehr oft deutet er hebräische 'Ausdrücke mehi' oder weniger
glücklich aus. So sagt er 11, 12 sx TaTtEivcusswc auto-j für izyti
njny, 14, 26 t« -ixva ctuTou für i:p, 39, 22 xatotxXustxo? für nrü, 40, 10
dasselbe für nhz, 38, 21 vom Toten szotvoooc für mpn, 46, 19
/pr^jjia-a für >22, 47, 23 ooh; aaccpTia? für ':i?^:o. Anderswo beseitigt
Smcnd, Sirach-Kommentar. ^
LXVI ^ap. III. Die griechische Uebersetzung des Enkels.
er hebräische Tropen. Er setzt 30,13 IpYascdiy «uko für l*:}; I3:n,
37, 30 scJTCti voao? für '''jin pp"*, 47, 1 irpocpr^xsusiv iv vjfxepai? Aauto
für r)i '2^h zi'^nn'?, 47, 22 oia^Oafifi für nj:nx ^"'c\ Für crh inti^^i
an'? nao sagt er 48, 2 ö? e-r^YotYev i-' auTol»? Xi^ov, für 'ry im: nj?
IDSti^a 46, 19 Trpo xatpou xoifxr^aeoj; «»ovo?. Er erklärt 48, 21 DttrTI
nc:ö3 nach der biblischen Erzählung durch xal Icltpul^sv auxou? 6
«YYsXo? au-ou. Verschroben gibt er T' ?]''y (^ er zeigt einen
Weg) 37, 7 mit i^at'pst [iouXr^v wieder.
Er ist aber auch auf Verschönerung des Originals bedacht.
Aus dem brennenden Ofen (niin), mit dem das Original das Wort
Elias 48, 1 vergleiclit, macht er eine brennende Fackel (XaaTrac) ;
aus der Weite {n'np) des Meeres 43, 24 seine Gefährlichkeit
(/''vouvoc); aus Weidenruten {hm ^my) 50, 12 nach sprachlich aller-
dings möglicher Deutung Palmensprösslinge {a~zkiyrj cpotvixojv).
Für ma sagt er 46, 20 u-vco^ai, für blosses no 48, 11 oi sv rh^a.-
Trr^asi (1. avaTcauasi) x£xot[j//jjjivoi.
Uebrigens geht er allem aus dem Wege, was der Ehre
und Würde Gottes abträglich sein kömite. So beseitigt er zu-
weilen den Zorn Gottes; 45,19 gibt er rp^n"'! mitxaloux suoox-zjasv
wieder, 46, 7 mya p"in 3''U^nS mit xtuXuaat Xaöv dirö a|i.ap-tac. Aehnlich
sagt er von Gott 45, 19 xa-^vaXoiaat für aS:x"'l und lässt er 45, 23
den Pinehas sv ©oßco xüpiou statt S:n m'^s'? eifern. Im Urtext
sclimäht 48, 18 der Kabsake Gott [hü f]i:'l), er setzt mildernd
l[xs77.Xa'j/-/;c>sv. Ebenso setzt er 33, 10 n^V^ na "f? ■:12s"' ""O ''D um
in xal £xoi-/iYy537'3&ojaav aoi xoc fxSYaXeTa aou. Für Israel schämt er
sich der Amulete und setzt 36, 3 dafür das hohepriesterliche
Orakel (ipioT-zj^xa otjXwv für ncaa). Er schämt sich auch der
Härte, die 42, lief gegen die Tocliter empfohlen wird, und lässt
deshalb das Distichon aus. Dass er die Väter Israels und die
Schriftgelehrten von den Heiden statt von der Gemeinde gelobt
werden lässt (39, 10. 44, 15), wurde schon bemerkt. Interessant
ist aber namentlich, dass er aus Hass gegen die alte hohe-
priesterliche Familie 45, 25 f. 50, 22 ff. teils verstümmelt teils
abwandelt. Deshalb hat er auch die Litanei unterdrückt, die
im Hebräer hinter 51, 12 erhalten ist (vgl. auch zu 50, 1)^). Sie
1) Es ist freilich denkbar, dass einzelne dieser Auslassungen und Ver-
stümmelungen sich schon in seiner Vorlage fanden.
§ 6. Seine Üebersetzungsweise. LXVIt
hätte aber auch formell den Griechen kaum gefallen. Merk-
würdig setzt ei' 7; 17 für nai ^mü mpn "^d oti £xo''x-/jfTi? aasßou?
-orj xal a/Mlrfi. Er lioffte offenbar für die Frommen auf ein Leben
nach dem Tode, das der GrossAater ablehnt (vgl. auch zu 48, 11).
Schliesslicli kann mau ihn aber auch von reiner Willkür
nicht freispi-echen. So übersetzt er 43, 26 pi:i Svq"' vanm mit
y.ai £v Xo-j-w atj-o-j a'j-f/sixai 7:av-7.. Gelegentlich scheut er sich
auch nicht, vier Stichen in zwei zusaramenzuziehu (46, 13), oder
der Deutliclikeit halber einen Stichus zuzusetzen und dafür einen
andern fortzulassen (50, 27). Natürlich hat er ein gewisses Ge-
fühl für das Gleichmass der Stichen. Uebergeht er ein Wort
oder versetzt er es iu einen anderen Stichus, so schaltet er öfter
ein Wort dafür ein, um das Gleichgewicht wiederherzustellen,
so z. B. 49, 1 -otv-t', 49, 4 7:X-/;;j.|xsX£iav. 40, 1 a setzt er den ak-
tivischen Ausdruck ins Passivum um und übergeht hü, weil er Gott
nicht den Urheber des Unglücks nennen mag, er fügt dafür hinzu
-otv-l dvilfitomo nach ms* '33 Sy in b, das er dort noch einmal
übei'setzt.
Seine Sprachkenntnis erscheint dagegen öfter als mangel-
haft. So übersetzt er 46, 3 ZTn'' Tizh sin ''a sonderbar r(; TipoTEpov
auTorj ouToj? Isf/j ; Ueberhaupt beweisen viele und grobe Miss-
verständnisse (vgl. z. B. 12, 9. 47, 18), dass er für den Sinn der
einzelnen Stellen keine zuverlässige Tradition besass. Auch stand
ihm das Autographon des Grossvaters nicht zu Gebote (vgl.
unten § 14).
§ 7. Der griechische Vulgärtext.
Um den griechischen Sirach-Text hat man sich schon im
ersten Jahrhundert nach der Reformation mehrfach bemüht. Die
grosse Verschiedenheit desComplutensischen Textes (= + Cod. 248
Holmes-Parsons), der mit der Vulgata vielfach übereinstimmte,
von der Aldina (= Cod. 68) und der Sixtina (= Cod. B) lag
am Tage, nicht zum wenigsten in dem Plus von etwa 120 Stichen,
mit dem ausser vielen kleineren Zusätzen der Complutensische
Text die beiden anderen Ausgaben überbot. Im allgemeinen
begnügte man sich freilich damit, den Sixtinischen Text um das
Y*
LXVIII K^p. III. Die griechische Uebersetzung des Enkels.
Plus des (Jomplutensischen zu vermehren und die Abweichungen
des letzteren in Anmerkungen anzuführen. Viel mehr hat auch
David Höschel nicht geleistet, der den Augsburger (= 70 Holmes-
Parsons) Codex und nach Johannes Drusius' Vorgang auch den
Heidelberger (= 296 Holmes-Parsons) zur Vergleichung heran-
zog.') Kritisch erörtert sind die zahlreichen Varianten zuerst
von Drusius-), vielfach mit tretendem Urteil, üeberboten wurde
er erst von Johann Ernst Grabe, der in seiner Ausgabe des
griechischen Alten Testaments den Codex Alexandrinus zu Grunde
legte, ihn aber nach den anderen Texten vermehrte und hin und
wieder emendierte.^) Später hat K. G. Bretschneider in durch-
greifender Kritik vielfach die besseren Lesarten herausgefunden,
sich zugleich freilich in unbesonnene Skepsis verloren.^)
Reicheren kritischen Stott' bot der im J. 1827 erschienene
V. Band der Holmes-Parsons'schen Ausgabe der LXX, den
0. F. Fritzsche nebst dem unterdessen bekannt gewordenen
Codex Sinaiticus benutzte^). Ohne Zweifel ist Fritzsche's Text
in manchen Einzelheiten den früheren Ausgaben überlegen. Aber
es fehlte ihm an Einsicht in den Ursprung der Complutensischen
Rezension, die er wesentlich für ein Produkt gelehrter Willkür
ansah. Deshalb steht er im Urteil oft hinter Bretschneider und
Grabe, ja sogar hinter Drusius zurück. Des Syrischen unkundig,
verkannte er auch völlig den Wert des Syrers, den er in einem
damals kaum noch entschuldbaren Irrtum für eine Afterüber-
setzung nach dem Griechen hielt. Ueberdies hat er die damals
bekannten griechischen Varianten unvollständig verwertet.*^)
') Sapientia Sirachi sive Ecclesiastieus, coUatis lectionibus varr. mem-
branarum et XIV praeterea exemplarium, Augustae Vind. 1604. Die Aus-
gabe Höschels ist abgedruckt im o. Bande der Frankfurter und im 5. der
Amsterdamer Ausgabe der Critici sacri. Benutzt ist sie von Fritzsche.
2) ZO^PIA ZEIPAX sive Ecclesiastieus, Graece ad exemplar Roman um
et Latine ex interpretatione J. Drusii, Franekerae 1596.
ä) 'ü TiaXaiä dia^rjxi) xazä Toog ' Eßdoß-fjxovra, Tom. IV, Oxonii 1709.
*) K. G. Bretschneider, Liber Jesu Siracidae Graece, Ratisbonae 1806.
^) Libri apocrj-phi V. T. Graece, Lipsiae 1871.
*^) Oft hat er wichtige Lesarten übergangen, z. B. 1, 10 ^oßoufie.voig
(lOG für äranwai\>), 3, 1 xpiatv (263 cf. 70 für ißoü), 50, 29 <p6ßog (106 für <pil,q).
Aber öfter fehlen bei ihm auch ganze Stichen; so z. B. die vom ersten Kor-
rektor des Cod. Sin. erhaltene Variante von 16,21a, der allein bei diesem
§ 7. Der griechische Vulgärtext. LXIX
Inzwischen ist jetzt im hebräischen Urtext für die Kritik
der «griechischen Textüberlieferung der Massstab gegeben, zu-
gleich ist dadurch freilich das textkritische Problem noch weiter
kompliziert.^)
Der Oxforder LXX-Ausgabe von Holmes-Parsons liegt für
das Buch Sirach der Text der Sixtina zu Grunde. Im Ai)parat
sind mitgeteilt die Varianten folgender Handschriften:
III] = Cod. Alexandrinus, bezw.
Al.J = Grabe'sche Ausgabe.
23] := Cod. Gr. I der Marcus-Büdiothek in Venedig. Ich
folge einer Collation Lagardes (Cod. Gotting. Lagarde Nro. 7),
die nach der Ausgabe von Fr. Field (V. T. Graece. Oxonii 1859)
gearbeitet ist: vgl. fol. 20ö des Lagarde'schen Manuscripts.
55] kann ich nicht bestimmen-).
68] = Cod. Venet. V, der angeblich fast überall mit Cod.
B stimmt und daher nur zum Teil verglichen ist.
70] = Cod. Graec. 551 der Münchener Hofbibliothek,
früher in der S. Anna-Bibliothek in Augsburg; vgl. den Katalog
bei Aretin, Beyträge IX S. 870—95. Der Text von Sü\ 1—50
steht auf fol. 192 — 219; c. 51 ist weggelassen. Am Schluss ist
auf fol. 219 zu lesen: contuli cum editione llomana, quae hinc
emendari et augeri alicubi potest. D. H(oeschel). pridie pentec.
1603. Vgl. vorige S. Anm. 1. Für Holmes-Parsons ist nur
c. 1 nach der Handschrift collationiert, dagegen die Ausgabe
Höschels überhaupt nicht berücksichtigt. Da die Lesarten des
Codex von Höschel vielfach ungenau und missverständlich an-
gefühi't sind^ habe ich den Codex hier in Göttingen vollständig
Korrektor sich findende 42, 15d, der nur in 248 70 erhaltene 47, 8 d, und
1, 7 ganz.
^) Indessen glaube ich der Sache wegen bemerken zu müssen, dass
die nachfolgenden Ausführungen über die Geschichte des griechischen Textes
vor der Entdeckung der hebräischen Fragmente geschrieben waren und ich
nachher an ihnen wenig zu ändern gefunden habe.
-) Unter derselben Nummer sind bei Holmes-Parsons öfter mehrere
Handschriften begriffen, die sich zu einem vollständigen A. T. ergänzen.
Rechenschaft darüber geben die (mir nicht zugänglichen) Annual accounts.
So bezeichnet Xro. 55 für die Bücher Genesis-Psalter den Cod. Vat. 1, der
eben nur diese Bücher* enthält (vgl. die Praefatio zum 1. Bande), für die
späteren Bücher hat die Nummer eine andere Bedeutung.
LXX Kap. III. Die griechische Uebersetzung des Enkels.
verglichen. Uebrigens ist diese wichtige Handschrift, die von
Höschel freilich als membranae und codex vetustissimus be-
zeichnet wird, eine Papierhandschrift des 15. Jahrhunderts.
106] =^ (,'od. 187 der Bibliothek der Carineliter-Barfüsser
in Ferrara (nach der Unterschrift unter Iliob vom J. 1334). Ich
folge einer Collatiou Lagarde's (Cod. Gotting. Lagarde Nro. 21.
2 Bde.), die nach derGrabe-Breitinger'scheu Ausgabe gearbeitet ist.
155] = Cod. Hagensis Meerinan. 11 (nach Hatch jetzt in
der Bodleiana in Oxford), nach Holmes-Parsons aus dem 12.
oder 13. Jahrh.
157] = Cod. B VI 23 der öffentlichen Bibliothek in Basel,
reichend bis tou b/Jlrr^xrflox 51, 21.
248] = Cod. Vaticanus 346, nach HoLnes-Parsons un-
gefähr aus dem 14. Jahrb., liegt dem Text der Complulensis
zu Grunde. Vgl. übrigens E. Klostermann, Analecta, Leipzig
1895, S. 15ff.
253] = Cod. Vaticanus 336, nach Holmes-Parsons aus
dem 14. Jahrb., nach E. Klostermann (S. 16) und 0. v. Gebhardt
(Psalmen Salomos S. 20) dagegen aus dem 11. oder 12. Jahrh.
Ich folge Klostermanns Collation (a. a. 0. S. 26 ff.).
254] = Cod. Vaticanus 337, nach Holmes-Parsons etwa
aus dem 13. Jahrh.
296] = Cod. Vaticanus-Palatino-Heidelbergensis 337, aus
dem 13. Jahrh. Die Handschrift hat folgende Lücken: 18, 18 — 19, 3.
23, 3 (am Ende) — 23, 16 (~Xr^ö6vouaiv 7.[jL7.p-t'o(c), 45, 15 e — 46,12b
incL, 48,12 (EXiaaTs) — 49,15 (sTTöaxeTTr^Gav), c. 51. Die Hand-
schrift ist schon für die Ausgaben des Drusius und Höschels
benutzt, für die erstere freilich nur von c. 24 an.
307] 1) = Cod. 129 (olim 276) der Hofbibliothek in
München, aus dem 14. Jahrh. Es fehlen 21,3 (lacjic) — 26,29
(oixato)9v^cj£Tat), 44 — 51.
308]^) wäre nach der Praefatio, die Parsons zu Jesus
Sirach gibt, ein Palat. Vindobonensis. Aber die von E. Hatch ein-
gesehene Collation ist in Rom gemacht und bezeichnet den Codex
^) Diese beiden Hss. sind verschieden von den anderswo bei Holmes-
Parsons als 307 308 aufgeführten; in der Praefatio zu Jesus Sirach sind sie
deshalb als *307 und *308 bezeichnet.
§ 7. Der griechische Vulgärtext. LXXI
einfach als Palatinus. Indessen ist er in Stevenson's Katalog
nicht zu finden. Der Codex hat dieselben Lücken 296.
Im Anhang des 5. Bandes sind bei Hobnes-Parsons Vari-
anten zum Prolog mitgeteilt aus:
234J = Mosquensis d (alibi designat. nuni. 311). Ueber
Nro. 311 ist in der Praefatio ad XII prophetas minores bemerkt:
cod. Biblioth. S. Svnod. Mosq., num. 341, membranaceus saec.
XI. Praeter XII Prophetas minores et IV majores continet
etiam alios complures V. T. libros.
Seit dem Erscheinen der Oxforder LXX-Ausgabe sind in
mehr oder weniger zuverlässigen Ausgaben publiciert:
A] = codex Alexandrinus,
B] =: codex Vaticanus 1209,
S] = codex Sinaiticus,
CJ = codex Ephraemi rescriptus. Es fehlen in ihm
7, 14b — 8, 15b. 11, 17 — 12, 16c. 16, Ib— 17, 11. 20, 5b— 21,
11. 22, 20—27, 18. 28, 25b— 30, 7. 34, 22 (d-w-r^a-/,) — 36, 16a.
31, 6—32, 22a. .86, 16b— 37, 10. 38, 16—39, 6. 43,27b— 39, 6,
43,27b— 45, 24b. 47,23 (o? aTrsofi/jasv)— 48, 10. 49, 12 ('lojasosx) —
Schluss.
Ich benutze diese vier Uncialen nach H. B. Swete, The
Old Testament in Greek, Cambridge 1891. Ausserdem standen
mir noch zu Gebote:
k] = cod. Hauniensis 6 der grossen königlichen Bibliothek
in Kopenhagen. Diesem Codex ist, wie Ch. Graux und 0. v.
Gebhardt (Psalmen Salomos S. 14ff.) gezeigt haben, der sogleich
zu besprechende Cod. Vindob. Theol. Gr. XI in der k. k. Hof-
bibliothek in Wien genau nachgebildet. Ausserdem sind der
Cod. Mosquensis 147 (früher 148) der Svnodalbibliothek in
Moskau und der Cod. Parisinus Gr. 2991 A der Nationalbibliothek
in Paris mit jenen beiden nahe verwandt, falls sie nicht geradezu
aus einem der beiden geflossen sind. Auf mein Gesuch wurde der
Kopenhagener Codex bereitwilligst nach Göttingen gesandt; ich
habe ihn vollständig verglichen.
v(i) =] cod. Vindob. Theol. Gr. XI (= Vienna I bei Hatch,
Essays in Biblical Greek S. 248), nach Lagarde 11. oder 12.
Jahrh. Als die Kopenhagener Handschrift schon zui'ückgesandt
LXXII Kap. III. Die griechische Uebersetzung des Enkels.
■war, erfuhr ich, dass Lagarde auch diesen Wiener Codex in
den Jahren 1873 und 1874 verglichen hat (= Cod. Gotting.
Lagarde Nro. 22). Zwischen seiner Collation des Wiener Codex
und meiner Collation des Kopenhagener habe ich etwa 36 Ab-
weichungen bemerkt, die zu einem Teil auf offenbaren Schreib-
fehlern der Wiener Hs. beruhen.
v"=] Cod. Vindob. Theol. Gr. CXLVII, nach den An-
gaben von Hatch (Essays in Biblical Greek).
Fragm. Hieros.J = J. llendel Harris, biblical fragments
from the mount Sinai (London 1890 S. llff.).i)
Syroh.] = syrohexaplarischer Text (fol. 80 — 9ß des Cod.
Ambrosianus ed. Ceriani, Monumenta sacra et profana, tora. VII,
Mil. 1874). Es fehlt c. 51 in Fol.i;e einer Verstümmelung der
Hs. Der Text ist im allgemeinen die genaue Wiedergabe eines
griechischen Textes, der dem Cod. 253 nahe verwandt war. Esheisst
45, 14 für oArjxapTrdJÖrjOfovTai p2"ipn3 Hüh^ S1SD (vollständige Früchte
sie werden dargebracht). Eiuigermasseu ist dieser Text daher
mit seiner Vorlage gleichwertig. Allerdings ist die Genauigkeit
der Wiedergabe keine vollkommene. Der Uebersetzer benutzte
auch die Peschita und folgte ihr öfter aus blosser Bequemlichkeit.
So setzt er 38, 4 für TTposo/ilisiauTolc nach der Peschita piT^j; SD^J
(er verachtet sie), während er anderswo das griechische Verbum
sinngemäss wiedergibt (6, 25. 25, 2. 50, 25). Ebenso 5, 7 für
ur.zp[irfXkrjo i:j;nn (lass dich abhalten), 45, 23 für Tpo-n-/^ anyyin
(Bresche). Namentlich folgt er der Peschita, w^o er den Griechen
nicht versteht. Deshalb steht 41, 1 für aTrspiarotaxoc wii>5; (stark),
31, 26 für a'j[x|diojariv ^"!^D23 (sein Vermögen), 34, 21 für asaoKopwv
üi: riV^f2 p (aus der Mitte der Gesellschaft). Vgl. auch zu 4, 30.
Seine Uebereinstimmung mit der Peschita beweist deshalb noch
nicht für seine Vorlage. Es ist fraglich, ob er 13, 1 xoX^ör^ssTai
1) Unbenutzt sind bisher Petersburger Palimpseste, die von Tischendorf
für den 8. Band seiner Monumenta sacra inedita bestimmt waren. Vgl.
Nestle, Urtext S. 74. Uebrigens kämen nach Swete (Old Testament in Greek
IV 122 ff.) an griechischen Handschriften (ausser den Lectionaren) noch in
Betracht Codd. 46 (Paris, Nationalbibliothek, Coislin 4), 107 (Ferrara, nahe
verwandt mit 106), 122 (Venedig, St. Marcus Gr. 6), 131 (Wien, Th. Gr. 23),
249 (Rom, Vat.). Aber allein in der Pariser Nationalbibliothek sind ausser
Ancien Fonds 2931 A und Coislin 4 noch acht bisher nicht verglichene Hancl-.
Schriften vorhanden.
§ 7. Der griechische Vulgärtext. LXXIII
für [ioXuv&T^asTat und 22, 17 YX'j]jL[j.aTo? für '];7.]a;xojt6c las. Oefter
übersetzt er auch ziemlich frei. So 1, 2 n'^j? pn (die von Ewigkeit
her waren) für auovoc, 29, 27 xn'^n S'pna (das Haus ist erfordert)
für /f£ia xr)s oixtW, 30, 7 cnn (wer liebt) für -£pi'};6-/«)v, 9, 13
garKöl aiwi m^V'' ^V (auf den Zinnen einer hohen Mauer) für
£-1 i-rJlrzioM -o/,£toc. ;Möglicher Weise fällt freilich diese Um-
schreibung und andere ähnliche aber auch schon der Vorlage zur
Last; vgl. unten S. LXXXIII. Er bleibt sich übrigens auch in der
Wiedergabe derselben Wörter nicht immer gleich, so wird 30, 15. 16
pEX-Kov durch p 3'i2 und p in'*» wiedergegeben. Den auf das Nomen
folgenden Genitiv des Pronomen personale drückt er bald durch Sn
mit Suffix, bald durch das blosse Pronominalsuffix aus, übrigens fügt
er wie alle semitischen Uebersetzer zum Nomen oft das Pronominal-
suffix hinzu, wo im Griechischen das blosse Nomen stand. Die
griechischen Zeitformen gibt er ungieichmässig wieder, das blosse
Participium findet sich für das Präsens und das Futurum, aber
auch für den Aorist (z. B. 11, 12); ebenso wird durch das Par-
ticipium mit sin nicht nur das Imperfectum, sondern auch der
Aorist ausgedrückt. Stark schwankt er auch in der Wiedergabe
der Präpositionen. Oefter gibt er Randlesarten, die vermutlich
ebenso in der griechischen Vorlage standen und meistens besser
sind (vgl. z. B. 17, 8. 38, 2. 50, 12 bis).
Weshalb der Syrohexaplaris der Ambrosiana neben den
kanonischen Schriften nicht nur das Buch Baruch und den Brief
des Jeremias, sondern auch die Weisheiten Salomos und Jesus
Sirachs enthält, und der verloren gegangene syrohexaplarische
Codex des Andreas Masius, der bekanntlich die erste Hälfte der
ambrosianischen Handschrift bildete, auch das Buch Judith und
einen Teil des Tobit (1, 1—7, 11) umfasste, ist nicht auszu-
machen.^) Denn dass Origenes auch die apokryphischen Bücher
in seine Hexapla aufnahm, ist nirgendwo überliefert. Aber un-
denkbar ist es eben auch nicht, zumal der Text des Buches
Baruch im Syrohexaplaris einigermassen nach Analogie der ka-
1) Vgl. F. Fielcl, Origenis Hexapl. I p. LXVII seqq., A. Rahlfs in
Lagarde's Bibliotheca Syriaca p. 32gff. Der syrohexaplarische Text von
Tob. 1, 1—7, 11 ist in alle Peschitahandschriften eingedrungen, übrigens hält
Field auch den Peschitate?;t des 3. (ai. 1) E^rabuchs für eine Arbeit des
Paulus von Telia.
LXXIV Kap- m- Die grieehiscke Uebersetzung des Enkels.
nonischen Bücher behandelt ist. Er hat nämlich Randlesarten,
die auf Theodotion zurückgefülirt werden. Ausserdem steht im
Text mehrfach vor einzelnen Wörtern oder Wortgruppen der Obolus
mit der Randbemerkung, dass sie beim Hebräer nicht vorlägen,
und umgekehrt steht 2, 1 der Asteriskus vor einem Satz, der im
Cod. Marchalianus als dem Theodotion gehörig bezeichnet ist.')
Eine einigermassen ähnliche Bewandtnis hat es aber mit den
zahlreichen Asterisken des syrohexaplarischen Sirach, über die
unten (§ 8) zu reden sein wird. Die Güte des syrohexaplarischen
Sirach-Textes wäre des Origenes übrigens nicht unwürdig, aber
seine Sirach-Zitate decken sich wenig mit ihm.
Palaestin.] = Fragmente der christlich-palästinischen Ueber-
setzung. Es handelt sich um Sir. 18, 18 — 33 (vgl. Palestinian
Syriac Texts ed. by A. S. Lewis and M. D. Gibson, London
1900, sowie Studia Sinaitica XI, London 1902), ferner um
45, 25b— 26. 46,1—8 (vgl. Fr. Schulthess, Abhandlungen der
Göttinger Gesellschaft der Wissenschaften N. F. Band VIII
Nro. 3 S. 39. 40). Dazu kommen einzelne Verse, die demnächst
Hugo Duensing herausgeben wird. Zu 46, 1 — 8 haben die Frag-
mente gute Lesarten.
Während sich im Neuen Testament nur Anspielungen an
Sirach finden, und bei den apostolischen Vätern nur ein Zitat
vorkommt,-) wird das Buch von den griechischen Kirchenvätern
wie von den Lateinern sehr oft zitiert, und diese Zitate sind von
grosser textkritischer und textgeschichtlicher Bedeutung. In
Betracht kommen von den Griechen namentlich Clemens Alexan-
drinus und Chrysostomus.'') Ich habe ein Verzeichnis von Väter-
zitaten benutzt, die Lagarde z. T. auf Grund eigener Lektüre,
1) A. Ceriani, Monumenta sacia et profana I, i p. 2. 15.
2) Vgl. Jac. 1,6 mit Sir. 36,2; Jac. 1, 16 mit Sir. 5,11; Joh. 14,23
mit Sir. 4,14 ii. a. — Sir. 4,31 wird Ep. Barn. 19,9. Constit. ap. 7,11
zitiert, lieber ein Zitat bei Philo s. o. S. XXIX Anm. 2.
^) Für die Zitate des Clemens vgl. auch Otto Stählin, Clemens Alexan-
diinus und die Septuaginta (Beilage zum Jahresbericht des K. Neuen Gym-
nasiums) Nürnberg 1901. Von besonderem Interesse sind seine Lesarten für
4, 11. 9, 8. 9. 20, 8. 23, 18. 34, 27. 35, 11. 39, 18. Wichtige Lesarten des
Chrysostomus finden sich z.B. zu 2,10. 4,3. 9,10. 10,27. 16,2. 18,30. Betr.
des Origenes vgl. z. B. zu 1, 3. 11, 28. — Textgeschichtlich sind sehr viele
Zitate von Interesse; vgl. z. B. zu 3,21. 16,3.
§ 7. Per griechische Vulgärtext. LXXV
z. T. aus den Eandnoten der Ausgaben zusammengestellt hat
(vgl. Codd. Gotting. Lagarde Nro. 28—33. 37j. Wichtig sind
sodann für die Textgeschichte die Spruchsammlungen des An-
tonius Melissa und des Maximus Confessor^), die zuerst Conrad
Gesner herausgegeben und K. G. Bretschneider zur Eniendation
herangezogen hat. Vgl. Loci communes sacri et profani senten-
tiarum omnis generis ex autoribus Graecis congesti per Joanuem
Stobaeum et veteres in Graecia monachos Antonium et Maximum
ed. a Conr. Gesnero. Francofurti 1581. Ich zitiere der Be-
quemlichkeit halber mit
Anton. Max.] für gewöhnlich nach Migne, Patrol. Gr., bei
dem sich die Sprüche des Antonius im 136. Bande, die des
Maximus im 91. Bande finden. Ich habe freilich einzelne Sprüche,
die Gesner aufführt, bei Migne nicht wiedergefunden, und musste
daher mehrmals auf Gesner rekurrieren.
Der Versuch, die bisher verglichenen Hss. zu gruppieren,
kann als verfrüht erscheinen, weil die von Holmes-Parsons be-
nutzten Collationen z. T. wenigstens unzuverlässig sind. So führt
Lagardes Collation des Cod. 106 etwa 100, die des Cod. 23 aber
an 300 Varianten auf, die bei Holmes-Parsons fehlen;') ebenso
gibt E. Klostermann für Cod. 253 gegen 250 neue Lesarten.
Nicht viel besser ist Cod. 296 für die Oxforder Ausgabe ver-
glichen. Von den etwa 90 Varianten, die Höschel (vgl. oben
S. LXX) in seinem Apparat aufführt, fehlen bei Holmes-Parsons
etwa 30, darunter so wichtige wie im Prolog (//fo,o;x-/jy (für
a'-pojjLotov), 33,10 opi^ij-oö, und so charakteristische wie 36,24 dyxWryj^
(für '^cuoci;), 40, 1 [rr^zpo: a-avtojv (für a. a-jtwv). Dass Höschel dabei
in der Hauptsache wenigstens Eecht hat, beweist der Umstand,
dass die meisten der bei Holmes-Parsons fehlenden Varianten von
ihnen aus dem nach st verwandten Cod. 3^8 angeführt werden.
') Ueber die beiden vgl. auch Theol. Lit. Zeitg. 1897, 12 f. Ihre Les-
arten kehren grossenteils im Lateiner wieder; textkritisch wichtige Lesarten
hat Antonius z. B. zu 4,3, Maximus zu s, 10.
-) Ausser Rechnung lasse ich dabei nicht nur alle orthographischen
Varianten, sondern auch alle Abweichungen der von Lagarde zu Grunde
gelegten Field'schen Ausgabe von der Sixtina, für die nach Lagarde"s Collation
nur e silentio (aber doch mit höchster Wahrscheinlichkeit) auf dieselben Ab-
weichungen in Cod. 23 zu schliessen ist.
LXXVI Kap. III. Die griechische Uebersetzung des Enkels.
Angesichts dieser Zahlen könnte man fragen, ob das vor-
liegende textkritische Material auch nur zur Texterklärung aus-
reichend sei. In Wahrheit steht es aber um den Apparat der
Oxforder Ausgabe keineswegs so schlimm. Denn die von Holmes-
Parsons für Codd. 23 106 253 aufgeführten Varianten werden
von Lagarde und Klostermann zu allermeist bestätigt, übrigens
führen Lagarde und Klostermann nur sehr wenige Varianten auf,
die nicht schon aus anderen Hss. bekannt waren.') Obendrein
sind nunmehr die Lesarten der Codd. ABCS 23 70 106 253,
der Complutensis (= 248) und des Syrohexaplaris mehi' oder
weniger zuverlässig bekannt. Das sind aber, wie leicht zu zeigen
ist, die weitaus wichtigsten Textzeugen, die übrigen Hss. sind
dagegen, abgesehen etwa vom Cod. 307, von untergeordneter
Bedeutung. Der Wert der genannten Hss. und zugleich ilir
gegenseitiges Verhältnis lässt sich an einer Reihe von Kiiterien
feststellen.
In Betracht kommt zunächst die Vollständigkeit des
Textes. Jesus Sirach hat in lauter Distichen geschrieben, und
das Buch war wie im Urtext so auch griechisch von jeher in
stichischer Schreibung überliefert. Die Handschriften lassen
deshalb öfter ganze Sticlien aus.
S*^'' Sah. allein enthalten 42, 15d,
S«'^ 70 Lat. aUein 30, 17 ba,
70 248 allein 41,9 a Hebr. und 47, 8 d Hebr.
S«^^ 70 248 allein 38,33 a,
8«=^ 70 248 kv Lat. allein 29,23 b,
70 248 (254) Lat. aUein 30, IIb. 12a,
70 248 106 Lat. allein 30, 12 d,
70 Co. (248) Syroh. 253 Lat. aUein 3,7 a,
70 248 106 Syroh. 253 Lat. aUein 4, 23 b,
S<=« 70 248 106 Syroh. 23 307 kv Sah. Slav. Lat. allein 7,26b,
der Stichus fehlt in (253) BA (157 55 254 155 296 308) Aeth.
Dagegen hat S" ihn an falscher Stelle.
Bemerkenswert sind noch folgende Lücken, die gewissen
Hss. gemeinsam sind.
^) So Lagarde zu 44, 16 aus Cod. 23 das merkwürdige dtavoias für
fiezavoias. Uebrigens ist Cod. 23 besonders schwer zu lesen.
§ 7. Der griechische Vulgärtext. LXXVII
AC 23 155 Aeth. om. 5, 2bi),
248 23 S* om. 44, 17 c ^).
Ein zuverlässiger Stammbaum der Hss. ergibt sich auf
Grund dieser Beobachtungen nicht. Der erste Korrektor des
S (^S"^"^) ist entweder seiner Vorlage nicht überall gefolgt, oder
in seiner Vorlage waren die Stichen 41,9 a. 47, 8 d. 30,11b.
r2a. 30, 12d. 3,7a. 4,23b durch Korrektur ausgestossen, wenn
anders die übrigen Hss. nicht nachträglich ergänzt sind.-^) Unter
diesem Vorbehalt niuss dasselbe von kv (vgl. alle Stellen ab-
wärts von 29,23 b bis 4,23 b), von 106 (vgl. 3,7 a), von 253
(vgl, 7,26 b) behauptet werden.
In Betracht kommt ferner die Anordnung des Textes.
33, 13b c. 34,1 — 36,16a haben ihre ursprüngliche Stelle zwischen
30, 24 und 30, 25; zwei Lagen von je 160 Stichen sind hier
vertauscht.^) Diese Umstellung findet sicli in allen Hss., auch in
248, wie P. Bollig konstatiert hat.-*) Von den Afterübersetzungen
hat ausser dem Lateiner allein die altslavische (und diese mög-
licher Weise auf Grund der Vulgata)'^) die richtige Ordnung,
die auch der Syrer aufweist. Die Uebereinstinuuung der Hss.
in diesem Punkt ist keinenfalls daraus zu erklären, dass sie alle
von der Unfallsliandschrift abstammen, vielmehr werden manche
Hss. in diesem Punkt korrigiert sein. Allerdings lässt der Syro-
hexaplaris vermuten, dass die Umstellung sehr alt ist.
Aber auch manche einzelne Stichen sind in den Hand-
schriften umgestellt.
248 70 Lat. haben allein die richtige Reihenfolge 28, 24.
25, allein die falsche 37, 7. 10,
248 70 106 haben allein die richtige 17,9. 10,
') Sah. hat 5,2b hinter 5,8a, und 44,17c hinter 44,17d.
2) So steht 47, 8 d in 70 und 248, 44,17 c in 70 au falscher Stelle.
=*) 1,1—30,24 sind im Cod. B fast genau 1760 Stichen = 11 Lagen.
Der Prolog fehlte also in der Unfallshandschrift oder er stand am Rande.
4) Vgl. J. K. Zenner in der Ztschr. f. kath. Theol. 1895 S. 159. Un-
erklärlich ist mir aber die Angabe Bollig's, dass c. 35 — 86, 16 im Cod 248
fehlten. Holmes-Parsons haben sowohl für c. 32 — 33, 16 wie für c. 35 — 36, 16
Varianten aus Cod. 248.
*) Ebenso stand es vielleicht mit dem unus vetustus codex, von dem
Nobilius sagt, dass er allein die richtige Ordnung habe.
LXXVIII Kap. III. Die griechische Uebersetzung des Enkels.
248 Syi'oh. 253 S'^'' Lat. haben allein die richtige 3, 2ß,
248 Syroh. 253 23 haben allein die falsclie 50, 1,
248 70 106 157 Syroh. 253 23 Sah. haben allein die
richtige 43, 16. 17,^)
23 S*Aeth. haben allein die falsche 50, 9. 10,
B (155 296 308) haben allein die falsche 28, 10,'^)
AC 106 k 157 307 155 296 308 Aeth. haben allein die
falsche 39, 23. 24 gegen (248) 70 Syroh. (253 23) S B (55 254),
A C 155 307 haben allein die falsche 43, 24.
Evident ist auch hierbei die Tatsache der Korrektur ein-
zelner Hss. So für 70 (vgl. zu 3,26), für 106 (vgl. zu 17,9. 10
und zu 3, 26. 50, 7. 39, 23. 24), für 157 (vgl. zu 43, 16. 17 und
zu 39,23. 24), für S''« (vgl. zu 3, 26 und den folgenden Stellen),
für 155 296 308 (vgl. zu 28, 10 und zu 39, 23. 24). Für kor-
rigiert inuss aber auch 23 gelten. Nur so ist die Verschiedenheit
der Gesellschaft zu begreifen, in der er sich einerseits 50, 7.
43, 16. 17 und anderseits bei der Auslassung von 44, 17 c (s. o.
S. LXXVII) und wiederum bei der Auslassung von 5,2b (s. ebenda)
und der Umstellung 50, 9. 10 befindet. Anderseits ist bemerkens-
wert, dass A 0 155 (und 307) 43, 24 allein dieselbe Umstellung
haben, und AC 155 (und 23) in 5,2b allein dieselbe Lücke.
Die Güte des Textes der verschiedenen Handschriften
mögen zunächst folgende Beispiele illustrieren.^)
43, 23 heisst es in der Lobpreisung des Schöpfers
XoYia[xu) 7.tjTo5 IxoTraasv aßuaaov,
wozu als zweiten Stichus bieten
248 23 Slav.: xal i^uisuasv sv (23 om. £v) ctuxfj vr^aou?.
Syroh. 253: xal scpu-suasv otuxyjv vy^aou?.
SBCA (307 296) Sah. Aeth.: xal Icputsüasv G(ur>^v 'Ir^sou?.
^) I). h. sie stellen v. 17 a vor v. 16 a. Im Text der hebräischen Hand-
schrift fehlt V. 16, sie liest aber v. 17 a vor v. 17 b, wie die meisten griechischen
Zeugen. Dagegen hat der Rand in richtiger Folge: 17a 16 17b. Vielleicht
sind die oben genannten griechischen Hss. also nach Gr. II korrigiert.
^) D. h. der Stichus d gehört hinter a. Sah. om. b c d, Lat. om. d.
^) Ich bemerke ein für alle Mal, dass ich die Setzung oder Weglassung
des Artikels im Allgemeinen ignoriere, überall ignoriere ich den Unterschied
der indikativischen und der konjunktivischen Aussprache, meistens auch den
von 0 und tu.
§ 7. Der griechische Vulgärtext. LXXIX
106 k V 157 155 308: -mi l'^-^Tsuasv a'jTyjv y.^f.io,-.
Lat. codd. Sangerm. Corb. : et plantavit illum Dominus Jesus.
55 254: xal ecpoxsucisv sv otutfi o xopioc y/jaou^.
Lat.: et plantavit in illa Dominus insulas.
70: xctl icpuTEUGcv au--^ xupioc vyjöouc.
Wesentlich dasselbe Bild geben die Varianten zu 10, 27.
248 70 Svroh. (253 vac.) 23 S" Lat. Sah. Slav. lesen:
xf>£iac5ü>v (248 add. -fap o) ipYotCou-cvo? (S" add. rj, S^ om.) xat
irspiaasutüv Iv -üasiv r^ (248 70 add. 6) oo;7.Co;x£voc x-:/..
Entstellt wurde irspiaasucuv in -rspt-ocTÄv und dann ergab sich
mit Umstellung von sv itaatv v) die Lesart von
B (307 C 55 254 155 308) Armen. : xpetaatuv (254 add. 7a»
£p-,'C(^o[i.£voc £7 Traaiv (55 254 £v kovou)^) t^ (Armen, om.) -£pi-c(ttuy
(BC" (254 308) Armen, add. r^) oo;o(>^;x£voc (307 £p7otCo|x£vo^) x-X.
Gemischt A 106 k v 157 296: xp£i33(uv Ip^aCofiEvoc xai
K£pt'jCi£6(ov £y Traafiv r^ 7:£p'.K7.T(üv oocct^oixövo; xtX.
Anders S*^^: xpärsacov EpYaCotj.-'"'^? ^^ Tracjtv xotl 7:£pt33£6tüv h
raaiv Tj oo?o(CojJ.£vo? xtX.
In beiden Fällen haben allein 248 Syroh. 253 23 die
richtige Lesart^ am nächsten stehen ihnen S B C A, die übrigen
Zeugen entfernen sich weiter vom Ursprünglichen. Dabei sind
in 55 254 und 70 zu 43.23, in A 106 kv 157 296 und S'^'' (einiger-
massen auch in S*) zu 10, 27 verschiedene Lesarten mit einander
vermischt. Die Korrektur nach anderen Hss. wurde für ^"^ 70
106 kv 157 296 schon oben (S. LXXVII sq.) constatiert.
Eine etwas andere Gruppierung stellt sich 41, 11 heraus.
Hier haben richtig allein
gca Annen. (Edersh.): ovojxa o£ d7cti>ov oux i^aXErffty^asTcti.
Dann zeigt sich die Entartung in folgender Reihe:
Sah.: aber der Name der guten Menschen wird nicht aus-
getilgt werden.
248 307 Anton 1129: ovo«j.a 11 'dvöptoTttov oux dyaöov (Ant.
aYa&tov) i^otX.
Vulgär: c/'vo[j.a ok 7.(jLap-u)Xajv (k da£[:lu)v) oux äyxhw (155 308
aYa&tuv) £caX.
70 Aetli. Lat.: ovoaa Oi daotp-ccuXuiv l^aX.
1) Vgl. Aeth.: Besser ist wer sich abmüht und arbeitet, als wer ein'
herspaziert und gross tut und nicht findet seine Nahrung.
LXXX Kap. in. Die griechische Uebersetzung des Enkels.
AVieder anders liegt die Sache im zweiten Satz des Prologs.
Hier ist die gewöhnliche Lesart:
BAC (307 k V 254 155 308): xorl -(«v aXXojy Tratp^wv y^Koy^.
70 106: xal xöiv akkur^ ok xwv r^oLziAuy^ [ji[i)>''ojv.
Syroh. 253 234: X7.l tojv aÄXojv os ovtojv (s. osovtojv) -otxpiwv
S 55 296: xal täv aÄXwv tcüv oeovitov Ttcttr^Cojv [:ii,3X.
23 : xal xa>v aXXwv xoiv Ssovxtuv ßißXi'fov.
Lat. : xal xfov aXXwv [':ii|':JXr(uv.
Abermals verschieden stellt sich das Verhältnis 17, 31.
Ursprünglich B =''^ A 106 k v 307 254 155 296 Sah. (?)
Aeth. Armen. Slav. :
xal TTOv/jpov svi)u|i-/ii)7^Gi£xai (307 7:ov/jf>ox£pov £vöu}XT^a£xat) aap;
xal arjjia.
Lat. aut quid nequius (quam quod) excogitavit caro et sanguis.
Korrigiert B*S* (308): xal -oy-/;poc £vi)ü;xT^i>Y;a£xat (B'' iv-
Oujir^asxai) aa'pxa xal aftAa.
Gemischt C (55): xal Trov/jpo; svöuixrj&yjcrsxai aap; xal atixa.
Gemischt 157 S''": xal -J -ov/;pov (8*=^ 7:ov/;pox£pov) £v-
{)u[x-/)0r^!3£xa'. (S*^'* ivö'jixcTxai) (jdijy.rf. xal araa.
Vollends entartet 248 70 Syroh. 253 23: xal avr^p öc
(23 om. oc) £vl}u|x-/j{>yjS£xai aa'pxa xal aijjLa.
Die Codd. 248 70 Syroh. 253 23 S-^*^ 106 55 254 C sind
nach einer zweiten griechischen Uebersetzung ergänzt. Sie haben
aus ihr namentlich ein Plus von im Ganzen etwa 150 secundären
Stichen in grösserem oder geringerem Mass aufgenommen (s. u.
§ 8). Diese zweite Uebersetzung war aber z. T. gewiss nur eine
Bearbeitung der ersten. Deshalb könnten die oben S. LXXVl
aufgeführten Stichen, die jedenfalls zum ursprünglichen Bestände
des Buches und wohl auch zur Uebersetzung des Enkels ge-
hören, in diesen Handschriften nach der zweiten Uebersetzung
ergänzt sein. Dass der Syrohexaplaris vor 3, 7a. 4, 23b. 7, 26b
keinen Asteriskus hat, reicht zum Beweise des Gegenteils nicht
aus^). Ebenso könnte in diesen Handschriften in den S. LXXVII sq.
aufgeführten Fällen die richtige Ordnung der Stichen nach der
') Vgl. 11. § 8. Dagegen scheint der Asteriskus vor 3, 25 zu beweisen,
dass dies Distichon, so wie es lautet, aus der zweiten griechischen Ueber-
setzung stammt. Aber in der ersten war es wohl nur ausgefallen (s. z. St.).
§ 7. Der griechische Ynlgärtext. LXXXI
zweiten Uebersetzuiig hergestellt sein^), und so könnten auch die
besseren und ursprünglichen Lesarten, die diese Handschriften
vor den anderen voraushaben, zunächst aus der zweiten Ueber-
setzung stammen. Aber sie haben in so vielen Fällen die bessere
Lesart, dass dann eine durchgehende Korrektur nach der zweiten
Uebersetzung angenommen werden müsste, die nicht gerade
wahrscheinlich ist. Denn die Korrektur, die fast alle Hand-
scliriften, und namentlich auch diese, nachweislich in hohem
Masse erfahren haben, ist zu allermeist unverständig. In ihren
guten Lesarten wie ihren Verderbnissen stehen ihnen dagegen
die am wenigsten korrigierten Handschriften vielfach nahe, wie
ich unten zeigen werde. Nur ist unter diesen Umständen eine
prinzipielle Bevorzugung dieser Handschriften ausgeschlossen,
die Güte ihrer Lesarten ist vielmehr überall aus inneren Gründen
zu erweisen. In sehr vielen Fällen ist ihre Ueberlegenheit aber
auch zweifellos. So z. B.
248 Syroh. 253 23: 46, 7 ixxX-/)aiac.
248 70 Syroh. 23: 14, 9 i. f. add. a'koo.
Verwandtschaft mit SB zeigt in Fällen wie:
248 Syroh. 253 23 S*: 35, 12 xctt arj (iv) ocixctpria (cfactpriatc) xcti.
248 Syroh. 253 23 S k: 16, 5 io^oa/sv o ry:^\\rj.hi.üz -xou.
248 70 Syroh. 253 23 S 157 55 254 155 Lat.: 21, 25
(248 70 106) Syroh. (253 23) B: 50, 18 i-'Xux^vfly;.
Anderswo treten A und einige Minuskeln hinzu:
248 70 Syroh. 106 ^"^ A Pal.: 46, 3 x-jptou.
248 70 Syroh. 253 23 SA 106 k 157 296 Lat.: 50, 22 -(zv-wv.
248 70 Syroh. 23 SA 307 k: 31, 9 rs-Xav/jjxsvo?.
Co. (248) 70 253 23 SA 106 155 Lat.: 36,22 otxszÄv.
248 70 Syroh. 253 23 S«^ Pal.: 46, 3 ttoXsu-oo,-.
248 70 Syroh. 253 106 S«^: 14, 20 [xsXs-r^crEt.
248 Syroh. (?) 253 23 k: 19, 27 s&sXoxto^aiv.
248 (70 Syroh. vac.) 253 23 k 55 254: 51, 19 s-svo/jaoc.
Auffällig ist hierbei das Abspringen des Syroh. in 36, 22,
von 253 in 14, 9. 31, 9, von 23 in 14, 20.'^)
i| Anscheinend ist das bei 43,16. 17 ges.-behen. S. o. S. LXXVIII.
') Bemerkenswert ist auch, dass die z. T. gewiss sehr alten Ueber-
schriften über den einzelnen Abschnitten des Buches (s. o. S. LX) in Co. 248
SniODil. Sir;ii-li-Ki'iniii(>iit;u. VI
LXXXIT Kap. III. Die griechische Ueberaetzung des Enkels.
Dieser Uebereinstimiiiung in guten Lesarten gehen ge-
meinsame Fehler parallel.
248 70 Syroh. 253 23 S«« 157: 43, 5 xaTs-aocrs.
248 70 Syroh. B* S k: 43, 13 xa-s-a'jiE.
In dieser Beziehung ist besonders deutlich die Verwandt-
schaft von Syroh. 253 23 untereinander und mit A B C S, na-
mentlich mit S B.
Syroh. 253: 42, 25 eo»; -ou oti'wvo?.
253 23: 34,31 d-axr^si; 41,1 su-ps-sara'-«) ; 45,22 om. o-l
Syroh. 253 23: 7,28 öi' ccj-r,;; 40,14 wiederholen am
Schluss V. 12b. I3a; 41, 5 suGoziaic.
Syroh. (253 23) SB (155): 22, 18 -/apaxsc.
Syroh. 253 23 SB: 45,17 cp(«vr,37.i (so auch 70); 50,12c
auToc (für o('j-rj'j).
Syroh. 48, 17 (tov) aqoifj, 70 tov vvjojfv, 253 23 S ^'^ xov r^oj-',
B TOV 7(07, S'^^ TOV aYoj-j'ov (vulgo: to G'o<,up).
S* B 49, 13 vstxo'jaiv, 23 [xc'vouaiv, Syroh. 253 [j-evsT (vulgo:
Ns£[XlO'j).
Syroh. (253 23) BS*C (155 308): 37, 11 i'fssxioü.
253 23 70 SC: 48, 11 do<j-z;.
Auf die Gruppe S B A C sind folgende Fehler beschränkt.
S*BC: 43, 4 c?uX«3cüv; SB: 6, 29 xXaooi; SA: 44, 13 rf/a-
T(3[X£lCpi}-/^53t7l ; 45, 2 £V 00c-(j.
Seiner Grundlage nach ist Cod. 248 zweifellos der beste
von allen. Manche richtige Lesarten hat er allein. So 11, 17
suGooi £t^ TOV atojv7.; 20, 22 \r^<\lZ(Ji^; 25, 18 axouaituc;; 25,26 add.
oioou X7i ocTToXuaov; 30, 22 xotpotac; aorr^ C«""/;; 34, 31 aTravTv)3£i;
30,34a ^r^-r^at{[:); 30, 39 (oc r, 'Vj//^ aou; 32,24 ctuToü (für ctüttov);
37, 5 -oX£ixtou. Anderswo sekundieren ihm wenige andere Zeugen.
Es lesen
248 70: 18, 4 Tt'v.: 34, 11 praem. oia toÖto; 32, 22c i. f. add.
6 xpaTotio?; 37,26 oo^av; 44, 14 zk 7iV£av(?) xai 7£V£av(c); 44, 19
add. ccjTO'j; 47, 11 ßczcjtXEia? (vgl. Syroh.); 50, 10 add. £ü-,o£-r]c.
24S 70 106: 20,15 (vgl. 307) fitrryjToc xuptu) (^ew) x«! av-
Ofxuüoic; 21,8 //~J[AO'.; 34, 9 Tic ia-iv ootoc.
Syroh. 253 23 1U6 fast {janz fehlen. Betr. des Aelhiopen vgl. Dillmanns Aus-
gabe p. llSf,
§ 7. Der griechische Vulgärtext. LXXXIII
248 70 157: 24, 14 add. Icp' uaa-o;. 248 S^^: 15, 6 add. a^Tov.
248 70 S«^*: 46, 19b add.' ctuTou. 248 307 S -: 5, 8 d)<i£Xr;aei.
In der Gruppe Syroh. 253 23 hat Syroh. die Führung.
Er hat an guten Sonderlesarten: Prol. 1 ^iXottovo-jv-sc, 9, 12 suoöt'a,
10, 19 om. TTOiov 20 40 (vgl. S*), 10,22 Trapoi/.oc.
Syroh. 253 haben allein richtig: 1, 29 Ivw-iov; 2, 6 [y-oX)
sXTTi^i ^Ti' auTov y.oX zuÖDysi xa; 6006? 3c.u; 7, 9 sv -to 7:XV)i)£i.
Syroh. 23: 8, 15 xctxa.
Syroh. 253 23: 14,5 a-jotöorc (für xpip-otstv) ; 14,25 aY^^Oiü;
14, 27 £V GtXSTOj au-Ti?.
Zuweilen steht auch 253 mit einer guten Lesart allein:
12, 4 TTovr^pou, 13, 8 SV dopoauvxi. 44, 23 om. xai 1°. Vgl. 253 23:
12, 17 uTToaxa^j^st. Syroh. 253 106: 4, 1 ocpOaXixov sirioeou?.
Gelegentlich gehen nur noch wenige Minuskeln und S°*
mit Syroh. in guten Lesarten. So z. B.
Syroh. 106 k 157: 19,26 TropsuGfievos.
Syroh. 253 106 (S«^): 12, 8 i^:l'(voiCi^a^-oiu
Syroh. 253 23 307 S?: 29,7 00 /apiv.
Oefter geht 70 in guten Sonderlesarten mit Syroh. 253 23.
Syroh. 253 (vgl. 70): 3, 1 xpfaiv.
Syroh. 23 70 S«*: 34, 10 b add. a-kw.
253 23 70: 19,23 Travoup^ia.
Syroh. 253 23 70 k: 23, 12 avtiTrapaßsßXr^jxsvr^.
Bemerkenswert ist aber auch hier der Beitritt von S.
253 S: 16,27 ot-k(]üv (für a5-o-:). Syroh. 23 S: 33,10 orAS^oo.
253 23 S'=^ (S): 6,21 layßo;.
Syroh. 253 23 S 70 k: 50,20 xupiou.
Wegen seiner Stellung in der syrischen Hexapla, aber auch
wegen der zweifellosen Güte vieler seiner Lesarten gehört der
syrohexaplarische Text zu den wichtigsten Zeugen, aber sein
Wert wird erheblich vermindert durch die Kon-ekturen, die er
erfahren hat. Abgesehen von den unten (S. LXXXVIII) auf-
geführten kommt hier sein Verhältnis zu dem ihm nahe ver-
wandten Cod. 253 in Betracht. Man vgl. z. B.
Prol. 253 -poXo-j-o; (vulgo), Syroh. irpoot'jxtov (70).
253 ao'-pia? xocl iraiSct'otc, Syroh. Taiosia; xoti aocpia; (vulgo).
253 xal (ju? ou jxovov (vulgo), Syroh. om. w?.
VI*
LXXXI\ Kap. III. Die griechiscbe üebersetzuug des Enkels.
253 i~tv hinter aovov, Syrob. hinter oiov (vi]l<i;()).
253 to'jc '.piXo;j.O'.i)o'jVT7.r (viilgo), .Syroh. 'fiAo-ovoovz7; (gilt).
253 iTTt-pocjJjojai (viilgo), Syroh. l-i -poaiiöjai (cf. 8).
253 ota t/p SV vo|a.(p ßi(o3£u);(70307), SvioIi.o.t.svvoijlou [^.{vulgo).
253 ou |xtxpöt; -aiOitotc a'foix'ji'jv (viilgo), Syroh. oy af/r>7.v
Tcotiosi'otv dt'^otxo'ov (106 cf. 234 254).
1, 10. 253 y.orA t/jv oosiv ccüiou (vulgo), Syroh. add. 7.-'
o.hr(fi (70 praern.).
1, 30. 253 \i.\ 'SoXzwj oi7.vota, Syroh. |x/) i^u-j/ou asotutov (vulgoj.
4, 2. 253 -a,oe/.v.'j T(,c (248 100 308), Syroh. 7:otpopYtV(jc
(vulgo und liebr.).
4,24. 253 Xoyo) (vulgo und Hebr.), Syroh. aTotAct-i (Lat. lingua).
6, 3. 253 cp'JA/vOv (A C), Syroli. ;6Xoy (vulgo und Ilebr.).
7, 26b. 253 om. (vulgo), Syroh. praeb. (248 70 23 S*=' 106
307 k V Lat. Syr. Hebr.).
8, 15. 253 x7.-a coü (vulgo), Syroh. mvA^irjij (23 Lat. Syr. Hebr.).
8, 19. 253 //ipiv, Syroh. add. '];£or>7^ (248 70 23 100 Lat.).
9, 5. 253 (jx7.vootXiai}^c (Lat. Syr. Hebr.), Syroh. a-m-^WLirr^
az (23 S Toi. Ambros.).
9,12. 253 suGoxCa (vulgo -xi'aic), Syroh. suooia (Syr. Hebr.).
9, 13. 253 £-1 =-7'X?£o>v TToXsu); (vulgo), Syroh. im e-aX^sojv
10, 7. 253 ■;:k■r^ll<xthf,at^ aoixia (vulgo), Syroh. TzX-qau.ilti'-ji
doixt7.c (248 70 cf. S«^'0-
Im Allgemeinen ist Syroh. hiernach dem Cod. 253 über-
legen, aber 9, 5. 13 gibt er korrigierten Text, und 4, 24 steht
es mit ihm kaum anders. Vgl. auch Herkenne, de Ecclesiastici
cc. 1 — XLIII p. 19ff., der übrigens mit Recht auf eine Reihe
von Korrekturen hinweist, die auf eine Verbesserung der Grä-
cität hinauskommen. So steht z. B. 1, 12. 3, 26 vgl. 22, 6 im
Syroh. und im Cod. 253, 10, 3 im Syroh. U statt xai'. 10, 24 hat
Syroh. «ukov 63 iati tj-sucov 6 '.pO|3o6[j.svoc tov x'jptov (für x7i oux
latlV 7!JT«iv TIC [XEl^UJV TO'J CprjßrjUfJLEyoU TOV XUplOv). WCltereS ÜbCr
das Verhältnis der beiden s. u. § 8.
23 steht zu Syroh. 253 in ursprünglicher Verwandtschaft,
er geht aber auch wohl mit 248 (s. 0. S. LXXVII sq.) und mit
SB, besonders aber mit S. Vgl. 23 S Prol. 2 £x y6[xou, Prol. 3
om. douvatxerv (auch B*), Prol. 5 oi für ';dp, d'^a'(^wr^\}^(;, Prol. 6
§ 7. Der griechische Vulgärtext LXXXV
-,oo(3)Ei>i;x-/iv x7.t </.'jtoc i'((o ii. s. w. Anderseits berührt ei' sich
auch mit C A imd den Mimiskelu, die einen jüngeren Text re-
präsentieren. Für sich allein hat er nur selten die richtige
Lesart wie 22, 27 aüiwv, 44, IG oi7vo''ac.
70 steht zu 248 in besonderer Verwandtschaft, er geht
al)er öfter in guten Lesarten gegen 248 mit dem Syroh. und
seinen nächsten Verwandten. Anderseits hat auch er öfter junge
Lesarten. Singular richtig liest er 36, 13: -Xdurjx rxo-jj xctxa tyjv
cUOOXl'cfV aUTOÜ, 46, 5 i-cX7.)v30ra-O '(dp.
Von 106 gilt im Wesentlichen dasselbe wie von 70, nur
dass seine Beziehung zu 248 und Syroh. weniger stark hervor-
tritt. An guten Sonderlesarten hat er 1, 10 <5oßo'j[i.Evo'.c, 21, 15
aocpÄv, 50, 29 'foßoc.
k nimmt unter den Textzeugen keinen hohen Rang ein, wie
schon die Lesarten zu 43, 23. 10, 27. 17, 31 (s. o. S. LXXVlIIs([.)
zeigen. Sehr häutig geht er mit den Hss., in deren Gesellschaft
er an jenen Stellen erscheint. Gelegentlich berührt er sich dabei
auffällig mit 106. Wie dieser stellt er 6, 10b fälschlich hinter
6,12a, 9,4 hinter 9,5. Mit 106 liest er richtig: 6,16 o 90-
ßo'jtiövoc xupiov sGpr^cjsi, 12, 12 zupr^azi;. Er liest mit 106 70 falsch:
17, 2 sü' auTorc, mit 106 C 5, 12: £v ko aTOjxati cjo'j. Prol. 1 liest er
mit 106 23 slvai für YivssO^t, Pj'ol. 3 lässt er mit Fragm. Hieros.
Ticji TÄv, mit 106 Syroh. sv vor sautoic aus. Ueberhaupt übergeht
er oft Wörter, die den Satz zu überfüllen scheinen. So 12, 18
xai 20 (106), 18, 13 xoti 30 (155 307), 16, 11 -oSxo (253), 47,4
rjoyi (218 70). Hierbei steht er aber meistens allein. So über-
geht er 8, 1. 3 avÜpoWjü, 10, 24 TIC, 11, 13 xai' 2'^, 11, 27 xai',
12,6 xai 1«, 13,7 xaiuJt, 14,6 iaüTov, 17, 19 y.y.(, 51, 16 oXqov.
Ferner setzt er 2, 15 Xo^wv für pr^aatojv, 3, 5 r^[iir,a>.: für r/jj-s'.oa,
15, 8 i.'o(oa'.v für li.v/jaUr^aovT'at, 18, 9. 26, 1 i-öiv für 7);i.£pÄv, 25, 11
^ipcv für u-spißaXsv. Uebrigens hat er kaum irgend eine gute
Sonderlesart, wie 24, 12 x^povojxict, 50, 14 ßojjjiov (23), w^as beides
richtige Korrektur sein könnte. Zweifelhaft sind auch Fälle wie
6,30 oni. '(dp, 31,31 «tto, 49,7 sx [xr^xpa?. Eichtig und ur-
sprünglich ist vielleicht 8, 11 iv a-ou-ai-' aou, w^ahrscheinlich 34, 21
z\j.zarjv TToppto. Uebrigens unter.schcidet er sich von 106 dadurch,
dass die Zusätze aus der zweiten Uehersetzung in ihm völlig fehlen,
LXXXVI Kap. III. Die griechische Uebersetzun? des Enkels.
S''*, der erste Korrektor des S, geht zuweilen teils in
Suten teils in schlechten Lesarten mit 248 und mit Syroh.
Meistens ist er dabei in f^rösserer Geseilschaft. Er hat aber
auch viele Sonderlesarten^ die zu allermeist freilich schlecht oder
gleichgültig]; sind. Darunter sind augenfällige Korrekturen wie
18; 32 ßaUavTi'tj), 22, 1 eXiöopoX/jOr^, 25, 7 dvuTuovor^ta. Um so be-
merkenswerter sind die vortrefflichen Lesarten 10, 10 tctxpov,
zu 16, 21 (s. z. St.), 18, 22 xrjv zhyr^v aou, 24, 6 r^Tr^^ocVr^v, 39, 23
opYr^, 41, 11 (s. 0. S. LXXIX), 42,^15 (s. o. S. LXXVI).
307 und 157 gehen ebenfalls zuweilen mit 248 und Syroh.
Uebrigens hat 307 manche gute Sonderlesarten wie 3,30 a[xapTiav,
7, 36 epYoic, ibid. om. aou 2^, 10, 31 ev ttXoutu) aöxou, 13, 16
öuvaTTTExai, 13, 22 c sXaXr^ae, 36, 21 suooxiav. Vgl. sonst
70 106: 17,2 add. iraviojv.
70 106 S'^'' 296: 38, 1 om. -vxoXc.
70 307: 35, 14 add. Trpk auTov.
70 106 k 157 A (vgl. 23 254): 31,21 fxejxwixrjixEvr^.
307 geht öfter mit A in Fehlern. Vgl. A 307 : 32, 23
Sixat'tuv (für dotxa>v); A 106 307: 27,29 TiaYtSa.
Darf man den Sirachtext des Syrohexaplaris überhaupt in
Beziehung zur Hexapla setzen, dann ergibt sich auch hier, dass
SB im wesentlichen einen vorhexaplarischen Text repräsentieren.
Denn der syrohexaplarische Text des Sirach steht, wie die Ge-
meinsamkeit der sinnlosen Schreibfehler beweist, in ursprünglicher
Verwandtschaft mit SB. Ein nennenswerter Einfluss des hexa-
plarischen Textes auf SB, namentlich auf B, ist aber nicht zu er-
kennen. Allerdings sind BS gegenüber dem der Hexapla zu Grunde
liegenden Text stark verderbt. Namentlich hat B sehr viele
Schreibfehler; aber dafür ist B auch weniger korrigiert und kaum
von anderen Texten infiziert.
An guten Sonderlesarten hat S: 1,22 opyr^, 8,15 ߫puvxi,
22, 6 (JO'fia, 24, 19 add. -rrdv-c,-, 26, 18 --apvoic, 27, 1 oicx'^opou.
Vgl. S 157: 37,8 ev kmzm. Dagegen hat B an guten Sonder-
lesarten: 36, 19 dpETocXo-j-iotc, 51, 10 uTTspr/favitov. Vgl. B (308):
14,21 £130001?, 32,22 BS«^ (296 308): oixaiV.
C und A weichen von SB vielfach ab, denen gegenüber
sie meistens einen jüngeren Text bieten. Nähere Verwandtschaft
zwischen C und A beweisen die ihnen gemeinsame Umstellung
§ 7. Der griechische Vulgärtext LXXXVII
43, 24 und die gemeinsame Lücke 5, 2. Mit wertvollen Sonder-
lesarten treten sie selten hervor (z. B. A 27, 11 cfo'-pou für su-
asßouc, C 1, 14 'foßoc xopiou, 4, 7 sv auva-j-firf^ (?)). Aber A geht
zuweilen ohne die anderen Uncialen mit 248 und Syroh. Vgl.
oben S. LXXXI. Oefter gehen C und A in guten und schlechten
Lesarten mit gewissen Minuskeln.
Zu einander gehören 55 und 254, wie die gemeinsamen
Zusätze vor 22,27 und hinter 23,11c, zahlreiche Ueberein-
stimmungen sowie manche gemeinsame Fehler und Korrekturen
beweisen. So z. B. 16, 9 khrjr^iioi\iiwj:, 16, 14 r.oizX, 18, 1 sv Xoyio
•/.al Tof^ct, 19,5 loXh.. Riclitig lesen beide 18,21 ocatlsvrjaai.
Vgl. sonst
106 157 55 254: 31,1(3 TicKaioca.xsvoc (schlecht).
23 106 157 55 254: 38,13 süooxta (schlecht).
Syroh. 23 S* 70 106 k 157 55 254: 10, 18 sv -.'Ewr^-xotai (gut).
248 Syroh. 253 23 70 106 157 A 55 254: 48, 10 IXsYjxrk (gut).
248H>arg. 70 106 k 157 CA 296 55 254: 22, 18 /a>axcc (gut).
248 253 23 k 55 254: 51, 19 sT:£vo-/;aa (gut).
Gut liest 254 allein 10, 19 6 ^oßoujjtsvoc, 30, 17 -ov/jp«. Vgl.
auch 248 254: 16, 12 om. -0X6?. Oefter springt 55 ab. So z. B.
248 70 Syroh. 55: 44,2 add. sv au-oi? (gut). Vgl. aber auch
die Fehler B 55: 40,25 tuv-/; für ßouXv^; 70 307 k A 55: 34,22
hjyji:. Vgl. auch
106 157 A 155 (296 308 vac.) 254: 51, 19 ;xou.
Nahe verwandt sind auch 296 3C8, wie die gemeinsamen
Lücken (s. 0. S. LXX) und Fehler wie 13, 21 TrpoaaTroüavsr-at,
38, 9 TTv.psßXaTCTE, 39, 26 xupo; zeigen. Singular gut hat 296 zu
37, 12 £v-oXr/A Ursprünglich verwandt ist mit den beiden 155,
der zuweilen allein (z. B. 34, 25 aocpt'Cou), oft mit andern in
ihrer Gesellschaft erscheint. Vgl.
A k 55 254 155 296 308: 50, 3 Xa/xoc (gut).
S<=^ 157 A 55 254 155 296 308: 50, 18 iii.t^(alw^ (schlecht).
Zuweilen geht 296, andeiswo auch 308 seinen eigenen Weg
(vgl. aber auch S. LXXV). Vgl. z. B.
(248) A (k 55 254 155 296): 43, 17 oiotV/jCfö vr^v (gut).
Oft aber springt 155 ab. Vgl. 70 155: 14, 21 autoi; (für
aitr,; 2% 23 155: Prol. 2 s-jvoiav (für avaY'Aocfiv); 23 C 155:
LXXX V ! 1 1 Kap. III. Die giiechiscbe Uebeiaetzung des F^nkels.
20,4 dTTOTrapDivwasv; k C 155: 27, 19 sOp^su; A 155: 20,26
^zoorjc. Vgl. auch CA 2.3 155 zu 5,2b, CA :>07 155 zu 43,24.
Dabei gehen beide Gruppea auch wohl mit li gegen A. Vgl.
B (106 k 307 55 254 296 308): 15,6 aiwviov (.«chlecht).
(248) Syroh. B (157 k 307 55 254 296 308): 36, 22
izcKuv (schlecht).
Vgl. noch Syroh. 253 S<^^ 296 308: 24,14 h £777.000-;
(248 £V7aoi) (gut).
248 70 Syroh. 253 23 8^- 296 308: 27,18 7.-<iXsaEv (schlecht).
Syroh.'"«'- 55 155: 17,8 'ioßov für WOrxl<iv/ (gut).
Das ursprüngliche Verwandtschaftsverhältnis der Hand-
schriften ist in hohem Grade durch Korrekturen verwischt
Korrigiert sind einerseits 248 und 70 und im Anschluss an sie
andere Minuskeln.
248: 24,30 27^ r^ so'f'a 6}; ouupuc.
248 70: 28,14 oicrcfv^; 38,24 ou ao-f is^cjsto!' ; 49, 13 X7.t sv
ixAE/TOi? TjV NsEjxt'otc, o'j STTt TioXi» ~o [xyy^ao3ovov O.'J-f/j.
248 157: 10, 10 xotztsi (55 254 i/xo—st); 36, 17 -[>(üto7ovov
ojvoiA7.aac.
248 70 157: 28, 15 o-^ar;.
248 70 106: 3,31 xal (6j x6f>ioc (0) ävia-oo-.oooc; 16,19
add. x'jptov.
248 106 157: 23, 7 -^lOc-'^v 3To;j.7.to; <za-/ji}'.vo'j.
Korrigiert sind anderseits auch Syroh. 253 23 (vgl. auch
oben S. LXXXIII).
Syroh. 253: 1, 18 av^öaXXei 03 .iv aÜTOi; xupioc sipr^vrjy jxes-TjV
t7!ci£(üc; 3, 24 X7i u-ovoia -ov/jpa u))a'(3i>r^cj£v yj oi7'voi7. aoTÖJv; 14, 16
|j,v/jai)9iy<zi C(«y;v; 43,17 auviasi^s 7t,v.
Syroh. 253 23 S: 19,5 Trovripia.
Korrigiert sind aber auch die Uncialen für sich allein:
sogar B: 8, 15 y.rl.xo.'^a^J'Wf^-'yx.
Schlimmer ist, dass die verschiedenen Gruppen von Hss.
sich durch Korrekturen gegenseitig beeinflusst haben.
248 23: 30,34 raios-a.
248 Syroh. 253: 1, 3()e add. iv 6Xr^\)tirj..
248 Syroh. 253 23: 23, 22.23 aUou. '
248 106 Syroh. 253: 4,25 Trspl 6£'j3a7.Toc 7.-<ztoe'jat7c cjou,
248 70 Syroh. 253 23: 40,9 xai «rjxa hinter po[x'.paia.
§ 7. Der griechische Viiluärtext. T. XXX IX
248 70 lOß Syroh. 253: 1/22 iJoacuo-/;,- ocv/^p.
248 70 253 S«^^ k: 27, 2 XilhWuv.
Einigermassen auf mehrere Gruppen beschränkt ist die
Korrektur in einzelnen Fällen:
70 Syroh. 253 23 8'=^ 157 55 254: 15, 15 auv--/j(>r,aat,
(248) S-=^B (lOß k 307) CA (155 296 308) yy^Tr^rpv.;.
(248) Syroh. (?) (253) B (55 254 296 308): 42,5 äo-a-iopo-j,
70 23 S 106 k 157 307 C A. 155 oioc'jjopo-j.
S B (307 k 155 296 308): 48, 10 iv asy-xor^ (S h £Ä3y;xo('j)u:),
248 70 Syroh. 253 23 106 157 A 55 254 sXsvjxoc (248 iXsYfxoüc).
S 70 106 k 307: 36,4 zal oG't«)? d-oxpiör^--., B A (155 296
308) X7.1 7.-'-;z,or'i>-/it!, 248 Syroh. 253 23 157 55 254 X7.1 -Jr.z
7.T:0/pti)/)Tt.
Dabei liudet sich aber dieselbe Korrektur an verschiedenen
Stellen auf verschiedenen Seiten.
248 70 Syroh. 253 23 S'^'* 106 296: 14, 16 «--r^cjov, dagegen
B (157 307 C 55 254 155 308) a-7Tr^3ov (S" a-7.ir/j3ov, A
7.Kor/jaov). Dagegen
Co. B (S k 157 A 55 196): 30, 23 7.77-7, dagegen 70 Syroh.
253^'' 23 ^"'^ C 106 307 254 155 30s 7-777..
Aber öfter finden sich auch Korrekturen nur in einzelnen
Handschriften, die ganz verschiedenen Gruppen angehören.
248 23 106 157 307 55 296: 15,12 £rX73£v für i-/.7v-/;asv.
Vgl. ferner Fehler und Korrekturen wie 248 253 106 308:
4,2 -7r.£>.x'ja-(^c; 253 CA: 6,3 '^aXoy (für ^uXov); k 157 B 68:
7,21 7Y7.0OV (für auvctov); 70 CA"- 308: 33,11 xaToizoövrsc (für
x7xo'jv-sc); 70 S: 6,18 X^zp'-v (für cro'ft7.v); S 55: 7,33 /7'fii3;xa;
ferner in 23 S C k 254 296 die Korrektur zu 10, 31 (s. z. St.).
Unter diesen Umständen ist es fraglich, in wie weit die
Uebereinstimmung zwisclien einzelnen Gliedern verschiedener
Gruppen in guten und schlechten Lesarten auf ursprünglicher
Verwandtschaft oder auf späterer gegenseitiger Beeinflussung
beruht 1). So z. B. 248 Syroh. (cf. 23): 35, 9 o^u (^-spovrEc);
248 23: 12,5 ao-j ; 248 23 S^' 157 A C 155 254: 18,32 77,003.
03-/;f)-?,c. Dagegen 248 253: 40,26 sao-to (falsch). Uebrigens ist
') Cod. 70 setzt o, l das richtige xptmv (= Syroh. 253) an falscher
Stelle ein. o4,2l ist die gewöhnliche sinnlose Lesart (lEanr.onwv, dagegen hat
248: neaonopüjv Sßsaov, 70,23: Ußeaov, k: s/xeaov nöppiu.
XC Kap. III. Die griechische Uebersetzung dea Enkels.
oben gezeigt, dass nicht nur jode der verschiedenen Gruppen von
Handschriften, sondern auch die einzelnen Handschriften aus
jeder Gruppe gelegentlich gegen den Consensus aller übrigen Hand-
schriften das Kiclitige haben. Daraus folgt, dass der Text sämt-
licher Handschriften korrigiert ist und die Rekonstruktion nur auf
Grund eines eklektischen Verfahrens möglich ist, für das die Fest-
stellung des Sprachgebrauchs und der Uebersetzungsweise ebenso
massgebend ist v^'ie die Güte der einzelnen Handschriften.
Dass manche Korrekturen älter sind als alle handschriftliche
Ueberlieferung, lässt sich aus dem Lateiner beweisen. Wenn
6, 5 für jn Tctr die Handschriften einstimmig "{krnanrt. s-jaoiao;
haben, der Lateiner aber lingua eucharis und Chrysostomus yXüijcta
eoyjxpia-ocj so wird s-jagcXoc aus s'j/.^pi? korrigiert sein. 6, 25 hat
der Lateiner acedieris für -poao/Oi'crrjC. Danach ist 7.xr,o'.ac>r,c (vgl.
22, 13) zu vermuten. 20, 7 haben alle griechischen Handschriften
uTrepßr^as-oii, aber ehe die Korrektur allgemein durchdrang, war
der Stichus in einzelnen Handschriften nach 18, 27 übertragen,
wo 248 70 106 o-j a-jvrr^pr^aci (= Hebr. Lat. Syr.) haben.
18, 23 steht dem yn: des Hebräers und SjTers beim Griechen
OcotuTov gegenüber, nur S*"^ Aeth. haben ttjv su/JjV aou, der La-
teiner animam tuam = ty;v 'Vj/t^v aoo. Also ist cjsccjtov zunächst
Korrektur für das letztere. 30, 39 hat der Lateiner anima tua
für au, nur 248 hat das ursprüngliche r, 'l'jyf^ aou erhalten. Aber
37,8 ist die Korrektur allgemein durchgedrungen, wo alle grie-
chischen Handschriften (sv) koLuzm oder Aehnliches haben, dagegen
Lat. animo suo, Syr. nJi'c:^, Hebr. 'ivz:{h). 30, 39 haben Lat. Syr. in
sanguine animae (tuae) für sv aqxa-i. Hier wird tt^? 'i'^'/Ji^ ^ou
gestrichen sein, und dasselbe ist 18, 30. 20, 8. 25, 1 anzunehmen.
48, 20 steht dem -y.yjj £-r;/.o'j3cv a-jTöiv beim Hebr. cnScn h)p2 ysi^'i,
beim Syr. nmS!: va^ h}V2, beim Lat. audivit cito vocem ipsorum
gegenüber. Wahrscheinlich ist hier rr^g ^wvr^c getilgt. Aehnlich
haben Lat. Syr. 17, 7 cor illorum für aüTouc; vgl. dazu auch
19, 15. oiacpopov ist 7, 18 in allen Handschriften, 27, 1 in allen
ausser S*, 42,5 in vielen in aototcpopov korrigiert. Aber auch
10, 8 stand ursprünglich oiot'iopa an Stelle von /pr^aa-a. Denn
Lat. hat hier diverses dolos, womit /pr^txot-rof ooXia im Cod. 248
und bei Anton. 1012 zu vergleichen ist. Vgl. auch 34, 5 oia-
(pOoprzv für oia'fopot. 14, 3 hat für /p-/;;xaTot der Lateiner aurum,
§ 7. Der g:riechische Vulgärtext, XCI
der Hebräer pnn, der Syrer wiaa. Ursprünglich stand hier /puatov.
Denn ypr,\Loi.aiv ist auch v. 5 Korrektur, und zwar für dYaOoT?,
das dort Syroh. 253 23 in Uebereinstinimung mit Lat. Syr. Hebr.
haben, 14, 3 wird der Syrer von der I esart /pr^[X7.Ta beeinflusst
sein, wie er auch sonst an manchen Stellen eine starke Ent-
artung des griechischen Textes voraussetzt. Dagegen ist es
kaum denkbar, dass der Lateiner an allen diesen Stellen der
zweiten griechischen Uebersetzung folgte. Das ist für den Fall
von 18, 23, von dem die ähnlichen Fälle nicht leicht getrennt
werden können, sogar ausgeschlossen. Vollends unwahrscheinlich
ist aber, dass alle diese Korrekturen freilich jünger wären als
der Lateiner, aber dabei älter als der Archetypus aller griechischen
Handschriften. Vielmehr liegt eine durchgehende jüngere Kor-
rektur vor.
Bemerkenswert ist noch, dass an mehreren Stellen Ab-
kürzungen verkannt oder zu Unrecht angenommen sind. So ist
10, 17 auTwv 1^' Fehler für avw^ = dvOptuTrwv, 4,23 und 40, 7 ist
bei (iv xaipto) awTr^pC'a^ beide Mal apictc verlesen aus xp'-o:; =
/psia?. 3, 10 haben (248 55 vgl. 155) richtig Ttaxpo? (= -p;)
axiixia. Syroh, 253 w; dttix-ra, die übrigen Trpo; dtttxiav.
Kap. IV. Ueber eine zweite griechische Uebersetzung.
§. 8, Ihre Reste,
Die Uebersetzungsarbeit des Enkels liegt allen griechischen
Handschriften des Sirach zu Grunde. Abgesehen von dem Aus-
fall von etwa 13 — 15 Stichen (s. o. S.LXXVI) und von einer grossen
Zahl von Korrekturen und zufälligen Entstellungen, die der Text
früh erlitten hat, liegt sie aber am reinsten in der Gruppe von
Handschriften vor, die vom Cod. B geführt wird. Dagegen sind
die von Cod. 248 und Syroh. geführten Gruppen von Hand-
schriften von einer zweiten griechischen Uebersetzung contaminiert,
deren Existenz zuerst Nöldeke vermutet hat. Er schloss auf sie
auf Grund einer Dublette von 2, 4b, die sich in einzelnen Hand-
schriften hinter 2, 5 findet, von Chrysostomus aber an Stelle
von 2, 4b gelesen wurde. Der Syrer stimmt dort im Verbum
X("ll K'U»- 1^'- Uebcr eine zweite ^aüechiscbe Uebersetzung.
mit <lem t;Tiediischen Viilgärtext, übrigens mit der Vuriante, in der
Vorlage des lateinischen und des saiiidischeu Uel)er8etzers waren
beide Versionen mit einander vermischt (s. z. St.).
Dass es eine zweite griechische Uebersetzung gab, folgt
übi-igons schon daraus, dass den rabbinischcn Varianten zu 3,21
griechische und lateinische Varianten in IMbeliiandschriCten und
namentlich bei den Kirchenvätern entsprechen. Dem nsSi: (1. sScj)
und ^0)2:: (1. pin) der hebräischen Ilandschiift stellen bei den
Rabhinen gegenüber und zur Seite h]i: und r\p'\t2);, ebenso dem
yalt-oi-cz^joi und t3/upo-öf>a des griechischen Textes die Varianten
|xsi^o-3p7., majora, u'l;r//.otsf>o(, altiora, sublimiora, und ßaDuxsfyc«.
Für manche Stellen besitzen wir jetzt aber auch in den
hebräischen Fragmenten die secundäre hebräische Vorlage, der
der zweite griechische üebersetzer folgte.
16, oc hat der griechische Vulgärtext
7.p£''a3(jL)v '(o.[j zU T/ yjh.m.
In erweitertem Text hat die hebräische Handschrift
f]S«o ^{^^ m^'j; ins irc ':
= Syr. ?i'7S p srni' n;n nn in 2tsi h'c^. Chrysostomus
1, 161. 318. 760. 4,553. 752. 764 hat hinter 3d die Dublette
y.rjX 7.p3t'a3tov zlz TiOiÄv To i>£Arjixrz xupt'o-j Tj «xopioi -apavojxoi.
S'-^ hat vor 3 c die Dublette
xpct'aaojv yap zlc oUrno: -ouov UiXr^ixa xupiou r^ [x'jpioi Ttctpavoixoi.
Anton. 1052 xp£''acja)v st; uto? oi'xaio; ■?; )^i'Xiot utol assSeic.
248 70 haben für 3 c
xp3ia3tov -,'7.p er? otx7.'.o? Tj /iXioi (70 add. 7.jx7.p-(i)).ot).
Lat. nielior est enim imus timens deum quam mille filii impii.
Anderswo sind ein älterer und ein jüngerer hebräischer
Text erhalten, die sich beide in der griechischen Textüberlieferung
widerspiegeln. 5, 11 hat
Cod. A psM^ in^^ HM
:cjnc Dt^M nri -[isii
Cod. C nzrc ?';)r2]^'Z p:3 nM
:nii:: njyn ray -ns:"
Gr. Ytvo'j "<z/'j? £v 7.xpo7Ciö'. ao'j
xat £y |X7xpoi)i)[xia csös^You aTioxpicriv.
Aber 248 70 setzen hinter aoo hinzu 777i>-/;, Syroh. 253 106
§ 8. Ihre Reste. XCIII
lesen 7.77.!)-?^ für aou^ hinter airoy.piaiv fügen 248 70 Syroli. 253
rjrj\)r^'^ hinzu.
Lat. esto mansuetus ad audiendum Yerbuni iit intelligas,
et ciini sapientia proferas respousuni verum.
Deutlich sind hier griechische Hss. nach jüngerem hebrä-
ischen Text bezw. nach einer ihm folgenden griechischen Ueber-
setzung korrigiert. Der griechische Vulgärtext und der Syrer
stimmen mit Cod. A des Hebräers, nur dass Gr. wohl nyioti^n
statt i'^'i^nh voraussetzt.
34, 20 ab finden sich im Cod. B des Hebräers in doppelter
Gestalt, von denen die eine dem Griechen, die andere dem La-
teiner und Syrer entspricht. Der Lateiner Ivann hier nur auf
eine zweite griechische Uebersetzung zurüclvgehn.
Hebr. 1° hhrj mp hv c'Ti ny^f
[:)p.\a "lu^zyi ipan cpi
Gr. 'JTTvoc u-i'ts'ja; iz sviipco ij-STpuo,
aviat/] izpto'i X7.1 r^ '}"->//// '^■oioo ;xst 7u-o'j.
Hebr. 2'' pni i^'^s [üv ü''n r\):\^
nny wzi:) y2 r; yh\' 22U^' sin]
Lat. somnus sanitatis in honiine parco,
dormiet usque mane et anima illius cum ipso delectabitur.
Syr. rz); n\so''Dm s-qj qj? smis^bm i^D:^
An der Sachlage wird dadurch nichts geändert, dass der
Syrer (xm^^'^n) und vielleicht auch der Lateiner (parco) vom
griechischen Vulgärtext beeinilusst ist.
Auch 35, 22 ist hebräisch in doppelter Gestalt erhalten,
das eine Mal mit -[n'inxa (= Gr. 7.-0 zötv xsxvtov crou), das andere
Mal mit -j^rmsa (= Syr. -nmiSD). Die Vulgata liest a filiis
tuis, aber Brev. Moz. 239 a viis tuis. In diesem Fall haben
Syr. und Brev. Moz. sogar die bessere Lesart. Dagegen liest
Cassiodor 11,28 (s. d.) mit dem Syrer und der hebräischen
Variante gegen die Vulgata, den Griechen und die ältere hebräische
Lesart. 37, 10 hat für ytin nv Syr. "SiM, Gr. jj.£T7. tou utto-
ßXs-ojxevou az, Lat. cum eo qui tibi insidiatur, aber Codd. Sang.
Corb. Tlieoder. cum socero tuo. Wenn die gegenwärtige griechische
Lesart nicht etwa auf Korrektur beruht, ist auch hier eine
XCIV Kap. IV, Ueber eine zweite griechische Uebersetzung.
jüngere Uebersetzung im Spiel, die jj-sTa Trsvöspoo aou ver-
standen hatte.
In Betracht kommt für die zweite griecliische Uebersetzung
aucli die Uebereinstimmung des Syrers mit eiozelneü griechischen
Hss. an Stellen wie 10, 14. 15. 20, 14. 21, 14. 23, 2. 25, 26. 26, 8.
29, 10. 29, 19. 30, 23. 33, 2 oder mit dem Lateiner wie 26, 3
(und oft; vgl. unten § 14) oder mit griechischen Vätern wie
5, 12. 1, 5. 16, 3. Da der Syrer stark vom Griechen beeinflusst
ist (s. u. § 12), so besteht hier freilich bei schlechten Lesarten
die Möglichkeit einer innergriechischen Korrektur auf Seiten der
Variante und bei guten Lesarten wie 10,14.15. 25,26 die
Möglichkeit einer Entartung für den griechischen Vulgärtext.
Augenscheinlich sekundär sind ferner 11, 15. 16, die im
Cod. A des Hebräers, den Codd. 248 70 106 Syroh. 253 23
des Griechen, dem Lateiner und Syrer vorliegen. Die genannten
griechischen Handschriften folgen da der zweiten griechischen
Uebersetzung. Ebenso steht es mit 16, 15. 16, die ebenfalls im
Cod. A des Hebräers, in den Codd. 248 106 des Griechen und
im Syrer sich finden^).
Auf eine zweite griechische Uebersetzung sind aber über-
haupt oder wenigstens der Hauptsache nach die ungefähr 150
Stichen zurückzuführen, die in einigen griechischen Hss., nämlich
in 248 70 106 S ^-"^ Syroh. 253 23 55 254 C, überzählig sich
finden'"^). Im Syrer kehren von diesen Stichen 32 (an vier ver-
schiedenen Stellen wieder), für sich allein hat er dabei ein Plus
von etwa 37 Stichen^). Der Lateiner hat von den im Griechen
überzähligen Stichen 33 (an 18 verschiedenen Stellen) übersetzt,
für sich allein hat er daneben ein Plus von sehr vielen Stichen.
^) In dieselbe Reihe von Erscheinungen gehört wohl auch, dass in
teilweisem Anschluss an den gegenwärtigen hebräischen Text die Codd. 70
106 Syroh. 253 23 55 264 B'^ ""«""s. 68 Aid. hinter 30,20 den Stichua 20,4 b
wiederholen.
-) In den verschiedenen Hss. kommen sie in sehr verschiedenem Masse
vor. In 248 finden sich: 123, in 70: 106, in 106: 68, im Syroh.: 36, in 253:
30, in S^«: 11, in 23: 11, in 65: 10, in 254: 5, in C: 1. Ausser Rechnung
lasse ich hierbei diejenigen Stichen, die nur zufallig im Yulgärtext fehlen.
Allerdings finden sich auch diese Stichen zumeist nur in denselben Hss., die
an dem Plus der 150 Stichen beteiligt sind. S. darüber oben S. LXXVI.
*) D. h. einschliesslich der 24, die er an Stelle von 1, 22 — 27 bat.
§ 8. Ihre Reste. XCV
Ausserdem finden sich in denselben griechischen Hss. am Schluss^)
vieler anderer Stichen wie z. B. 5, 11 kürzere Zusätze, die oft
nur i]i einem Worte bestehen und den Sinn des Satzes genauer
präzisieren. Auch diese Zusätze kehren meistens im Lateiner,
seltener dagegen im Syrer wieder. Beide haben dabei wiederum
kürzere Zusätze für sich allein. Uebrigens kommen sowohl die
längeren als auch die kürzeren Zusätze im Griechen fast nur in
c. 1—26 vor.
Dass alle diese Zusätze mehr oder weniger unecht sind,
liegt auf der Hand. Wenn 248 70 Syroh. (253) hinter 1, 28 a
beifügen Ivos);; <«y, so ist das offenbar falsch. Wenn 248 70
106 hinter 5,4b ou \iq az a.Yr^^ hinter 5,5a h -XEovactat«, 248
Syroh. 253 hinter 3,21a dvctw^Ttuc, hinter 3,21b acppoa'jvri bei-
fügen, so ist das alles teils widersinnig teils lächerlich'-). Aus
der Sinnlosigkeit dieser Zusätze folgt aber nicht, dass sie le-
diglich griechische Interpolationen sind. Es scheint vielmehr,
dass der zweite Uebersetzer seinen Vorgänger nach Art eines
Interpolators auf Grund eines erweiterten hebräischen Textes
korrigierte. 5, 11 sind d-^rx^f^ und opOr^v ebenfalls gesclimacklose
Glossen, aber sie gehen auf einen jüngeren heliräischen Text
zurück (s. 0. S. XCTI). Mit den überzähligen Stichen wird es
im Allgemeinen nicht anders stehen. Zumeist stören sie den
Zusammenhang, sie heben sich aber auch nach Inhalt und Form
vielfach von dem übrigen Buche ab. Für 11. 15. 16 uud 16, 15. 16
ist der hebräische Urtext jetzt vorhanden, für viele andere
Stichen lässt er sich aus inneren Gründen erweisen und für die
grosse Mehrzahl, wenn nicht für alle, höchst wahrscheinlich
machen.
Hierfür kommt in Betracht, dass im Syrohexaplaris die
überschiessenden Stichen, ebenso aber auch die kürzeren Zusätze
') Nachträglich können sie hin und wieder iimgestellt sein; so steht
6, 37 reXeeiug in Syroh. 253 mitten im Stichus.
2) Selten sind die kleineren Zusätze gut oder wenigstens erwägenswert.
So wird 10, 25 am Schluss naideuofiEvoq (nach 248 70 Lat. Syr. Hebr.) an-
zunehmen sein, ebenso 19, 15 ^ xapdia aou (nach 248 106 Syr.J und 25, 26
diSou xal dnöHuaov (nach 248 Syr.) unter Streichung von ad-r^v. Fraglich
bleibt immerhin, ob die Verkürzung im griechischen Vulgärtext der Text-
überlieferung oder schon dem ersten Uebersetzer zur Last fällt. Vgl. auch
36, 28 xal XaaiQ (248 70).
XCV^I Kap. IV. Ueber eine zweite griechische Uebersetzung.
mit Asterisken bezeichnet sind. Denn diese Asterisken müssen
jedenfalls nach Analogie der übrigen Hexapla gedeutet werden,
mag der syroliexaplarisciic Siracli nun auf Origenes zurückgehen
oder niclit (s. o. S. LXXIII). Sie bedeuten dann aber nicht, "wie
A. Schlatter') stillschweigend annimmt, ein Delendum, sondern
ein Addendum. Sie führen auch nicht Zusätze aus beliebigen
Handschriften ein, sondern das Plus einer anderen griechischen
Uebersetzung des Siracli, die auf einem erweiterten hebräischen
Text beruhte. Vielleicht hat der Redaktor des liexaplarischeu
Sirach einen solchen hebräisclien Text selbst noch gekannt und
ihn bei Aufnahme der Zusätze als Massstab benutzt. Zum
wenigsten wii'd man aber annehmen dürfen, dass er den er-
weiterten griechischen Text als eine bestimmte Rezension kannte,
die er für authentisch hielt. Merkwürdiger Weise enthält nun
aber der Syrohexaplaiis von den in den griechischen Hand-
schriften erhaltenen überzähligen Stichen nur ein Viertel (30),
indessen hat er sie (abgesehen von der Variaute zu 9,9 a) alle
bis 13, 25 incL, von da ab keinen einzigen, (abgesehen von den
Schlussworten 50, 29). Uebrigens gibt er 10, 19a-c nach der
Uebersetzung des Enkels, den vierten Stichus aber nach der
jüngeren. Es fragt sich nun, ob der Redaktor seiner griechisclien
Vorlage seine Aufgabe so unvollständig durchgeführt hatte oder
ob sein Werk dem syrischen Uebersetzer in dieser Beziehung
unvollständig vorlag-). Denn dass der Syrohexaplaris hinter
') Beiträge zur Fördenmg christlicher Theologie Jahrgg I, lieft 6. 6,
Gütersloh 1897, S. 103 ff. Schlatter hielt die Zusätze für griechischen Ursprungs
und leitete sie von dem jüdischen Philosophen Aristobulus und seiner Schule
ab. Vgl. Valkenaer, diatribe de Äristobulo (Liigd. Bat. 180r.), und dagegen
auch Theol. Lit. Ztg. 1900, 387 ff. Der hebräische Urtext von 11,15. 16.
16, 15. 16 war, als Schlatter schrieb, noch nicht bekannt.
^j So könnte z. B. 10, 19 leicht eini; nachträgliche Kürzung angenommen
werden. Uebrigens sind die Asterisken im Codex Ambrosianus unordentlich
gesetzt. Sie fehlen vor den überzähligen Stichen 1,5. 1,7. 1,12 (zum Teil)
2, 4. 2, 9. 5, 7. 10, 21. 12, 6. 13, 25. 50, 29, ebenso vor den kleineren Zusätzen
1, 28. 2, 4. 3, 6. 3, 28. 4, 8. 6, 37 u. ö. Die Metohelen fehlen oft, in c. 1 sogar
überall, und die Asterisken sind öfter an die falsche Stelle geraten. So ist
der Asteriskus vor 1,10b. 1,19b. 13,15a fälschlich wiederholt, 4,25a. 5,11a
steht er vor dem ganzen Stichus statt vor den Schlussworten. Richtig steht
er vor den Stichen 1, 10. 1, 13 (zum Teil). 1, 19. 1, 21. 3, U. 3, 25. 3, 28. 10, 8.
11,15. 16. 13,14, und vor den kleineren Zusätzen 1,10. 3,21. 3,22. 4,5.
§ 8. Ihre Reste, XCVII
13, 25 keinen der überzähligen Stichen hat, berechtigt keinen-
falls zu der Annahme, dass die Zusätze in c. 14 — ^26 anderer
Herkunft seien als die in c. 1 — 13. Im Gegenteil führt der
Umstand, dass die Zusätze zu c. 1 — 13 alle im Syroliexaplaris
bezeugt sind, eher zu dem Schluss, dass sämtliche in griechischen
Handschriften sich findenden Zusätze der zweiten griechischen
Uebersetzung angehören.
Cod. 253, der dem Syrohexaplaris überhaupt sehr nahe
verwandt ist, hat dieselben^) Zusätze wie er, und sie brechen
auch bei ihm hinter 13, 25 ab. Man wird auch deshalb seinen
Sirachtext aus der Hexapla herleiten müssen. In Cod. 23 nehmen
die Zusätze schon mit 11, 16 ein Ende. Bei seiner sonstigen
Verwandtschaft mit Syroh. 253 wird er deshalb wenigstens be-
züglich der Zusätze von der Hexapla abhängen. Aber anders
steht es mit Codd. 248 70 106 55 254 S«^ Abgesehen von
dem Zusatz hinter 50, 29 erstrecken sich die Zusätze in 248 70
bis 26, 27, in 106 bis 23, 5, in 55 254 S "'% (die alle drei nur
wenige haben), bis 17, 8. Dabei ist abgesehen von 16, 3. 9
(=r S'^'') der Cod. 248 an allen Zusätzen beteiligt, die sich hinter
13, 25 finden. Dazu liojnmt, dass sein Text auch abgesehen
von den Zusätzen an manchen Stellen von der zweiten griechischen
Uebersetzung beeinflusst ist, wo das im Syroh. und in Cod. 253
nicht der Fall ist. Vielleicht liegt deshalb in Cod. 248 auch
für den Sirach eine Lucian-Rezension vor, von der bezüglich
der Zusätze auch 70 106 55 254 S '-'^ abhängen.
Aber keine griechisclie Handschrift gibt als solclie die
zweite Uebersetzung wieder, vielmehr sind einzelne Handschriften
von ihr in grösserem oder geringerem Grade beeintlusst. Das
beweist schon die falsche Stellung der Zusätze 9, 9. 11, 11.
13, 25. 17, 5. 20, 3. Aber auf die zweite Uebersetzung geht es
wohl auch zurück, wenn entsprechend ihrem unten zu erörternden
5, 11. 6, 14. 12, 16. — Im Cod. 70 sind die überschiessenden Stichen von 1, 5.
7. 10. 17. 21. 2, ,9. 3, 19. 3, 28a unterstrichen, nicht aber die von 1, 13. 1, 19.
3, 25 und alle weiteren. — S'" hat Asterisken vor 16, 3c. 16, 10, wo er beide
Mal vorher Stichen zusetzt, vor der guten Variante 85,18c, ausserdem aus
unklarem Grunde vor 18,12. 23, 2 d. 18 d.
*) 8,5 b — 11,9 fehlen in 253 überhaupt, es fehlt freilich auch der Zu-
satz hinter 50, 29.
Siuend, Sirach-Küiumentar. YU
XCVIII i^ap. iV. Üeber eine zweite griechische Üebersetzung.
Inhalt und Sprachgebrauch 25, 11 Cod. 248 aYctTir^cft? xupwü für
(poßo; xupi'ou, und 21, 11 aocpt'^c r^ijöalr^'^ng für ao'fia liest, oder
15, 1 der Syroliexaplaris und Codd. 253 28 o 2t).-/;'f w; yvöJaiv yojxou
für 0 £Yxf>otTrp -oG voixo'j haben, oder 18, 14 bei Clemens Alex.
paed. 19 zk xoXXr^cjiv aÜToi für cttI -a xfyitxata ot'jxo-j steht. 1, 10
haben ausser Cod. 106 alle Handschriften -oX; «Ya-waiv auTov für
ToT? 'foßoujxsvoi; aÜTov. Hier scheint eine Lesart der zweiten
üebersetzung fast allgemein durchgedrungen zu sein.
Dass auch der Lateiner nicht unmittelbar auf die zweite
üebersetzung zurückgeht, scheint daraus zu folgen, dass viele der
im Syrohexaplaris bezeugten Zusätze in ihm fehlen. Aber seine
Vorlage war von der zweiten üebersetzung wohl noch stärker
beeinflusst als irgend eine griechische Handschrift. Mit ihr las
er z. B. 2, 4b. 3, 21. 5, 11. 16, 3. 34, 20, und an manchen Stellen
w^eicht er so stark vom griechischen Vulgärtext ab, dass auch
da die zweite üebersetzung zu vermuten ist. Manche von seinen
besonderen Zusätzen oder Variationen ganzer Verse oder Stichen
sind griechisch belegt, wie z. B. 2, 2. 4, 30. 5, 15. 27, 11. Andere
haben in Abweichung vom Vulgärtext griechischen Ausdruck, wie
thesaurizare 4, 18. 15, 6 vgl. 3, 3. Noch andere sind durch ihren
Wortlaut mit den Zusätzen der griechischen Handschriften eng
verwandt, wie unten gezeigt werden wird. Vielleicht hatte er
aber eine jüngere Rezension der zweiten üebersetzung vor sich,
die sich an einen abermals erweiterten hebräischen Text an-
schloss (vgl. S. CXVlIs(i.).
Die neueren Handausgaben, abgesehen von der von 0. F.
Fritzsche, enthalten die Zusätze nicht, weil sie allein auf den
üncialhandschriften beruhen. Ich bin dadurch gezwungen die
Zusätze abzudrucken, gebe sie aber nicht im Text des Kom-
mentars, — wo ich sie freilich, soweit es dort nötig ist, näher
bespreche, — sondern stelle sie hier zusammen, weil sie eine
einheitliche Betrachtung erfordern und verdienen. Ich füge dabei
aber auch einige Zusätze des Lateiners, die von Interesse sind,
nach der Reihenfolge des Textes hinzu.
$ 8. ihre Üe^st^.
lÖ
248 70 1 06 Sy roh. (ohne
Aster.) 253 23 55 Sah.
Boh. Slav. Lat.
1,5. T^'^i'i^ aocptas Xo^o? ösoü ^v u-j^idTüi^,
•/Ott ai üopsictt aüTT^c iVioXat 7?(uvioi.
70 106 Syroh. (ohne
Aster.)253 23 55Sah.
Boh.Lat.(55 hat nur b).
Lat.
70 Syroh. (mit Aster.)
253 Slav. Lat. add.
1,7. STriarrjarj aocpia? v'v: i'^avspuji)?],
l,'.)a. ip.sc creavit illam (sc. sapientiam) in
spiritu sancto.
1.10, dyl-risi^ xupi'ou i'voojoc ao'fia,
ou o'av oTTTavTjTat, aspiCst auxrjv ei'c
opotatv ctoToS.
Lat.
70 Syroh. (mit Aster.
vor a) 253 Slav. (Lat.)
add.
1,11.12a. timor domini scientiae religiositas.
religiositas custodiet et justificabit cor.
\,K. cpoßo? xupiou Soöi? Tiapa xuptou,
Lat.
l,i.'i. cum electis seminis creditur
et cum justis et hdelibus agnoscitur,
1,5. lOG xai a:rop£iat a^Jir]? IvtoÄtj C^"^?«
1,7. lcf.c(V£[ioj9rj] lOG 'XTTtxaX'j'fiJrj, Lat. revelata e.st et manifestata.
1.10. Slav. hat dies Distichon hinter dem an v. 13 angeschlossenen.
Lat. las dies Distichon ursprünglich hinter v. 10 (s. z. 1,13). Sie hat für b: quibus
autem apparuerit in visu, diligunt (leg. dividit, cf.' Lat. 44,23) eam in visione
et in agnitione magnalium suorum (cf. Lat. 6,22. 48,22). — a auch bei Anton.
Mel. 784.
1.11. 12a, So die ursprüngliche Uebersetzung, die hinter v. 16 (Yulg.)
steht. — Toi. scientia et religio.sitas. Vgl. zu 1,25.
1,15. vulgo: femini.s, al. seminis, al. seminibus. — vulgoi graditur, al.
creditur.
VII*
0 Kap. IV. rel)er eine zweite grleciiische Üebersetzutig.
248 70 Syroh. (mit l,i9b. apLcpotcpot os sattv Suipa uapa xupi'ou,
Aster.) 253 Slav. (Lat.) TtXaxuvsi os /«uy/jat? xoi? d^araiatv
praem. auxov.
248 70 106 Syroh. (mit l,_'i. cpoßoc xupi'ou aTrtuOsTxai «{laptr^fiaxa,
Aster.) 253 Slav. rctpajxsvoiv os £v otutiü 7.~0(3Tpe'j^£i Tiaüav
(Lat.) ^^9'i'^C^-
Lat. l,'>>a. nam qui sine timore est non poterit
justificari.
Lat. add. 2,2. sustine sustentationes domini.
Syroh. (ohne Aster.) 253 2,4b. Iv voaonj zat :r£via stc' otuxtü ttstcoiÖüj?
S«ä55254post V.5 add. -^tvou.
70 106 Syroh. (ohne 2,9. oxi ooat; attüvta «xexa yj^^o-z xo avxct-
Aster.)253S'-'^55 254 7:ooo[xa auxou.
add.
Lat. add. 2,9. qui timetis dominum diligite illum
et illurainabuntur corda vestra.
Lat. add. 2, 17. qui timent dominum custodiunt nian-
data illius,
et patientiam habebunt usque ad in-
spectionem illius.
Lat. praem. 3,i. filii sapientiae ecclesia justorum,
et natio illorum obedientia et dilectio.
1,19b. 248 70 haben a hinter v. 17, und le.sen ^Eo-i zh eJpi^vrjv für zapa
'/•jptou. Syroh. wiederholt den Asteriskus vor v. 19b. — leg. xa'j/7]atv(?). —
Der 2. Stichus fehlt im Lateiner.
1,21. a auch im Lat. und bei Clem. AI. paed. 1 8, es. — 248 70 lOG
om. h aÜTqj. — 248 deTroaTpeceet, Syroh. 253 auvxpf'iiet. — Lat. peccatura. —
248 106 om. uäaav.
1,22a. Clem. AI. paed. 1. 1.: a'^oßo; 0^ oü ouvi^aexot 6ixaiü)8f/vai.
2,2. Anton. M. 1216 (jleIvov trjv äva,novr,v.
2,4b. Vgl. oben S. XCL — ttevio-.] Syroh. •^latOEi«, 253 naioe^ai;.
2,9. 70 106 Syroh. 253 om. oti.
2,17. Anton. 1216: xai [jLaxpo9'j;j./)ao'j!jtv i'ujj i~ij-/.OT:l^z a-jxoü.
3,1. Toi. sapientia. — al. ecclesiae. — al. nati.
§ 8. Ihre Reste. CI
Lat. add. 3,8. et benedictio illius in novissimo
maueat.
248 70 106 Syroh. (mit 0,19. izoXXoi staiv u'IrjXoi xai sTtiSocot,
Aster.) 253 S'^'^; b im dXXa rpo-iaiv äTroxctXuTCTst -cot |xuGxr]pia
Hebr. und Syr. ccjtou.
248 (70) Syroh. (mit 3,25. xop«c [xy; sj^tuv aTropr^aei^ 'ftuioc,
Aster.) 253 Hebr. Syr. -(vcucstü? Ss «[xotpos ojv [xtj sTrccfi'sX^v&ü.
Lat. add. 3,26. cor ingrediens duas vias nou iuibebit
successus,
et pravus cordeinillisscandalizabitur.
248 70 106 Syroh. 253 3,2fsa. oSotropt'ai (os) otu-ou Ixpi^cuOrjaovxai.
C* add.
Lat. add. 3,29. sapiens cor et intelligibile abstinebit
se a peccatis
et in operibus justitiae successus
habebit.
Lat. add. 4, 18. et thesaurizabit super illum scientiam
et intellectum justitiae.
Lat. add. 4,24 et firmamentum in operibus justitiae.
Lat. praem. 4,28. pro justitia agonizare pro anima tua.
Lat. add. 4,30. et opprimens subjectos tibi.
248 Syroh. (ohne Aster.) 5,7c. xal oj? otusXr^aet? sxTpuSYjOfic,.
253 23 8«=^ add.
3,19. -/al ETTt'ooioi] 70 evoo;öt. — Außer S^a alle cJTcoxaX'jTrTeTat [A'jot. —
248 om. o{)Toij.
3.25. 70 hat nur a. — Hebr. und Syr., die mehrfach abweichen, haben
das Distichon vor v. 28.
3.26. successus] al. requiem. — al. pravicordius.
4,30. Anton. 1064 add. xal TaTretvtüv to'j? U7ro-/£ipiou? aou.
5,7c. d'xtkfionz] 253 23 [j.£>.X?t(;, Sca fAEXtaaat, Syroh. ri5K inirnro. — '
Vgl. Chrysost. VI 207. 694.
248
70 add
Lat.
add.
Lat.
Lat.
add.
Lat.
add.
CII Kap. IV. Ueber eine zweite griechische üebersetzung.
5,11a. xal i<STui Iv aXrfizia tj C«») öoü.
5,12. ne capiaris in verbo indisciplinato
et confundaris,
5,1.5. justificapusillumetmagnumsimiliter.
6,4. et dcducet in sortem impiorum.
6,22. quibus autem cognita est permanet
usque ad conspectum dei.
DSpraem. 7,4. uoli superbire ante conspectum regis
neque in locis potentium subsistas.
melius est enim dici tibi: ascende
ad me,
quam humiliari in conspectu potentis.
Lat. add. 7,5a. quoniam agnitor cordis ipse est.
Lat. add. 8,7. et in gaudium nolumus venire.
248 70 Lat. add. 9,9a. xal [xr; xaxaxXiOyj? sr' dy/äiva [xst' i
248 70 106 Syroh. (mit 10,8. cpiXctp^upou jaev -^otp ouosv dtvo(i(uT£pov,
Aster.) Lat. add. ouxof "/ap xctl t7)v kotozoo ^u/tjv i'xTrpotx-
Tov TcoteT.
Lat. add. 10, 17. memoriam superborum perdidit deus,
etreliquitmemoriam humilium sensu.
5,15. Gesuer, Serm. 1.55 p. 546: otxatuiaov [j.txp(u xat (xe^aXtp ojjiotuj;.
8,7. Cod. Reg. des Spec. August, setzt hinter gaudium hinzu inimicorum.
9,9a. 248 70 haben die Worte vor a, Clera. AI. paedag. II 7,54 und Lat.
hinter a, aber Cod. Sang, des Lat. hat außerdem vor a: cum aliena muliere
non accumbas super cubitum. — Clem. a'jfAiiexaxXtS]!)'?. — 248 £-' äyxaXöiv.
10,8. 106 liest cptXapY'jpfa; für cptXapyjpou jjidv und hat das Distichon
hinter y. 8, die übrigen Hss. hinter v. 9*; Lat. hat den ersten Stichus in der
gewöhnlichen Lesart hinter v. 8 (avaro autem nihil scelestius), und sodann das
ganze Distichon hinter v. 9 a nach der Lesart von 106 (nihil est iniquius quam
mare pecuniam).
§ 8. Ihre Reste. CHI
248 70 (Syroh.) 10, lo. CiTEpfi-a aöcpaXei'a? oi cpoßoufiövoi xuptov,
xai svTitJLOV cpuxeu[xa ot dyaTrüivTec ctüxov.
(jTrepfxa axi[xias oi [xr] T:pO(js)(ovT£C xoj
vofxo),
(jTcspfjia TrXavy^asuj^ oi TrapaßaivovTe?
248 70 106 Syroh. (ohne 10,21. 7:poaXr^(];£a)S ap/i] cpoßo? xupioü,
Aster.) sxßoXr^? os dpyjr] axXr^pu5[j.o* xat
uTTspr^cpavi'a.
70 Syroh. (ohne Aster.) 11, ii. 8i' STraYYsXi'otv («[jkdv auToO iStcov.
253 add.
248 70 106 Syroh. (mit 11, lö. aocpia xal £7ri(JTV3fj,r^ xat Yvtoai? v6|j.ou
Aster.) 253 23 Lat. Ttapa xupt'ou sait'v,
Syr. Hebr. d^aTTr^ats xat oool xaXtov sp^tuv
irap' auTOu Ictriv.
16. irXa'v/j xat axoTo? d fiapTcoXois at>veitti(JTai,
TOI? Se YaupiöJcfiv ettI xaxia Oü^YT/pcf xaxa'.
248 70 106 Syroh. (ohne 12,6. (puXdöast os autou; st? rjjxs'pav sxotxy)-
Aster.) 253 Lat. add. asto? auiüiv.
248 106 Syroh. (mit 13, i4. dxouojv auta sv uttvoj aou '(pr|YJpr^aov
Aster.) 253 Lat. Slav, izda-^ C«>^ 5ou,
a'^d-Kfi Tov xupiov xat STrixaXou auxov
SIS atoxrjptav aou.
10,19. 70 hat die vier Stichen vor v. 19, 248 an Stelle von v. 19, Syroh.
hat nur den vierten Stichus (praem. fjK = xat)? und zwar an Stelle von v. 19 f'.
11,15.16. 253001. aund b. — saxiv 1^] nur in 70. — iattv 2°] 2487023 £tatv. —
■/a*/i7.] 106 xaxtai?, 248 xaxc«. — 106 a'jveyetpet. — y.axot] 248 70 23 v.axta. —
161» auch bei Anton. 66.
12,6. cpuXaaaet oe] Lat. custodiens. — auxtüv] 248 add. Syroh. 253 praem.
xpatoiav, 70 add. xapxepav. — Lat. hat noch: et misertus est poenitentibus.
13,14. Syroh. wiederholt den Asteriskus von v. 15 a. — ahza] 248 Taöxa. —
Syroh. 253 Lat. u-voi;. — aou 1°] Lat. om. — YprjYopyjSov] Syroh. 253 Lat.
xat YpTjYopTjGEts. — cciu 2°] 248 Syroh. 253 om. — Syroh. aYaTtdiv. — 106 Lat.
Iv au>XTjp(a ao'j. — Lat.: audiens vero illa quasi in somnis vide et vigilabis,
omni vita tua dilige deum et invoca illum in salute tua. — Anton. 784: iy^r^o,
TÖv xüptov xat EKtxaXoO gt; acoTTjpt'av aou.
CIV Kap. IV. Ueber eine zweite griechische Uebersotzung.
24870106Syroh.(ohae 13,25. xal «YaOuvst 7:p6a«)7:ov sv ■zip>!jizi xapoi'a
Aster.) 253 add. OotXXouaa.
Lat. add. 14,i6a. ante obitum tuum operare justitiam.
Lat. add. 14, la et omne opus electum justificabitur
etquioperaturilludhonorabiturinillo.
Lat. add. 14, 20. et in sensu cogitabit circumspectio-
nem dei.
Lat. 15,6a. jucunditatera et exsultationem the-
saurizabit super illum.
Lat. add. 15,7a. et homines sensati obviabunt illi.
Lat. add. 15,8. et viri veraces invenientur in illa
et successum habebunt usque ad
inspectionem dei,
Lat. add. 15,iüa. et in ore fideli abundabit.
S*^^ add. 16,;3b. atevaSei? -/ap ttsvOei otwpo)
xal icatcpVTjS auxuiv ouvieXsiav ^Vfusexai.
xp£taso>v Yotp £1? oixato? Troioiv ösXrjtxa
xüpiou T^ [jiuptot Tiapavofiot.
S'^'' add. V),'x xa-JT« r.vy-oL STroiVjScV sOvsaiv axXr^po-
xapStoi;
xal ETTt tcXt] ÖS i otYi'cüV auTOu oü Trapex^TJ ÖTj.
248 70 106 55 add. 16, 10. |xa5xiY«)v s/vsöiv xuTrxoiV ioujjlsvo?
xupio? £V otxxtpfiü) xat Traiosta 8i£cpüXa;£.
15.8. Vgl. dazu Conradus Gesner, Loci communes, serm. 60 p. 234
(Frankf.): ä'vopE? äXrjOe'jovTEC s'jpcSi^aovTat Iv aocpt'a, xotl 3'JooiuOi^aovTai Eto; ^zt-
3X07:f|S xup{ou.
16,3 b. leg. yviuaTj oder aT£vd?£i. — Ueber den dritten Stichus s. z. 16,3.
16.9. Sca hat einen Asteriskus vor v. 10 (statt vor diesem Zusatz),
16.10. Dasselbe bei Clem. AI. paed. 1 9,8i.
§ 8. Ihre Reste. CV
Lat. add. 16, u. et secundum intellectum peregrina-
tionis ipsius.
248 106 Syr. Hebr. 16,]5. x6pto>£CJx^puve<l>apaa>{jiY)ef5£vaiauxov,
OTTtoc 7.V "^vtuaÖT^ evep-j'TQfxaTa auxoü tt(j
6-' oüpczvov,
16. ■!:a'a-(j Tr^ xii'ast xo eXso; auxotj ccavspoVj
xal TÖ cpÄ? auxotj xat xo axoxo? ifxepi-
asv xfö c?.oa}i.avxi.
248 add. 16, is. a;ra? 6 xooffxo? ^e^oveij? xai yiv6{jlsvo?
£v Os^[i.otxi auxciu.
248 70 106 Lat. add. 16,22. xctt scexctai? cxTravxtuv sv xs/.süxf,.
248 70 17,5. i'Xctßov XP^i'^'^ ^"^'^ ~^vx£ xou xupiou
£V£p''|'ry[i.ax(uv,
Exxov 0£ vo'jv auxoi; lofupr^cfxxo [i.£piCo)V,
xat XOV £ß80|JL0V X67OV £p[XEV£a XtüV
£V£pYr^}xaxu)V auxoij.
248 70 106 S*^^ 55 254 17,8. xal 01' aiduvcuv xa-j/aaöai im xoT? Oau-
Sah. Lat. add. jxaatot; auxou.
248 add. 17, 11. tk xo vor^aai oxt dvr^xol ovxe; u-a'p-
248 70 106 17,16. at 6001 ouxöiv £x V£6x-/;xo; £7:1 xa irovr^pa,
(osav xa? xapoi'a? auxtov d
XiOi'vujv ^zoiT^aal aapxi'va?
xat oüx iay(psav xa? xapot'a? ouxtov dvxt
16,15.16. Oapct«)] praem.xapoiav. — lOöom. ttjJ 2". — äoaij-dvTi] leg.'Aootii..
17,5. Der erste Satz fehlt in 248.
17,8. 248 hat den Stichus für Sb, Sah. hat ihn hinter 9, Lat. hinter 10,
die übrigen hinter 8. — -/.at] 248 70 106 soojxe, 55 254 add. 'iotu-Az. — Sca Sah. Lat.
om. ot' aitövwv. — 70 at'üivo;. — 106 -/.a'jyrjSaaSot'.. — Sca Sah. Lat. h für im. —
254 SaufiacTof:.
17,16. ot'jxdiv 1**] 70 aÜToO. — ai öool aüxtüv] 248 Tiä; oi av&pu>7:o;, ~-
106 xo TTovTjpov. — 70 iV/uae.
CVI Kap. IV. Ueber eine zweite griechische Uebersetzung.
1 7, 17. £v 77p }x£pi(j[j.(j) T(üv eövtov xr^s ^tj; Tra'arjC
£xotat(p eOvet xaieair^asv rf'(ou\i&vriv^
xoti TTpoaeXdßcxo xov 'IcparjX sotuxio
jxepioa,
18. öv TcptuxoYovov fj'vxa xiOr^vei TtctiSsia
xott fAEpi'Ctov cptos aYairr^astüS oux dviVjaiv
au xov.
248 70 106 17,21. xupio? oe ^(prjCfxoc «7jv xal eiScb; xö
TrXdöjia ctüxou
oü'xe dvTjxev auxou? ouxs SYxaxeXiTrsv
cpct86|ji.evo? atixÄv.
248 70 106 add. 17,22. }j.eptCo)v uioi? auxou xott öü"^axpdat
(i.exdvoiav.
Lat. add. 17,2:3. et convertet in inferiores partes terrae.
Lat. add. 17,24. et destinavit illis sortem veritatis.
248 70 106 add. 17,26a. otüxo? "^äp ooYj^TJasi sx cxoxous sie »«>-
xtCfiöv u-yieia;.
Lat. add. 17,26. et cognosce justitias et judicia dei
et sta in sorte propositionis et ora-
tionis altissimi dei.
Lat. 17,27. in partes vade saeculi sancti
cumvivisetdantibusconfessionemdeo.
non demoreris in errore impiorum,
(ante mortem confitere).
28. a mortuo quasi nihil perit (confessio),
confiteberis vivens, vivus et sanus
confiteberis
et laudabis deum et gloriaberis in
miserationibus illius.
17, 17. 248 70 Trj; y^; Traörj;, 106 7:c«arj; yrj? t(Lv I8vwv. — 248 xodeoxrj-
xev. — 18. 106 -lÖTjvr^ciet. — 70 zaiösiav.
17,21. 70 106 om. 8e. — Dasselbe bei Anton. 400 mit JSiöv für dhüa. —
Sinngemäß wäre aixüiv für a'jxoO, oder aux<{v und aüxoü für aitoi; und o^xtüv.
17.23. Toi. Corb. 1 inferiores, vulgo: interiores,
17.24. illis] al. illos in.
17,26. Cf. Dan. 12, 13.
§8. Ihre Reste. CVII
248 70 106 add. 18,2. xai oux loitiv aXXo? ü'/.r^v autou.
6 ofaxt'Ctüv ,Tov xoa[i.ov ev a7:'.9«jj.T^
ysipo^ a'jxoü,
xai TiavT« u-axo6si xm OcXr^jxatt otuiou,
auTÖi ^äp ßacjiXcu? TiavTcuv sv xpaxei
«uxou
6ta(5xsXX(uv iv aüxoi; aifta dizb ßsßTjXcuv.
Lat. add. 18,2. et mauet invictus rex in aeternum.
248 70 106 add. 18,9a. aXo^iöxoc 6s sxaaxou Ttaaiv v) xoi'jxr^atc.
Lat, 18,12a. vidit praesiimptiouem cordis eorum
quoniam mala est,
et cögnovit Subversionen! illorum
quoniam nequam est.
Lat. add. 18, 12. et ostendit eis viara aequitatis.
Lat. add. 18,22. quoniam merces dei raanet in aeter-
num.
248 add. 18,29. xpciaacuv Trctpp-/)Gia h oec-ox/j |xov(p
r^TiSp vsxpa xapoia vsxpöiv dvxij^eaUat.
248 70 106 Lat. add. 18,;«. saTQYotpETrißouXocxrjCiSiacCtorjcXaXr^toc.
248 70 add. 19, 0. 6 Se avxocpOaXfitüv TjOrjvotic axc'favoT xy^v
CtuT|V auxou.
248 70 106 add. 6 sYxpaxsuojisvo; Y^^^y^^^Ti «[J"-^/«); ßiu>-
SExat.
18,2. 106 hat die vier letzten Stichen hinter v. 4a. — 248 106 om. ö. —
106 -cfvtuiv T(üv EV Toj xp. — 106 om. £v ult.
18,29. eiTTEp und vExpiu für vexpüiv.
18,33. Lat. eris enim invidus vitae tuae. — 106 ttj; ^«utjs 50'j. — 70 106 om.
XaXrjTo;.
19,5. Der erste Stichus auch bei Clem. AI. paedag. II 10, 101 mit /jOovt'. —
Der zweite Stichus auch bei Max. 736, Anton. 809, — 106 6 o£ lyxp. YXtüaor^;- —^
248 öfitt/tp (Ju[jißtti)aexot,
CVIII Kap. IV. Leber eine zweite griechische Uebersetzung.
248 70 1Ü,18. cpoßo? xuptou dp)^Yi -poaXrjtl*£(u?,
(jocpt'a Ss Trap' autou d-^d-rz^aiv irsptTroisi.
19. "(voidi^ ivroXüiv xuptou Traioet'a C«>^j?,
Ol 0£ uciiouivxE? TotapsaraauKt) ai)avaata;
Sivopov xapTTOuvTat.
248 70 add. 19, 20. xott 7vtö5'.; xr^? Travioxpaxopia? aüxoö.
21. oi/exr^? Xs^ojv xoT 8c(j7r6xTfj* o); dpsaxei
iav fisxa xauxa Troti^a'o, TopopYt'Csi xov
xpscpovT« auxov.
248 106 add. 111,25. xai saxt Sixatöiv xpt'aet ao'fo-.
248 70 Lat. 20,3. 6i; xotXov kXEy/ßiv-ot. 'favcpaiaat [jsxd-
votav,
O'jxtuc -^ap ^£u$"(j £xo6(3tov djxdpxr^fi.«.
248 70 106 add. 20,i4a. 6fioiu>;o£xaißotaxdvouot'dvdYxr^vauxo'j.
248 70 106 Lat. add. 20, 17. o-jxe ^dp -0 iyziv iv opO-^ ai'aOrjasi
xal xö [XTj £j(£tv 6[j.or(ü^ doid(popov aux(5.
Lat. add. , 20,28a. et qui operatur justitiam ipse exal-
tabitur.
248 add. 20,:}i. xpöt'aatov urofiovY) drapatxr^xo? iv C^j-
XTJSEt XUplOU
T^ dSsaTTOxo? xpojcifjXdxvj? zr^q lot'ac C«>V-
Lat. add. 21,28. tacitus et sensatus honorabitur.
19, 19. 70 xap-toüvxai.
20,3. 248 70 haben das Distichon hinter v. 8, Lat. hinter v. 4.
20, 14a. 70 om. aÜToü.
20,17. St£tX7]'^e] 248 et7.Tjcp£, 106 ora. — 106 om. xori t6 ;j.rj l^etv. — Lat.
neque enim quod habendura erat directo sensu distribuit, similiter et quod
non erat habendum.
21,28. Anton. 989: 6 aiyrjpö? xal vo/^jj-tuv 'iij-tj^ ä?nu9i^a£TC£t,
§ 8. ihre fteste. ClX
248 70 106 22,9. -rr/.va sv d'^cndf^ Ciu^ ~r,v 'p^^?V ^X^^"^^
■ZV)'/ iO''a)V -(->'''"'i"''^P">v x(>'j<}ou3i 00T(i-
lu. Tsxva iv xaxa'-ppovT^ac'. xai dT:atös'jaia
-,'C<Ufittt)(JL£Va
248 70 lOG add. 22,i;ib. 0tvcti(3B-/jTuJv^af;iSou9£Vj^(j£icjouTa7rav-a.
Lat. add. 22, is, sie et qui in praeceptis dei permanet
semper.
248 70 106 add. 22, 2n. oijxata'fpovr^T£ov7apd£tT^;7i:£pqpacpTp,
oi)0£ OaufAotöxö? uXoüaio? vouv oux l/cuv.
248 106 add. 23,2c. tot? o£ i3ßp£'.? tiöv iv iTrot^Y-^^'-^ otuaf.-
TtuXtuv ixr) TTOtpir]?.
248 70 106 adil. 2?t,:\. «uv aotxodv isTiv f^ iX-U tou iXso'j; sou.
106 23,4. x'jpiE TravTOxpdtop TTp d£r|'£VO'jc xTi'sctu;:
sou,
ar, xotToiXiTrr,? £V xoTs ETrEX-tCouai t/)v
otoia>.£'.7:Tov l-iaxozr^v,
|jyjT£ u£~£ü>piaaov xtX.
248 106 23,5. xoit -lY-xvxcuorj •I'UXTjV dTrostr^sov ota-
rraVTOS «TTO TOU oouXo'j 30U,
eX-ioci; XiV«; xcti £t:i»)ou.''«s dlzpEzsT?
d7:o3tp£'j-ov d~' £[xou,
X7t XpOtTTf^OEi; XOV ÖiXoV-Ct ÖOt 8ouX£U£lV
oittTravTo;.
22,9.10. Die Verse stehen in den Hss. hinter v. 6. Sie finden sich auch
bei .\nt. 1052. — Tpo'.tTrjv] Ant. 'ivcd-rpocp/jv. — lOG -/.pürTo-jat, — 248 •(z-^a'jciiui-
ij.£vc(. — Ant. y.oX'jvEi,
22,13. Dasselbe bei Anton. 1129. — 106 ävat'arJrjtr);. — 70 lEo'Josviuaei ae.
22,18. permanet] al. ambulat.
22,23. 106 Z£prfpOVTjt£OV.
23,3. lOG om. cou.
23,5. Vgl. Clera. AI. paed. II 10,93. — vtcti y'Y^"'"«"2^j ':''-'■//;''] 106 Clem. om.
— ot77:c(VTo; 1"] Clem. om. 10(1 praem. -aöTot. — toö oo-jÄo-j] 248 Clem. (töiv)
oo'jXcuv. — dTrpsTrel;] 248 106 om. — Clem. om. -/.cd xpaTTj-jei; — oiaTrav-«;;.
106 om. y.ai xpa-r^SEi; — 30c.
ex ^äp. IV. Üeber eine zweite griechische Üebersetzung*
248 70 Lat. add. 23,27. ooca \iv(dXT^ (/xoXouOciv xupi'o),
txaxpoT/j? OS 7jjjL£p(üv xö TrpouXr^'f i^TjVott
(J£ 6tc' OtUTOU.
Lat. add. 24,2. et in plenitudine sancta admirabitur
et in multitudine electorum habebit
laudem
et inter benedictos benedicetur, dicens.
Lat. add. 24,;!a. primogenita ante omnem creaturam.
ego feci in coelis ut oriretur lumen
indeficiens.
Lat. add. 24,c. et omnium excellentium et humilium
corda virtate calcavi.
Lat. add. 24,«. et in electis raeis mitte radices.
Lat. add. 24,12. et in plenitudine sanctorum detentio
mea.
248 70 Lat. 24, i». i-^fu \i■T^Tr^p ty;? d'(m:r^atw: t9;s xaXrj?
/Ott 'ioßou xal "cvioastuc xai tt,? oai'ac
£>.7rtÖ0C.
248 70 add. oioou}!'. ok auv rast tot-c texvoi? fiou
asqevTj? xoT? XsYOjxsvon; Git' ctuxou.
Lat. add. in me gratia omnis viae et veritatis
in me spes omnis vitae et virtutis.
-Lat. add. 24,20. memoria mea in generationes saecu-
lorum.
Lat. add. 24,22. qui elucidant me vitam aeternam
habebiint.
23,27. x'jfitiu] 248 öeuj. — Lat. für den zweiten Stichus: longitudo enim
diernm assumetur ab eo.
24,6. humilium] al. sublimium.
24,18. xaXr,;] 70 dyaÖT;?. — ^vwasw;] Lat. agnitionis. — 70 ötSo|i.ai ouv
räai. — 248 äeiYsvtl;. — Fritzscbe ^<iX£yo(jL^/ot;. — viae] Sang. Brev. Moz. 1283
vitae.
§ 8. ihrö ßestö. CXI
Lat. 24,23. haec omnialiber vitaeettestamentuni
altissimi et agoitio veritatis.
legem mandavit Moyses in praeceptis
justitiariim etliaereditatein
dümui Jacob et Israel pro-
missiones.
posuit David puero suo excitare regem
ex ipso
fortissimum (et) in throno honoris
sedentem in sempiternum.
248 70 24,24. [i.r^ sxXueaös ts/usiv Iv xupuo,
xoXXaaös Ss irpo? autov, Tvct Xj&otTaiaxjyj
xupios TravTOxpaxtup &eo? (xovo; saxiv,
XGtl OUX S3TIV £Tt 7r?v7jV «OTOU atUTT^p.
Lat. add. 24, :ö. penetrabo (omnes) inferiores partes
terrae et inspiciam (omnes)
dormientes et illuminabo
(omnes) .sperantes in do-
mino.
Lat. 24,;«b. et relinquam illam quarentibus sa-
pientiam
et non desinam in progenies illorum
usque in aevum sanctum.
248 70 Lat. Syr. 25, 12. 'foßo? xupi'ou apyr) d'/aTCTJaetu? autou,
TTiöTi? Ss apx^i xoXXT^setui; ouxotS.
24,23. Anton. 1109 [ay] dxX'jEaät (syüsiv Iv x'jpfuj, i'va xpaxatuxjT) üfjiäs «6x0;;
ebenso 248, der y.o/.Xäii^s — aürov dahinter stellt und 0^ ausläßt. — 70 ia/üv. —
248 ö aeo;.
24,32. domino] al. deo, al. deum.
25,12. Lat. für b: fidei autem initium agglutinandum est ei. — Syr. hat
vor V. 11: Der Anfang der Furcht des Herrn ist ihn zu lieben, und der Anfang
der Treue ihm nachzuwandeln.
CXli Kap. IV. Ueber eine zweite griechische Üebersetzung.
Lat. add. 25,26a. confuadetteinconspectuinimicorum.
Lat. add. 26, i8. fundamenta aeterna super petrain
solidam
etmandatadeiincordemulierissanctae.
248 70 Syr. 19. xsxvov, axayjv -JjXixia; aou auvtr^fiyjaov
xai piYj otü? dXXoxpioiig tyjv ta/uv aoü.
'jo. avaC^jTr^aotsiravto? TTSötou suYsojvxXrjpov
azsTps T« lOia aTrEpjiata TrsTiotödj? x:^
eu^sveia öou.
21. outu)? xa 7£vvrjfi,axa oou Trsptovxot
xal Trapp-zjaiav cu^sveiac i'/ovia [xs^a-
Xuvo'JtJt.
2-2. "cuv}] iiiaOia larj aiaXu) XoYtoöv^^oexai,
uTTOtvopo; OS TTup'co? Oavaxou xoT? XP"^"
tj-svoi? Xo7tai)r]cj£xat.
23. YuvTj aasßYjs dvoitu) ji-spi; oobr^a^xai,
suasßy;? Ss otooxat x(u cpojBoujxsvu) xov
xupiov.
24. 7uvYi aa-/^r^\L(jiV axtjxi'av xaxaxpi'i^si,
OuY''^*''ip 02 £Üa/Tf]}j,tt)V xai xov avopoc
IvxpaTCTjasxai.
25. "(uvYj aototxpsTTXo? u>? x6(üv Xo'ctaöir^asxat,
7) &£ i'youaa OLiajuvr^v xov xuptov cpo-
ßr^8y]a£xai.
2ü. "(uvTi avopot toiov xijjKoaa aocpr^ Traot
CpaVT^(3£XCtt,
ctxtfj.a^ouaoi &£ iv uTr£p7jcpavta dasß'/j?
Ttäai 7V(ü(ji)7]a£xo(i.
Yuvcttxo; a-j'aOr,? fjiaxapto? 6 avr^p,
26,19. Das Distichon auch bei Ant. 1058, wo äocpaX^ für üyiij. — Die
Abweichungen des Syr. in v. 19 — 27 habe ich im Kommentar aufgeführt. —
22. Das Distichon auch bei Clem. AI. paed. II 10, 98, wo XoytaSricETat 2° fehlt. —
23. cpoßoufAsvw] 70 dyaTttüvTt. — 24. Der erste Stichus bei Anton. 1053, der
zweite 1052. — 26. 248 dTtfAd^ousa ol äat^rii iv uTreprjcpovi'a. — YvioaS/jOeTai]
70 Xo^taSi^aETat. — ö äv/^p] 70 add. aütTJ;. — xtüv ixöiv o'!»toü] 70 täv rj,uep(I»v
TTj; C«"?/; aÜToO. — 70 otrrX'iaiov. — Syr. = das Streiten der (add. guten) Frau
§ 8. Ihre Reste. CXIll
& "('äp apiO[i.o? xtuv stoJv auxo'j SntXaa'.o;
27. "(uv/j ^£YaXo<pu)Vo? xai ■j'Xiuoiaatorp
(u; aot'Ä.Trri'; KoXsaojv S'!% TpoTt/jv Osio-
pT,i)"/;ai-7t.
dvöpcuKOü 03 -avTo? '}u"/rj ouoioxo'jr.o;
TO'JTO»;
Lat. 27,11a. homo sanctus io sapientia manet
siciit sol.
Lat. add. 30,2-2a. elthesaurussinedefectionesanctitatis.
Lat. add. 31,22. dominus solus sustinentibus se in via
veritatis et justitiae.
Lat. add. 40,1.% quia vidit deum lucis.
248 70 Syroli. 55 254 50,29. zcä toIc coas^saiv ictuxc sociiotv.
add. siXo^r^To; xupio? st? tov a^uvot. -^ivoi-o,
^ivO'.TO.
70 add. o6;c( so»., o Oso? ''1}^'«^: ^'"^i'^ ^'J^*
ist in Demut, und wie ein scliwaches Fieber, so erscheint sie. — 27. Die beiden
ersten Stichen auch bei Anton. 1089. — "248 om. tu; (Ant. (LcTtep) aaXrty;, das
in der Complutensis aber steht, und liest zo/.eaftov. — Die beiden letzten
Stichen fehlen in 70.
27,11.1. Ant. 913: avSc^oj-o; £'j3cß)j; Iv rso'^icf. [xt^ti tu; 6 r/.to;.
30,22. Vgl. im Kommentar die Parallelen aus Clemens Alex.
50,29. a = 43,33b. — Syroh. bricht mit ao-jtotv ab. Vgl. unten S. CXXIIL
Smend, Sirach-Kommentar. Ylll
CXIV I^ap. IV. lieber eine zweite griechische Uebersetzufig.
§ 9. Die Eigenart der Zusätze.
Dass die grösseren und kleineren Zusätze, wenigstens in
ihrer grossen MehrzahP), der zweiten griechischen Uebersetzung
angehören, und damit auf einem jüngeren und vielfach erweiterten
hebräischen Text beruhen, lässt sich auch abgesehen von dem
Zeugnis des Syrohexaplaris wahrscheinlich machen. Mit 11, 15.
16. 16, 15. 16 sowie den kleineren Zusätzen in 5, 11. 16, 3,
deren hebräische Vorlage erhalten ist, hängen die meisten grie-
chischen Zusätze durch üiren Inhalt und Sprachgebrauch so eug
zusammen, dass sie schon deshalb ebenso beurteilt werden
müssen.-) Viele von ihnen sind deutlich jüdischen Ursprungs,
und mehrere können nur durch die Annahme von Uebersetzung
aus dem Hebräischen erklärt werden. Es ergibt sich daraus,
dass das Werk des Jesus Sirach in früher Zeit^) eine hebräische
Bearbeitung erfahren hat, die von eigenartigem Geiste getragen
war und für die Geschichte des Judentums von gewissem Inter-
esse ist.
Merkwürdig reden die Zusätze 19, 18 von der dya-yjai?
Gottes gegen die Frommen, ebenso 11. 18 von dem 9«)? dYXTrf^a^m;,
Sie setzen ferner 1, 10. 25, 12 d'(dT.r^'jiz xupiou neben und an
Stelle von cpoßoc xupiou; vgl. auch die Varianten zu 1,19. 10,19
Dabei wird, wie 24, 18 blosses cpoßoc für cpoßo? xupi'ou (vgl, nsT
Job 4, 6. 15, 4, a<poßoc 1, 21, ?'<j.'foßos 19, 24), so auch d■^fx^:T^(Siq
sclüechthin für Frömmigkeit gesagt: vgl. 1, 12 7.-'0(-r,3£(u? xpi'ßot,
11, 15 d'^d-r^si: -/.7.I 600t xaÄiov spytov, 24, 18 r^ dyj-r^ai^ yj xaXv^,
29, 11 K3inn (= h ayocTr-z^asi) beim Syrer und 3, 1 dilectio beim
^) Natürlich können einzelne griechische Zusätze sehr wohl anderen
Ursprungs sein. Im Lateiner finden sich Zusätze zu 6, 12. 8, 17, die im An-
schluss an griechische Schreibfehler entstanden sind. Zu 5, 1 hat Cod. 308,
der sonst von Zusätzen frei ist, e?s C^^v mit 248 70 Syroh. 253 (106) gemein.
-) Das Meiste hat hier schon Schlatter a. a. 0. S. 103 ff. richtig
beobachtet, so unbegründet auch seine daraus gezogenen Schlüsse sind. Vgl.
oben S. XC\T Anm. 1.
') Die zweite griechische Uebersetzung ist älter als die Vetus Latina,
wahrscheinlich ist sie viel älter, was mit Bestimmtheit für den ihr zu Grunde
liegenden erweiterten Hebräer anzunehmen ist.
§ 9. Die Eigenart der Zusätze. CXV
Lateiner. Dagegen ist 4S, 11 der Text verderbt. Zu Grunde
liegt wohl nn oder ,-i2nK; der Hebräer ist 11,15 leider entstellt.
Neben der d-^y-r^j'.; steht auf Seiten der Menschen 25, 12 (vgl.
zu 18, 14)') yjAlr^iJ'.; und 24, 24 xoUaai)«'. (etwas anders in der
älteren Uebersetzung 2, 3), ferner 17, 22. 20, 3 (vgl. 2, 18 Lat.)
astavoia (wogegen 44, 16 Korrektur vorliegt), auf Seiten Gottes
10, 21. 19, 18 (vgl. zu 21, 11) -r.6alr,'li; und 17, 17. 23, 27 -pocr-
Xc([i[ilc(vsai)a'., und als das Gegenteil 10, 21 IxßoXr, (vgl. Rom. 11, 15
T.poGlr/^i: und 7.-o[ioX-/^), ferner 23,4. (2, 17. 15,8 Lat.) liriaxo'KT^,
wogegen der echte Sirach das Nomen nur im bösen Sinne hat.
Dass Gott Israel nicht verwirft, wird 17,18. 21 (vgl. 5,4) mit
oux dvr/jatv ausgedrückt. Das von Gott den Menschen zugeteilte
Schicksal lieisst 11,16. 16,16. 17,26 gxoto,- und 16,16. 17,18
'fä>; und 17,26 (vgl. 25,11) cptutiafi-oc. Eigen ist auch die opaat?
Gottes 1, 10 (vgl. Lat. zu 6, 22. 46, 15). Die Zuteilung heisst
I, 10. 16, 16. 17, 5. 18. 22 [xspits'-v, das der echte Sirach wiederum
etwas anders gebraucht. Bemerkenswert sind noch 23, 4 (vgl.
11, 19) arVÄsi-Toc, 23, 4. 24, 18 7.s.-'svv:, 11,16.22,10. (26,4)
"Caupiav, (18, 21) s-f/pa-csta und 19, 5 i-f/pa-susaiyai, 16, 15. 17, 5
svip7-/)jjLa, (11, 11). 23, 2 i-a7Ys>ia und 3, 25 i-a-n'sUssÖat, 22, 10.
26,20. 21 £'J73V3t7, 26,27 (vgL 11,13) aso^psTv, (18,33). 20,31
ioioL Cwr^, und sonst (11, 11). 22, 9. 26, 20 adjektivisches loto?,
II, 15 (vgl. Lat. Syr. zu 26, 3) xaXa spYot (vgl. xot/v/vtsp^siv 18, 20),
(19, 3. 23, 1) -otpaosiYaaT'.saoc, (11, 13. 23, 3) auvTpi-ir;, 1, 7. 20, 3
'fOLvspoijv, u. dgl. m.
Der jüdische Ursprung ist deutlich aus 1,5 i'/roXal attovioi, 11, 15
(vgl. 1,5, 1) -;vS}<ji; vojxou, 19, 19 Yvoisi? ivtoXüiv, 18, 3 o'.7.:;t3A/«(üV Iv
otoToT; ayia täv |':i£[ilT^X«)v, ferner 23, 27 ;j.axpor/;c -?)|x;p(yv. Als jüdisch
ist wohl auch 18, 29 vExpot als Bezeichnung der Heidengötter
(vgl. cno Ps. 106, 28) in Anspruch zu nehmen, ebenso dort
vsxpa y.nrjoioi (vgl. 1 Sam. 25, 37 )2h nJi') und Ps. 22, 27 orDi'? "-n^).
Vgl. ferner -kAt^iIo? or^iur^ (16, 9), plenitudo (= -/.y;0o? vgl. 32, 23)
sancta 24, 2. 12 Lat. = D^K'np bnp und 'p TiC Ps. 89, 6. 8. Um
so bemerkenswerter ist freilich die o.yj-r^'JKt und die Hoffnung auf
ein Leben nach dem Tode. Letztere kommt zum Ausdruck 19, 19
^) Die in Klammern gesetzten Zitate beziehen sich, sofern nichts anderes
bemerkt ist, auf das Vorkommen des Ausdrucks in Zusätzen oder Varianten
zu Stichen, die übrigens der ersten Uebersetzung angehören,
vni*
CXVI Kap. IV. lieber eine zweite griechische Üebersetzung.
in o£vof>ov 7.iJ7.vaaia; (=c:''Mp; vgl. Prv. 3, 18. Clem. AI. ström.
5,11; 72 und Lat. zu 6^ 16) xaprio5v-ott, wonach 2^9 ooai; aiwvia
und 17, 26 '^vi'ia\i>j? uyista? verstanden werden müssen. Vgl. dazu
das saeculuni sanctum 17, 27 Lat., das aeviim sanctum 24, 33
Lat.'), und die Welt der Gerechten (spnn nöSj?) 18, 10 Syr.
Die Sprache der Zusätze ist oft hochrhetorisch, '^) ihre he-
bräische Vorlage ist deshalb nicht überall leicht zu erkennen,
aber hinter dem anspruchsvollen czsiy^v/^c (23, 4. 24, 18) steckt
wohl ein simples d't/J; und hinter TrsoiYp/^/f/; (22, 23) ein alltäg-
liches Wort für Armut. Die Tatsache der Üebersetzung ergibt
sich übrigens aus einzelnen zweifellosen Missverständnissen. So
ist 10, 19 a;~£r>[j.7. da'sakzly.:, wie der Gegensatz STisryfxcz uXctv/^asw?
zeigt, = ncx yiT, das Jer. 2, 21 freilich iu anderem Sinne steht.
Ferner ist 17,26 cpwx'.stxo; uyisiac = ü^TiH ■n^? Ps. 56, 14. Job.
33; 30. Auch dürfte 24, 24 layoeiv schlechte Wiedergabe von
p'^'inrh (=^ festhalten) sein. 16, 9 ist T.oip^Ylr^br, = cm = er hatte
Erbarmen. 17, 21 ist i:ld:s\ioi (/.'j-o-: = nr (vgl. Ps. 103, 14 LXX);
es fragt sich aber, ob nicht nach Dt. 31, 21. Gen. 8, 21 zu
übersetzen war. Die Identität des Sprachgebrauchs, die zwischen
den überzähligen Stichen und den kleineren Zusätzen besteht,
beweist aber, dass beide von derselben Hand herrühren, d, h.
dass auch die kleineren Zusätze Uebersetzungeu von Erweiterungen
sind, die der Urtext unterdessen erfahren hatte. Natürlich bleibt
die Möglichkeit offen, dass der Text der zweiten üebersetzung
von einem Christen überarbeitet war oder dass sie überhaupt
von einem Christen stammte, der namentlich die d'(d-r^3i; ein-
getragen hätte. Aber dann sollte man, wie Sßhlatter bemerkt,
d-(draf erwarten, und 11, 15 dürfte n^n ursprünglich im hebräischen
Text gestanden haben. Sodann steht für i2i |"'2n 11, 15 yväsic
vojxou (vgl. 15, 1), was auf einen jüdischen Uebersetzer hinweist.
Die überzähligen Stichen sind öfter blosse Parallelen zur
üebersetzung des Enkels; so z.B. 1,7. 2,9. 3,19. 9,9. 10,19.
13,25. 16,3b. 17,8. 17. 23,4. Meistens aber geben sie grössere
Glossen wieder, mit denen der Urtext bereichert war. Mehrere
1) Doch vgl. auch unten S. CXXVIII.
2) Vgl. z. B. 23, 4 xupte navTOxpdTop rrjg äetyevovs xnaewq aou] 26,4
iv navrl xatpw npöawnov l'^ovreg Uapdv yauptdaoumv. Die inayyeXia Siputv
11,11 findet sich noch Philostr. imagg. (ed. Kayser) II p. 300,12.
§ 9, Die Eigenart der Zusätze. CXVII
siad profaner Natur (22, 9. 10. 22, 23), übrigens kommt auch
die pessimistische Beurteilung der Frauen zu breitem Ausdruck
(26, 19 ff.). Aber das Hauptinteresse geht auf die Betonung der
Liebe zu Gott und der Hoffnung auf ein zukünftiges Leben,
überhaupt aber auf Vergeistlichung. Bemerkenswert ist auch, dass
der Sinn von 16, 10 durch den Zusatz zu Gunsten Israels in
sein Gegenteil verkehrt wird. Daneben soll der Urtext freilich
auch verdeutlicht und verschönert werden, wie das namentlich
in den kürzeren Zusätzen am Scliluss der einzelnen Stichen zum
Ausdruck kommt. j\[an vgl. z. B. 5, 11 ocYcti)?^ und o^oUr^v (s. o.
S. XCII sq.), 14, 20 xaXa und (zyia, 24, 31 xov oLp-icrTov und xr^v o'.xaiav.
26,4 Trpö^ x'jptov, 26 14. 15 x7.l s'j'vou? und xal tt«-/, ; 7, 19 beim
Lateiner quam sortitus es in timore domini, 10, 30 et timorem
suiim (:= Anton. 889 xal £'jXaߣt7.v), 37, 16 verax und stabile.
Abgesehen von ihren Zusätzen wird die zweite Uebersetzung
mit der ersten vielfach wörtlich übereingestimmt haben, deshalb
fügen sich die aus ihr stammenden kürzeren Zusätze oft ohne
Schwierigkeit in den Text der ersten Uebersetzung. An manchen
Stellen ward die zweite Uebersetzung aber auch ganz anders ge-
lautet haben, woraus sich die Unverständlichkeit vieler kürzerer
Zusätze erklärt.
. Auf einzelne Berührungen der nur lateinisch vorliegenden
Zusätze mit den griechischen ist im Vorstehenden hingewiesen.
Jüdisch kann natürlich sein vita aeterna (vgl. schon 37, 26 Hebr.),
oder testamentum huius mundi 14, 12 (vgl. saeculum hoc 4 Ezr.
4, 27). Dass aber manche dieser Zusätze durch griechische
Vermittlung in der Tat auf hebräischen Urtext zurückgehen, ist
kaum zu bezweifeln. Hebräische Sprachfarbe hat der lateinische
Zusatz zu 3, 1, aber auch der zu 24, 23. Hebräisch klingt hier
posuit, wozuD''pn44, 21. 22 oder pn c''pn45, 24zu vergleichen ist,
und fortissimus ist vermutlich = xpof:aio; = 112: Ps. 89, 20. Jes. 9, 5
(vgl. Lat. zu 32, 22. 46, 1). Hebräischen Ursprung kann auch
(was ich früher gegen Schlatter in Zweifel zog) der Zusatz zu
24, 32 haben, wo es heisst, dass die Weisheit in die Tiefen der
Erde dringen und die Schlafenden heimsuchen und alle erleuchten
wolle, die auf den Herrn hoffen. Hier steht inspiciam wie
im<3'Ao~r^ in den griechischen Zusätzen, und illuminabo hat dort
an 'f tö; und '^ tuTicj|xo? seine Parallele. Die inferiores partes terrae
CXVIII Kap. V. Die Afterüberaetzungen des Griechen.
{= psn nrnnn Ps. 63, 10. 139, 15) brauchen durchaus nicht aus
Eph. 4, 9 ta xaTtutspa [xspr^ t9)? ^r^? zu stammen, sie finden sich
aucli in einem Zusatz zu 17, 23, der gut jüdisch klingt.') Es ist
denkbar, dass die Plöllenfahrt Christi auf eine Höllenfahrt der
Weisheit zurückgeht, in die hier die an das Gesetz angeschlossene
Zukunftshoffnung ausläuft. Auffällig ist nur, dass dieser Zusatz
sich in den griechischen Handschriften nicht findet. Man müsste
daher Avohl annehmen, dass er aus einer anderen Rezension der
zweiten Uebersetzung stammte, die auf einen abermals erweiterten
hebräischen Text zurückging (vgl. o. S. XCVIII). Anderseits ist
es hier natürlich erst recht möglich, dass einzelnes Christliche
vom Uebersetzer oder von der lateinischen oder schon von der
griechischen Ueberlieferung eingetragen wurde. Man vgl. z. B.
24, 18 viae et veritatis neben vitae et virtutis, und 10, 15 et
plantavit humiles ex ipsis gentibus.
Kap. V. Die Afterübersetzung-en des Griechen.
§ 10. Die Vetus Latina.
Für die Emendation des entarteten griechischen Textes
sind die Afterübersetzungen ■^) von grossem Wert: in sehr vielen
Fällen haben sie die ursprüngliche griechische Lesart bewahrt.
Aber die Freiheit, mit der die Uebersetzer sich bewegten, lässt
ihre griechische Vorlage nicht überall deutlich erkennen, und
soweit sie erkennbar ist, spiegeln die Afterübersetzungen zugleich
eine noch stärkere Entartung des griechischen Textes wider,
als sie in den griechischen Handschriften vorliegt. Beides gilt in
besonderem Masse von der ältesten und wichtigsten Afterüber-
setzung, der Vetus Latina, die überdies selbst in völlig ver-
wildertem Text auf uns gekommen ist. Gleichwohl ist es als
ein Glück zu betrachten, dass sie nicht durch eine Uebersetzung
des Hieronymus verdrängt wurde, für die ihm übrigens ein voll-
ständiger hebräischer Text schwerlich noch zu Gebote stand. ^)
*) Vgl. auch bei dem älteren Uebersetzer 23, 19 drtöxpu^a fiipTj.
^) Von der syrohexaplarischen und der christlich-palästinischen Ueber-
setzung war oben (S. LXII sq.) schon die Rede.
8) Vgl. oben S. LVI Anm.
§ 10. Die Vetus Latina. CXIX
Für den lateinischen Sirach hat P. Sabatier (Biblioriim sacro-
rum Latinae versiones antiquae, Tom. II, Paris. 1751) zwei Codd.
Corbeienses, den Cod. S. Theoderici ad Remos und zwei Codd.
Sangermanenses (14. 15), Yon diesen beiden aber hauptsächlich
den letzteren, verglichen. Diesen Codex, der sich gegenwärtig
in Paris befindet (= Nro. 11553 der Nationalbibliothek; vgl. S.
Berger, Histoire de la Vulgate p. 65 ff.), hat Lagarde neu col-
lationiert (= Cod. Gottiog. Lagarde Nro. 20). Für die Sixtina
wurde eine Collation des Cod. Toletanus (jetzt in der National-
bibliothek in Madrid; vgl. S. Berger a. a. 0. p. 12 ff.) benutzt,
die Cristobal Palomares besorgt hatte. Sie wurde abgedruckt
von Bianchini (Vindiciae can. Script., Eom. 1740, p. XLVII —
CCXVI), nicht sehr zuverlässig, wie Vercellone (Variae lectiones
I p. LXXXIV sq.) sagt. Endlich hat Lagarde den Cod. Amia-
tinus zu den beiden Weisheiten herausgegeben (Mitteilungen I
S. 283ff.).i)
P, Sabatier hat auch zum Sirach eine Menge von Väter-
Zitaten gesammelt.-) Lagarde hat seine Ausgabe des Amiatinus
mit sämmtlichen Zitaten des Augustinus (= Cod. Gotting.
Lagarde 34) begleitet. Ausserdem hat er eine Menge von Zitaten
aus anderen lateinischen Vätern gesammelt, die er teils durch
Leetüre (so bei Ilieronymus) gefunden hatte, teils den Rändern
und den Indices der Ausgaben entnahm (— Codd. Gotting. La-
garde 20. 36). Ich habe diese Angaben verfolgt. Verglichen
habe ich ausserdem das Speculum des Augustinus und die Pseudo-
Augustinische Schrift de divinis scripturis') nach der Ausgabe
1) Einzelne Varianten aus verschiedenen Handschriften gab Lucas
Brugensis in seinen Notationes in sacra Biblia (Antv. 1580), andere S. Berger
a. a. 0. 0. F. Fritzsche hat den Züricher Codex Carolinus benutzt, der den
Alcuinischen Text gibt.
2) Zitiert wird der lateinische Sirach zuerst von Cyprian. Mehr ist
über sein Alter nicht festgestellt.
'j Zu spät bin ich auf einige gute Lesarten dieser Schrift aufmerksam
geworden. Sie stimmen auffällig mit dem Syrer zu 21, 5. 10. 23, 1. 27, 25.
32, 17. Vgl. die Nachträge. — H. Keusch (Observ. crit. in librum sapientiae,
Bonn 1861, p. 8. 9) macht darauf aufmerksam, dass Hieronymus seine Zitate
aus der Weisheit Salomos meistens selbst aus dem Griechischen übersetzt hat;
er vermutet dasselbe für den Hilarius. Auch die Sirach-Zitate des Hieronymus
haben meistens diesen Ursprung (ausgenommen z. B. \TI 20* Vallarsi, wo
CXX Kap. V. Die Afterübersetzungen des Griechen.
von Weyrich, sodann das Missale und das Breviarium Mozarabi-
cum nach Migne (Band 85. 86) sowie den von G. Morin heraus-
gegebenen Liber comicus (Anecdota Maredsolana I 1893).^)
Der Text des lateinischen Sirach ist in den Handschriften
durch zahllose Schreibfehler und viele willkürliche Aenderungen
entstellt, und die Zitate der Väter tragen zur Verbesserung des
Textes nicht viel aus. Die Hoffnungen, die man auf den Cod.
Amiatinus gesetzt hatte, sind durch Lagarde gründlich zerstört.
Denn im Wesentlichen liefert der Amiatinus nur solche Varianten,
die schon aus den von P. Sabatier verglichenen Handschriften
bekannt waren. Dabei hat er aber eine noch grössere Zahl von
Schreibfehlern. Viel wertvoller ist der Cod. Toletanus, aber er
enthält nach S. Berger (a. a. 0. S. 12) einen sehr gemischten
Text. Mehr ist, wie Ph. Thielmann mir mitteilte, von anderen
spanischen Hss. zu erwarten, die er für die von ihm vorbereitete
Ausgabe des lateinischen Sirach ausgebeutet hat.'^) Zumeist aber
wird der Text durch Emendation geheilt werden müssen. Manche
Stellen hat Thielmann in seinen Arbeiten über den Ursprung
und die sprachliche Eigenart des lateinischen Sii'ach (Wölfflin's
Archiv für lat. Lexicographie und Grammatik VIII 501 ff. IX
247 ff.) in überzeugender Weise korrigiert, andere Stellen hat H.
Herkenne (De Veteris Latinae Ecclesiastici Capp. I— XLIII, Leipzig
1899) glücklich behandelt.
Die Emendation ist namentlich dadurch erschwert, dass
die ursprüngliche Uebersetzung durch fortgehende Korrektur nach
dem Griechen und zwar nach verschiedenen griechischen Texten
2, 1, und II 326 -, wo 27, 5 nach dem Lateiner zitiert sind). Ebenso zitiert
Hilarius (p. 12 der Maurin erausgab e von 1693) Sir. 1, 23, und Ambrosius
(I 807') Sir. 27,11 nach dem Griechen. Vgl. auch Ambros. I 1224*, wo er
zu Sir. 2,6 sagt: si quidem lectum est: homines acceptabiles in fornace
humilitatis. Tanetvwaewe enim Graecus dixit, quod est humilitatis. Hoc ideo
posui, quia plurimi habent Latini in fornace aft'lictionis. Latinus discernit,
Graecus non separat etc. Gelegentlich zitiert auch Augustinus nach dem
Griechen; so z.B. 48,27 (VIII 1004«).
^) Gute Lesarten hat das Missale z. B. zu 8, 8, das Breviarium zu
9, 18. 84, 8. 36, 21. 51, 2, der Liber comicus zu 34, 8.
-) Vgl. auch Sitzungsberichte der Königl. Bayr. Akademie der Wissen-
echaften, Histor. Philol. Klasse, n 1899, 2U— 217,
§ 10. Die Vetus Latina. CXXI
entstellt ist. Diese Korrektur ist nämlich, wenigstens der Haupt-
sache nach, älter als alle Textzeugen. Am einfachsten liegt die
Sache noch da, wo die Korrekturen in vollständigen Sätzen auf-
treten. So stellt 13; 2b et ditiori ne socius fueris neben qui
honestiori (ebenfalls = irÄouct'.w-c'fxo) se communicat. Oefter gehen
diese doppelten Uebersetzungen durch mehrere Stichen hin und
dabei treten die Differenzen im Verständnis und der Lesung des
griechischen Textes oft hinter der blossen Verschiedenheit des
Ausdrucks zurück.
16, 24b. 25: xotl iid täv Xoyiov [xoo -[j6atyz r^ xotpoia sod.
a') et in verbis meis attende in corde tiio.
d et in verbis meis attende in corde tuo.
i/cpaivw £v at7.i}[j.(ili -ctiosiav
b et dicam in aequitate disciplinam
e et dico in aequitate spiritus virtutes
xoti £V axpißsta 7.7:a7Y£XXa> STiicitr^jjir^v.
c et scrutabor enarrare sapientiam.
f et in veritate enuncio sapientiam eins.
19, 4 b — 6: xczl 6 a;j.af>t7'vojv si; 'j'U/V otuToü TrXr^jxfXcXr^asi.
a et qui delinquit in animam suam insuper habebitur.
e qui peccat in animam suam poenitebit,
6 £ucppaivo[jL£vo? xctpSia xaxa'i'vwaöv^aETai
b qui gaudet iniquitate denotabitur
f et qui jucundatur in malitia denotabitur
'/.cd 6 [xtsoiv AaXiav IXottrovou-ai xaxia.
c et qui odit correptionem minuetur vita.
d et qui odit loquacitatem extinguit malitiam.
Hin und wieder ist die Uebersetzung sogar eine dreifache.
13,8: '[joav/t, [xrj diroTcXocvr^^ (23 106 253 248 Syroh.
add. t(] o'.avota (cou))
a attende ne seductus
xai [xy; -aTr£ivu){)-^s £v r;^ öuttpoS'jvTj aou.
b in stultitiam humilieris.
c noli esse humilis in sapientia tua,
d ne humiliatus in stultitiam seducaris.
*) Die Buchstabeö bedeuten die Reihenfolge im lateinischen Te^t.
CXXII Kap. V. Die Afterübersetzungen des Griechen,
Es fragt sich, ob c den ersten oder den zweiten Stichus
wiedergeben will, da der Uebersetzer von d das Verbum des
ersten Stichus im zweiten und unigelcehrt gefunden zu haben
scheint (vgl. auch Syr.). Vielleicht gibt c aber auch den Schluss
des ersten Stichus und den Anfang des zweiten wieder.
Bei diesen parallelen Uebersetzungen liegt auf der Hand,
dass die eine nur eine Umarbeitung der anderen war. Dagegen
ist es ungewiss, ob verschiedene vollständige Uebersetzungen
des ganzen Buches neben einander bestanden, die in dem uns
vorliegenden Text addiert sind, oder ob die doppelten und drei-
fachen Uebersetzungen Korrekturen sind, die vom Rande in den
Text gerieten. Für die letztere Annahme scheint al)er zu
sprechen, dass die Doppelheit der Uebersetzung Iveineswegs
durchgeht, sondern die Dubletten nesterweise auftreten. Dazu
kommt, dass in selir vielen Fällen die Korrektur lediglich als
Eintragung erscheint. 1, 3 hat Lat. für
xal aßussov xotl ao'^iav xi? s^i/viotasi;
et profundum abyssi quis dimensus est?
Als Korrektur, die zugleich auf zpoxspa -avtwv v, 4 über-
greift, ist eingetragen der Zusatz:
sapientiam dei praecedentem omnia quis investigavit?
Komplizierter ist schon 8, 15: ne forte gravet mala sua
in te. Hier ist das in te schwerlich ursprünglich. Der Rest
ist dann = hy. ^\ ߫p!J'''Ti '^- (so S"^^) xax'z (so Syroh. 23) 3o'j.
Dagegen ist in te nach der schlechten Vulgärlesart xaxa ao-j
später zugesetzt. Oft ist aber kaum zu entscheiden, welche der
beiden Uebersetzungen die ältere ist. 25, 17: et obcaecat vultum
suu'm tanquam ursus et quasi saccum ostendit. Hier sind die
beiden Lesarten o)c apxo? und u)? aaxxov ausgedrückt. 6, 20 steht
für d»c xpa/sia icjxi acpoopa xoTc d-otiosuxoic: quam aspera est nimium
sapientia indoctis hominibus. Da a'ioopa Fehler für ao'ft'cz (vgl.
Syr.) ist, so muss entweder nimium oder sapientia nachträgliche
Korrektur sein. 19, 10 steht für cruvct-oBavsxw (Syroh. 253 70
Chrysost. ivct-oUavsx«)) aoi: commoriatur in te. Entweder ist
commoriatur Korrektur für moriatur oder in te Korrektur für
tibi. Vgl. noch Fälle wie 14, 10, wo xotl IWirä^z mit sed indi-
gens et in tristitia (= h Xu-ttj oder sXXy-oc) wiedergegeben ist.
§ 10. Die Vetus Latina. CXXIII
Nun hat Ph. Thielmann bewiesen^ dass c. 44 — 50 auf einen
anderen Uebersetzer zurüclvgehen als das übrige Buch.') Daraus
ei'gibt sich die Frage, ob die Dubletten, die sich im ersten Teile
finden, mit dieser Ergänzung zusammenhängen, was Thielmann
wenigstens für einige Stellen zu bejahen geneigt ist. In den
meisten Fällen wird es sich aber kaum entscheiden lassen,
welche von den doppelten oder dreifachen Uebersetzungen die
ufsprüngliche ist. Sofern der Lateiner für die Emendation des
Grieclien, für die Ermittlung von Lesarten der zweiten griechi-
schen Uebersetzung und somit indirekt für die Eekonstruktion
des Urtextes in Betracht kommt, ist diese Frage auch gleich-
gültig. Denn bei der Natur der beiden griechischen Ueber-
setzungen und der griechischen Textüberlieferung kann die späteste
Korrektur des Lateiners ebenso gut das Richtige bieten wie
seine älteste Grundlage.
Durch die Vermischung der verschiedenen Uebersetzungen
muss manche gute Lesart verloren gegangen sein, sehr viele
Stellen sind aber auch völlig sinnlos geworden.-) Daneben
enthält der Text eine Menge von grösseren und kleineren
') A. a. 0. IX S. 247 ff. Thielmann zeigt, dass die Uebersetzungsweise
in diesem Abschnitt eine andere ist, namentlich auch in der Wiedergabe der
Partikeln. Dazu kommt, dass die laus patrum in einzelnen Handschriften für
sich allein überliefert ist, und anderswo c. 43 als der Schluss des Buches
erscheint. Für c. 43 und 61 glaubt Thielmann übrigens eine Bearbeitung
durch den zweiten Uebersetzer, für den Prolog dagegen einen dritten Ueber-
setzer annehmen zu müssen. Für seine These kommt vielleicht in Betracht,
dass c. 44 — 51 in Cod. 307 des Griechen fehlen, und dass Codd. 248 70
Syroh. 65 254 hinter c. 50 die Schlussworte von c. 43 wiederholen. Abgesehen
von dem hier verstümmelten Syroh. haben diese Handschriften hier auch
dieselbe Doxologie, die im Syr. und Hebr. am Schluss des Buches steht.
^) Es ist merkwürdig, dass die Kirche sich mit einem solchen Texte
begnügen konnte. Im frühen Mittelalter wurde freilich, wie neuerdings be-
kannt geworden ist, eine radikale Revision nach dem griechischen Text unter-
nommen. Vgl. C. Douais, une ancienne version Latine de lEcclesiastique,
Paris, A. Picard, 1896. Es handelt sich um ein einziges Blatt, das in west-
gothischem Ductus beschrieben nach L. Delisle's Urteil aus dem 9, Jahrh.
stammt und Sir. 21, i7b— 22, 22b (= Vulgata 21, 20— 22, 27b) enthält. Der
Text stellt eine durchgängige Korrektur der ursprünglichen Uebersetzung nach
dem Griechischen dar. Das Plus ist getilgt und das Minus ergänzt, Ueber-
CXXIV Kap. V. Die Afterübersetzungen des Griechen.
Zusätzen/) wo er aber dem griechischen parallel ist, weicht er
sehr stark von ihm ab. Inwieweit das beides auf seiner griechi-
schen Vorlage oder aber auf eigener Willkür beruht, ist in
vielen Fällen nicht festzustellen. Für manche der auffallendsten
Abweichungen und Zusätze lässt sich aber teils in den griechi-
schen Handschriften teils anderweitig ein mehr oder weniger
genau entsprechender griechischer Text nachweisen. So bei An-
tonius Melissa bezw. bei Maximus Confessor zu 2,2. 17. 4,30.
5, 15. 15, 8. 21, 28. 27, 1 1 (s. o. S. C sqq.). Merkwürdig ist auch
die nicht unerhebliche Zahl von guten (4, 11. 9, 9. 20, 8. 23, 18.
34,27. 35,11. 39,18), schlechten (1,21. 22. 7,23. 18,13. 34,19.
39, 26) und zweifelhaften (39, 13. 15) Lesarten, die allein bei
Clemens Alexandrinus und im Lateiner sich finden.-) Sodann ist
oben (S. XCVIII) gezeigt, dass die Vorlage des Lateiners wahr-
scheinlich stärker als irgend eine griechische Handschrift von
der zweiten griechischen Uebersetzung beeinflusst war. Gleich-
wohl war sie mit dieser nicht identisch. Denn trotz aller se-
kundären Elemente, die die Vorlage enthielt, und trotz aller
Bearbeitung, von der der ursprüngliche Text des Lateiners be-
troffen sein mag, — durch Masseubeobachtung lässt sich nach-
weisen, dass die Vorlage des Lateiners im Wesentlichen der
griechische Vulgärtext war, den der Lateiner nicht nur in alten
guten Lesarten, die freilich auch aus Gr. II stammen könnten,
sondern auch in höchst sekundärer Entartung vor sich hatte.
Ich unternehme diesen Nachweis, weil er für die Geschichte
des griechischen Bibeltextes von allgemeinerer Bedeutung ist.
setzungsfehler sind korrigiert und nach Möglichkeit in jedem Wort genauer
Anschluss an den Griechen hergestellt, zugleich ist aber auch die Latinität
verbessert. In einzelnen Stichen 'ist kaum ein Wort der älteren Uebersetzung
stehen geblieben. So heisst es 21, 18 et scientia (del. inprudentia) inprudentis
inexquisiti sermones für et scientia insensati inenarrabilia verba. Gleichwohl
ist die Abhängigkeit von der älteren Uebersetzung evident. Auffällig berührt
sich die Bibel von Metz mit diesem Text zu 21, 24 : indisciplinatus homo
auscultat ad ostium (ab ostio), und ebenso die Bibel von Metz und die des
Theodulf zu 22, 15. Vgl. auch Thielmann a. a. 0. IX S. 477.
*) Die interessantesten habe ich oben S. IC sqq. aufgeführt. Selten
sind dagegen Lücken wie 12, 11 ed.
2J Vgl. hierüber auch 0. Stählin in dem oben S. LXXIV Anm. 3
zitierten Programm S. 46 ff,
§ 10. Die Vetus Latinä. CXXV
Bezüglich der Anordnung des Textes hat Lat. für 34, 20
und 33, 13 b— 36, 16 a allein das Ursprüngliche bewahrt. Ferner
hat er 3, 26. 28, 24. 25 mit den besten Zeugen die richtige
Reihenfolge der Stichen, aber 37, 7. 10 mit 248 70 die falsche.
Auch von der Verwirrung, die 28, 10 bei B (155 296 308) be-
steht, ist Lat. berührt. Sodann hat er 10, 27 mit den besten
griechischen Hss. die ursprüngliche Lesart bewahrt, 17,31 las
er in etwas jüngerem Text, 41,11. 43,23 in spätester Ent-
stellung (s. 0. S. LXXVI sqq.).
Von Interesse ist hierbei aber namentlich seine Ueber-
einstimmung mit den einzelnen griechischen Handschriften bezw.
Gruppen von Handschriften. Ich stelle das zunächst für eine
Anzahl von guten Lesarten fest.
Lat. liest mit Cod. 248: 15, 16 sxtsivov, 20,28 yv «^^^5,
30, 22 add. autr;, 30, 34 :-/)Tr^3£i(c) (für sGpr^ssic), 30, 39 w; r, <!^uyf^
aoo (statt au), 32,24 au-ou, 37,5 TroXeixiou; mit Cod. 70: 36,13
7:MaoL<. oLo-6, 41, 19 ooasojc y.'-A lr^<lzoi:; mit Cod. 253: L3, 8 £v
d'^ljrjyjvr^, 44,23 om. x'jtt 1''; mit Cod. 23: 22,27 ocutäv; mit
Cod. S"*: 24, ß v.'r^a'ijx-ziv, 39,23 0,077^; mit Cod. S: 22,6 0091«,
24, 19 add. zavxEc, 26, 18 --spvoi,- (-votur); mit Cod. A: 23, 18 wa.
Ferner mit 248 70: 18,4 ttVi, 21,26 £v os xapota, 25,20
praem. «k, 27, 11 iv cjo^ta, 34, 11 praem. o<A -zoZ-o, 34, 21 sixsiov
(cf. 23 k), 32, 22 add. 6 xpotTot-.oc, 47, 11 ^riaaiAs-rac (cf. Syroh.); mit
248 S^*: 15,6 add. a-jtov, 31,25 a-j-ov; mit 248 70 106: 34,9
add. ooToc; mit (248) 70 157: 24, 14 add. Icp' ooaTor, mit 70 106
S«^^ 296: 38, 1 om. ttjxarc; mit 70 307: 35, 14 add. r.rjh; au-ov.
Mit Syroh. 253: 1,29 svwttiov, 3, 1 xf/s-.v (füi- l-i-oo cf. 70),
4, 17 £v 7:£ipaa[i.o3 (alte Lesart); mit Syroh. 23: 8, 15 xaxa; mit
Syroh. 253 23: 13.12 cf'jvr/jpr^as' Xoyou? aou, 14,5 dvotÖor?, 14,25
ocYaOu), 14,27 iv T/.iirr^ auxr,?, 22,21 iav xai'; mit Syroh. 253 106:
12, s'e-qvwsör^as-a'. (cf. S«^); mit (Syroh. 253) S*^^ 55 254: 2,4
(gute Variante aus Gr. II); mit Syroh. 23 S: 33, 10 optaixoui;
mit 253 23: 12,17 u-osxa-^-si; mit 253 S: 16,27 au-Äv.
Mit 248 70 Syroh.: 45,22c ai-ou; mit 70 23: 37,14 om.
7ap; mit 70 Syroh. 23: 10, 14 u^rspr^^avwv; mit 70 SjToh. 23 S'^'':
34, 10 add. «utw; mit 248 70 Syroh. 23: 14,9b add. a-koa; mit
248 (Syroh. 253 23 S): 35, 12 aaccpTiat;; mit 248 Syi"oh.(?) 253
CXXVI I^ap. V. Die Afterübersetzungen des Griechen.
23 k: 19,27 £{}s/.o/(«cp(uv ; mit (248) 70 Syroh. 253: add. 3, 7a;
mit 248 70 Syroh. 106 k (vgl. S'^"): 10,9 h >(] aOxoö.
Auf der anderen Seite stimmt der Lateiner mit einzelnen
Hss., bezw. Gruppen von Hss., in vielen schlechten oder
wenigstens zweifelhaften Lesungen übereiii.
Mit Cod. 248 schlecht: 19, 24 add. u'^/tarou, 24, 11 ■Jj-i'taajxIvYj,
24, 30 Y.d';io v) aocpia wc oicoiiu;, 26, 2 add. xTp ~ta%:, 35, 24 stt'
o[L>T(ü (für xupup), 32, 16 add. xuotoc, 43, KJ sx/aubioaiv (Toi. Sang.),
46, 16 dvopo? (Sang. Corb. Theod.), 47, 17 7.{ für ss. Zweifelhaft
sind Fälle wie 14, 7 ou/ sV.cuv, 25, 25 7rotpf//j36av s^ooo'j, 26, 12
add. supcuv ::-/)7rjV, 33, 2 add. ta [xr^ s/Cr^ToovTa as. Mit 70 schlecht :
16, 22 add. xtat, 16, 23 »xataia (statt -rau-a), 39, 9 CTiiriOr^ssiai (cf.
157 A), 44, 23 avopct; . . . supia/ovra?. Mit Syroh. schlecht: 8, 2
xotl so»? x(zf>ot7.c; mit Cod. 23 schlecht: 37, 19 /pvjcr-oc, 43, 9 zosjxov;
mit Cod. 106 schlecht: 3,27 om. aaapTtczv s'f, 4,6 om. rV
osv^östo? auTou, 29,25 a/apiatou?, 31,6 om. iv; mit Cod. 106 '^°'"''-
schlecht: 35,4 oux Istiv (alte Variaute), 30,39 add. Triato;, 37,14
7.X-/;i}iv7: (cf. 157); mit 307 schlecht: 32,24b add. -/.a-d; mit 155
schlecht: 15,11 d-za-jy, 19,12 -mpoirj., 26, 16a add. xoajxtp, 30,21
|X7j SoxTifj? XuTur^v r(j ^t>}C(j aou, 38, 27 töXsssi, 38, 28 xo5]j.7)a£i; mit
S'^* schlecht: 25, 7 dvu7:ovo-/jTa, 41, 12 add. xaXou; zweifelhaft:
30,2 otiviUrjCTcTai; mit S schlecht: 6,21 l^/ß:, 15,4 st:' au-ov,
25,18 [xtxpd, 37,13 xapoiav; jnit B schlecht: 7,31 dTrap/rj?;
mit A zweifelhaft: 33, 1 om. oh-oza; mit C sclilecht: 6, 12
Mit 248 70 schlecht: 34, 26 iv rxi^, 30, 40 add. do^xwc,
32, 22 Sixaio'jc, 39, 12b oxi, 47, 1 6 7ipocpr^T-/;c, 47, 14 iaocpiaör,,
auxou (Am. Sang. Theoder.); zweifelhaft 18,20 kxo(\ioiZz, 18,26
-(Z'jTa, 26, 14 add. xal s-jvouc, 29, 10 xaTotxpußs auxo, 29, 19 add.
TTctpaßatvfüv svToXac xuptou, 29, 27 b Umstellung der Sätze, 48, 10
add. xupiou; mit 248 70 S''^ k schlecht: 36, 1 add. au-ov; mit
248 70 106 schlecht: 16, 22 Zusatz; mit 248 70 106 zweifelhaft:
16, 19 add. xupiov, 18, 15 Xoyou 7:oy-/)poij; mit 248 106 k schlecht:
23,22 xXr^povo[j,t7.v; mit 248 70 k schlecht: 44,23 xXrypovoixrotv;
mit 70 k schlecht: 42,11 IyxX-zjtov; mit 248 23 schlecht: 30,34
TiOiioöia; mit 248 157 (cf. 55 254) schlecht: 10, 10 xotztsi; mit
248 155 schlecht: 24, 15 d-:o|xoc (d-ixoc); mit 248 55 k schlecht:
24, 32 ort.
§ 10. Die Vetus Latina. CXXVll
Mit Syroh. 253 schlecht: 5, 7 I^Xsilpsuasi ss, 36, 19 appr^ia
Xo7ia; mit 23 (S"=*) schlecht: 25, 2 jxtopov; mit Syroh. 106 k
zweifelhaft: 10, 9 i'ppi-j^s; mit 106 k A schlecht: 44, 19 add. «okS.
Mit 248 Syroh. schlecht: 10,8 add. ooha; mit 248 70
Syroh. schlecht: 48,3 add. le oopavoo; mit 248 70 Syroh. 106 k
zweifelhaft: 16,22 add. 0.0x00; mit 248 Syroh. 253 106 schlecht:
4, 25 TTSpl '}£'ja]J.7.Trj; OtTTaiOSüSia? dOU.
Mit S*BC schlecht: 43,4 ^ztuldaam ; mit SA schlecht:
44, 13 i-f/aTaXaicpÖT^astott.
Die Vorlage des Lateiners enthielt also eine Menge von
guten* und schlechten Lesarten, die sich gegenwärtig in den ver-
schiedensten griechischen Handschriften finden. Man muss daraus
schliessen, dass die weitaus meisten Fehler unserer Handschriften
in das zweite Jahrhundert hinaufreichen. Damit bestätigt aber
auch der Lateiner den oben (S. XC) aus der Uutersuclmng der
griechischen Handschriften gezogenen Schluss, dass für den grie-
chischen Text kein Stammbaum der handschriftlichen Ueber-
lieferung aufgestellt werden kann, der zu seiner Urgestalt zu-
rückführte.
Ueber die Sprache des Lateiners hat Thielmann a. a. 0.
eingehend gehandelt. Spätlateinischeu Charakter hat nach ilim
namentlich die Uebersetzuug von c. 1 — 43. 51, die z. B. nani
(1,22. 16, 21. 21,16. 27,11) und enim (22,11) für os, und
ebenso nam (3, 14. 22, 4) und enim (27, 20) für xai setzt. Uebrigeus
wimmelt die Uebersetzung von den wunderlichsten Gräcismen,
wie rliomphaea (z. B. 21, 3), cataplectatio (21, 4), acedia (29, 5),
aplestia (37, 30), acharis (20, 19), achariter (18, 17), acedior
(22, 13), aporior (18, 7) u. dgl. mehr. Zuweilen hat der Lateiner
aber damit auch ältere Lesarten bewahrt, die in allen griechischen
Hss. in den vulgären Ausdruck korrigiert sind (s. 0. S. XC sq.).
Uebrigeus ist die Ausdrucksweise der Uebersetzer oft sehr
eigenartig. Es findet sich z. B. 50, 20 gloria für eiXo^ia und
44,21 für £vsüÄ07£iv, 50,21 virtus für euXoyia. Oefter kommt con-
tumelia für o''^[a^ vor, ferner justitia für voijlo? und evto/vott', für
beides aber auch timor (s. z. 1, 26). Zuweilen lässt er sich durch
den blossen Wortklang seltenerer griechischer Wörter leiten;
vgl. 20,7 lascivus für lamaxf^q, 24,31 pratum für Trpaaiot, 40,29
CXXVIII Kap. V. Die Afterübersetzungen des Griecten,
alit (doch vgl. Sah.) für 'xkiT;r^<izi. Auf genaue Wiedergabe des
griechischen Ausdrucks war er übrigens nicht bedacht. Er setzt
z. B. öfter Nomina abstracta für das Verbum, so 1, 23 redditio
für czvaotoasi, 40, 25 constitutio für e-tatr^so-jaiv.
Da die Vorlage des Lateiners an vielen Stellen ganz anders
als der griechische Vulgärtext lautete, dabei auch mancherlei
Zusätze enthielt, die griechisch nicht überliefert sind, da aber
anderseits der Lateiner meist ziemlich wörtlich übersetzt, so ist
man von vornlierein wenig geneigt, Zusätze und Abweichungen
des lateinischen Textes auf Rechnung der Uebersetzung zu stellen.
Zunächst liegt aber in manchen unleugbar eine erweiternde Ueber-
setzung vor. Sehr oft ist halb erklärend halb rhetorisch deus
eingesetzt (z. B. 1, 3. 2, 3. 2, 13. 3, 22. 15, 10. 17, 19 u. s. w.;
vgl. 46, 1. 48,22. 50,24 und dominus 47,10. 48, 21)i), ebenso
sanctus (26, 15. 34, 11. 37, 14 vgl. 44, 11. 46, 5. 46, 10. 48, 20).
Nicht anders ist es zu beurteilen, wenn 2, 5. 8, 2. 30, 15 aurum
et argentum für xr>u3oc oder -/.oüjioy steht. Vgl. 7, 32 propitiatio
et benedictio tua für r; suXo-cta aou, 4, 10 fllius obediens für utoc,
22, 22 OS triste für a-6[xa, 6, 34 presbyterorum prudentium für
TpssßuTSf/ojv, 8, 8 presbyterorum sapientium für ctocp «)v, 7, 19 gratia
verecundiae für /apic. Ferner 6, 15 non est digna (vgl. 26, 15)
ponderatio auri et argenti contra bouitatem fidei illius für ow.
S3-IV axaöjxoc tt^? 'mKLovr,; «ütoü, oder 5, 10 firmus in via domini
et in veritate sensus et scientia für satr^f/iYjjLsvo? iv suviasi sou.
Erbauliclikeiten wie 7, 35 in dilectione firmaberis (vorher Aisitare
infirmum) für ?x7a::-/;i}r^Tf,, oder 50, 15 salus animae in sanctitate
jnstitiae für uyieta xat s-kCta sind beliebt. Verbindungen wie
6, 23 consilium intellectus für ty;^ yvcuixT^v [xou, 6, 22 sapientia
doctrinae für aocp ict, 8, 8 doctrinam intellectus und 18, 14 doctrinam
miserationis für raiostav, und 16, 24 disciplinam sensus für sri-
a-:r^a-/;v sind trotz ihres von Thielmann hervorgehobenen semiti-
sierenden Charakters zu häufig, um auf griechisches Original
zurückgefülirt werden zu dürfen. Man ist nach alledem auch
4, 7 misstrauisch gegen ecclesia paiiperum für blosses ouvaYfu-f/;,
7, 34 a gegen den Zusatz in consolatioue, 1, 30 c gegen maligne,
37, 12 d gegen in tenebris.
*) In den Handschriften werden deus und dominus so stark vertauscht,
dass diese Varianten kaum in Betracht kommen. Vgl. H. Reusch, a. a. 0. p. 7.
§ 10. Die Vetus Latinä. CXXIX
Der üebersetzer hat aber nicht nur den Wortlaut seiner
Vorlage erweitert und ausgedeutet, er gibt sie zuweilen auch
ganz frei wieder. Vgl. z. B. 40, 28 in tempore vitae ne indi-
geas für C^T/V i-arJ^azt»; (106™'"^s tttoj/ci'oc^) jxtj ßiiuaifj?, 3^29 auris
bona audiet cum omni concupiscentia sapientiam für o-j? axpooctotJ
£-ii>utxia ao'fotj. Die Möglichkeit muss danach zugegeben wer-
den, dass der Üebersetzer in einzelnen Fällen rein willkürlich
verfahren ist. Vgl. z. B. 3, 3 qui diligit deum exorabit pro
peccatis et continebit so ab illis für 6 tijxcov -atif/ot ili\dat-rj.i
(/[xoEpttac, 47, 12 dejecit omnem potentiam ininiicorum für -/atiAocjsv
ev 7:Xottüa[itu. Hiernach ist es aber auch wahrscheinlich, dass
er einzelne Stellen christlich abgewandelt hat. Für den Urtext
trägt es zumeist wenig aus, ob er hie und da willkürlicJi ver-
fuhr oder ob er in seiner griechischen Vorlage Entsprechendes
las, weil die weitaus meisten seiner Abweichungen und Zusätze
für den Urtext nicht in Frage kommen.
Aber trotz aller dieser Mängel ist der Lateiner von hohem
Wert. Sehr zahlreich sind die Stellen, an denen er mit dem
Syrer in richtigen Lesarten gegen den Griechen übereinstimmt
(vgl. unten § 14). Aber öfter hat er auch allein das Richtige
erhalten. Vgl. z. B. 1,3 profundum abyssi, 4, 10 miserebitur,
4,12 placore, 4,17 in primis eligit eum, 9,9 sanguine, 10,30
est homo qui, 11, 31 convertit insidiator, IG, 25 Spiritus (virtutes),
50, 26 Seir.
§ 11. Koptische, Aethiopische, Armenische und
Altslavische Uebersetzungen.
Die weitreichende Uebereinstimmung des Lateiners mit den
Zitaten des Clemens Alexandrinus scheint zu beweisen, dass
seine Vorlage aus Aegypten stammt. Daraus begreift sich die
Güte so vieler seiner Lesarten. Aegyptische Texte liegen ferner
den koptischen Uebersetzungen und der äthiopischen zu Grunde.
Sie alle sind jünger, der Aethiope sogar viel jünger als der
Lateiner, und sie spiegeln auch eine jüngere Textgestalt wider,
d. h. aber eine gewisse Rückbildung des Textes. Sie sind nicht
so reich an guten Sonderlesarten, aber auch freier von sekundärer
Entartung.
Smend, Siracli-Kommentar. IX.
CXXX Kap. Y. Die AfterübersetzUngen des Griecheü.
Von den koptischen Uebersetzungen des Sirach ist näher
bekannt die sahidische, von der Lagarde einen ziemlich voll-
ständigen Text nach einer Tiiriner Handschrift herausgegeben
hat (Lagarde, Aegyptiaca, Göttingen 1883, S. 107 ff.). Vieles ist
freilich in der Handschrift zerstört, so die Vorrede fast ganz.
Auch davon abgesehen ist dei- Text lückenhaft, wie die Ver-
gleichung ^on Fragmenten beweist, die aus anderen Handschriften
veröffentlicht sind. Einzelne Verse aus 1, 12 — 2, 10'), die der-
selben Uebersetzung angehören, sind von A. Ciasca ediert (S.
Bibliorum fragm. Copto-Sahidica, Vol. II, Romae 1889 p. 218).
Dieselben Verse, vielleicht aus derselben Handschrift, finden
sich bei Amelineau, Fragments de la version Thebaine de
l'Ecriture (Ancien Testament), Paris 1889, p. 89. Zwei Blätter
der Berliner Königlichen Bibliothek (cod. man. orient. 409 8'^,
acc. 1886, 45), welche 6, .87— 7, 18. 21, 8— 23 a in sahidischem
Text enthalten, sind von Herkenne und N. Peters ausgebeutet 2).
In boheirischer Uebersetzung hat Lagarde 2, 1 — 9 heraus-
gegeben (Orientalia I, Göttingen 1879, S. 89), sodann U. Bou-
riant 1-2, 9. 4, 20—5, 2. 12, 13—13, 1. 22, 7—18. 23, 7—14.
24, 1 — 11 (Recueil de travaux relatifs ä la philologie et ä
l'archeologie egyptiennes et assyriennes, Vol. VII, Paris 1886,
S. 83 ff.).
In achmimischer Uebersetzung veröffentlichte U. Bouriant
endlich 22, 16—23, 6 (Menioires publies par les membres de la
mission archeologique franraise au Caire, Paris 1885, Tome I,
S. 255—257)3).
Die sahidische Uebersetzung wurde zuerst für den Kom-
mentar von Edersheim (Wace, Apocrypha II 1888) verglichen,
1) Es sind 1,14. 19bc. 22. 23a. 24. 25. 26. 28. 29b. 30a— c. 2,1. 5.
7. lOab.
2) Von letzterem nach einer Abschrift von Fr. Feldmann. Vgl. N. Peters,
die sahidisch-koptische Uebersetzung des Buches Ecclesiasticus (aus Barden-
hewer's Biblischen Studien, III. Band), Freiburg i. B. 1898, S. 2. H. Herkenne,
de Ecclesiastici capp. Vet. Lat. I— XLTII. Leipzig 1899, p. 23 seqq.
') R. Pietschmann verweist mich noch auf C. G. Woide, Appendix ad
editionem Novi Test. Graeci e Codice Ms. Alex. (Oxf. 1799) p. 141: E Sjracide
plures pericopas exhibet . . . Codex Parisinus Hebdomadis Sanctae, et in MStis
Parisiensibus inter Coptos 43 et 44 e singulis capitibus huius libri quaedam
phrases et vocabula annotantur.
§ 11. Kopt., Aethiop., Armen. 11. Altslav. üebefsa. -CXXXI
wobei ihre textkritisclie Wichtigkeit sofort deutlich wurde. Mein
Wunsch nach einer genaueren Collation wurde in reichem Masse
durch Georg Steindorff erfüllt, der im Jahre 1896 die grosse Güte
hatte, den sahidischen Text vollständig für mich durchzusehn.
Obendrein aber überraschte mich die Freundschaft Richard Pietsch-
manu's, der von Steindorff's Bemühung nichts wusste, eben damals
mit einer wörtlichen Uebersetzung des sahidischen Textes La-
garde's von 1,1 — 10,23 und 22,16 — 23,6, des sahidischen
Textes Ciasca's von 1, 14 — 2, 10, des boheirischen Textes La-
garde's von 2, 1 — 9 und des achmimischen Textes Bouriant's
von 22, 16 — 23, 6. Herkenue hat zur Vergleichung mit dem
Griechen sämtliche koptischen Texte, auch den boheii'ischen
Bouriant's, benutzt, wogegen Peters sich auf die sahidischen Texte
beschränkt hat').
Ueber die Arbeitsweise des sahidischen Uebersetzers hat
Peters (Sah. -Kopt. Uebers. S. 5 ff.) eingehend gehandelt. Der
boheirische Text stimmt 2, 1—9 dem Sinne nach fast überall
mit dem sahidischen überein, nur setzt er 2, 4 „im Lande deiner
Demütigung" für „in der Betrübnis deiner Demütigung", 2, 9
„ewiges Leben" für „Behagen auf immerdar". Danach ist dieser
Uebersetzer gelegentlich willkürlich verfahren. Er dürfte aber
die sahidische Uebersetzung benutzt haben, von der auch die
achmimische abhängig zu sein scheint, so dass in erster Linie
überall die sahidische in Betracht kommt.
Sie geht auf einen griechischen Text zurück, der dem Ar-
chetypus der Uncialen nahe stand. Sie enthält freilich mit S"*
42, 15 d, und mit S'^'* und manchen anderen Zeugen 7, 26b, übrigens
hat sie den Text ungefähr in demselben Umfang wie B. Aber
auch 5,2 b. 44,17 c waren in ihrer Vorlage nur durch Korrektur
wiederhergestellt (s. o. S. LXXVII). Von mittlerem Werte ist sie
auch bezüglich der Anordnung des Textes (s. o. S. LXXVII sq.),
von grösserem aber in den einzelnen Lesarten. Mit den Uncialen
liest sie 43,23 in entstelltem Text, mit B"*^ A usw. wahr-
scheinlich richtig 17, 31, mit 248 70 Syroh. 23 gut 10, 27, mit
S<=* und dem Armen, kommt sie 41, 11 der Wahrheit am nächsten
1) Vgl. Peters, der hebr. Text des Ecclesiasticus, 1902, S. 43 * f. und
zu alledem Theol. Lit. Ztg. 1903, Sp. 69 ff.
IX*
CXXXII Kap. V. Die Afterübersetzungen des Griechen.
(s. 0. S. LXX VIII sqq.). Mit den besten Zeugen geht sie in typischen
Fehlern (wie 45, 17 ^v)vr^(sa^, 48, 17 xov («7, 4.9, 13 wir geben; vgl.
dazu 0. S. LXXXII), übrigens in einer Menge von guten Lesarten.
So hat sie z. B. in Annäherung an Syroh. 10, 22 -Kf/osr^Xuioc xai
tXciusio?. Zuweilen hat sie aber auch allein das Richtige be-
wahrt. So ß, 8 om. auToü, 9, 8 Schönheit, die nicht dein ist,
11, 22 om. '^/tvfj, 23, 18 i-l -r,; xAtv/p rxuzoo (= Clem. AI.),
33, 12 t/ßpotj, 34, 4 ßiou 7.utoü, 35, 2 om. coo, 44, 17 durch diesen
(für oia TouTo 1 ^), 44, 22 z'Aoyioi. Mit dem Aethiopen hat sie
3, 1 damit ihr lebet (für v^r/. aoi\}r^-z}, mit dem Armenier 40, 6 £v
ivu-vtoi;, mit dem Lateiner 1, 3 [iaöoc aßuaaou (für ä'ßuasov X7.t
CO'fiav), 7, 28 Oll 7:).r|V 7.utalv ou/ 7.v syEvr^Or^c, 8, 15 vadit, 33, 12
Caput, 35,5 ubi sunt senes, 42,23 b stellen beide xai an den
Anfang. Mit dem Lateiner berührt sie sich aber auch auffallig
in zweifelhaften und schlechten Lesarten. So 2, 10 in mandatis
(= Chrys. IvxoXaT?) eius (für iv 'foßw au-o5), 26, 10 occasio (für
avsatc), 31, 31 om. 7:op3uo[i.svoc xai, 40, 29 alit (für dhT;r,(Szt.), 45, 18
praem. quia, 47, 25 quaesivit. Merkwürdig scheint 2, 4 ihre
Lesart aus der Uebersetzung des Enlvels und der jüngeren grie-
chischen gemischt zu sein (s. u. z. St.). Die Möglichkeit, dass
sie (oder schon ihre Vorlage) nacli letzterer korrigiert ist, muss
deshalb auch anderswo zugegeben werden, so dass auch ihre
Uebereinstimmung mit dem Lateiner diesen Hintergrund haben
kann. Von den Zusätzen, die aus der zweiten griechischen
Uebersetzung stammen, finden sich indessen nur 1, 5. 7 im
sahidischen Text, diese beiden aber auch im boheirischen.
Die äthiopische Uebersetzung ist herausgegeben von A.
Dillmann (V. T. Aethiopici tom. V. Berol. 1894). Der Uebersetzer
ist seiaer Vorlage meistens wörtlich gefolgt, aber er wollte in
erster Linie seinen Lesern verständlich sein und in gutem Aus-
druck den Sinn des griechischen Textes wiedergeben. Das tut
er oft auch in unnötiger Umschreibung. So hat er z. B. 24, 21
für Ol £(3&iovi£c [JL£ £-1 7i£iyaaouaiv, -/.cd 01 rdvoYziz {jl£ Ixi Suj^i^aouaiv:
und die mich essen, essen sich nicht satt an mir, und die mich
trinken, trinken sich nicht satt an mir. An vielen Stellen hat
er aber auch den Griechen nicht verstanden und dann aufs Ge-
ratewohl ein Quid pro quo gesetzt. Willkürlich stellt er dabei
§ 11. Kopt., Aethiop., Armen, u, Altslav. Ueberss. CXXXIII
oft die Stichen um, er vertauscht aber auch die einzelnen Satz-
teile mit einander. So hat er 18, 18 für «xwpo; d-/7.ptax(o? ßvsiotei
-/.7.1 oöai; ßacjzavoü ix-cy/s'. o'f i>aX;xouc: es gibt der Geizige, indem
es dem Herzen nicht gefällt, und der Tor schilt und dankt nicht.
18, 24 }i.vy]ai)r|-i öu[jtoij iv 7j|i,£f>aic tcXsu-r,; X7.i xaipov sxoixr^aetuic ev
d-oa-pocp-(j -poaw-ou = wenn du zürnst, denke an den Tag des
Todes, und denke an den Tag deiner Strafe und tue Busse und
bitte um Gnade. Entschuldbar erscheint die Willlvür des Ueber-
setzers, wo seine Vorlage ihm lexikalische Schwierigkeiten machte.
19, 26 sö-iv -ov/jpiuoixsyo; au-f/sxucpoj? |j.£Xav''a = und es gibt einen,
der dem Bösen schmeichelt, indem er nicht lobt. 12, 13 ti?
iXsr^asi £T:aoi5ov ocpioor/.xov := wer hat Erbarmen mit der Schlange!
36, 6 iTTTTo? zk oyeiay (uc z^Cfjjq jxöixo; = ein schnelles Pferd ist
wie ein guter Freund. 34, 29 -ixpia 'V-)/r,c olvoc -'voaöyoc roX-j?
£v £p£Öia[xco xal dv-i--oj|j.a-' = die Traurigkeit des Herzens macht
vergessen der Wein; dem der Leid trägt und dem der betrübt
ist, gebt Wein zu trinken (\gl. Prv. 31, ß)! Wenn er aber
39, 15. 51, 2 /£i>ia)v und /iXtojv mit einander verwechselt, so be-
ruht das wohl auf blosser Willkür, und wenn er 50, 4 für xal
h{(T/6a'x^ TToXiv £[x-rjXiopxYiaai hat „und er spürte aus die Stadt
und kämpfte", so liegt kein Grund vor, mit Dillmann den
äthiopischen Text zu emendieren. Der Uebersetzer hat wohl
nur auf £;i/v£6aa? oder dgl. geraten. Weitere Beispiele führt
Herkenne (p. 33 seqq.) an.
Aus den Varianten der Hss. schliesst Dillmann (p. 114 f.),
dass die Uebersetzimg in späterer Zeit eine Revision nach dem
griechischen Text erfahren hat. So fehlt in den besten Zeugen
ausser dem Prolog, der sich in keiner Handschrift gefunden hat,
1, 1 — 19. Dillmann hält es aber für unmöglich, aus den bis
jetzt gefundenen Handschriften die ursprüngliche Textgestalt
wiederherzustellen. Für die Kritik des griechischen Textes trägt
dieser Mangel nicht allzuviel aus, da die Revision wie die Ueber-
setzung selbst im Wesentlichen auf dieselbe Vorlage zurückgehen.
Im Grossen und Ganzen ist es der Text des Cod. B, den der
Aethiope an manchen Stellen in reinerer, an anderen aber auch
in schlechterer Gestalt vor sich hatte.
Bezüglich der Vollständigkeit und der Anordnung des
Textes steht der Aethiope auf der Stufe von S B A C, nur dass
CXXXIV Kap. V. Die Afterüberaetzungen des Griechen.
er mit A C 23 155 die Lüclve 5,2b, mit A C 106 k usw. in
39, 23. 24, und mit S 29 in 50, 9 die falsche Anordnung hat.
Mit S B A C liest er 43, 23. 10, 27 in entstelltem Text, mit B ''»'
A usw. 17, 31 in ursprünglichem, mit TU wiederum 41, 11 in
völlig entartetem. Speziell teilt er mit B 68 den Fehler ßocaiXsa
46, 13, mit A ebenso aUutxöi 35, 11, Aaixrotoi 48, 9, mit 248 ebenso
7)Yiaa|x£vr/ 24, 11, 7:po'f-/;Tac 36, 20, mit 23 ebenso /etpoc? 38, 1,
xo3[xov 43, 9, mit 307 ebenso 40, 25 roXiv für 7:00a. Dagegen
liest er öfter, namentlich mit 248 70 Syroh. 253 23, besser als
B'). So z.B. mit248£uoooTll, 17, mit 248 70 richtig auiov 46, 16,
mit Syroh. 253 23 ebenso «Yai^to 14, 25, mit 70 307 add. irpoc
aÜTov 35, 14, mit A und 70 bemerkenswert Trpoaacti 20, 27, mit
A und k (vgl. S und 155) wertvoll au-w für 'Aotpojv 45, 25. Sin-
gular richtig hat er h\}6\ir^\ioL 27, 6, -o>i|xiov 46, 6, sv xol aivsTv
auTov 47, 10.
Uebrigens weicht er vom Cod. B viel öfter ab als an den
von Dillmann bemerkten Stellen, dessen Aufzählung (p. 115 f.) von
Edersheim, Herkenne und Peters ergänzt ist. Aber auch diese
haben noch einzelne wertvolle Varianten übersehen. So las Aeth.
18,23 für ssaüTov mit S*^* tyjv e'jyr^'v cou, 25, 8 (zal) ixaxap'/jc Z: sv
YXtoaaiQ oux u)>aai>rj3£v, 38, 11 für wc [i,-)) uTrapywv wohl ot; 10 uT:czp/ov,
51, 29 für 6|xü)v richtig [xo-j.
Die armenische Uebersetzung ist von Edersheim in seinem
Kommentar benutzt. Uebrigens hatte Ferdinand Justi die Güte,
sie an einzelnen Stellen für mich zu vergleichen. Der Sirach-Text
der Bibel des Bischofs Oskan (Amsterdam 1666, Constantinopel
1705, Venedig 1733) ist nur eine Uebersetzung aus der Vul-
gata (vgl. Petermann, Herzogs RE- 1667), wenngleich neben-
her der Grieche benutzt sein könnte (vgl. 33, 12). Aus dem
Griechischen stammt dagegen die im Jahre 1833 in Venedig
herausgegebene Uebersetzung"). Es fehlen in ihr c. 43 — 51,
1) Bemerkenswert ist aber auch, dass Sah. 22, 18. 45, 17. 48, 17. 49, 13
mit Syroh. 253 23 SB in Fehlern übereinstimmt, wogegen Aeth. hier über-
all das Richtige hat (vgl. 0. S. LXXXII).
2) Zeitweilig war diese Uebersetzung verloren gegangen und durch
eine andere nach dem Griechen gemachte ersetzt, die in der Venediger
armenischen Bibel von 1805 abgedruckt ist und von geringem kritischem
Wert sein soll.
§ 11. Kopt., Aethiop., Armen, u. Altslav. Ueberss. CXXXV
ausgefallen sind 36, 1^38, 14. Die Textverwirrung in 30, 24ff.
teilt sie mit den griechischen Hss. Uebrigens fehlen in ihr viele
einzelne Stichen und Verse, anderswo zieht sie zusammen, sie
hat aber auch eigenartige Zusätze (vgl. Herkenne, a. a. 0.
p. 30ff.). Sie liest 17,31 mit B'''' A usw. und (nach Edersheim)
41,11 allein mit 8*=^ das Richtige, 19,5 mit BS'" usw. das
anscheinend im Griechen Ursprüngliche, 17, 8 — 10 minder gut
mit Syroh. B usw., 12, 8 mit 70 nach Korrektur. Danach möchte
ich Edersheims günstiges Urteil über ihre Vorlage für zutreffender
halten als Herkennes ungünstiges.
Ueber die slavonische Uebersetzimg bin ich durch N.
Bonwetsch freundlichst unterrichtet, der c. 1 — 18 nach der Aus-
gabe der Bibelgesellschaft für mich durchgesehen und übrigens
eine Reihe von Stellen genau übersetzt hat. Danach hat sie wie oben
(S. LXXVIII seqq.) bemerkt wurde, 43, 23. 10, 27 mit 248 Syroh.,
17, 31 mit B^'' A usw. das Richtige. Sie liest gut 12, 8 mit Syroh.
253 106 S ''% weniger gut 17, 8—10 mit Syroh. B usw. Nach alle-
dem scheint der Text von Wert zu sein, zumal er 30,25 — 33,13 a
an der ursprünglichen Stelle hat. Allerdings liält Bonwetsch es
für möglich, dass der Uebersetzer hierin der lateinischen Bibel
folgte, von der er auch sonst beeinflusst sein könne. In der
Tat stimmt er zuweilen mit dem Lateiner gegen alle bekannten
griechischen Zeugen überein. So z. B. 11, 30 «); uspoi?, 17,9:
damit sie den Namen seiner Heiligkeit loben. Aber diese Fälle
sind belanglos und dabei sind sie unter den von Bonwetsch
notierten Varianten so vereinzelt, dass sie aus gleichlautender
griechischer Vorlage erklärt werden müssen. Notwendig ist das
10, 13, wo er an Stelle von t«? iTtaytuYa; übersetzt: ev d-Kcqui-iaXq
der Bösen (oder das Böse), wogegen Lat.: conventus malorum.
Mit 248 70 Syroh. 253 usw. hat er einzelne Zusätze, die aus
der zweiten griechischen Uebersetzimg stammen. So die Disticha
1, 5. 10. 13. 19. 21. 13, 14. Ferner hat er mit jenen Hand-
schriften die kleineren Zusätze 1, 30 ev d'k■r^\}^(a, 3, 8 xal tt^v
[jLrjTspa, 14,20 ayiot, 16, 11 £v xol Xaol, die sämtlich im Lateiner
fehlen. Vgl. sonst noch 8, 7 tto l/dpoTotTto crou, 8, 19 <\izüor,,
10, 8 ooXta. Nach der zweiten Uebersetzung liest er 16, 3 eU
Qixaio? r] (Lat. dagegen: unus timens deum quam); aus derselben
CXXXVI Kap. VI. Die syrische u. die arabische üebersetzung.
Quelle mit dem Lateiüer, aber auch mit Origenes und Epiphanius
3, 21 altiora statt yotXETrojTsp.cz. Bemerkenswert ist noch, dass er
für 12, 16b liest, was B*''"'*''^- 68 vor diesem Stichiis einschalten.
Nach alledem dürfte er einer eingehenden Untersuchung wert sein.
VI. Kap. Die syrische und die arabische Üebersetzung-.
§ 12. Der Syrer.
Dass der syrische Text des Sirach nicht Afterübersetzung
nach dem Griechischen, sondern Originalübersetzung aus dem
Hebräischen sei, hat schon Cornelius a Lapide') vermutet, später
hat Benedict Bendtsen-) es zu beweisen gesucht. Bendtsen wies
darauf hin, dass 11, 28 dem h -s'xvoi? auxou und 25, 7 dem iid
Tsxvot? beim Syrer „an seinem Ende" (nmnn und nrinnto) ent-
spreche, und erklärte diese Abweichungen richtig aus verschiedener
Üebersetzung von in''inN2. Eine solche Einzelheit war zum Be-
weise freilich unzulänglich, und Bendtsen stiess deshalb auf
Widerspruch. Aber später wurde seine Behauptung mit mehr
und stärkeren Argumenten erneuert/^) und es ist kaum begreiflich,
dass sie auch dann noch, und sogar von Kennern des Syrischen,
bestritten Avurde.
Die Entdeckung des Urtextes hat nun jedem Zweifel ein
Ende gemacht. 12, 5 wird dpiS ^S? vom Griechen mit sixTiooiaov
Tou? apxou? aou, vom Syrer mit yi ''iso (deine Kriegswaffen)
wiedergegeben. 12, 10 ist )v{i)'\ vom Griechen richtig mit
TTovr^p-'a a-j-ou, vom Syr. schlecht mit min (sein Nächster) übersetzt.
Dagegen hat der Syrer 13, 21 für p zweimal falsch ^^2 (böse),
') Vgl. Knabenbauer zu 49, 9. A Lapide sagt: adverte Syrum videri
haec transtulisse ex Hebraeo, non ex Graeco; nam pro Dj'K (sie) oieb, id est,
inimici, legit aliis punctis ^'js (sie) Job.
2) Specimen exercitationum criticarum in V. T. libros apocrj7)ho8 (Göt-
tinger Dissertation von 1789), p. 16
») A. Geiger, ZDMG XII 536 ff.; J. Perles, Meletemata Peshitthoniana
(18B9, mir unzugänglich); Th. Nöldeke, Alttestamentliche Literatur (1868),
S. 168; Bickell, Zeitschrift für katholische Theologie, 1882, 319ff. und Wiener
Zeitschrift für Kunde des Morgenlandes, VI, 87 f.; A. Edersheim, Apocrypha
ed. Wace II (London 1888).
§ 12. Der Syrer. CXXXVII
der Grieche richtig 'ft'Xo; (vgl. auch zu 10, 17)^ ebenso hat 14, 9
der Grieche falsch irov/jpG«, der Syrer richtig mDn. 12, 11 hat
der Syrer nach dem n des Hebräers schlecht K*S"i, der Grieche
drückt mit saoTtxpov richtig n oder \sn aus. 40, 13 verstand der
Syrer schlecht ni'^p. statt ni'jp, 41, 9 schlecht dk statt dk; 48,7
verlas er ^TD2 in "iDJi. Umgekehrt verlas der Grieche 44, 13 ü'^2' in
cj?"i:, 49, 9 3i'« in niix» 4, 30 liegen für Gr. oj; Xstov und Syr. nb
in Codd. AC des Hebräers die Varianten iTiS3 und 2^:: vor;
ebenso in Cod. B des Hebräers die Urtexte für die verschiedenen
Wiedergaben von 34, 20''''. 35,5.6, und so für manche andere
Stellen.
Die Uebersetzung des Sirach ist wohl das schlechteste
Uebersetzungswerk der syrischen Bibel. Es bleibt freilich iu
vielen Fällen unsicher, was von ihren Mängeln auf Rechnung
des Uebersetzers und was auf Rechnung seiner hebräischen Vor-
lage oder der syrischen Textüberlieferung zu setzen ist. Es
steht trotzdem fest, dass der Uebersetzer vielfach nachlässig
und leichtfertig gearbeitet hat. Man kann sein Verfahren nur
daraus erklären, dass das Buch ihm wie später den Jakobiten
nicht für kanonisch galt.^) In Betracht kommen zunächst die
grossen von ihm verschuldeten Auslassungen. Im Ganzen fehlen
etwa 370 Stichen, die der Hebräer und der Grieche zu Recht
haben, d. h. 7» des ganzen Buches. Z. T. beruhen diese Aus-
lassungen auf christlichen Bedenken. So fehlt z. B. 17, 27, wo
es heisst, das die Toten Gott nicht mehr loben, 44, 9 der Satz,
wonach die verstorbenen Gottlosen so gut wie nie geboren sind.
Zugleich tritt aber bei dem Verfasser, der nach seiner hebräischen
Sprachkenntnis wahrscheinlich ein geborener Jude war, hier eine
gewisse antijüdische Tendenz zu Tage. Er übergeht z. B. 37, 25,
wo gesagt wird, dass das Volk Israel ewig bestehen werde,
38, 11, wo dem Kranken zum Zweck seiner Wiederherstellung
Opfer empfohlen werden. Vielleicht aus demselben Grunde über-
geht er 45, 8 — 14 die Beschreibung des hohenpriesterlichen
Ornats, ebenso (hier freilich nach Vorgang des Griechen) die
') lieber das Alter des syrischen Sirach steht meines Wissens nur fest,
dass die älteste bis jetzt bekannte Handschrift (= Cod. Mus. Brit. 12 142)
aus dem 6. Jahrhundert stammt. Sie hat aber schon Dutzende von Schreib-
fehlern, die in allen anderen Handschriften wiederkehren.
CXXXVIIl Kap, VI. Die syr. u. die arab. Uebersetzung.
Litanei hinter öl, 12^ und kürzt er 50, 18 — 21 die Beschreibung
der Feier des Versöhnungstages. Aus besserem Grunde über-
geht er 30, 35, wonach ein fauler Sklave mit grausamen Zwangs-
mitteln zur Arbeit angehalten werden soll, aus Prüderie oder
asketischer Gesinnung, was 36, 26. 28 über die Frauen gesagt
wird. Aber aus Beriuemlichkeit und Gleichgiltigkeit unterdrückt
er fast ganz das Kapitel von der wahren und der falschen Scham
41, 14—42, 8 und grösstenteils die Schilderung der Natur c. 43.
Allerdings waren diese beiden Abschnitte auch von besonderer
sprachlicher und inhaltlicher Schwierigkeit. Von dem ersteren
gibt er nur 41, 19 b. 20 a mit einem rabbinischen Zusatz wieder,
von dem letzteren 43, 1 — 10 nach dem Griechen, um dann den
Rest fortzulassen. Vgl. auch die Kürzungen in 47, 12. 13. 50, 2 — 4.
An manchen Stellen war schon seine Vorlage nach späterem
Geschmack in Glossen korrigiert, zuweilen in ganzen Stichen
und Distichen. Es ist schon oben (S. LVIII) bemerkt, dass er in
solchem Fall die Korrektur dem älteren Text vorzieht. Vielleicht
folgt er auch nur seiner Vorlage, wenn er 1, 12. 20. 3, 1 wie
in dem Zusatz hinter 1, 20 von dem ewigen Leben statt oder
neben dem langen Leben redet. Ebenso könnte es zu erklären
sein, wenn er 18, 10 für ouiws oXqa (al. /i'^^ia) Ixr] sv 7)[i.s,oa (al.
ri\ii[juiq) aiVovoc hat: tausend Jahre von dieser Welt sind nicht
wie ein Tag in der Welt des Gerechten. Anderswo folgt erAb-
milderungen des griechischen Uebersetzers oder gar abmildernden
griechischen Korrekturen. So setzt er nach griechischer Kor-
rektur 25, 2 den törichten Greis an Stelle des ehebrecherischen,
25, 17 den Sack für den Bären, und umgeht er 34, 21 das Er-
brechen. Er hat sich aber auch nicht gescheut, seine Vorlage
ins Christliche umzudichten. So hat er 32, 9 für ili'ya ^ipn '(i'^^Z)
gesetzt: und mit Freuden leihe dem, der dir nicht zurückzahlt.
Ueberhaupt hat er den ganzen Abschnitt 32, 1 — 9, der von den
heiligen Abgaben und Opfern handelt, christlich rationalisiert.
Unschuldigerer Natur ist es, wenn er 47, 20. 48, 10 den
Zorn Gottes bei Seite schafft, oder wenn er 16, 19 für i^^znz
von Gott «innö n: sagt, und 17, 23 für £?avaaTV;(j£-a' bietet sSjnJ.
Ebenso hat er 11, 12 in targumischer Weise «noT moxa für py
mn\ Verschönernd setzt er 11, 14 ,,vor Gott sind, sie gleich"
für a)n miTö. Vielfach deutet er einzelne Ausdrücke aus, so
§ 12. Der Syrer. CXXXIX
7, 7 hnp mit K^i, 10, 20 ^üi mit Kti^^^i'p, 36, 31 |p mit srnix,
47,3 pn\i^ mit Sap. Falsch erklärt er 7,26 nWJtf mit »h)V, 11,20
ipina mit -[misn.
Schon in seiner Vorlage waren manche Stellen nach dem
vorhergehenden oder folgenden Distichon entstellt, wie z. B.
3, ]3b nach 3, 121). So mag er in seiner Vorlage auch die
falschen Wiederholungen gefunden haben, die sich bei ihm 1, 16a.
13,21b. 28,15 finden. Auch die Dubletten zu 7,10b. 10,6.
31, 27 werden aus seiner Vorlage stammen wie die zu 9, 9. 11,30,
und ebenso kann es mit den Glossen zu 26, 29. 48, 3 (vgl. zu
32, 12) stehen. Aber deutlich ist seine Willkür in Fällen, wo
er, wie so oft auch der Grieche, die Synonyma der parallelen
Stichen vertauscht, wie z. B. 14, 27 nD)n und ]2^\ 15, 2 inanpi
und uSapn, 39, 35 irm und lana, 50, 5 w^Jii^'nn und insi:2. Ge-
legentlich stellt er ganze Wortgruppen um, wie 49, 8 n«"in n«i
und nnDiö ''j: in. Sehr oft gibt er der Bequemlichkeit wegen
hebräische Synonyma mit demselben syrischen Wort wieder. So
setzt er z. B. 8, 8. 9 Kn^j;iit> für nn'^ und n^r^^ (vgl. dazu den
Griechen), 8, 12. 13 y^v für p'n und nn\ Zuweilen lässt er aber
auch von zwei synonymen Ausdrücken, die auf einander folgen,
einen aus. So übergeht er 45, 15 )h ]r]2h) hinter rr^h, 48, 5
r\)J2t2 hinter SlNU^a. Viel Mühe hat er sich überhaupt niclit mit
der Wiedergabe der einzelnen hebräischen Ausdrücke gegeben.
So hat er z. B. i6)V für ^ii hv2 (8, 16), yh (8, 11. 13, 1), Vlic
(10, 3), ni2K (32, 22).
Der textkritische Wert des Syrers wird aber namentlich
dadurch beeinträchtigt, dass er den Griechen stark benutzt hat.
Wie schon bemerkt ist, sind 43, 1 — 10 fast wörtlich aus dem
Griechen übersetzt, und ebenso steht es mit 26, 19 — 27. Man
braucht nicht anzunehmen, dass diese Stücke im Syrer später
nachgetragen seien. Denn der Einfluss des Griechen auf den
Syrer ist auch sonst vielfach zu erkennen. 48, 2 hat der Hebräer
originell nrh ntsö nrh nnty^l, der Syrer nach dem Griechen: und
er brachte über sie eine Hungersnot. 12, 9 hat der Hebräer
originell: y''"i i^w n: ^''ü n^ian (im Glücke des Mannes ist auch
der Feind ein Freund). Der Grieche deutet falsch: h «YadoTc
avof>6? r/i t/\)po\ auToü h XuTnrj, was der Syrer wörtlich wiedergibt.
Abhängig vom Griechen ist er aber auch in der Wiedergabe der
CXL Kap. VI. Die syrische u. die arabische Uebersetzung.
einzelnen Ausdrücke. Vgl. z. B. 34, 20 Hebr. vn, Gr. u-iidi,
Syr. «mö^':n; 11,17 Hebr. p^nirS, Gr. euasßsai, Syr. 'irhnih; 34,8
Hebr. con, Gr. a|x«)[j.o?, Syr. üü'in sSi. Sogar von der sprach-
lichen Form des griechischen Ausdrucks lässt er sich beeinflussen.
Vgl. 4, 17 Hebr. imni, Gr. oicstpaa-xivojc, Syr. n''K:cn; 43, 8 Hebr.
xn:, Gr. ftau|xaaT«)?, Syr. n''KOis:no. Gelegentlich nimmt er sogar
das griechische Wort herüber wie 26, 24 Nn'jneiDS für s'j^yrjtxojv.
Schlimmer ist, dass er öfter zwischen dem Hebräer und
dem Griechen einen Komproraiss schliesst. Oben (S. LVIII) ist
gezeigt, dass er bei der Auswahl zwischen den Dul)letten von
Stichen und Versen, die er in seiner hebräischen Vorlage fand,
gelegentlich halb dem Hebräer halb dem Griechen folgte. Dies
Hinken auf beiden Seiten übt er aber auch in der Wiedergabe
des Wortlauts. Er setzt z. B. 3,9 für t^'iK^ nach Gr. ol/ouc ntiö,
aber an Stelle von V'^^ (Gr. ilsp-IXia) «"ipj? = ^i'^. 3, 16 hat Hebr.
KU 77pö IKIIS D"'J?3!3'1, Gr. xat xsxatr^potfisvo? uizh y.upt'ou 6 irapopYiCwv
[xr^xlpa auTou, Syr. nmh iyi:m p ,Tin mp '^"h), d. h, und verflucht
vor seinem Schöpfer ist, wer seine Mutter verunehrt (— nSpa).
35, 18 hat Hebr. HDD^, Gr. u7:£pto-((, Syr. ü'D2^ 12 patt' (er lässt
fahren als verborgen).
Unter diesen Umständen erlaubt die Uebereinstimmung des
Syrers mit dem Griechen an sich nicht den Schluss, dass sie
dasselbe lasen. Schon oben wurde bemerkt, dass der Syrer öfter
nach Schreibfehlern oder Korrekturen des Griechen übersetzt
hat. Ein solcher Fall liegt z. B. auch 25, 7 vor, wo uTrovor^ixa-a
in avu-ovor^ia korrigiert ist, was der Syrer wiedergibt, um dann
auch den folgenden Stichus dem entsprechend abzuwandeln. — Zu
alledem kommt nun noch, dass der Syrer, Avie unten gezeigt
werden wird, wie anderswo, so auch im Sii'ach nachträglich nach
dem Griechen korrigiert ist.
Trotz aller dieser Mängel ist die syrische Uebersetzung
von grossem Wert. Sie enthält manche Stichen, die sich nur
im Hebräer (so z. B. 2, 18 d. 25, 8b. 47, 23 e. 48, 12 cd. 51, lld.
19 d. 26 d.) oder in einzelnen griechischen Handschriften und im
Lateiner finden. Der Uebersetzer lebte allerdings wohl 300
Jahre nach dem Enkel, wenn nicht noch später, und der Text
seiner hebräischen Vorlage war im ganzen nicht viel besser als
der der uns vorliegenden Fragmente (vgl. S. LVII — LIX).
§ 12. Der Syfef. CXLt
Gleichwohl sind die Fragmente an manchen Stellen nach dem
Syrer zu emeudieren, und an vielen Stellen hatte er bessere
Lesarten vor sich, als sie der Enkel in seiner Vorlage fand oder
in sie hineinlas. Er erlaubt deshalb oft einen Riickschluss auf
den Urtext, wo wir übrigens allein auf den Griechen angewiesen
sind. So las er 19,6 richtig nra' statt wii!^, 21, 13 J^IDD statt Siao,
21, 14 12 statt 12, 24, 27 IIS": statt und, 38, 28 n: statt ID. Er
verstand auch wohl ebenso gut Hebräisch wie der Enkel, wenn-
gleicli er hin und wieder hebräische Wörter für syrische oder
aramäische nimmt. So versteht er z. B. n^^ 11, 27 als finden,
py 40, 27 als Zeit, ^ti^ti 36, 7 als dienend. Bei der nahen
Verwandtschaft des Syrischen mit dem Hebräischen bestand die
Uebersetzungsarbeit meistens nur darin, dass er für die einzelneu
hebräischen Wörter syrische setzte, für gewöhnlich hat er des-
halb trotz aller Nachlässigkeit und Willkür seine Vorlage mit
ziemlicher Genauigkeit wiedergegeben. Deshalb dient seine
Uebersetzung oft auch zur Erldärung der Missverständnisse und
des gelegentlich kauderwelschen Griechisch des Enkels, Was
z. B. 38, 28 hinter otajxaxr^asxai steckt, sieht man aus dem Syrer.
Von Bedeutung ist er auch für die Konstituierung des griechi-
schen Textes, sofern die Uebereinstimmung mit ihm im all-
gemeinen ein Kriterium der richtigen Lesart bleibt. Uebrigens
sind öfter auch Verderbnisse des Griechen nach ihm zu heilen,
so z. B. 20, 21 TtXoüTou für aotou, xaTSü&uvi^T^as-oct für xa-avu)({}r^a£Tai,
27, 18 xXT|poy für s/i^pov, 29, 18 aTrsxsvcuas für d-tuxtas.
Gedruckt wurde der syrische Sirach im 8. Bande der Pa-
riser Polyglotte und daraus wiederholt im 4. Bande der Londoner.
Im 6. Bande der letzteren sind Varianten aus einem Cod. Po-
cockianus (p), einem Cod. Usserianus (u) und einem Codex des
Sebastian Hardy (h) mitgeteilt.^) Lagarde hat in seinen Libri V. T.
apocryphi syriace (1861) den Text der Londoner Polyglotte (w)
wiederholt, ihn aber an vielen Stellen nach einem Nitrischen
') Die wichtigste unter diesen Handschriften dürfte der Codex Usserianus
sein, der bisher aber nur sehr unvollständig ausgebeutet zu sein scheint. Er
befindet sich in der Bodleiana in Oxford; vgl. A. Rahlfs, ZATW 1889, 192fi'.
und Euringer in Bardenheveer's Biblischen Studien VI 1, 121. Aus dem
Codex des Sebastian Hardy führt die Polyglotte nur wenig Varianten an.
CXLlI Kap. VI. Die sjTiache u. die arabische Üebersetzutig.
Codex des Britischen Museums (Nr. 12142), der aus dem 6. Jahr-
hundert stammt (b), emendiert. Ferner enthält auch der von
Ceriani in den Jahren 1876 if. photolithographisch herausgegebene
Codex Ambrosianus (6. oder 7. Jahrli.) der Peschita die Weisheit
des Siraciden (Ambr.). Sie fehlt (wie die Apokryphen über-
haupt) in der Bibel von Urmia, findet sich dagegen in der von
der römisch-katholischen Mission veranstalteten Mosuler Bibel
(Maus.).')
Lagarde weicht oft stillschweigend von der Londoner Po-
lyglotte ab. Ich habe folgende-) Aon ilim übergangene Lesarten
gefunden: 1, 29 mn für ainn, 4, 19 om. p, 5, 9 ^:S für Sd3, 8, 11.
9, 6 sSt für so'?!, 9, 17 noj?3 ^'h^), 10, 7 hv) für |ai, 10, 26 init.
nh, 15, 14 in für snS«, 17, 1 ^?ns für H'&v, 20,31 |o 3ö für |o,
21,27 nSi h'Cf2 für x'jn, 24, 30 f]K, 26, 1 om. «i^:öi, 26, 23 om.
p, 26,24 XTK für p 1«, 27, 19 yra, 30,7 mzh, 33,18 myi,
35, 2 i. f. add. in, 36, 3 i. f. om. Kocj?3, 37, 6 -am, 37, 8 «oSm,
38, 23 init. ya\ 38, 27 om. in 2«, 40, 5 wnn, 42, 10 xSi für xoSn,
44, 21 om. HViiii, 45, 22 m^ und ihz, 45, 24 om. Knai'on, 45, 26
S:S für jinS^'r, 47, 22 r)ih'\ für n^n n'zh), 49, 2 •'ti^rsnsn ':ao, 50, 5
npsD3 nS xx\ 50, G om. p, 50, 28 arhai für Nnoi, 51, 9 avii^ j»
••'jp, 51, 12 notif^. Diese Lesarten, die sich sämtlich ebenso in der
Pariser Polyglotte finden, sind z. T. auch für die Erschliessung
des Urtextes wichtig. Mau weiss nun aber nicht, woher die
Abweichungen Lagardes stammen.
Der Sirachtext der Mosuler Bibel scheint auf einer Hand-
schrift des 17. Jahrb. zu beruhen 3). Seine fast durchgängige
Uebereinstimmung mit dem Polyglottentext spricht nicht gegen
diese Annahme. Sie liest mit w z. B 24, 6 »"öi für «»''1, 29, 26
■j^onp für -jn^Xi, 43, 4 bv für -j^K, und lässt mit ihm 30, 19 kSi
yn^ aus. Aber sie weicht auch oft von w ab. Dazu kommt,
dass sie 4, 25. 28, 6 den sonderbaren Fehler nS:nN für ''Srns hat,
den ich sonst nur in der älteren der beiden unten genannten
1) Biblia aacra juxta versionem simplicem. Mausilii 1887. 1892,
^) Ich zitiere hier und bis zum Schluss von § 13 Kapitel und Verse
nach Lagarde's Ausgabe.
*) Vgl. Euringer a. a. 0. S. 122 f.
§ 12. Der Syrer. CXLiIl
Londoner Masora-Handscliriften zu 28, 6 gefunden habe. Gut
und Singular hat sie 30, 4 i3:i für "ism.
In allen syrischen Sirachhandschriften kehren Dutzende von
gemeinsamen Schreibfehlern wieder, die meistens leicht zu ver-
bessern sind. So z. B. 3, 1 ariiüh p für '2a p, 31, -i ?^n pi
nöV für ):f2 Nj?''ti^T pl. Aber hei aller Uehereinstimmung weichen
die Handschriften oft von einander ab und keine der bisher be-
kannten verdient überall den Vorzug. Rahlfs hat für die Kon-
stituierung des syrischen Bibeltextes die Forderung aufgestellt,
dass man zunächst die jakobitischen und die nestorianischen
Texte sondern müsse, um auf ihre Uehereinstimmung einen Text
zu begründen, der älter sei als die syrische Kirchentrennung.
Nun ist der Polyglottentext wahrscheiulich jakobitischer Herkunft,
was auch für alle bisher verglichenen Sirachhandschriften fest-
steht. Auch der Mosuler Text ist schwerlich nestorianisch ; seine
weitgehende Uehereinstimmung mit dem Polyglottentext scheint
das geradezu auszuschliessen ^). Ich habe deshalb von den Masora-
Handschrifteu des Britischen Museums im J. 1897 die Codd.
Add. 12138 und 12178 {= Wright CLXI und CLXII) ver-
glichen, die ich mit Mas. I und Mas. II zitiere.
Die erstere ist von uestorianischer Hand gesclirieben und
auch inhaltlich, was Martin mit Unrecht bezweifelte, uestorianischer
Herkunft-). Obendrein ist sie vom J. 899 n. Chr. datiert und
somit die älteste bekannte Masora-Handschrift. Diese Masora-
Handschriften beschränken sich bekanntlich darauf, einzelne
Stellen in dem nach Meinung der Verfasser richtigen Konsonanten-
text oder der richtigen Aussprache aufzuführen, und zwar in
der Regel so, dass sie dabei das Fehlerhafte nicht angeben. An
den von Mas. I aufgeführten Stellen finden sich nun reichlich
100 Abweichungen von Lagardes Text, von denen mehr als ^/s
sich mit Lesarten der Londoner Polyglotte decken. Hierbei
^) Nestorianische Handschriften, die den Sirach enthalten, finden sich
im Britischen Museum (Rieh. 7160 und Add. 14 440) in derYaticana (Assemani
Band II Nro. 3 und 6). Jakobitisch ist dagegen die von mir für c. 1. 2 und
c. 44—61 verglichene Berliner Handschrift Cod. Sachau 70, die ich mit Berol.
bezeichne.
2) Vgl. Journal Asiatique 1869 II 369 S. und G. Diettrich, die Massorah
der östlichen und westlichen Syrer (London 1890) S. IXflf.
CXLIV ^^P- ^- Öiß syrische u. die arabische Üebersetzung,
schliessen sich Codd. Ambr. und Berol. öfter an Mas. I und w
an, die Mosuler Bibel fast immer. Da aber aller Wahrschein-
lichkeit nach w jakobitisch und Mas. I nestorianisch ist, so
haben die durch diese beiden Zeugen vertretenen Lesarten ein
gutes Vorurteil für sich. Ich führe hier nur einzelne an.
Mas. I liest mit Hebr.: 5,9 hzh (ebenso w Maus. Mas. II)
für ^D2, 9, 17 nsya a^Sti»! (w Maus.), 12, 9 u'ncne (w Maus.), 31, 28
iSn^Sm (w Maus.), 31, 30 non (w Maus. Ambr. Mas. II), 40, 5
wnn (w Maus. Lat.), 45, 22 jSb (w Maus.). — Sodann mit Hebr.
Gr.: 6,37 im (w Maus.), 10,26 init. xS (w Maus. Ambr. Mas.
II), 31, 10 r\2 pmnsT (w Maus.), 41, 2 n:i:ö (w Maus.), 42, 9
«mco nns2ii (w Maus.), 48, 8 nu>ai (w Maus.).— Sodann mit Gr.,
wo Hebr. fehlt: 1,15 singulär cpnj, 7,9 mpoim (Maus., da-
gegen w mpi2 nDi), 18, 1 om. nrtJ^o 2'^ (w Maus.), 28,10 «C2i
sjDm (w Maus.). — Endlich mit Gr. gegen Hebr.: 27, 6 \"n"i«o
(w Maus.). — Fehlerlos ist sie dabei keineswegs. So hat sie
z. B. 23, 18 •'n^m (w Maus. Ambr.) für ^n^"ipi, 48, 16 lässt sie
pn30 2° aus (w Maus.).
Dagegen weicht Mas. II etwa 80 Mal von Lagardes Text
ab. Mehr als die Hälfte dieser Varianten sind singulär; die
übrigen stimmen mit den Sonderlesarten bald dieses bald jenes
Zeugen, aber keine mit b. Unter den singulären finden sich
als zweifellos gute nur: 4, 2 NT2n (= Hebr.), 39, 12 (Hebr. vac.)
^:nDK (= Gr.). Vgl. sonst noch 7, 35 init. kS (== Hebr. Gr.
und Maus.).
Schon aus den obigen Beispielen ist deutlich, dass Lagarde
manche Lesarten der Polyglotten mit Unrecht verworfen hat,
und dass viele Lesarten der Polyglotten wenigstens sehr alt
sind. Die Uebereinstimmung mit dem Hebräer und dem Griechen,
und vollends die mit dem Griechen allein ist freilich an sich
noch kein Beweis für die Güte einer Lesart. Denn der Syrer
ist wenigstens in einigen Handschriften nachträglich nach dem
Griechen korrigiert. Man vergleiche 10, 13
Hebr. San pii mpo "'S,
Gr. OTi ap//j u7:£pr/-pav''c(; aixapxiot,
Lat. quoniam initium omnis peccati est superbia,
Syr. KnrKJ x.T'am xviam ^aa =
denn die Quelle der Sünde ist der Uebermut.
§ 12. Der Syrer. CXLV
Hier stimmen Lat. Syr. mit der in 248 Syroh. und bei
Chrysostomus sich findenden Korrektur aKia^-ia: u-spr/^avta; A
hat 'j-spr/ictv-'a aactoTiac, und der Ambrosianus des Syrers an^'i^n
Nrrxjn := denn Quelle ist die Sünde des Uebermuts (d. h. für
den Uebermut). Wie die Wortstellung zeigt, ist der Ambrosianus
nach der vulgären Lesart des Gr. korrigiert. — 4, 7 hat der La-
teiner neben humilia caput tuum (= Hebr. Gr. Syr.) die Dublette
humilia auimam tuam, und Ambr. hat: demütige deine Seele.
Die Dublette des Lateiners geht zunächst wenigstens auf eine
griechische Variaute zurück, nach der Ambr. geändert ist. Vgl.
auch 1(3, LS Hebr. Sin, Syr. b^zni, Gr. t-?,? -'-7^, Ambr. Kj?isi, und
manche Fälle der Art, z. B. Ambr. zu 4, 29.
Korrigiert ist also sicher der Text des Ambrosianus, es
fragt sich, ob und in wie weit das für die übrige Textüber-
lieferung gilt. 15, 14 hat Hebr. cmSk, Gr. au-oc, Lat. deus, w
Maus, in, Ambr. (aber wohl auch andere Hss. mit Lagarde) arhü.
Auch hier steckt hinter deus eine griechische Lesart Osoc. 10, 31b
hat der griechische Vulgärtext in Uebereinstimmung mit dem
Hebräer: sv ttXoütu) sv TtTw/sta, was in 23 SCk 296 (vgl. auch
Sah.) korrigiert ist in Iv rrtoyeia /.cd sv -/.ou-dj. Mit der Kor-
rektur stimmen w Maus. Mas. I, mit der richtigen Vulgärlesart
die übrigen Zeugen. Was in diesen beiden Fällen die ursprüng-
liche syrische Lesart ist, kann man kaum entscheiden, da der
syrische Uebersetzer nicht nur lü, 13, sondern notorisch öfter
einer sekundären griechischen Lesart gefolgt ist. Aber anders
liegt die Sache vielleicht 15,9 a. Hier hat Hebr. nbnn, Gr. «Tvo?
und der syrische Vulgärtext Nrarn. Das letztere scheint auf ein
griechisches so'fta zui'ück zu gehen; wenigstens setzt Lat. im
folgenden Stichus ein sapientia hinzu. Nun fehlt xni3:n in w
Maus. Ambr., so dass der Satz kein Subjekt hat. Da liegt wohl
eine nur halb durchgeführte Korrektur vor. Vgl. aber auch
Fälle wie 16, 17 Hebr. hi^r:, Gr. 7-0 v.'jrAoi,, Syr. anbii c-p p,
w Maus, sno Dip |a. Eiuigermassen wird dadurch auch Mas. I
wegen ihrer weitreichenden Uebereinstimmung mit w und Maus,
der Korrektur verdächtig, wenngleich die drei in Fällen wie
31, 10. 41, 2. 42, 9 offenbar im Recht sind.
Auch wo für w und Maus, das Zeugnis der Mas. I fehlt,
haben die beiden zuweilen allein das Richtige bewahrt. So lesen
Smend, Sirach-Kommentar. ^
CXLVI Kap. VI. Die syrische u. die arabische üebersetzung.
sie 10; 22 mit Hebr. «^213, 31, 22 ':?:hT, 37, 12 -ph ov, 45, 23
nüyi, 4tl, 8 DrSr. (BeroL), 51, 12 n^^ (Ambr.). Unsicher sind die
Fälle, wo sie mit Hebr. und Gr. stimmen wie 4, 10 N3N ya
(Ambr.), 6,36 "tn, 7,3 init. sS, 7,11 ah, 14,25 xoin (Ambr.),
30, 19 om. pntr i6), 45, 22 nT, 48, 16 om. üf^m hv (Ambr. Berol.),
48, 18 om. ]'\7\'hv 1*^ (BeroL), 50, 13 wniipi (Berol.), 50, 16 )yf:m]
(Ambr. Berol.), 51, 9 ''^p K>nN p (Ambr. BeroL). Verdächtig sind
z. T. die Fälle, wo der Hebräer fehlt und sie nur den Griechen
für sich haben, wie z. B. 16, 30 NnK'ci (Ambr.), 17, 1 «j?ix
(Ambr.) für siDj?, 17,27 «nmn, 19,4 Kanci (vgl. Ambr.), 22,17
KTiti' für so^:n, 22, 23 -nan, 23, 11 nnen; sehr verdächtig sind
19, 20 s^öi, 23, 16 Kn'^mi. Aber im Recht sind sie 33, 31 mit
«mw, 34, 11 mit ar\'2:i), vielleicht auch 33, 18 mit Novn (Ambr.).
Ebenso steht es mit den Sonderlesarten des w. Richtig
lässt er mit Hebr. 6. 7 jiS aus; ebenso liest er mit Hebr. Gr.
7, 11 init. ah, 12,6 N3j?ilo, 39,23 n:r\, 44, 23 pzii (für ipc:i 2»);
aber verdächtig ist seine Uebereinstimmimg mit Hebr, Gr. 41,11
in Kayn:.
Auch der Ambrosianus ist trotz seiner zahlreichen Schreib-
fehler und seiner Korrektur nach dem Griechen keineswegs
wertlos. Oft stimmt er in guten Lesarten mit Mas. I, w und
Maus. Er hat ferner 6, 16 denselben Zusatz wie Hebr. (=2, 18d)
erhalten. Mit Hebr. liest er 41, 4 richtig snD3 ^:2, mit Hebr. Gr.
32,2 S:i. Gut sind aber auch Lesarten wie 17, 31 xtroi:'|ö noo\s,
26,27 xennn, 28,22 ninpii; zweifelhaft ist 2,3 "jn^inKS.
Dagegen sind aus p und u noch wenig gute Sonderlesarten
bekannt, wie 3, 8 xnma (= Hebr.).
Dass Lagarde an vielen Stellen den nitrischen Codex mit
Recht vorgezogen hat, ist deshalb nicht zu bestreiten. Oefter
ist er auch durch den hebräischen Text bestätigt. So z. B.
8,16 Nnaj, 9, 15 -[nw, 10,18 ^tV^"S, 11,21 ah, 13,4 .iS, 16,11
?]W 1°, 16,21 I« ia, 36,13 an'y, 36,15 c'pa und v^'ii, 38,14
pn3, 42, 18 pnn^j^in, 42, 19 hat er die richtige Wortstellung, 50, 6
^2 |0, 51, 2 T pi. Aber auch wo der Hebräer fehlt, ist er
öfter im Recht, und zweifellose Beispiele nachträglicher Kor-
rektur nach dem Griechen sind mir bei ihm nicht aufgefallen^).
') Die von S. Kaatz herausgegebenen Scholien des Bar Hebraeus
^Frankfurt a. M. 1892) tragen für die Textkritik wenig aus. Er weicht etwa
§ 13. Arabische Üebersetzung. CXLVII
§ 13. Arabische Üebersetzung.
Die arabische Üebersetzung der Pariser und der Londoner
Polyglotte geht auf den syrischen Vulgärtext zurück. Ihr Ver-
fasser war nicht auf sorgfältige Wiedergabe seiner Vorlage be-
dacht^ er wollte vielmehr ein elegantes arabisches Buch liefern.
Zu dem Zweck wechselt er bei der Üebersetzung derselben
syrischen Wörter nach Möglichkeit im Ausdruck ab. So setzt
er für snoi nnbm 1, 11. 12. 14. 16. 18 (10. 11. 13. 15. 17)') nach
einander »-j^t iy^, *JUI »-Ji^iJ>, ^j^\ (^_^äj, <w»yi iüL:^, v_jjJi 'iu^Ji^,
für dreimaliges SK'iin 1, 20 ^a, ^c^^, Jv>,. Oefter gibt er ein
einzelnes syrisches Wort durch zwei arabische Synonyma wieder,
so 1, 11 (10) snmnti'n durch ■d.>sXj\», j^^s^l, 4, 28 (33) "["oSn i^'nzn;
durch w5'j*aJu3, vä5^Äc js^LfVj; falsch ausdeutend setzt er für 3S2
4, 30 (35) l>iIao i^:5\>to (ein brüllender Schreier), mit zwei denk-
baren Etymologien spielend für «an xSn 1, 2 ^s^W ^j^ j^\jJ\ ,}j^.
Vgl. auch ''2 nnS «'ranj 4, 17 (19) und ^ i?.^j^ ^> ^J^ o^xi
^^JU: xJlä. Suffixe deutet er gern aus. Er sagt für pnvT DJ?
1, 15 (14)^^:^Jw^l J.--J j-«, für Mnnv 3, 23 ^.^LbJLJi dl^^l Auch
anderweitig sucht er den Ausdruck zu bereichern. Für MlSm
Nn'^Ni hat er 1, 20 iJül Äxäj! yi^ju» U, für j?T l3ö 1, G u^o5 ^^yj ^/«.
Uebrigens übersetzt er sehr frei. So hat er für si^'JS oy
xnii>ipi M 1, 15 (14) ^ xL/iy> ^ ^xAcL..J! ^^ ^j, für xnit'iiD um
l^onj 1, 30 (20) ^^J! ^b-^ ^l;Cü! ^j \j^j^, für Sap i^'ry «n«n h^
2, 4 *o «JLJI «5:^1 U J^;c>!., für nnrii; p'?: ^'jj? fnxn Saa 3, 8
y5Ü »*Uj oL:fU..^ j^', für liö yu^pi 3, 21 w5^;ü5'Lb ,,.5^ l/>, für
30 mal von Lagarde's Text ab, wobei er in ^/^ der Fälle wie w, in Vs niit
anderen Zeugen stimmt. Die übrigen sind belanglos.
1) Ich setze die Verszahlen der Londoner Polyglotte, Wo sie von Lagarde
abweichen, in Klammern.
X*
C^LVIII ^ap. VI. Die syrische u. die arabische Üebersetzung.
1010 hv D^D im 5, 12 (14) ^y^^\ ^LmJ^JLs; für ah «sSo üip)
ab^ü «mn 7, 5 ü5ULJ5 ,.Ui j^^:?^!^ «^'utj, für ji-ino ''Vdk pi™ wkd nÜ'jx
9, 16 (20) pUäj^! ^ it jj^j ^. In der Absicht frei zu über-
setzen greift er aber oft auch fehl. So hat er für n"i2 p sim
3, 5 8^ij oy.r, für S:nDK -la'jiyNn kos 3, 22 ^^äcLs iü^^ c>. Jj lol, ,
für ^apo ^mp sonoS wk 2ipo n:T 7, 9 (^j^> «yA^J J^l ^Ic^jL:^^^^.
Gelegentlich erlaubt er sich auch Zusätze. So erweitert er
NinS KNii: sinn ])2^z:^ 51,24(33) sehr unverständig zu ^*^t Uit^
JJ^LJIj J.^:^i ^^^1 9Jo>]^ xU^. Anderswo scheint er willkürlich
das Gegenteil zu statuieren. Vgl. sni"n Kom 5, 6 (7) mit »s^:>^\
öjÄxJ!^, ferner 'joyn siij?* s'roy -^k 6, 19 (20) mit l^xk^ ^ ^^^;^;
^^x^'S (vgl. dazu 11, 20), sodann ninDinSi Nnw ri\si 20, 9 (8)
mit Vjj.6> ^5 y«! y^^. Einmal trägt er die Fürbitte für Tote
ein. Er hat für ania av2: 'nm hv) 39, 5 (7) ^^Uatilj ^^^1 v^^j^
Für die Emendation des syrischen Textes ist die Üeber-
setzung von sehr geringem oder gar keinem Wert. Ihre Vorlage
war übrigens an manchen Stelleu verderbt. Der Uebersetzer
las z. B. 27, 1 apvr für «n'^m, 37, 11 (12) naio für 12Vd 1°,
46, 6 (7) ipi« für I2)a, 4, 7. 8 (6. 7) hat er für yif\ ysa jAi2i>l,
aber für yia pns <^^s6 «^. Das hängt wohl damit zusammen,
dass im Arabros. für yi^i nach griechischer Lesart "jti'DJ steht
(s. 0. S. CXLV). Auch sonst scheint der Araber oder seine
Vorlage durch den griechischen Text beeinflusst zu sein. Ueber-
schrieben ist das Buch ^\j^ ^^1 p^-^j v_j^- ^^^^ ^® Griechen
den Namen so sprechen, steht mehrfach freilich in syrischen Hss.
zu lesen (z. B. am Schluss des Ambrosianus). Aber 4, 15 (16)
hat Syr. ^JO ):h, Gr. Tis-oiötuc, Ar. ^M ^h, 27, 6 hat Syr. hv
a^:a ^J3i pnn'^ynn, Ar. *^j^ ^^Jlc (sc. ^\jJ\); vgl. Gr. xapöta? :
d'/bpdj-oo. 30, 12 hat Syr. rwi ^p, Gr. xaij.({;ov tov xpa'xr^Xov autoD,
§ 14. Die Rekonstruktion des Urtextes. CIL
Ar. xJ; jj-^>^J3 »^'ij (^>'- 39, 6 (9) Syr. fin nn «Sno, Gr. pr^txaxa
(jo'^ia? oi'jxoo, Ar. iU<:^itj ^^uv«^!. Wahrend im Araber übrigens
überall dieselben Lücken wiederkehren wie im Syrer, hat er für
Kap. Vn.
§ 14. Die Rekonstruktion des Urtextes.
Die vorstehenden Untersuchungen haben gelehrt, dass die
Uebersetzungen nur mit grosser Vorsicht zur Emendation des
Hebräers herangezogen werden dürfen. Die griechische Ueber-
setzung des Enkels lässt wegen der Freiheit, mit der sie sich
bewegt, nur in sehr unvollkommenem Masse ihre hebräische
Vorlage erkennen. Sodann ist ihr eigener Text durch zufälüge
Entstellung und durch absichtliche Korrektur in hohem Grade
verdorben. Ueberdies ist er in manchen Handschriften, deren
Text übrigens eine vortreffliche Grundlage hat, mit einer zweiten
griechischen Uebersetzung verquickt, die auf einen jüngeren
hebräischen Text zurückgeht. Die Afterübersetzungen dienen
vielfach zur Verbesserung des griechischen Textes, aber z. T.
sind sie sehr frei, z. T. gehen sie auf einen noch stärker ent-
arteten griechischen Text zurück. Uebrigens sind auch sie von
der zweiten griechischen Uebersetzung beeinflusst, und viele
Verderbnisse des griechischen Textes sind älter als sie alle.-)
Was sodann den Syrer angeht, so ist er freilich nicht After-
übersetzung nach dem Griechen, sondern zunächst Originalüber-
setzung nach dem Hebräer. Aber seine hebräische Vorlage war,
wie oben S. LVIII seqq. gezeigt ist, nicht sehr viel besser als der
') Nach Ryssel (in Kautzsch' Apokryphen S. 250) gibt es in der Me-
diceischen Bibliothek in Florenz eine arabische Uebersetzung, die nach dem
Griechen korrigiert ist. Im Katalog von Steph. Ev. Assemanus finde ich sie nicht.
*) So z. B. 4, 23 und 40, 7 awrrjpias (für %psiai), 10, 17 auTwv 1 " (für
ävf^pwnwv), 22, 17 (/lafifuoTÖg (für Yköfifiazoi), 44, 19 0/u.ocog (für fi&fioc;), 48, 10
iXtyiiös (für erot/ios).
QIj Kap. VII. Die Rekonstruktion des Urtextes.
uns vorliegende Text. Sodann ist er an manchen Stellen ebenso
willkürlich verfahren wie der Grieche, und ol)endrein hat er bei
seiner Uebersetzung den Griechen stark benutzt, so dass seine
Uebereinstimmung mit dem Griechen an sich nichts für seine
hebräische Vorlage beweist. Dabei hatte er einen griechischen
Text vor sich, der durch viele Schreibfehler und Korrekturen,
aber auch durch Beimischung der zweiten griechischen Ueber-
setzung entstellt war. Schliesslich ist er nachträglich nach dem
Griechen korrigiert. Deshalb ist die Emendation des Hebräers
eine höchst Ivomplizierte Aufgabe, sie ist überhaupt nur in be-
scheidenem Masse durchführbar.
Innerhalb gewisser Grenzen ist der hebräische Text zu-
nächst aus sich selbst zu korrigieren. In einer toten Sprache
schreibend bewegt Jesus Sirach sich weit mehr noch als die
älteren Autoren des Kanons in ständigen Ausdrücken, die einmal
geprägt von ihm fast wie Stempel gebraucht werden. Eine Kon-
kordanz der hebräischen Fragmente würde das zur Anschauung
bringen, und damit zugleich für die Zuverlässigkeit der Ueber-
Ueferung einen Massstab bieten. Sie würde deshalb in vielen
Fällen auch zur Emendation dienen. Neben der Konstanz des
Ausdrucks ist die Regelmässigkeit des Versbaus und des Strophen-
baus von Wichtigkeit. Denn ein gewisses Gleichmass der Stichen
hat Sirach überall eingehalten, und ebenso deutlich ist sein
Streben nach strophischer Gliederung. Bezüglich des sprach-
lichen Ausdrucks ist anzunehmen, dass er in Anlehnung an die
kanonischen Muster im Allgemeinen althebräische Wörter ge-
braucht hat. Wo daher in Varianten hebräische und aramäische
Wörter einander gegenüberstehen (s. o. S. LXI), wird man im All-
gemeinen den hebräischen Ausdruck vorziehen dürfen. Indessen
steht 20, 4 ein schlechtes hebräisches h': dem aramäischen um
gegenüber, und 37, 16 ist zwischen "im und "loso kaum zu ent-
scheiden.
In zweiter Linie muss die hebräische Vorlage des Enkels,
so weit sie für uns sicher erkennbar ist, als Massstab gelten.
Allerdings sind hierbei gewisse Vorbehalte zu machen. Der
Enkel besass nicht, wie man meinen könnte, das Autographon
des Grossvaters, sondern eine viel jüngere Kopie in flüchtiger
Quadratschrift. So verlas er 48, 23 1T3 "3 in vo^n, 40, 20 12«^
§ 14. Die Rekonstruktion des Urtextes. CLI
in Tli', 3, 17 i'U^VZ in y\ifv^, 39, 17 und 40, 11 mö {= cTir:) in
D"»», 38, 28 113 in ID.^) Uebrigens war seine Vorlage schon an
vielen Stellen verderbt und glossiert. Er las z. B. 22, 3 lon für
non, 25, 7 c tf^s für nit'x, 25, 14 c^wti' und c^ny für nsuti' und ms:.
Wahrscheinlich las der Syrer, der mit ihm hier überall stimmt,
an allen diesen Stellen ebenso. Denn wie Hebr. und Syr. las
der Enkel 4, 12 — 15 die 3. Pers. fem. für die erste, 4, 15 das
fehlerhafte aEity\ und ebenso 13, 26b in der vorliegenden sinn-
losen Gestalt. Er hatte ferner 44, 16 die Glosse nph:) vor sich,
47,23 die Glosse 'C2: p nvzr. und ebenso 17,17. Anderseits
fehlte schon in seiner Vorlage 46, 16 d.
Der vom Enkel gelesene Text war somit keineswegs der
ursprüngliche. Es besteht aber auch kein Grund zu der An-
nahme, dass er zu seiner Zeit der einzige war und alle spä-
teren Texte von ihm abstammten."^) In der Tat hat der Syrer,
der drei oder mehr Jahrhunderte nach dem Enkel lebte, an
manchen Stellen bessere Lesarten vor sich. Gelegentlich ist er
sogar gegenüber der Uebereinstimmung des Hebräers und des
Griechen im Recht. Er drückt 10, 16 richtig d'^kj aus statt ü^):
des Hebräers und des Griechen, ebenso 34, 10 inyi statt nyn,
3, 16 rhp^ statt bhpQ. Man kann diese Fälle kaum alle daraus
erklären, dass in der Vorlage des Syrers das Richtige nach Ver-
mutung wiederhergestellt war, und sie sind um so auffallender,
weil der Syrer im Allgemeinen in engster Verwandtschaft mit
unserm hebräischen Texte steht. Nun liegen aber im hebräischen
Text an vielen Stellen Dubletten vor, von denen die eine mit
dem Griechen, die andere mit dem Syrer stimmt (vgl. z. B. o.
S. LVIII. CXXXVII). Er ist aus verschiedenen Rezensionen zu-
sammengeflossen, die an sehr vielen Stellen jüngere und schlechtere
Lesarten aufwiesen, als die Vorlage des Enkels, die aber auch
bessere und ältere bewahrt hatten. So hat der Hebräer 38, 1
gewiss richtig nj?T gegenüber dem 123, das der Talmud liest und
das Grieche und Syrer ausdrücken. Dieselbe Textmischung lag,
') Dagegen sind mir keine Verwechslungen von Buchstaben begegnet,
die nur aus der älteren Schrift erklärt werden könnten. Vielleicht hat deshalb
schon der Grossvater in Quadratschrift geschrieben.
2) Es scheint z. B., dass sein Text in c. 50 in antisadokidischem Sinne
korrigiert war, wovon beim Hebräer und beim Syrer nichts zu merken ist.
CLII Kap. VII. Die Kekonstruktion des Urtextes,
wie oben S. LVII sq. gezeigt ist, dem Syrer vor, und es ist leicht
denkbar, dass an einzelnen Stellen gute Varianten erst spät alten
Fehlern gewichen sind, die schon der Enkel las. 85, 21 stehen
im Hebräer die Lesarten -[nnnsi und "[TmKSl nebeneinander, mit
dem ersteren stimmt Gr. d-h täv xsxvtuv aou, mit dem letzteren,
das das ältere ist, Syr. "[nmisn. Auch die zweite griechische
Uebersetzung wird so gelesen haben; denn das Breviarium Mo-
zarabicum p. 239 hat: a viis tuis. Im Allgemeinen hat aber
der vom Enkel gelesene Text das Vorurteil für sich gegenüber
dem vom Syrer gelesenen, und wo uns in Dubletten des He-
bräers die Vorlagen der beiden erkennbar sind, lässt sich aus
inneren Gründen regelmässig die des Griechen als die bessere
erweisen. In den weitaus meisten Fällen wird deshall) die
Uebereinstimmung des Griechen mit dem Hebräer ausschlag-
gebend sein. Die Uebereinstimmung des Syrers und des La-
teiners kann nur selten gegen ihren Consensus aufkommen.
Vgl. z. B.
10,33. virum peccatorem divitem, Syr. xS'y NTnj?V, Gr.
avSpa ajxapxouXov, Hebr. D5:n" t^^s h^^.
15, 6. praem. et adimplebit illum spiritu sapientiae et in-
tellectus; vgl. Syr. ^^r'7ön Nmi «nnn.
15, 9. i. f. add. sapientia; vgl. Syr., der in a Nna:n für
rhnn hat.
16,25. dicam, Syr. nas; Gr. sx<pay«), Hebr. nv'2a.
36,29. mulierem bonam, Syr. «nna Knnix; Hebr. Gr. rwa.
38,5. aqua amara, Syr. üViü «'"'ö; Hebr. Gr. D^o.
48,20. Isaiae sancti prophetae, Syr. «"•2: a^yu>a; Hebr.
Gr. )n^V^\
49, 16. Seth et Sem, Syr. ü'Uf) n'Uf; Hebr. ntri üUf), Gr.
Au allen diesen Stellen sind Lateiner und Syrer zu ver-
werfen. Ihre Uebereinstimmung beruht hier auf sekundärem
griechischem Text, im günstigsten Falle geht sie auf einen jüngeren
hebräischen Text zurück, beim Lateiner in diesem Fall durch
Vermittelung der zweiten griechischen Uebersetzung. So z. B.
33, 2 add. quae non exquisierunt te (= 248 -a \ir^ ex^^rouvia as) ;
Syr. add. yivr s^n. Vgl. 11,28. 34,20 und oben S. XCIII sq.
§ 14. Die Rekonstruktion des Urtextes. CLIII
Sodana ist nach der Uebersetzung des Enkels im We-
sentlichen der ursprüngliche Umfang des Buches zu bestimmen,
und massgebend ist hierbei namentlich der griechische Vulgär-
text, wie ihn vor allem der Codex Vaticanus repräsentiert. Aller-
dings sind in diesem Text einzelne Stichen ausgefallen (s. o.
S. LXXVI sq.), und einige andere hat der Enkel übergangen (s. o.
S. LXVI), wenn sie nicht zufällig in seinem Exemplar fehlten.
Denn die Zusätze der zweiten griechischen Uebersetzung, die
des Syrers und die unechten Sirachsprüche der talmudischen
und der nachtalmudischen Literatur, die übrigens unter einander
sehr verschiedenartig- sind, weichen nach Form und Inhalt un-
verkennbar von den übrigen ab. Dagegen wird der Umfang,
den der griechische Vulgärtext dem Buche gibt, abgesehen von
einzelnen sekundären Distichen, in der Hauptsache vom hebräischen
Text, übrigens aber durch das Gleichmass der strophischen
G-liederung und des Versbaus in hohem Masse bestätigt.
Weniger leicht fällt die Entscheidung, wo der Grieche vom
Hebräer abweicht, und der Syrer, und eventuell auch der La-
teiner, mit einem der beiden übereinstimmen. Denn wo die
beiden letzteren mit dem Hebräer gegen den Griechen gehen,
kann die hebräische Lesart gleichwohl sekundär sein. Wo sie
aber mit dem Griechen gegen den Hebräer gehen, können sie
vom Griechen abhängen, während der Hebräer wie 38, 1 das
Ursprüngliche bewahrt haben kann. Aber meistens sind auch
hier drei Zeugen im Recht gegen einen. Ich zähle hier einige
Fälle der ersteren Art auf.
4.3. cor inopis, Syr. wroa nmi^i Miya, Hebr. ':v 2np; Gr.
xapotav TrapwpYiSjJ-svr^v, aber Anton. Mel. xapo'rav s-ioeoixsvo'j,
Chrysost, ^uxV "^s^fZTTstvwiJLsv/jv.
4. 4. rogationem contribulati, Syr. W2D2T nmyn, Hebr.
hl mSlXl^; Gr. ix£t-/;v &>a|io|x£vov.
4, 11. inspirat, Syr. ncSx, Hebr. maS; Gr. av6'}a>(3s, aber
Clem. Alex, ivscpustwcis.
4, 12. complectentur (al. complebuntur) placo]'e(m) illius,
Syr. srn^ l'^hzp:, Hebr. |i:fl IiTD"; Gr. s[i.7rXrj3i}r^aovTai sucppoouvr^c.
4, 19. in manus inimici sui, Syr. xcian i":, Hebr. cntf'':;
Gr. tk '/ß['''J-^ -Twascüc au-ojj.
CLIV Kap. VII. Die Rekonstruktion des Urtextes.
6, 8. secundum tempus suum, Syr. Nnyii' ""OKS. Hebr. nj; "'s: ;
Gr. iv xaipoTi ot'jTO'j.
6, 22. sapientia doctrinae, Syr. nicSr, Hebr. iDlon; Gr. aooiot.
7, 6. nisi, Syr. ]a aha, Hebr. fK dn; Gr. [xt; oüx.
7/21. quasi anima tua, Syr. i'^z: ya, Hebr. t^c»; Gr.
7,31. honora, Syr. M^nzti», Hebr. nn:; Gr. 'f o ß o a.
8, 15. vadit, Syr. '?:«, Hebr. "[S"", Gr. -oiv;a£i (Sah. r.opz'jzzai).
9, 9. sanguine tuo, Syr. «rn Söi3, Hebr. D^mn; Gr. t(o
uveuixaii aou, aber Clem. AI. ". oiiii.o.v' a.
10, 29. animam siiam, Syr. nti'c:, Hebr. itycj; Gr. tyjv Cwr^v
auTou.
11, 5. in throne, Syr. x*m: Sj?, Hebr. ndd 'jy; Gr. £-'
£ 0 a cp 0 u c.
34,27. ab initio, Syr. n^u'iz p, Hebr. li^sns (al. rT'trsna);
Gr. dv&pfoTTot?, Clem. Alex. 7-' ap/r^?.
35, 2. coronam et dignationem, Syr. »".p"», Hebr. hz^; Gr.
axscpavov.
35, 10. ante grandinem, Hebr. mz ''30^; Gr. Trpo ßpov-r,?,
Syr. vac.
37, 3. creata es, Syr. n2n^», Hebr. -mifi:; Gr. evsxuXtai^r^c.
39, 18. placor fit, Syr. nayno nrni:, Hebr. n^Sr lilifi; Gr.
TiOLCsa -Jj euoox''ot (Clem. AI. add. Yivsxai).
Ebenda: non est minoratio, Hebr. ni:3?ö |'s, Syr. imi^ön n^S;
Gr. oux ioTiv oc iXaxTüjasi, Clem. AI. O'jx lativ iXa-cxtuaic ef?.
39, 19. non est quidquam absconditum, Syr. Ntrtsi n''S,
Hebr. "ino: ya; Gr. oux sanv xpußr^vai.
39.22. inundavit, Syr. xm, Hebr. nc^2rn; Gr. sTrcxaAu-yc.
39, 25. bona et mala, Syr. \if'2{h) \a) 2a{b) ]a, Hebr. piriJ:;
Gr. xaxa.
42.23. omnia, Syr. pnSs, Hebr. ^rn; Gr. xal Travra.
44, 10. defuerunt, Syr. i?3Jn, Hebr. n(3t^n); Gr. sTrsXr^cjÖT^aav.
45, 15. sicut dies coeli, Hebr. Syr. c^oii' "OT, Gr. iv
T^fjipai? oupotvoö.
47, 17. terrae, Theodor, gentes. Toi. gentes terrae, Syr.
Hebr. cej;; Gr. /Äpai.
49, 1. indulcabitur eins memoria, Syr. ruirn »Sn, Hebr,
113* p^no^; Gr. YXuxavOr^asxai.
§ 14. Die Rekonstruktion des Urtextes. CLV
50/22. in omni terra, Hebr. Syr. "^K-; Gr. -av-rr,.
50,26. in monte Seir, Syr. hi:, Hebr. rv^; Gr. iv ö'ps«.
1' ctjxotpsrac.
51,2. corpus meuni = Hebr. 8yr. Gr.; aber Brev. Moz-
arab. animam meam, wohl = "K^cj in 2a, der im Griechen und
übrigens auch im Lateiner ausgefallen ist.
In manchen der hier aufgeführten Fälle ist der Grieche
unbedenklich nach dem Lateiner zu emendieren. So ist 4, 4
tx£-öiav i>Xißo[i3vo'j zu schreiben, 4, 11 £V£9'ja''oj3£, 8, 15 -opz'jz-on,
9,9 ai;xa-:t, 11,5 £-1 oicppou, 34,27 oltz ap/r,?, 39,18 ';(vfza>. und
iativ aXaxTwsi? st?, 39, 25 ayaöa xal xctxcc. Ferner dürfte 42, 23
xai' zu tilgen, und 4, 12 cu'fposuvr^s in s'jooxt'ot? zu ändern sein.
Auch 10, 29. 49, 1. 50, 26 ist der griechische Text vielleicht an-
zufechten, aber an Stellen, wie 4, 3. 19. 6, 8. 45, 15, ist die
überlieferte griechische Lesai't eher zu belassen, womit freilich
über den Urtext noch nicht entschieden ist. Vgl. sonst 20, 7.
37, 8. 48, 20 und dazu o. S. XC, sowie 37, 10 und dazu o. S. XCIIL
Es gibt auch Fälle, in denen der Lateiner mit dem Hebräer
gegen den Griechen und den Syrer übereinstimmt.
4, 20. praem. fili, Hebr. praem. ''J2.
7,29. sanctifica, Hebr. ^^ipn; Syr. y\ Gr. OaoactCs.
32, 24. et secundum opera Adae, Hebr. eis hK:): Syr.
i6)V "'^3J;^^, Gr. X7t xa sp^a av&pturwv.
Ueberall scheinen hier der Hebräer und der Lateiner im
Recht zu sein, dagegen ist der Grieche korrigiert, und der Syrer
ihm gefolgt. Vgl. 14, 3 und dazu o. S. XC.
Wie kompliziert aber das Verhältnis der Zeugen zu ein-
ander ist, mag ein Fall wie 4, 17 ab lehren. Die Stichen lauten:
Hebr. wj? "Sk 'Cinnz ':
:nwD:n irnr 0^:2^1
Syr. mv i^HK n-KDcm ^1:0
Gr. o-i oi£(3Tpaix}x£v«)? (Syroh. 253 oTt iv -sipasixoll) TropsussToti
tX£T OtUTO'J
iv -poitCilC.
Lat. quoniam in tentatione ambulat cum eo,
in primis eligit eum.
CLVI Kap. VII. Die Rekonstruktion des Unoxtes.
Im Gr. sind die beiden letzten Worte des Hebr. nicht
ausgedrückt, aber in Codd. Syrob. 253 und im Lateiner ist sv
7rsipaa}X(i> = mJVDiS an Stelle von oieatpaiiixsvoK eingedrungen, und
Lat. fand in seiner Vorlage auch ein Aequivalent von I3'in3\
Syr. schliesst sich mit rT'Krcn = oi£3T,o7.;x|jivojc = nDjnna an den
griechischen Vulgärtext an, mit dem er zunächst auch m3rDi3
übergeht. Dagegen gibt er )r\ny Avieder, aber nicht im Anschluss
an die griechische Vorlage des Lateiners, sondern selbständig.
Im Hebr. ist übrigens "Uinn"" Fehler für i:"in2K, der aber mit der
Umsetzung der ersten Person in die dritte beim Griechen kaum
zusammenhängt, da dann ijnnnn zu erwarten wäre. Aehnliche
Fälle sind 5, 2. 10, 17.
Ungleich schwieriger liegt die Entscheidung, wo der He-
bräer fehlt und die Retroversion der beiden Uebersetzungen
ohne diesen Leitfaden unternommen werden muss. Ueberein-
stimmung des Lateiners und des Syrers gegen den Griechen
findet sich hier in folgenden Fällen.
1; 1. et cum illo fuit semper et est ante aevum, Syr. Ml
yoiy |0 M noy; Gr. x^l ti-s-' ao-oü za-ai tl; xov aiÄva.
1, 3. et profundum abyssi quis dimensus est, Syr. Xöinm
n'li'OJ liO K2T; Gr. zal aßuaaov xai aocpiav -i'c s^i/viaaet.
1, 8. Unus est altissimus creator omnipotens et rex potens
et metuendus niniis, Syr. Mmn'jn h'^ni) )n in; Gr. sie ecjtIv aocpoc
ocißspo; O'^oopa.
1, 15. et cum justis et fidelibus agnoscitur, Syr. si^J« cy
nJprriK Hühv p Mi iSnit>ipi M; Gr. «xsia av&pw-tuy OctxsXiov aiöivo?
ivoaasuss.
1, 30. quoniam accessisti maligne, Syr. n^2nl^♦K^ h'Cf2 ; Gr.
oxi ou Trpoar^XOsc.
7, 28. quoniam nisi per illos natus non fuisses, Syr. 'hm
yn''ii üb ]):n s'?; Gr. o-i 5i' «utäv sysyr^i}-/)?, aber Sah.: dass du
ohne sie nicht existieren würdest.
17, 2. numerum dierum, Syr. «noiM Wio; Gr. 7)[x£pa; dptOfxou.
18,29. Dublette: intellexerunt und impluerunt, Syr.
])Vi:; Gr. rhw/^pr^acc^.
19,8. si est tibi delictum, Syr. KTtsn "jS n'K |n; Gr. tl «xr^
eaitv aoi atxapita.
§ 14. Die Rekonstruktion des Urtextes. CLVlI
19,27. et est qui inclinat, Syr. piöl n'^ü; Gr. cuYz6cp(uv.
20.14. Septem plices, Syr. xysK'S nn; Gr. av{>' ivo? ttoXXoi'.
24,31. appropinqiiavit ad inare, Syr. KI2'' h)! «jsa; Gr.
£Y£vsTo et? OaXotaafotv.
2b, 1. placitum est spiritui meo. Syr. "tfcj n:imx; Gr.
2.5,9. qui iuvenit amiciim verum, Syr. Nism nri^ST; Gr.
0? sups cppovr^cfiv.
25. 15. super iram mulieris, Syr. ^^ni^? p «Tio; Gr. u-sp
26, 3. add. pro boiiis factis, Syr. add. «ro Mlisy r|Sn.
27, 21. denudare autem amici mysteria desperatio est
animae infelicis, Syr. in ki2D pDo Kixi p sSjöS; Gr. o os d::o-
xaXu'iot? [xuai/ipioc aTi-^XTriasv.
28,9. inimicitiam, Syr. xmiim'jjja; Gr. oiaßoXr^v.
39,9. a generatione in generationem, Syr. mS "n p; Gr.
£i; YSV£a; -'svswv.
Auch hier ist der Grieche mehrfach nach dem Lateiner
und Syrer zu Ivorrigieren. So ist 1, 30 ou zu streichen, um-
gekehrt ist 19, 8 die Negation im Lat. und Syr. fälschlich unter-
drückt. Ebenso dürfte 1, 8 3090? zu tilgen sein. Auf falscher
Ueberlieferung beruht wohl 1, 3 xotl aocttav und 25, 15 s/UpoG
statt -j'jvzixoc. Auf Korrektur können sodann die griechischen
Lesarten 20,14. 24,31. 25,1 beruhen. Vgl. auch 17,7. 30,39
und dazu oben S. XC. Aber unzulässig ist diese Annahme für
25, 9. Denn hier beging Gr. einen Lesefehler, der bei ihm auch
22, 19. 40, 20 zugrunde zu liegen scheint. Sodann ist 1, 3 £;t-
/vtaast besser als mensus est und mti^öJ, 17, 2 r^ixspa? api9[xou
besser als numerum dierum. Dass auch beim Lateiner und
beim Syrer mit willkürlicher Abwandlung des Textes für sie
selbst oder ihre Vorlagen gerechnet werden muss, zeigt auch
ein Fall wie 6, 5, wo Hebr. in, Gr. AapuY?, Syr. koiq, Lat.
verbum.
Für ein starkes Drittel des Buches sind wir auch jetzt
noch darauf angewiesen, durch Retroversion des Griechen und
des Syrers den Urtext zu erschliessen. In Einzelheiten haben
schon Drusius und mit merkwürdiger Divination Grotius für den
OLVlII ^^P- ^i- Di6 Rekonstruktion des Urtextes.
Griechen diese Aufgabe anzugreifen verstanden, später haben
Lowth und Frit^sche sich um sie bemüht. Weit grösseren Er-
folg hatten Bickell, Edersheim und F. Perles, die den Griechen
und den Syrer als zwei Originalübersetzungen konfrontierten.
Durch die Entdeckung der hebräischen Fragmente ist diese Auf-
gabe in hohem Masse erleichtert. In manchen Fällen lässt sich
mit höchster Wahrscheinlichkeit aus der Analogie von hebräisch
erhaltenen Stellen der Wortlaut von nur griechisch und syrisch
erhaltenen erschliessen. Einzelne Disticha wie 20, 30. 31. 39, 10
sind danach ohne weiteres zu rekonstruieren, und oft verrät
sich die ständige Ausdrucks weise Sirachs auch da, wo die Will-
kür der Uebersetzer sie versclileiert hat. Mit grösserer Sicher-
heit ist jetzt manche Diskrepanz der Uebersetzer auf verschiedene
Deutung desselben hebräischen Ausdrucks, oder auf Lesefehler
oder auch auf Schreibfehler ihrer Vorlage zurückzuführen. Aber
auch die Uebersetzungsweise des Syrers und namentlich die des
Griechen ist erkennbar geworden, und damit zugleich sein eigen-
tümlicher Sprachgebrauch. An manchen Stellen ist schon mit
der Einsicht geholfen, dass der Grieche oia&r^xvj für pn, und sv
für jedes beliebige S setzt. Aussichtslos ist indessen auch jetzt
noch der Versuch einer durchgehenden Retroversion der nur
griechisch und syrisch erhaltenen Stücke.^) Denn die hebräischen
Fragmente zeigen nicht nur, dass beide Uebersetzer oft will-
kürlich verfahren sind, sondern auch, dass ihre Vorlagen stark
von einander abwichen. Einen ungefähren Massstab hierfür haben
wir daran, dass, wo die Handschriften A und C des Hebräers
nebeneinander hergehen, der Grieche meist mit C, der Syrer mit
A stiumit. Uebrigens wird der Syrer nicht nur in Fällen wie
35, 5. 6 sekundären Umdichtungen ganzer Verse gefolgt sein.
Dazu kommt, dass seine Arbeit nicht überall Originalübersetzung
ist, und seine kritiklose Benutzung auch deshalb leicht irreführen
kann. Die Frage, ob die beiden Uebersetzungen auf ein gemeinsames
Original zurückgehen, muss freilich überall gestellt werden, und
1) Loeb ben Seeb (Wolfsohn), ki^d p yB>in« no3n (Breslau 1798 und
öfter), gibt eine freie Paraphrase von geringem Wert. Aber an einzelnen Stellen,
z. B. 17, 30, ist der Verf. unwillkürlich auf das Richtige verfallen. Unzu-
gänglich war mir S. J. Fränkel, Hagiographa posteriora, Lipsiae 1880.
§ 14. Die Rekonstruktion des Urtextes. CLIX
wie weit sie lösbar ist, kann nur der Erfolg lehren. Im Uebrigen
ist der Gedankengang Siracbs meist so fest in sich geschlossen,
dass der ungefähre Sinn eines Verses kaum irgendwo zweifel-
haft bleibt. Hierfür gibt auch die Regelmässigkeit des Vers-
baus sowie die strophische Gliederung wertvolle Fingerzeige.
Bas Vorwort des Enkels.
Als Gesittung und Weisheit, die das Wesen des gesetzlichen
Wandels sind, geht die jüdische Religion alle Volksgenossen an,
und giht sie ihnen, auch in der Diaspora, Selbstbewusstsein und
Halt gegenüber der heidnischen Welt. Die Quelle der Religion
ist aber die heilige Schrift, die nur der Schriftgelehrte zu lesen
vermag. Deshalb bedürfen die Juden des mündlichen Unterrichts
der Schriftgelehrteu, aber auch einer Literatur, die den Inhalt
der heiligen Schrift den Laien darlegt. Zu dem Zweck hat der
Grossvater Jesus sein Buch geschrieben, und zu demselben
Zweck hat der Enkel, der lange Jahre in Aegypten mündlich
gelehrt hat, das Buch ins Griechische übersetzt. Er ist sich
bewusst, dass seine Uebersetzung trotz allem von ihm aufge-
boteneu Fleiss in manchem Ausdruck unvollkommen ist. Er
meint aber, dass es den Uebersetzern der heiligen Schrift ähnlich
ergangen sei und jede Uebersetzung als solche mangelhaft sein
müsse.
Der Prolog fehlt begreiflicher Weise im Syrer, er fehlt
aber auch im Aethiopen, ferner in Codd. 157, 248. Wahr-
scheinlich fehlte er auch in der alten Handschrift, auf die be-
züglich der Umstellung in c.30 — 36 alle griechischen Handschriften
zurückgehen. Cod. 248 und nach ihm die Complutensis haben
für den echten Prolog ein spätes Machwerk aus der pseudo-
athanasianischen Synopse (Äthan. Opp. III 173). Abgedruckt
ist der unechte Prolog in neuerer Zeit von 0. F. Fritzsche (Libri
apocryphi V. T. 1871).— Im Cod. S fehlt 7:^0X070,- (106 7:^6X070?
oocpia?), Syrol). (?) 70 haben -rrpooiaiov.
Smeiid, Siiaoh-Kuinmentar.
2 Das Vorwort des Enkels.
§ 1. 7,xoXo'jf}rjXOTojv] hat den Sinn der zeitlichen Folge
(in der oiaoo/r^ der Offenbarung); vgl. zu c. 44—49. Die Ver-
fasser der Hagiographen sind nach Meinung des Uebersetzers
Nachfolger der Propheten, zu denen sie selbst aber nicht mehr
gehören. Jünger als die Propheten sind von den im Kanon ge-
nannten Autoren Ezra und Nehemia. Ob der Uebersetzer noch
ein anderes Hagiographon wirklich für jünger hielt als die
Propheten, darf man fragen. Aber eine gewisse Empfindung
davon^ dass die Hagiographen im Allgemeinen jünger sind,
hat er offenbar. — osSojasvojv] obwohl Israel seine Weisheit
der Offenbarung verdankt, gereicht sie ihm selbst zum Ruhm
(Dt. 4, 16). — üriMjtir/.i X7.1 ao'ft^.r] 253 aorpt^c x. Ttatosi«; =
"iDlöl no:n. In erster Linie ist an die moralische Bildung und
Gesittung gedacht, — too; rzv^.-'ivojT/.ovTczc] := die Schriftgelehr-
ten; vgl. ^va'Yvwai? § 2 und otvct^vwa-:-/;; = "ic'D 3 Ezr. 8,8. 9. 19.
9, 39. 42. 49 (= Ezr. 7, 11. 12. 21. Neh. 8, 1. 4. 9). —
7tv£3i)aiJ 23 106 k Lat. tvrjx. — toTc hrM] entweder = toT? ev
-fj -otf/otxs^jta § 7 oder ^ Laien. Das letztere erfordert der
Nachsatz 6 tAt-jjc. ;xou xtX., da der Grossvater nicht für die
Diaspora schrieb. Man müsste sonst annehmen, dass die un-
gewohnte Redeform des griechischen Periodenbaus den Schreiber
Sätze verbinden liesse, die nicht zu einander gehörten. — to-j;
tpiX^|x7.i>ouvT7.c] müsste hier die Schriftgelehrten bedeuten, aber das
Verbum wird § 7, und das Adjectiv § 2 von den Laien gebraucht,
und diese Inconcinnität ist um so anstössiger, als sich hier alles
um den Gegensatz von Gelehrten und Laien dreht. Dagegen
hat Syroh. in Uebereinstimmung mit Tts'fiXo-ov/jtxsvujv § 3 richtig
to'jc ciiXoTtovo'jyra;.
§ 2. Ivo/otJ im Sinne von „in einer Sache befangen, ihr
ergeben", den man hier finden will, wird das Wort sonst mit
dem Dativ verbunden. Davon abgesehen, befriedigt diese Be-
deutung nicht, da man wohl der Weisheit, nicht aber einem
Weisheitsbuch ergeben sein kann. Syroh. 23 AS ''^ 106 k 55
254 296 haben hr^yjA\ vgl. hrf/ita und iyf,yr,ai.t bei den Kirchen-
vätern. Lat. periti. — i-i-pocrilojai] S stt 7:f>r>aÖ7j30'j3iv, auch Syroh.
drückt sti aus. — oia'J in zuständlichem Sinne wie sonst sv. —
Ivvojxou] 23 S* £x votxo'j, 70 253 307 Iv votito. — l-izpojööisi —
ßtu)a£(uc] Lat. attendant animo et confirmentur ad legitimam
Das Vorwort des Enkels. 3
vitam. Aber Sang, setzt et confirmentur (— rcapaxsxXrjaiJai vgl. Lat.
zu 17, 24) richtig an den Schluss.
§ 3. i'f' oU hängt von au"pj'voj;x-/)v iyzw und zugleich von
aouvcfii-cn/ ab, und von ihm xtov y.axa TTjV spijL. TTscp., wogegen
-ist -rtuv Xscswv instrumental zu ciouvotfxsTv (23 S'^ B'^ om.) ge-
hört. — ctuTot (23 xo('jT7.) £v (Syroh, 106 k om,, 253 i'f') iauT^r^
wird vom Lat. übergangen, es ist aber wohl verstärktes iv
kdu-rn; = was für sich selbst, d. h. ursprünglich, hebräisch
gesagt ist. Das sofort folgende ou -,'7.p iVjouvotjxsr xtX. muss
auf den Wortlaut, nicht auf den Sinn, des Urtextes bezogen
werden; er bittet nicht wegen der Freiheit, sondern wegen der
Wörtlichkeit seiner Uebersetzung um Entschuldigung. Der
Freimut, mit dem er sich dabei über die Mangelhaftigkeit der
LXX äussert, beweist, dass zu seiner Zeit nicht einmal der
griechische Pentateuch als autorisierte Uebersetzung galt. —
Der Ausdruck sßpcüati' kommt hier zum ersten Male vor, jjlst^yoj
im Sinne von übersetzen nur hier.
§ 4. Syroh. k C Lat. ot r.rjry^r^xon. — iv (S om.) ioiuTor?
Xc7o;x£V7.| zu ergänzen ist: von ihrer Uebersetzung. Toi.: quum
in alteram eloquutionem de altera lingua vertuntur.
§ 5. yap] 23 S" oi. — i-\ -oo EucpYixouJ 106 i, m. add.
n-rA£[x7.tou ; Lat. temporibus Ptolemaei (Toi. Tholomei) Euergetis.
Dass das 38. Regierungsjahr des Euergetes (= 132 a. Chr.)
gemeint ist, hat G. A. Deissmann (Bibelstudien S. 255) von
neuem bewiesen. In der LXX steht i-( bei derartigen Zeitbe-
stimmungen für hebräisches h, einerlei, ob der betr. König tot
ist oder noch lebt; vgl. für den letzteren Fall z. B, Zach. 1, 1
und namentlich 1 Macc. 13, 42. 14, 27. Dagegen hat U. Wilken
(Archiv für Papyrusforschung III, 2 S. 321 f.) auf den Papyri
£711 in diesem Sinne nur bei Zeitangaben gefunden, die einen
schon verstorbenen König betreffen, und da in dieser Vorrede
eigentliche Hebraismen nicht nachzuweisen seien, hält er sich
zu dem Schlüsse berechtigt, dass der Enkel nach dem Tode des
Euergetes (= 117 a. Chr.) geschrieben habe. Diese Folgerung
ist schwerlich zulässig, aber aus einem anderen Grunde hat
Wilken höchst wahrscheinlich Recht. Für zk (S* xot-') Aqu-Tov
xoti liest 23 xat Itt' oXqov; nach Nobilius hatten einige Hss.
y.cd £-' oXr-j'ov xpovoy. Beides ist Korrektur, die das schwierige
1*
4 Das Vorwort des Enkels.
xcti a'j-j7,oovt3otc (Lat. cum multum temporis ibi fuissem, al,
fecissem) erleichtern will. Gewöhnlich erklärt man nun ysA
G'j-i'/povt'sac: und als ich dort mich aufhielt. Aber das Verbum
bedeutet sonst (mit t-vi): mit jemandem gleichzeitig sein; man
wird danach erklären müssen: und da ich mich während seiner
ganzen weiteren Regierungszeit dort aufhielt. Den Termin seiner
Ankunft kann er auch nur deshalb nennen, weil seitdem manches
Jahr (vgl. unten h -m o'.7.3Tr,ij.7-i Wj yrjr'jvrj'j) verstrichen ist.
Er weist mit Genugthuung auf eine längere Wirksamkeit in
Aegypten zurück, während deren er auch die Uebersetzung ge-
macht hat. Die somit sich ergebende Differenz von 16 Jahren
ist für die Datierung des Sirach, aber auch für die der LXX
nicht gleichgültig. — oü \xv/.[jo.z T.rfxozioLc 7/^o|xo'.ov] Syroh. 106
ryj (jL-xpav T.y.iozhy acpoixoiov (106 ot'foj'jov), 55 254 234 o-j \i>.y.rA;
(234 a'.-/r>7.v) rotiosi'otc d'fop.xr^v. 23 hat «cpovoic, und nach No-
bilius einige Hss. £'fO|xoiov. Nach der gewöhnlichen Lesart ver-
steht Fritzsche ct'^o.xoiov „Unähnliches" als „Unähnlichkeit",
„Unterschied", und bezieht darauf \j.'.y.rA: in der Hypallage:
»einen nicht geringen Unterschied der Bildung", nämlich zwischen
der der palästinensischen und der der ägyptischen Juden. Aber
der Zusammenbang erfordert keineswegs, wie Fritzsche meint,
ein abschätziges Urteil über den Bildungsstand der ägyptischen
Juden, sondern eher ein günstiges. Lat. inveni ibi (Toi. Sang,
om.) libros relictos (Toi.* om.) non parvae neque contemnendae
scientiae. Vermutlich verstand er c/zfoiiotov nach a'fO|xo''(u|jLa als
Abschrift, Buch. Ihm halbwegs folgend hat man mit Unrecht
di'iojxoiov hier als „ähnlich" verstehen wollen: „die Aehnlichkeit
nicht geringer Bildung", was heisseu soll: eine der in Judäa
vorhandenen ähnliche Bildung. Wahrscheinlich ist c//fOf>u.rjV (und
[Ai/pav) trotz schwacher Bezeugung die richtige Lesart; der Sinn
ist dann: „nicht wenig Gelegenheit zum Unterricht".
§ 6. Lies mit den meisten Hss. : ctvaYxotio-otTov ouv kbi\ir,v,
Lat. itaque bonum et necessarium putavi. — (tu-6c\ ausser B
(308) schicken alle xfti' (so auch Lat.) voraus und lassen dann
sofort Tivot (23 £70) Ttv7., S* nur £710) folgen.
§ 7. Die Konstruktion ist barbarisch, sofern ein Verbum
finitum fehlt, das möglicher Weise ausgefallen ist. Indessen
lassen Syroh. 253 70 A 55 155 Lat. yap aus, 106 k setzen dafür
Sir. 1. 1—20. 5
a-o'jOTjV /.a-'. — avp-j-vry.y] vgl. 38, 26 ff. 34, 1. — |5o'jXo[x£voic] Syroh.
praem. xa-'. — -lOoxctxai/.s'jaCojxsvo'j; (al. -a^ovra?, al. -<zC'i|xivo'.c)]
Vgl. zum Accusativ z. B. 50, 20. — Syroh. 253 23 AC * 307
EVVOjXOJC.
Der unechte Prolog erzählt, dass der erste Verfasser des
Buches Jesus, sein Sohn Sirach, und sein Enkel wiederum Jesus
hiess. Der Grossvater habe Sprüche von älteren Weisen ge-
sammelt und eigene hinzugefügt, das Werk aber einigermassen
unvollendet seinem Sohne hinterlassen und dieser wiederum
dem Enkel, der es zu einem harmonischen Ganzen ausgestaltet
habe. Das alles beruht auf durchsichtigen Missverständuissen.
Der Schreiber verstand nämlich -,oöc to i-\ -irjy.; 7.77.707-:^ -h
fjijUtov £xooai)7i von der Redaktion des Buches und die vom
Grossvater betriebene 7.v7!7vwa'c und das t/-7.vr,v E^.v -sp '.-o '.-/;-
aa|x£vo; im Gegensatz zu /.7.I a-j-öc 3077,07/1/71 ->. von Sammler-
tätigkeit. Uebrigens bezog er die Verfasserangabe von 50, 27
auf den Enkel, wogegen er dem Grossvater nach dem Prolog
nur den Namen Jesus beliess.
L 1, 1 — 4, 10.
Weisheit ist Gottesfurcht (c. 1). Die Hauptgebote der
Gottesfurcht sind aber Demut und Geduld im Leiden (c. 2),
Ehrfurcht vor den Eltern, Demut bei Reichtum und xVnsehn, in
der Erforschung der Wahrheit, sowie in allem Tun und Lassen
(3, 1 — 29), Mildtätigkeit und Leutseligkeit gegen die Armen,
Beschützung der Schwachen (3, 30 — 4, 10). Einschnitte sind bei
1, 22—24 und 3, 25—29 zu erkennen.
1, 1 — 20. Alle Weisheit kommt von dem Herrn. Denn
unerf erschlich sind die Elemente der Welt, am unerforschlichsten
das älteste und grösste, die Weisheit; allein der furchtbare Herr
der Welt kennt sie. Er hat sie geschaffen und sie in der übrigen
Schöpfung zum Ausdruck gebracht und sie den Menschen ge-
offenbart, einigermassen allen, und reichlich den Juden, die ihn
fürchten (v. 1—10 = 4. 4 Disticha). Die Gottesfurcht ist daher
die S])enderin aller Güter, mit ihr ist die Weisheit den frommen
Juden angeboren, die auch für ihre Nachkommen ein unverlier-
barer Besitz ist (v. 11—20 = 3. | 2. 2. 2. 1).
6 Sir. 1, 1—3.
1. -r/^A] Syr. mp ]fi, so immer für p, wenn von Gott die
Rede ist; vgl. niiTö an der freilich sekundären Stelle 11, 15. —
jxöT auTO'j] vgl. V. 10. Job. 12, 13. — iaT-.v st? xov czuüva] Syr.
(ist) sie von Ewigkeit her. Lat. doppelt: fiiit semper et est
ante aevum. Victorinus Afer (adv. Arium 1. 4, Migne, Patr.
lat. 8, 1126) om. et est. Das letztere ist vielleicht Willkür.
Man erwartet aber eher: est (oder erit) semper et fuit ante
aevum. Das erstere würde mit Gr., das letztere mit Syr. stimmen.
Denn ante aevum = -po to-j atwvoc = dSiv'S (vgl. 24, 9, 42,21).
Auch der Wortlaut des Syr. kommt auf den Sinn hinaus, dass
die Weisheit auf ewig bei dem Herrn zu finden ist, weil sie
von Ewigkeit her bei ihm war, und dieser Anspruch des
Judentums gegenüber dem Heidentum wird hier überhaupt er-
hoben (vgl. V. 10 und zu V. 15). Für Syr. spricht aber v. 4
und die Prägnanz des Ausdrucks. An sich besteht freilich wie
überall so auch hier die Möglichkeit, dass Syr. und Lat. beide
nur einer sekundären griechischen Lesart folgen. Aber auch
st? tov a.l(j)vy. kann auf Korrektur beruhn.
2. Zu den Tagen (S* yi[x£pc(v) der Ewigkeit vgl. zu 18,10.
— Die Cäsur des Verses liegt hinter ustol», v. 3 hinter yt,c.
Oefter findet sich der von Ewald so genannte träge Rhythmus, bei
dem sich ein Satz durch beide Vershälften hinzieht, bei Sirach
in der Form, dass die Cäsur eine Reihe von eng zusammen-
hängenden Wörtern durchschneidet. Das beweist für eine ge-
wisse Metrik seiner Verse. Vgl. z. B. 10, 11. 24, 15. 45, 10.
47, 17. 49, 4. 50, 24.
3. aßfJ33ov xai ao'fiav (70 ao'ii7.v X7.i aßüCiCtov)] Syr. XD1 Söinn.
Der griechische Wortlaut entspricht keinesfalls dem Original,
da die Weisheit eben mit keinem Dinge auf einer Stufe steht.
Lat. hat nur: profundum abyssi. Danach ist (für Gr. II?) ßaUoc
aß'jasou anzunehmen, und schwerlich lautete das Original anders
als cinn paj?, obwohl Syr. nm mnn vorauszusetzen scheint. Nach
gemischtem Text haben Boh. und Aeth.: „die Tiefe des Abyssus
und die Weisheit". Auch Sah. (lückenhaft erhalten) wird so
gelesen haben. Origenes hom. IV in Ezech. (Lomm. 14, 61 =
Äligne, Patr. Gr. 13, 699) hat profundum sapientiae, womit der
Armenier stimmt. Wahrscheinlich ist /7.1 crocptav spätere Korrektur.
— iciyyidaei] ebenso Boh., dagegen Lat. Aeth.: dimensus est,
SÜ-. 1, 3. 4. 7
Syr. : wird messen. Gregor. Naz. (Paris 1778) p. 279 zieht
V. 2. 3 zusammen: -(: av '{;7'jx<xov UaÄacrcrwv /.od ata^ovac uszo-j xal
j5ui>oü [xr^xoc dvz'jLctpr^cja'.To. Gr. wird yu gelesen haben; vgl. zu
43,28 und 18,4.5 und Syr. zu v. 9 und das Nomen "ipn Job. 9,10
neben "icDü. Ob Syr., Aeth. und Lat. auf eine andere hebräische
Lesart (etwa |:n) zurückgehen, oder ob alle drei einem Ivorrigierten
griechischen Text folgen, ist nicht zu entscheiden. — Im Lat.
findet sich die Korrektur: sapientiam dei praecedentem omnia
quis investigavit (= v. 3 fin. v. 4 init.).
4. Gr. kommt darauf hinaus, dass die Weisheit als das
älteste Geschöpf unerforschlicher ist als irgend ein späteres.
Das ist aber sehr sententiös ausgedrückt. Da ferner v. 2. 3
vom Zählen und Ergründen der Dinge die Rede ist, und der
Verf. V. 9 hierauf zurückkommt, so scheint Syr. im Vortheil zu
sein: mehr als (p) alle diese ist viel (iT'JD) die Weisheit, stark
ist {r)}fi-y) die Wahrheit (smJöM) von Anbeginn (pnip': |0). In-
dessen bestätigt Syr., wenigstens dem Sinne nach, das sc auoyoc
des Gr., was beweist, dass es sich wenigstens nicht allein um
eine Eigenschaft der Weisheit, sondern auch um ihre Existenz in
der Urzeit, d. h. aber auch wohl um ihre Erschaffung (vgl. v, 9.
Prv, 8, 21 ff.), handelt. Durch iz aliirnj; wird dann aber auch
-po-spa (= '}zh 34, 18. 46, 3 vgl. Prov. 8, 25) geschützt. In a
scheinen etwa nsiDJ und nni einander gegenüberzustehen. Dass
in b ein anderer Name für die Weisheit gebraucht wird, hat an
Job. 28, 12. 20. 28 (nrs) seine Parallele, aber ein einfacher
Ausdruck für die Erkenntnis ist durchaus erforderlich, deshalb
kann xal auvscric cppovr^asojc trotz v. 19. 17, 7. 22, 17 nicht dem
Original entsprechen. Syr. las an zweiter Stelle Avohl ruiOK
(vgl. 27, 9), Gr. nilDn; dieselbe Verwechslung findet sich im
Hebr. 15, 15. Indessen wird ^povr^sic durch v. 6 (s. d.) empfohlen.
Annehmbar ist dagegen das r\:^v des Syr. Wie öfter die Pe-
schita setzt er das Verbum 36, 27 für 13J, das an jener Stelle
(mit hy) übertreffen, 39, 21. 24 vortrefflich sein bedeutet. Hier
könnte es sehr wohl im Sinne von unvergleichlich sein gestanden
haben. Hiermit darf man kombinieren, dass ofüvcsi; von der LXX
Job. 22, 2 für inj, von Theodotion Dan. 2, 20 für «minj gesetzt
wird. Tüchtigkeit und Verstand liegen nicht weit auseinander.
ruun minj wäre aber das Riesenwerk der Einsicht (vgl. 42^ 21.
8 Sir. 1, 4—8.
43, 25), was ich dem n mz: vorziehe. Vgl. betr. a'jviai? noch
zu 31, 12.
5. Die Worte sind vor v. 6. 8, die von ihnen in uner-
träglicher Weise antecipirt werden, nicht am Platze, und da sie
auch im Syr. fehlen, gewiss sekundär. Aber iv-ro/.al ottwv.'j'. (vgl.
vo[xoc 11,15) weist auf jüdischen Ursprung hin, sie werden aber
auch aus dem Hebräischen übersetzt sein. — Man muss iv u']>i3-oi;
wohl mit ihciü verbinden (= jr^j? oder ]Yhv hti). — ^A ropsioti]
Lat. schlecht: ingressus, 106 7-of;s'.7.i, wonach Fritzsche a-oppor-z-
vermutete, aber nur, um das zu verwerfen. Erfordert ist aller-
dings der Sinn „Bäche" oder „Ausflüsse". Vielleicht liegt
schlechte Uebersetzung eines ■['^n (vgl. 1 Säm. 14, 26 und Syr.
SD'rn) oder dgl. vor.
6. xa iiavoüpYSüjxcda «uttjc] das Wort noch 42, 18, wo im
Hebr. von n'^öiiya der unterirdischen Flut und des Herzens
(nSi cinn) die Rede ist. Syr. hat dort ^r\^iST^ (Ueberlegungen, w
Maus. sn"DD, Verborgenes), hier «nunSiro '''iöa (die Geheimnisse der
Einsicht). Nach Gr. ist auch hier canj;» zu vermuten; gemeint
ist aber jedenfalls die zurückhaltende, überlegene und nicht
jedem verständliche Klugheit oder vielmehr objektiv das Ge-
heimnis. Danach ist pt^a (Syr. ''ti»'"iu^) hier nicht der Ursprung,
sondern das innerste Wesen der Weisheit. Vgl. "OT "^"W Job. 19,28.
7 ist augenscheinlich Dublette zu v. 6 aus Gr. II. Auch
-oXuTrsiptav (Lat. multiplicationem ingressus = TroXuTropsiav?) führt
auf ein Derivat von mv-
8. Weisheit und Macht sind Correlatbegriffe ; der all-
mächtige Herr der Welt ist deshalb auch der alleinige Besitzer
der Weisheit. Er wird hier als der Furchtbare bezeichnet, weil
im Folgenden die Furcht vor ihm als der einzige dem Menschen
mögliche Weg zur Weisheit bezeichnet werden soll. — 70 Aeth.
acicpo? X7.1 cpoßspoc. Lat. hat für a: unus est altissimus (et) creator
omnipotens (et) rex potens et metuendus nimis. Syr. für a:
einer ist er und allein furchtbar. Das auch vom Lat. nicht aus-
gedrückte Gocp oc ist vielleicht unecht oder Zutat des Uebersetzers ;
vgl. sonst Phocyl. v. 54. Dagegen ist acpoopa nach 43, 29 fest-
zuhalten. — , ETTi Tou i^povo'j] Vgl. 11, 5, 40, 3. Jes. 6, 1. Ps. 47,9.
Codd. 70 Syroh. 253 106 55 Lat. add. ysA x-jpis-jojv. Syr. für
8b 9a zusammenziehend: Gott, der (rm) gewaltig i^^h^) ist über
Sir. 1, 8—11. 9
alle ihre Schatzkammern (,Ti2:ix). Das letztere ist wohl = mriS,
das aus mr (Nin 'tn) entstanden war (vgl. sonst v. 25). x'j.oioc
(so und nicht ysA liest auch Cod. 70) ist mit B Sah. zu v. 8 zu
ziehn und vorher xal x'jfvisüojv (= Si^a vgl. 15, 10) einzusetzen.
Gern würde man xopioc entbehren, 15, 10 ist es Fehler für x-j^ti-jorA
9. Vgl. Job. 28, 27.24. Bar. 3,32. — xal 3':y;r>-:u.xr,33v a'jTr>J
Lat. add. et mensus est. Das ist wohl Korrektur (vgl. zu v. 3).
Uebrigens las Aeth. vielleicht h^i\[yr{jvi statt zz:r^[JS)\i:r{Jv^ (Herkenne).
Syr. hat für xctl itos xta.: und er erforschte sie (npiz) und sah
sie und gab sie und teilte sie zu (njScT =: np'^r''';?) allen seinen
Werken. Vielleicht ist t<:^^z = nipn (vgl. zu v. 3). — Dass Gott
die Weisheit zählte, ist hier nach v. 2 verständlich, während
Job. 28, 27 der Ausdruck befremdet. Natürlich bilden a und b
nur einen Stichiis.
10. 'ji[j/J)t\ 70 add. 7-' 7.'jt7)c, dasselbe hat Syroh. am
Schluss des Stichus, aber mit dem Asteriskus, den er vor 10 b
fälschlich wiederholt. — xata ->,> ooatv aOToO] vgl. injra: 32, 12. —
Syr. für a: n3.T m"'32: "^^ id3 hi cj; (allem Fleisch gab er sie bei
nach seinem Wohlgefallen). Einen gewissen Anteil an der
Weisheit haben auch die Heiden (Prv. 8, 15. 16), reichlich be-
sitzen sie nur die Juden. — v/urA-r{iv) (v. 26) 7'j-:-/;v] Syr.: er
machte sie viel. Vgl. Gr. 39, 33, wo Hebr. pcD, und dazu das
Fiel 34, 30, zum Syr. 7\z^r\ an Stellen wie Hos. 2, 10. — tou
7.7a-(i)aiv (106 cpoßo'Jixsvoic) a-jtov] Syr. allen die ihn fürchten.
Durch das Folgende ist 9oßou[x=vo'c erfordert, 7.77.-ö>a'.v ist vielleicht
unter dem Einfluss der sekundären Stichen eingedrungen, die so
viel von der ri.yj~rfj\^ reden. Vgl. zu v. 20. 31, 19.
11. Das in einzelnen Hss. vorausgeschickte Distichon las
Lat. ebenfalls an dieser Stelle (s. zu v. 13). Es passt nicht in
den Zusammenhang, ist aber wohl aus dem Hebräischen über-
setzt. Der erste Stichus kann Variante zu IIa, aber auch zu 18a
sein, am Anfang des zweiten Stichus scheinen Formen von NT
und .INI verwechselt zu sein. — oo;7. x7.t X7'j/r^;i7.] Syr, Nip'^si NTin,
— aT£cp7.voc 7.77/vX'.7';jL7.-:ocJ vgl. zu 6, 31, wo Hebr. mscn riTiTj?.
Syr, hat beide Mal srmsi^^m nS"'?: (vgl. auch Syr. zu 30, 3).
Auch hier wird 'cn '>' gestanden haben, zumal von der Freude
erst V, 12 die Rede ist. Deshalb wird Syr. auch mit Nnm gegen
E'jcppoauv-/) (nSiJ : rh^i'^) im Recht sein,
10 Sir. 1, 12—14.
12. -i[y'^t'.] Syr. ü'inr:. — x7.'. otoat'.] Syroh. 253 Syr. om.
(w hat: lind). Dafür setzen Syroh. 255 hinter i'>f(io3'jv/;v ein 02
hinzu und am Schluss -cpi-oicü Das ist Korrektur, aber v.r/X
0W331 ist wohl Zutat des Uebersetzers (vgl. zu 31, 20. 50, 20),
b war weiteres Prädikat. — '/.''■'■?''M Syr. i<Ti, also etwa h": oder
]')U>U^. — \irf:/.yjf^\).i[jvj'j<y] Syr. ewiges Leben (s. z. v. 20).
13. Schon hier wird die Rechtfertigung des Fronomen auf
sein Endschicksal beschränkt. — Syr. für a wohl wörtlich: wer
Gott fürchtet, gut wird sein sein Ende (vgl. 3, 26). — h ri\i-i(joi.
(Sah.: in den Tagen, Lat. doppelt: in die und in diebus) tsasüttjc
a-jTO'j] Syr. nnav rr^inx;, wonach rc r\'"\nü2 anzunehmen ist. So
richtig schon Grotius zu 11, 26 (28). Vorher stand dann wohl
iCiD. Ob man hier und 11,26 yjixs.oaic (vgl. zu 18,24) zu schreiben
hat, steht dahin. Vielleicht dachte Gr. an das Leben nach dem
Tode, aber Sirach denkt an die letzte Lebenszeit. — süpr^sst
yd^j'y] ausser B (106 254 308 v ") alle £'jAo-'r;ür^a3T7.t, und so
Lat. Syr. — Lat. wiederholt v. 11 — 13 hinter v. 15 in folgender
Gestalt: tinior domini scientiae religiositas (Toi. scientia et re-
ligiositas, aber rel. fehlte ursprünglich; vgl. Lat. zu v. 25).
religiositas custodiet et justilicabit cor, jucunditatem atque gaudium
dabit. timenti dominum bene erit et in diebus consummationis
illius benedicetur. Wahrscheinlich ist das die ältere Form von
V. 11 — 13 im Lat. Streicht man die jüngere Version (d. h.
V. 11 — 13 nach der Verszählung der Vulgata), dann schliesst
sich der Zusatz timor dei honorabilis sapientia, quibus autem
apparuerit etc. an v, 10 an wie in den betr. griechischen Hss.
(vgl. Ilerkenne).
14. Zu a vgl. Prov. 9, 10. 1, 7. Ps. 111, 10.— 7.p///l Syr.
lyn; vgl. n^tiw Prv. 1, 7, nhnn 10, 12. Prv. 9, 10. Gemeint ist
zunächst der Ausgangspunkt, der Weg zu einer Sache, dann aber
auch die Hauptsache an ihr, ihr Wesen, ihr Bestes. Vgl. dry/r^
25,12 und ap/r^ = m^ 29,21. 39,26 (= Hauptsache), 11,3
(= das Beste). — Osov] ausser B (308) alle x-jptov. Nur C 9 oj^oc
■/.'joto'j, und so Lat. Aeth. Syr. ; ebenso Origenes (Lomm.) 7, 89 timor
domini. Sirach schrieb: ^^ nST; vgl. zu v. 16. — Syr. für b:
und mit (ny) den Treuen (s;.'2'''nö) ist sie vom Leibe ihrer Mutter
her erschaffen. Auch 49, 7. 50, 22 hat er blosses cm so über-
setzt; übrigens stand da wohl cms wie 49,7. Auch Aeth.: ex
Sir. 1, 14—16. 11
utero. Subjekt ist die Weisheit; vgl. den Zusatz 11, 15. 16. Die
t:i3-oi sind die frommen Juden oder die Juden überhaupt. Der
Ausdruck ist merkwürdig; vgl. aber zu v, 15. 21 sowie 1 Macc.
3, 13. Job. n, 9 (LXX für ,rii-) und Ps. 101, 6 jnx ^J^w.
15. X7.1 l'^J nur in B (C 55 296 308), ist nach Sah. Lat.
Syr. zu streichen. — Gr. ergibt in a keinen annehmbaren Sinn,
weil er von den Menschen überhaupt redet, während es sich
nach b und 14 um die Juden handelt. Deshalb ist Oc|xs/.iov
at'Ävoc (vgl. rh)V 11Ö'' Prv. 1 0, 25 und mit Schlatter fundamenta
aeterna Lat. 26, 18) zu verwerfen. Syr. für a: bei den Menschen
der Treue (oder der Wahrheit, xnti^ip) ist sie und sie ist von
Ewigkeit her festgestellt (njpnns). Abgesehen von dem offenbar
falschen „ist sie und" ist das vielleicht = njpn L:h)Vf: iSM nr:ü ""it'is cj?.
Indessen wird ivo^crs-jae auf nj^n oder nw zurückgehen, das nach
Hebr. 37, 30 annehmbar ist. Uebrigens wäre die Wiederaufnahme
des V. 14 zu vermutenden Ciaw mit nax ''tt'JX verständlich; vgl.
auch Syr. zu 1, 4. Aber nach 44, 1. 10 ist als das Ursprüngliche
zu vermuten Dh)yo icn '^ti'JS cy, das Gr. für 'C iü)Ki ti'JS cj? nahm.
Denn b klingt an an 44, 11 cmö |a«i cyr, nj;. Möglicher Weise
hat auch Syr. iDn "it'JS gelesen, da er 49,3 smnp für "On bietet;
indessen hat er ncn (gewiss unrichtig) in b: und bei ihrem (Plur.)
Samen ist beständig ihre Gnade (mcn); vgl. 50,24, wo stx-ia-sus'.v
wie hier und Jes. 7, 9 ^ pw. — Lat. hat für den Vers : cum
electis feminis (Sang, seminis, Aug. DS seminibus) graditur (al.
creditur, Thielm. credetur) et cum justis et fidelibus (Aug. DS
sensatis) agnoscitur (al. -scetur). Hier sind die beiden Stichen
umgestellt. Uebrigens ist agnoscitur vielleicht nur geraten für
£voa3£i)3c, dagegen las Lat. vielleicht s/Xcxtäv (vgl. 46, 1. 47, 22
und zu 17, 10 und Lat. zu 24, 2. 8) für au-wv, in a aber z. T.
wie Syr., vermutlich nach Gr. IL — Vgl. überhaupt 4, 16. 24, 7 ff.
16. -X-/j:)[xovrj] vgl. yz^ Ps. 16, 11. Syr. schlecht u^"\ (aus
V. 14). — ciol^srsOai Tov x'jr>tov] Syr. die Furcht des Herrn, 308
Aeth. cpoßo^ xupio'j. Letzteres ist vielleicht Korrektur, aber dem
Urtext entsprechend, denn b und 17, wo überall die Gottesfurcht
Subjekt ist, erfordern das Nomen. Gr. hat '''' nsT falsch übersetzt;
vgl. zu V. 14. 20. — aoT-?jCj nämlich der Weisheit. — Lat. für b
nur: plenitudo a fructibus illius. Hier ist plenitudo aus a, wo
es für 7rX-/)ajaovrj steht, wiederholt. Ein Abstractum drückt auch
12 Sir. 1, 10—19.
Sah. aus: und Behagen aus ihren Früchten. Aber im Hebräischen
konnte mit verbalem Prädicat fortgefahren werden, und Syr. hat:
und mit Gutem macht sie trunken (x^Tiö) von der Menge ihrer
Früchte. Danach ist das beziehungslose 7.0106; (doch vgl. v. 15)
vielleicht nurinterpretament, wenngleich ein richtiges; vgl. zu v. 17.
17. xov oixov ot'jTyjc (Syr. ihre Schatzkammern, .Tni'lK)] müsste
auf die Gottesfurcht gehen; vgl. Prv. 8, 18. Dem entsprechend
hat 248 £vs-X-/;a;£y für £|x-Är^afs'. Die Gottesfurcht hätte das ein für
alle Mal getan. Aber auch Syr. hat das Im])erfectum, und Lat.
implebit (Theoder. -evit). Sodann lesen 248 70 Syroh. 253 a-jTwv
(;=: der Gottesfürchtigen), das Syroh. auch hinter ä-oori/öta bei-
fügt. In der Tat ist das Haus der Frommen gemeint, obwohl
7.'j-Äv so gut wie 7.'j-r)c Zutat des Uebers. sein kann. — i-ii)'j;x-/;-
[xaituvj 248 Syroh. 253 add. c/Sj-r^:, das durch aozr^: in b nicht
gerade erfordert wird. Gemeint sind beide Mal die Güter der
Weisheit. Syr. die Weisheit (man: na:n wie 41,12). — -a 6.~Wi/fsj.
(39; 17 = ym)\ Syr. xpcd. — c/.-oJ = ja (so auch Syr.), indem
die Konstruktion wechselte. — Lat. vertauscht l-l(S^:>\vT^\i.6-wi
(= a thesauris illius) mit 7.-0 -{vm^yyhw, aSj-r,; (= generationibus).
Für letzteres hat Syr. nn'rVj; |a wie 24, 19.
18. a-icpavocj der Ausdruck ist stark rhetorisch. Syr. schlecht
ti^n (wie V. 14. 16). — 'fO|3o; xopiou] Co 70 schlecht: 'W^zX'^ih.i
xov x6f-!ov (s. z. V. 16). — 7.v7.i)7'UtovJ vgl. Gr. Hebr. zu 11, 22.
49,10 und n''",cn 37, 17, aber auch zu 50, 10. Syr.: und sie macht
viel. — uyisiav] ist nach Syr. hier und nach Hebr. 30, 15. 34,20
=: Q'^n (vgl. Gen. 42, 15. 16 LXX). Dagegen ist h-y.; = scia oder
ms'si, die auch Prv. 3, 8. 4^ 22 s. v, a. Gesundheit bedeuten.
Uebrigens hat Syr. wie Gr. 31,20 wohl mit Recht: Leben und
Heilung. — Syroh. 253 wandeln b ab: dvailaA/.si oi x'jptoc h
a-jxoTc £tf*r^vrjV |Xi3--})v rj.-jzv);. Vgl. Lat.: replens pacem et salutis
fructum.
19. a ist falsche Wiederholung aus v. 9, die Worte fehlen
in 248 Syroh. 253 Sah., im Cod. Toi. des Lat. und im Syr.
Dafür setzen Syroh. 253 ein Distichon ein, dessen ersten Stichus
der Lat. hier hat. 248 70 lesen den zweiten Stichus hier, den
ersten hinter v. 17. Der erste erscheint als Glosse. Zum
zweiten vgl. 1 Macc. 3, 3 i-Xot-ovs oo;7.v ko A7.co auto-j. In den
Annot, Bibl. Rom, wird xa-j/r^atv vorgeschlagen, was die Wechelsche
Sir. 1, 19. 20. 13
Ausgabe angenommen hat. Die Worte könnten Variante zu c
sein. — £ca)[xßpr^G£j vgl. zu 18,29. Lat. compartietur (= iczid^Aaz?) .
248 70 106 308 fügen falsch erklärend bei (-^i) aocpta. Syroh. 253
für b: £7rt3Trjjx-/)y x7.' yv(o3'.v X7.t oo;7.v (Syroh. om. /.r/X oocav) aocpt'cc
icojxßpsT. Subjekt ist aber die Gottesfurcht. Auf sie bezog sich
auch das Aequivalent von c/Sj-r,:. für das czCitou {= 'foßoc) gesetzt
sein sollte. — Syr. für v. 19: sie ist ein Stab von Stärke (scpin)
und eine Stütze von Herrlichkeit (Knmnti'n), und Ehre für Ewigkeit
für jeden, der ihr nachwandelt. Syr. verdient für a den Vorzug.
Von der Erkenntnis, die die Gottesfurcht verleiht, erwartet man
hier nicht zu hören. Vgl. dagegen zu dem Bilde von Stab und
Stütze 31, 19. 15, 4 und :j; r\'^r2 Ez. 19, 12. 14. Ps. 110, 2 und
mHcn hpo Jer. 48, 17. Königliche Würde hat der Weise nach
6, 29 ff. ; vgl. auch 10,24. Eine Erklärung der Differenz ist
aber kaum möglich. In b wird Syr. am Schluss ungenau über-
setzt haben. Vgl. zu -/f^y-^üVTfov 4, 13 {"pri).
20 bringt den Abschluss und scheint mit [a'I/j. absichtlicli
auf V. 5 zurückzugreifen. Freilich hat Syr. hier Nipy, dort Ki^nsi*;
doch Vgl, Syr. 40, 15. — 'W^zXaiic/.i (Syroh, 253 7.77.-7.V) tov z'jf.iovj
Aeth.: die Furcht des Herrn; vgl. zu v. 16. Nach Gr, ist der
Sinn: wie die Gottesfurclit. die Wurzel d, h. das innerste Wesen
der Weisheit ist, so trägt sie auch die kostbarste Frucht, die
aus der Weisheit erwachsen kann, nämlich langes Leben. Dass
die Identität von Weisheit und Gottesfurcht hier zum Abschluss
so definiert wird, erscheint nicht als unpassend; vgl. zu 50, 29.
Aber einigermassen hart ist, dass die Gottesfurcht als die Wurzel
der Weisheit erscheint, dabei aber eigene Zweige hat, vgl, dag.
24, Iß. — Syr. für v. 20: ihre Wurzeln sind ewiges Leben und
ihre Zweige Länge der Tage. Das ist in a ganz unpassend. So-
dann ist „ewiges Leben" Korrektur für „Länge der Tage" (vgl.
zu V. 12), die an falsche Stelle geriet. Uebrigens ist ix7.xf/o-/j-
|x3p£U3i? := D"'»" "IK. Allerdings hat der Text hier früh gelitten,
Syr. hat für v. 22 — 27 zwölf Distichen, die ganz anders
lauten :
(1) Heil dem Menschen, der über sie nachsinnt,
da sie für ihn besser ist als alle Schätze.
(2) Heil dem Menschen, der zu ihr naht,
und mit ihren Geboten umgeht.
14 Sir. 1, 21—24.
(3) Zu einer ewigen Krone macht sie ihn,
und zu ewiger Gerechtigkeit inmitten der Heiligen.
(4) Er freut sich über sie, und sie freut sich über ihn,
und sie verwirft ihn nicht in alle Ewigkeit.
(£)) Die Engel Gottes freuen sich über ihn,
und verkünden alles Lob des Herrn.
(6) Dies ganze Buch ist voll von Leben,
Heil dem Menschen, der auf es hört und danach tut!
(7) Hört mich, die ihr Gott fürchtet,
merkt auf und versteht meine Worte!
(8) Wer das Leben erben will,
als ewiges Erbe und grosse Freude, —
(9) Höre alle meine Worte und tue sie,
und du sollst aufgeschrieben werden im Buche des Lebens,
(10) Liebe die Furcht des Herrn,
und festige dein Herz in ihr, so wirst du nichts fürchten.
(11) Tritt herzu und sei nicht lässig,
so wirst du Leben finden für deine Seele,
(12) Und wenn du herzutrittst,
(so tue es?) wie ein Held und ein Starker.
Diese Stichen werden aus dem Hebräischen übersetzt sein.
Denn v, 5b erscheint syrisches p:i2: (sie zählen) als schlechte Wie-
dergabe von "ncc (sie erzählen). Sodann enthalten die Verse nichts
spezifisch Christliches, obendrein könnte diese und jene Wendung
lediglich dem Uebersetzer angehören, der vielleicht das Leben
nach dem Tode eingetragen hat (vgl. oben zu v, 12. 20). Die
Heiligen v, 3 sind möglicher Weise die frommen Juden. An-
klänge an die Umgebung finden sich v, 2. 11. 12 (vgl. v. 28.
30. 2, 1), V. 3 (v. 11), v. 5 (V. 24); zu v. 1 vgl. 50, 28. Aber
ursprünglich sind die Stichen schwerlich.
21 — 24. Auch die griechische Textüberlieferung war hier
einigerraassen unsicher; in der Vorlage des Lat, scheinen
V. 22 — 24 gefehlt zu haben (s. z. v, 25). Dabei nehmen diese
Verse sich auf den ersten Blick im Zusammenhang fremdartig
aus. Aber das Zwischenstück 3, 25—29 ist ähnlichen Inhalts,
und die op-j'-)] Oujjlol) (s. z. v. 22) ist ein wesentliches Charakte-
ristikum der Gottlosigkeit (s. z. B. 10, 18), Sodann scheint
Sir. 1, 21—24. 15
V. 24 mit V. 23 zusammenzuhängen wie v. 23 mit v. 22. Xun
geht V. 24 ottenbar auf Jesus Sirach selbst, er stellt dann aber
hier wohl nicht den Gottlosen und den Frommen überhaupt ein-
ander gegenüber, sondern er scheint von etwas ganz Persönlichem
zu reden. Ich möchte die Verse dahin versteheu, dass die Ver-
folgung, die Sirach von den Hellenisteu erlitt, ihm zeitweilig
Stillschweigen auferlegt hatte, er dann aber unter dem Beifall
der Frommen seine Lehrtätigkeit wieder aufnehmen konnte.
21. Mit rÄ-io. h[j—r^ ist wohl der menschliche Zorn gemeint,
dann ist a-ost^oacpsi vermutlich =: 2"'ii>'' (vgl. Job. 9, 13 u. ö.) =
er hält zurück.
22. Syr. cm. — Zu o^^^'^t bei Clem. AI. vgl. Prv. 19, 20
(23) LXX und rj.':j<^Jsj. Prv. 15, 16 LXX sowie die Einleitung Kap. 3.
Die pseudoathanasiauische Synopsis statuiert einen Abschnitt
TTs.ol rj.'W(Ärj.t. — ii'j'xoc oi^7.r>z\ 248 70 Syroh . 253 106 Bob. Sah.
korrigieren: U'jixojo/^c ^j:A^[i oder o(vy;r> U'jaojo-/;;, Aeth.: der Zorn-
mütige und der Ungerechte; vgl. 8, 16. Die Beziehung von
«uTO'j (S* om.) macht auch bei der gewöhnlichen Lesart keine
Schwierigkeit., und die von oixctitoiJrjVxt (= er bleibt nicht unbe-
straft) ebenso wenig; vgl. 9, 12, wonach hier wohl r\^'^ (s. auch
34,5) stand. ^ Chrysost. 4, 440. 461. 7, 909 für a: Ü-jaoc ocory.o,-
0U7. rjS^mmSs-rfiz-nx. — Y'~'f\ wäre hier der Anstoss. Sap. 18, 12
steht das Wort für Augenblick, Job. 20, 5 beim T^ßp7.roc für yri.
Aber S"^ liest ö^o-'r^ = Lat. iracundia, was nach 10, 18. 45, 19
anzunehmen ist. — -töisic ot-j-rw (155 253 Lat. autoo)] vgl. 5,13
in^cs, das wohl auch hier stand.
23. Syr. om. — 7.vi>i;sT7.'.] könnte zur Not Missverständnis
von p'nnn (^ sich zusammennehmen) sein; vgl. Dan, 10,21.
1 Chr. 11, 10. Aber eher ist mit 248 Syroh. 253 23 Boh. Sah.
Aeth. dvs;stc('. (= Lat. sustinebit) zu lesen. — (zvaowSii (S*=^ czvao''-
ofü3iv)] im A. T, nur hier. — s'j'i.oo^'WJ 253 23 SAG 157 k Sah.
Aeth. korrigiren s'>ffio3'jv/;v, 70 vx 3'>^ooa'jvr,v. — Lat. für b: et
postea redditio jucunditatis. Gemeint ist der glückliche Ausgang
aus schwieriger Lage.
24. Syr. om. — -laiöjv] so nur B (C 23 308), die übrigen
ttoaXwv; vgl, 39, 9.
16 Sir. 1, 25—28.
25—30. Der Schüler will Weisheit lernea, aber Weisheit
ist Gottesfurcht^ und Gottesfurcht ist etwas mehr als die land-
läufige Frömmigkeit meint (3. 3. 2 Disticlia).
25. Syr. om. — -a^^r/^om Co 70 Syroh. 253 23 S Sah.
Boh. T:ap7j':ioA7.L — iJsoaiiScta im Sirach nur hier. Man hätte da-
für gern ein Wort wie 'f,oov/^3ic oder dgl. Aber es ist nach dem
Vorigen verständlich, dass Gottesfurcht und Weisheit als Wechsel-
begriffe behandelt werden, zumal ihre Identität im Folgenden
noch einmal hervorgehoben wird. Allerdings hat Lat. den Vers
hinter v. 20 (= Lat. v. 26) in einer von Gr. abweichenden Ge-
stalt: in thesauris sapientiae intellectus et scientiae (Toi. Corb.
2 scientia et) religiositas, exsecratio autem peccatoribus sapientia.
Aber das idem per idem, das Gr. in beiden Stichen bietet, kann
hiernach nicht gebessert werden, zumal et religiositas {= i>so3i[:i£i7.)
als Korrektur erscheint, die an falsche Stelle geriet. Dagegen
hat Lat. den Vers hier dem Gr. entsprechend; aber die Wieder-
holung ist jüngeren Ursprungs und fehlt in den besten Zeugen;
vgl. auch Berger, a. a. 0. p. 103. 156. 168 und oben zu v. 21 — 24.
26. Syr. om. — Lat. praem. tili, das aber im Am. Sang.
Aug. Spec. und bei Ambros. (I p. 1138) fehlt. Vgl. auch Berger,
a. a. 0.— i-t',}'j<xr-,rj.;] 248 70 Syroh. 253 23 SBAC k Lat. i-iU-j-
jjLr,37.c, aber der Aorist entspricht dem hebr. Perfectum, das für
sich allein einen Conditioualsatz ausdrücken kann; vgl. z. B.
19, 10. 21, 1 und zu 34, 12 a. — ivTOÄotc] Lat. justitiam. Thiel-
mann (IX 272) bemerkt, dass Lat. 15, 1. 21, 11 für voixoc justitia
setzt, und 36, 2 mandata et justiliae, 9, 15 praecepta. Aber noch
merkwürdiger steht 19, 17 timor für vojxoc und 28, 7. 37, 12 für
IvToXry,'. Vgl. zu 2, 10. 15 und auch 17,27. 24, 23 Lat.
27. Syr. om. — F. Perles vergleicht gut Prv. 15, 33. —
r^ zhw/la 7.'jtoO] =r liim =: sein Gebot; vgl. 2, 16. 15, 15. Er ver-
langt Treue (d. h. rückhaltlose Hingabe an seinen Dienst) und
Demut. Vgl. m3>'l nxöx 45, 4 und r.hv.: 15, 15. 40, 12. — Lat.
add. et adimplebit thesauros illius (al. tuos); vgl. v. 17.
28. Syr. praem. mein Sohn. — jx.)) d-ctör^a-f,?] ist wenigstens
in der gewöhnlichen Bedeutung des Verbums unbefriedigend.
Allerdings befiehlt nicht nur Gott, sondern auch die Gottesfurcht
(^ das Gesetz). Aber nach b handelt es sich nicht um Unge-
horsam, sondern um Treulosigkeit oder Heuchelei. Syr. 3i2n,
Sir. 1, 28—30. 17
was auf :i:n, ti'nrn oder dgl. führt und zu v. 27 gut passt. Aber
nach Cod. S 7.-'.3-:r^3T,c zu lesen, ist wegen 23, 23 (s. d.j unratsam.
— y.'jpto'j] 248 70 Syroh. 253(?) add. ivosr,? wv (widersinnig). —
-r.oaiÄDYjc] =r iip (Syr. 2'npn),das ursprünglich cultischen Sinn hat;
vgl. V. 30. 2, 1 und Syr. hinter v. 20 (v. 2. 11. 12). — iv xapota
013T?,] vgl. Ps. 12,3 2^" 2^; allerdings hat auch Syr.: mit zwei
Herzen. Die Uebersetzuug „mit geteiltem Herzen" ist nicht
ausreichend. Vgl. 5, 14. 6, 1 und 2, 12 sowie wW/fj; Jac. 1,8. 4,8.
29. 106 praem. xoc'; ebenso Syr. — u-oxpti>-(,c] vgl. 35, 15.
36, 2 (Hebr. rhrbm und üiriam). Aber Syr. hat na "nnrin (tue
gross mit ihr), das vielleicht ebenso in der Vorlage stand und
von Gr. schlecht wiedergegeben wurde. — h -j-J^yi-JK^j (S 106 307
— •j-'V"')] vielleicht = ^23, das wegen der in b genannten Lippen aus
"ica entstellt war (s. z. 8, 11). Dagegen Syr. pS = ^Tih\ vgl.
Lat. in conspectu, Syroh. 253 ivoj-tov, Sah. Boh.: in Gegenwart.
Die Uebereinstimmung dieser Zeugen mit Syr. lässt verschiedene
Erklärungen zu. — -f/oas/s] Syr. snn'^ t,t sinn; vgl. Syr. zu 6, 13,
Hebr. zu 13, 13. — Lat. für b: et non scandalizeris in labiis
tuis, attende in illis. Hier ist xczl h toTr yzu.ty.'j jou -ooje/s ver-
mischt mit 23, 8 3/7.vo7./.'.ji)-/;jovtot'. h ri.\j-rÄ:. Durch die Vermischung
wurde das Aequivalent von \x■r^ H'rWj asot'jTov (oder in der
griechischen Vorlage dieses selbst) verdrängt. Cod. Theoder. hat
für V. 30 b: et pouas scandalum animae tuae et adducas inhouo-
rationera tibi.
30. \i\ i^j'Vvj -jf-rj-M] Syr. hasse sein Wort nicht {^^irw
N:::'n?); 253 \i.-r^ 37./.soo'j ^jvj.wsj.. — v^j. u-y; -iar,c] Syr. damit du nicht
wanl<st (>nr). Die Peschita setzt das Verbum oft für üio, das
LXX (Vgl. auch unten 13,21) gelegentlich mit -''—siv wiedergibt.
— i-7.YC(Y-(^c] Syr. wohl besser: viel machst (rs2.T: n'aiTi). — -ä
y.rj'j--d 301»] 248 70 Syroh. 253 add. Tt^vtc«. — Syr. für c: damit
nicht viel mache (aus b eingedrungen) der Herr deine Bande
(■"nrincj: ""rnic;^). Vgl. nrrcj Ps. 19, 13. — Iv aijto a-jvotYiü-i-r^c]
vgl. 4, 7. 7, 7. 23, 24. 41, 18. 42, 11. Prv. 5, 14. — In e fehlt
die Negation beim Syr. Schon wegen v. 28 ist o-j falsch und
blosse Korrektur, veranlasst dadurch, dass man das syntaktische
Verhältnis von e und f nicht begriff. Die Korrektur genügte
auch nicht, 248 Syroh. 253 Slav. setzen deshalb noch sv ä/.r/Js-'a
hinzu, 70 iv vor 9o|dqj. Lat. hat statt der Negation verständiger
Smend, Siracb-Kommentar. 2
18 Sir. 2, 1-18.
maligne. — -.oosv.UscJ Syr, du wurdeöt genannt (3"ip : snp, s. z.
V. 28). — -/.r;.orp: oo/.o'.] Vgl. 19, 26.
c. 2. Gottesfurcht als Geduld und zuversichtliche Hoffnung
im Leiden (v. 1 — 11 =: 3. 3. 3. 3). Verzagen ist Gottlosigkeit,
wahre Frömmigkeit ist bei aller Demut im Unglück getrost
(v. 12 18 = 3. 3. 2).
1. 248 praem. T.trA Ozoaovr,?. - oo'j/.s'jc'.v xo^owo] Lat. ad
Servituten! dei; Syr. zur Furcht Gottes, was nach 1, 28. 30
anzunehmen ist. — t)3(o| findet sich nur in B 248 (155 308), ist
aber wohl echt (vgl. 4. 28. 47, 18). — sTot'ixa^ov] Lat. praem. sta
in justitia et timore et. Syr. (so) übergibst du (naf^rs); vgl, Syr.
20, 28. — t'.; -t>.rjr,.a<xv^] Syr. zu allen Versuchungen. Vgl.
übrigens 36, 1. 44, 20 und 4, 17.
2. Syr. om. — s-jfjuvov] erklärt F. Perles richtig für ]zn
nach Ps. 78, 8 u. a. St.; vgl. Hebr. zu 37, 15 und p:3 ih. Der
Sinn ist dann aber: mache fest dein Herz. — y.a^J-ilJ■r^:^v^] =z p:n
oder |'f:s. — Lat. für a: deprime cor tuum et sustine, inclina
aurem (tuam) et suscipe (al. excipe) verba intellectus. — a-sucrr,;]
ist schlechte Uebersetzung von bnap (vgl. LXX). — £-77(07-7^]
im Hebr. entspricht 3, 28 n:.'2, 5, 8 mnj;, 10, 13 j?jj, 40, 9 it^f,
beim Syr. auch Not, Bedrängung (5, 8. 25, 14). In der LXX
findet sich das Wort nur Dt. 32, 36, wo MT y,T; hat, Theodot.
setzt es Prv. 27, 10 für TN', und ein allgemeiner Ausdruck wie
mi: stand wohl auch hier. Vgl. i-d'itv^ v. 4 und öfter. — Lat.
fügt zu b hinzu: sustine sustentationes domini = Anton. 1216
3. zoA/,-/; !)-/;-:'.] Syr. pmns. — oi'j-jn] ul. Gott, Lat. deo; vgl.
V. 6. Aber Syr. wohl besser: an ihr (der Gottesfurcht); vgl.
4, 17 ff. — «xTj 7.7:0 —f,^] Lat. sustine. Syr. wohl wörtlich: lass
sie nicht fahren (iTcin). — Lat. für b: ut crescat in novissimo
vita tua. Gr. scheint frei übersetzt zu haben. Denn Syr. hat:
damit du dich weise beweisest (crnrn) auf deinen Wegen (Ambr.
an deinem Ende). Vgl. dazu Prv. 19,20, wo Posch, -nn-ns'3 cznnn
für innnsn c:nn hat.
4. 0 S7.y i-oLyßl crot] Syr. was über dich kommt (so auch
Sah. Boh.) = yhv azn. — oüm] Syr. h2p; vgl. Job. 2, 10. 248
70 Syroh. 253 106 add. aaiasvcu?. — xal sv aU7'7tj,a3i (248 Fragm.
Sir. 2, 1—7. 19
Hieros. -ti) t7.-£'.v(-jj3wc 3o'j ;j.c(x[yoi)'j;i-/;3ov] Lat. et in dolore sustine
et in humilitate patientiam habe. Syr. und in Krankheit und
in Armut sei geduldig. Dazu stimmt die Dublette, die Syroh.
253 S ''•' 55 254 hinter v. 5 (s. u.) haben: sv voiot; xotl sv -cvta
(Syroh. -^los-'a, 253 -c/Aotiai:) ir: 7.'jt(o 7:3-oii><uc yivoLt. Ebenso
zitiert Chrysost. (Sav.) VI 584 und zwar vor v. 5. Die ge-
wöhnliche Lesart geht zurück auf "':«; Tj'^na, die andere auf
■'iyi ''Sna. Die letztere dürfte trotz des im Syroh. fehlenden
Asteriskus aus Gr. II stammen; sie ist übrigens, wie Nöldeke
schon vor Jahren bemerkte, im Reclit. Im Sah. sind beide Les-
arten vermengt: im Schmerz (vgl. Lat.) deiner Erniedrigung. —■
[xaxpoi>'jixr,3r(v] Syr. -""n njvS (ebenso 18, 11. 29, 8) = "nn "^xn
(vgl. 5, 11) oder auch "[it^e: (Job. 6, 11).
5. yy^^'j^l Lat. aurum et argentum. Derselbe Zusatz im
Lat. 8, 2. 30, 15. — y.m avUpw-c/'. os/to-'J Syr. nur: und der
Mensch. Aber Gr. wird im Recht sein, er las etwa ''•2;"i eis*;
vgl. 46, 13. Prv. 3, 12. Vgl. Jes. 48, 10 'y; m:3 "Wns. — 70
fügt am Schluss schlecht hinzu: cojijr^aovtai. Syr. Sah. haben
V. 5 hinter v. 6; vgl. dazu die Stellung der Variante zu v. 4b
hinter v. 5.
6. ot'jt(o| Syroh. 253 "/.'Jp''<;>, Lat. Syr. deo. — dyn^'^s-cti
aou] Syr. arnv 'f^ sin: 'in; vgl. rh-SKf—Mrj = r^y; 13, 22. — Für
b haben Syroh. 253: xoti sÄ-'-Ts i-' a-kov x7.1 v/dwil tac ooo-jc cto'j;
ebenso Syr. (om. '/.ai 1 'J). Dass das richtig ist, beweist der
Parallelismus von a. Spuren des Ursprünglichen haben sich
darin erhalten, dass Co. 70 k 157 307 S"" A 55 155 Fragm.
Hieros. Lat. vor suij-jvov ein x7.i' haben und 106 c'j!)'jvov t. o. so-j
auslässt. Zu cOU'jvsr (Syr. |*"nn3) = ni^'' vgl. Hebr. 4, 18 und Hebr.
Syr. 39, 24 sowie Prv. 3,6 -[Tmx TwJ^'"' Nim = Syr. -jnnT.s |*nr: im.
157 Lat. ■:■>;/ ooov ao-j. Lat. i. f. add. serva timoreni illius et
in illo inveterasce. Zu letzterem vgl. 11, 20.
7—9. 248 ordnet diese Verse: 8. 9. 7; 106 (lässt 7 ur-
sprünglich aus) und 308: 9. 7. 8; 155: 8. 7. 9. Lat. und Syr.
haben die gewöhnliche Reihenfolge.
7. 7.v7;jLstv T3 To l/.soc 7.'j-:oO] Syr. hoffet auf sein Gut (aus
V. 9). — iv.ySfMY^-z] Lat. deflectatis ab iUo. Syr. bleibt zurück
(p"imn:i*n) hinter ihm weg (= mnxö); vgl. zu 4, 19.
20 Sir. 2, 1-18.
8. -TottVir,] ist in der Verbindung mit a-.jUoc auffällig und
ohne Analogie. 307 106 k 296 Fragm. llieros. zsar, (wohl
Korrektur). Lat. evacuabitur. Die Vulgata setzt evacuare für
xsvoOv, y.n.-n.rj'ivy. Sah.: bleibt aus, was Avoiil nur geraten ist.
Syr. für b: und er wird niclit über Nacht behalten (n'3ö) euern
Lohn (vgl. Lev. 19, 13. Tob. 4, 14), was originell erscheint. Ein
ähnlicher Anstoss findet sich aber bei |j.'.al)oc 11, 18, wo Ilebr.
anscheinend eine Form von 2",n liest. Syroh. setzt dies Verbum
öfter für —ctfeiv (vgl. Payne-Smith s. v.), und vielleicht stand hier
z\r[\ Gr. hätte dann --r/h-^^ 6 \v.j\)h: ^j\iwj in Umbildung des
Ausdrucks r^-aizv^ zr^z sK-ioo; gesetzt.
9. £ic 7.Y7.!>7:] Lat. in illum. Syr. auf sein Gut (na'aS). Vgl.
•2'tt Zach. 9, 17. Syr. om. xat. — d; 3'>fr>oaüv/)v auoyoc] =:
üh)y nn^vh; vgl. Jes. 35, 10. 51, 11. 61, 7. — s/iooc] müsste
Fehler oder schlechte Uebersetzung statt zlto: (so Anton. 784,
Arm. und anscheinend Sah.) sein. Lat. für b:'et in oblectationem
veniet vobis misericordia. Wahrscheinlich ist veniet Fehler für
aevi et, so dass vobis zu streichen und misericordiam zu schreiben
wäre. Syr. auf ewige Freude und Rettung (SipTc). Vermutlich
wollte der Verf. hier denselben Gedanken ausdrücken wie 32, 25,
w^o 3A£o? für nv"^'' steht. — Der in einigen griechischen Hss.
zugesetzte Stichus ist augenscheinlich Dublette zu b. Dabei ist
oocfic alomn wohl vom Leben nacli dem Tode zu verstehen. —
Lat. fügt bei: (jui timetis dominum diligite illum et illuminabuntur
corda vestra.
10. Die heiligen Büchei', die selbstverständlich als ein
vollkommenes Bild der Geschichte gelten, erzählen von keinem
Fiommen, der umkam. — Syr. für a doppelt: achtet (iSrncs) auf
das was von Anfang an (fJ^mpS ]t) war, und auf das, was von
den Geschlechtern der Ewigkeiten her war, merket ("rzns) und
sehet. — iix^Ki'W-z] vgl. rc^zn Jes. 51, 1. 2. Lat. respicite filii.
Syr. las vielleicht irzn. — tk drjyoih.: -j'svsccc] Lat. nationes homi-
num. — Tic iv3~taT3'j3£ y.'jrjm\ Chrysost. (Sav.) I 603 775 874,
Max. 903, Anton. 788 Tic y-ä-issv i-1 x'j.oiov; Lat. quia nullus (al.
quis) speravit in domino; Syr. wer vertraute [pTi) auf ihn. — r,
(253 om.) TIC svitjLsivs t(o 'fojifo «Otoo] Chrysost. VI 303: r, ti;
Evifisivs T7.tc h-rjlrxi; (/oToO, Lat. quls euiui permansit in mandatis
illius; ebenso Sah. Vgl. zu diesen Varianten das zu 1, 26 Be-
Sir. 2,8—1:1. 21
merkte sowie 28, 6. Zu i;xusv3'.v vgl. t^j; Koli. 8, 3. Dagegen
Syr. : oder wer verliess sich ('?:nns) auf ihn. Mit ihm stimmt
Chrvsost. IV 15, der au dieser Stelle für b v.: i->':jzz'j::t -ji 7.'joi'(t)
hat, für C dagegen r^ xi; y-j.sv^ i-' otoTov. — y.n-rp/W\)r^ — 37x7.-
-sAö'/il^/)] Chrysost. stellt IV 15 die Verba um; Syr. hat: er ver-
liess ihn (np2t^*) — er verwarf ihn (.-i\"2is). Es ist zweifelhaft,
welches der beiden Verba dem i-A'-j-iLz'.'^Wq entspriclit. Immerhin
wird Syr. in c mit Kecht die aictivische Konstruktion haben.
Auch Chrysost. hat VI 303 i-/.^j.-Äh-vj r/Sj-J/^. ebenso Sah.: w^en
verliess er (= Ciasca, der freilich mit b abbricht). — 'j-sosrosv r/Jj-J/j]
vgl. 38, 16, wo Ilebr. c':j;rn. Syr. abschwächend : er erhörte ihn nicht.
11. h y-'jp'.oc] 248 Syroh. 253 S'=" L.ß add. 'xotzpoöuaoc x7.1
-oÄ'ji/.soc. Im Cod. 70, der dasselbe und sodann ot'fuov und aw^ov
liest, ist 6 x-jpioc durch den Zusatz verdrängt. — Lat. für b: et
remittet (al.-tit) in die tribulationis peccata (et protector est)
Omnibus exquirentibus se in veritate. Zu et protector est vgl.
31, 19. 51, 2. Syr. für b: und (Ambr. om) er hört und rettet in
jeder Zeit der Not und er hört auf die Stimme derer, die seinen
Willen tun. — Herkenne schliesst aus dem griechischen Plus in
a und dem syrischen und lateinischen Plus in b, dass der Urtext
vier Stichen statt zwei hatte. Aber das trifft höchstens für einen
erweiterten hebräischen Text zu. Denn abgesehen vom Schluss
hat der Abschnitt lauter Strophen von je drei Distichen.
12. Syr.: Verzagtes Herz und schlaffe Hände ist der
]\[enscb, der auf vielen Wegen geht. — x^po-'occ öi'./.aTcJ vgl. 22, 18
und 4, 17. 31, 16. Syroh. x7.po. 0.^37.1; (1, 28), Lat. duplici cordi
(al. corde). Origen. 9,97: duplices corde et animo. Es stand da
D23 2bh (vgl. Syr. x-d^d). — /s.oat -arjzvihr/i-]^ Syr. nt^di^ n^^n;
vgl. 25, 23 (ircn). Jes. 35, 3. Job. 4, 3. Lat. labiis scelestis
(=: ytiltai -7[>7.voao.r'P) et manibus malefacientibus (et man. mal.
om. DS). — X7.1 7.a7o-:to/,(o] ist nach Syr. wohl Ausdeutung. —
s-i|'d76Ajv-:'. i-i (248 55 om.) o-jo Tf.t'ßoucJ ob hier der Dual cm
stand, den die- Masora Prv. 28, 6. 18 statuirt, ist zu bezweifeln.
Syr. (s. 0.) las wohl anders. Vgl. Lat. zu 3,26 und Syr. zu 5, 14. 6, 1.
13. x7oo!'7. 7:7.0 ötac'vr,] Syr. nur: dem Herzen. Vgl. übrigens
zu 3,26. — o'.a to'jto] Syroh. 253 add.: 77;.. Lat. (et) ideo. Ori-
gineller Syr. in TjX = xin c:. — 'jxE-7a!>-/;as-:7'.] Syr. es wird Be-
stand haben (C'pni). Wahrscheinlich stand da |ök^ (Jes. 7, 9),
22 Sir. 2, 1—18. 3, 1—24
aber die Emendation -laTc-jD/^acTai ist wohl zu kühn. Vgl. sonst
Syr. zu 1, 15. 50,24.
11. 7.-o/.(y/,3y.oa'.v TTjV 'j-o;j.ov/;v| Svr. den Helden der Zuver-
sicht (X]'?:in n3]J). Er riet oder las '"\2: oder nach Ryssel n'2s*
(Ps. 7G, 6. Jes. 46, 12); vgl. zu 17, 24. 41, 2, wo Hebr. nipn 131«,
sowie 16, 13. 22. — Lat. add. (et) qui dereli(|uerunt vias rectas
et diverterunt in vias pravas (— Glosse zu v. 12). - i-iT/irr/j-cv.'.]
vgl. 32,21 (npc). Syr. frei: er wird richten (ebenso 17,32).
15. pr^ixotTtoy] 248 55 296 f.r^-Av.a-.v; vgl. 1,28. 30,12 und
dagegen 16,28, wo aber gute Hss. ebenfalls den Dativ haben.
Lat. verbo. Vgl. Syr. : sie hassen {])iL!2) sein Wort nicht. An der
Parallelstelle 16, 28 hat Syr. "laj;» für a-£ii)£rv, zu vermuten ist
danach und nach 39, 31 etwa rc TiJi' i6 (vgl. Gr. zu 30, 12). —
7.'jTovJ Syroh. tov voixov ol-j-oO, — ooo'jc] Lat. viam, Syroh. S''" £v:oÄ7'c;
vgl. zu 1, 26.
16. Cvj-Vjao'jatv s'joo/i^v oiOtou] hier steht Cr^zioi wie 3,21.
35, 15 (li'-n vgl. Ezra 7, 10) und h.'lr^-ivi 39, 1. 3 im Sinne von
erforschen, und zliW/Sa Avie 1,27. Syr. sie überdenken seinen
Willen (nrny pynnj). — i|j,-^at!}7^aov:7i -oO vo-iou (Lat. add. ipsius)]
Syr. sie lernen sein Gesetz. Denkbar wäre ip^D'' (vgl. 35, 15),
iSsp^ (34, 3), aber auch ipi^'\
17. Syr. für a: wer Gott fürchtet, macht fest (|pn)) sein
Herz. Zu vermuten ist ]^2T\, das Gr. mit 3to'.;x7''C£'v schlecht wieder-
gab; vgl. zu V. 2. — Syroh. 253 23 v.r/.rjU'-jy. — Ta-civfoaoustv]
vgl. 3. 18. 7, 17. 18, 21. — Ganz abweichend Syr. für b: und
wer ihn verlässt, richtet zu Grunde seinen Geist (31,17). — Lat.
add. qni timent dominum custodiunt mandata illius et patientiam
habebunt usque ad inspectionem illius. Vgl. Anton. 1216: K7.I
|X7.Xpi0i>'J|XTj30U3lV £OJC £-l3X0~TjC OtUTOU (vgl. ZU 15, 8).
18. Syr. om. a und b. — Syroh. 253 praem. )Ay)V-z:. Lat.
praem. dicentes: si poenitentiam non egerimus. — Vgl. 2 Sam.
24, 14. — Im Begriff der Grösse ist der der Uebermacht ein-
geschlossen. — Syr. i. f. add.: und wie sein Name, so sind
seine Werke = ri^'ya p li2^n, was im Hebr. hinter 6, 17 er-
halten ist. Die Worte sind rhythmisch unentbehrlich. — Im
nitrischen Codex des Syr. folgt dann noch: wer den Herrn
fürchtet, viel wird sein sein Besitz, und sein Same wird gesegnet
werden nach ihm. In den Polyglotten stehen die Worte vor
Sir. 2, 14-3, 5. 23
V. 16, in den Codd. p und u steht der erste Satz (bis „Besitz")
an Stelle von 3, 7, der im Syr. und Hebr. fehlt. Im Cod. Ambr.
fehlen die Woi'te überhaupt. Wahrscheinlich sind sie aus dem
ursprünglichen Wortlaut von 3, 7 entstellt.
3, 1 — 24. An das Gebot der Gottesfurcht schliesst sich
das, die Eltern zu ehren (3,1 — 16 = 7X2 . 1). Die Ehrfurcht
vor den Elitern ist aber ein Stück der Demut, die übrigens auch
bei Keichtum und Ansehn (v. 17 — 20 = 3), sowie in der Er-
forschung der Wahrheit (v. 21 — 24 = 3.1) geübt sein will.
1. Die vom Lateiner vorausgeschickten Worte sind, wie
schon Bretschneider sah und die Satzconstruction zeigt, hebrtäi-
schen Ursprungs, sind dann aber doch secundär. Zu tilii sapi-
entiae vgl. zu 4, 11. Grotius setzt natio =^ '■lYn^iia. — 3;xo'j] Aid.
xpi'|jLC(. Annot. Bibl. Kom.: in quibusdam libris v.[Äj<y, in aliis
y.rjvi.a. 70 add. v.rÄy:^ hinter tsxv7.. Syroh. 253 für a: (zzousaTs
xixva -/[jt'ofiv -n-rjfjc. Lat. Judicium i)atris audite ülii (dilecti). Syr.:
Söhne, das Recht der Väter (1. xn2K statt Nn:sS) höret. Vgl. die
Satzform 23, 7. 41, 14 (Hebr.).— z.o-ra-.vj vgl. v. 2 und -c^-^'^ 38, 16.
Dt. 18, 3 u. ö. — Syr. om. o-jtwc, aber für iv7. 3(o1)/,t3 hat er er-
weiternd: damit ihr lebet das Leben, das auf Ewigkeit der
Ewigkeiten. Für iTn steht in der LXX öfter nM'U^Wr/.'.. das in
der Peschita zum X. T. umgekehrt öfter mit vS^n wiedergegeben
wird. Aber auch Sah. Aeth. haben: damit ihr lebet.
2. Sinngemäss Sah.: denn der Herr gab dem Vater mehr
Ehre als den Söhnen. Gr. hätte 'j-z^j d/va setzen sollen. —
33Te,o3(o33v] ebenso auch Syr. TW. Lat. exquirens firmavit, aber
Toi. Am. Sang. Theoder. Miss. Moz. 392 lassen ürmavit aus. —
£'/ uiorcj Syr. nnS"' hv, dagegen in a n"j2 hv.
3. -a-irj'-j] Anton. 1045 add. a-j-coO, Syr. hat das Suffix. Lat.
sonderbar: qui diligit deum (vgl. zu v. 6). — zciLä'izzr/.\ r/.\).r/.rjz['j.z\
Syr. es werden vei-geben werden (ppnntJ^:) seine Schulden. Es
stand da wohl nsD^; vgl. Hebr. zu v. 30 und 20, 28, zum Ge-
danken 32, 5. Lat. add. et contlnebit se ab illis (et) in oratione
dierum exaudietur (vgl. zu v. 5).
4. x7.t w? 0 a-of>/;37.'jpuojv] Syr. \^r\tTü CiSn, wohl = iän' "lirisi.
5. -v-irjrj] Lat. patrem (suum), Syr. hat das Suffix. — uro
T3xv(üv] 6-0 steht schlecht für p (vgl. Prv. 5, 18). Allerdings
24 Sir. 3,1—24.
lesen 248 70 C 307 i-l Tr/.vo'c, Lat. in filiis, aberSyr. : von seinem
Sohne. — Syr. für b: und wenn er betet, wird er gehört und
erhört (KjynjT v^m'i). Vgl. die Variante 35, 14 inScna i^j?""!. —
Toi. Sang. Aug. spec. Miss. Moz. 392 lassen b aus (s. z. v. 3).
6. Sirach versteht die Verheissung des Dekalogs indivi-
duell. — xal 6 £!37./.o'jojv (Anton. 1045 äxo'jojv) xo^otoo] Lat. qui
obedit patri (vgl. zu v. 3). Syr. xn'^s bv N2'i3 sSz'in san = und
es legt Gott gute Vergeltungen auf. Das ist wohl =: (Sy) br::)
hii. ^'gl. Posch. Prv. 11, 17 iihü'n nii'ci'r xai = wz: hü:, und
übrigens zu 29, 1. 32, 3 und 48, 8, wo Hebr. freilich n']r:)h^T. hat.
Gr. schwächte den starken Ausdruck ab, übrigens verwechselte
er Subject und Prädicat. — 7.vc(-7.'j3£t (23^ — Trausi, 55 254 ti;x7^3ci)
irr^-zipa aüxou (Syroh. 253 70 add. d-h oo-jvr^c)] Lat. refrigerabit
matrem. Vgl. n^:n Prv. 29,17, nmn-Esth. 2,18 und unten zu
12, 3. Hebr. iCK 12:12, und so Syr. nos i|Ta. Aber das beruht
ebenso wie die griechische Lesart in 55 254 auf Vertlachung. —
Im Cod. A des Hebr., der mit 1!2S 12:^ einsetzt, ist der Text
von hier bis 16, 25 erhalten.
7. Hebr. Syr. om.; vgl. aber zu 2, 18. — Co. 70 Syroh.
253 Lat. praem. 6 'foßouucvoc x-joiov -vxr,'jt'. -y-irja (Lat. honorat
parentes). Die Worte können aus Gr. II stammen, sind aber
durch den folgenden Stichus erfordert. — os^Tro-caic (253 x'jpioicjj
vgl. pnx 41, 18, wo es sich um den Dienst am griechischen
Königshofe handelt. — h\ fehlt in 248 70 Syroh. 253 23 106
157 S'^^ k Anton. 1048. Sah. Aeth. Lat., auch wird kein hebrä-
isches Verbum, auf das man oo'j/.e'jctsi zurückführen könnte, mit
3 verbunden. Aber sv kann = h sein; vgl. zu 10, 18. 24, 22 und
h -I3J? 1 Sam. 4, 9 u. ö.
8. n^yJ2yi "10x02] Gr. Syr. sv i'pYto y.7.1 /.oyto, aber Syroh.
Aeth. £v XoYto X7.t £p7(o. Lat. add. et omni patientia (Miss. Moz.
392 sapientia tili). Also ist das im Gr. nicht ausgedrückte '';2
alt. — löNo] findet sich im Sinne von Wort auch 37, lü, im Sinne
von Befehl Esth. 1, 15. 2, 20. 9, 32. — tov -atspot aouj 248 70
106 add. X7.1 T7)y [xr^xspa aou (248 om). — '"123?] neuhebräisch für
n2j,'2. — -jirtt'^] vgl. Dt. 28, 2. Gr. irAl^ aoi. Syr. schliesst sich
ihm an: (damit) kommen über dich. — m:"i2 h2] Gr. wohl im
Blick auf v. 9: £0X0717 -7[>' 70x00 (70 106 -o-ij 7'jxfTjv, was in Co.
in -70' 7.vi)rAo-(ov verlesen ist. Syroh. 253 Anton. 691 aoxwv.
Sir. 3,6—12. 95
Sang, a deo. Aug. spec. a domiao). Syr: alle seine (codd. p u
ora. seine) Segnungen. — Lat. i. f. add.: et benedictio illius in
fine maneat (al. mauet).
9. n:"i2] Gr. e-jÄo-ca -;drj, aber -.ap fehlt in Syroh. 157 Lat.
— tyntt> iD^Pi] Gr. a-a^rAZv. oi/o-jc Ts'xvmv, Syr. ayir: cpn. — yiiJ rr:n]
Gr. ixpiCot \)z\xih.y., Syr. sipv -npyn. Weil nc sonst vom Häuserbau
(doch vgl. 2 Chr. 31, 7) gebraucht wird, deutet Gr. den Vers
auf die Häuser der Kinder, indem er vermutlich für '^'y^^ \)t<xil<.y.
setzt; vgl. Job. 28,9. 36, ."JO. Das Verbum yt:: gibt er v. 14
mit TTooaavoty.oooaETv (vgl. yz: von der Aufstellung eines Zeltes
Dan. 11,45, gar des Himmels Jes. 51,16) "\vieder, 43,23 stand
es von der Gründung der Inseln im Meer, und 40, 19 erscheint
y'\2: als Variante für yy. Also kann va: möglicher Weise wirklich
Bauwerk bedeuten, wenigstens kann Gr. es mit ot/.oc übersetzt
haben. Syr. folgt ihm. Aber Hebr. redet anscheinend von den
Kindern selbst. Vgl. zu if^T^^ 40, 15. 10, 15. 47, 22. Jes. 53, 2.
Prv. 12, 3, zu V'c: v. 28. Job. 14, 9, ferner Prv. 10, 25: cS->' t,c^ p^ii*.
10. Der Ausdruck 'c ]''hp2 i::rn findet sich auch im Talmud;
vgl. Aruch ed. Kohut s. v. nz:. Gr. setzt für sin verdeutlichend:
T.<y-rj>j: dTi;x''7.. So lesen Co. v " (248 55 155 307) Aeth. ; vgl.
Chrysost. (Sav.) V 13. Lat.: eius (al. sed) confusio. Syroh. 253:
WC 7.T'u'a; vgl, Chrysost. IV 338. Alle anderen (auch B): -,00?
czTia-'av (155 om. -00c). Die Fehler entstanden aus der Abkürzung
-pc ^ -atooc.
11. Gr. Syr. r^ 77.0 r/jc/y.. — Uebrigens hat Gr. in a die
Ausdrucksweise gräcisiert und n';: 2*^' der Abwechslung halber
mit Tt;ir^ (45, 12) übersetzt. — Das viel zu starke hhpfi (vgl. Ex.
21, 17) ist wie v. 16 Fehler für nhpri (10, 29 vgl. Dt. 27, 16) = Syr.
i5?5:o. Gr. frei: \j--f-a^^j iv 7.oo^'7.. Vgl. zu 10, 31, und betr. iv
z. B. 4, 2. 8, 5. 6. Lat. pater sine honore. Vgl. Chnsost. IV
55. VI 897: ocoo^ta -at^ooc ovs'.ooc tezvojv. — Ü'CÜ n'^:*] Syr. K2*m
üzrn. Gr. y.7.1 ovs-ooc ts-zvoic (307 ts/vojv. Lat. filii^ al. filiis). Gr.
drückt einen blossen Gegensatz zu a aus, Hebr. Syr. zugleich
eine Steigerung. Vielleicht ist izn nzi:^ oder nz'in 'O das Ur-
sprüngliche. Einem ovsiooc des Gr. steht beim Syr. auch 23,26
N2;~ gegenüber.
12. Gr. 7.vT'./,7|':io'j führt auf pmn, das der Zusammenhang
verlangt. — rzzz las auch Syr.; aber iv -.-/^pa geht wohl auf
26 Sir. 3, 1—24.
ny\i^2 zurück. Also ist r,222 \vohl aus v. 1 1 eingedrungen. Auch
scheint v. 13 vorauszusetzen, dass vorher vom Alter die Rede
war. - inaiyn SxJ Syr. falsch ausdeutend: und verlasse seine
Ehre nicht. Gr. \ir, hJ-■f^rt^z 7.'jtov = in^i'yn '?«; vgl. 2TJ 14, 1.
1 Reg 1,6 und nsi'j? = Ä'j--/j 36, 25. Verbum und Nomen haben
an diesen Stellen den Sinn der Kränkung und Beschimpfung.
in^ij.'n '^K ist dadurch ausgeschlossen, dass sofort "h 3"jj folgt. —
T''n ''O'' '^rj Gr. h rf, 'iw7^^ aoTo-j, 248 70 23 haben freilich ao-j,
S* £v -aTr, lyy'. cio'j. Aber es* handelt sich um die Lebensdauer
des Vaters und nicht um die des Solmes. Im Ilebr. wurde das
Richtige als Korrektur an den Rand geschrieben, drang aber
V. 13 an falscher Stelle in den Text (s. dort). Im Gr. ist ccjtoO
vielleicht nur Korrektur, aber dann eine richtige.
13. "jjnö iDn""] vgl. 13, 8 und zu 19, 24. Gr. oc-oäei-y,
ö'jvsaiv (296 308 cj'jvcaicj. Lat. defecerit sensu (Aug. spec. sensus).
Nach 17, 25 ist a-jvsaiv vorzuziehn, zumal man bei a'jvsa'.c ein
aü-o'j erwarten sollte. Anders liegt die Sache 2, 11. — iS Sliyj
= habe Nachsicht mit ihm; vgl. Neh. 3, 34 sowie Ruth 2, 16.
Gr. auYP<uix-/)v lyz (Syroh. Anton. 1048 schlecht s/stw). — cSrn]
= a-vylTf^z = bescliäme (ihn nicht); vgl. Gr. zu 8, 6. — rn "O' S:]
ist fehlerhaft aus v. 12 (s. d.) eingedrungen und hat das Original
von Gr. h -Arq ir/ßi aou, d. h. etwa "[n: b:2 (34, 30) oder
■[n;2i7 h22 (46, 9), verdrängt.
14. 2iS r^^Ti] Gr. 3Äs-/;;j.o3'jv/; yj.fj -'■j-rAc (248 23 S * add. aou).
Der Sinn ist: das Wohlverhalten gegen den Vater. Vgl. Jes.
55,3 in ncn (Bretschn.) und Joel 4, 19 nT»T '32 Dcn.— nnonj Gr.
£-i>.r^3i>-/;a3-:ai, und danach Syr. ^?T^na. Vgl. Neh. 13, 14 und
unten zu 44, 13. — ncn] so auch 4, 10. Gr. beide Mal avTt, Syr.
Ti'rn. Nöldeke möchte nnian herstellen, doch vgl. auch Schechter
z. St. — >'j2jnj = Syr. X22:n?:. Das Verbum yaj heisst auch
befestigen und feststellen (vgl. Koh. 12, 11 und oben zu v. 9).
Gr. -,r>oa7.vo'.y.oo'-vx-/)i)-/;:;3T7.'' va (253 om.). Hier beruht -,00; auf
Missverständnis von ;s npii:, als ob das Verdienst des Vaters
dem Sohne zugelegt w^erden sollte. Vgl. sonst zu v. 9.
15. ao-j l^'J fehlt in 248 70 106 S*, in Uebereinstimmung
mit Lat. Syr. Hebr. — av(Z|xvr^ai>r,cj5-:oc'. ist passivisch wie z. B.
Ez. 3, 20. — aou 2"J Syroh. cot mit Hebr. Syr. — TiM hv cn:J
Gr. (a: z'jo(rj. i-\ (S* Max. 857 sv) -a-z-M, Lat. erleichternd: sicut
Sir. 3, 13—17. 27
in sereno glacies. Ungenau ist -(/.';t-6: (sonst = mp) gesetzt,
der Zusammenhang erfordert den Reif (43, 19 -y.yyr,). Aber Syr.
(stSjs) folgt dem Gr. — rr'i'^MS) G]-. erklärend 7.va//jUr^jovT7.i
(S" otv7.ciUrjjfovr7.i). Der Infinitiv mit h setzt das Verbum finitum
fort. o'jTfor ist Zutat wie z. B. 12,10.
16. Ti.'2 ^2] Gr. öic "^'/ATsr^ixrj:. Svr. halb und halb: r|ijai Sao.
Auch Gr. lässt hebräisches r^nio vermuten, das speciell den Sinn
des Gotteslästerers hat. Immerhin genügt Tis ''2, da auch T*n
religiöse Bedeutung hat, und Syr. kann dem Gr. gefolgt sein.
Uebrigens ist 2 besser als 'z. — nnnj Gr. o s-xaTaÄi-tov. Aber
3nj? Aväre zu schwach. — r2S] Gr. -y-irjy. (248 70 106 Syroh.
253 Ant. 1049 add. a-j-roO). — Für D""y:!3 haben Gr. Syr. xzArz-r^-
f)7.|xEvoc und 'ch, für S'rp^; Gr. o -7f>of>Yi'^(uv, Syr. aber lyirön |o.
Ich habe früher geglaubt, und andere sind mir darin gefolgt,
dass im Hebr. D"'y3ü und hhpa umgestellt seien, um das Miss-
verständnis 1X113 Svipjö auszuschliessen. Aber zu iSin passt besser
D'yra als S^pp. Es ist vielmehr anzunehmen, dass Gr. (in LXX
-arjrtrj-^'Xz'y meist = D'^zn) oder seine Vorlage die beiden Participia
umgestellt hat. Veranlasst ist die Umstellung w^ohl dadurch,
dass t:s S'rpo dem Gr. zu stark erschien, was es in der Tat ist.
Syr., der im Anfang des Stichus dem Gr. folgt, scheint nSpi^ gelesen
zuhaben (s. z. v. 11), das zu "iin stimmt. Ob diese Lesart neben
dem alten Fehler hhpü überliefert war oder auf naheliegender
Korrektur nach Dt. 27, 16 beruhte, steht dahin. — Ozo (70 106
d-r'), A 7:7,07, Syr. mp) für die Statusconstructus-Verbindung; vgl.
46, 13. Gen. 26,29 u. o. — isiiD] ebenso Syr.; dag. Gr. x'j.oto-j
(Syroh. 253 106 Lat. UeoO). 46, 13 steht -/.üpioc aoioG für )nz*r;;
vielleicht ist auch hier aotoo einzusetzen, und hinter \xr,-irj'y., w^o
Lat. es übergeht, zu streichen. Vgl. auch zu 50, 17 und zu 30, 19.
17. -pz*V2 (das vielleicht als Infinitiv gemeint ist) verlas
Gr. oder seine Vorlage in '"'i*';^, sodann gab er ■j'^nm falsch mit
o'iqa-j'i wieder. Uebrigens haben 248 Syroh. 253 23 A 55 254
in richtiger Folge: ta 3077 aoo sv -rja-j-r-.'.. — Da Gr. oft Ottso
c. a. gebraucht, so ist nach Lat. (super hominum gloriam) wohl
u-krj 7vU[>(o-rjv hei'zustellen. Dagegen ist oe/tov (vgl. 2, 5. 32, 9)
schwerlich schlechte Umschreibung von nüna |mj; nahe liegt
ooxr/^ (LXX Prv. 22, 8) oder oot-.xov (vgl. Lat. gloriam =^ oo^av)-
Uebrigens ist 7vi}po>-oc Zusatz wie v. 23. 4,5. 27. 20,7. 31,31.
28 Sir. 3, 1—24.
51,7, und 7.vr;fv 14,3. 3G,2. 37,19. 2-1. Auch Syr. (nach Gr.):
und mehr als ein Mann, welcher usw.
18. Syr, für a: in allem, das gross ist in der Welt, mache
klein ("ij-'"S) deine Seele. Er las wohl hzi füi- S:^, und vielleicht
las Gr. ebenso (vgl. zu 43, 30). Gegen hzfi sju-icht,' dass rh)i:
nicht „Hochmut" bedeutet, wogegen „Grösse" und hzi durch das
parallele "jiti'j.'D v. 17 empfohlen werden, üh'v, das hier (vgl.
mundus im 4. Ezrabuch) die Welt bedeuten würde, wird von Gr.
nicht ausgedrückt und ist als späterer Zusatz zu streichen, wobei
dann rh)i: (Esth. 6, 3. 10, 2) oderpiSn| herzustellen ist. — ej;» (noch
35,8) ist im Sinne von gering machen neuhebräisch; vgl. das
talmudische -p'r; 'C);r2 (Aruch s. y.} = halte dich für gering. —
Für Toao'jTO) -a-sivoO asauTov hat Lat. humilia te in omnibus.
19. 20. Vermutlich stammt v. 19 aus Gr. II; er ist wohl
eine Variante zu v. 20. Dafür spricht, dass der Text von llebr.
Syr. zwischen seinem Wortlaut und dem von v. 20 in der Mitte
steht. 19b Gr. stimmt mit dem 2. Stichus des Hebr. und Syr.
Letzterer hat: und den Demütigen werden die Geheimnisse ge-
oflfenbart = ct-ox^Xo-TSTai ixwjrr^y.y., während oczoxaX'j-Tci Ta »xos-
xr^pia au-o'j sich zu HID rh:" des Hebr. stellt; vgl. Am. 3, 7.
Ps. 25,14. Prv. 3,32 und unten 4,18. Dagegen stimmt der
1. Stichus des Hebr. und Syr. mit v. 20 a, nur dass Gr. Z'y/'j.^—in.
(öfter = nTi2J, 106 o6v7.|j.!c; Sah. das Können) für cem hat. Gr.
II hatte vielleicht ühr\Ti csi vor sich. Gr. scheint im Vorteil
zu sein. Die Grösse der Barmherzigkeit Gottes wäre unpassend
der menschlichen Grösse gegenübergestellt; cN'sm ist also wohl
aus V. 18 eingedrungen. — Auch in b gebe ich Gr. den Vorzug,
die Uebrigen leiten hier m. E. unpassend zum Folgenden über.
— u-o -öjy t7.z3'V(yv] Aeth. vielleicht: iv (balä'la) toTc Ta-sivor?.
Wahrscheinlich war beabsichtigt: an den Demütigen verherrlicht
er sich.
21, Der babylonische Talmud (Cowley-Neubauer eitleren
falsch) und Saadia stimmen mit dem Hebr. übereiu, nur dass sie
sSciJin für ms'^c, und noriisi für norcT haben. Im jei'usalemischen
Talmud ist nur der Anfang des ersten und der Schluss des
zweiten Stichus erhalten, das Uebrige ist durch Job. 11,8 (npaj;
>nn na Sisi^^e) verdrängt. Von diesem Text scheint der erweiterte
in Bereschith Rabba beeinflusst zu sein, weil hier das npiJSj?
Sir. 3, 18—21. 29
h)ü^Q fehlt. Die beiden seciindären Stichen haben hier am An-
fang x'jc'iai und nDi:ö3. die beiden echten dagegen SnJ3 und p]n2.
Aber mit -pr2 p)n2 ist Bereschith Rabba im Recht nach Gr. x7.i
iayo[jrj-a[jd ao'j und Syr. "Jo |Cprni, nur dass 'ö pini zu lesen sein
wird. In Ber. R. ist sodann im ersten Stichus dem p)n ent-
sprechend SnJ eingetreten, dagegen aus ühs]^ ein dritter Stichus
gebildet, neben den ein vierter mit entsprechendem nDi:a trat. Am
Anfang des ersten Stichus ist nixSc trotz 11, 4. 43,25 und niS''':c
des jerusalemischen Talmud schwerlich ursprünglich. Vielmehr
ist nach p:m s'^cJ 39, 20 (vgl. auch zu 43, 32) «Sc: zu schreiben,
aus dem nx'pc und sScio entstanden. Syr. hat hier wie 39, 20
p^p, Gr. /7/.s-(0T£p7., das ebenfalls auf s'^si zurückgehn kann. —
Die Varianten der hebräischen Citate sind alt, sie spiegeln sich
merkwürdig z. T. in den griechischen Handschriften, namentlich
aber bei den Kirchenvätern wieder. Dabei muss Gr. II im Spiel
sein, der vermutlich in seiner Vorlage vier Stichen hatte wie
Bereschith Rabba. — r))ühz (leg. sSc:)] Gr. //y-Xs-oj-spc«, aber Syroh.
253 S'^-' j':iai)üTc,07., und ebenso Cyrill. Hieros. Cat. illum. I 6, 4,
Euseb. c. Marc. (ed. Gaisf.) p. 138, Chrysost. (Sav.) 6, 961 (aber
7, 5 consone), Synod. Ephes. (Froh.) 9G, Cyrill. AI. 446 A. (vgl.
aber 598 A). Das ist = pay bezw: r\p)f2V des jerus. Talmud. Dagegen
liest Isidor. Peius. (Rittersh.) 4, 58 [xsiCoTspry., Hieron. V 203^
majora = h'n:} in Ber. R. Sodann Chrysost. 6,541. Anton.
Mel. 1188 (vgl. Cyrill AI. 671 A): ta/upotspa = p'u. Ferner
Epiph. (Petav.) II 17 u-V/iXoTsp^., Origen. 11, 311 (vgl. aber 2, 10),
Slav. und Lat. altiora, was auch auf S'HJ zurückgehen könnte.
Allerdings könnte altiora auch = (daD-j-pot sein. — nDl2n (leg. p*n)]
Gr. layu[jrj-zrja. Dagegen Epiph. II 17, Chrysost. 6,541, Anton.
Mel. 1188 (Cyrill. AI. 598 A) [:{ 7. U 6 t s r, 7. = npioy. Sodann Alexand.
Alex. .(Migne 18, 555), Theodoret (Migne 82, 896) G6/^/.ox£p7,
Gaud. Brix. sublimiora = Sni — tf^mn] Gr. C'/^xs'., ebenso Syr.
Vgl. zu 2, 16. — Dpnn] = Syr. Dpyn, Gr. eÜza^z] vgl. 11, 7.
13, 11. Origen. Comment. in Ev. Joh. (ed. Brooke) 253, Gregor.
Nyss. 1,208, Chrysost. 6,541 (vgl. aber 6, &61), Anton. 1188
£[>suv7.. — 248 Syroh. (mit Aster.) 253 fügen am Schluss von a
geschmacklos 7.y7iai>rjT(uc und am Schluss von b (auv) acppoa6v-(j
hinzu. Sirach ist es als gutem Juden Ernst damit, dass der
Mensch überhaupt nur nach den Geboten Gottes forschen soll.
30 Sir. 3, 1—24. 25—29.
22. n^'^Dn^*] =^ das worüber dir Macht gegeben ist ^ Syr.
TiC^ti'S. Dagegen Gr. r). zpoacTa-,-/) aot.. Da -rjo^-^jj«) im Sinne
von zuteilen im A. und N. T. nicht vorkommt, wird er meinen:
was dir geboten ist. Das ist dem Sinne nach zutreffend. Das
Verbura 7\z'i ist sonst aram. und neuhebr. ; vgl. jr*i>i Ezra .'3,7.
— oi7.vooo] 248 70 Syroh. (mit Aster.) 25ö add. oaruo?, Lat. add.
semper. — "X'] Gr. o-j ';6irj h-i. — poy] steht hier wohl wie 11,10
im Sinne von Geschäft (= du hast nichts zu schaffen mit dem
Verborgenen). Speciell heisst das Wort freilich auch Handarbeit
(38, 24) und Mühsal (7, 25. 40, 1). Gr. hat/,ost7., das er gewöhnlich
für ~yj setzt. Aber das letztere käme hier auf eine unpassende
Abschwächung des Sinnes hinaus, und yjjth. beruht wohl auf
Willkür (vgl. Gr. zu 11, 9). Neubauer führt zu 11, 9 an Midrasch
Tanchuma p. 73 a: (ich finde die Stelle in der Ausgabe Frank-
furt a. 0. 1701 nicht) |n2 -nu iS nM ab'^ cn2n2 pc};n:^; vgl. dazu
Syr. zu V. 23. Als willkürlich erscheint auch Syr.: dir ist
(:= gebührt) kein Vertrauen (SjSnn) auf das Verborgene (vgl.
1 Tim 6, 17 Pesch.).— iTnnc:^] vgl. 42, 19. 48, 25. Gr. twv xf>'j-Tä>v,
248 Lat. add. i^XsTtsiv W^yl^xoT;. — Vgl. Dt. 29, 28.
23. Gr. Syr. om. l. — "jca in^s] := was über dich hiuaus-
liegt. Gr. h toTc Ttspiacrorc Ttyv i'p-'tov (248 Xo-'o^v, s. z. 47, 22) so'j.
Syr. in dem Eest (s:t^'2) seiner Werke. Lat. hat für a: in
supervacuis rebus noli scrutari multipliciter (Toi. non scruteris)
et in pluribus operibus eius non eris curiosus. Sang, und Paris.
9397 (vgl. Berger) lassen diese beiden Sätze aus, der zweite
steht im Lat. auch vor v. 22b. Der erste der beiden drückt
3o'j nicht aus. Uebrigens spricht gegen Gr. und Syr., dass weder
von Werken Gottes noch von solchen, die der Mensch tun soll,
bisher die Rede war. Gr. wird Irjyj. wegen rsfy'.sfy-'a^o'j zugesetzt
haben (vgl. zu 11, 27. 16, 21), und Syr. wird ihm gefolgt sein.
— i!2n] Gr. -soisp-a'o'j, dem Syr. mit pcynrt (vgl. zu v. 22) sich
anzuschliessen scheint. Vgl. -zrAtrj-^tia 41, 22. Das Verbum bei
Symm. Koh. 7, 29 für lypn und 2 Sam. 11, 3 für u>n. Syroh.
hat hier c:nnn (sonst = so'fCou u. dgl.). Man könnte bei Sirachs
Vorliebe für Wortspiele an iinn oder liin (Hifil) denken, oder
gar an imn {= nimm dir nichts heraus); vgl. zu 30, 38. Mög-
licher Weise wurde aber auch ma oder mcrt in diesem Sinne
gebraucht. — "^^fi 2"i T] Gr. frei: rXtivrj. -/ap. auvssicu? avöowzwv.
Sir. 3, 22—25. 31
Er nimmt c^^' "32 aus v. '24 vorweg (doch vgl. auch zu v. 17).
Schon das dem Menschen Geoffenbarte geht über seine Kräfte.
24. cns' ";; ^jT.v;] Gr. nur: i>-''jlr^'l>.: r/Sj-wj (248 add. ■}^
jiotT'zt'ci). Das Nomen crrrj; öfter im Targ. ; vgl. miins^'y Ps. 146,4.
— iTi:r^n] neuhebr. bedeutet jrcT (vgl. Ps. 17, 12) Phantasie.
Gr. 0-OVO.7. (vgl. 23, 21. 25, 7). — mvi] leg. nr>n (8yr. Gr.). —
Uebrigens stimmt Syr. mit Hebr., die im Recht sein werden,
obwohl Gr. an 31, 7 anklingt. Er nahm au Stelle von eis* '^yz
(s. z. V. 23) mit s-XctV/jssv myrn aus b nach a hintiber und setzte
in b synonym (^uS■J\)■r^'3z oi'yyoi'y.: (al. oiotvoiw) 7.'jt(ov hinzu. Syroh.
253 haben 'j-ovota "ov/j^a (u/.i'cjijr^asv y, otv'vo'.a r/.'j-wj. Andere Hss.
halten zwischen dieser Lesart und der vulgären die Mitte; vgl.
auch Lat. et in vanitate detinuit sensus illorum. Hinter nyno
könnte allerdings ein Wort wie nj;! (s. v. 25) leicht ausgefallen
sein, wovon der Fehler myi noch eine Spur wäre. — Vielerlei
und schon deshalb unsicher und gefährlich sind die Spekulationen
der Philosophie gegenüber der Einen und gewissen Wahrheit
der Gebote Gottes, ms* •':n ist verächtlich gesagt, gemeint sind
eigentlich die Griechen.
25 — 29. Neue Aufforderung zur Aufmerksamkeit (1. 3. 1.)
25. Syr.: wer keine Augäpfel hat, ist ermangelnd des
Lichts, und wenn da der Erkenntnis ermangelst, so sei nicht
Rat gebend ("jSö), um zu überreden (iDcaS). Er hat das Dis-
tichon vor v. 28 wie Hebr., bei dem der Schluss mit dem An-
fang von V. 28 verquickt ist. Hier ist nämlich r'XciS (T-n h)a
Variante zu PKi^n iDnn, die mit v. 28 verbunden, ein '': nach sich
gezogen hat. Gr. und Syr. könnten auf |T»"i h^ + x zurück-
gehen, und n'XciS wird nach nXiCi aus x entstellt sein. Vgl. LXX
Jes. 41, 28 und LXX Luc. 1 Reg. 12, 6, wo rjyrr;-;i}lio, -y.rjrx-;-;illoi,
aTTot-fciU«) für fr stehen, und Pesch. 2 Chr. 26, 5, wo C'ca = ps:.
Uebrigens haben Gr. Syr. ])^'ii ]\X3 und rp |\S2T fälschlich auf
die Subjecte in idT (Gr. übersetzt dabei, als ob er -cnn gelesen
hätte) und des zu vermutenden |7\n bezogen. Der Sinn ist aber:
wie ein Blinder nicht sehen kann, so ist ein Tor für die Lehre
unzugänglich. Deshalb ist aber auch ,"!.'3:~ nenn (= da fehlt die
Weisheit) festzuhalten; vgl. 22, 11. Betr. nvi im Sinn von Ver-
stand vgl. zLi 40, 5. Das Distichon passt übrigens besser hinter
V. 24 als vor v. 28. Seine schwankende Stellung, seine schlechte
32 Sir. 3, 25—29. 3, 30-4, 10.
Bezeugung im Gr. und sein Fehlen im Lat, beweisen aber noch
nicht seinen secundären Charakter. Denn in den übrigen griechi-
schen llss., die das Disticlion nicht haben, ist der Text an
dieser Stelle in Unordnung (vgl. zu v. '20). Seines eigentüm-
lichen Wortlauts wegen stammt das Distichon in 248 70 Syroh.
253 allerdings wohl aus Gr. II, aber in Gr. I wird es früh aus-
gefallen sein.
26. Nur 248 Syroh. 253 (d. h. die Hss., die v. 25 ent-
halten,) und S"^ haben mit Lat. Syr. die Stichen in der vom
Hebr. befolgten Ordnung, alle anderen griechischen IIss. (auch
Aeth.) stellen offenbar unrichtig b vor a, Sah. Arm. lassen a
aus. — s'r] gebraucht Sirach öfter im persönlichen Sinne (wie
sonst li'W); vgl. v. 27. 2,13. 14,3. 33,13b. 36,25.— nrj Syr.
ü^u^p, Gr. (j/Xr,rA (ebenso v. 17), 307 7:ovr^[ia, ebenso Anton. 1192
in V. 27, Lat. hier: durum, v. 27: nequam. Vgl. Ex. 7,4. 9,7.
— "nnnx ti'snn] Gr. umschreibt. Für xaxwi)-/^::^-:^'. haben 106 296
[ictprjvDr^ 33X7.1 (vgl. V. 27), mit welcher Variante B den Stichus
wiederholt. Durch t^'X2, das sich in der aramäischen Bedeutung
„übel sein" nur hier findet, wird nnvü einigermassen gestützt,
das Wohltaten, aber auch ihren Lohu bedeutet (vgl. 12, 1). /i'vo'jvov
ist schlechte Uebersetzung. Immerhin kann Gr. nit^'p oder dgl. ge-
lesen haben. — D3 Jnr] Syr. ])?2 ''m:. Nur B (308) Sah. haben
ilx-zazX-ai (August. 7, 25^ incidit), alle übrigen Hss. d-oKzX-zc/.i (Lat.
peribit), was Korrektur sein dürfte. Vgl. ':r\T 40, 23, avo Gr.
7.-7.v:(ov"c. Vermutlich liegt an beiden Stellen ein Nifal vor. —
Lat. add. cor ingredieus duas vias (vgl. 2, 12) non habebit
successus (al. requiem) et pravus corde (al. pravicordius) in illis
scandalizabitur.
27. r2S-,^ )2r] Gr. ;i7ryjvOr>3T7.'. -ovou: (34, 20. 38, 7). Viel-
leicht las Gr. n^:"'; vgl. 8, 15, aber auch zu 30, 38. — ^^'-1.^1
Syr. man (vgl. zu 20, 7. 27, 13, in der Pesch. öfter = pT, n:"3).
Gr. verflachend: 6 7.a7,oTcuXoc. Man muss wohl hh'?p.f2 herstellen.
— ?]"'Dlo] Syr. Impf. = Gr. -^oo^Dr^asi. — pv hv \)V] 7.;x7,oTt7.v (248
Syroh. 253 296 7.[j.7.f>Tr7c) i'S ötixapTiaic (248 S" a|j.7|>-:t'7.c). 106 om.
a\xa.rj-day £<i' und SO Lat.: adjiciet ad peccandum. Vgl. aber zu 5,5.
28. Zum Text des Hebr. vgl. zu v. 25. -^ Israel Levi
verweist auf Derek ere? zutta 1 : nsici 'h |\s y^hün hzu^, was als
Abwandlung von a erscheint. Vgl. auch Mibchar ha-peninim
Sir. 3, 26—29. 53
p. 47, 23 ed. Filipowski: njpn ih yau^ nno xim hkidt ")S |\s .irami.
— ms] Gr. i~'yr((o'(% (248 70 Anton. 1228 praem. iv). Vgl. zu
2,2, und übrigens 21, 3. — l''^] = Gr. u-spr/favou (vgl. zu 1.3, 1.
34, 26. 35, 18). — Der wegen oooi-ooCcc. unverständliche Zusatz,
den 248 70 106 Syroh. 253 C* hinter a haben, ist wohl Variante
zu b. — )V'^} p V'^i^ '-] vgl. Dt. 32, 32 und oben v. 9. Gr. un-
genau: 'fUTov ';arj -rjYr^[Aa: 3r>r>t'^ojxsv iv 7.'jt(o. yi bedeutet doppel-
sinnig das moralisch Böse und das Unglück. Syroh. (mit Aster.)
253 Lat. (Toi." om.) add. x7.i o-j '(v^))a\}r^a^-oii.
29. D2n zh] kann nach dem Zusammenhang nur „ein weises
Herz" (Syr.) bedeuten, xaoota ^uvstou ist Miss Verständnis. Lat.
cor sapientis (al. sapiens). Vgl. D:n no 15, 10. — p''] ist natürlich
=: „es versteht" (Prv. 2, 5), vielleicht meinte Gr. mit omvor^-
Or,33tc('. dasselbe. — com ""St^aj Gr. verkürzend: -c«r>a|':JoXrjy (Syroh.
253 S'-' iv -rj.rjr/^rjiyj-^ Vgl. dagcgcn 1,25 und zu 38, 33e. Lat.
(in sapientia) las vielleicht anders (nach Gr. II). Uebrigens ist
für b die Nennung der Weisen erwünscht, wo Gr. sie wohl aus
a eingetragen hat. Für nf2^r\ rra:nS hat er i-'.f>'j|xta socpr/ij. Das
sieht aus wie wörtliche Uebersetzuug von D:n rnon. In der Tat
könnten man und n?3rn verwechselt sein (wie 1, 17. 41, 12), aber
not^*n ist damit nicht erklärt, und gegen Gr. spricht wa^n ""Wo
in a. Syr. (es freut sich an den Weisen) scheint sich wegen der
Schwierigkeit des Ausdrucks halb au Gr. angelehnt zu haben.
Ich ziehe nf22rh zu nzrpo (Schechter vergleicht "]jik TOrnS z'^u^prh
Prv. 2, 2), und verstehe nöit*n als Piel. Als Object sind die
Weisen in a gedacht. Vgl. 51,29. Prv. 23,15. Lat.: et auris
bona audiet cum omni concupiscentia sapientiam (ßrev. 456
audiet concupiscentiae sapientiam). Daraus folgt freilich für
nczrh nicht viel. — nz^^pr: |u^] Syr. ein Ohr, das hört. Gr. o-jc «•/-
pootTO'j. 25, 9 (dz wt7. axo'jovTojv) beweist nicht für Gr. (s. d.), und
c:n 2^ spricht gegen ihn. Vgl. nj?nty |:s Prv. 20, 12. 15,31. Lat.
fügt am Schluss hinzu: sapiens cor et intelligibile abstinebit se
a peccatis (al. peccato) et in operibus justitiae (vgl. Lat. zu 4, 24)
successus habebit.
3, 30—4, 10. Mildtätigkeit gegen die Armen (3,30—4,6 =
4 X 2), Demut im Verkehr mit Hoch und Niedrig (4, 7. 8 = 2),
Beschützung der Schwachen (4, 9. 10 = 3).
Smend, Siracli-Konimentar. 3
34 Sif. 3, 30—4, 10.
30. p] Gr. Lat. -mi. — npiirj Gr. zhvr^yyt'j'jvr^. Im Sinne von
Mildtätigkeit, Almosen, wie LXX das Wort öfter versteht, kommt
es im Kanon nicht vor; offenbar hat es aber hier und 7. 10 (vgl.
auch 12. 3 und zu 29, 8. 12. 32, 4) diesen Sinn. Vgl. Alttest.
Rel.-Gesch.-' S. 389 f. Anders ist wohl Dan. 4,24 (vgl. Prv.
16, 6). — nxttn lern] Syr. K.nKn Npsii» (= Partie), Gr. £?iXac;£-:7.t
a.\i.'jrrSrt.z (307 itx^ptiW). Lat. willkürlich: resistit (Toi. resistet)
peccatis, wofür sich auch exstinguit (al. abscondit, abscidit)
peccatum bei den Vätern findet.
31. mt: Syic] Gr. r» 7.v:7.-ooioo'jc /irAxn.z, Syroh. 253 praem.
X7.t'. 248 70 106 ysA (o) xor^.or (6-) c/.vt. 77.^.. Lat. et deus prospector
(al. conspector) (est eins) qui reddit gratiam. Vgl. zu 7, 11.
14, 20. 36, 22 und Thielmann in Wölfflins Archiv VIII S. 506.
Das Wort prospector steht 11, 30 für vsj-At/.^uJj:. In Sy'D ist
nicht ausgedrückt, dass die Tat einem Anderen zu Gute kommt,
dagegen scheint Gr. ^ei: vorauszusetzen; vgl. zu 32, 3 und LXX
1 Sam. 24, 18. Anders ist 30, 6. ydrAc steht für naiB 8, 19.
20, 13. — rms losip"'] Syr. ist gerüstet (Tnj?) auf seinem Wege.
Gr. ij.£[j.v/jT7i (Syroh. 253 Aeth. |xvyj^i>r^:7ST7'.) stc -A \xt-Jj. -oJj-a. Lat.
meminit (eius) in posterum. Man meint auf Grund des Gr. und
nach 7. 36. 38. 20. wo Ilebr. n-nns i:: hat (vgl. auch 28, 6). den
Hebr. korrigieren zu müssen. Aber die Lesart des Hebr. stimmt
gut zu S?:"iJ, das er selbst nicht mehr liest, und Syr. kann als
freie Wiedergabe des Hebr. verstanden werden. Nur könnte Gr.
richtig innnss gelesen haben, aus dem T2T\2 nach der öfter vor-
kommenden Verwechslung durch vnms2 entstand. — "ittiö] Gr.
rTojastuc 7'jTO'j. nur B (55 308) lassen 7uto!j aus. Danach Syr.:
da er fällt. — jyr?:] vgl. 36, 29. 40, 26. Ps. 18, 19. Syr. für
sich einen Stützenden (s:?:dj. Gr. a-v;f>i7ix7 (vgl. das Verbum 15,4).
4, 1. jySn (= Syr. p^on vgl. Prv. 17, 5) passt schlecht
zu CTI. Dagegen wird r})v 'l^ar^v tou --m'/rju [j-y; dro3T£f>-/^3r,? durch
31, 25 empfohlen. Danach ist 3?i:n (vgl. Ex. 21, 10) oder mit
Bacher h\zn zu vermuten. Q'Ti hat im Neuhebr. oft den Sinn
von Lebensunterhalt (vgl. zu 29, 21. 31, 25. 39, 26). Der Arme
hat Anspruch auf das Almosen, Lat.: eleemosinam pauperis ne
defraudes. — mp :tt'£j ii2l "Jj? li'cj 3''Kin 'rs"»] Syr. und quäle (rpan)
nicht den Armeu (n::do), unglücklichen ('?N:''?i>n). Gr. y.7.1 ]x■r^
r.arjtXv/jrf^z (vgl. v. 3) öcp daXjxou? iTriSssi? (lies mit 253 106 öö&aXtxov
Sir. 3, 30-4, 2. 35
s-ioc'ju;), Lat. et oculos tiios (so auch Aeth.) non avertas a paupere.
Weil rsnn öfter mit rcj (vgl. aber nasi ^ry Ps. 88, 10) verbunden
wird, setzte man u^cJ neben "'^j;, das in ''Jj; verdarb und dann
ein 1 nach sich zog. Sodann ist li*23 2'^ Variante für das aus
mi (vgl. Syr. zu v. 2) entstellte mn, das an den Anfang von
V. 2 geriet (vgl. v. 6. 1, 11). Im Kanon kommt nur u^ci 1D vor.
Im Syr., der ähnlich wie der vorliegende Hebr. las^ geht S3"'K'n
vielleicht auf targ. yz*n zurück; vgl. sonst sp^-iJ'. Gr. übersetzt
mit liitocotj; sehr ungenau (s. z. v. 3).
2. lieber mn s. z, v. 1. — nrcn] Gr. 7:sivw3av, nicht un-
passend, sofern t^'cj auch Hunger bedeutet. — mcn] Syr. nsDn
(vgl. Syr. V. 3). Gr. Xo-r^T^jc. Lat. despexeris ('?). Für ti^cj ncö
hat LXX Job. 11, 20 d-ioXsia, aber Gr. 30, 12 ciouv/j '}u/-7jc, und
für t^*E3 \incn hat LXX Job. 31, 39 ihj-r,:sy.. Der Ausdruck be-
deutet Jem. keuchen oder stöbnen machen, und stöhnen (nicht:
sterben) bedeutet das Kai Jer. 15. 9. Vgl. auch Syr. zu 29, 5.
Neuhebräisch heisst i^ci nco in abgeschwächter Bedeutung „Ver-
druss"; vgl. die neuhebr. und aram. Wörterbb. unter ms und
nci. Es ist aber mcn zu schreiben. — k^c3 nanöp chyDD hü)\ =
Syr. und vergiss nicht den Geist des Mensclieu, welcher (sc.
Geist) zerbrochen ist (aber Mas. II: den Geist des zerbrochenen
Menschen). Ohne Zweifel ist "jn^no zu lesen. Im Targ. öfter
rß'ii für «31, und der Aruch (ed. Kohut) weist TyQ"] Leviticus R.
XXXIV nach. Vgl. mi \S2T Ps. 34, 19. Uebrigens gehört dieser
Stichus, den Gr. hier nicht ausdrückt, nicht hierher. Das ist
schon wegen des ti^Q3, das sich auch in a findet, wahrscheinlich.
Auch scheint in v. 2 — 4 (vgl. zu v. 4) in a überall das Object,
in b das Verbum an der S])itze gestanden zu haben, und diese
Symmetrie ist im Hebr. zerstört. Augenscheinlich ist der Stichus
aber = 4b, der mit 5a im Hebr. ausgefallen war und später
nachgetragen an die falsche Stelle geriet. — "]i "'j?^ Tsnn ha]
lies Wl. Der Einschub hat zur Folge gehabt, dass im Hebr. in
2 b — 4 a 1 am Anfang der Stichen bald ausgelassen bald zugesetzt
ist. Zu 'ö Tann vgl. raian ^ye Thr. 1,20. 2, 11. Das einfache
Verbum ist sonst aram. (Pael) und neuhebräisch (Kai und Nifal).
Gr. ungenau: 7:7.rvooY''a-(,c (248 253 106 308 schlecht: TrapcXxoTd?
vgl. V. 1) 7'vooc( (s. z. 3, 11) iv 7.-0,017. 7.'jT0!j. Er hat D'^j;» wohl des-
halb nicht wörtlich übersetzt, weil ein synonymer Ausdruck in 3 a
36 Sir. 3, 30—4, 10.
folgte. Lat. hat für avo.oa pauperem, wozu Herkenne -ko/ov bei
Anton. 784 nachweist.
3. D-Hrn ha "«jy mpVJ leg. 2y. Syr. ah K3:c^ KtrjsT \-nj?D
2S:n. Er zog v. 2b 3a in einen Stichus zusammen, weil er
aus dem Vergleich von Ifebr. und Gr. die Ueberzähligkeit eines
Stichus erkannte. Gr. •/.otrjfji'yy (70 praein. x^O -7.r;(.jr>Y>3;xsv/jv ay;
-po3T7.p7!;-(,c. Für 3"p kommt y.^jyAo. in der LXX öfter vor, ob Gr.
für "jy anders las. steht dahin. Nämlich Chrysost. hat 6, 506.
7,766 ']'t)/V T£-aTT£tv(üix£v/jv, Anton 784 xapoi'av s-iosoasvj'j jx-rj Trpoa-
Tct-sivtuSTfjc, Lat. cor inopis ne afflixeris. Nun ist 7:7,o«)(iYia[x£v/jv,
das eher dem mi "la v. 1 entspräche (s. d.), wegen des 7:7.f>or>-'tVr,c
V. 2 etwas verdächtig, aber -J/,'i-'■J.[Ä>f,^^ spricht wenigstens gegen
ein blosses iziosoasvoo. das übrigens vielleicht aus b (-[y03030|xsvoo)
stammt. Immerhin dürfte bei den Abweichungen des Chrysosto-
mus, des Antonius, und des Lateiners Gr. II im Spiele sein,
dessen Vorlage hier unserm Hebr. nahe stand. — In b ist im
Hebr. '?.si zu lesen und pDöö. Für letzteres hat Gr. ■Kpososojxsvou
(253 — 'xsvoV), das hier wie 11,12. 18,32 den Bedürftigen be-
zeichnet und vielleicht von r^psXxuTr,? abhängt. Syr. der '^:^zzt:i
in a hat, lehnt sich mit sr"".:^ p vielleicht an Gr. an. Lat. an-
gustianti (Toi. angustiati). Das Verbum steht sonst für ixilXi'liw.
S'jvtpt'j^iw etc. (vgl. i}Ai|'jo;x£vov V. 4).
4. Im Hebr. ist hier nicht nur T am Anfang eingedrungen,
sondern, wie es scheint, auch die Wortfolge geändert, in der
Syr. mit Gr. stimmt. — 'ri n'r'.Ni^] Gr. txsV/;v liA'.|jo;x£vov. Für
mSiXJi' ist niS'S?' oder nb'«??' anzunehmen. Gr. gibt mit i)/.'.|':Jo|xsvov
it'cJ "inJi (iu b. s. u.) wieüer, während sein —«o/o-j dem St ent-
spricht. Uebrigens ist für txsr/)v l)X'.|'>j;xsvov nach Hebr. Syr. Ar-
men. (?) und Lat. (rogationem contribulati) zu lesen r/.st£t7v(32, 17.
51,9) OXtj^ojxsvou. — n:2n] Syr. pmt^^n, Gr. «-«vatvoy; vgl. 6,23.
41, 4 (dxö). — Der 2. Stichus steht im Hebr. Syr. hinter 2a
(s. 0. z. V. 2). jxTj cz-cidTps'VrjC to rposto-ov r^oo ist =^ cSjJnn 7X1;
vgl. 9, 8. 14, 8. 38, 16. Uebrigens fehlt b auch im Sah.
5. Hebr. Syr. om. a. — aro osoasvoo] müsste heissen:
vom Bittenden; allerdings liest S" 7.-0 -poaosojxivofj (=: Syroh.
xp^jD p), Lat. ab inope. — 091)7X1x0'/] Syroh. (mit Aster.) 253
Lat. add. ao-j /7f>iv 0,07?^. — cipa 'h \T\T\ nSi] vgl. 38, 12. Gr. x7t
[xYj otuc av^pcuTTO) (s. z. 3, 17) Torov; vgl. Gr. zu 13, 22. 16, 14.
Sir. 4, 3—8. 37
19; 17 und die Kommentare zu Rom. 12, 19. — Lat. für b: et
non relinquas quaerentibus tibi retro (Thielm. = xa-omv für
TOTTov) maledicere.
6. pj;iirj Gr. (x^T'zfxojxivou 77,0 as) hat wohl im Anschluss
an "f^^ph das pj?li: ausgedeutet. Syr. {v: )n es'?) scheint ihm zu
folgen. — lii'cJ 3x:2 nn ns] vgl. zu v. 1. Gr. zusammenziehend:
£v -v/.rÄa 'Vj/r,c a'jTO'j. Syr. ungenau: bitterer Kehle (= syr. Sprach-
gebrauch; vgl. zu 7. 11. 11,4) von seiner ganzen Seele. — Gr.
übergeht ^ip wie 48, 20 (doch s. dort). — Tpv^] Gr. ~r^c osr^söwc
auzoG (vgl. 32, 20). — nif] Syr. sein Schöpfer, Gr. 6 -oiTjaot? «utov.
Man wird danach rar lesen müssen, das wahrscheinlich auch
29;, Iß stand. Allerdings sagt der Verf. dafür auch isnn und
"invnv, und übrigens haben die Juden 111: früh als Schöpfer
verstanden (vgl. ZÄTW X 85 ff.).
7. ■[li'cj'r 2nKn] lies ■[if'ci Syr. "[i^^cj cmx, Gr. -f.oTf.Ärj asau-cov
Tot'ii. Vgl. zu 20, 13, sowie die rabbinischen Wbb. unter 2Msn
und die syrischen unter cms, und übrigens 3, 17. 7,35. — auvaYojyfi]
C praem. £v; Lat. congregationi pauperum. — 248 (in der Wort-
stellung von Hebr. Syr.) TTposcpiXT; asauiov -oisi auvaycüyfj. — Die
jüdische Gemeinde hatte auch einen demokratischen Zug. Uebrigens
hat diese und die folgende Mahnung nur Sinn, sofern sie an
Hochgestellte ergeht. — ir; ist nach Syr. Fehler für Tj? (Gr.
om.). — paSis»'?] ij-i^ta-avi (S'^'' -fye3|3'jT£f;(i), Lat. in Dublette: pres-
bytero und magnato). Syr. a:Q^h^h, aber die Pluralpunkte sind
so gleichgültig, wie die Lesart [xs^icr-aai in 296 308 Aeth. Die
Juden hatten in Jerusalem kein einzelnes Stadthaupt, sondern
einen Stadtrat, aus dem später das Synedrium hervorwuchs, das
insofern hier zuerst bezeugt ist. paSit' steht also in seiner Grund-
bedeutung (Obrigkeit). Auch mj? ist die Stadtgemeinde (vgl. my
n^K^ 1, 7. 42, 11). — r,s:n] im Neuhebr. wechseln fjlD (30, 12) und
?]S2 mit ?]0D, im Syr. und Arab. ^)'2 mit r,c:. — Gr. ty^v xscpa^v aou
(296 om.). Syr. dein Haupt (Ambr. deine Seele). Lat. (Dubl.): ani-
mam tuam und caput tuum; d. h. Ambr. ist nach Gr. (II?) korrigiert.
8. TZTUi/o) ~h rj'j; aou] 248 70 Syroh. 253 Lat. add. dhj-o):;
(vgl. Chrys. 5, 280. 6, 26. Max. 764). — ci':'tJ^ inrii^m] ebenso
Syr. ; Gr. versteht falsch : xal a-oxpi'fbjxi aottj) stprjyixa.. Gemeint
ist nur die Erwiderung des Grusses, der freilich meistens (vgl.
41; 20) die Einleitung zu einer Bitte ist. — Lat. et redde de-
38 Sir. 3, 30—4, 10. 4, 11—6 ,17.
bitum tuuni et responde illi pacifica etc. Das sieht fast nach
einer Dublette aus {= d^V' "ini'tt'n).
9. Vp'"Jüf2 pi'ic] Gr. 7.oi/o6;xcvov ix /s'-pr)? dtoixoovToc ; viel-
leicht las er TO für |ö. Im Kanon kommt p^^tn so nicht vor;
doch vgl. piriö t 32, 16 und pii'S 1 Sam. 22, 2. Als Richter bezw.
Fürsprecher soll man im Gericht den Geringen beistehen. —
-nnppn 'rsi] vgl. "ti'cj n'^p 50, 25undNum. 21,5. Gr. x7.i -xr; o/.t-
-,'o'!;u/r;Ciy,c (Syroh. 253 o/,i7(opr^a-(,c Tf, 'Vj//,, Lat. et non acide feras
in anima tua); vgl. 1, 10, wo Hebr. nvpnn. Syr. inn sn:rn sSi;
vgl. Syr. zu Judith 7, 19. Man wird wohl lifpn herstellen müssen.
LXX setzt rjliyj'\i'x/zh, hh.y/^'s/y/., hh.yj'W/fj; für nn mi:p, und pp
passt zu rm weniger gut. — 'WT tscii^o;] Gr. nur iv t(o xp'.vsiv 3s.
10. ;s:] vgl. Ps. 68, 6. 8yr. ein Vater (aber cod. Ambr.
w Maus.: wie ein Vater). Lat. misericors ut pater, Hieron. VI
835- nur: pater. — 1112:1] vgl. 3, 14. — miö'^N'r] Gr. spezialisierend
xfi [x-/)Tf>i <x'jTwy. — p -[«ip'' Wi] vgl. zu 23, 1. Gr., der an dem
starken Ausdruck Anstoss nimmt, umschreibt: xal ssr, ojc uio?
GyiSTou. Oft steht a.];.3toc für '^K; vgl. 7,15. 12,6. 32 12. 21.
37, 15. 38, 2. 43, 12. 50, 21. Syr. hat hier wie sonst sn':K, übrigens
folgt er dem Gr. — nni^a i':"'^ "jin^'i] .Syr. nur: und er wird sich
über dich erbarmen. Gr. v.oX d-^o-r^'jzi as \xa/lv^ r^ \ir-.r,rj aou. Ist
-f, [x-zjTpt 7.'jT*Tjv ^u verwerfen, dann ist Gr. auch hier im Unrecht
und er hat die Stelle nach Jes. 49, 15. 66, 13 verschönern wollen.
Uebrigens hat Lat. miserebitur für d-;'y-r^:sz'.. er las also wohl
£/.c7;3Ei (= Hebr. Syr.).
IL 4, 11—6, 17.
Empfehlung der Weisheit (4, 11—19 = 1. 2. 2. 1. | 2. 2. 1),
Wahre und falsche Scham und Würde (v. 20—31 = 3. 2. 2. 2. 1 3),
Warnung vor dem Gericht Gottes, das vor allem die Gewalttätigkeit
der Reichen bedroht (5, 1—7 = 3. 2. 2. 2), vor Betrug und
Schwanken in der Ueberzeugung, voreiligem Reden und Ohren-
bläserei (5, 8—6, 1 = 3. I 3. I 2. 2), vor Leidenschaftlichkeit
(6, 2 — 4 = 3), über falsche und wahre Freunde (6, 5 — 17 =
2. 3. 3. 1. I 3. 1).
4, 11. TO:n (Prv. 9, 1. 14, 1)] Gr. r, (70 23 om.) csrys>ioi.—
iT» ma'?] Gr. uiouc ocuiTjC (al. eau-r^c, B (155 308) Clem. AI. ström.
Sir. 4, 9-13. 39
VII 16, 105 saü-fi) 7.vu']/(o33 (Clem. AI. 1. 1. hz'^uamaz). Lat. filiis
suis vitam inspirat (al. inspiravit). 15, 5 (Dar) und 45, 6 (nnn)
kommt 6'{;o(o, und 36, 12 (Syr. cnx) dw^joi in dieser Bedeutung
vor (vgl. Prv. 4, 8). Aber b verlangt ivs'f jctuoss (3 Ezra 9, 48. 55
= Neh. 8, 8. 12 = pn). — Vgl. die Kinder der Weisheit Luc.
7, 35 und oben zu 3, 1, sowie 15, 2. — T'Vm] Syr. nnjm vielleicht
= T'Xm. Gr. xat E-iXaixI^avexai (296 308 ocvTs-iÄocixßavcTai) = Lat.
et suscipit. Gr. las vielleicht iiyn (vgl. 2, 6 Syr.). Er könnte
freilich auch rvn im Sinne von iT.y Ps. 146, 9. 147, 6. 20, 9
missverstanden haben. Es heisst aber „sie beschwört, sie predigt",
und ist dadurch geschützt, dass die Weisheit in v. 15 ff. bei
Hebr. Syr. in erster Person redet, die im Hebr. auch v. 12 — 14
herzustellen ist. Gr. hat freilich überall die dritte Person. —
ro D^raan '72'?] Gr. -wv C-/i-o6vTtov aurr/^ Vielleicht las er wie
Hebr., obwohl LXX das Verbum nur Ps. 37, 10 für pinnn hat.
— Lat. add. et praeibit in via justitiae.
12. Vgl. Pr. 8, 35. — .Tnn« (Gr.: Sing.)] leg. ^nns (vgl.
zu V. 11). — rTlt'p3DT (leg. ""K'pna"!)] Gr. xotl ot opllpt^ovis? Tzpoc ocuxr^v
= (n)nn*^oi; vgl. LXX und unten 6, 36. 35, 14 (Hebr. beide Mal
nnti^) sowie 39, 5. Gewiss ist das die ursprüngliche Lesart; vgl. Prv.
8, 17, wo D'2nx und D'^nrnt^ia der Weisheit wie hier nebeneinander
stehen. — ^^^0 p::T ip'^c^] vgl. Prv. 8, 35. 12, 2. 18, 22. Syr. sie
empfangen Wohlgefallen vom Herrn. Gr. e;j.-X-/i crO/jao v-ai (253
TT/z/jCf!}.) sü9po36vrp. Er las wohl wie Hebr. ip'^c'' (vgl. zu 35, 15)
und verstand p2fT möglicher Weise falsch im Sinne von Ps. 145, 16.
Gemeint ist aber das göttliche Wohlgefallen (vgl. 35, 14), auch
wenn ''''"'ö aus den Proverbien eingedrungen sein sollte. Ueber-
dies hat Lat. : complectentur (al. complectebuntur, aber cod. Reg.
des Spec. Aug. complebuntur) placorem (cod. Reg. dulcore. Toi.
decore) ülius. Die richtige Lesart ist complebuntur (vgl. Lat.
zu 48, 12) placore (= EÜöo/t'otc; vgl. z. B. 39, 18) illius. Ob
su^ppoauvyj? Fehler für suooxia? oder ob letzteres = Gr. II ist,
bleibt zweifelliaft.
13. ,T2am] vgl. Prv. 3, 18. Syr. n3 ppmnail, Gr. 6 xpaiwv
auxr,^- (1, 19). Leg. Tüin (v. 11). — is::»^] Gr. xA-/i[>ovo|j,r^a£'., was
vielleicht = ibnr (Prv. 3, 35). — 1122] Lat. vitam (aus v. 12). —
^''q] Syr. i^rhii p; Gr. om. Es ist aus v. 12 eingedrungen. —
"'^'^ n3l32 w^l] n)n für „sich niederlassen" (auch v. 15. 14^24)
40 Sir. 4, 11—6, 17.
erscheint zunächst als gekünstelt. Aber auch Jes. 29, 1 hat run
keine andere Bedeutung; vgl. dort Targ. Svr. (beide: Kiti' =
wohnen), Aquila ibid. [ÜioTsuaic, ferner Targ. Jon. Num. 1.'5, 19,
und nun (= ^'^^), das ursprünglich vielleicht Wohnraum bedeutet.
Neuhebräisch heisst nn in der Tat einkehren, aber auch wolinen.
Der Segen des Herrn ist der Bereich seiner Gnade wie 30, 25.
Gr. frei und ungenau: /7.1 oO ii3-o|>2rJcT7.t süXoysi (B (155 "29ß 308)
Lat. £'jXo7rj33i) y.'j[Ao:. Vgl. sonst zu 21, 28. Syr. hält sich in
der Mitte zwischen Hebr. und Gr.: und ein Ort, den der Herr
gesegnet hat. ist ihre Wohnung (pnnii'o n"!).
14. rrmtt'O •ti'np "n-i^'a] Gr. Syr. stellen Subjekt und Prä-
dikat um, der Punkt im Hebr. deutet aber vielleicht an, dass
auch er ursprünglich so las (Peters). Gr. wechselt dabei den
Ausdruck: Xct-ps-jov-sc, X3i-:o'j[>Yr;aou3'.v und versteht i^np (oder las
K^np vgl. 39, 35) von Gott selbst ((xyiV; vgl. 23,9. 43, 10. 47,8.
48, 20. Bar. 4, 22. 5, 5). Das ist vielleicht anzunehmen, denn
die Diener der Weisheit sind hier als Priester bezeichnet. Die
Priester heissen aber mn' 'mti'a, wogegen die Diener des Heilig-
turas nach sonstigem Sprachgebrauch die Leviten wären. Uebrigens
ist auch hier (vgl. zu v. 11) ^miJ'ö für nTnu^a zu lesen (Syr.
fehlerhaft: seine Diener). — «.T") N12: ):hii)] ist vollkommen sinn-
los. Gr. X7.t TO'jc c/.Y7.-ojv:7.c 7.'jT7;v dya-a 0 xupioc, wonach 7N1
(n)^3nK0 3mK anzunehmen sein wird. Syr. las oder riet )hr\ii) für
)rhii) und vermischte das mit Gr. : und seine Wohnung liebt Gott.
Das Prv. 8, 17 Gesagte ist hier gesteigert.
15. 'h] Gr. autr^c. Vgl. 'h Vü\if Prv. 8, 34 (Strack). —
r\f:a tscii^"] Gr. xpivet ib^r^. Er verstand oder las nis«; vgl. anha
24, 6 Syr. Das ist offenbar falsch, obwohl dieser Gedanke
damals nicht unerhört war (vgl. Prv. 29, 9 LXX. Sap. Sal. 3, 8).
Der Fehler steckt in tscii^'', für das ein Verbum des Wohnens
erfordert ist. Am nächsten liegt die Vermutung ]2^^ (14, 25. 27),
denkbar wäre vielleicht auch ein nct^^" (Ps. 22, 16). Gemeint
war sodann n©« (z. B. 2 Reg. 20, 19). — ''h piif2)] Gr. 6 -poss/wv
(Lat. qui intuetur, nur B (254 308) 6 -rjoatUWw) «'jtfj. — jn"'']
Syr. wird wohnen = Gr. x7T7t/-/;v(o73i ; vgl. zu z. 13. — "'"nnz
n''3ö] darf vielleicht übersetzt werden: in meinen Kammern (oder
Sing.) einwärts = in meinen innersten Kammern = wohl ge-
borgen. Syr. ("JO i^h = in meinem Innern) las vielleicht das-
Sir. 4, 14—17. 41
selbe; aber Gr. (-s-oiOf-K:) las möglicher Weise na;?3 ^nnz; vgl.
Jes. 32, 18 ü'n'^zr: nurt^'n und Prv. 1, 33. Der Araber hat „in
Sicherheit" (|.^s' ^c), wohl nach Gr. Vgl. noch 14, 21 ff. 51,19.
16. Ilebr. oni. — Für £;x-i3-£63Tr(C und xa77.xX-/)f>ovo|xr^3£i;
haben ausser B alle Hss mit Lat. Syr. die 3. Person. Uebrigens
haben Syroh. Aeth. (?) Lat.: si crediderit ei, Syr. wenn er auf
mich vertraut. Da Gr. z7.-7x/.-/ipovojx£ü> im Sinne von „zum Besitz
geben" (s. z. 15, 6) gebraucht, ist zu lesen: chot^^ xX-/if>ovo[xr^a£i. —
Syr. für b: u. er wird mich hinnehmen Oj'^spj) für alle Geschlechter
der Ewigkeit. Gr. hat frei übersetzt. Vgl. aber x7.-3/£iv = tt>T
46,9. Vielleicht stand da ch)y r\T,)-\b 'j\^y') oder rnnn h^h; vgl.
Lev. 25, 30. Dass die Weisheit sich auf die Nachkommen ver-
erbt, wird auch 1, 15 gesagt. Das jüdische Haus war wohl da-
nach angetan, und der beständige Parteikampf zwischen den
Frommen und den Weltkindern trug dazu bei, dass die Gesinnung
des Vaters sich leicht auf viele Geschlechter vererbte. Nicht zum
wenigsten deshalb kann Sirach die Hoftnung auf ein Leben nach
dem Tode entbehren. Für otuioO haben 24.S 70 23 7.'jtwv (S* k
au-Yjc), und ebenso Sang. Am. Corb. 1 Theodor, illorum (fürillius).
17. irjnro] = Gr. c1i£3t(>7ix[x£vok (vgl. zu 11,34), dafür
Syroh. 253 iv -£'.[J73;x(o, Lat. in tentatione (== nWD:;). Das ist
also Korrektur (vielleicht aus Gr. II), die an falsche Stelle ge-
riet. Syr. verkehrt (n\^rcn). Wie die Wortform zeigt, folgt er
dem Gr. — v^y -pif:] = ich gehe mit ihm um (13, 13. Prv. 13, 20).
Gr. -o,o£'j£T7i (al. 7Tor>£'j3£T7i) [x£-:' 7'jTOü. — mjrD3: I3in2^ odSiJ Syr.
und zuerst ("'öip leg. n'^anp?) prüfe ich ihn (Mvpzs). Lat. et in
primis eligit (Toi. eliget) eum. Inzwischen hat Syr. hinter iv
7r7io£t'7. 7.'j-y)c noch einmal: und ich prüfe ihn durch meine Ver-
suchungen (':rD:2 Mrpins"). Das kann Variante zu Mrp2K sein
(z= mjrojn ir,n2s). Aber auch Lat. setzt hinter y.al fjtOSr/y hinzu:
et probationem. Uebrigens könnten die Worte auch au den
Schluss des Verses gehören (s. u.). Gr. hat für den ganzen
Stichus nur iv -prutoic. Im Hebr. ist I3"in;s zu lesen, nicht i3Jn;s;
wie Jes. 48, 10 ist hier in: ;= prüfen anzunehmen. Auf "in; führt
auch Lat. eligit. Das sonst aram., neuhebr. und syr. |rD3 auch 6,7.
13,11. Vgl. ^IDJ 36,2. 44,20. — Im Hebr. ist ausgefallen:
cpoßov (o£) xat 02i>vi7v £-7';£i. £"' aoTov = Syr. Furcht und Schrecken
(snyiT) w^erfe ich auf ihn. — x7i 3aa7.via£i 7.utov iv 7:7io£ta au-r^]
42 Sir. 4, 11—6, 17.
im Syr. fehlt der Stichus, im Hebr. ist c-nosz itTniD"! nach v. 1 9
verschlagen, cniox ist wie im Targum = wy^Q); vgl. 40, 29. —
••2 i;'? n':^'' nj? nj?lj Gr. s'ok oo i;jL-'.3Ti63rj ■:% 't''->'/.% ''■'■''^''''^ (aber
Syroh. Sah. richtig olo-y^;). Oefter setzt Gr. 'W/r^ für zh (vgl.
6,26. 32. 7,29. 10,29. 37,12); ebenso LXX." Zum Ausdruck
vgl. zu 10,13. Koh. 8,11. Esth. 7,5 und Pesch. zu 2 Chr. 32, S.
Er bedeutet eigentlich „etwas wagen", hier scheint er aber in
der Bedeutung „vertrauen" gebraucht und deshalb mit 3 ver-
bunden zu sein. Uebrigens ist wohl nj? zu lesen. — Im Hebr.
fehlt: X7.1 -cipaas'. a-jxov sv tou oix7.i(o|X7.aiv 7.'jTr)c (106 ottl»-ou). Vgl.
auch dazu Syr. w'rDj; Mrpizsi. Lat. stellt den 5. und 6. Stichus
um: donec tentet eum in cogitationibus suis (al. illius) et cre-
dat animae illius et firmabit illum. Hier kann Korrektur im
Spiel sein. Denn et firmabit illum ist wohl = x7.i a-:s,os(o3e'
auTov, und dies möglicher Weise (doch s. z. v. 18) Variante für
y.7.1 rsi[>7'3ci 7.'j-ov. Dann las auch Lat. den 6. Stichus ursprünglich
am Schluss, wogegen tentet — et 1° an falscher Stelle später
eingetragen ist. Uebrigens las Lat. oi7.vor^;x73u aber oiavor^ixa ge-
braucht der Enkel nur im Singular. Man darf aber vielleicht
SV oi7.vo-/^<x7Ti a-jToCi aunchmeu, was = iiv! (s. z. 23, 2) sein könnte
und so einen guten Parallelismus zu 12^ ergäbe. Dabei könnte
aztrjtoiati 7'jTov leicht auf ein hebr. „(bis) er fest geworden ist"
zurückgehn. Dagegen wären o'.x7'oj;x7.t7 die Gebote der Weisheit,
und üv.rjdazi aotov würde bedeuten müssen: bis sie ihn bewährt
gefunden hat. Aber auch so befriedigen die Worte nicht. Aeth.
hat für £y oix7JLtt)[xa3tv aSj-r^;: mit Zurechtweisungen.
18. liitJ^SK 2iti^s] soll wohl heissen: dann stärke (oder
unterstütze) ich ihn wieder (vgl. auch hier Lat. et firmabit illum
et iter adducet rectum ad illum). In diesem Sinne steht 'wa
25, 23 und ist es auch wohl 45, 7 zu lesen. Diese Bedeutung
hat das Verbum im Neuhebräischen, Raschi erklärt danach auch
Jes. 1,17. Aber Gr. X7.1 -aÄiv i-c/yr^hi y.'X-z z<j\^z(tj -rjhc au-ov,
Syr.: naj? |pns -icns = wiederum mache ich gerade mit ihm.
Vgl. V. 17 )QV -[Sn. Also ursprünglich vielleicht )üV i:i>ss; vgl.
zu 22, 13. — Gr. fügt hinzu: x7.1 s'>f,07.vsr 7'j-ov. Die Worte
fehlen aber in Cod. 106 und in den Codd. Toi. Sang. Am. des
Lateiners und im Speculum August. Vielleicht sind sie eine
zweite Uebersetzung von üisi'XK. — ^Pi^h:)] xal a-oxaÄ'j'j/ei. —
Sir. 4, 17—22. 43
■""iriDö] das Wort kommt in dieser Bedeutung im Targ. Jon. vor.
Svr. alle meine Geheimnisse (Ti'Dr), Gr. -A -/.yj—a a-j-r,:; vgl.
39,3. 7 sowie 3. 19. — Lat. fügt am Schluss hinzu: et thesau-
rizabit super illum scientiam et intellectum justitiae.
19. Hebr. hat a in doppeller Gestalt: i,TnVL;:i iic" ex (vgl.
Gr. £Otv 7.-o-X7.v/j!i(;, i-;/.y-0(.lz(''jti ccjtov) und inr'Sti^s "'^mn T/D"* CS
(vgl. Syr. wenn er aber sich wendet hinter mir weg, so werfe
ihn fort). Für )7]^r\rc:] ist nach 9, 10. 47, 22 •iTnii'er, zu lesen. —
inTJDXlj Gr. •/.7.1 -o(paott)3si a-jtov. — Cm^'?] Gr. i-'c /si'pictc -tw^sok
au-o'j. Er las wohl T2, übrigens vielleicht auch cmti*. Er setzt
TZTwofic für allerlei Wörter, 13, 13 hat Hebr. D^n ^l^>:s, 50,4 T^pn.
Syr. hat hier: in die Hand der Rcäuber (SElisn), ebenso 13, 13.
Lat. in manus inimici sui, was vielleicht auf eine andere griechi-
sche Vorlage zurückgeht.
20 — 31. Ueber wahre und falsche Scham. Vgl. 41, 14ff.
20, 22 f.
20. ''j;] Lat. tili, Gr. Syr. om. — \)f:r\ nv] Syr. Gr. •/.7.iryov.
Schechter ändert nach Koh. 3, 1 (nj?i p;) das \)f:n in pn. — nnci]
Gr. X7.1 9'JÄ7.;7.'. (vgl. zu 12, 11). — hu {= hv)] Gr. -trj( (vgl.
41, 17 ff.). Nur des unzeitgemässen Handelns (== Torheit) und
der Sünde soll man sich schämen, übrigens aber die eigene
Würde behaupten. — Lat. i. f. add. verum dicere (vgl. zu 27, 12).
21. Der Fehler nsii'; ist durch nSK'?: verursacht und in
der Hs. (vielleicht vom Schreiber selbst) korrigiert. — nsti^a] ist
Hifil von «ii'i; vgl. Ex. 28, 43 mit Lev. 22, Iß. Man hat das Hifil 2
Sam. 17, 13 zu Unrecht angefochten, es ist vielleicht auch Dt.
28, 49 anzunehmen. Syr. hier: welche schafft (s'^i;i), Gr. £-770^37,
wäe LXX an den genannten Pentateuch-Stellen. — im mz:] Gr.
oo$a xal ydrji:; Vgl. 24, 16. Chrysost. 1, 283 (anders 7, 464)
praem. r^. Ebenso versteht der Syrer (leg. «mrci Nnp^xi) und
der Lateiner (adducens gloriam et gratiam). In der Tat ist in
b nsit'ö wohl zu subintelligieren, aber nti^z ti^"! — ns^2 ^••' heisst ge-
radezu: eine Scham — und eine andere Scham. Die Ausdrucks-
weise findet sich ähnlich schon Neh. 5, 2 — 4, übrigens ist sie
neuhebräisch; vgl. 20, 5 — 6. 44, 8 — 9, und t^" = mancher 6, 8 — 10.
10,30. 39,38. — Der Vers steht in der LXX hinter Prv. 26,11.
22. Syr. übersetzt, als ob er gelesen hätte : yi'z: ''jo Kt^n Sx,
vermutlich las er aber schon Tic für D':c {^^ Gr. 7:ryo(jcü-ov). —
44 Sir. 4, 11—6, 17.
■[r^Bi hv] vgl. 82, 16. — 'jJf'rn] Gr. £VTfy7.-Y,c, Syr. mzn. Lies
tri2n (^7 ist verdoppelt); vgl. sonst j?33J (v. 25) und cSrn (41, !6).
— "[''Sliy:!^':) ist Singular. Das Wort bedeutet hier geradezu
Sünde. Syr. falsch erklärend: zu bekennen deine cSiii»:».
28. j?Jön] vgl. Jer. 42,4. Gr. xo>Ä'jT(,c, Syr. xSrn; vgl. zu
18, 30. 19, 28. — üh'vz] danach sollte man immerfort reden, aber
gerade dagegen eifert Sirach öfter. Syr. „zu seiner Zeit", was
dem Sinne nach angemessen ist, da inv2 nzi = no:n. Vielleicht
ist aSiys Fehler für i inj;2 "(vor b fehlt ein i, das Gr. Syr. aus-
drücken). Uebrigens hat der Grieche: iv xai^oco aoi--/;(ii7.c, was
wie 40, 7 unerklärlich ist. Der Sinn verlangt iv xai,o(r> yjjzirf.:
•wie 8, 9 (vgl. 35, 7), CPIAC ist beide Mal aus XPIAC verlesen.
Vielleicht las Gr. wirklich 'f\:: nj?r. — inarn ns fci'n] diese Worte
sind auch in Cod. C erhalten, der nur pcpn für |''ci:n hat. Letz-
teres ist durch 41, 15 und durch Gr. Syr. empfohlen, zu ersterem
vgl. Ps. 77, 10. Griechisch ist der Stichus in Codd. 248 70
Syroh. 253 106 und auch im Lat. erhalten: •/7.1 ;xtj y-[jo'\n;,: (70
ä-oxfy'j'j^r,?) xYjv aocpiav aou sie ymSkoW^'^. Hier ist st; YMJ.ovr^'^
{= dich zu zieren) späterer Zusatz.
24. "1121K2] Syroh. im Munde, Lat. in lingua (vgl. b). —
n:vo-] = Syr. aT:v2; vgl. Prv. 16, 1. 15, 23. Gr. h {jr,\m-i (al.
— |x7.ci'.). — nii;n] Gr. ■nraiSsia; vgl. zu 34, 19. — Lat. für b:
et sensus et scientia et doctrina in verbo sensati (al. verbis veri-
tatis) et firmamentum in operibus justitiae (vgl. Lat. zu 3, 29).
25. ;iDn] Syr. niün (cf. 20, 15 Syr.), Gr. dvTiXsys. Das
Piel bedeutet mit hv verbunden im Aram. und Neuhebr. Avider-
streben. Vgl. auch 41, 2. — ^N cj;] ist unpassend. Gr. ~% «Xr^iis-'a
= Syr. «niyip hv, lies nösn '7^. 248 Syroh. (der Aster, steht
fälschlich vor der ganzen Zeile) 253 70 8"=* add. xa-a ;x-/;os sv,
Lat. add. uUo modo. — ü^rhü hü]] Syr. und von (|ö) deinen
Torheiten, Gr. xal -zrA rr^: 7.-7.1030317? aou. Da d-atocuto; 6, 20.
8,4 für h'')a steht, nehme ich fh)ü hv) an; vgl. 41, 15. Der
Fehler in einem Stichus zog den im andern nach sich. — j?J3\n]
vgl. zu 21, 22, neuhebr. nj;":: (die Scham) und aram. yrns (sich
schämen). Gr. ivrpd-rjtit. Die Grundbedeutung ist vielleicht sich
zusammenziehen, dann demütig sein, sich schämen (G. F. Moore).
LXX setzt sehr oft hx[ji~ea\}ai für X?r:, gelegentlich auch ahyjvz-
aOat und xaTavuaasaOai. Syr. lass dich abhalten {^hzPiii = J?ii2n?).
Sir. 4, 23—28. 45
26. pyo i'iti'?] c-tjLoXo-j'Tjaa!. s^ 7.a7.[y-:!'7.'.; {'203 7.;x7.0Tia) ao'j,
ebenso Syr. — rh2\i^ ■'JcS Ticyn Ssi] Gr. -/.7.1 ar^ ;i'7Co'j ooOv zo77ao'j
(vgl. Jes. 27, 12). Lat. nee coneris (vgl. Thielm. in WöMins
Archiv VIIT 510) contra ictum fluvii. Taylor vergleicht dazu
Achikar (ed. Rendel Harris) p. 65. Vgl. auch Mibchar ha-peninim
p. 49, 16 ed. Filipowski: ^:z2 sSi C';'o sinit': -^en "jcf? TOj?n ha
'p'^ a'7]^'2 'iT]::], Vielleicht liegt eine sprüchwörtliche Redensart
vor, nach der n'^zst^ die von Gott verhängte Strafe bezeichnete.
Vgl. Ps. 69, 3. 16 und dort v. 3 naj?e pxi. Syr. hat sS:d (Tor)
= n'hztif, wonach der Sinn wäre: und diene nicht der Torheit.
Aber das ist keinesfalls anzunehmen. — Lat. hat den Stichus
hinter v. 27. Dass das auf griechische Vorlage zurückgeht, be-
weist das •/7i' vor 27a und seine Auslassung in Cod. 70 vor 27b.
Indessen fehlt •/.^t' in 27 a in Codd. 248 55 254 und dem La-
teiner, und die gewöhnliche Textfolge ist festzuhalten.
27. ha] Gr. ■/.7.1 a/j (s. 0.). — yiT] Gr. oTro^T^ofucrr,?. Vgl. zu r^^'n
Jes. 58, 5 LXX und Jes. 28, 20 Theodot. Es ist ein starker
Tropus vom Ausbreiten der Kleider vor dem Könige oder auch
von dem Sichniederwerfen des Sklaven, auf den sein Herr tritt
(z. B. beim Besteigen des Pferdes). Syr.: neige (|nn), er denkt
an nyi'. — S^jS] Gr. >■}:/>) ody-m (70 k avooC; vgl. zu 3, 1 7) u-fyo<M,
Lat. (omni) homini pro peccato. Ausser B (308) lesen alle Hss.
in der Wortfolge von Hebr. und Syr. 7.vi)r;(o-o) \Morjm i37'j-:ov. —
c^S^'ia 'izh ]ar2n ha)\ vgl. h'^^)^ 13, 12. 10, 24. Syr. und streite
(snrinn) nicht gegenüber dem Gewalthaber, Lat.: noli resistere
contra faciem potentis. Beides kann auf die Lesart des Hebr.
zurückgehen. Aber resistere kann wegen der Umstellung (s. o.)
auch mit Ji'.7'>/j zusammenhängen. Dagegen ist nach Gr. x7.' ;i.Yj
A7,'ir,; -f/ojojTToy o'Wjto'j zu lesen 'is siJ>n ha). Im Hebr. steht
7,35 umgekehrt XK^n für |Sot.
28. Im Hebr. ist 8, 14 vor v. 28 eingeschaltet. — nT^'n] Syr.
^•rrns*, Gr. 7.7ojvicr7'. ; sie lasen vielleicht rr;^n (als Nifal) oder
ci'vnn (so Schechter). Letzteres ist neuhebr. = Beweis führen
(und in diesem Sinne = streiten). Man kann sonst auch mit
Ryssel syrisches Xi7 (= Widerstand leisten) vergleichen. — hv-
pni'n] bezieht sich nicht notwendig auf die Vertretung des Rechts
vor Gericht zu Gunsten der Schwachen. Gemeint sein kann
auch die Sache der Religion, für die Jesus Sirach unter Lebens-
46 Sir. 4, 1 1—6, 17.
gefabr gekämpft hatte. Gr. hat geradezu -trA -r,: dir,\h(rx:, 8yr.
sntyip hy. Danach könnte man ncKd hv vermuten. Aber die
Einschaltung von 8, 14 setzt pi^n voraus, und die Pescbita setzt
sni^jp öfter für pnif, LXX wenigstens Jes. 41, 20 dlr^^; für pni:.
Vgl. auch zu 21, 9. Obendrein hat Lat. für a: pro justitia ago-
nizare pro anima tua et usque ad mortem certa pro justitia.
Das führt ebenfalls auf pi):, übrigens vielleicht auf eine Variante
■]tt'c: hv {= auf Leben und Tod) für mon ny. — ''^''] Gr. -/opioc o
Oso? (Syroh. Aeth. Anton. 841 add. go-j, Orig. 4, 136. Anton.
1036 om. 6 Osoc), Lat. deus (s. z. 2, 1). — rnSj] leg. cnS" nach
Gr. Syr. •KoXsfi.r^asi. — -[S] o-ip (253 Origen. 4, 136 -sf-t) aou, Syr.
I^ö'^n; vgl. 29, 13 und Ex. 14, 14.— Syroh. 253 23 70 106 i. f.
add. 017. 7:7.vToc; Lat. add. inimicos tuos.
29 — 31. Drei Fehler, die im Kontrast mit anderen der
Würde um so grösseren Eintrag tun.
29. Hebr. hat vor v. 29 eingeschaltet 5, 14 ab. — |n2j]
sonst nicht belegt, aber regelrecht gebildet. Syr. prahlerisch
(pn2:i>), B (C 253 296) ^,0776?, Syroh. AS* k 307 155 308 Anton.
993 T7./6c (= Lat. citatus), 248 70 23 S'^'' 106 157 55 254
Maxim. 913 Or^aauc. Letzteres ist anzunehmen (vgl. 22, 5). —
-JliySn] Syr. cod. Ambros. in „deinen Worten". S"* Anton. 993
haben in b /.oyotc für i'.o-oic. — ^rahi "c"!] Syr. u^^m) NCTi (= lässig
und träge), Gr. y.m vtoOpoc X7.t 7:7f>si|j,svoc. Ein ^8i statt n^n zu
statuiren ist vielleicht unnötig, da man ••en aussprechen kann.
Für tt'"tih findet sich 11, 12 (wo Gr. ebenfalls vwüfioc) .^-^-i; 37^9
scheint ^'''i im Sinne von Unglück vorzukommen. i^'K^t und tt'i^n
sind wohl identisch, und vielleicht hängen alle diese Wörter mit
l^•n „Armut" (s. z. 11, 14) und weiter mit \i^Ufi (s. z. 32,23) zu-
sammen. — -nrxSar] Gr. Iv -oTc z^yAc aou, Syr. "jm'njrn. — Vgl.
Prv. 18, 9.
30. Cod. C ,T1SD = Gr. Lat. wc )itüv, Cod. A 2*7:: = Syr.
ein Hund. Es muss vom Löwen die Rede sein. Vielleicht stand
ursprünglich «''s'^D da. — n"'^ kann sehr wohl die Familie (11,34)
und zwar im Unterschied von den Sklaven bedeuten. — Cowley-
Neubauer vergleichen B. Gittin fol. Ob: Hö'« aiü h^'c' Ss aS'.j?'?
in'^z -jins nTn\ — Cod. A: STnai inei, Cod. C nur: incnai] Syr.
hTiil P]^! (und wütig und schrecklich). Gr. nur: zal cpav-asto/o-ujv;
vgl. auixI^oXo-xoTTsiv 9, 9. 18, 33, ^avTa^ssi^ai 31, 5. LXX hat cpotvTotsia
Sir. 4, 29—5, 1. 47
Hab. 2, 18. 19 für miü und mr, Hab. 3, 10 für l,Tl\ Wahr-
scheinlich las Gr. also STnö') (vgl. 1'2, 11); nncnisi, woraus mcnai
verderbt ist, war Variante dazu. Syroh. n"'Kn''CJ ?ij;n*aT = und
zornschnaubend; er folgt dem Syr. Ob Gr. "inei nicht las oder
ob er es als unverständlich überging, steht dahin. Das Wort
(vgl. Ps. 69, 9) bedeutet neuhebr. auch faul (vom Ei); vgl. ili Job.
l'J, 17. Hier hat es etwa den Sinn von verächtlich; doch vgl.
auch zu 11, 34. — Cod. A: -[nDs'^öi — Syr. "[DTr;:; Cod. C:
■jrmnj;^ = Gr. h toTc ohiTai.; aw. -[nrsSöa ist wohl nur aus v. 29
eingedrungen. — Lat. für b: evertens domesticos tuos et oppri-
mens subjectos tibi = Anton. 10(34, wo am Schluss des Stichus
beigefügt ist: X7.1 -ra-sivÄv -ouc u-o/siptou? aou.
31. Cod. A: nmnc = Syr. sa^tt'c; Cod. C: n'tott^iö, wohl =
Gr. i/Tstctaivr, ; vgl. 7, 32. 34, 14. 18. 50, 15, wo Hebr. Syr. über-
all a'^it'in und Ki^l« haben, nmnc ist wohl Korrektur, die einen
genauen Gegensatz zu n2:icp herstellen sollte. — Cod. A: nnp'?,
Cod. C: T\^^h, Gr. sk -h Xctij-ßavsiv ; vgl. die Varianten zu 42,7. —
Cod. A: |no (leg. nj;^) -[inn r^)i'i^^\ Cod. C: m'cp 2ti'n npi, Gr.
xotl SV Ttp aiTooioovat afuvsatotXasV/j, Syr. und geschlossen (ND^^p) zu
geben. Auch hier scheint Gr. mit C, Syr. mit A zu gehen, ob-
wohl a-ooioovoci auch für |nj stehen könnte (17, 23. 29, 5; vgl.
dag. 12, 6. 32, 13 und übrigens h y.a<.[An a-oooasoj; 29,5). Jeden-
falls ist jna Korrektur für 'z'"^t\ wie die Lesart von k und
Chrysost. 5, 280 h xm oioovoti und im Lat. ad dandum (Sang,
add. reddendum). Vgl. Constit. ap. VIT, 11. Barnab. 19, 9:
IXVj "i'lVOU 7:[>0? |J.SV TO X^ßcTv IxTitVdJV ty-jV /3r[y7. (Bam. '7.^ /£Tp7.c),
irpoc (Ä TO ooOv^t ^j'j-j-iWoiv (Barn, aus-wv). — micp ist wohl nur
Fehler für r\)t%i^.
5, 1. p^i'n 'rs*] vgl. 15, 4, Gr. \i:q s-s/s; er setzt z-iyzv^
öfter für nü2 (z. B. 5, 8. 13, 11. 15,4). Syr.: vertraue nicht
(S^nn ah, das sofort noch einmal hebräischem |j?ti^n ha gegenüber-
steht). — ■]'7''n hv] Syr. yD2: h): = Gr. s-i xoTc /pr^;i.7.c;i aou; vgl.
40, 13. 26 und zu 21, 8. Lat. ad possessiones iniquas (vgl. v. 8).
— inm ha)] Syr.: und (dass) du sagst; vgl. zu 5, 6. — ^«^7 ^'
^t] vgl. 14, 11. Syr. viel ist mir; Gr. wj-Arj-rr^ |j,oi' Ictiv; vgl.
11, 24 (wo Hebr. ^öj? ^^n). — ictxiv] 308 praem. zl; Ct^rr,^^, 248 70
Syroh. 253 add. zk ^(nr^M, 106 Lat. add. vj C,(JiT^, Sah. add. in
meinem Leben. — Lat. fügt dann noch v. 8b hinzu.
48 Sir. 4, 11—6, 17.
2. Hebr. schickt zwei Stichen voraus, von denen der erste
eine Verquickung von v. la mit v. 2 a, der zweite eine eben-
solche von V. 2a mit v. 2 b ist. Syr., der Hebr. und Gr. mit
einander ausgleichen wollte, hat nur den ersten der beiden
Stichen (vertraue nicht auf deine Kraft) und dann v. 2 b nach
der Version des Gr. (zu gehen in den Wünschen deines Herzens).
— "''yj?! "[3^] Gr. T(j 'l^'j/T, aou vm ty, icr/ut aou. Aeth. für a:
Folge nicht der Weise der Kraft deiner Seele; Sah.: Folge niclit
deinem Herzen und deiner Kraft, übrigens stellt er b hinter
V. 3a. AC 23 155 Aeth. Anton. 926 lassen b aus. Syroh. 253
lassen -Arn -1% Ir/ßi aou wegen seiner Aehnlichkeit mit rr '^'y/^i
ao'j aus, und umgekehrt hat Lat. das letztere (und zugleich too
-of>s'js3i)7.i) ausgelassen. Beides ist dadurch geschützt, dass "jn^
und "jtt'cj in den vom Hebr. vorausgeschickten Stichen sich finden.
Also deckt vsA ty, la/üt aou das auch durch v. 3 geschützte "nn
gegen "["'rj;') (vgl. Num. 15, 39. Job. 31, 7). Nun hat entweder
Gr. selbst oder ein griechischer Abschreiber (vgl. Sah.) -nS und
■jK^c: bezw. ihre griechischen Aequivalente in den beiden Stichen
vertauscht (vgl. zu 4, 17). Ich nehme für a mit Hebr. gegen
Gr. 2S und für b :t*c3 an, weil letzteres mehr besagt (vgl. G, 2
und zu 18, 31). Allerdings würde man yh gern vermissen; es
ist wohl trotz seiner Bezeugung durch Gr. zu streichen. Aus
den Variauten -[U'CJ ms'n nns* und nv^ nmanz ist nach Gr. zu
kombinieren -jit'cj nmisni oder '3 msnz (vgl. zu 14, 14). Erklärung
von -jti'cj ist nn. Vgl. 18, 30.
3. ^s] Gr. vM ;xr^ (248 70 Syroh. 253 23 S "* Sah. om.
V.7.U C om. \}:f^). — r\2 hzr ''a] leg. "n^. Zu h-i" ca. vgl. Ps. 13,5.
Syr. "h^n t?2:a i:a, Gr. Tic jj-s ouvotcris-j^si ; vgl. 12, 5 und 48, 12.
Codd. 248 70 Syroh. 253 106 Lat. add. Zvj. -zb. ^yx «xou. —
D-Dinj iJ»p:ö] vgl. Koh. 3, 15 7pr\in nx ti^p:" qm'?«, was dort zu
bedeuten scheint, dass Gott das Vergangene wiederkehren lässt.
Aber hier handelt es sich nicht um Vergangenes. Syr. : (er ist)
ein Rächer für alle Unterdrückten (^yh'; \rb2h r\ N3?l3n), w^as
wohl auf Hebr. zurückgeht. Ist der Text des Hebr. wirklich
von Koh. 3, 15 beeinflusst, so darf man vielleicht nach der Glosse
in 30, 20 (vgl. zu 20, 4), auf deren Aehnlichkeit mit u. St. Peters
aufmerksam macht, einen Fehler für "jT"» vermuten. Aber anders
las Gr., der übersetzt: Ixotxwv Ixor/v^sst as. Das as haben freilich
Sir. 5, 4-7. 49
nur B (C 23 j, und dafür lesen 248 70 106 soi» r/jv 'jI^.oiv^ Syroh.
253 X7;v 'jßptv aoü.
4. Das noiso des Cod. A setzt für nai vielleicht ein
sclilechtes s'?! voraus, das Syr. ausdrückt. Uebrigeus lasen Gr.
Syr. wohl HM für n'^v^ (A) und ,T.T (C); der Hinweis auf die
Langmut Gottes verlangt das Perfectum. — 248 70 106 Lat,
s-'^vsTo A'j--/;poy. — A '^N', C '''''', Syr. ^?^Sx, Gr. 6 -/.'jotoc, Syroh.
253 Lat. altissimus. — ixocxpoi^yaoc] Lat. patiens redditor. 248
70 106 add. oO a-/; :>; c/.v7,.
5. n'C2n bi^l Gr. frei: jx/j a's,r/^rj; -^ivou, 248 70 106 add.
iv zÄsovc(j;j,w (248 -jj-orc). — rpmn'?] Lat. neque adjicias. Syr. da-
mit du nicht hinzufügst. — pj? hv pv] Lat. peccatum super
peccatum, Syr. Nnisn hv Knt2n, Gr. au-oipti'cfy (248 Aeth. -ti^c) =9'
'zav.oTtaic (23 -~(oi.y), 70 106 add. iv -sioa. VgL 3, 27.
6. Cod. A des Hebr. und Syr. haben 6a b in schlechterer
Gestalt vor 5. A wiederholt das Distichon an richtiger Stelle
fast gleichlautend mit C, Syr. vermeidet die Wiederholung, hat
aber für 6b: „und die Menge meiner Sünden vergibt er mir",
iu Annäherung an A-, C und Gr. Uebrigens l^ann 6 a ursprünglich
nicht auf 4 b gefolgt sein. — masi] A^ "laKn ha = Syr. nasn nh.
Gr. 7.7.1 ar, z''~r^:. Aeth. indem du sagst. — 7.'jto'j (106 toD Dsoo)]
Lat. Aeth. domiui. — Dem itnt:'' ist nSc vorzuziehen, zu iv-'f^djt-rf.:
vgl. 16, 7. 31, 23. — 'öv] T.a[j au-j/j, so nur B (23 155 k) Aeth., alle
anderen -otp' wj-m; 248 157 add. Tct/uvsi, 70 add. '''jyy^r^- Lat. ab
illo cito proximant; vgl. zu 16, 11c, wo 6 c wörtlich wiederkehrt,
im Hebr. auch 6 d wiederholt Avird. — mj'] nach Gr. Syr. v.'-j.-rj.-o.<j:iti
(0 if'jixoc a'j-r/j). — 'i"j"i] vgl. Hab. 3, 2, und zu l'y Ezr. 8, 22.
7. inxn] ava-xsvs; vgl. 18,22. — v'^k] Syr. vor ihm (48,20),
Gr. -00; -/.'joiov. — "i2j;nn] vgl. 7, 10. 16. 38, 9. Gr. ^j-zr/^atCkw,
Const. ap. 6, 15. Chrys. II 435 III 664 VI 694 (^.vaßaX/.oo, VI
972 G-£f»Tii>oL>; vgl. LXX 7.v7.|j77J.33l)7.i Ps. 78, 21 und 89, 39 für
~2ynn. Syr. (und nach ihm Syroh.) irj^Tin =^ lass dich (nicht)
abhalten. Danach habe ich mit Schechter früher überall 'yivn':^
herstellen wollen. Aber Gr. führt hier und 7,10. 38,9 (Ka^oof^av.
7:7ry7|i/i-3iv) auf MV^T], das 7, 10. 16 auch Syr. gelesen zu haben
scheint. Es bedeutet an allen diesen Stellen sich entziehen,
zaudern, lässig, sorglos sein. Diese Bedeutung genügt auch 13, 7
(wo es mit ; hochmütiges Ignorieren bedeutet), und 16, 8. Auch
Smend, Sirach-Kommentar. 4
50 • Sir- 4, 11—6,17.
Prv. 1-1,10 ist wohl hiernach zu erklären. — crS cVö] Gr. r^uipav
sc r,|x£|>ac, aber Lat. de die in diem. i^T] vgl. Lev. 10, 2.
Num. 1(), 35. Jes. 51, 5.— lo^l] Gr. op-^rj y.o^Aou (Syroh. 25:5 S* Lat.
auToG, 23 Syr. ora.). — Cod. A üT2, Cod. C nvz] nach Gr. iv
xaip«), Syr. pvh, ist vorzuziehen ny:; vgl. 18, 24 und dag. npj er
Jes. 34, 8. Ol, 2. 03, 4. Prv. 0, 34. — ncDn] Syr. snss (der
Untergang). — Den in einigen IIss. vor d eingeschalteten Stichus
hat Chrysostomus (VI 207 vgl. (594) für c, er ist aber eine
Variaute von d.
8. rra^n ha] Gr. [i-q l-v/z, was Lat. schlecht mit noli anxiiis
esse übersetzt. — y^\ Gr. aoi'xoi; (so oft LXX), danach wohl
Syr. x'jlVl. — b fast wörtlich aus Prv. 11, 4. — iS^yr] danach
ist mit 248 307 oyfsXT^as'. zu lesen, Lat. hat zu v. 1 proderit.
Dag. Syr. verflachend -[jm^J. n^-J?] vgl. zu 34,0. Syr. der
Not i^P'py), Gr. k-rj-^xCiZ (s. z. 2, 2).
9. nTn| Syr. sm (leg. sm = Hebr.). — h:h\ Gr. h -c^vn',
Syr. ^22. Aber SdS ist gut; denn Gr. setzt iv in allerlei Fällen
für h (vgl. z. B. 34, 20. 37, 29), und die wichtigsten Textzeugen
des Syr. (w Maus. Mas. I und II) haben ebenfalls SdS.— Zu b
vgl. 2, 12. Im Cod. A ist -["n Korrektur für den Fehler nSl^ii',
durch die aber statt dessen h^h verdrängt wurde. nJ'ci ist für
■j'^n Ssi gleichmacherisch gesetzt. — Syr. (S'';l^♦ S:S xjcnaV) stimmt
einigermassen mit Cod. A, wogegen Gr. (z7.1 \ir^ -o^s-joü iv TraTo
d-f>c(-(i)) auch hier wohl wie Cod. C las. — Gr. add. ootojc
(Syroh. '^53 100 add. 77'p) 0 7.a7.f>t»o//>c 0 orj'/.wsioc. Lat. sie enim
(omnis) peccator probatur in duplici lingua. Sah. lässt den Zu-
satz aus, der aus 0, 1 stammt.
10. ilöD] vgl. Ps. 112,8. Jes. 20,3. Syr. 700, Gr. saT-/;.or,'|jLiyo.r
(vgl. 13,21). — -jnyn h^\ Syr. ^e^is '75?, Gr. h aüvsctsi aou, 248
100 70 Syroh, 253 add, dcfaXEt", otscpoiXrj, 7397X0^. iv d:;r^rxlz(rj„ —
Die Worte haben, wie überdies das Folgende zeigt, allgemeinere
Bedeutung und gehen nicht speciell auf das Bekenntnis der
Wahrheit vor Gläubigen und Ungläubigen.
11. Vgl. Jac. 1, 19. — A IHM = Syr. nn-ca, Gr. -rayuc.
Dagegen hat Cod. C für a iiaro nj?if2tr3 p:j ,Tn, was wohl bedeutet:
sei (gerichtet auf =) aufmerksam bei einem guten Lehrvortrag.
Hier ist p:i vielleicht Variante zu "ji^D v. 10, dagegen naiis (vgl.
Prv. 15, 30. 25, 25) ebenso wie das von C in b gebotene niisi
Sir. 5, 8—13. 51
(Vgl. Job. 42, 7. 8) späterer Zusatz, der unschön den Sinn ver-
deutlicht, aber schon dem Gr. II vorlag. Denn zu iv a/f/oaasi
aou fügen 248 70 hinzu ayaö-;^, Syroh 253 106 lesen d^J-y^l für
ao'j, und in b haben 248 70 Syroh. 2.53 a-oxpis-.v o^Hr^v, Lat.
responsum verum. Syr. (Vü^'f2h) las wohl wie A psn'?, aber Gr.,
der 30U hinzusetzt, nj;i!2i^*2 oder nv^o'^fi (s. z. 8, 9). Das letztere
bedeutet neuhebräisch auch das blosse Hören, danach ist es in
Cod. A durch psn'? erklärt. Hier muss es aber wie 8, 9 den
Lehrvortrag bedeuten. Da dem Verf. nach 8, 8 die Grund-
bedeutung von nv)r2^ bewusst war, so konnte er vielleicht für nnco
nyi'sii' 5)oi!>'3 abkürzend r\V)^'^2 itoc sagen. Aber wie in b so wird
er auch in a den künftigen Lehrer im Auge haben, der tlink
(vgl. THD Ps. 45, 2) in seinem Lehrvortrag sein, aber vorgelegte
Fragen bedachtsam beantworten soll. — Lat. für a: esto man-
suetus ad audiendum verbum ut intelligas. Dazu weist Herkenue
bei Antonius Mel. p. 401 nach: Ytvou -paoc iv ctTroy.pi'jsi (1. azryov'js»)
Xo-'o-j^ iva aovr^3T,c. — In b dürften Gr. und Syr. (vgl. 1 Reg.
18, 21 Pesch.) wie Cod. A gelesen haben. Ich ziehe nach 8, 9
njnc ;ti'n (vgl. Ezr. 5, 11. Dan. 3, 16) dem niyn njy (vgl. mya 20, 6)
vor. Dass hier in C der Text geändert ist, zeigt auch wohl der
Ausfall von nn hinter Tji« (Pro. 25, 15) an. — Au falscher Stelle
steht die Einschaltung, die 248 70 hier haben.
12. "jnx t^" es] Syr. wenn dir ist ein Wort, Gr. sl hv.v
(253 add. iv) am a'jvscr'.c (Anton. 995 X070C, Cyrill Alex. 295 A,
Gregor. Naz. 593 X070C awiato);). — Das CiJ^ des Cod. C drückt
auch Syr. aus, Gr. hat nuri'^tdj; vgl. Prv. 30,32 und Job. 21,5.
29, 9. — Lat. in f. add. ne capiaris in verbo indisciplinato et
confundaris (vgl. 14b).
13. 113D] 70 add. vctp, 106 praem. or>.. — sm; rz] Cod. C
schreibt nain; vgl. 9, 17 (Cod. A) na":. Syr. (durch die Hand
dessen, der redet) versteht das Wort als Particip, das Prv. 12, 18
vorzuliegen scheint. Aber Gr. hat richtig iv Xct/aa. Denn wegen
T2 kann das Wort nicht den Redenden selbst bezeichnen; vgl.
übrigens ]wb T2 Prv. 18, 21. Das sonst unbekannte Nomen wird
«pi3 oder «i5">3 zu sprechen sein. Es hat hier und 9, 17 neutrale
Bedeutung, im Neuhebräischen heisst iSa^a die Aussprache. Im
Kanon kommen dagegen saz und saza nur in bösem Sinne vor. Man
könnte übrigens meinen, dass das Wort hier und 9, 17 geradezu
52 Sir. 4, U-6, 17.
den Mund oder ein anderes Sprachwerkzeiig bedeutete. — inScöl
Gr. ~«T>aic oi-j-to (2r)3 H lOG l.öo Lat. 7.'j-:oO); vgl. zu 1,22.
14. Hebr. hat a und b auch hinter 4, 28.- — cnK» Sj;^!
Syr. hat in a und d und auch 6, 1 pmna 'Sn!2i. Obwohl dieser
Ausdruck im Syrischen nur hier belegt ist, wird man ihn deuten
müssen: der auf zwei (Wegen) geht. Gr. hat zuerst 'I^t'Dujio? (vgl.
zu 28, 13. 21, 28) und in d und G, 1 oqXwssoc, indem er willkür-
lich im Ausdruck abwechselt. '^ hyz heisst aber, „der zwei Zungen
hat" oder „zweierlei Reden führt", und niclit „der auf zwei Wegen
geht" (2, 12). Denn nur so bedeutet der Ausdruck, was hier er-
forderlich ist. die Untreue gegen den Nächsten. Schechter (zu
4,28) citiert B. Baba Mezia 48a (?) zhz nn«T :]Z2 nnx n2T kW.
— Syroh. (mit Aster, vor dem ganzen Stichus) 253 23 add. iv
ra [im sou. — Gr. und Svr. drücken 't^wh^l aus. h:! kommt in
der Bedeutung verleumden absolut Ps. 15, 3 (mit -:wh Sy, Cod
A 4, 28 'h hü)), und 2 Sara. 19, 28 mit 2 der Person vor. Des-
halb ist freilich yi noch nicht anzufechten. Aber es fehlt 4, 28,
wird von Gr. Syr. nicht ausgedrückt und ist überflüssig. Gr. \x-r^
svsops'js (nur B svsofvs-jUf,?), Sah. . . . dir nachstelle, Lat. (ne)
capiaris et confundaris (vgl. zu v. 12). Gr. las möglicher Weise
pin (vgl. zu 11,31). Syr. hppn kS (= stosse nicht an), was viel-
leicht nur geraten ist. Vgl. sonst 23, 8 und Prov. 12,13. 18,7.
— ns^nj] Gr. ia-Jy, vgl. zu 6, 12. 30, 12. 37,4. 30. 39, 16. —
nti>3] rih/d^r^ (248 70 Syroh. 253 106 add. |xo/i)-/i,oa). Lat. confusio
et poenitentia. — noin[*]| Gr. X7.1 y.7to(7vw3tc ; vgl. 14,2. 19,5. —
irtvi ist in nj?") zu ändern, und '7j? vor hv2 einzusetzen — beides
nach Gr. Syr. — Lat. add. susurratori autem odiuni et iuimicitia
et contumelia.
15. 6, 1 ''. nonm jsya] Gr. erleichternd iv ;xi-/p(o vm [xs^aXd).
— rni^n h^\ vgl. 7,36. 49,4. Syr. mnon n'?; Gr. abschwächend:
;r>^ avvoei; vgL ZU 30,11. 49,4. Codd. 248 70 add. ;x-/)03 iv.
Gemeint ist jede Art von Zweizüngigkeit. — Lat. für a: justi-
lica pusillum (Sang. — sillo), et magnum (Sang, magno) similiter.
Dazu weist Herkenne bei Gesner, Loci comm. p. 546 nach:
6, l''^ üif\ Gr. rm\ir>. ylrj. Syr. praem. sSl (damit nicht). —
Nach dem Hebr. wäre nein Subject, und B 23 55 308 lesen
«ij/üv/;. Aber nc^n ist nicht die üble Nachrede. Man wird
Sir. 5, 14-6, 4. 53
deshalb olr/fjvr^y, und mit 253 7./.rjf>ovojj.7;33'.c lesen müssen. Im
Hebr. ist sodann T\\r\n hinter yn zu stellen, und nach Syr. viel-
leicht it'Tn (doch vgl. Syr. zu 20, 25) zu schreiben. Syr., der
nenn schon an seiner jetzigen Stelle fand, verband es in freier
Uebersetzung mit b: und Schande und Schulden über den, der
auf zwei (Wegen) geht (vgl. v. 14). — b steht bei Gr. auch 5, 9.
— yi ti>^xj Gr. 6 7.tj.otpTojAoc; vgl. zu 12,6. 248 lOß i. f. add.
(/.Ti;xt'G(v £;ct. — Lat. impro])erium (:= oviiooc) enim et contumeliam
malus (=-ov/jf>6c)haereditabit et omnis peccator invidus et bilinguis.
2. Sien '?«] Syr. übergib dich nicht (oWn ^h). Gr. \rf^
irArj-f^c crs7.'jrov (= überhebe dich nicht; vgl. 11, 4), was ich nicht
aufklären kann (ob = 'jian'?). Uebrigens hat Gr. "jti'cj . zweimal
übersetzt. — "jK^cJ Ta] Gr. h ['tio'jX-if, 'Vj/r,? cjo'j. Sonderbar steht
ßoü/.r^ auch 37, 7 für T. Auf -jti^cj niTZ (vgl. Prv. 27, 9) ist
deshalb nicht schliessen. — nzym] ist sinnlos. Syr. Kj^2n »h\
wonach Taylor targum. ^V-^ (abgrasen, abfressen) verglichen hat
(Jon. Nura. 22, 4. Jes. 1, 8). Aber Gr. hat Xvx \lr^ rA'■J.lJ-rJ.JJ^. Das Nomen
oiapTrayr^ steht Jes. 5, 5 für "ij;2, und ebenso steht 36, 30 dem
oiapiraCo) bei Hebr. Syr. nx?n gegenüber. Danach ist "ly^m anzu-
nehmen. Gr. gibt ohne ersichtlichen Grund das Verbum passivisch
wieder (s. z. v. 3). Im Ilebr. ist am Schluss '[''Sj? aus v. 3
eingedrungen, dafür ist ausgefallen "Wz = Gr. Syr. 6k -aüpoc
(Num. 22, 4). Aber wc toior^oc scheint auch in der Vorlage des
Lat. gefehlt zu haben, bei dem quasi taurus am Schluss von a
nachgetragen ist. — ■j'^'^n] Syr. ebenso, Lat. virtus tua per stul-
titiam, Gr. r^ <lu/f^ 30'j, was für r^ It/6: aou aus a eingedrungen ist.
3. Wie SiV'jTov zeigt, verstand Gr. die Verba als 2. m.
sing. (vgl. zu 7, 7). Deshalb beruhen xa-acpaYs-rai (23 70), comme-
dat, perdat (Lat.), o/s^r^ati (Aeth.), '7/frj3si(?)53 (S"^"* ), relinquaris (Lat.)
auf Korrektur. — tJ'it^n] Syr. h)2iir\ {= '^rsn), für h2i^r\ dagegen mn
(= sie wird abstreifen). Aber deshalb darf man für '^i'^n nicht
"i'^Ö vermuten. Uebrigens müssen auch die Früchte vernichtet
werden; tr^iii^ (auch 10, 16 = a-oXXuai) steht in der allgemeineren
Bedeutung „vernichten." Peters vergleicht gut Job. 31, 12. —
Betr. a'iiivai = n^:n vgl. zu 39, 32. — Lat. i. f. add. in eremo.
4. a fast wörtlich = 19, 3^. ^ ti'eJ ^d] Gr. '!^oyji (Syrob.
253 Lat. add. Yotp). — nij?] = Syr. m'^p. Dagegen Gr. Trovr^pa;
vgl. ToAtjLripa 19,3, übrigens aber 40,30 und it'c: ^'v Jes. 56,11.
54 Sir. 4, 11—6, 17.
— .tSj;;] Gr. tov •/-■/;a7:[j.3vov aoir^v; vgl. Jes. 26,13. Prv. 16,22
LXX. — wr^ nn;:n] 8yr. und (zu) Freude für seine Feinde, Gr.
y,cd £-t/7.,oij.7. i/i}fj(ov(Syroh. S £/i)porc, •iOH s/JV-'«} (?j); vgl. zu 18,31.
42,11. Lat. et in gaudium inimicis (al. -mici). — crit^n] Syr.
macht sie ihn, Gr. -oiy^as- 7.'jtov (70 add. sv t^/ci). Lat. dat illum
et deducet in sortem impiorum. Leg. i:n''irn oder w^n ; vgl. 42, 11.
5. yn] Syr.Mund, Lat. verbum.— iiyj Gr. -./.'jx-jc; vgl. zu
50,18. — Vgl. Prv. 16,21. — rmx n^T] Syr. es .werden viel
sein seine Freunde, Gr. -/.-/; Duvsi cptXou? aü-o-j, Lat. multiplicat
amicos et mitigat inimicos. — |n ''ncii'l] Syr. und die Lippen der
Rechtschaffenen (WNÜn = p: |n?}, Gr. xocl «,'Xwaaa suXocXo?, Lat.
genauer lingua eucharis, Chrysost. (beiMigne 60, 286 nach Her-
kenne) £'j/af>i3-oc; vgl. LXX zu Prv. 11, 16. Betr. 7A«o3aa für
n^ncif' vgl. zu 51, 5. 22, und betr. |n zu 21, 16. — n)h^ iWj
Syr. Gruss des Friedens. Gr. T:lr,i}'jvzX su-posr^Yopa (Syroh. 253
70 23 C 307 e.u-prjar^yjrA'-jy), Lat. in bono homine abundat. Lies
^hü)^ nach 41, 20.
6. y2)hu^ ^ti^jNj vgl. Ps. 41, 10. Syr. nph^ ^'^sti*, Gr. oi
et'pr^vE'jovTEc aot. Sah. für a: mache Gruss (sipr/^r^) mit allen. Er
wie Syr. deuten aus. — -p^ü hyz)] Gr. oi ol a!ja|5o'j).ot' aou; Lat.
et consiliarius sit tibi. Vgl. zu 8, 17. 37, 10 und sonst ini'y ]^'ü
Jes. 40,13.
7. |rDi2j vgl. zu 4, 17. — Vgl. 19, 4 und 27, 17 Syr. - -
£|x-iaT3uT(jC ao-wj 248 70 Syroh. 253 add. asauTov; Theoder. Aug.
spec. add. te(met) ipsum. Vgl. zu 7, 26.
8. ^2] Syr. om. — 2r])ü ^'] hier und v. 9. 10 = mancher
Freund; vgl zu 4,21. — ^cd] Syr. ungenau: ^cK2 (= wegen),
Gr. £v, aber Lat.: secundum. — ny] Syr. NTyiy, Gr. x7.ip(o aüiou,
aber Sah. om. ao-ou. — '?ki] wäre möglich, aber xSi ist vorzu-
ziehen. — nor] Gr. -7.p7.;jiv3t; vgl. 11,17. — er;] Syr.: in der
Zeit; vgl. 40, 24. — mi'] Gr. {».('{^sojc aou (Lat. om. aw).
9. Syr. und Cod. S* om. v. 9. 10 (HomoioteL). — ^^]
Gr. praem. xat'. — -jeto] vgl. 37, 2. Gr. [xsta-tDsjxsvo? ; vgl. LXX
Jes. 29,17 (2llf^). — NJity^J B Syroh. (248 253 23 155) £u: i/öpav,
die übrigen mit Lat. zk i/J)poy; vgl. zu 37, 2. — -[nein 2^-, nsi]
= Gr. y.7.t [j.77;/)v ov3ioi3|j.o'j cjo-j. Der prägnante Ausdruck scheint
zu besagen, dass der falsche Freund im Streit den Andern vor
den Leuten schmäht und dabei auch das Geheimnis des Anderen
Sir. 6, 5—14. 55
unter die Leute bringt. Vgl. 19, 8. 27, Iß. 17. 21. Prv. 25, 9. 10.
— rpn steht auch 42, 1 (wo rjti'n) in übertragenem Sinne.
10. lif^l Gr. praem. zat'. — Vgl. 37, 4. — izn] Gr. xoivtovoc
(41, 18. 42, 8). — ]nh^*\ Gr. -pc(-s:Äv, 298 308 Lat. -rja-iy^z. —
mv CT2 S2:?:"' nSi| Gr. nach v. S: y.7.1 oO ar, -7.07.;AEtv7j (70 [^o-zjUViSTfi)
£v rj!xs[>a UÄi'-jycojc aou (Lat. om. ofo-j). Vielleicht ist dabei Text-
verderbnis im Spiel, lOß k lesen b hinter v. Ha.
11. "[nz^a;] vgl. 12, 8. 9. Gr. v.m h -oTc 7.77.1)01; aoo. —
'])f22] d. h. er stellt sich dir gleich (nl. in seinen Ansprüchen).
Anderen Siun hat der Ausdruck v. 17. Syroh. 253 korrigieren
WC a-j üi [j-z-a 300, entsprechend dem x7.-7. so-} v. 12. Lat. für a:
amicus si permanserit fixus, erit tibi quasi coaequalis. — "pviz)
lae mjn''J ebenso Syr., der mjn'' mit pn"^na übersetzt. Aber den
Gegensatz zu a bringt auch nach Hebr. Syr. erst v. 12a, wozu
die Worte vielleicht eine Dublette sind. Gr. xotl s-l touc otzs-7.c
(S * or/2-7ic. k -orc or/i-:7'.c. 106 xoTc 7.77.1)01;, Lat. in domesticis) cjo-j
-7;yp-/)3'.7'33T7'.. üas küugt Originell. Vielleicht stand da "miij?;"!
2i:r\'' (oder inny^l); d. h. er tyrannisiert deine Dienerschaft. Vgl.
-apprj3iaCo;x7.i für ts'^ti^ Ez. Iß, 30 Theodot.
12. nn 'T^n es] vgl. Gr. 22, 2ß. Dagegen hat Gr. hier
ih ■:7-3ivty!)-(;c, Syr. hzn ]a. — -[2 -[ct] vgl. Job. 19, 19. Gr.
hzy.i y.7T7. 300; vgl. zu 5, 14. — "inc] Syr. erweiternd: er wird
gehen und sich verbergen. — ■:7.-3tvoji}r,c. h-y.'.] C t7.-3!.v(oi)r^33T7'..
Lat. humiliaverit se. Vgl. 22, 25. Diesem Fehler entsprechend
setzt Lat. am Schluss hinzu: unaninem habebis amicitiam bonam.
13. Das iiTn des Saadia ist vielleicht vom Syr. (th' n'^M),
möglicher Weise auch vom Gr. gelesen; A'gl. zu 13, 13. Aber
öfter hat Syr. nmm für iötJ> (13, 8. 37, 31. 17, 14), und Gr.
7:po3s/c'.v für im (13, 8. 35, 24. 37, 31. 17, 14). — Syr. setzt
für i"'j*Jt<t> und yimn den Singular.
14. n:iös 2ms] = Syr. aii^i iifirn, aber v. 15. Iß om
smJa^'^. — rppn znis] Syr. ebenso, Gr. t/A-t^ v.rjrj-y.'.d. Gegen ZDH
spricht das Abstractum rjipn, das nicht so leicht wie nJWX mit
ihm verbunden werden konnte. Ich vermute hr\i^ (= Haus), für
das LXX Ex. 2ß, 7. Job. 21, 28 T/.i-r, setzt. — Si'o'' iSirwi] Syr.
die ihn findenden sind findend, Gr. 6 (os) sGpwv a-j-ov zurjt. —
lin] Syr. i^na^D = Gr. »ir^ia-jpov, Syroh. (mit Aster.) 253 70 add.
56 Sir. 6, 15—17.
euXoyt'otc. Vgl. 40,18 (hö^d) ni'W K2:ia, aber auch pn K3fa Prv. 1,13
und pm n^3 Prv. 19, 14 und W2 '(in Prv. 6, 31.
15. Tnc| vgl. 7, 18. Syr. «"on, Gr. 7.vt7lX77|x7. (vgl. zu
26, 11), Lat. comparatio (vgl. Tliielmann IX 254). — '?pl^'c] Gr.
OTOtÖixor (vgl. 16, 25. 26, 15). — ini^aS] Gr. r?,? xaX/.ovr;; a-jToO
(s. z. 34, 23).
16. C'^n inyj vgl. l Sam. 25, 29. Gr. 'i7:fy;i.7./.ov loy},;,
ebenso Syr. üTii S^c. Die mehrfach (auch von mir) vorgeschlagene
Aenderung '•li: ist zu verwerfen. Lebensmastix ist unannehmbar,
übrigens haben Gr. und Syr. kaum so gelesen. Gr. setzt freilich
38, 4 'f7!r>|i7X7 für moni, aber LXX gebraucht das Wort und
seine Derivate nur für Zaubermittel (i3n, r^ti^»:). Anderseits hat
LXX für "'i;: überall [jr^-vn,. Pesch. nur Jer. 51, 8 wottD, an den
übrigen (5) Stellen aber nTu' und Kri:n"i. Wenn Syr. deshalb
hier (und 38, 4) Ni^D [nx^c) = 97'f>[x7.xov hat, so wird er dem
Gr. gefolgt sein. Der Sinn von c''''n Tn^ war für Gr. wohl
ebenso unklar wie für uns. — hü ST] Gr. xai (Syr. l) oi ciol^io-j-
tjLsvoi x'jfy'.ov, aber 106 k o cf-opouixevoc x-jry-.ov. — cri^*''] Syr: ist das.
Gr. sOpr^cio'ja'.v (106 k aivssst) a-jtov. Vgl. s'jf/''axaj fürrii^n v. 18. 12, 5
u. ö. Lies ):tz*\
17. a fehlt im Hebr. (llomoioarkton). — o 'W^o'j\iv^o; xopiov]
Syr. setzt den Plural, willkürlich, wie b zeigt. — e'jUuvci cpiXtav
a-jTO'j] Lat. aeque habebit araicitiam bonam, Syr. sie machen fest
(piii'j) ihre Liebe. Gr. e-jOuvsT lässt auf p:"* oder 'i^^'' schliessen,
was beides Syr. mit "ili'S wiedergegeben haben könnte. Nach b
handelt es sich um das Glück der Freundschaft, das der Gottes-
fürchtige geniesst. Ich verstehe daher das zu vermutende p:"*
oder nr^^ nach r;)i ^-n (vgl. 37, 15) oder ms nti*"" (Prv. 9, 15):
er gibt seiner Liebe die richtige Richtung, nämlich auf Gottes-
fürchtige, und in der Gleichheit der Lebensanschauung, die ihn
mit solchen Freunden einmütig urteilen und handeln lässt, hat
seine Freundschaft sicheren Bestand. — In b ist Gr. = Hebr.,
nur dass x7'' (k om.) als Zutat erscheint. — Im Hebr. und Cod.
Ambr. des Syr. ist am Schluss beigefügt 2, 18d im Gedanken
an 37, 1.
Sir. 6, 18-20. 57
III. 6, 18 — 8, 7.
Auf die Ein]ifehlung der Weisheit (ß, 18—37 = 5X3 +
2. I 3. 2) folgen Warnungen vor allerlei Uebermut und Untreue ge-
gen Gott und Menschen (7, 1—17 = 2.2. 3. I 3. 3. I 2. | 2), Lehren
über häusliche Pflichten (7, 18—26 = 4X2+1), und die den
Eltern, Gott und Priestern schuldige Ehre (7,27—32 = 2. 2. 2. 1),
woran sich Gebote der Mildtätigkeit schliessen (7, 33 — 36 =: 3.1).
Abgerissen folgen Warnungen vor gefährlichem Streit und törichter
Uebei-hebung (S, 1—7 = 4. 4).
18 fehlt in Cod. A des Hebr. ganz, im Cod. C sind die
Schlussworte erhalten. — ix vEo-r^toc (Max. 820 iv vso-r^Ti vgl.
zu 7, 23. 25, 3, aber auch 51, 15) aou (om. S k 106). — Lies
i-iozioLi nach Lat. (excipe) und Syr. [hzp vgl. zu 36, 26. 41, 1,
aber auch 35, 14). — -oXtoct'J Syr. «mn^i^; vgl. 25, 4. — :^^r\]
vgl. 25, 3. Syr. n:!i*r,, Gr. sGr.-z-as'.c (v. 16).
19 ab. yj£)p2] UflTc] Gr. (o; 0 apoTpitov •/.r/X (Syroh. AC 106
157 155 add. 6k) 6 cf-siVxjjv. Dagegen hat Syr.: wie der Säemann
und wie der Schnitter. Da übrigens der Schnitter nicht mehr
zu hoffen braucht, so setzt Syr. für b: und du wirst die Menge
ihrer Früchte einsammeln. Allem Anschein nach hat Syr. in a
den Hebr. und den Gr. kombiniert; aber auch Gr. dürfte in
falscher Rücksicht auf b den Säemann für den Schnitter einge-
tragen haben. Denn yj)p2) t^TinD ist einfach Bezeichnung des
Bauern. — nnsizn i^h] Gr. -oh; d-^oMoh; (= ma'^?) xap-oy; a-j-rjc.
— Vgl. Jac. 5, 7.
19 cd. nm:v-] die Weisheit ist als Acker gedacht.— eye]
hat zeitlichen Sinn ; vgl, 40, 6. — nnynj Syr. Soyn = Gr. zo-iaas-c.
Lies hüVi^; vgl. zu 11,11. 34,3. 4. Derselbe Fehler im Hebr.
51, 27, umgekehrt hat er v. 30 h für 1. Uebrigens hat Syr. für
a: wie eine kleine Mühe wirst du dich mühen. — inaSl] wird
von Schechter mit Recht festgehalten; vgl. Ex. 8, 19 und die
ähnliche Hyperbel Jes. 17, 11. Ob Gr. Syr. {-y-yy) "inob lasen,
ist unsicher, übrigens ist mfih in dieser Bedeutung nicht belegt.
— .Tic] Gr. -a>y 7£vv-/)]x7'-ojv auxr,?; der Genitiv auch im klassischen
Griechisch. 248 praem 7.-0.
20. Am Anfang ist vielleicht na ausgefallen (Gr. 6i;. Syr.
sar). — n^ipj;] = Gr. rrjrjyzXa, Die Weisheit ist hier als Weg
58 Sir. C, 18—8, 7.
vorgestellt; vgl. v. 22b. Syr. X'':i'p.— NM] Syr. erklärend: NDörn,
Gr. ia-j. a'foorxy, Lat. nimium sa])iGntia. Hier ist nimium spätere
Corrcctur nach a'f oop?., das aus ao'fi'a (=- sapientia) verderbt war.
Aber auch ao'f 17. war wohl eingetragen, Syroh. Sah. om. acpoopa. —
'^''jk'?! Gr. Syr. haben den Plural. — nj^rSz"] auch hier liegt die
Vorstellung eines Weges zu Grunde; vgl, 49,9. Syr. n3Ti2'D:
(vgl. Am. 7, 10 Posch.), aber Gr. i[i\izvt~. sv a-jT/,.
21. m'Q pxr] = Syr., wenn man mit Cod. Ambr. my
für snTp'' liest. Gr. las oder verstand nca für si^'ö: «jc ÄCiloc
oox'.|jLa3io(c iy/'j(j>j: hzo.'.. liier geht It/'j^j6: nicht etwa (vgl. Gen.
41, 31. 50, 10 LXX) auf m22 zurück, es ist vielmehr Fehler für
t3/6oc (S* Lat. f-yjk), das 253 23 S"'^ lesen und das Gr. er-
klärend beifügte. Zu iSra vgl. 51,26, und zu 'OpxZach. 12,3
nD^2>'a |2K und dazu Hieronymus. — Syroh. 253 i. f. add. iv -A/z:.
— Im Syr. ist nra Fehler für nm: (= Syroh.).
22. Syr. für a: ihr Name ist wie ihre Lehre {nzhv = "iDian
des Ilebr.). Aber -\ü)!2n und Nin ist Korrektur für rtr:2nn und «^^,
auf das der Zusammenhang, Gr. so'fi'cz und nat:>2, S'n und nm:J
hinweisen. Die Korrektur iDlö will vielleicht die Beschwer-
lichkeit des Lernens ausgedrückt sehen. Lat. (sapientia enim
doctrinae) geht möglicher Weise auf beide Lesarten zurück. Eine
Etymologie des Namens nr22n oder "Die sucht man hier übrigens
mit Unrecht; 43, 8 und 46, 1, ^\o ausdrücklich etymologisiert
Avird, liegt die Sache anders. Vgl. vielmehr 2, 18d, Er will sagen:
die Weisheit ist eben Weisheit und deshalb geht sie den Meisten
nicht ein. — SM p] von Syr. und Gr. nicht besonders ausge-
drückt. — rrnS üh)] Syr.: und den (= von den) Toren (ist sie)
nicht. — Die Punktation nni33 (vielleicht nach Bacher = sie ist
bestimmt; vgl. Gen. 24, 14. 44) ist schlecht, nm:: (vgl. Prv. 8,9)
ist das Gegentheil von nzy; v. 20. Vgl. auch zu 11,21. Gr.
cp7.v3f>7', Syr. Nin2n!2 (erprobt); beides vielleicht ^ HinzJ (vgl. Gen.
42, 16 LXX, Ps. 26,2. Prv. 17,3 Pesch.).
22. 23 sind im Hebr. durch 27, 5. 6, die ein Leser als
vermeintliche Parallele an den Rand schrieb, verdi'ängt.
23. ot/o'jaov (55. 254 add. txou)] Syr. v^^; ^'gl- 34,22 und
zu 16, 24. — os;7.'. (al. sxos;«'.)] = Syr. bzp. — yvwar^v [xoüJ das
Wort im Sirach nur hier, in LXX öfter für cx?i2 ; aber Syr. '"izhr,
Lat. consilium intellectus. — a-avatVo-j (4, 4. 41, 4)J Syr. '^ean
Sir. 6, 21—28. 59
(mache zu nichte). — -y)v 3'j;x|'>vjÄ!7.v (37, 11) aooj Syr. 'Tima
(meiüe Zucht). — Vgl. Prv. 19. 20 '\ü)r: '^zpT ni'y v^^'^-
24. Syroh. 253 Ö 307 Sah. Lat. Syr. om. x7.i r\ — sicri-
vsYxov] Syr. 'rj;x = K;n; vgl. 51, 2ß. Neh. 3.5. — Syr. Lat.:
deinen Fuss. — stc tac -ioy.: 7.'jr?,cJ vgl. v. 29, wo Hebr. nitn;
Syr. hier wie dort nriT-jr^n. Vgl. auch Gr. Syr. zu 21, 19. Da
die Weisheit den Menschen nicht nachstellt, scheint Sirach ni^i
auch im Sinne von Fessel gebraucht zu haben, ^^'enigstens
dürfte Gr. das Wort so verstanden haben. — si; tov /Xrjw^ r/Sj-r,:\
das Wort steht hier (wie meistens in der LXX) wohl für hv (vgl.
V. 30). Syr. hat freilich: in ihre Last (njj?an): vgl. s:i*o 51,20.
25'. anj wohl = Gr. u-o{)=c (vgl. Gen. 49, 15 LXX, übrigens
unten 51,26); Syr. ;ip. — |*pn] = Syr. p'ynn, Gr. zoojo/i)i'T(,c;
vgl. 50, 25 und übrigens zu 25, 2. Lat. acedieris = 7./.r^oi7'T(,c
(22,13). — ,TnSi;nn2] ist nach 35,16. 37,17. Prv. 1,5 usw.
verderbt. Syr. (nnSiptJ^2) las vielleicht nnS'in; (neuhebr. = ihr
Bündel; so Eyssel), aber es stand hier gewiss dasselbe Wort
wie V. 29, wo „Bündel" schlecht passt. Man wird deshalb auch
hier mit Schechter nnS;n2 oder besser iTmSzn; herstellen müssen,
da Gr. beide Mal den Plural hat. Vielleicht liegt ein Plural
von S;n (Strick) oder rhzn vor. Gr. hier -ou (S* praem. sv)
o£a;xorc 7.'!»-:-?^; Vgl. ZU sv 50,25. Num. 21,5 und zum Dativ 25, 2.
38, 4. Dagegen hat Gr. v. 29 oi -/.Äoiol auzr^:, wobei er vermutlich
an die beiden Stricke des Joches dachte.
26. Hebr. om. — 'W/;l\ Syr. szS (vgl. zu 4, 17). — -rjf'j-
asÄOs] Syr. 2np; vgl. v. 19. 9, 13. — o-Wasi] vgl. 7,30 T.s?:.
27. npm ^-ii] = Syr. ^)t2) pi2; vgl. Dt. 13, 15. Gr. (3;t/v3'jaov)
übergeht t^in, weil typz sofort folgt. — ^pz] Gr. x7.1 ^-r^w^
(S°'' add. au-r^v), Lat. nur: illam. — si'öl] Syr.: und du Avirst
finden, Gr. frei: x7i YV(o3i)r,c»3-:7.t lo-.; vgl. übrigens zu 12, 12. —
nnpmmj führt den Impt. fort (Syr.), Gr. x7.l t;y.yj-r^: y3vo|j.£voc;
vgl. £Yxf>7-r;C 27, 30, £Yxp7.TcTv Ex. 9, 2 LXX und zu 15, 1. —
nein hi^)] vgl. Syr. 25, 11. 40, 26. — Vgl. Prv. 4, 13.
28. '':] Syr. und. — iinx'?] Syr. am Ende, Gr. ir iy-J-orr,
ebenso die beiden 12, 12. — nnnüö] Syr. Ruhe und Wonne
(«p'':cn = ;i:>'n). — iVjVrh] Gr. ci? s-j^rvo^ovr^v. — Syr. für b : und
du wirst dich freuen an ihrem (w Maus, deinem) Ende.
60 Sir. 6, 18—8, 7.
29. nntyn] Gr. ot? tAw. (248 70 Aeth. Lat. add. a-jir,;);
vj;l. zu V. 24. Auch Syr. hat den Plural, vielleicht nach Gr.,
der ihn in b fortöetzt. — '3; proj = Syr. WK'y s:mo, auch Gr.
(c[c <3vA-r^'j 'V.'^^^O 1^^ wohl dasselbe. Lat.: in protectionem for-
titudinis et bases virtutis. Letzteres ist Dublette, wie llerkenne
schon vorher vermutete, und genau ^ Hebr. Allerdings bedeutet
ij; p:i3 vielniehr „herrlicher Standort", und ist ungefähr s. v. a.
Thron (vgl. "[XDD p2a Ps. 8U, 15). Der Weise wird eine Art König;
vgl. 1, 19 Syr. Betr. des dz vgl. 45, 15. — Syr. om. b und
V. ÜO; vgl. hier cn2 n:2 und mzD n:; v. 31 init. — cn: nj;j
Gr. a-oAYjv oo;-/;c, aber wegen v. 31 ist y\22 unwahrscheinlich. —
nn'?2mj vgl. zu v. 25.
30. 'hv\ xoa.xoc YJ.[j (k Sah. om. 701». Lies ^nj; (43, 9.
Jer. 4, 30). — nSlj?J Gr. st:' auT7)c (Verwechslung mit .t's)} wie
30,13. 51,17). — 'j^noj Gr. xXrua;i.7.; vgl. LXX Num.' 15, 38,
Hexapla Ex. 28,28. Jdc. 16,9. Anders steht x3xX(o3;j.svo; 45, 11.
— rh^r] u7./''vihvov; vgl. 45, 10.
31. ^23 ^1J2] Gr. (JTOAYiv 00?-/;?; vgl. 50, 11. — njti'iSnJ Gr.
svoucjfj (S'^'^ 70 svouast) aurr^v, Lat.'indues eam (Toi. te), Syr. sie
wird dich bekleiden. — Vgl. 27, 8. — mxcn meyj vgl. Prv. 4,9.
16,31 u. ö. ; Gr. a-i'^avov aYaÄAiv'ixaioc ; vgl. zu 1, 11. 15,6. —
nillsVi^l Gr. -ncpiDr^asi? acaurto, 70 -spiUr^isi czuko, Syr. sie wird dir
umbinden. Vgl. Jes. 49, 18.
32. D:nnnJ das Hithpael hier und 38,24. 25 wie im Aram.
und Syr. im Sinne von „weise werden"; vgl. das Piel 6,37.
Ps. 105, 22 u. ö. Gr. hat -rnZzu^Tf^ (vgl. 21, 12. 23, 15), was
zur Not auf crnnn zurückgehen könnte (vgl. 37, 23). Aber es
entspricht dem noin v. 33, wo Gr. umgekehrt ao'foc isr, hat.
Syr. hat beide Mal D:nnn. Wahrscheinlich ist Gr. im Recht, denn
cnj;n fällt gegen vorheriges crnnn ab, das überhaupt am Schluss
passender ist als am Anfang. — C'^ti^n] lies cii'n; vgl. sonst zu 8, 6.
B (308) 0(0,- (vgl. 31, 6. 38, 26. 27. 28), alle anderen £-io(oc (vgl.
38, 30. 34. 39, 5). — -[2^] Gr. xr^v ^W/r^^ aou (vgl. zu 4, 1 7). —
c*ij;n] so auch im Kanon 1 Sam. 23, 22. Prv. 15, 5. 19, 25, was
die Masora nach Ps. 83, 4 als Hifil sprechen will.
33. smn] die' Orthographie wie Prv. 1, 10; Gr. d'(y.-r,rr^;
{= 2nsn?), was nicht ohne weiteres abzuweisen ist. — Hinter
j?eti>S ist im Hebr. ein Verbum ausgefallen, Syr. hat ^han (so
Sir. 6, 29—37. 61
wirst du lernen), Gr. r/.03;r„ 248 70 Syroh. 253 add. ajvsj-.v,
Lat. add. doctrinam. Vgl. dazu ixosysafilcti -of^jE-av 18,14. 35,14.
An letzterer Stelle steht ~ph bei 'C'r: im Sinne von lernen (vgl.
zu 8, 9), und 51,16 steht ähnlich blosses 303;7'a-/;v, und vielleicht
wurde nph oder Sip auch für sich allein gesagt wie aram. h^p. —
i;mj Gr. Syr. x^l 3%v vliYr,:. Der Imperativ erscheint an sich als
unpassend, gegen ihn spricht übrigens, dass vor iD'n ein i fehlt
und vor t:n ein ] steht. Der Fehler hängt mit der vorhergehenden
Lücke zusammen, diese wohl mit der Umstellung von c:-rr (s.
z. v. 32). Lat. vertauscht die beiden Konditionalsätze.
34. Ilebr. om. — iv -Ar^f)3i rp3j,'i'jT3fywvJ nach 8,9 und 35,3
wohl = ci'-y my2 (Syr. n;ci Kri^i:::), tt/.t^Uoc für my auch 7, 7.
42, U. — y.7.l (Chrysost. 4, 62. Max. 916 add. 3t) -i;] Syr. und
siehe, wer (vgl. v. 36). — -rjrjT/jj}lr^Ur,v.\ Syr. pznns'; vgl. zu
13, 16. — Lat. für b: et sapientiae {== ty, cio'fta?) illorum (S-
Aeth.? a'jTfov) ex corde conjungere. Sah. damit du dich hängst
an die Lehre, die ihnen innewohnt.
35. rm']:?] Gr. fA-f-r-yy, Syr. «nT»^; vgl. 8, 8 und Hebr.
Syr. 11, 8. 13, 11. 12. 20, 5. 35, 4. nn^si^ heisst hier und 8, 8.
11, 8 wie sonst neuhebr. der lehrhaft-erbauliche Vortrag (vgl.
Ps. 119, 97. 99?), ebenso iTK> 35, 4. 44, 4, letzteres auch =
Gerede 13, 11. 12. 20, 5 (?) (vgl. 2 Reg. 9, 11) und = Klage
(im Gebet) 32, 17 (öfter im A.T.). ~ f>3i7.v (106 \)ziu:, Lat. dei)
ist vielleicht Zutat des Uebersetzers, es heisst übrigens „trefflich" ;
vgl. iJiioTcjiov oo'i'aa {= bessere ^Meinung) Philo, de incorr. muudi
(Mang.) 497. — r\V2 Sb'ci] Gr. hat den Plural, Syr. und die
Sprüche der Weisen. — ■[«!"] vgl. Jer. 10, 20. Gen. 44, 4. Syr.
mögen dir entgehen = Gr. £//f3'r,'3-:(oa;av 33.
36. p" n!3 nsn] vgl. 37, 27. Syr. siehe, wer weise ist.
Leg. "0. Gr. ih iot,c ^ovstov (248 Chrysost. 7, 436 jjraem. -zvo^ct).
— pnn'^'ij Gr. ö'pl}[>'.^3 -yjz ocjTov (4, 12). — pT\^T\ das Verbum
hier mit ; im Sinne von attero (vgl. Job. 14,19), Syr. i^mn, Gr.
ixTpißsTo). — "CDiJ Syr. nnc2DS, Gr. ßct&jio'j; Ouptuv auTo-j, aber
Oupwv ist wohl Zusatz; lies rvüz oder 'CDZ (Ez. 43, 8).
37. nJJiZriTi] ist dem Sinne nach = Imperativ, den Gr.
Syr. haben, ohne das T auszudrücken. Lieber hätte man pizm.
— IvSj? TNVS] ist ohne Beispiel. Syr. in der Furcht Gottes.
Gr. 3v Tor^ zpo3Ta7u.o(3'.v -/.'jpi'o'j. Sirach sagt ständig ^"^ rST oder
02 Sir. 6, 18—8, 7.
cm'^s nsT", dagegen sagt er öfter ]vh); min. Zudem ist ]Thv DNT
als (Jegenstand des ]:)2r\n eigen. Man möciite nach. '6>i, 34
jv'rj? min; herstellen. Aber Gr. xüf^to'j hätte als Cebersetzung
von ]vbv kaum (s. z. 44, 2. 43, 5) eine Parallele, und auch ::fy03-
T7'Ya7.-:a für min kommt im Sirach kaum (doch s. z. 39, 18) vor,
und nur selten in der LXX. 248 70 add. -zlzm:, dasselbe
Syroh. 253 hinter o-r/vooCi. — n:m im^^sril ist nach Gr. Syr. {v.'-A
iv -r/i; h-r/KaX: rj^j-j/j ^^x^\ixrf.) Fehler für M rm::ö;i. — Kim| Syr. in
(w Maus. Mas. I praem. l), Gr. 7.'j-:o; (Syroh. 253 23 70 lOß Lat.
praem. x7.t', 155 Sah. add. -(otp). — p^j Syr. (jpni) und Gr. {(s-r^[Ati)
lasen p"» (s. z. 38, 34). Vgl. zu letzterem 1 Sam. 7, 3. 2 Chr.
12, 14. Ezr. 7, 10, wo aber überall der Mensch selbst Subjekt
ist. Syr. hat vielleicht deshalb für "[aS „deine Wege" gesetzt
(vgl. 37, 15). Besser erscheint das erstere; vgl. Ps. 119,34.130
und 1 Reg. 3. 12. — ■jo:n''| Syr. er wird dich lehren. Gr. frei:
7.7.1 Y) s-iil'j'xry. rr^z arys^ia: ctoo (Co. 70 Syroh. 253 SAC 106 155
157 Sah. Lat. om. aoo) ooi)r^3sT7t' am. Vgl. Gr. zu 51, 17. —
Die beiden Distichen, die das ceterum censeo nachholen, schliessen
die drei Verse v. 34 — 36 ebenso ab, wie die von v. 32 — 33 die
vorhergehenden Strophen von je drei Versen.
7,1—17. Ueber allerlei Sünden gegen Gott und den
Nächsteu, die zumeist dem Hochmut entstammen. Die Gedanken-
verbindung ist hier mehrfach lose, doch scheinen Strophen von
2. 2. 3. 3. 3. 2. 2 Versen beabsichtigt zu sein (vgl. zu v. 15).
1.2. 'f? {Cod. A) antecipirt den Sinn von b. — vi 2" ist
indirect auch in Cod. A durch "[^^^ bezeugt, aber an erster Stelle
muss dasselbe Wort gestanden haben. Syr. hat beide Mal ?i*^2,
Gr. wechselt dem Doppelsinn von y* entsprechend den Ausdruck:
7.7X7 (253 k 7.7.xov) und x7xov (248 70 x7X7', Lat. om.). — Ssi
(statt ah)) wird geschützt durch a^l; vgl. zu 9, 13. — y'^^l = Syr.
'fCUf} (6, 18). Gr. (as x7T7Ä7',3tj) las kaum anders; vgl. LXX. —
pj^öj das Wort ist ebenfalls doppeldeutig = Sünde und Strafe.
Syr. xii>''; p (nach v. 1), Gr. d-Jj doi'xou. — I3""i] Syr. gleich-
macherisch pnin:). — 248 Syroh. 253 Anton, 897 i. f. add.
7ti.7rjTt7, 70 add. 7oixt7, 106 add. xaxiot, Lat. add. v-ol/A.
3. Gr. für a: uts (Aeth. Toi. Am. Sang. Corb. 1 Theoder.
Aug. spec. Brv. Moz. 235 om.), \x■r^ a-sXrjz ir: 7uX7X7; czoixt7?. Syr.
Sir. 6, 37-7, 6. 63
Nn^üm K3n: hv v)')'n (w Maus. vsS) sSi. Danach ist zunächst >n:n
"«nin (by) oder ^v^*"in zu lesen, ct^'m oder Cirnn für Furchen
ist freilich nicht belegt, aber unbedenklich anzunehmen. Sodann
ist rivS* h]! aus v. 12 eingedrungen. Deshalb ist aber zu vermuten,
dass Den ''^Tn dastand und ns hv das Den {= Syr. «n''j:n, Gr.
dov/dac; vgl. 10, 8) verdrängt hat. Dabei ist zugleich wohl eiu
anderes hy ausgefallen. — |c| Gr. x7.t o-j .xr^ (= haV^). — "n"i2;pnl
nl. das Gesäete. Gr. ^otarjC ccj-a (B (30S) artete, 296 aoTr^v, Anton.
897 om.). — cTyzti'l vgl. zu 32, 13. — Vgl. Hos. 10, 12 f.
Prv. 22, 8. Job. 4, 8. Gal. 6, 8.
4. n':?i'öü] = Syr. XiöS'.^i*, Gr. Y,v3aov:7.v (vgl. 10, 1). — |r,J
Syr. 1, Gr. ar/A (v. 12. 20). — 2'^i^ieJ Syr. KPzme (leg. S2ime).
5. piüÄnl Gr. ötz^ioij (Gen. 44, IG), Lat. te justifices,
Chrysost. 5, 139 otz^iou asctuTov, Syr. erkläre für gerecht (x:in)
deine Seele. — "Se 1"| stammt aus 4b. 5b; Syr. sn'rx, Gr. -/'j^otoo.
Lies '^s' nach ■'Ja. — plDnn] Gr. jO'sCI/j'j. Das llithpael ist in der
Bedeutung „seine Weisheit beweisen" nicht belegt. Man erwartet
□:nnn (s. z. 10, 2(;)), das wohl herzustellen ist. Der Fehler ''Jc
erklärt sich daraus, dass an p'zrn ein Leser austiess und „be-
trachte nicht das Angesicht des Königs" verstand. Lies ^:zh) =
Syr. cipi, der übrigens umdeutet: sei (kein) Tor. Gr. -'■/rA
(,3a5iXsr), wohl der Abwechslung halber; sonst =: cy.
6. hmf2] Syr. srn = Gr. xp'.tr^c. Gr. las wohl 'cz]z% das
10, 1. 2 (vgl. auch 10,24) den Fürsten bedeutet, 'jti'ie erscheint
als richtige Glosse dazu. Auf Schwanken der Lesart weist auch
wohl die Lücke in C hin. — ^^n "S |\s es] Syr. ausser wenn in
dir Kraft ist. Gr. [irj oux (248 307 296 308 vm oox. Chrys. bei
IVligne 62,673, Anton. 1017 st jxr^, Lat. nisi, Basil. Magu. 1,457.
Aeth. (?) <±r^ TAoc o6x. Hieron. IV 55'' V 409'^ ne forte non)
3cia/;j33t; (al. tcj/;j33ic. !r/;jjr,c, Chrys. Ant. 308 It/'jz'.;). ;xr, o-jx
könnte nur final verstanden werden, ist aber schwerlich richtig.
— n-'it^MSj Gr. zcarjai, Syr.)h'czt2h; vgl. 49,2. — pTj Syr. Frevel
(sVij;), Gr. ctoixia; (Syroh. Sing.). — n:] Syr. schlecht: des
Reichen, Gr. öuvaaTou (ebenso beide 13, 9). Das Wort bedeutet
wie 8,2. 11, 1. 13,9. 38,3 (Var. -^e) den Fürsten; ob hier der
griechische Oberherr oder jüdische Grosse gemeint sind, steht
dahin. — nrni'] so nach Syr. und du wirst machen, Gr. vm ör^ast?
(11,31). — yi-;] Syr. Makel (seie vgl. c-.e 11,33. 44, 19, 47,20),
61 Sir. 6, 18—8, 7.
(ir. T/7V07.A0V (vgl. 27,23 und Syr. 11,31). Beides kann Aus-
deutung von v^2 sein; vgl. zu 11, .'31. Unwahrscheinlich ist, dass
y'jiZ für na gesetzt wurde. Wenigstens steht ma bei Sirach sonst
in anderer Bedeutung (s. z. 44, 19). Eher könnte man nach
(ir. "CT (vgl. 44, 19 Eand und Ps. 50, 20) annehmen. — -''0"'ön:]
ist Singular. Gr. iv s-jU-jr/jT'' cro-j (vgl. zu 49, 3), Syr. ^rhrnz (an
deine (jlottesfurcht).
7. "'^'cn '7Xt| ist nach 1, 30 auf die y;^* mj? zn beziehen.
Gr. freilich x7.1 ^-r^ (248 70 Syroh. 253 praem. oo) x7-7.i'^a/.Y,c az-
of'jtov und Syr. : und wirf nicht nieder dich selbst (-^'cj). Das be-
greift sich nur, wenn schon Gr. "yi^in las, wofür er freilich \j.r^
ocjxccji-otvs (aber Syr. -i^o: i^nn ah) setzt, -y't^'in ist aber nicht
anzutasten, obwohl es ausserhalb aller hebräischen und im All-
gemeinen auch der sonst bekannten semitischen Analogie steht
(vgl. zu 30,21 und den andersartigen Fall v. 16). Der Ueber-
setzer versteht 6, 3 auch 'nn^^m reflexivisch. Im Kanon wird nK
mit Suff, reflexivisch gebraucht (vgl. Ewald § 314c). Vgl. auch
zu 14, 11. — nj?i^> mV2] Gr. sie -Xr^Do? -jjlzto; (vgl. zu 42, 11 und
zu 4, 7). Syr. hat beides combinierend : Nnrion xntn:D3. Uebrigens
ist aber wie 34, 24 y;^ = Stadt. — rhnpz] Gr. iv o/a(o (vgl.
2G, 5), Lat. in populum. Zu sprechen ist in der Tat wohl n^nD^
(vgl. 42, 11), nicht rhr\p2 Syr. erklärend: in ihre Gerichte
(.Tri;). — In ^« 'y;]:^ mi ^xi verdoppelt. — Auch gegen die Ge-
meinde kann sich der Hochgestellte vergehen.
8. In Codd. B (von späterer Hand) und 68 steht der Vers
auch hinter 12, 12.— mirpri ha] = Gr. \j.r^ xof:(zos3[x£uar(,c (12, 12:
03a;x3'j'T(jC). Syr. verstand das Wort nicht (wiederhole nicht zu
sündigen Sünden). Aus der Bedeutung „sich verschwören" er-
wuchs die der Empörung; vgl. das Nomen Jer. 11, 9. Danach heisst
es hier wohl s. v. a. freveln. Vgl. zu 11,31. 13, 12. Uebrigens
könnte die Grundbedeutung von i^/n auch „Gewalttat" sein ( vgl. arab.
^**^i), sodass es mit"i?rp „binden" nichts zu tun hätte. — olc a|i.o!ptrc(v|
Anton. 1117 oiaofac 7|xapti'otc, Lat. duplicia peccata. — sv -{c/.rj r?,
(TY, nur inB (C 296 308, es fehlt aber auch 12, 12) tx-ra] Anton.
1117 o'jos -«{i fita. Lat. nee enim in uno. Uebrigens erfordert
n-S2 vor sich wohl nn'cn (Peters). — npjn] Gr. c/.i}(ooc hr^ (12, 12
und Anton, afltptu&r;:?-^ ; vgl. 11,10. 16,11). Syr. hat das Per-
fectum.
Sir. 7, 7-13. 65
9. Im Hebr. ist v. 9 durch v. 15, den er an dieser Stelle
hat, verdrängt. Lat. stellt v. 10 vor v. 9. — -to -/.r^Osi] Syroh.
253 Lat. praem. iv, Syr. praem. 2. — xwv owpa>v ;j.ou] Syr. ''Jmipi;
vgl. 31, 22.— e-r/;>3T0(i| vgl. n-;^ (Gen. 4,4), e^sn (Am. 5,22).
Lat. add. deus. — X7.l iv -i\> -[jfj^vAj/.ox ;xs| Syr. XJX anpam, Mas.
II Maus, wx 2"iptti3i, w xjs ;ipo n:i = ''2"'-ipn2i. — Osw (Syroh.
253 om.) u'^i'ciTojJ Syr. dem Höchsten; vgl. jr'^j? 41,8. 50,17.
S 106 xof>«o u'|/i3t(o; vgl. 47,5. — 7r,oo3osq£-:c<i] Syr. '^^po; ebenso
beide 32, 14 für np\ Syroh. 253 70 106 add. [xou -A omrja ^t. o.
;jiou), Lat. praem. munera mea, Syr. praem. ''JiTip.
10. ■i2:pnr] der Ausdruck ist verkürzt aus mi nyjp. Gr.
oXqo'Vj/r^ofY^c; vgl. zu 4,9. Syr p'jjnn; vgl. Num. 21,4. — nScnaj
Syr. in den Worten deines Gebets (s. v. 14), Gr. iv -f>033'j/-7| aou,
Lat. in animo(a) tuo(a) exorare (^ '{>u/(, + 7:po3£u/-(„ wovon
ersteres aus T.-jvy/r^ verderbt war). Es ist wohl da3 gesetzliche
Gebet gemeiut. — v^Ti'z] vgl. zu 29, 8. Syr. Knpil p, Gr.
iXs/jixoT'jv/jV -oir,37.i (vgl. zu 3, 30). — "iD5;nr] Syr. imn'^'n, Gr.
-7.f;ior,c (253 'J7:3r>stor,c) ; vgl. rcfpalii/i-^j 38, 9 und zu 5, 7. —
Syr. add. und (w om.) zaudere nicht zu tun das (iebot (= falsche
Deutung von npn;:).
11. nnj Gr. -/.rj-rr^ika, ebenso Syr.; vgl, LXX. — 7'vi)r>oj-ov
0VT7.] 253 23 S 70 106 307 k ava.otiTuo-j ovxo,- (S om.); vgl. 20,17.
— nr 11221 vgl. anders 4, 16. Im Kanon u'ci 103, wonach Gr.
iv Kixpta 'Vj/TjC oSj-r/j (Lat. om. o-.-jto'j). Syr. 'mDJn p'^lCT; vgl. zu
4, 6. — n:;| Gr. Syr. om.. — h^z^'m d''-d] Gr. 6 xa-sivojv /.cd (S'^''
add. 6) 7.v'j6(öy. — Lat. add. circumspector deus; vgl. Lat. zu
37, 14 und oben zu 3, 31. 14,20. — Vgl. 1 Sam. 2, 7.
12. iJ^-nnn] vgl. Prv. 3, 29. Syr. frei: spnn. — Dan] Syr.
Knif'''3 (vgl. 27, 22); Gr. '1/c'»jc, das vielleicht aus v. 13 einge-
drungen ist. Indessen könnte Gr. Dan wegen ti^nnn schlecht
übersetzt haben. — nx hy] Syr. w gegen deinen Bruder, Gr. i-'
7.o£//i(ü crou. — |r,] Gr. p-r/ji (vgl. zu v. 4). — nn'' nsm j?i Sj?]
■i3n besagt weniger als yn; vgl. 42, 3. Gr. zieht zusammen:
'iTAto (S *==* praem. iTru Lat. in amicum) xo oaoiov -ot'ii.
13. i'cn heisst hier einfach wollen. — ^^j;] lies ^2 (Syr.
Gr.). — impn] Sirach gebraucht das Wort im Sinne von Ende,
Ausgang (vgl. v. 17; Syr. beide Mal Nn-n), wie vielleicht schon
Job. 11, 20, hier obendrein in Bezug auf die Tat (statt des
Smend, Siracli-Koramentar. 5
66 Sir. 6,18—8,7.
Menschen). Gr. o svSsXs/t^aoc otüToo ist schlechte Uebersetzung ;
vgl. zu 20, 24 — 26. — cyjn nSJ Gr. oux stc 7.77.{)ov; vgl. Gr. zu
39, 27. 42, 14. 45, 23. Lat. non est bona.
14. mcn Sk] das Verbum war bisher als hebräisch nicht
belegt, bei Sirach findet es sich öfter im Ilithpael in anderer
Bedeutung (s. zu 8, 17). Gr. |X7j dooXsa/et, was der Bedeutung
des Ethpaal im Syrischen entspricht. Syr. (verbirg nicht deine
Seele) las vielleicht nron. - cns:' mv^l Gr. iv -A7^i)3i Trf/saßu-sf-oiv
(= c^zu^; vgl. zu 6, 34); dieselbe Verwechslung 25, 5, Aber
cniy passt vielleicht besser zu b. — |l^♦''^l| ist Kai. Syr. falsch:
ändere [r^^n^T). Er denkt an die feststehenden Formeln, Gr.
ot<j-zrAoTr^:. — rhzP2 i^tI Gr. add. ao-j. Syr. die Worte deines
Gebets. — Vgl. Koh. 5, 1. Matth. 6, 7. 8.
15. Hebr. hat den Vers an Stelle von v. 9. Das beruht
auf Korrektur, wie der Ausfall von v. 9 im Hebr. beweist.
Auch passt V. 15 besser zu v. 14 als zu v. 8. Syr. lässt v. 15
überhaupt aus, vermutlich aus kritischer Bequemlichkeit. —
l*\s'n hii] besagt das Gegenteil des erforderten Sinnes. Gr. [at,
\llTf^Tf^:. Wegen 2 ist yipn zu lesen, obwohl Gr., der dies Verbum
sonst anders übersetzt (vgl. zu 6, 25), vielleicht anders las. —
rt'iZV rrxSe sind falsch verbunden (nach Lev. 23, 7 u. o.). Zu
N2i: vgl. Job. 1, 1. Jes. 40, 2 und zu nrs'^a az'^ das ähnliche
m3j,M KSi: Num. 8, 25. — nizv] lies ";). Gr. x-xl -,'£o>f>-,'tav; vgl.
Gr. zu 27, 6, und zur Bedeutung Neh. 10, 38. 1 Chr. 27, 26. —
W: ^^] ist aus Sn?: ': verderbt (vgl. 15, 9), ': wird von Gr., der
nur ~y.rA x'jpto'j hat, der von ihm gewählten Konstruktion wegen
nicht ausgedrückt. Vgl. sonst betr. der Orthographie M zu 15,19,
betr. des Gebrauchs des Pronomens als Copula zu 14, 9, und
betr. des Versbaus zu 1, 2. — npSmJ Gr. ixTistxsvr^v (vgl. zu
34,13), was hier aber nicht passt; vgl. vielmehr 15,9. — Sirach
denkt nicht sowohl an Jes. 28, 24 ff., als an Gen. 3, 23. Vgl.
die Polemik gegen die Kaufmannschaft 26, 29 ff., aber auch den
Spott über den Bauer und die Handwerker 38, 25 ff'.
16. ip.wnn ha] das Pron. suffixum in reflexiver Bedeutung
ist wiederum ohne Analogie im Kanon (vgl. zu v. 7), findet sich
aber bei den Verben des dafür Haltens usw. auch im Arabischen.
Zu 2 vgl. Num. 23, 9. Gr. \l.r^ irpoaAOYi'^ryj ofsotutov. — Syr. für a:
liebe nicht deine Seele mehr als (]o) die Leute deines Volkes.
Sir. 7,14—17. 6t
Er übersetzte frei^ las aber vielleicht nv 'nJ^o für y 'ö2, womit
nichts geholfen ist. ay ""HM könnte nur bedeuten das gemeine
Volk. Gr. iv TT^Dsi ot;i.'X[>-:(oX(üv (Lat. indisciplinatorum = 7.-7.1-
SsuTwv); vgl. <:swr(or(r, 7[x7f>T(oX(ov und avo|i.iov 16, 6. 21 j 9. An
ersterer Stelle steht D""j;iri m>', worans cj; Tia verderbt sein
könnte. Vgl. zu -Ir^i^o: (= ,ny) zu G,o4, sonst D'^ynö my Ps. 22, 17,
sowie Ps. 26, 5. G4, 3. Indessen erscheint es bedenklich, TiOD
anzufechten, für das i^W "no 15, 7. Ps. 26, 4. Job. 11, 11 oder
auch p« Ti.t: Job. 22, 15 in Betracht kommt. Vielleicht ist cy
Korrektur für 2 (Ps. 88, 5), durch die üW oder px verdrängt
wurde. Möglicher Weise ist Lat. übrigens mit d-mozu-wv im
Recht, das in der LXX öfter sehr bösen *Sinn hat; vgl. aauvsto^
15, 7. -— n3:J ohne ^: wie 8, 7; vgl. z. B. 2 Reg. 9,25. Gr. add.
oti; vgl. 8, 7. 15, 11. 12. 16, 17. 39, 16. — pnryj Syr. KUn =
Gr. ofy-j'Tj, Danach ist wohl ein sonst nicht belegtes pi2y (= niay)
anzunehmen, das sich zu ]TD2 (s. z. 6, 7), psi'p (30, 23) stellt. —
nnyn^l Syr. i3y, Gr. /r.ovisr (vgl. zu 5, 7). Syroh. 253 23 add.
a3s[:l£3tv, 106 add. z-\ 7.3s;':ii3'.v, 70 add. s-1 daz{izX;. — Codd. B
(307 308) stellen v. 16b hinter v. 17a, k om. 17a.
17. Aboth 4, 7 (4a) wird der Spruch dem Rabbi Levitas,
einem Mann von Jahne, beigelegt. — msj hz^n\ Gottlosigkeit =
Hochmut. Gr. -y-ttwino'^ -r^v 'I>'j/r^v (Lat. spiritum) aoo (vgl. zu
2, 17), ebenso Syr., der ihm vielleicht folgt, msj erscheint als
oi'igineller, rr^v '{>'j/r;^ 3o'j will vielleicht die Beziehung auf die
Gottlosen ausschliessen. Allerdings klingen Gr. Syr. und vollends
Lat. (doch vgl. Lat. zu 25, 1) s|ark an mi Scit^ '"in (vgl. auch
Gr. zu V. 11) des Mischnaspruches an. — mpn] vgl. zu v. 13.
Gr. sxStxr^ori? ist wohl nur Deutung. — u^m\ Syr. aller Menschen,
Gr. otasßo'jc (Anton. 918 r/.az'^mv, 908 7.;x7f>TtoX(ov, Lat, carnis impii).
In der Zeit zwischen dem Grossvater und dem Enkel hatte die
Hoffnung auf ein Leben nach dem Tode Boden gewonnen. Der
Enkel (oder schon seine Vorlage? ^^Tjü, {^♦\s, ?^*s = -up?) setzt
deshalb für u^m die Gottlosen und für nöi nach Jes. 66, 24
TTup x7.t axa>X-/jc; vgl. Judith 16, 17, übrigens die Korrektur des
Gr. zu 48, 11. — noiS = Syr., ,noi = Gr. — Mit v. 17 ist
ein Abschluss erreicht. Im Hebr. folgt ein Distichon, das bei
Gr. und Syr. mit Recht fehlt, und dessen Eintragung den Fehler
pNn V. 15 vorauszusetzen scheint. Der zweite Stichus besagt,
63 Sir. 6, 18—8,7.
dass der Fromme sein Schicksal Gott befehlen (Ps. 22,9. 37,5)
und in Erfüllung der Gebote Gottes auf die Zukunft hoffen solle.
Dagegen muss der erste Stichus von ungeduldigen Wünschen der
Frommen betr. ihres eigenen Glückes oder des Untergangs der
Gottlosen reden. Das erstere ist wahrscheinlicher. Der Text
ist aber verderbt. Zur Not könnte man übersetzen: Sei nicht
ungeduldig im Gedanken reich zu werden (Gen. 30, 43). Aber
die beiden Infinitive stossen sich und lOsS will auch zu |"'Nn
nicht passen.
18 — 36. Wertschätzung von Freund, Bruder und Weib
(18— 19), Sklaven und Tagelöhnern (20—21), Menschlichkeit und
Vorsicht in der Behandlung der Haustiere, der Kinder und der
Frau (22—26), Ehrfurcht gegen die Eltern (27—28) und die
Priester (29 — 31), Wohltätigkeit gegen Arme, Tote, Leidtragende
und Kranke (32 — 35). Einen Abschluss bringt v. 36. Im Anschluss
an V. 23 — 25 kommt er v. 26 auf die Frau (vgl. v. 19) zurück.
18. y^n Sk] = Gr. \i\ dlldr-r^;, was Lat. (noli praevaricari
in amicum) umschreibt. — ym2\ Syr. wican, Gr. Evs/.sv (248
Syroh. 253 23 SA 106 155 157 om.) otoiacpopo-j. Lat. pecuniam
differentem (al. pecunia difterenti). Er las oiotcpopou (so nach
Herkenne auch Sah. Armen.), das 27, 1 in S* (nach Herkenne
auch Armen.; Aeth. hat: Parteinahme) und 42, 5 (Hebr. THöo)
in Co. 70 23 106 k 157 307 SAG 155 v^ Sah. (Lat.) erhalten
und übrigens auch 34, 5 (Hebr. i'nn) und 10, 8 herzustellen ist.
Syroh. überall xer^^ (= oroiv/iopr.v?). Vgl. 2 Macc. 1, 35. 3, 6.
4, 28. — 248 106 add. -/7T7. -xr/^s iv. — ')hn\ Syr. der dir ist,
Gr. 7v/^5'.ov. Lat. charissimum. Nöldeke (ZATW 1900, 85) emendiert
einleuchtend cSn (leiblich), das im Targ. Ps. Jonath. und im
Fragmententargum zu Gen, 49, 5 vorkommt und im Samarit. den
Bruder überhaupt bedeutet, übrigens auch assyrisch zu sein
scheint,
19, DNön ha] = Gr. \xr^ «a-o/si (ebenso 8, 9). — nSrii'ö
|n r\2r^)\ vgl. zu rh2U^f2 zu 40, 23, und zu |n nme Nah. 3, 4. Gr.
aocpTjC (Lat, sensata, s. zu 10, 25) xal d'^a\)r,c (Lat, add, quam
sortitus es in timore domini), r, (nur B (254 308) haben dafür
xott') 7ap yotpic (Lat. gratia verecundiae) «oty^c. Er zieht miei
zum Vorigen und hilft sich mit dem Folgenden, so gut es geht.
Syr. folgt ihm halb und halb : mn nTss:>i ar\2ü »nn:». Uebrigens
Sir. 7, 18—21. 69
lesen p u spzi;!, so dass ein Aequivalent von rh^u^ü im syr. Text
ausgefallen sein könnte. -- crjEO] vgl. 30,15. 34,6. Prv. 31,10.
Gr. 'j~z[j ->j yrj'j:iw (Syroli. 253 70 0-sf> /[>. oo/.'.ixov. letzteres in
LXX := "nrü, pp'fs etc.); vgl. aber Gr. zu 30, 15. Uebrigens
steht /.o'jcriov 34, S für Hebr. ])r^t2, 41, 12 für Hebr. m^n, 29, 11
für Syr. "]'? n'«! nö hz. Man darf auch nicht nach Gr. rzia '2 her-
stellen, denn vap ist offenbar von Gr. zugesetzt, und rhz^'f: und
jn D2'ü sind verschieden. Eher ist bei letzterem das erstere zu
subintelligieren. Syr. deutet cxsn nach yr2r\ v. 18 mit r|Snn
(vertausche nicht) und übersetzt, als ob er er:«:! gelesen hätte.
Aber auch das ist nicht empfehlenswert. Die beiden Stichen
verhalten sich hier ganz so zu einander wie 11, 28 f.
20. In Cod. A des Hebr. ist n.'2«2 (= Gr. Syr. sv ä/.-zjDsi'a)
richtige Korrektur für den auch in Cod. C sich findenden Fehler
no«. Durch die Korrektur wurde in A izv verdrängt. — ynnj
= Gr. xaxoj3r,c; Syr. f]Tv2n (wie 30, 40). — ]3)\ Syr. auch nicht
= Gr. [ir/ji (s. z. V. 4). — iii'c: jnijj vgl. 9, 2 (Gr. Syr.). 9, 6.
29, 15. 38, 34 (Syr.). 51, 26 (Hebr. Syr.). Syr. frei: der seine
Seele abmüht.
21. S^:tt*öJ Syr. s;2-n (10,25), Gr. a-jvsTov (B 68 157 k
«YotOov); vgl. zu 25, 8. — Dem 2zn ziehe ich 2in« (v. 30) vor. —
ha k'cj: 2ins] erforderlich ist hai "[it'c::; vgl. 30, 39. ti'c:: 37, 2
und im Zusatz 34, 2 ist anderer Art. Aber (ty. {rz-yj-d-M cjo-j r,
'Vj/Tj. \x■r^ (70 157 155 k praem. xcc')) las vielleicht schon ebenso.
Syr.: liebe ihn wie deine Seele und nicht. Lat.: servus sensatus
Sit tibi (Am. Sang. Aug. S])ec. om. sit tibi) dilectus quasi anima
tua, non etc. Der Fehler entstand vielleicht dadurch, dass man
iinx als Part. Pass. verstand. Im Kanon kommt der Imperativ
2inx allerdings nicht vor; vgl. aber v. 30 und die Punktation
des Infinitivs Koh. 3, 8. zin wäre wie aram. und neuhebr. Piel;
vgl. das Kai Dt. 33,3. — y:!2n] = Syr. sS:n und Gr. 'j-zr/h-r^z;
vgl. zu 37, 21 und LXX Gen. 30, 2. Ps. 21, 2. — u^m] vgl.
TWzn (Lev. 19, 20), findet sich in den Lexicis nicht. — Lat. add.
neque inopem derelinquas illum; vgl. Dt. 15, 13 und überhaupt
Ex. 21, Iff. Dt. 15 12 ff. Lev. 25, 39 ff. Es handelt sich hier
übrigens wohl um alle Sklaven, nicht bloss um die von jüdischem
Blut. Nach dem Priestercodex wurden aber auch alle Sklaven
beschnitten.
70 Sir. 6, 18—8, 7.
22. yiy nxi] Gr. ZTzia-draw auxd (sc. x-r/^-/)) = Syr. iTp2.
Lies "I'J'J''';, obwohl der Ausdruck Ez. 40, 4. 44, 5 etwas anderes
bedeutet. Er Dieint: siehe selbst nach ihm. - ru^ssj ist wohl
Part. Kai fem. = Syr. STlif. Gr. wohl frei: '/pr^:s>.\x>■x {h.z. 10,4.
13, 4). n3!2K steht vermutlich im Sinne von zuverlässig, dann
ist nonn das Keittier (Neh. 2, 12. 14). — nrojrnj = Gr. iii\xvd-(i)
cfoi; vgl. zu 30, 17. Syr.: besitze (oder erwirb) es (iTip). Der
Sinn ist entweder: verkaufe es nicht, oder vielleicht: erhalte es
am Leben, gib ihm das Gnadenbrot (vgl. Ex. 9, 16). — Vgl.
Prv. 27, 23 ff.
23. 1D''| vgl. 30, 13. — Gr. für b ganz abweichend: /7.1
y.7!ij.'J;ov £•/. v30T-/)-oc Tov Tf>7//-/iÄov 7.'j-:(ov (vgl. 30, 1 2. 35). Dcn Nackeu
beugen muss man dem jungen Rind, das sich das Joch nicht
gefallen lassen will. Lat. schlecht: et curva illos a pueritia
iilorum =: Clem. AI. Paedag. I 9, 75: xal xocix-j^ov aü-a sx vsoTr^xo?
au-ojv. Vielleicht hat Gr. absichtlich geändert, möglicher Weise
ist er auch nach 30, 12. 35 korrigiert. Für Ilebr. Syr. spricht
der Parallelismus von v. 24. 25. Das Motiv ist wohl, die jungen
Männer vor Unzucht zu bewahren.
24. nw] Syr. ittJ; Gr. -r,h^v/z. — cnst^'J vgl. Ps. 73, 2ß.
Gr. to) aojijLotTt 7.'jT«ov; vgl. 38, Iß. — TKn] ^ Gr. tAafxocjr,;; vgl.
32, 11. 13, 26. 26, 4. — rjc] vgl. 32, 11. Gr. Syr. xo -po3«j-ov
öou. — Um die Sitten der Töchter und auch der Frauen stand
es nicht zum besten (26, 8 ff. 42, 9 ff.).
25. sm] d. h. verheirate sie. Aehnlich steht das Verbum
von der Verstossung einer Frau Ezr. 10, 3. 19. Gr. sxoou
(Ex. 2, 21. 1 Macc. 10, 58). — ^T'\\ Gr. frei: iV^j tötsasxwc. —
pDj?] = Gr. e'pYov \d'{rj.. Hier ist 1x377. trotz 40, 1 Zutat. Aber
das Wort bedeutet hier wie 40, 1 Plage. Syr.: Unterdrückung
K^piirV (= p::*^?). Was er mit pDV meint, sagt er 42, 9ff. --
Vgl. zum Ausdruck noch Prv. 22, 10. — m2i (Gen. 30, 20)] =
Gr. Syr. Der Ausdruck schliesst, vielleicht absichtlich, die
Bezahlung der Braut von Seiten des Bräutigams aus.
26. "[S nt^'x] Gr. add. x7.t7. ']>u/r/^ (Lat. add. tuara, Syroh.
■[li^cj ]\s); vgl. 37,2. Aber nach v. 22. 23. 24 erwartet man
keinerlei Zusatz, und x7.-a 'j/o/r;^ (= die du liebst) passt wieder
zu n;3;nn h^ des Hebr. noch zu avj £xß7l'(,c cz'jr/;v des Gr. (= sS
(Tpaii^n des Syr.). Der Uebersetzer wollte wohl die Möglichkeit
Sir. 7,22—30. 71
der Scheidung offen halten, die ihm der Wortlaut zu verbieten
schien. — Als zweiten Stichus bieten 248 70 Syroh. 23 106 307
S'^''^ k (S* vor a) Lat.: /.od ixtaoDixsvirj ij-yj £1x7:13-06 t(jc Scczuxoy. Die
Varianten der Hss. sind meist gleichgültiger Natur. Nur lesen
248 70 106 [xt3ou[xiv-(j os jxr], und Syroh. [xr,oiv für asauTov. 4ch
halte azoLuzw für späteren Zusatz (so auch 44erkenne); vgl. 6, 7,
2, 10. 4, 17 usw. — nxiJiin] ist die Zurückgesetzte (Gen. 29, 34.
Dt. 21,45; vgl. zu 25,14. 42,9). Syr. wenn sie aber gottlos
(sSlj?) ist. Die nsi:i^ ist als solche ohne ihre Schuld missliebig,
der Mann soll sich . deshalb nicht wundern, wenn er sich auf
sie nicht verlassen kann. Dazu passt der freilich starke Ausdruck
navnn besser als ein nziyn (vgl. Jes. 54, 6. 7), auf das man nach
Gr. (vgl. auch 28, 15) vielleicht raten könnte. Uebrigens hat
Gr. n3j?nn wohl nur falsch gedeutet.
27. 28 om. Hebr. (Homoiarkton mit v. 29). ~ AS 106 k
457 55 254 155 Max. 857 xotpota aou, ebenso Syr. und Lat.
(aber Toi. Sang. Aug. spec. om. tuo). — /cd »xr^xpoc (Syroh. Lat.
add. aou) woiyac] Syr, und deine Mutter, die dich gebar.
28. o-i ?A au-rov lYcV7-{>r^? (Co. 70 106 157 SA 55 254
Cyrill. AI. I 1, 236. 2, 42. Maxim. 857. Anton. 1048 sYswr^Ur^c)]
Lat. quoniam nisi per illos natus (Sang. Corb. 1. Aug. spec. om.
natus) non fuisses. Sah.: dass du ohne sie nicht sein würdest.
Syr.: dass, wenn nicht sie (wären), du nicht wärest. Danach ist
Gr. wohl korrigiert. — Lat. et retribue ^ 70: xal m dv-a-oow-
oöic. — xaUüK auTol aoij Syr. die dich grossgezogen haben ("[V2"i).
29. yh] zur Abwechslung mit v. 27 Gr. -j/u/fj aou (s. z,
4, 47). — nnc] kommt im I^anon mit dem Accus, nicht vor.
Job. 3, 25. Deut. 28, 67 sind anderer Art.— t^^ipnj vgl. Jes. 8, 13
u. ö., wo aber überall Gott das Objekt ist. Syr. ehre (y^),
Gr. ilotuiiotCs (307 oo^7.3ov); vgl. 38,3 und LXX öau[xaC£tv xh Trpo-
aoiTzov {=: n'^Jc Ktt*3 und 's mn). Aber Lat. wie Hebr. : sanctifica.
30. "inisa] Gr. oovatxsi, Syroh. 253 S 70 406 457 455 308 k
Anton. 944 Sah. Aeth. add. aou, ebenso Lat. (aber nicht Toi.
Sang. Aug. spec); vgl. 6, 26. Syr. deinem Herzen (aus v. 29).
— mns (v. 21)] Gr. dyx-r^arjv; aber Anton. 1013 oo^aaov =: Syr.
"ip\ Gott lieben hier = Anhänglichkeit an den Tempel wie im
Deuteronomium. — siyn ah] vgl. Dt. 12^ 49. Neh. 40^ 40.
72 Sir. 6, 18—8, 7.
31. hü nD:] = Syr. preise ihn {rh M^nstt») und Lat. honora
deiim (add. ex tota anima tiia). Dagegen Gr.: 'fo^^oO tov xofy-.ov.
Die Wiederaufnahme des nnc aus v. 29 wäre nicht unwillkom-
men. — nn] vgl. Ex. 23,3. Lev. 19, 15. 32. Vielleicht ist hier
das Piel anzunehmen; vgl. Dan. 4,31. 34. 5,23. — jüd] Syr.
auch seine Priester, Sah. seine Priester, Lat. sacerdotes. —
cphr] = Syr. ]'\npri iirh, Gr. \j.t(Äo'y. ^.'jrco (157 k 254 lu-w, 70
Anton. 1013 a-kaiv), Lat. illis (al. illi) partem. — Vgl. zum
Folgenden 32, 1 ff. 45, 20f. — ü'cu^ü cnh] d. h. die Nahrung der
Schuldopfer; vgl. cnS 45,20. Syr. verflachend und falsch: das
Brot der Opfer (s*J2"npn). Dagegen Gr. d-7.fv/Y)v (nur B* c/~' '^J.[y/r^:)
'/.cd r.trA Tzlr^iiiizKzLy.:. Er findet hier zweierlei Dinge und denkt
bei üuh wohl an das Brot von Num. 15, 20 f. (vgl. Ez. 44, 30.
Neh. 10, 38), das er c/.-7.p/r^ nennt; vgl. niSTin, cm und n^li^si an
den angeführten Stellen. Aber zrh und cet^s können so nicht
gut auf einander folgen, und der Augenschein spricht dafür, dass
hier wie im Folgenden eine Genitivverbindung vorliegt. Uebrigens
waren die Schuldopfer häufiger als die Sündopfer, obendrein
könnten beide unter cett'X begriffen sein. — T renn»] = Syr.
«"TN! s*n''ijm, Gr. xal oocriv ßr,7./tovtov (70 S* Sah. ß^7./'>jv,c). Statt
ooaiv erwartet man a-7.p/r'v, das in d für norn gesetzt ist, aber
das Wort ist hier für nnh verbraucht. LXX hat ßp-a/ttuv öfter
für T. Allerdings setzt Gr. 32. 10 d-arj/r^'^ /siocTjv, wogegen er
hier an die rn' von Dt. 18, 3 gedacht haben kann. Er hätte
freilich auch r\f:)'\rin pv»^ (LXX Ex. 29, 27 u. o.) so wiedergeben
können. Aber er hat wohl wieder rn" noch piti' gelesen. Denn
diese Opferstücke sind in pr^ "na" begriffen, und T nt:rn und
\i^ip norn stützen sich gegenseitig; das eine sind die freiwilligen,
ihrem Maasse nach unbestimmten Abgaben, die anderen die
feststehenden Leistungen (Zehnter, Erstlinge etc.). — Syr. om.
d. — Die Lesung Tai ist durch Gr. X7.1 (Syroh. om.) Uustav
empfohlen. Dass Gr. für pii: 7.7t73;i.o'j setzt, erklärt sich daraus,
dass pii: ^^2• als Opfermahle (vgl. sonst Dt. 33, 19. Ps. 4, 6.
51,21) die Heiligung erfordern, im Unterschied von der profanen
Schlachtung. Die letztere war den Priestern, die dabei um ihre
Deputate kamen, zuwider. Wohl deshalb wird hier die Schlachtung
in der Form des Opfers als prj "n;: bezeichnet. — ^ip] Gr.
6i'((<jiv (55 «-(lav, B om.). — Die Aufzählung ist so gehalten, dass
Sir. 7, 31—36. 73
die gebotenen Leistungen am Anfang und am Ende, die anderen
in der Mitte stehen. Uebrigens lehrt die Stelle, dass noch zur
Zeit Sirachs die heiligen Abgaben samt und sonders einigermassen
den Charakter freiwilliger Leistungen hatten; obendrein wird
freilich der Hellenismus die Leute auch hierin lässig gemacht
haben. Lat. hat c in mehrfacher Uebersetzung. Zuerst hinter
a: et propurga te (1. pro purgatione) cum paucis (vgl. 70 x7.1
0031V |x3-a j'^f>7./rovoc). Sodann: primitiarum (= a-otp/rjc, ebenso in
d initia für 7.-c(p/r'v) et purgationis (253 om. xocl -£,01') et de
negligentia (tua) purga te cum paucis, datum brachiorum tuorum.
32. Mit den heiligen Abgaben hängt die Wohltätigkeit
unmittelbar zusammen. Wie im Deuteronomium wird hier ver-
langt, an der gottesdienstlichen Mahlzeit die Armen teilnehmen
zu lassen, damit der Segen der Feier vollkommen werde ; vgl.
Dt. 14,29 und unten 41, 4lb. — 'c^^)n\ die Lesung ist durch
Syr. t3it^"iN und Gr. Ix-eivov (vgl. zu 4, 31) gesichert. — 1^] Gr.
Syr. add. 300.
33. |nj ist falsch, denn dem Gottlosen soll man nichts
geben (12, 1 ff.). Lies \n nach Syr. Gr. Letzterer verbindet
richtig: ydr^c oo;x7.toc = die Gunst der Gabe besteht u. s. w. ;
vgl. Exod. 3, 21. Gen. 39, 21. Dagegen Syr: Huld nämlich
(TJ) ist die Gabe u. s. w. — "-JcS] Gr. i'vavTi, Syr. ^rv2 (vgl. zu
42, 1, 30, 3). — nos] Syr. ebenso, Gr. dagegen s-l v3x[>(o, Lat.
mortuo (aber cod. Theoder. a mortuo). Es ist wohl 7.-0 vö/pou
herzustellen, das vielleicht mit Absicht korrigiert wurde, um den
Totenkult auszuschliessen. In der Tat hat Sirach schwerlich
nur das ehrliche Begräbnis im Sinn, sondern auch die Speisung
der Toten (Tob. 4, 17), die 30, 18 der griechische Uebersetzer,
nicht aber der Urtext als widersinnig bezeichnet.
34. inj<nn] vgl. 11, 11. 35, 11 und zu 38, 16. Gr. us-epsi
(11, 11). — ü'2)2f2] Syr. Avillkürlich : k":2 n^2 p. — c^Sns] Syr.
praem. ^d. — Vgl. Rom. 12, 15.
35. Hebr. völlig verderbt: nmxa 2h a\^n ha. Syr. |son sSi
aV'ifi ^Vüüh -f? (Mas. II Maus, -n sS) = Gr. «xt) ozvci i-iT/dT-z:>\\ai
rJ.lj{jo>::-rj'> (S add. avüfxo-ov 106 k 157 307 55 155 296 308 praem.
avOpojTTov, Anton. (Gesner) 953 dppwa-ouc, Syroh.: Pluralpunkte).
Danach ist zu lesen: rsiD yih |NJ:n ha (so auch J. Levi). Son-
derbar steht 4, 27 im Hebr. umgekehrt |N;:n für Hii^n. Man
74 Sir. 6, 18—8, 7.
könnte auch an s^Jn Ps. 141,5 denken. Im Talmud ist npa
Ausdruck für Krankenbesuch, dppa)!3-/i[j.a steht 80, 1 7 für ZüD. —
WöJ vgl. 8, 8. 9. — SHKnJ vgl. zu 4, 7.
30. -^K^yo] Gr. Xo-coic (307 Anton. 948 Lat. 3,0701,:) aou;
vgl. zu 47,22. — n'^-iHNj Gr. -7. hyj-y. aoo (.307 om. aoo; vgl.
38, 20. 28, 6). Die letzten Schicksale des Menschen sind in
Glück oder Unglück die Vergeltung für sein Tun und Lassen,
aber dabei werden sie zugleich als Rechtfertigung und Verur-
teilung empfunden und geschätzt. — cSiySi] vgl. 12, 10 und zu
19, 7. — nnsrn kSJ vgl. zu 5, 15. Syr. »unn sS, Gr. o-j/' 'x\J.'■J.[J-■r^'J^<.:.
8, 1 — 7. Gegen törichten Streit und törichte Herablassung
(v. 1 — 4) und Ueberhebung (v. 5—7). Besser, als S. 57 ange-
geben ist, wird man das Stück in 3. 2. 3 Disticha zerlegen.
1. Hebr. hat den Vers in doppelter Gestalt. Syr., der
die Duplizität bemerkte, übersetzt den 3. und 4. Stichus des Hebr.
Auch Gr. gibt den vierten wieder, und wahrscheinlich den ersten.
— cj? yin] Gr. oiajxa/ou [xsta, Syr. cj? s:j?n (= unterhalte dich mit).
Ebenso Syr. 9, 3 für Sk 3npn, vielleicht las er auch hier 3"ipn.
Hebr. 1" h^i: U'\^ (34, 12), was dem ouvcxa^ou (155 o-jvaTou vgl.
29, 18) des Gr. entsprechen kann. Hebr. 2" "ca rwp = Syr.
•jio Ktt'pn S"i2J. Ich ziehe das erstere, das zu v. 2 stimmt, vor.
n^*p heisst hier aber mächtig; vgl. 2 Sam. 19, 44, wo die Aus-
leger falsch erklären. — noS] Gr. |j.r^-oT£, Syr. soSi {=^ damit
nicht); vgl. zu 11,33. 12,12. 30,12. 37,8 und zu 12,5 (ivot |xr;),
und zu 11, 10 (ir/-); ferner ;xr^ für na 13, 2. 35, 4. Vgl. zu diesem
na Cant. 8, 4, und zu n^h Koh. 5,5. 7,16 und dazu die Ueberss.
Aber naS steht nicht nur für je, sondern 11, 10 auch für Ss, und
na für ah 38, 21. Job. 31, 1. — )r2\ Gr. Syr. Plural. — Wie
(?) liS hv 2'^n (= ihm in den Sinn kommst?) neben n'2 h'izr, auf-
kam, ist unklar.
2. hv ^^nr] Syr. cv ü:vr\ (aus v. 1), Gr. I.oi^s \iz-d. Es
muss sich um etwas handeln, das dem Andern zur Kenntnis
kommt. An sich hatte hv tinn nach Prv. 14, 22 nicht die Be-
deutung der hinterlistigen Nachstellung (vgl. oben 7, 12), und
vielleicht bedeutete der Ausdruck auch gegen Jem. vorgehen,
ihn bekämpfen. — y,n ih \if'a] Syr. : Besitzer von Gold (X2m sna),
Gr. ävopoc TXouaiou, — ^ptt'''] Gr. dv-iaf-r^ar, =: gegen (dich) dar-
Sir. 7, 36, 8, 1—4. 75
wiege. — "[i"™] dagegen Syr. "[Spnü = Gr. aoo xr^v 6Xxr/A Sie
lasen wohl ursprünglicher l^pirö, woraus sich auch das ävrt' des
(ir. erklärt. Er wirft sein Cield gegen dich in die Wagschale
und hebt dein Gewicht damit auf (oder nach Hebr. : er kauft
die Gewalt über dich von den Menschen). Vgl. Ps. 6'2, 10. —
nizai drücken Gr. Syr. nicht aus. Dagegen haben sie für rncn
(vgl. zu 19, 2) 7.-ojģ33, was zu d nicht passt. Gr. sclirieb aber
vielleicht das ihm geLäutige -oX/zj-j? yap ct-toÄsis (vgl. 28, 13.
29,18. 30,23. 34, 2ö), im Anschluss an das von ihm übergangene
m;si. Syr. ist ihm dann beide Mal gefolgt. 307 157 55 haben
£7tA7.v/;3c (254 i-lr/yr^xh,), was vielleicht Korrektur ist nach 3, 24.
31, 7. Denkbar wäre freilich, dass Gr. damit n^'^n aus d vor-
weggenommen hätte. Uebrigens könnte man nach 19, 2 7.-;3r/;3e
emendieren wollen. — Für pm hat Gr. nur xai, Syr.: und (auch).
— njiiMj wohl = Syr. Kt2it*a; Gr. sqsxXivs (k scisr/jös) braucht
nicht = nun (9, 9) zu sein. — D^ru] Gr. Syr. |3a3i/iojv, was
wohl den Sinn triflTt (vgl. zu 7, 6). — Lat. für d mit Dublette:
et usque ad cor (Syroh. £o>r xapo-'ac) regum extendit et convertit.
3. p'nj kann Kai oder Nifal sein. Das letztere findet
sich im Kanon im Sinne von miteinander streiten, das erstere
im Aram. und Syr. — pii'S tr"«] = Syr. n::c, Gr. "j'Xfoiaojor^c;
vgl. 9, 18. 25, 20. 2ß, 27. Der Ausdruck bedeutet hier überall
den streitsüchtigen Schreihals. Vgl. sonst Ps. 140, 12. — |nn]
Syr. ü^'l'n, Gr. i-icf-oißaaf-fjc. — u>a bv] Gr. st^ -o -Sjrj a-koü (155
auKo culy. zu -Jj irüp). Aber WH ist nicht anzunehmen (anders
v. 10). — l'y] Syr. SD'p, Gr. zöla. Das beweist natürlich nicht
für W'j'^, das in der- hebr. Hs. des Raumes wegen nicht gut
angenommen werden kann.
4. h^i^n] ist unsicher. h^:'\n heisst neuhebr. Jem. an etwas
gewöhnen, auch Jem. an sich heranziehen. Danach wäre denk-
bar, dass Dj; S':nn „vertraulich mit Jem. verkehren" bedeutete.
Dagegen hat Gr. im Gegensatz zu v. 3 \lr^ r^ijüa-aCz, dessen hebr.
Original unklar ist. Lat. non communices, was vielleicht Um-
deutung von ixt; r.iAa-n.i'iz ist und nicht auf S'^nn h^ zurückgeht.
Syr. X2:n, was aus v. 3 wiederholt ist und auch der Bedeutung
nach nicht passt. Denn der Tor verachtet die Leute nicht, die
mit ihm streiten. Allerdings passt s^n zu dem, was Syr. weiter-
hin bietet: streite nicht mit dem Verächtlichen (n'^"'':*), damit dich
76 Sir. 6, 18—8, 7.
nicht schmäheu ("[J^vifJ) die Angesehenen (sTp"). Aber Sirach
stellt verächtlich und angesehen nicht so einander gegenüber,
und Syr. erscheint als willi^ürliche Umdichtung dessen, was llebr.
Gr. gemeinsam bezeugen. — h'')ü \if^ü\ Gr. cz-ctioco-(t) (70 lOtJ k
ot-aioc'j-oic), aber Lat. homini indocto. — crijS nz""] Gr. setzt
die Konstruktion in das Passiv: a-vxy.ljovTy.i o? TTryo-ovo»; aw, wo-
gegen Lat.: ne male de progenie tua loquatur, wobei progenies
vielleicht im Sinne von Vorfahren steht (vgl. Herkenne). Die
Ehre der Vorfahren kann aber ebenso wenig in Frage kommen, wie
die der czni, die augenscheinlich aus v. 2 (vielleicht unter Ein-
fluss von Ps. 107, 40. Job. 12, 21) hier eingedrungen sind. Die
Anerkennung des Toren kann kaum für etwas anderes in An-
spruch genommen werden, als für die Zurechtweisung, die er
von Seiten des Weisen erfährt (42, 8). Vielleicht hat Gr.
"jmSifiS aus -nnnnS oder dgl. verlesen.
5. C'hzn SkJ d. h. bereite ihm durch Tadel keine Schande,
vgl. 3, 13 und zu 20, 2. Gr. (ovc-'oi^s) und Syr. (icnrj können
dasselbe gelesen haben. — D''2"'''nJ = o'^^n, neuhebr. = schuldig.
Syr. pan, Gr. h s-iTi-x-roi^ (23 B* A S '68 izit^aour); vgl. 9,5.
2 Makk. 6, 13, und zu h zu 3,11.
6. iy''"';n] ist Piel (neuhebr. = beschämen). Vielleicht hatte
aber der Autor das Hifil beabsichtigt. Vgl. den Fehler 6, 32. Gr.
dv-iidTf^: : vgl. Gr. zu 3, 13. Syr. lache nicht über, was als will-
kürlich erscheint. — U>''t^''] Gr. iv 77^,031 ao-roO; vgl. zu 3,11. —
"2] Gr. v.yl yj-rj (Syroh. Sah. om. -/aQ. Es ist deshalb kein n:
einzusetzen, sondern üoa (so nach Syr. Gr.) = von uns selbst.
— rjp'o w'eist auf c^rpiö hin, das Part, des Kai hätte übel an
das Nomen angeklungen. — Syr. für b: bedenke (nach v. 5. 7),
dass von uns usw.
7. SSnnn] Gr. irs/oxrjt. ebenso Syr. xnnn, was wohl nur
schlechte Uebersetzung ist. — j;iJ hv] erscheint ursprünglicher als
eventuelles rfi Sj?, das Wort bedeutet aber den Toten wie 48, 5.
Syr. freilich: welcher stirbt, aber 48, 5 hat er «n'o, Gr. beide
Mal vsxpoc. Wie Nöldeke bemerkt, wird man im Unterschiede
von Ps. 88, Iß V1J sprechen müssen. — 248 70 Syroh. add. xm
£/ilpa)T(3t-o> aou, ebenso Lat. (aber nicht Toi. Sang. Aug. spec.
Brev. 702) inimico tuo. — nr] ohne T (vgl. 7, 16). Gr. Syr.
auch hier: }i'/r'ci>r^-i o-i. Der Wechsel des Ausdrucks in v. 5b.
Sir. 8, 6—8. 77
6 b. 7 b erscheint aber als beabsichtigt. — CcDKJ] vgl. 16, 10. 40, 28.
Gr. 8yr. -zlzo-miizv. Aber das Verbum hat an allen drei Stellen
den Sinn hingerafft werden, umkommen (vgl. Jes. 57, 1). — Lat.
i. f. add. et in gaudium (Cod. Reg. des Spec. Aug. add. inimi-
corum) nolumus venire. Vgl. Lat. zu 42, 11.
IV. 8, 8 - 10, 29.
Nach einer neuen Mahnung auf die Weisen zu hören
(8, 8. 9 = 2. 2) folgen weitere Vorsichtsregeln für den Verkehr
mit allerlei Menschen (8, 10—19 — 2. 3. 2. 2. 3), Frauen
(9, 1—9) und Freunden (9, 10 = 2. 2. 2. 3. 2. | 2). Dann folgt
eine Warnung vor religiösem Zweifel und eine Empfehlung des
Umgangs mit den Frommen und Weisen (9, 11.12. 14 — 16 = 2. 3).
Dazwischen nimmt sich 9, 13 {= 3), der besser in 8, lOff.
stände, fremdartig aus. Hieran schliesst sich eine Betrachtung
über die Bedeutung von Weisheit und Gottesfurcht für das
öffentliche Leben und die Schicksale der Völker (9, 17 — 10, 5 =
2. 3. 2), die aber auf den einzelnen Menschen angewanndt wird.
Jeder hüte sich vor Uebermut und Unrecht (10. 6. 7 = 2).
Anstatt in den von Gott vorgeschriebenen Schranken zu bleiben,
haben die Könige und Völker sich immer wieder in Uebermut
gegen Gott empört — zu ihrem Verderben, wie die Geschichte
lehrt (10,8-18 = 4. 2. 1. 4. 1). So bestellt auch für den
Einzelnen wahre Ehre und Würde allein in der Gottesfurcht
(10, 19 — 25=:2. 2. 2. 1) und übrigens in ehrlicher Arbeit und
Selbstachtung (10, 26-29 = 2. 2).
8, 8. ran] = Syr. p)2U-% Gr. r^arAor^; (vgl. 32, 17). — nn^tr]
vgl. zu 6, 35. — ti^Knnn D,Trn''n3ij Gr. Syr. x7.1 Iv -.m: -o!r>oi;x':c(i;
auTwv avas-ps'fou (Syr. U>Tt n'^in); vgl. 39, 3 und zu 7.vo(ci-f>icp33i}c(t
noch 38, 25. 50, 28. Für iJ'Binn, das durch den Anklang an ti^an
eher geschützt als verdächtigt wird, darf man nach dem aram.
K^öT (= ti'aj) vielleicht die 'Bedeutung „umherschweifen" und
weiter „sich in einer Sache umtun" vermuten. — "liöö "'s] Gr.
Syr. schlechter: oti -7.p' ao-mv; vgl. v. 9. 7,35. — lö'^nj Syr.
h^pn (nach v. 9). — nph\ Gr. -rrottost'otv (S 157 307 aocpiav); vgl.
zu 35, 14. Lat. (sapientiam et) doctrinam intellectus; vgl. v. 9 c.
Syr. KJoSr.— '2zh 2Tnrh] vgl. 38,3. 47,1. Prv. 22,29. Syr. zur
78 Sir. 8, 8—10, 29.
Zeit (v. 9); da du stehst vor. Gr. frei: vm ÄeiTo-jr-y-r^^a!. Hier
ist z7.t' schlechte Zutat (v. 9). — d^K'] Syr. wss'"''?«^ (vgl. 10, 8.
35, 9), Gr. |jL£7icfT7.3iv (vgl. 35, 9), 248 Syroh. 106 add. z-j-x^jitoc,
70 add. E'j|xal)«Tjc. 23 add. 30|j.7, Lat. add. sine querela. — D"*!^
rauss hiei', falls es nicht auf Korrektur beruht, die griechischen
Könige bedeuten, ixs-'iotzwsc heissen die heidnischen Könige auch
11, 1. 20, 27. 28. 23, 14. 28, 14. 38, 3. 39, 4. Die jerusalemische
Jugend auf deren Dienst vorzubereiten war das eine Stück des
Unterrichts, den sie genoss. Der Lehrer heisst dabei D:n, seine
Lehre ist kluge Lebensregel, hier nrn genannt. Uebrigens ging
der Unterricht nach v. 9 auf die väterliche Religion und das
Gesetz. Da heisst der Lehrer 3if>, seine Lehre rr^'m^ (= Tradition),
sie setzt den Schüler in Stand, den anfragenden Laien zu beraten.
9. cs^rj = Gr. o.-j-Ji/p. (7, 19). Dagegen Syr. p^nn (= lass
dich nicht verdriessen). — nr^i^] ist nach 5, 11 Cod. C in nj?T!:K>
zu ändern (vgl. hier d und dort b). Gr. ^j'--/;7r,;xoc und Syr. «n'^W,
beides ungenau nach v. 8. — CDi^*] vgl. 35, 3 und zu 6, 34.
25, 4. — •iit's] Gr. y.7l -[h.r, oJj-rji (Lat. ipsi enim), aber Sah. ol
Indessen geht it^s auf rryi^:»^. — ijjati^ (s. zu 5, 11)] Gr. ungenau
£|i.^i>ov. — cmssn] vgl. Job. 15, 18 (Strack). Die Schrift gelehr-
samkeit war wohl meistens erblich. — i:oö] Gr. Syr. schlecht:
z7p' ot'jTwv (v. 8). — hz^ n'pr] vgl. 16, 14. Gr. hat für npn }i.ai>r^3-(i
(16, 24), sinngemäss, wie der Parallelismus mit v. 8 beweist;
vgl. zu 6,33. Syr. für S:::' K:cSr (vgl. v. 8. 16,24). — nj,'3] Gr.
schickt xoti' voraus (wie v. 8). — cjr.c 2'"^'rh] vgl, 5, 11. Gr. öouvai
(70 om., ebenso Toi. Am. Sang. Aug. spec.) a-ozpi3ty.
10. -Sit] Gr. 3X7.7.'.s. Am. 5, 6 verstehen die Ueberss. nh'i
(verbunden mit rpr n^z) ebenso (Gr. ''hr>jA\x-(M, Targ. p'^n, Pesch.
np"", Hieron. comburo). Syr. rät: sei nicht Genosse (scm«') dem
Gottlosen, dem vollendeten (KTa;). Vielleicht las er für nSma,
das nach Gr. (ocvi)fy7.x7.c, Syroh. 253 S* 7'vi)p7.x7) herzustellen ist,
ngü, das nach dem aram. «lölJ angenommen werden könnte;
vgl. das Verbum ne: 43, 4. — vii^i] Gr. a}i.apT(üX&u (307 — Xwv
und nachher a-ktov), Max. 885 7;x7f>-:tuXo'j; sXsY/tuv, Lat. peccatorum
arguens eos. (Toi. om.). — |c] Gr. jar^ (70 157 Lat. praem. x7t'.
Toi*, om. et). — itt»« r^irn] Gr. h -upl 9X070- auToO; ebenso 45, 19
(s. d.), aber das Umgekehrte steht 21, 9 und beim Syr. zu 28, 22.
Auch hier hat Commelin iv 'iXo;! -opoc, Max. h 9X^71 -upoc otaap-
Sir. 8, 9—14. 79
tiöiv ttÜTÄv u. SO Lat. (vgl. zu 33, 11), und auch 45, 19 findet sich
SV ciXo-j-l Ttupfk als Variante (s. d.). — Der Sinn ist derselbe wie
V. 3. — Strack vergleicht Aboth 2, 14 (10): mzn üQ^i^ ]rhn:f2 im» ')n.
11. m:n| mi bedeutet aram. und syr. in Bewegung geraten,
erschüttert werden, nn: sich überheben, arab. ^ ; sich erzürnen ;
vgl. nn' im Nifal sich loslösen Ex. 28,28. 39,21. Hier ist das Verbum
augenscheinlich s. v. a. ausser sich geraten = £^av7.rtT-?jc des Gr.
Der Syrer (mpn) folgte ihm, verstand ihn aber falsch. — yh\ Syr.
s':i3?; ebenso z. B. 13, 1. 34, 26. Gr. (j^^rjaxou; vgl. 32, 23 (= pT).
Oefter hat er u-srvYiwoc für yh (3, 28). In der LXX findet sich
upf-i; für pi:'?. — anis: irti'in'rj Gr. beseitigt das Factitiv: iW. [xv;
xa[)(csr^ IOC svsooov (so auch LXX). Syr. damit er nicht sei ein
Auflaurer. — 'p^^\ ^r- ~'\> (k praem. Iv) a-rj^xa-J crou. Danach ist
wohl yzh zu lesen (vgl. die Verwechslung 1,29. Prv. 15,14),
zumal •'Jcc und y^zh sich stossen.
12. nnKr-s: (Prv. 29, 3)] d. h. so tue es wie einer, der Geld
durchbriugen will. Gr. Syr. toc a-o/.ojAs/.tuc (29, 10) y-'vou.
13. "jM in^] Gr. 6-sp Sovctixtv aou, was (vgl. 3, 23 Hebr.)
sprachlich zulässig wäre. Aber es handelt sich hier überall um
Menschen, denen gegenüber in allerlei Lagen Vorsicht geboten
ist, und die Gefahr bezahlen zu müssen, besieht nicht in der
Höhe der Bürgschaft, sondern in der Qualität dessen, für den
man bürgt. Syr. (nach v. 12): für den, der stärker ist als du.
Man wird in"" wie 10,27. 11, 12. 40, 18 sprechen, das Wort hier
aber als „vornehm, angesehen" verstehen müssen. Vgl. imn
Gen. 49, 4 und in'' dort v. 3. — n'jK^M] Syr. sei wie ein bezahlender
(wie V. 12), Gr. a>c 7.-o-:t5(ov 'fpovri^s, der Abwechslung halber. —
Vgl. 29, 14—20.
14. acti^n] ist Nifal = Gr. ö'./.o:^oo. — dv] [t-t-y. (Co. v.a-rj.,
Lat. contra). — acii^'' 1J"12:"I2] Gr. '/.rz-y. tyjv oo?ay auTou xf>tvo!jiaiv ao-ztZ
(248 70 106 ao-ov); zum Dativ vgl. Ps. JO, 18. Jes. 1, 17. Nach
Gr. entscheidet der Richter nicht selbst in eigener Sache, sondern
die Kollegen geben ihm Recht. Aber cciy'' ist vorzuziehen, und
Lat. hat fürb: quoniam secundum quod justum (al. dignum) est
judicat. Allerdings scheint xpivoOaiv cz'j-o) durch oo^av geschützt
zu sein. Denn dass das Wort hier einmal entsprechend dem
Gebrauch von oo/sTv im Sinne von Willen stände, ist schwerlich
annehmbar. Vielleicht ist aber-üTjv oo;ocv aus tt)v suooxtav entstellt. —
80 Sir. 8, 8—10, 29.
Hebr. hat den Vers in anderer Gestalt hinter 4, 27 (wo 2 und
nK\s: Dubletten sind). Dem entsprechend hat hier Syr. : Sitze
nicht mit einem gottlosen (i6)v) Richter im Gericht, damit du
nicht gemäss seinem Belieben mit ihm richtest. Die Variante
ist daraus entstanden, dass man isctf^n als Kai verstand.
15. '•■ii:« DV] Syr. N'^ifp cj; (und nachher au^p: für T2:n),
Gr. \xz-y. To),;j.-/;,oo'j. Vielleicht lasen Gr. Syr. wie Hebr., denn
ni:x heisst auch verwegen (Job. 41,2), was hier der Zusammenhang
verlangt. — "[Sn Ss] wäre = gehe nicht mit ihm um. Aber
Syr. Gr. add. sv ciool = -j-nz, das Hebr. v. Iß für Tr,v zrj-r^w/ hat.
Nun ist im Hebr. |c nachgetragen, mit |o war aber wohl "p^z
ausgefallen, das nach v. 16 verschlagen wurde (so mit Recht
Peters). Vgl. auch zu 22, 13. — "jnn n« r22n |c] Syr. damit
er nicht schwer mache (siypi) dein Böses. Aber Tn:n ist besser,
Syr. folgte vielleicht dem Gr., bei dem zu lesen ist: v^y. [xr^
ßotp'jVT, -y. ysj.yÄ ao'j statt [üctp'jv/j-rat (B y.aT7.[:ic(|i'jy/jT7.i, S* j^apuvr, ■zd,
23 ''^arj'jYf^-ai -ä) y.r/rJj. (Syroh. 23 v-r/yÄ) aoO (Syroh. add. oi' ot-j-ov).
Richtiges und Falsches ist gemischt in Lat.: ne forte gravet
mala sua in te. Zu Grunde liegt übrigens der Gedanke an das
Reisegepäck. — VJc nru] Gr. ungenau: 7.7-7. -h \)i\f^\m auTou. —
■]S''] Syr. Partizip, Lat. vadit, Gr. -oir^asi, aber Sali. iropsussTczi,
woraus Troir^asi korrigiert sein wird. — ncDn] Gr. cjuv^-oXfj ; vgl.
Gen. 19, 15 LXX.
IG. ?]S hv2 ny] Gr. \xt-A D'jaojoo'j; (vgl. Prv. 22, 24 LXX
und 28, 8). Syr. schlecht: mit einem frevelhaften (sSij?) Manne.
— m^ rj;n ^^\ vgl. ,t:c niyn Prv. 7,13. 21,29, 'o ^p:n Ez. 3,7— 9
und nti^'iTO -nyo Jes. 48, 4. Gr. ([ir^ -otr^crr,? }j-7./-/jv) und Syr.
(xmyo si:n kS) lasen n::»; ob Gr. ausserdem :^*yn, steht dahin.
Hebr. ist aber besser. — 33"in] Gr. frei: 017.-0,0 s-jou (al. -ops-jou) ;
Syr. K^n, vielleicht = nn, was eine schlechte Fortsetzung von
a ergäbe. — -112 ist an Stelle von im^3(13, 19. 45,18) oder dgl.
eingedrungen (vgl. zu v. 15); Gr. r>;/ £,o-/;aov, Syr. sann S"inN2. —
'7p] Syr. verächtlich ip"^), Gr. w? (23 Sah. om.) ouosv (40, G). —
D^on] Syr. dein Blut. — psai] vgl. 3G, 30. Prv. 26, 20. Gr. 7.7t
o-ou oux e'ttiv. — h^:i^] Gr. ßor7i)3i7 (31, 19). — ■[n''nii>''] Syr. ■j'^Bpj,
Gr. 7.7.T7;'d7Xsr 33 (vgl. 47, 4 und Ez. 26, 4 LXX), Lat. elidet te,
248 70 Syroh. Anton. 1172 add. IaCk.
Sir. 8, 15—19. gl
17. nme nj?] Syr. sSzd üv; Gr. [xsxa »xojpo'j, das sonst für
h''D':, hii steht, aber hier wohl zu stark ist. — TTiDn '7s] Syr.
Kisn ircpn ah (binde kein Geheimnis), Gr. ixt; cujxj'tJoüXs'jou (beide
ebenso 9, 14; vgl. auch zu 6, 6). T'TDn steht hier und 9, 14 im
Sinne von sich beraten mit Jem., 9, 4. 42, 12 (wo auch TWDn)
im Sinne von vertraulich verkehren mit Jem.; vgl. zu 7, 14. —
-p)D moaS] Syr. es (sc. ktsi) zu verbergen (""d:), Gr. Xo-j-ov a-scoti;
vgl. zu 42, 1 . — Lat. für b : non enim poterunt diligere (= atsp^ai
307 k 68 55 155) nisi quae eis placent.
18. Syr. om.; vgl. "[iiD und icD. — 'r] soll au n* anklingen.
Gr. xpu-Tov, Lat. consilium (aus v. 17). — v:d ih'' n^] Gr. nur:
Tt T£?£tai. ih^ heisst überhaupt hervorbringen (Prv. 27, 1 vgl.
Ps. 7, 15. Job. 15, 35), aber hier muss man es im Sinne von
„aus etwas etwas machen" verstehen. In anderer Bedeutung
steht das Hifii 11, 13; vgl. das Nifal 30, 12. Uebrigens dürfte
entweder hier das Hifll oder 11, 33 das Kai anzunehmen sein.
ImAram. und Neuhebr. wird „zuletzt" durch ?|1D mit dem Suffix
des Subjects ausgedrückt, wobei der Infinitiv mit h oder auch
das Particip folgt (vgl. Strack zu Pirke Aboth 1, 5). Mit dem
Verbum fiuitum ist es nicht belegt. Aber ebenso wird, was die
Exegeten meist verkennen, Prv. 5, 4. 14, 13. 23, 32. 29, 21 nnn«
gebraucht.
19. 'pjn hii 1)^2 h^h] Syr. üh:n m'\2 hzh ah, Gr. irav-t dvöpwT:«)
[iTj IxccGtivs, 106 k Lat. wie Syr. verdeutlichend: {iy; tzo:/z\ av^^pomp
i/cpaivou ( — aivs); vgl. 19,25. — n^T^n yh';Q n''in hai] = und
stosse nicht von dir das Glück. Wer Jeden in seine Absichten
einweiht, dem werden sie vereitelt. Vgl. Job. 6, 13. Gr. /m |a7j
dvacpspsTto arj'. ydrjiy. Betr. xa'pi; = niVt: Vgl. zu 20, 13 und weiter
zu 12, 1. 20, 16. Gr. setzt vielleicht yh}} n^r (2 Sam. 15, 14)
voraus, übrigens könnte er besagen: und nicht möge er dir Dank
darbringen. 248 70 Syroh. 23 106 korrigieren /apiv 'j;£uor,=: falschen
Dank (indem er nämlich dein Vertrauen übel belohnt). Lat.: ne
forte inferat tibi gratiam (falsam) et convitietur tibi. Syr. "a^m xSt
KmD''t3 (Thorndyke "[Tnj), was die Polyglotte übersetzt: ne te
beneficio obstringat (d. h. durch seine Verschwiegenheit). Aber
besser Bar Hebraeus: damit er dich nicht zu Dank verpflichte.
Augenscheinlich folgt hier Syr. dem Gr.; ob er ihn richtig ver-
stand, steht dahin. Die Lesart des Hebr. ist an sich einwandfrei;
Smend, Siiacli-Koramentar. w
82 Sir. 8, 8—10, 29.
hii scheint durch [jl-/^ bezeugt zu sein, und damit wird indirekt
auch nnn durch Gr. in etwa empfohlen. Dagegen scheint der
Parallelismus von v. 17. 18 für n''T zu sprechen.
9, 1. wpn] ebenso Num. 5, 14. — ']p'n ni^K n«] vgl. zu
26,3 und Dt. 13,7. 28,54. Syr. nur: dein Weib. — -j^Sy löSn je]
versteht Syr. richtig als Kai und 3. fem.: damit sie nicht lerne
gegen dich. Dagegen Gr. falsch als Fiel und 2. masc: \xr/jh.
o'.o7';yj? £-1 asau-ov. Es fehlt so ein Object. Die Handschriften
korrigieren (70 om, im, 106 k a-ji/^v l-l si); Lat. ne ostendat
(Sang. — das) super te. — nyi] Gr. -aiost'ccv Tovr^pav (Lat. malitiam
doctrinae necjuam), und danach vielleicht Syr. xi^n sarn. Vielleicht
ist ~a>.rjt{rjy Später zugesetzt, 23 hat 7:7.ios''7.v -ovr^pov.
2. X3pn] ist im Hebr. falsch aus a wiederholt, lies jnn
(Gr. Syr. vgl. v. 6). — -[Tnöz hy nininS] Gr. sTrißr^vai au-njv i-l
Ty)v IT/UV ofou. Syr. ihr Gewalt zu geben (nnz'^ii^oS) über alles,
was dir ist. Beide übersetzen 46, 9 )2'"i-irh ebenso, übrigens
versteht Gr. sTcißr^vat transitiv (vgl. z. B. o.^o.'ff^j'-jx 1 Sam. 28, 15).
Syr. hat 46, 9 scpin (Stärke) für m^z. Dass die Redensart ihren
ursprünglichen Sinn verloren hatte, zeigen auch LXX und On-
kelos Dt. 32, 13, wo ebenfalls t3/6c und xcpin für moa. — Lat.
i. f. add. et confundaris.
3. '7S 2npn Sn] = Syr. cy wj?n sS (verkehre nicht mit).
Dagegen Gr. ]i.\ u-avTo; (Lat. respicias). Danach ist vielleicht
xnpn oder mpn (12, 17) anzunehmen, da h^ aip sonst den geschlecht-
lichen Verkehr bedeutet, was wegen b nicht passt. Vgl. anders
Prv. 5, 8. — mi ntt^s] vgl. Prv. 2, 16. 7, 5. Syr. xn^:i Gr. -(uvaizl
£-ottf>iCoii.£VT(j. Ob Gr. Syr. anders lasen (vgl. Hebr. ruii v. 4),
steht dahin. Ich ziehe aber m* vor wegen v. 6 ; übrigens scheint
auch für yuvy; z-rtlrto. 41, 20 in der hebr. Handschrift mi ntf^^s
gestanden zu haben. Der Ausdruck bezeichnet wie iTlDJ eigentlich
wohl die fremde Frau, die sich in Jerusalem aufhält und die
am leichtesten sträflichen Umgangs sich schuldig macht. Aber
auch der Ehebrecher wurde wohl i* und n:3 genannt (s. z. 23, 22. 23).
Das syrische Wort für ehebrechen, Ehebruch usw. ist "iw (eigentl.
fremd sein) mit mehi-eren Derivaten.
4. Hebr. hat a in doppelter Gestalt, rü")* ist Glosse zu
dem von Gr. Syr. ausgedrückten nj''^:? (oder ursprünglich vielleicht
Sir. 9, 1-6. 83
ZU mi V. 3), iioin (schlafe) statt n^Tion wird durch den Fehler
2yr\ V. 3 veranlasst sein. Für TTion (Syr. mnon s. z. 8, 17) hat
Gr. frei ivo3/i/'.^c, B* auvy^i>!.^s, 70 add. '}'-»//?■' ^^^'-*- Lat. add. nee
audias illam. — i^hn] Gr. ctXoK, wofür Lat. pereas (vgl. Lat.
23, 7. 27, 26. 29. 34, 7, Orig. 4, 288 consumaris). Syr. sie dich
verderbe ("isw), worin er vielleicht dem Gr. folgt. — iTpipS?]
so vocalisirt die Handschrift. Gr. iv i-'/c'.f>-/-;x7.T.v (248 7ü i-<-r^-
Ssuixaatv, Lat. efficacia) aSj-r,:, d. h. in ihren Nachstellungen. Syr.
w^ohl frei: nnywz (in ihren Erzählungen). Hinter iTmpSa ( = nwS
Strafe?) steckt schwerlich n'mpSns (J. Levi nach Prv. 6, 24) oder
nTil'^pnz (Peters nach 34, 7), sondern eher ein Wort wie nph
Prv. 7, 21 (Ryssel), das freilich selbst unklarer Bedeutung ist.
Hier ist ein Wort wie Nachstellungen, Fallen, durch den Zu-
sammenhang mit V. 3. 5 erfordert. Das Wort war wohl früh
verderbt. Im Talmud ist dafür nrnKöZ aus v. 3 gesetzt. — Ob
die sinnlosen Worte nrT'D'cz 'fT^f |c überhaupt hierher gehören,
ist zweifelhaft. "jc-si>'' lässt an andere Fälle denken (Gen. 38, 24).
5. pj2nn (Job. 31, 1)] Gr. xat7.!i.7:vbav£ (v. 8. 38, 28), Lat.
conspicias, Syr. spann (v. 8 vgl. 1 Reg. 3, 21 Pesch.), 70 add.
X7X03/0AOJ?. — Vgl. Matth. 5, 28. — K^pin] = Gr. crz^voaXiiUf,-:.
Vgl. ufpr 34, 7. 35, 15, typ: 13, 2, Ufp): 41, 2, u^pio 34, 30, n)^p)a
35, 20. Das Verbum bedeutet 13, 2 stossen, 41, 2 anstossen, zu
Fall kommen; vgl. targ. ^pi schlagen. Auch im Syrischen findet
sich t^pjns für anstossen. 34, 30. 35, 20 bedeutet nr^p'ü Anstoss,
und event. auch das Fallen, typia ist aber Am. 3, 5 ebenso wie
Gr. ax7.vo7.Xov (ax7.vo7.X-/;{^pov) eigentl. das Stellholz, bei dessen
Berührung die Falle zuschlägt (vgl. ^jXov -c^oT/.oaaaTo? 34, 7),
also = Anstoss. Neuhebr. bedeutet t^p'O auch Schädliches, Ver-
derbliches. Ob das Verbum hier wie 35, 15 zu Fall kommen,
oder aber wie 34, 7 gefangen werden bedeutet, ist zweifelhaft.
Syroh. 23 S Sah. korrigiren ax7.vo7/j'3r, at, Cod. Toi. und Am-
brosius scandalizet te (et tedieris). — .TiJ'i'ij?2 (vgl. u^2V Dt. 22, 19)]
= mit der Strafe für sie (d. h. 50 Sekel nach Dt. 22, 29 vgl.
Ex. 22, 15. 16) = Gr. iv toT? s-ixiatoic ah-r^: (Lat. schlecht: in
in decore illius. Sah.: ihre Schönheit). — Syr. frei: damit du
nicht schuldig werdest mit (2) ihrer Morgengabe doppelt. Woher
er die doppelte Morgengabe hat, ist unklar. Ich meinte früher,
h^2n {=^ ti^pw) und h^zn seien verwechselt.
84 Sir. 8, 8—10, 29.
6. r\:)'ih} Gr. Ttopvaic. — -^it^ojj Lat. add. in ullo (al. nuUo).
— DiDn] Gr. d-oli<sr^iZ = Syr. imn (Lat. perdat te et haereditatem
tuam). hu n3D heisst an einen anderen kommen, das Hifll an
einen anderen bringen (1 Chr. 10, 14). Aber der Begriff des
Verlustes mischt sich leicht ein (vgl. 10, 8). Da na auch durch
Gr. ty;v xXr^povoixiav aou (Syr. das Erbe deines Vermögens, "['•DDin)
bezeugt ist, ist Tun zu lesen.
7. SninnS = Syr. ij;Bi:n'i (und du wirst beschimpft werden);
vgl. 23, 21. Aber Gr. [xt| TrspißXsTrou, wonach anjnn Ss zu lesen
ist (vgl. das Piel Jes. 5, 30 und im Talmud). Ein Verbum des
Sehens ist indirect auch im Hebr. bezeugt durch den Fehler
yyv ns"iö2, wofür Syr. NTJnö yw2 = Gr. h f-u[xoti? (Anton. 1109
-K'jXatc, Lat. vicis) ttoXeo»;. Lies mit J. Levi TJ? \snö2 (vgl. Ez,
26, 10 und unten 14, 22) oder 'V ms2ö3 (Ez. 27, 3). y^v (vgl. die
Variante zu v. 8) ist über py aus T'j? verderbt. — nn-n in« naiti'Si
(vgl. Prv. 7, 8) ist ebenfalls entstellt. Syr. «aim inm 2nDnm =
und du aufgeschrieben wirst auf der Seite (eig. in der Columne)
der Schulden. Er las etwa .Tni2in3 la'iti»':'). Gr. xal ev xat? sf>i^[xrji?
(S* ptJixatc, Aeth. Strassen) auxr^ [xt; TrXavö», was auf ü^)\i>n Wt
.Tm2in3 führt. Clem. AI. Paedag. III 4, 28 hat in der Wort-
stellung des Hebr.: [x-/]0£ -Xavto h -yX: £f>-/j[ii'a'.c ao--?;?. Dagegen
Lat. nee oberraveris in plateis (= Anton 1109 TrXaxsiat? vgl.
23, 21) eius. Die Strassen beruhen auf Korrektur, die Lesart
rfm^nna ist auch durch Hebr. bezeugt, gleichwohl ist .Tnism^
herzustellen. Uebrigens hat tJölU' wenigstens die Nebenbedeutung
von umschauen und forschen Zach. 4, 10. Dan. 12, 4.
8. yv a''75?n] Talm. und Alfab. yy; 'n, Gr. d'K6axpz'\>o\> o'z>-
{}aX[xov (157 Anton. 1088 -- !xo6c, Syroh. S-^"^ C 106 157 254
Sah. Anton, add. aou, Lat. faciem tuam); vgl. LXX Prv. 28,27.
Jes. 1, 15. — ]n nfi^iiQ] vgl. Prv. 11, 16. Gr. drJj -j-uvar/o? sujAopcpou
(Lat. compta, aber Clem. AI. Paed. III 11, 83 7.£/apiT(y|jL£V7j?:;
vgl. zu 18, 17). — Syr. für a frei: dein Gesicht möge auf ein
schönes Weib nicht schauen. — L3''2n] Gr. xa-ajidtvöavs = Syr.
Npann (vgl. V. 5). — -[S üh ^2^] Gr. xdiXXoc aXXoxpiov, aber Sah.
mit Syr.: Schönheit, die nicht dein Eigentum ist. — ntt'X ij?a]
Talm. nc ntf'K "iKnn ""D, Syr. denn (n^j) durch die Schönheit des Weibes,
Gr. £v (248 70 Clem. AI. 1. 1. add. -(dp) xofXXst ^(wauoc. nj?3
(vgl. Prv. 6, 26) passt nicht, wenn man mit den Uebersetzern
Sir. 9,6-9. 85
und dem Talmud innti^n passivisch versteht, da es in der dann
erforderlichen Bedeutung „aus Ursache von" nicht belegt ist.
Dagegen wird die Lesart des Gr. und Syr. durch iKn (= An-
blick s. z. 11, 2) bestätigt; nur ist ne'' daneben überflüssig. — innii'n]
Syr. kamen um (n2X), Lat. perierunt. Dagegen Gr. lirXavr^Or^aav
(Clem. AI. a-c-Xavy^tlr^ciav), was vielleicht auf eine andere hebräische
Lesart zurückgeht. Uebrigens weist ij;3 auf eine an sich mög-
liche (vgl. zu 5, 15), aber des Zusammenhanges wegen unwahr-
scheinliche Deutung von innt^n als Hifil hin. — ■T'inx pi] Syr.
und ihre Liebe, Gr. xotl (C add. rj Ix xotS-ou 91/a'a. Danach ist
nan« und nach Gr. Syr. ti'SD zu lesen, pl weist auf a und b
zurück. — Lat. hat die Dublette: omnis mulier, quae est forni-
caria, quasi stercus in via (vgl. aialo; 26, 22) conculcabitur (Miss.
Moz. 348 computatur; vgl. Xo^iafir^astai 26, 22). speciem mulieris
alienae multi admirati reprobi facti sunt, colloquium (= öixiXta)
enim illius quasi ignis exardescit. — Vgl. Job. 31, 12,
9. Syr. hat den Vers in doppelter Gestalt, vor und hinter
V. 8. Vor v. 8 hat er für a: Bei (nj?) der Herrin eines Hauses
stütze deinen Ellnbogen {']h''T} nicht. Dem entsprechend findet
sich zu [xsxa u-avopoo '(wxv/M (41, 21) |xr, xaöo'j to a-jvoXov in 248
70 (vorher) und bei Clem. AI. Paedag. II 7, 54 (nachher) und
im Lat. (nachher) die Dublette xal ayj xa-axXidfj? (Clem. AI. aujx-
[xsxaxX.) £7:' a-^^rnkw^ (Clem. 70 a-,'xä)va, Lat. cubitum) fxsx' auxy;?.
Vergleicht man damit das talmudische nSj?3 Sv« ts5"SK, so geht
diese Lesart offenbar auf Verwechslung von SjfK und S'^-i^ (vgl.
zu 41, 19 und 1 Reg. 3, 20 LXX) und verschiedene Deutung
von nSj?2 zurück. Man darf dabei wohl fragen, ob xafiou xo a6-
voXov aus xXt&-^? Sil' d-j'xaAojv entstanden ist. Im Hebr. ist cyen
blöde Korrektur für SjfN an, in das man h^'i^ an auch hier verlas
(so auch Peters). Gesichert wird diese Verwechslung durch die
talmudische Variante (bei Rabbinovicz) rh^z cy rh)t^ an Sk. Das
S''i:s rvin gilt Sirach beim Gastmahl (onS) für unanständig (41, 19),
aber beim Weingelage war yT\ üblich (35, 2 vgl. Anm. 2, 8).
Der Unterschied beruht wohl darauf, dass beim Gastmahl auch
Frauen zugegen waren (Job. 2, 3. 12, 3). Also besagt auch cy
'r'^iTK Lsn h)^ nSya: halte kein Weingelage mit einer verheirateten
Frau. Hinter v. 8 hat Syr. für a: „mit der Frau eines Mannes
mache nicht viel die Rede", und für b: „und mache nicht lang
86 SÜ-. 8, 8—10, 29.
(= iti^on für "^Dttn, s. u.) mit ihr (w Maus. add. deine) Gespräche
(i^n^ltt*); vgl. dazu Aboth 1,5: ntfi« nv nn^ii^ nmn ha. — Dagegen
hat Syr. vor v. 8 für b: und nicht mische (Jiian) mit ihr alten
(spTi;; vgl. zu 34, 25) Wein. Aehnlich der Talmud (in Folge
des Missverständnisses von r\hy2) : nrti^i p 105; ipr^h, was zunächst
aus nriy n^y •cö'? entstanden ist. Nun kann aber y.m |xt) aoii'^rj-
Xoxo-rj3-((C jj,£-' aoxr^q iv oivw sehr wohl auf 1)2^^ noj? 2Dn ':ki zurück-
gehen, obgleich 22ü 35, 1 anders übersetzt ist, und auixJ^oXxo-ioj
(Clem. AI. a'j;xj3oXa? Ttoist, Lat. schlecht: alterceris) 18, 33 für S"?:
steht (vgl. LXX Dt. 21, 20. Prv. 23, 20 und die Späteren zu
Prv. 23, 20. 21. 28, 7). Zur talmudischen Lesart vgl. Jes. 5, 22.
Prv. 9, 2. 5. Aber 'IJI "[Dan hi<) würde nach a zu wenig besagen.
— ntsn] vgl. Jos. 24, 23. Gr. Syr. iv.yKrr,. — ,t':k] Gr. l-d (C
254 £tc) auxr^v, Syr. hinter ihr her (vgl. 1 Reg. 11,2). — ii\
Syr. "jn'?, Gr. vj '];u/rj (Clem. AI. und Lat. x7.poi7.) cjou; vgl. zu
4, 17. — nNtsim] Syr. und schuldig des Todes, bezw. mit schuldigem
Blute. Gr. xotl xw z:v£6[xaTi' (lies mit Clem. AI. und Lat. ox\M-i)
aciu; vgl. 1 Reg. 2,9. — nön2'^] ist aus c eingedrungen, Syr. du
hinabfährst (mnn), Gr. hXKa^ifif^f. Danach ist etwa nrm (Job. 21, 13)
oder nii'n (Prv. 2, 18) zu vermuten. — T\rw ^«] = Gr. si? 7.-0J-
Xstav (vgl. Hebr. und Gr. zu 48, 6. 51, 2); Syr. WS. — Gemeint
ist die Rache des Ehemannes; vgl. Prv. 7, 26. 27 und überhaupt
Prv. 7.
10. li'tsn] = Gr. lyxa-ahTTT^^c = Syr. pi2tt'n; vgl. zu 47,22.—
"|['']s;[l]T kS] d. h. er ist nicht dein dir altbekannter Vertrauter.
Syr. rh siso xS =; er erreicht ihn nicht. Gr. oux i'a-iv (Lat. erit)
£<ptao? (70 £'fta-^i?, 248 Anton. 716 hz iar^?) au-w; vgl. zu 34,27.
Gr. hat kaum anders gelesen (etwa XiT\T), sondern eher frei
übersetzt, und Syr. ist ihm gefolgt. — p] Syr. praem. wie. —
jti'^'i] ist Konditionalsatz. Syr. pnp nDi, Gr. sav (S}Toh. 70 106
157 k C Anton. 723 Chrys. 3, 337 add. os) -aXotiwf% dag. Lat.:
veterascet (al. -scat). — ins] Syr. om., Gr. willkürlich: fist'
(Chrys. praem. xots, Lat. praem. et) su'fpoauv/jc. Vielleicht ist
xoxs ursprünglich; vgl. zu 11, 7. — 1:^11^^11] die Punktation sta-
tuiert ein i, aber die Konsonanten wollen vielleicht e. — Vgl.
imAlfabeth I des Ben Sira: iTn -ß: nx n^S T\^tr;^ «»"m. Mibchar
ha-peninim p. 27, 9 ed. Filipowski: u^nn nsna "^rm:^ lan f]'''?nn Sn.
Sir. 9, 10—14. 87
11. 2 »jp heisst hier wie 45, 18. Prv. 3,31. 24, 1 auf
Jem. eifersüchtig sein, so dass man es ihm gleich tun will. —
j?Si>"i ti>''sn] Gr. verdeutlichend: oo^av (s. z. 45, 2j ct;i.a,o-:oj>.o'j (Lat.
gloriam et opes peccatoris). — na] Gr. -i' (248 23 S* A -ic) i'sTai
(248 23 106 Sah. iaxiv), 55 254 Anton. 1160 t( -i^ra (vgl. 8,18.
Prv. 27, 1). — WV] d. h. sein Tod und sein Endschicksal. Syr.
sein Ende^ Gr. r^ xataatTfio'fv] autou (vgl. zu 18, 12j. F. Perles
vermutete danach iciD.
12. Für das im Plebr. zerstörte Verbum hat Syr. pn, das
er V. 11 für wpn setzt und hier vermutlich nur wiederholt. Gr.
£uöoxr^3(ic, wonach innn zu vermuten ist; vgl. zu 37, 28 und
Prv. 3, 31. — n^Si:.^ pT2] hier das Adjektiv von Ps. 124, 5 an-
zunehmen, ist unnötig. Syr. rh'i^i n'jij;^. Dagegen Gr. h (SCA
om.) i'joo/.i^'.c (B (A 55 155) Sah. vjw/X'j., Lat. ao'.x-'a, Syroh.
suooiaic) a3s|3wv. Lies s'joota (38, 13. 10, 5). Erleichternd kehrt
Gr. die Wortfolge um, setzt für n^h'^iri das Abstractum und für
piT das Adjektiv da3[i-/-c (ebenso 13, 24. Iß, 3 vgl. 12, 5a) und
nachher für 'npi'' oixaKuilöisiv (s. zu 1,22). Erleichternd auch Syr.:
dass bis zum Tode kein Mensch gerecht ist. Lat. usque ad in-
feros non placebit (^= io^ox-/;!}-?;?) impius. — Für rj? lies ij;
(Syr. Gr.).
13. pm] Gr. «x^r/pav a-c/s; vgl. zu 13, 10. 30,23. — ^[h^if]]
Syr. ^'h^^, Gr. o; i/v. i^yj^ii'jy. — Sk')] Gr. xat o'j ixt;, Syr. »hv,
vgl. zu 7, 1. — mo nnc nncn] vgl. Ps. 14, 5. Job. 3, 25, und
eine Job. 15, 21. Vielleicht war über c in "inc in der Hs. ein
2 oder dgl. nachgetragen. Syr. dich fürchtest aus (p) Furcht
des Todes. Gr. in der von ihm beliebten Abwechslung: G-o-
-xt'jTf^z 'fopoy (35, 18) UotvaVyj. — cii*xn «^ lies 'n h^. Syr. (sS
inöti'j n^nn) mache nicht schuldig deinen Atem (= "noti^j in d).
Er lässt d aus. Das ist aber ein innersyrischer Fehler, denn
für -n/sti^i liest Ambr. ■jt^'ci (= dich), das ursprünglich auf 2TT\
folgte. — "iniaii*;] Gr. frei: tyjv Cw/;v aoo. 248 70 Syroh. add.
T^'j.rjT/r/r^yxr/.. — nii^l Sj?] Gr. £-t £T:aXc3(oy tcoasojv (al. -o/>£(ü?), Lat.
super dolentium arma (= i-aX-j'wv o-Xüjv?), Syroh. auf den Zinnen
einer hohen Mauer. Vermutlich las Gr. nnKD 'rj?, das er miss-
verstand. — Vgl. Job. 18, 8. 9 (Strack).
14. ivi nJV] = Syr. "[lan 'jy. Dagegen Gr. a-o/aac« -ou?
(248 C Sah. tou, A 307 tco, 155 xo, Syroh. xo xoo (?)) -Xr^^rov,
88 Sir. 8, 8—10, 29.
Lat. cave te a proximo tuo. Vermutlich hat Gr. ato/oiaoti im
Sinne von 2 Macc. 14, 8 für ruj? gesetzt: nimm Rücksicht auf
die Meinung und den Rat des Nächsten. Vgl. aaTo/sTv 1, 19.
8; 9. Der Sinn ist aber: belehre andere, aber sei vor allem
bedacht, von den Weisen zu lernen. — TTiDn] vgl. zu 8, 17.
Gr. cuixßouXe'joü (al. ßouXeuo'j), Syr. NIXT TtSp n""«!.
15. pDJ cy] Syr. korrigierend: mit dem der Gott fürchtet
(vgl. zu 16, 4), Gr. v.aX (nur in B (55 155 296 308)) [xe-a auvsxdjv.
Lat. et in sensu. — "jJi2i^n] Gr. 6 oiotXoYiatxoc aou; vgl. 27, 5. —
iniD ^31] Gr. xal Trotsa oir^^(r^ak (6, 35) cou = Syr. '[n'V)'^ pbl.
Indessen erscheint T)D, das hier vielleicht Gespräch (vgl. 7, 14)
bedeutet, als originell. — cmrn] ist nichtssagend gegenüber Gr. :
SV vo|x(o (Lat. praeceptis) u'j^taxou und Syr.: in den Wegen (vgl.
zu 35, 17. 24) des Herrn. Lies ]Thv mina; d. h. innerhalb des
Gesetzes. — w Maus, haben für b: und alle deine Wege in der
Furcht des Herrn. — Lat. liest v. 15 hinter v. 16, ebenso Armen.
(Herk.).
16. ■jisn'? ""Sv^] eine Copula (Syr. Gr.: sollen sein) ist ent-
behrlich. Uebrigens ist der Ausdruck singulär ; Syr. die Essenden
deines Tisches ("jnnc ''Sdk), Gr. oi a-jvosiTTvoi -aou. — -[mKEn] Gr.
0 x7.6/-/i[xa (30 u; vgl. 10, 22. 44, 7.
17. Für löj? [h]\if)Ki) ist der Raum zu gross, nach Syr. (w
Maus. Mas. I: nr2V2 \£^hu^)) ist noch ein 2 anzunehmen. — ns^z]
vgl. zu 5, 13. Syr. (weise und einsichtig) las vielleicht ein
schlechtes nm. Wie er verwechselt Gr. Subject und Prädikat:
xal 6 TjYouixeyo? Xaou aocpo? ev Xo^tü (S* Xoyoic) ciütou. Vgl. zu
letzterem 20, 27. 44, 4 und 18, 29. Lat. willkürlich: et princeps
populi in sapientia sermonis sui (seil, laudabitur), in sensu vero
seniorum verbum. — Dem na'^z DDn (vgl. n^u^ ^ODn 44, 4 und
Jes. 3, 3) entspricht n^r 'nznz; Syr. schlecht xrm ,-inD:n2 (durch
die Weisheit des Richters). Gr. verdreht die Worte in: sv ysipl
xe/viTojv (106 157 k 55 254 Sah. xs/viiou), wobei er D'^T zweimal
übersetzt. Der Sinn ist zweifellos: wie der handfertige Künstler
Gewalt hat über sein Werk, so der redefertige Weise über sein
Volk. Danach scheint nun ijiyn;. dem St^w zu entsprechen, und
itf^r bedeutet möglicher Weise „Kunstwerk" ; vgl. na>;?5 1 Reg. 6, 35.
Bedenklich macht der Anklang an Prv. 11,24, und nahe liegt
der Gedanke an ^t. Aber Gr. (spyov £7rGtiv£i>-/)a£xai) und Syr.
Sir. 9,15-10,4. 89
(«ni''lo ipnn) scheinen beide schon ttt^r gelesen zu haben, obwohl
sie übrigens nichts taugen. Vgl. awsaic = nvti' 51, 29, und |pn
= i\i^a 4, 18.
18. np] lies Tj?2 (Gr. Syr.). — pti^S li^^a] vgl. 8, 3. — Klt^öl
(Spruch) passt nicht, Syr. (zdjij) las wohl Nii^lii. Der Ausdruck
bedeutet Ps. 50, 16 feierlich von etwas reden, hier grosssprecherisch
reden. Gr. Trpo-cz-/;;; vgl. LXX Prv. 13, 3 (rncti> p\i'z), 29, 20
(nain ^k) und Symm. Koh. 5, 1 (-[^o ':y '^nnn ^«). — IiTd 'jj?] Gr.
ev Xo^o) (39, 31) autoü, aber Brev. 389 in lingua siia. — SJii'^] zum
Pual vgl. Koh. 8, 1 (?), sonst ist es nicht belegt.
10, 1. Jsciti'] vgl. zu 7, ß. — DJ? ist wohl aus v. 2 für c:n
(Gr. Syr.) eingedrungen. — lüT nach Gr. {-aioz'jcsti) und Syr. (fjSj)
in "iDV zu ändern. — ph^af2] = Gr. rjYcixov'ot (7, 4), bedeutet hier
aber das Reich. — htid] die unleserliche Variante war wohl
mno. Gr. -s-7.y;xev-/j (Lat. stabilis) hzy.<.. mc (50, 14), sonst aram.
und neuhebr., bedeutet hier in gute Ordnung bringen. — Syr.
für b: und ein weiser Gewalthaber (nö^W) macht bewohnt seine
Stadt (vgl. V. 3).
2 stellt Hebr. hinter v. 3. Aber v. 3 darf auf v. 1 nicht
unmittelbar folgen. — DJ?] Gr. to-j X^oO auxou, aber a-koGi fehlt
in 248 70 Syroh. 106 (?) k 157 254 Sah. Aeth. Anton. 1000. —
p] Gr. oSt«>? y.rj.(, aber -ml fehlt inS*AC 106 307 Ibb.—TTh^]
Gr. ot AciToupYoi 7.'jT0'ji ^ Syr. Mlitt^oti'o. Das Wort bedeutet im
Kanon Dolmetsch (Gen. 42,23) und Gesandter (2 Chr. 32,31);
nicht klar ist seine Bedeutung Job. 33, 23 und besonders Jes.
43, 27, wo LXX ap/ovxec, Syr. wa''':iJ'. Hier ist es wohl s. v. a.
Ity. — '^Ü'\2)] = Gr. xal xata xov rfj'ootxsvov (vgl. LXX und zu
V. 20). — ri^V p] lies iTatt'V (Syr. Gr.). Uebrigens Gr.: ravis?
0'. xaToixo'jv-sc a'jr/;v (C a'jtr,c, Anton. 1000 sv ccjx-^j), aber Lat.
tales et habitantes in ea (Toi.* Am. Brev. 352 om. in ea).
3. j;nE] vgl. Ex. 32, 25 und zu 46, 7. Gr. aratosuxoc, was
den Sinn (zuchtlos) ungefähr trifft. Syr. schlecht frevelhaft {üh)y).
— yv] lies löj; (Gr. Syr.) — iTn«'] Syr. ,T:t£''7ti'T (s. z. 8, 8), Gr.
ouvaaxojv (vgl. zu 41, 17).
4. Hebr. stellt v. 4 hinter v. 5, was wiederum zu ver-
werfen ist. — T2] vgl. 36, 13. — n^rhü] hier und v. 5 Syr. «nan
=^ Gr. xupiou. — n'ju^öö] Syr. Wts'jiti', Gr. scouaia (vgl. zu 30, 11).
90 Sir. 8, 8—10, 29.
— S2n| Gr. Tv: 7^/? (vgl- Iß, 19). — nyh ti^Wj = für die Zeit
den rechten Mann (wie inj?3 121); vgl. np Koh. 10, 17. Gr.
übersetzt frei: /^zi xov ypr^siixov . . . zk ■/'zi(>ov (307 iv X7.if>»r)), und
ihm folgt wohl Syr.: mny'^ ii:>:ii; vgl. sonst 13,4. — i^r] lies
Toy; Syr. ny:, Gr. sYspsu — An den Messias ist schwerlich
gedacht, sondern an gute heidnische Könige wie Cvrus.
5. rhu^iir:] = Syr. NJö'^lt^ ; aber Gr. s'jooia, wonach ich früher
(so auch Peters) nn*?!:« (vgl. zu 38, 13) vermutet habe. Spricht
man isii, so kann man dafür Ez. 16, 13 vergleichen. Aber Sang.
Theoder. Corb 1. Brev. 352 haben entsprechend dem Hebr. potestas
für prosperitas. Nun können freilich im Lat. und Hebr. potestas
und nhuf^ü leicht aus v. 4 eingedrungen sein, aber auch zWaol
könnte aus Hwaia entstellt sein. Man kann daher nSii^oa fest-
halten, wird dann aber i33 sprechen müssen. — inj ^3j Syr. nur
h^i, Gr. nur dvSpoc. — ppin» ':zih)] vgl. Jes. 24, 23. Ps. 96, 6.
Gr. versteht den Ausdruck nicht: xat Tif/osoj-o) Ypa[j.;j,aT2o>c £-ii}-/;^st
oorav a-jTO'j. Natürlich ist pp)m, das auch die Targume mit nied
und rj^fi übersetzen, der Fürst. Syr. gar: und dren ihn Fürchten-
den gibt er seine Ehre. — Vgl. 50, 22.
6. Vor h2 kann ein Buchstabe in der Hs. zerstört sein.
Syr. hat ein 3; Gr. i~i (106 155 sv), das auch mit dem Dativ
öfter für ; steht. — Hebr. befriedigt übrigens nicht. Dass man
dem Nächsten niemals Böses mit Bösem vergelten solle, erwartet
man hier nicht zu hören. Denn mxJ ist nicht die Rache für das
Unrecht, sondern das Unrecht selbst. Allerdings drückt Gr.
einen ähnlichen Gedanken aus: ItzI tt^vtI (ioizY)<jiaxi (vgl. 28, 2) \j.r^
;x-/jvi73r,c (al. i-i--/)vi3T,c vgl. 28, 7. 40, 5) t(5 -^aiov. Lat. für a: om-
nis injuriae proximi ne memineris (= [xvr^sU-if,??). Passend Syr. :
mit allen deinen Sünden beleidige (mStsn vgl. zu 19, 17) nicht
deinen Freund. Ein aram. nh'cn anzunehmen, hat kein Bedenken.
Gr. bezog j;^*s ^22 fälschlich auf den Nächsten und legte sich
das Uebrige nach 27, 30 ff. zurecht. Aus demselben Grunde
wurde im Hebr. yi n^Sti^n für ühiän gesetzt und dabei wohl h
eingeschoben. — "[112 ']bnn hi^)] Gr. frei: -/7.1 <xr^ -rjä3:iz ;xr/Av iv
sp-j'oic. Syr. hat die Dublette: von allen Sünden und Lüge sei
fern und gehe nicht in hohem Geiste (nn : ms?).
7. Syr. praem. denn. — \)inh] vgl. zu 32, 22. Gr. sW-i
xupiou, Syr. iirhü cnp (imd auch üUf^i:2 cip); vgl. aber zu 46, 19
Sir. 10, 5—8. 91
und zu 1^1. — DrTJit*oi] Gr. X7.i i? a|x'iOTS[><ov; vgl. 22,5. — In Sj-'ü
pit^j? möchte man ein Verbum und ein Nomen suchen. Gr. hat
'KX-/)ijL[x3X-/^ci£i aZv/Srt. (nur B aoizc?, C 7.o'.y.t'o!v) ; vgl. zu 32, 15. Aber
dann wäre wenigstens Syö'' zu erwarten, und ^j;e wird durch
TrXrjijLfxsXsia aoixi'ct? (248 70 Syroh. 8°* ) bestätigt. Syr: Raub und
Bedrückung. Aber Sva ist Prädikat zu pi^^j?. und |a bedeutet
wohl: nach dem Urteil von Jem. (so richtig Peters), pti'y richtet
sich zunächst gegen INIenschen, wird aber von Gott auch als Sj?»
gegen ihn selbst angesehen, w Maus, haben wohl nach Korrektur
b'l für pl- — Lat. für b : et exsecrabilis (al. exclamabilis) omnis
iniquitas gentium.
8. Sirach schliesst: Gott lässt den Völkern den Uebermut
nicht hingehen, viel weniger den einzelnen Menschen (vgl. 16,11).
Dabei verliert er sich scheinbar in einen Zornausbruch gegen
die heidnischen Unterdrücker Israels. Wahrscheinlich stand aber
die Gewalttätigkeit innerhalb der jüdischen Gemeinde, über die
er sich beklagt, in Beziehung mit der Vergewaltigung der Juden
durch die Heiden. Es scheint nämlich, dass er von 9, 17 an
die jüdischen Voll<:shäupter im Auge hat, die er anderswo direkt
apostrophiert. Vgl. den ähnlichen Gedankengang in 31,21 — 36,22.
Das Reich ist das Eine Weltreich wie bei Daniel, aber zunächst
ist wohl an den Sieg Antiochus' III. über die Ptoiemäer gedacht.
Dann ist m«J Dan nicht zum wenigsten die Bedrückung der Juden
durch die Ptolemäer (vgl. zu v. 10). Aber mit den Seleuciden
hatte man unterdessen auch schon schlimm'e Erfahrungen gemacht,
und Sirach will wohl sagen, dass das Reich auch bei den Seleu-
ciden nicht bleiben wird, weil sie gleichen Schlages sind wie
alle früheren Oberherren der Juden und der Welt. — 2lDn] vgl.
1 Reg 2, 15 und zu 9, 6. Syr. sc'rniT^'a, Gr. ixsTayctat. — D^n SS:2
mxj] Gr. 017. 7.oix!'7.c /7.1 'jßps'.c (Lat. doppelt: injurias et contu-
melias) -mi ■/rA^yyj-'j. (248 Syroh. Anton. 1012 add. SoXta, Lat. et
diverses dolos). Lat. las oiVfor>7. für yr>r^;xa-7, was wohl ursprüng-
licher ist (s. z. 7, 18). Syr.: wegen Sünden und Hochmut und
Mammon. Aber das Geld ist wohl von Gr. (und nach ihm von
Syr.) zugesetzt, und mxj D^n ist als Genitivverbindung ganz pas-
send. Die mx: ist das Thema von v. 6 — 18, und D^n bedeutet
Gottlosigkeit (vgl. zu v. 23).
92 Sir. 8, 8—10, 29.
9. -icKT icy] Vgl. 40, 3. Gen. 18, 27. Gr. yri xoti ottoSo?
(17, 32. 40, 3). — im] Gr. schlecht; mi (Syroh. add. xai). —
rnn] Gr. iy C^fj (248 70 Syroh. 106 k Origen. 14, 121. Lat.
add. auToo). — Dir] Gr. sinnlos: zrjfjvW (248 70 157 sppi'{>o(v,
106 k £ppi']/£, Lat. projecit, S"'' £/pi'}i). Korrigierend Syroh. i^ou-
oiwiaz, wofür Chrysost. und Suidas (zu '{^'j/txoc avOpoj-oc) ijouosvwto!'.
(vgl. Herkenne z. St.). Gr. müsste cir fälschlich mit nai
(werfen) zusammengebracht haben. Zu Aergleichen ist vielmehr
DTl Ex. 16, 20, wonach man cn" erwarten sollte. Aeth. hat für
£ppi']^a xxX. es fault sein Körper. Vielleicht steckt hinter £xf>i'];i
ein £xc;y];£i, wobei Gott als Subjekt gedacht wäre. — l-'i^] scheint
ein -«i^ (= aram. k;]5, syr. «^i3) vorauszusetzen. Dem entsprechend
Gr. T7. evooaöta auioü. — Syr. hat für b und 10a: welcher bei
seinem Leben Würmer (= Dir?) kriechen (jit^m = pti>: pti^?),
seine Seiten (Minj, pu müji) und seine Eingeweide (= nSna?) der
Arzt reisst auf (sn:::). Es ist aber mit Wellhausen ^^r^J (= ri:)
und mit Herkenne xii:: (= a-zM-zzi) zu lesen und zu verbinden:
welcher bei seinem Leben von Würmern wimmeln seine Gedärme
und Eingeweide; der Arzt spottet.
10. lieber Syr. s. o. — Gr. für a: [i'x/.pov appo^atr^aa
axa)7rT£i (C axo-Tsi, 106 Sah. axoTTöT, 248 157 xo--£i, 55 254 £xxo7r-£t
= Aeth. er heilt?) laxpov (so nur S"'', die übrigen totxpo,;). Vgl.
Lat.: omnis potentatus brevis vita. languor prolixior (= jxaxpov)
gravat medicum. brevem (= [xtxpov) languorem praecidit medicus.
— Für Ym steht 18,32, im Gr. 7:0X6? (Syr. Menge). Das Targum
verstand das Wort nicht. Es hat Job. 4, 12. 26, 14 ''^cr^mi n'ap
=^ K' + po; vgl. r/.[j.7'c Hexapl. 26,14. Dagegen wird es in der
Pesch. Job. 4,12 mit nj?" (klein) und Job. 26,14 mit ti^^D (schlecht;
vgl. LXX 4, 12 xaxov) übersetzt, und „wenig" bedeutet das Wort
im Neuhebräischen. Vulg. Job. 26, 14: parva stilla. Danach
könnte [xixpov, zumal Clem. Alex, und Lat. auch 18, 32 [xixpa
lasen (s. d.), die ursprüngliche Lesart sein, wogegen Syr. dort
auch einer blossen Korrektur TioUfj gefolgt sein kann. Aber
dass nicht nur hier tjtaxpov, sondern auch 18,32 iroÄXi^, aus li-ixpoy
und [xixpa geändert wäre, ist nicht gerade wahrscheinlich. Ebenso
gut kann die Lesart des Lat., wenigstens 18, 32, aus Gr. II
stammen. Uebrigens passen die Bedeutungen „wenig" oder
„Geflüster" (so Symm., auch Vulg. Job. 4, 12) an beiden Stellen
Sir. 10, 9—11. 93
des Sirach nicht^ und die von nif^^ti^ (Spott Ex. 32, 25) wenigstens
18, 32 nicht. Obendrein ist die Bedeutung „klein", „wenig"
durch die Pesch. Hieron. und Gr. II sowie den rabbinischen
Sprachgebrauch noch nicht gesichert. Man darf aber vielleicht
vergleichen arab. ^ja^ ein Tier (durch Zischen?) zu hastigem
Lauf antreiben, so dass es störrisch wird, davon ij^U^ (= eiliges
Davonlaufen); vgl. auch öüti> 2 Sam. 6, 6 {= durchgehen, vom
Zugtier). Hiernach kann man das Wort als „unbändiges Laufen",
„Unbändigkeit" (vgl. £?ataio? LXX Job. 4, 12) verstehen. — in'ü]
(vgl. anvo nnd 3n^ im Kanon) heisst aram. und neuhebr. im Piel
(das auch hier gemeint sein könnte) zum Zorn reizen (im Hifil
heiter blicken, aber auch Schmerzensschreie ausstossen). Gr.
Syr. verstehen „verspotten", was vom „reizen" nicht weit abliegt.
— ■ DVn i'^ö] Gr. praem. xai'. Lat. praem. sie et. Syr. geschmack-
los: heute geht er = "j'^na, was auf einem Missverständnis von
h'iZi'' beruhte. — '^ic inoij hzi wie oft = sterben (2 Sam. 21, 9.
Ps. 82, 7). Syr. nSD "inoi, Gr. xat oiupiov xsX£ux-/^a2i (C xsXsuxa). —
Wie V. 8 müssen erst recht v. 9 — 11 zeitgeschichtlichen Sinn
haben und wegen v. 8 auf einen Ptolemäer bezogen werden.
Man wird zunächst an Ptolemäus IV. denken müssen, der 204
starb. Vgl. Dio Cass. Exe. bei Mai p. 545: voa(o yj-fl^r.-^ ^xs-aXocxisi
xov ßtov, sowie Trogus, Prol. XXX: amore Agathocleae corriiptus
decessit. Bretschneider wollte v. 9b 10a als Anspielung auf
die vermeintliche Todesart Antiochus' IV. streichen. Aber danach
sehen die Worte nicht aus, und die Juden werden sich auch über den
Tod anderer ihnen verhasster Oberherren ähnliches erzählt haben.
11. niön] Gr. Iv 7ap xm oc-o^iavsTv. — Sm''] Syr. ist sein
Teil (nnjo). — Gr. kehrt in b die Reihenfolge der Worte um:
spTTsxa xocl \}r^[Aa x7.1 axtuÄr^xac. Indessen ist diese Wortfolge in
Gr. vielleicht nicht ursprünglich (B om. xai 2°, S* om. X7.t cxw-
Xr^xa?). Mit axwXvjxa? gibt Gr. ny':im nm (vgl. 7, 17) wieder;
Syroh. 70 add. auv a-^^st, vielleicht = HDl nach Gr. II. Uebrigens
liest Syroh. xXr;povo[jLr^cjsi ctuxov (Korrektur nach 19, 3), und S<=^ 23
Sah. lesen axwXr^xs?. dvjs passt zur Not, wenn man nicht speciell
Stechmücken oder Läuse, sondern Ungeziefer versteht. Zum
Versrhythmus vgl. zu 1, 2. Ob Gr. (^pta) anders las, ist zweifel-
ha ft, aber nrn wäre nicht besser. Syr. und sein Wurm (oder
seine Würmer) vor ihm kriecht (kriechen).
94 Sir. 8, 8—10, 29.
12, IJ^IO um] Gr. <xvi)p(uT:o'j d<ptaTa[j.Evo'j d-h y.'jr>iou (106 om.
drJj x'jfito'j 7.7.!') was als Gen. absol. zu verstehen ist. Syroh. 70
lOß korrigiren oc-ostr^vai. k 7/ftataai)7.', Lat. apostatare. Das Part.
Hofal :j;iöist möglich; vgl. sonst ij?i: Jes. 33, 19 und unten v. 18.
Gr. erklärt mit Recht nach b. — nSnn ist hier wie Prv. 9, 10
und sonst n^i^^sn (vgl. zu 1, 14) das Wesen einer Sache. Auf
Verkennung dieser Bedeutung des Wortes (bezw. der von afv/i)
beruhen die Varianten hier und in v. 13. Chrysost. 2,619. 4,222.
5,142: drjyr^ 0-3,0-/; 'iav'ac to jxr^ zloivj.i Tov x'jf;»ov. Origen 7,319.
1 1, 236 : initium discedendi a deo superbia est. Syr. : der Anfang
der Sünden der Menschen ist ihr Uebermut. — "li'^o] lies nach Gr.
und^nt'voi der Hs. iih. — Syr. schlecht: und ihre Taten machen
töricht (piJ^ö leg. j'BDO?) ihr Herz.
13. Der einwandfreie Text des Hebr. wurde von Gr. Syr.
schlecht gelesen oder nicht verstanden, mpo und Dpfs stehen
auch 43, 20 neben einander. Gr. setzt für ersteres willkürlich
(zp/Zi- Syr. für beides v^i2ü. Mit «an jlT stimmt der griechische
Vulgärtext : u-spr/iiavtac aijiv.pTt'a, A" korrigiert : u-spr/^avta ajxap-tac.
248 Syroh. Chrysost. 2,592. 4,222. 778: afjiapxta? u-s.or/fctvt'cz,
Lat.: omnis peccati est superbia. Mit 248 Syroh. stimmt Syr.,
der einem gleichlautenden griechischen Text folgte : xnrw xn'"i:m,
aber Cod. Ambros. xnVKjn sn"'j:n, was Korrektur nach der Vulgär-
lesart des Gr. ist. Vgl. zu v. 12. — mip^i] Gr. willkürlich: X7.i
fj 'Ärjrj-(~y/ 7'jTr^c. Der Puuktator versteht das Suffix masculinisch,
das n (vgl. unten nj;jo) weist aber vielleicht darauf hin, dass statt
pil einmal msj dastand. Indessen steht pT auch v. 18 (wo
Gr. wie hier u-öpr/^avta ; vgl. zu 32,23), es ist auch durch in2''T
geschützt. — T2'] vgl. 42,14. Gr. scotjLßpr^ssi; vgl. zu 18,29. —
noi] Gr. ßosXuYixa (vgl. LXX zu na:«). — Lat. adimplebitur me-
ledictis, Cod. Theoder. abominabilis erit apud deum. — 248 .70
106 add. X7.1 y.rx-y.a-rjr/.z,r,3ZT'y.i zl: -Alo: (106 setzt ein wieder ge-
tilgtes 7.tj-o'jc hinzu), Lat. add. et subvertet eum (al. eos) in finem;
vgl. d (106 om. c d). — Syr. willkürlich für b: und Hurerei
(s'nr:* = no:) ist die Quelle von ihnen beiden {= Uebermut und
Sünde). — isS sSö p hv] das 1 an "12S ist nachgetragen, nach der
Randbemerkung soll zugesetzt werden «n j?i, aber ay) V"i 1-'?
sind aus Koh. 8,11. 9,3 in Folge des Fehlers sSö eingedrimgen.
Zu lesen ist i^^bsn nach Gr. (Trapsoocaas) und Üyv. (if^io); vgl.
Sir. 10, 12—16. 95
Dt. 28, 59. — D^^'7N] Gr. xupioc. — nyjj] die Punctation scheint
yi;_ und nyj? ermöglichen zu wollen, beabsichtigt war aber wohl
njjjj (s. c). Syr. ihre Schläge. Gr. xac £-7.7(077:? (3, 28 = n:a). —
hSd 1J? P2'''i] Gr. schlecht: X7.l x7-sc;-:ps'];£v st; ts'Xo? au-cou;; vgl,
lon V. 14. Syr. und er schlug sie einen vollständigen Schlag.
14. kdd] Gr. Dpovo'j?. — c\sji] so stand v. 14 — 16 überall ;
die Throne, die Menschen und die Länder können auf Fürsten
und Völker nicht verteilt sein. l!\s'j sind allerdings die Heiden
(Ps. 94, 2) wie cuy die Juden. Gr. setzt dafür hier dp/ovtwv
(70 Syroh. 23 Lat. add. u-spr/fa'vojy, vielleicht aus Gr. II), v. 15
(Hebr. vac.) drückt Syr. D^KJ aus, Gr. hat iUvwy (248 70 Syroh.
23 106 Lat. add. u-spr/favtov), v. 16 ist D"'1J (Gr. iövwv) auch im
Hebr. eingedrungen, nur Syr. drückt dort d\sj aus, 32, 23 liegt
der Fehler in allen drei Recensionen vor; vgl. Soph. 3, 6 LXX.
Es fragt sich aber, ob für cw nicht auch d"»!]! gesprochen und
geschrieben wurde. — "[cn] vgl. Hagg. 2, 22. Gr. X7i}st>.£v = Syr.
p|nD; vgl. Gr. zu v. 13 d. 16. — C'rhü] Gr. 6 xupioc, Syr. sna. —
W'^vl Gr. TTpasrc. Vielleicht ist q'):-; wie 3, 19 zu lesen. — 248 70
Syroh. i. f. add. iv oo^rj (248 svooOsv) ; vgl. Gr. zu 40, 3 und zu
V. 15. — Vgl. 1 Sam. 2, 8. Luc. 1, 52.
15. Hebr. om. — ptCac] Syr. die Wurzel (snpj?) = u^i'^ =
Sprösslinge =: Menschen ; vgl. zu 3,9. — £i>v«iv] vgl. zu v. 14. —
seixiXsv] Syr. yv, vgl. LXX Koh. 3,2, übrigens pnj Ez. 17,9.
248 70 106 S* iasTXsv, Syroh. ans, 23 ic'l^jzy, Lat. arefecit =
£?7}pc.vsy, was nicht passt und aus v. 17 (s. d.) stammt. — ecpuxsucjs]
Syr. am« (aus v. 14). — 248 70 dvx' au-oiv (248 add. iv So^tti;
vgl. zu V. 14) T7.KCIV0ÜC. — Lat. christianisierend: et plantavit
humiles ex ipsis gentibus. — Vgl. Ps. 44, 3.
16. mnpj?] Syr. anipv- Gr. hat /wpctc; er las aber nicht
anders. Denn 16, 3 setzt er für m^pj;, das dort freilich das
Ende bedeutet, to-oc. 13, 26 findet sich vielleicht ein Stat. constr.
sing, n^pj; im Sinne von Spur, wozu Syr. «ri55V.. ^iu stellen wäre;
vgl. noch zu 37, 17. Die Bedeutung Spur würde auch hier
passen, aber auch die Bedeutung Ort, die Gr. dem Worte gibt;
vgl. darüber auch zu 26, 18. — n^lJ] vgl. zu v. 14. — Daaa]
ist nicht anzufechten, obwohl die Hs. eine Variante hatte. üVä,
Doa, ca;3t3 bedeutet im Aram., Syr. und Arabischen verstopfen,
aber auch überziehen und verschütten. Gr. und Syr. ungenau
96 Sir. 8, 8—10, 29.
xaT£3Tpc'j^£v (vgl. V. 14) uüd yv (vgl. V. 15. 16). — dm'tkJ Gr. 6
(23 70 om.) x6f>toc, Syr. s^-,a. ~ b fehlt im Syr. (s. z. v. 17). —
ü'^iUf)] Gr. xal diKuXsasv cz'jt7? (vgl. 6, 3). Nach Hebr. müsste man
ü^i^ als Nomen mit Suffix verstehen, aber vpVp p« "iJ? ist Fehler
für px vpy IV = Gr. iwc OsixsXt'toy yt^?; vgl. Am. 9, 3. Denn
die Wurzel ist unter der Erde. Lies dann aber auch ü^i^i^^l.
Vpvp ist sonst neuhebr. = zerstören. — Vielleicht ist besonders
Sodom gemeint (Ez. 16, 49).
17. DnDiJ das ) hängt wohl damit zusammen, dass Syr.
(s. u.) in a drei Verba hat. Man wird aber nicht cnD (vgl. Ez.
26,4), sondern cnDJ (vgl. 48, 15) herstellen müssen; Gr. s^^^f-sv
könnte freilich auf beides zurückgehen. — Eines der beiden p«o
ist hier wie 48, 15 falsch. Dem zweiten entspricht Gr. d~o -^t^?;
vgl. dazu Ps. 34, 17. 109, 15. Job. 18, 17. Auch Syr. hat für
V. 16b: „und er hat vernichtet (n^is) von der Erde ihr Gedächtnis",
aber für v. 17b: „und er hat aufhören gemacht (löj) aus den
Menschen (= disd oder i^ijnd) ihr Gedächtnis" ; vgl. dazu Dt. 32,26.
Den Fehler £?r^pav£v für£cfjp£v (vgl. zu v. 15 und zu 19,3), haben
B Syroh. k (55 308) Sah. Lat. ; er hängt vielleicht damit zu-
sammen, dass statt £c autcov S<^* 106 k 157 307 A 55 254 155
Aeth,(?) auTou; (C auxa?) lesen. Aber iz r/jjxw^ ist Fehler für
£? avcuv {■= av{}pa)-a)v Vgl. ZU 46, 12 und z. B. Cod. C zu 5, 13.
10, 11) und vor ihm otu-o6? wohl in den Text zu setzen. Also
gab Gr. in a Dixa oder tJ^i:«D wieder, und entweder hat er oder
Syr. bezw. die Vorlage des Syr. eins von beidem mit pKö ver-
tauscht. Aber pxo passt besser in a; vgl. auch 48, 15.— Di^n'l]
Gr. X7.1 ctKtoXsacv autouc. — Syr. hat für a abweichend: er hat
sie vernichtet (in«) und sie ausgerottet (ipj;) und sie verwüstet
(?]nD), wobei Ambr. den zweiten Satz am Schluss wiederholt. —
WQ' mt^»^')] vgl. 38, 23. Dt. 32,26. Aber das Kai, das die Hand-
schrift punktiert, ist zu verwerfen. — Lat. add. memoriam
superborum perdidit deus et reliquit memoriam humilium sensu.
18. Syr. praem. weil. — niKJ] vgl. Prv. 17,7. 19,10 und
zu 15, 9. Aber Gr. (s/xia-ai) und Syr. (njScnx) lasen, wie ihre
verschiedene (vgl. zu 34, 13) Deutung beweist, beide phn'i {■= zu-
geteilt), dem gegenüber mxj als Korrektur erscheint. — Für
li'w'? und ntt>« -rh-h (Job. 14,1 u. ö.) setzen Gr. Syr. den Plural.
Gr. für letzteres: (£v) ",'£vvr^[xaaiv -(uvautuv. Dies ev ist anzunehmen,
Sir. 10, 17—22. 97
da (Ir. oft iv für h {= für) setzt; vgl. 35, 1. 42, 23. 44, 2. 22.
45, 15. 19. — r^t« n'v] vgl. ?,« nty 45, 18, wo Gr. i}'j;xk xal 0,077;.
Gr. hier: 0,07/] il-jaoo (s. zu 1, 22), Syr. frei: Höhe des Herzens.
mij? ist sonst neuhebr.
19. )i^mh p(| Syr. hier und in c: l^•isS Trn = der gesäet
ist vom Menschen. Aber p u haben in a, und p auch in c j;"in.
Gr. a-ipaa ocvilfytu-ou. i^iJxS könnte aus v. 18 eingedrungen sein,
und h wäre zu streichen, wenn yv, hier eine Mehrheit bedeutete,
da dann j?"i' und it^'is inhaltlich identisch wären. Aber es handelt
sich um die Einzelnen, und 'sS '' ist daher = ein Menschenspross.
yTt wird gesagt, weil die hier gemeinten Gottlosen (hellenistisch
gesinnte) Adlige sind. — Im Hebr. sind von den vier Stichen des
Gr. der 2. und 3. wegen Homoiarkton ausgefallen. Aus dem-
selben Grunde finden sich in griechischen und syrischen Hss.
und im Lat. hier Lücken. Im Gr. folgt zunächst: cirspixa s'yxitxov
zoiov; ot cpo|':ioü;j.3voi tov y.'jf>iov. Aber Syroh. Aeth. om. zotov, 254
liest 6 cpoßo'jusvoc. Syr.: der geehrte Same ist, wer Gott fürchtet.
Dann folgt im Syr. (aber u om.) ein sekundärer Zusatz: der
geehrte Same ist, wer das Gebot beobachtet. — Gr. fährt fort:
OTrcpjxa «Tijxov -oiov; a-if-ixa c/.vi>f>a)-o'j. Im Syr. ist Xit: =: -olov
wohl ausgefallen. — nSp: yii] Gr. azspixa aTi|j.ov -oiov, aber Syroh.
S*Aeth. om. irotov. — nv^ü nzij?] vgl. zu 15, 15. Gr. 01 -otryot|'jc(iVjy-:e?
Iv-oXotc, aber Syr. : der nicht beobachtet (h p u w Maus. : tut) die
Gebote. — Ueber die zweite griechische Uebersetzung vgl. Kap.
4 der Einleitung.
20. cti^Ni] Syr. erklärend: der älteste (sti^^ii^p). Gr. 6 t^you-
jxcvoc a<j-io\i (vgl. zu V. 2 und 49, 15b). — NTl] Gr. Plural. —
dm':«] Gr. yjjy.ov. — ['f^]V^] verlangt der Sinn. Gr. h o'^ö^Xu-or?
auxoü = schlechtem VT';2. Schlecht auch Syr.: ist geehrter als
er (= wa).
22. li'-n ^^d: in u] Syr. r\h ap'^v) pDon s'i:ü S2imn, Gr.
TtXouaio? y.at Ivooco; xotl ttw/oc. Hebr. Syr. sind im Recht, sofern
sie vier Nomina haben, Hebr. aber auch wohl darin, dass er sie
in zwei Gruppen teilt und i: und n:j nicht unmittelbar auf ein-
ander folgen lässt wie Syr. Uebrigens wird pca des Syr. =
ti'i sein, und n': «p'^^y (vielleicht = "iS iv) kann dem 1: entsprechen,
das vermutlich in i* (vgl. z. B. Job. 19, 15) zu ändern ist. Gr.
las wahrscheinlich ebenfalls "iJ. Denn für -ao'Jc?'.o? hat Syroh.
Smend, Siracli-Kommentar. /
98 Sir. 8, 8—10, 29.
(unter Einfluss von V. 21) rf>ocjX-/jTr-oc sx ).r/.wj, aber Sah. -pocfr^Äo-oc
X7.t -Xo'jaioc. Nun könnte -p-osr^Äütoc -/.v.^' im Vulgärtext ausge-
fallen sein, X7.1 -Xoüatoc dem in, und xal (Lat. om.) £voo;oc dem
^DJ entsprechen, das in nn3J verlesen war. Aber Gr. kann in
auch übergangen haben, und TtXoüSto? aus ttt/jX'jto; entstellt sein.
Ebenso ist wohl Ivoo^o^ aus <xoo;oc (vgl. v. 31) verschrieben.
Uebrigens stellen Syroh. Aeth. i'voocor und — a>/or um, was kaum
von Bedeutung ist. C stellt die Vierzahl dadurch lier, dass er
am Schluss X7.l ttcv/^c beifügt, was aber vielleicht nur Variaute
zu xott -ä-co/zk ist. — cmson] Syr. schlecht: sein Ruhm. Gr. -h
xo(u/-/ifjL7 auT(7)v; vgl. zu 9, 16. — Gemeint sind arme Juden, die
unter den Heiden leben.
23. Gr. stimmt in a mit Hebr.: o-j oiWov (^ h ]"'») cz-:t|xo(37t
riw/ov c'jv"ov (70 om. 3'jv£Tov). Aber Lat. noli (al. non (est))
despicere hominem (Brev. 352 om.) justum pauperem, Syr.: nicht
ist zu verachten der gerechte Arme. Augenscheinlich folgten
beide einem griechischen Text, wie Cod. 70 ihn bietet. Aller-
dings hat Syr. 21, 16 xp^ii für auvs-rjc. — h j'si] Gr. X7.1 ou
x7.i)rjX£t (al. x7.i>r,x£v). Lat. et noli (al. non). Syr. (und) auch
nicht zu. Ist ou X7.i}-/;x3t nicht später zugesetzt, so wii'd man
den Lat. hier vielleicht auf Gr. II zurückführen müssen. — ^2]
drücken die Versionen nicht aus, es ist aber wohl echt. — Im Cod.
stand wahrscheinlich U2n ^^^, das aber aus DOT t^^K verderbt war;
Gr. hat 7vop7 7.[jL7f>T(oXov (vgl. zu 15, 12. 35, 17). Dagegen Lat.:
virum peccatorem divitem, und Syr.: den gottlosen Reichen.
Auch hier gehen beide vielleicht auf einen anderen griechischen
Text zurück. Der Dan t^''« ist aber selbstverständlich ein Reicher.
DOT = Gottlosigkeit; vgl. v. 8. 15, 12. 35, 17. 40, 15. 47, 21.
49, 3. Gen. 6, 13.
24. Für die Lücke nehme ich nach Gr. ;x£yi3T7'v 3^3 (vgl.
zu 11, 1. 38, 3) = König (s. z. 7, 6) an; für ^l^* z. B. wäre der
Raum zu gross. Syr. (w^2"i) lehnt sich wohl an Gr. an, bei dem
er vielleicht gar [i.£77.c (Lat. magnus) las. Jedenfalls handelt es
sich um drei verschiedene Arten von Herrschern, unter denen
der König nicht fehlen darf (s. z. 1,19). — [tsciiJ^l Su'iö] vgl. zu
4, 27 und 7, 6. Gr. xpixYjc xai SuvacTr^c. — ns^J] Gr. oo;acfi)r^a£':7i
(248 70 -30VT71, 55 254 Oaufxaa&Vjaov-at, vgl. zu 7, 29). Syr. ehre
(= -33?). — ^n: l"«!] Gr. xat oux l'cfTiv «uiwv -ic [xsi'Ccov. Aber
Sir. 10, 23—27. 99
c(u-(ov TU drückt Lat. nicht aus, 248 TOS lesen tu 7.'jTwy, k om.
Ti?. Syroh. fürb: ccjtöjv os jxsuojv o '^o['>j'j;xsvoc tov. •/.. — nM7kS] Gr.
xov x'jp'.ov (Lat. deiira). — Syr. und nicht ist, der grösser wäre
als der, welcher ehrt den Gottesfürchtigen. Ein 13:J war wohl
Variante zu SnJ, dann neben diesem eingedrungen und dabei in
nnDöö geändert.
25. Zu a vgl. Prv. 17, 2. -^ S^Dti^ö] Gr. 309a = Syr.
so^rn, aber 248 70 S* 23 106 307 auvst.o. Lat. sensato = h^zu^a;
vgl. zu 7, 19. 25, 8. — Nach Gr. (sXc'jUsjdo'. XsiTO'jpYrj^ooaiv) und
Syr. (pn'^cj sisn) ist nnr cmn zu lesen. — Das Aequivalent von
Gr. X7.1 7.vr,o iT:'.jr/;;j.ojv = Syr. wn'^irD S12J1, ist im Hebr. aus-
gefallen. Man kann c^m, paJi oder dgl. vermuten. Lat. et vir
prudens (et) disciplinatus, aber disciplinatus ist vielleicht Dublette
zu correptus (s. u.). — Die Hs. las vor der Negation wahr-
scheinlich 1D13 = KTino nr, das Syr. ebenfalls dort hat. und
Tra'.os'jo'isvoc. das 248 70 Syroh. (ohne Aster.) Lat. (correptus) am
Schluss beifügen. Das "iD)3 erscheint als ursprünglich, wogegen
Gr. dW^rj leicht zugesetzt haben könnte (s. z. 3, 17). Ich verstehe:
wenn er zurechtgewiesen wird. Mögen die Verständigen daher
auf mich hören! Allerdings könnte "iDi: auch auf a bezogen
werden: er zieht daraus eine Lehre. Aber der Vers schliesst
den Abschnitt ab, wodurch die obige Deutung empfohlen wird. —
pisn^] vgl. Thr. 3, 39. Syr. cj?nnj, Gr. 70770331 (LXX). — Lat.
fügt noch bei: et inscius non honorabitur.
26. crnnn ':s] das Hithpael hier und 35, 4 in der Bedeutung
„sich weise stellen, seine Weisheit auskramen." Gr. ar, so'fi'^o'j
(35, 4). Dagegen Lat., der die Verba in a und b vertauscht,
noli cunctari, Syr. pnnnn sS (:= sei nicht träge). Aber Hebr.
Gr. sind vorzuziehen, und Syr. folgte vielleicht nur der griechischen
Vorlage des Lat. (^ /oovus?). — "jü^cn] Gr. to 3,070'/ 301» = Syr.
■]13y. — "312:] cr~yo/«)r>t7.; aoo (106 k Lat. om. cro-j).
27. Im Gr. ist in a zu lesen: y.rj-h-joy^ 3;y7aCo[i.3voc x7.l
irsptaasutuv iv -aatv; vgl. die Einleitung Kap. 3. — 2'::J Syr. t: in 22.
Ambr. lässt TJ aus, w hat dafür «-qj. — inr] hier wie 11, 12,
wo Gr. ebenfalls -sf^i^^E-jcuv, im Sinne von Ueberfluss habend,
mildem Genitiv; vgl. auch 40, 18 und das Hifil Dt. 28, 11. — pn]
Syr. wiao; Gr. sv 7:7.3'.'/ (= S:2 41, 1?). — iDn] Gr. a-0,0«)'/ (A
GaTöf/ü)'/, vgl. 11, 12). — |na ist Fehler für pTi2; Syr. wi:.!: (Maus.
100 Sir. 8, 8— 10, 29. 10,30—14,19.
NJlöO, Ambr. om.). Gr. 7'f>T«v (248 70 Syroh. 106 k 155 afiTou,
Lat. pane). Vgl. überhaupt Prv. 12, 9, wo cn'? icm.
28. Für Gr. oo^7.:;ov hat Lat. schlecht serva. — rh |m|
nach Gr. Syr. — [cj/'jii] ist nach Syr. ii^f2yc) zu lesen, Gr. setzte
-'.|ji/)v des Wortklanges wegen, und entsprechend dem öocotaov in
a (vgl. Wellhausen, Text d. B. Samuelis S. lOf.). — na KXnJ
neuhebr. ist 13 «ifVD = „was ihm ähnlich ist," Hier und 38,17
ist der Sinn „was ihr gebührt." Gr. wie dort: /.a-rj. r>,v d^iay
(Syroh. 155 Anton. 949 ~dtv^) c(ut9)c. Syr. wie es für sie erfordert
(sj;2ne) ist.
29. Syr. praem. mein Sohn. — )Ufz: T^ifi] Gr. schlecht:
Tov 'za7.f/Tavov-:7. zl: -r^v 'luyr^'^ 7.'jToij; Vgl. Gr. und Syr. ZU 19,4, —
*it*c3 2*'J Gr. TY)v '^uir^v «uto-j. Nicht unmöglich wäre "inTi (Job.
33, 20, 28. Ez. 7, 13). Aber Cojr;v ist vielleicht Fehler für -Vj/t;/
(= Lat. animam).
V. 10,30—14,19,
In Anknüpfung an das Vorige wird dfe Weisheit als der
Weg zur Ehre empfohlen (10,30 — 11, 1 = 3). Unter Warnung
vor vorschnellem Urteil über Menschen und Meinungen und vor
dem Jagen nach Geld und Gut wird der Fromme sodann auf sein
Endschicksal vertröstet, das ihm im Glück die Rechtfertigung
bringen wird (11, 2—28 = 2. 2. 2. | 3. j 2. 1, 3 | 2. 3. | 3. 1. i 2.
2, 2), Es folgen Mahnungen zur Vorsicht im Verkehr mit
Menschen, und zwar Warnungen vor Vertraulichkeit mit Hinter-
listigen (11,29—34 = 3. 1, 2), vor Wohltätigkeit gegen Böse
(12, 1 — 7 = 3. 3. 1), vor Harmlosigkeit gegenüber Feinden
(12, 8—18. 13, 1 = 2, 3, 3. I 3. 2. 2. 1), vor Umgang mit Reichen
(13, 2 — 8 = 2, 1, 2, 2, 2, 1), vor Sorglosigkeit gegenüber den
Machthabern (13,9—13 = 2. 3, 1). Der Reiche ist gottlos und
auf die Vergewaltigung des Armen bedacht (13, 15—^20 := 2, 3. 1),
und alle Welt unterstützt ihn dabei (13, 21—24 = 1, 2, 2, 1).
Aber glücklich, wer noch eine Lebenshoffnung hat (13, 25 — 14,2
= 2. 2), er soll den Geiz meiden und in Gemeinschaft mit dem
Nächsten seinen Besitz froh gemessen im Gedanken an die
Vergänglichkeit des Menschen und all seiner Güter (14, 3 — 10.
11—19 = 2, 3, 3, ! 2. 2. 2. | 3. 1),
Sir. 10,28-11, 1. 101
30. li'^l = mancher (4, 21), von Gr. mit Unrecht über-
gangen.— 'i'rrti' '^'^jn] Gr. oi' s-isTr^ijLTjy (16,24. 35, 3) «u-oo. Anton.
889 Ol' 3~t3-r^;i.-/)v X7.1 suXajÜcKzv, Lat. per disciplinara et tiniorem
suum. — u^^)\ Gr. X7.1 -äo-jcjioc, Lat. et est homo qiii, Syr.
und es ist ein Reicher, Avelcher. Das überflüssige irXouaio? ist
vielleicht erst später eingetragen (für scjtiv oc) und vom Syr.
übernommen.
31. Hebr. hat den Vers in verstümmelter Gestalt, dann
noch einmal in Form einer Erklärung, die sich auch durch den
passivischen Gebrauch von iDrno als jünger verrät. — larjj Gr.
6 o£ (Syroh. S. om.. Toi. Am. Sang. om. autem) oo;a^o;xivoc, 248
70 106 157 307 A C 296 6 o=oo?a3;xEvoc. Dahinter ist im Hebr.
das Aequivalent von Syr. nm3rDSi2 (= in seiner Armut, Gr. nur sv
-Ta>/£i'a) ausgefallen. Anzunehmen ist nach der Dublette und
nach hl (v. 30. 11, 1) dafür imSn:. Das Wort ist sonst neu-
hebräisch. — Tiu^V-] Gr. xai (Syroh. 70 Lat. om.) h -Äo-kto (307
add. ao-oo). — n::^« 1^ 2*^] vgl. Cant. 5, 3. Esth. 8, 6. Syr. x.::: in
:= Gr. 7:037/0)^ (al. -037.-ÄWC). — nSp^mJ Syr. S'^Sm, Gr. zal o
äoozoc (zu 3, 11). — rrj;n] ist entweder Fehler für nyz {= Va-
riante zu im'712) oder Fehler für nti'j?!. Jedenfalls ist im'^ni Tiii^yn
zu schreiben. Syr. in seinem Reichtum, in seiner Armut; Gr. iv
TrXouTto X7.1 (248 70 Syroh. 23 S* B* Lat. om. z7.'') iv -TO)/£ta. —
Reichtum mehrt die Ehre des Weisen, und Armut die Schande
des Toren. Auf dem letzteren Satz liegt der Nachdruck: trachte
nach Weisheit, die du erwerben kannst, weil Geld und Gut, die
Glückssache sind, nur allzu viel in der Welt bedeuten. Unver-
stand fand darin trotz 11, 1 eine Lobpreisung des Reichtums.
Deshalb korrigiren 23 S k 254 296 Sah. in a: sv 7:ao6t(o X7.i iv
Trxwysia, und 23 S C k 296 Sah. in b: iv -Tcu/s-'a (xal) iv -Xouto).
Das letztere findet sich auch in den Polyglotten, Maus, und
Mas. I des Syrers. Sah. drückt dabei in beiden Stichen 7'oo?r>c
aus. Umgekehrt hat Lat. auch in b: gloriatur.
11,1. h-\\ Gr. xa-Eivou, Syr. wrDtti; ebenso Gr. Syr. 13,21.
22. 32,21. — s"^n] vgl. Gen. 40,13. 2 Reg. 25,27. Syr. cnn,
Gr. avu'}a)(3£i; vgl. Hebr. Gr. zu v. 13. 46,20. Aber v. 13 steht
«ti'il mit liffHi^, dagegen 38, 3 lu^XT cti und so hat hier wohl
auch einmal gestanden. Wenigstens ist in dem talmudischen
Citat die Verquickung von b mit Prv. 4, 8 in diesem Fall er-
102 Sir. 10, 30—14, 19.
kläiiicher. — Hinter v.zYJ'Lri^ fehlt wjWj nur in B (308). —
cnnj] vgl. zu 1, 6. Gr. '/3YiaiT7'v(ov; vgl. zu 38, 3 und zu 8^ 8. Syr.
s^'^'^tt*. • — Vgl. übrigens zu b 1 Sana. 2,8. Ps. 113,8.
2. cns 1" 2"J Gr. «yop-a (S avDpoj-ov) — avUpoi-ov (SC avopa).
— TiKn2] Gr. h xotXXci a5-oa. 36, 27. 42, 25. 43, 1. 9. 4ö, 7 steht das
"Wort wirklich in diesem Sinne; vgl. Jes. 53,2. 1 Sam. 16,18
sowie Gr. zu 36, 27. 42, 12. 43, 9. 18. Syr. der schön ist in seinem
Aussehen. Was ist hier bedeutet, hängt davon ab, ob 1J?12!2
echt ist. Denn für insn^^n nj?i:!2 hat Syr.: der hässlich (verhasst)
ist in seinem Aussehen, aber Gr. nur: h o^Aazi y.u-rjo, Syroh. in
seinem Nichtaussehen, Aeth. in seiner Ilässlichkeit. nyiso (die
Wurzel ist sonst neuhebräisch) findet sich auch 13, 22 (wo Syr.
wie hier kjd). — 3j;nn] Syr. si:n (tadle, wegen a).
3. Syr. praem. denn. — 'p^'^x] = nichtig. Gr. ;xixf/a, Syr.
verachtet. — Zu Ppj; gehören alle Flügeltiere; betr. des n vgl.
z. B. Cant. 1, 8. — m^lJn ti^snj Gr. frei dry/r^ YXux-jjtj-a-wy, Syr.
das Erste des Guten aller Erträge.
4. Gr. £v -efvtßoXfi t|xa-iojv (Clem. AI. Paedag. 2, 10 lixa-wj,
Lat. nur = in vestitu) [xt; /7.'j/rjcr-(j (70 add. tor/ui aou. Lat. add.
unquam), x7.1 h vi;xsf>a oof/jc (Lat. honoris tui, 70 add. -7.p7.vo|j.o'j)
\J.r^ i-airjrjo. Clem AI. für b: [x-rfik £-7.tp0'j h ooc-(j ~^^T( 7--7.f»7Vo;j,(o
oua-(i, und so Syroh., der aber richtig dt-apafiovo) bietet. Indessen
handelt es sich im Vorigen und im Folgenden um die Beurteilung
des Schicksals Anderer. Sodann sind schöne Kleider keine passende
Bezeichnung für Glück, wohl aber Trauerkleider für Unglück.
Uebrigens lassen c und d darauf schliessen, dass vorher von
Unglück die Rede war. Gr. verlas '^nnn in '^Snnn, "man in \'2na2,
und verstand ühp in dem neuhebr. Sinne von rühmen. — "i[c]« nttyn]
ich ergänze nach Esth. 4, 1. Syr. den, der gekleidet ist in Lumpen
(«V'pn). Gr. riet. — oSpnJ Syr. verachte. — er nnan] ist vielleicht
Singular; targumisch und syrisch ist freilich Ti^2 = hebr. lö.
Vgl. ""i^ia (Dt. 32, 24), tJ^cJ 12 (aram. stJ^Di ina) und nn lo (s. z.
4, 1) und iö nr (Am. 8, 10). Syr. frei: den Menschen, dessen
Kehle bitter ist (s. z. 4, 6). — ms'^cj vgl. zu 3, 21. 43, 25. Syr.
I^ti'no (s. z. 48, 14). Gr. Ö7.u[jl73x7 (s. z. 39, 20). — ^^^ '^i^Vü] Syr.
die Geheimnisse Gottes. Gr. xa irj-^a xopio-j (Syroh. u^isxou, 248
70 add. £3Ti), Lat. opera altissimi solius et gloriosa. — Gr. Syr.
setzen auch in d den Plural. — cnss] Gr. (iv dvilpcuTroi?) las wohl
Sir. 11, 2-7. 103
ein schlechtes mSD. Korrigierend lassen 248 23 S A lOß k 307
157 254 296 iv aus; Syroh. xti'rj2 p (wie Syr.). — Lat. für d:
et absconsa et invisa opera illius. — Vgl. Jes. 53, 1 ff.
5. G^«D1J] vgl. Jes. 57, 15. Syr. Verachtete (xö"!^'). Gr.
x'jpavvoi; er verlas D\s*:nj oder c'dij in cn:. — sd2 hv] Syr. auf
dem Throne des Königtums. Gr. ir: ioa-io-jc (20, 18. 36, 10),
was aber nach Lat. (in throne) Fehler oder Korrektur für s-1
orfpoü (38, 33) ist. — 2h hv [n'hv\ ':2iJ vgl. zu 35, 11, und betr.
'rs vgl. Prv. 23, 7. 24, 23 und "'72 IIos. 7, 8. Die Ergänzung n'hv
ist an sich wahrscheinlicher als )hv und wird auch empfohlen
durch Syr.: und die nicht hinaufkommend waren (m pp'^D) auf
das Herz. Gr. xal 6 ctvu-ovor^Toc (vgl. zu 25, 7). — ?|''jl' rcy] = Gr.
scpopscrs (40, 4) öiao-/)fjL7. (47, 6). Frei Syr. : kleideten sich in Kleider
der Ehre. Vgl. zu 40,4. .7:2: ist auch 40, 4.. 47, 6. Jes. 62,3 die
Königskrone.
6. D^Kii^jJ ist in der Hs. mit Recht als Part. Nifal (Jes. 57, 15)
vocalisiert, w^ogegen Gr. (ouvaa-a-., vgl. zu 16, 11) und Syr.fND^c)
CKty: verstanden haben. — in' iSosi^m 0^-2 )hp}\ ist eine Dublette.
Gr. drückt die beiden ersten Wörter aus: y)T'.3;x7'3i>-/)Ciav a'foof/a,
Syr. zusammenziehend das 1. und 4.: snn:K Pr^i^s. Lat. oppressi
(al. pressi) sunt valide, Brev. 552 recesserunt valde. — t; )in:]
Gr. ■Kocp£ooö-/j3av £ic /ei.oa^ sxsfxov (B* 157 itatpoiv, 70 £/i)pa)v).
Das blosse T2 ist aber nicht anzufechten (2 Chr. 25, 20). Syr.
die verlustig gingen ihrer Ehre (pn-.p's p ni'ansi) = Syr. 26, 18.
7. -ipnn man] Gr. -fvlv (tj) ih-da-i;^-, vgl. 3,21. Der Enkel
setzt sonst bei -ptv und -,olv }] den Infinitiv (106 k s^s-aaai). —
?]'7Dn] heisst hier wohl etw^as für falsch erklären und als solches
tadeln (vgl. Syr. zu 11, 34). Gr. ij-3[j.'!;t„ 70 add. 01 axor;?. Lat.
add. quemquam. Syr. vergesellschafte dich (r,mnt^'r); vielleicht
las er anders. — c^:zh yz] Gr. vor^aov -pwTov, Lat. et cum inter-
rogaveris. — rpin nnxi] Gr. xal tote i-i-iiia (Lat. corripa juste).
Tj': aram. und neuhebr. im Kai = schelten, tadeln, speziell auch
von der Zurechtsetzung durch den Lehrer. ?]'? aram., neuhebr.
und svr. = fälschen, neuhebr. und syr. auch ^m der Falschheit
beschuldigen. Die Handschrift punktiert n'rn, wobei das Zeichen
über * nicht deutlich ist. Vielleicht will sie neben dem Hiftl
von T-p das Fiel ^i'* freistellen. Im Targ. findet sich auch ein
Imperf. f\T von ?]i: oder ?]i:, wonach ?]i:n denkbar wäre. Syr.
104 Sir. 10,30—14, 19.
snti' t2V p\ll nach Bar Hebr. = und dann schliesse die Ehe.
Vielleicht las er rrn.
8. Gr. Syr. drücken ''22 (wohl aus v. 10 eingedrungen)
nicht aus, übrigens stellen sie den Temporalsatz voraus. Hebr.
erinnert an Prv. 18, 13 voii*' CTt23 i2i 2^tro, welche Worte Baba
bathra fol. 98 b im Zusammenhang eines längeren Spruches auf
Ben Sira zurückgeführt werden. Vgl. auch Aboth V 7 (10), wo
unter sieben Eigenschaften des Weisen aufgezählt wird D33J lyx'l
T^i^nh hr\2: ii\ST n^3n nm '])rh. — nm s^i^n Sn] Gr. [xr| otTioxpivoo,
Lat. ne respondeas verbum. — piiT'r] vgl. zu 6, 35, Syr. Plural,
Gr. Xoyojv (vgl. zu 13, 11. 44,4). — imn '?X| Gr. [xy; t:7.[>£|x|':{71äou
(248 70 T:ap£[x[3aUs Xo^ov), Lat. ne adjicias loqui. Ob Gr. Dm
(s. 0.) las, steht dahin.
9. in^nj ist nach Syr. (xnnnn) und Gr. (spiCs) Fehler für
nnnn. — nn^rj; |\S2j könnte wohl nur heissen: wenn du keinen
Kummer (36, 25) hast. Gr. irspl 7:f>7!7[x7.Toc, ou oux saiiy aoi yjjd'x
(vgl. 3, 22). Aber ypzia fehlt in 248 23 SAG* vid 307 k 296,
und es ist fraglich, ob Midrasch Tanchuma p. 73a hierher ge-
hört (vgl. zu 3, 22). Uebrigens wäre weder Tupa^ixa noch /psta
sinngemässe Uebersetzung von nnifj?, vielleicht hat Gr. anders
gelesen. Dagegen hat Syroh. irspl :rp7'Y;x7.Toc oG scjti'v aoi dhjr.vi:
[X7J IpiCs. Vgl. Lat. de ea re, quae te non molestat. Hier könnte
dhjTMq (durch Gr. 11?) auf nnsfj; j''S*2 zurückgehn. Indessen ist
Kummer für Sirach kein Grund sich zu ereifern. Passend Syr. :
wenn nicht ist (lies n"'S für n"«) m dir Kraft. Er las hd^j? für
r\2):v; vgl. denselben Fall 38, 18, sowie zu 28, 10. — mm] ver-
stand Syr. (ijm = inmitten) wohl als 2'^\2^, gemeint ist aber mm
(Gr. xal SV xptsst). — D^i]] Syr. s'r'ij;, Gr. 7.[x7p-o)X(uv; vgl. die
beiden zu 12, 14. 15, 7. Nur um das Recht der Frommen soll
man sich kümmern. — DDipn hü] vgl. 35, 9. Das Verbum be-
deutet an beiden Stellen (ungefragt) hervortreten, um seine
Meinung zu sagen. Gr. wohl frei: «xy] auvsopsus. Syr. om.;
vgl. zu V. 10.
10. n^h] Syr. a^hi, Gr. [xr^ (s. zu 8, 1). — ptf j? nmnj Syr.
doppelt yf2)h'i:) a:ün (hierdurch ist wohl v. 9 das Aequivalent von Döipri
verdrängt) und "|nii^''3 Njon = „mache viel deine Unterdrückung"
und „dein Böses". Letzteres ist Korrektur für ersteres, das
dem Hebr. entspricht. Syr. verstand ptt>'j?. Dagegen Gr. Trspl
Sir. 11, 8—12. 105
(Syroh. 155 i-\} -oXa7. i'aTtocfav 7.? -rA^zi: 3oü, wonach "[pcv zu
schreiben ist; vgl. 38, 21 und zu 3, 22. — nDinS yn)] vgl.
r\i^Vr\h ya Prv. 28,20 und unten 27, 1. Syr.: und welcher Läuft
viel zu machen. Gr. wohl frei und ungenau: ih (218 70 S 106
157 55 254 Sah. Aeth. add. 77,0, Lat. praem. et) -Xr^iltSv^,;. —
r\pi'] Gr. 7.t)oKoi)r;3-(, (70 S* Max. 845): 7.i>(ooc h'i;^), Lat. eris im-
munis a delicto. Vgl. zu 7,8, übrigens 27,1. 34,5. Prv. 28,20.
— c« ""J^] Gr. x7l £av, Lat. si enim. Aber das nachfolgende
Oxymoron rechtfertigt die Wiederholung von "JS. Anderseits ist
in c und d das erste üh, das freilich auch Syr. las, zu streichen.
— |*nnj vielleicht = ouuzr,c (LXX), aber eher wohl = oi7op7c,
so dass oioV/.-(,; sich zu ^'pnn (Syr. sv-n s. z. 27,8) stellt. Ebenso
könnte r^n (Syr. -[-nn) = Gr. y.7T7/.7:|':ir,c sein, und Ki'^n (Syr.
n2K'n) = ^y.'S'r;r^:, sofern Gr. etwa xi:n (6, 35) gelesen hätte.
Aber eher ist x::ön = v.oL-ald^r^: (vgl. Syr. zu 7, 1. 27, 8) und
y^:n = £/cp'>f(,?. Dann hat Gr. c hinter d gelesen oder gestellt.
Uebrigens bedeutet r;n: du kommst zum Ziel (vgl. 32, 21).
11. pl] Gr. X7.1 a-3'jotuv (vgl. LXX). — Syr. für a: es ist
einer, der läuft und sich müht und plagt («K^l ^aj?l, Ambr. ^Maus.
w ht2V) mhi); vgl. zu V. 12. Lat. est homo laborans et festinans
et dolens impius. — p n:ij noch 13, 9, ist sonst nicht belegt.
Gr. xat To3to ijLotAXov^ Syr. und in ihm allem (vgl. zu 13, 9). —
nnxno] Gr. GatspsT-ai (7, 34).
12. 2>a^i ■'^'] Gr. £3Tiv v(oi}poc (vgl. zu 4, 29). Syr. rr-x
Sovi KsSn. Das ist eine Variante zu v. 11, falls nicht 'V sSn für
'VI «nSt zu lesen ist (= es ist, welcher sich nicht müht). —
l'^ra 13«?] vgl. mpn 13S 41, 2. Gr. y.7.1 (nur in B (C S'^'' 296 308))
7if>o3o£o;xövoc (s. zu 4, 3) 7.vt'.Är/j/sojc, was schlecht passt und wohl
nur geraten ist. Syr. gar: mJD yom (und dürftig an seinem
Leibe). Mit yon kann er dem Gr. gefolgt sein, er setzt es aber
auch für Dcx (41, 2) u. a. ijSno könnte vielleicht mit ti^c3 "[Sn
(Koh. 6, 9) und nns 3'? -[Sn (Job. 31, 7 u. ö.) zusammenhängen
und das Streben, Trachten bedeuten. Man könnte es aber auch
mit "f^n vorankommen (Jer. 12,2) kombinieren wollen. — hz non]
Syr. Syroh. praem. ), Gr. ua—owv (S'^^''^'^ add. h) layßi, wonach
ich n: annehme; vgl. n: iDn 34,4. 30 und nr^^v non 41,2. —
^:['\]a invi] Syr. und reich {-rn") an Armut = Gr. x7.1 --m/zk
irepiaasusi (al. Tspiassotov, 248 Syroh. 253 Lat. zspiasiucov zt.).
lOf) Sir. 10, 30—14,19.
Betr. "inr vgl. zu 8,13. 10,27. Das Nomen \ifm ist nur hier
und anscheinend auch v. 24 belegt, es bedeutet wohl beide Mal
Unglück; vgl. Jer. 17, 16. Gr. riet wohl nur, und Syr. folgte
ihm. — ''''"' pj-'ij Syr. in targumischer Weise: das Wort («".OKo)
des Herrn. Gr. x7.t ol ^y^üotXixol v.'j^ao'j, aber 248 23 S* 307 Sah.
Lat, (o) oc5i)7.X|xoc xuptou (und i-i'fhz'lv/}. — zT^zh inrci'J vgl. 46,6.
Syr. macht über ihm gut (rsa: MlSy). — imyrTl vgl. Jes. 52, 2.
Ebenso Syr. Mri'c:! (von yz:, vgl. Bar Ilebr.j. Auch Gr. (/ai
c/.vfup!>(o3cy a'jTov) führt kaum auf eine andere Lesart; er übergeht
V. 13 inO'^Tl — n:n'^ 'zv^] vgl. Joel 2,20. Den originellen
Ausdruck schwächt Syr. ab zu „aus Staub und Asche", Gr. zu
13. iti^xiD a^i\ 1 ist singulär, aber nicht anzufechten. Gr.
Syr. '/.cd av6'J/ojc;£v -/.t^jlr,'^ auiou. 248 70 Syroh. 253 add. d-o
auv-pißr^c (Syroh. mc'zr: p). — 248 70 Syroh. 253 23 i. f. add.
Ocwpr^awTsc, Lat. add. et honoraverunt deum.
14. Syr. für b schlecht: Reicher und Armer sind vor
Gott gleich.
15. Toi. Am, Sang. Corb. Theoder. Theodulf lassen den Vers,
und auch den folgenden, aus. Dass er dem Lat. ursprünglich fremd
war, geht auch daraus hervor, dass hier -7.,o7. x'jpiou und -7.f>'
auTou mit apud deum und apud ipsum übersetzt sind, sonst (z,
B. v. 14) mit a deo. Uebrigens ist operum hinter bonorum aus-
gefallen. Syr. hat den Vers in wörtlicher Uebereinstimmung mit
Gr.. dem er offenbar folgte; nur setzt er sm-::: (Enthaltsamkeit)
für sz'.3Tr^|x-/j. — 131 pnn erscheint als originell gegenüber dem
'(ym:s\.; vo|xo'j (vgl. 19, 19), ebenso ist in b "''"''a besser als -7,0'
7'j-:oO. Anderseits führt '■r;d~r^:s'.: (vgl. die Einleitung Kap. 4) auf azn
oder r^2n gegenüber dem offenbar falschen Nun, das wohl Er-
klärung für ein fehlerhaftes in oder :in ist. Denn von den
Bösen ist erst v. 16 die Rede.
16. Syr. stimmt mit Gr., nur hat er für auvsxTia-:7i (vgl.
1,14) lediglich nan«, w^ogegen er mit p"ino = die grosstuenden,
(von nsn, nicht von xm) sehr wohl ';r/.'jrA(o'jv^ wiedergeben kann.
Anderseits kann n)h2iif, das dem no:n v. 15 entspricht, kaum
Original von Tzl'-Mr^ (vgl. Gr. II zu 10, 19) sein, und n>n c^viö ist
besser als xoTc oe -'otypiöiaiv sttI x7.zia. Vielleicht dachte Gr. bei
D"'j?io an j?nn. Nur ist im Hebr. ein Verbum (= au-fcr^pa) aus^
Sir. 11, 18—18. 107
gefallen. Zu -tf'n vgl. zu Iß, Iß sowie die Einleitung Kap. 4.
Dass V. 15. Iß secundären Ursprungs sind, beweist ihre Ver-
wandtschaft mit 16, 16 und anderen Zusätzen. Der echte Sirach
würde auch kaum gesagt haben, dass die Torheit für die Bösen
erschaffen sei. Uebrigens unterbrechen die Verse den Zusammen-
hang von 14. 17. Es handelt sich um das verschiedene Schick-
sal der Guten und der Bösen, nicht um Frömmigkeit und Gott-
losigkeit als solche. Dazu kommt ihre schlechte Bezeugung in
der griechischen Ueberlieferung.
17. Die Gabe des Herrn ist das den Frommen recht-
fertigende Eüdschicksal. — Im Hebr. war '*'''', das in )yn voraus-
gesetzt ist, ausgefallen, wodurch die weitere Entstellung herbei-
geführt wurde. Statt n'jih drang r;h aus b ein. Gr. ooaic (= |n!3
vgl. 4, 3) x'jry'o'j -c(p7.-xsy£i (= 1!3>" Vgl. ß, ,Sj ='jas|^£a'.v (= p'^njf
vgl. V. 22. 12, 2. 13, 17. 16, 13). Syr. hat hier nach Gr. „den
ihn Fürchtenden"; aber Lat. hat ausser 16, 13 an den genannten
Stellen wie hier justus für sossl^r^c. — In b hat Lat. £uoo''a
{= profectusj für soooxia; vgl. zu 9, 12. — T;h 'hT\ vgl. 39,18.
Gr. Syr. zl; tov ortwvz zWjwiW^-jztoli (Syr. ]pn vgl. zu 38,14), 248
e'joöoi (so auch Aeth.; vgl. zu 43, 2ß) zl; tov auTjva, Lat. successus
habebit (-bunt) in aeternum.
18. lU'vn^] das Hithp. bedeutet im Xeuhebr. reich werden,
Gr. Syr. -/.o-jTfov. Der Sinn ist aber wohl: er will reich werden.
— imjvma] rauss hier bedeuten: daraus, dass er wie ein Armer
lebt, Syr. schlecht: aus seiner Armut. Gr. d-o -j/,'j'i/-f^t xal
(Syroh. 253 om. zott') az^'.Yc'y.: (Syroh. Nni:Cn2, 106 Lagarde sov/;-
'fsi'ot; (leg. sxvicpsiac)) 7.'jto'1 Lat. parce agendo. — In b muss von
demselben Menschen die Eede sein wie in a. Der Verf. kann
nicht sagen wollen, dass mancher zuletzt zum Genuss des
Reichtums gelange, den er durch Geiz erwii-bt. Also ist Syr.
im Unrecht, wenn er hat: und es ist (einer), dem nicht anhaftet
(rh ii)h) sein Reichtum. In der Hs. des Hebr. stand vielleicht
n:B' 2*ni li^""). was zur Not heissen könnte: und einen anderen
spricht schuldig sein Lohn (= sein Erfolg). Vielleicht hatte
Syr. das vor sich. Aber die hebr. Ueberlieferung schwankte,
wie die unleserliche Randlesart zeigt. Scheinbar einwandfrei
Gr. X7.1 7.'j-:-/) ■r^ uspic to-j aiciilo'j ccjtoO, wobei a'jT/j wie 31, 13 ff,
verstanden werden könnte. Aber die Lesart beruht vielleicht
108 Sir- l'^. 30—14, 19.
auf Korrektur, denn 248 70 Syroh. "ioß "23 S* lesen ■f^ |x£{iic autoo
(S* om. 7.!jT0'j) drJj ZOO }i.iai>oü ccjtoO. Ucbrigens dürfte Gr. frei
übersetzt haben. Statt ^''] erwartet man etwa p:" (18, 7), und
für yn^ darf man vielleicht ein 2in'' im Sinne von „in Schuld
sein", „rückständig bleiben'" annehmen. Vgl. zu 2, 8. Zu 2"^
[= er spricht ihn schuldig) vgl. das Fiel Dan. 1, 10, und zu i:::^
im Sinne von Erfolg z. B. Jes. 40, 10.
19. [löx] nj?2] die Ergänzung nach Syr. laxi sjij?; und
Gr. £y T(j) stTTsiv otuxov. — nm] Syr. Lat. add. mir. — [''n]2ri:[oJ]
die Ergänzung nach Gr. Syr. ix täv ayaDöjv [xod (248 70 106 add.
aoiaÄ£''-T(oc, Lat. add. solus). — [cij"' na] vgl. z.B. man nö Jes. 40, 18.
Gr. xk x7.ir>oc (vgl. zu 51, 10. 12). — ff^n^] Gr. -7.f>cXs6a£-:oti (248
70 253 add. au-ov); vgl. zu 42, 19.20. — Syroh. für b: xal nov.
olosv, Ttc -oipaXr/J^sToti ccutov, Syr. frei: und er weiss nicht, was
ist sein Ende. Der Sinn ist aber: was für ein Tag vorübergeht
d. h. kommt. Lat. add. (al. om.) et mors appropinquat. — )2'V)]
Syr. dass er es lässt (p2^i. leg. p2^)?}. Lat. et relinquet omnia
(-7vr7. : c('jT7!). — ins':] Gr. Syr. Plural; vgl. zu 14, 4. 15. 49, 5.
20. [na]y "[j];] Syr. mein Sohn, stehe; Gr. nur: cjtyjiIi. —
■[pin;] Syr. ausdeutend: auf deinem Wege. Gr. unA'erständig:
£v cit7.i}///.r, 30'j; vgl. zu 14, 12. Gemeint ist entweder das (vor-
läufige) Schicksal (vgl. zu 14, 12) oder wohl eher noch das
Arbeitspensum (Ex. 5, 14, vgl. auch unten zu 43, 10), d. h. die
Erfüllung der Gebote Gottes. Hiervon ist auch inrs'jön zu ver-
stehen, nicht von der Lebensarbeit als solcher. Lat. in opere
mandatorum tuorum. Syr. schlecht: und in seinen (d. h. des
Weges) AVerken. — ^^[njn 'm] Gr. x7.1 o-x-lsi iv ao-f, (253 Lat.
stellen sv a-j-rf, vorauf). Er verstand nach Prv. 22, 24, aber das
Verbum hat hier die Bedeutung „sich an etwas erfreuen", „sich
etwas gefallen lassen" (= aram. ^^ins). — [j^i^j'^n] Syr. gehe und
altere, Gr. -aX7i(üi>-/;-i. Man könnte auch an v^i^^n^ denken, aber
der Raum reicht kaum dafür aus, und ]u^^nn ist neuhebr. bezeugt
(vgl. auch 9, 10).
21. Nach Gr. {\a6\i'y.'lz (vgl. v. 13; Lat. sonderbar: manseris)
und Syr. lannn ist nonn anzunehmen. Allerdings wird das Verbum
im Kanon (je einmal) mit p und hv (so auch v. 13) verbunden.
Auf 2 folgte wahrscheinlich ''^in, das Gr. mit spyoic wiedergeben
konnte (vgl. 10, 6). Syr. (an den Werken) kann ihm gefolgt
Sir. 11, 19-23. 1Ö9
sein. Vgl. Prv. 3, 31. — Betr. j;t = Gr. c(;i,7.r>TojXoc, Syr. nh)V
vgl. zu 12, ß. 39, 25. 41, 5. — '''h Y'i'iip]] die Ergänzimg ist
durch den Zusammenhang erfordert. Das Verbum yy (= hebr.
D''Dli»n) ist sonst aram., findet sich aber auch im Christlich-Pa-
lästinischen. Syr. sondern warte (x:d) auf den Herrn. Posch,
setzt das Verbum aucli für nntf^. Gr. schlecht: -''gtsus oz xopw).
— msS mpT| Syr. ebenso. Vgl. Jes. 59,9. Jer. 13, IG. Job. 3,9.
Gemeint ist der Sonnenaufgang der göttlichen Hilfe. Gr. schlecht:
'/.cd i'|jLij.£V3 (253 add. iv) -tu -ovco (Lat. to-(o) :;oo. Er las vielleicht.
'mb mpi. — nDj] so und nicht riD'' (Adler) oder n:j (J. Levi) steht
in der Hs. Das talmudische "'DJ (Minderung, Abzug) würde auch
nicht passen. Syr. {yip = nahe) geht wohl auf n:: zurück, und
so vielleicht auch Gr. (xoO'fov). 1133, „gerade"^ bedeutete möglicher
Weise auch „leicht"; vgl. s-jxo/.o^ (LXX 2 Sam. 15,3) und
übrigens zu 6, 22. Aber die gewöhnliche Bedeutung ., richtig"
genügt (= es gefällt dem Herrn). — csno J?nc2j vgl. Num. G,9.
Gr. oia -d'/fjo; s^i-'.va. Anton. 921 1120 Max. 949 Lat. om. oia
ta/ou?; vgl. aber zu v. 22. Auch Syr. hat nur ""Stt^ |0. — Die
Lücke im Hebr. ist nach Gr. Syr. -Xoutiao!'. (vgl. 19, 1) irsv/j-ra
zu ergänzen. Statt hl könnte auch ^i angenommen werden
(vgl. 13, 18).
22. Syr. om. v. 22—26 (vgl. v. 21c mit v. 2ßa). —
pn^: ^"^22] zu 2 vgl. Ex. 18, 4. Prv. 3, 26. Gr. ungenau: iv aicföw
3ua£[:toüc (v. 17). Lat. in mercedera justi festinat (vgl. b und zu
V. 21 d). — nysi] vgl. Koh. 10, 17. Gr. iv Äpct (vgl. v. 27. 12,
15 u. ö.) "^//'-vr,. Sah. om. "OL/tvfi, das vielleicht unecht oder
Zutat des üebers. ist (vgl. zu 48,20). — mcn impnj Gr. availct'XXei
(vgl. 46, 12) zuXo'((oiy au-ou. Der Accusativ ist unbedenklich
(1, 18. 50, 10. Ez. 17,24), Syroh. freilich tulrj'iirx. Aber süXoYia(v)
ist schwerlich richtig. 55 254 haben £'jc5f>o3'jv-/jv, Lat. processus
(illius fructificat) = soooiV.o^). was Uebersetzung von mpn sein
könnte.
23. Syr. om. — "jzn 'n'^v '3 [nö]] Gr. -k (Syroh. 253
add. £ti) iaxiv [jlou yj^zioi. (248 70 add, apea/sta?, Sah. add. a-o
Too v'jv). Er übersetzt frei, indem er dabei die Worte missver-
steht (vgl. 13, 6 c). Vielleicht las er allerdings für '•jrcn ein
anderes Wort; vgl. aber Jer. 22,28. 48,38 LXX. Hebr. besagt:
wozu habe ich meine Arbeit (in der Erfüllung des Willens
HO Sir. 10,30—14,19.
Gottes) gethan? — ""h 21T] d. h. was wird mir zum Genuss
überlassen bleiben; vgl, Jes. 18, (>. Gr. frei: zo-i T''va a-o 100
vuy saxczi (253 106 ssxi') jjlou (248 253 23 S" 307 Lat. richtig:
[xoi) xa (253 23 8* om. id) d'cxlid.
24. Syr. om. — ''ov ''''^l Gr. «üx^p-/.-/; ;xoi icjxiv (vgl. 5, 1).
Lat. sufficiens (mihi) sum. 248 70 100 add. X7.1 -r/zld txoi (7.)
£//o, was wohl eine zweite Uebersetzung ist. Kombiniert sind
beide im Syroh.: /ott o.h-:d[rAT^ ixot a i/(o. — Die Ergänzung [i^jjx
ist angenommen nach v. 12 (s. d.). — Gr. für b frei: x^l -[ d-h
xoü vuv (nach v. 23) x7./(oi}/jCjo|x7.i (248 70 add. iv Wq).
25. Syr. om. a, dagegen ist b bei ihm mit v. 27 a verquickt.
— QV nma] vgl. 14, 14. Gr. frei: iv r^ji-ipa 7.Y7.{}(Tjy; umgekehrt
Gr. zu V. 27. — nn n^K^n] zum Fiel vgl. Tbr. 2, 6. Gr. aixv/jata
X7.xwv; Lat. ne immemor sis (Sah. \ivrp\}r^~i) malorum. — [nr] nyn]
Syr. das Böse des Tages, Gr. x7l iv 7i;i.ipa x7./(ov. — nDKTi 2^^]
Syr. falsch verstehend: n2\i^n (wird finden). Gr. o-j [xv/jatlr^Scxctt
(d-j-aöÄv). Man kann w^ohl nur erklären: er gedenkt nicht des
Guten, obwohl kein entsprechendes Subjekt vorausgeht. Die Hss.
korrigieren: 70 av/jaUriCJovxai, 55 -aofxai, 253 -sst, 157 diiYr^aia,
Lat. ne immemor sis.
26. Hebr. Syr. om. Aber v. 27 kann nicht unmittelbar
auf V. 25 gefolgt sein, vielmehr ist v. 26 in v. 27 b voraus-
gesetzt. Er ist im Hebr. durch eine Variante von v. 27b ver-
drängt (s. u.). — oxi] schliesst sich eher an v. 23 als an v. 24. 25
an. — iWvxt] A 55 254 iv ocp{>aX;jLoTc (vgl. v. 21). — Iv r^fi-ipa
TsXsuxTic] vgl. zu 1,13. 18,24. — xaxa x7.? 0006c] 248 xaxA xa spY«.
27. Betr. des Syr. zu a s. z. v. 25. — n^i ry] Gr. xcixcocric
&prj_- (v. 22); vgl. zu V. 25. Indessen hat Chrysost. 4, 352: Äpa
xaxtosö«);. — HDU^n] Gr. wechselt mit i-iXr^afjLovr^v -oicT zum dritten
Mal den Ausdruck (vgl. zu v. 25). — JlJj^nJ = Gr. xpu'^r^? (Syroh.
253 Chrysost. add. ttoX^c, Lat. luxuriae magnae); vgl. zu 14, 16.
18,32. 37,20. 41,1. — mx nnnsi] Gr. xal iv a-jvxsAsta av&ptü-ou;
248 70 Syroh. 253 23 lesen /.di (3uvxsX£ia(v) d. — rhv mnn] Gr.
frei: 77roxd>.u'l;i^ spytov (vgl. zu 3, 23) auxou. — Die Lesart rT'insi
vhv rTnn m}< drückt Syr. aus. Ich ziehe nnnx unbedingt dem
f]lD vor, ebenso mnn dem dafür gesetzten ri\ Der Fehler .Tnn
wie 27, 6, wo das Verbum ebenfalls mit hy stand. Die ganze
Ausführung v. 20 — 28 ist einer der charakteristischsten Ausdrücke
Sir. il, 24—30. lH
des jüdischen Eechtfertigungsglaubens. Das Interesse dieses
Glaubens geht aber auch hier mehr noch auf die Bestrafung der
Gottlosen als auf die Rechtfertigung der Frommen.
28. nii'sn] Gr. jj-axctpia-f^c, Syr. natf^n, ebenso 25,7.23. 34,9.
37, 24 (vgl. zu 45, 7). — "Qj] Gr. [irfizva, aber Euseb. praep.
ev. p. 610, Basil. 102, 3. Theodoret IV 916. Orig. 6, 180 avopa,
Lat. hominem quemquam. — in'^insm] Gr. wie 16, 3, aber falsch
verstehend: X7.i sv ts/vou au-ou (vgl. zu 25,7. 35,22). Erdrückt
1 aus; das Verhältnis der beiden Stichen ist wie v. 29. 7, 19.
Zu verwerfen ist ^2 (vgl. Lat. quoniam), das Saadia hat und das
in der Handschrift nachgetragen zu sein scheint. — "12J"'] vgl.
Thr. 4, 8. Saadia l2Jn^; vgl. Prv. 20, 11. — Syr. drückt genau
die Variante aus. Doch vgl. auch Cassiod. zu Ps. 50 p. 169 a:
in fine suo laudabitur omnis vir.
29 — 31. Von den 5 offenbar unechten Stichen, die die Hs.
zwischen v. 30a und 30b einschaltet, hat Syr. den 2. 3. 4., und
zwar hinter v. 30 b. Die fünf gehören im Ganzen als Variauten
und Erweiterungen zu den echten Stichen, mit denen ich sie
parallelisiert habe, stehen aber auch untereinander in Beziehung.
Ich bespreche sie, soweit das nötig ist, bei den echten, zu denen
sie gehören.
29. JT'n Ssj Gr. Syr. zl; or/ov croo. Der Infinitiv spricht
eher gegen ■[n''D; vgl. freilich das Talmudzitat. — 121 nm] Gr.
Syr. TToXXa -;d[j (Syr. TJ); vgl. zu 7, 19. — ^yi'c] ist durch das
Talmudzitat geschützt; vgl. Prv. 27, 6. Gr. £vsor>7. =^ Syr. sjscd.
— hzT] heisst im Kanon der Kaufmann, h'^^i neuhebr. der Ver-
leumder. Gr. ooXtou (vgl. LXX zu Lev. 19, 16, Hexapla zu
Prv. 11, 13. 20, 19. Ez. 22, 9), Syr. i^:nh)22. Schechter (JQR
III 701) glaubt irgendwo in einem rabbinischen Zitat S:u ge-
funden zu haben. Dagegen lesen 248 106 oiajBoXou, wozu
0. Stählin (Clem. Alex, und die LXX p. 50) die Hexapla zu
Prv. 11, 13. Jer. 6, 28 vergleicht. Das v^l^ "V^'^ der Variante
komuit nicht in Betracht. Syr. hat für die Variante zu b: wie
viel sind die Sünden der Frevler («Sij;^).
30. Lat. praem. sicut enim eructant praecordia (36, 5 =
a-üXdy/ya.) foetantium (so Toi. Sang. Corb. Theoder.j; vgl. 31,5.
— iinx ?]lj;3] Syr. wie ein gefangenes (Ki^i:) Feldhuhn, oder nach
anderer Aussprache: wie ein jagendes (KTy) Feldhuhn = Gr.
112 Sir. 10, 30—14, 19.
TTspoi? OspE'jTr^? (aber Co. 70 D-zif/su^si?, Aeth. }>-/],o3osToti), Lat. (et)
sicut perdjx indiicitur. Gr. imd Syr. verstanden nn« (= einge-
sperrt) falsch, obwohl sie ?]iy wohl richtig deuteten. Vgl. Aristot.
hist. anim. IX 8 (9). Es handelt sich hier wie Jer. 5, 27 um einen
Korb, in den ein Vogel mit Futter als Lockvogel gesetzt wird.
Der Korb ist mit einer Klappe versehen, durch die andere
Vögel hineinkommen können, die ihnen aber den Rückweg ver-
schliesst. Das Tertium ist die Gefährlichkeit des scheinbar
Harmlosen. — yh22] Gr. iv xotp-aXXto (S* add. 7.'jto':), Lat. add.
et ut capra in laqueum. — 2h] Gr. praem. outcoc. — n«j| Gr.
Syr. u-sp-/)97'vo'j. Das Wort bedeutet hier, wenn richtig, den
Boshaften schlechthin. — Wie die Hs. las schon der Talmud
Jer. 5, 27 in diesem Zusammenhang, wenngleich an etwas anderer
Stelle. — Im dritten Stichns des Zusatzes las Syr. (?]i:m) statt
DOim vielleicht rp)n). Uebrigens ist aus siS: zunächst zh^, weiter
aber an; und nKi2 entstanden. — hi^t:2^] Gr. xal «>; (0) •mmav.o-o;
(LXX) = Syr. Kpn yü-\. — my nur] vgl. Gen. 42, 9. 12 rmv
neben Sjnc. Gr. frei: i-i'^U-zi —waiv = Syr. xnV.coS nxm. Lat.
add. proximi sui. Gemeint ist allerdings wohl eine schadhafte
Stelle an der Stadtmauer.
31. ma] Syr. praem. denn, Gr. add. 77>. — pnj -[ctJ vgl.
betr. piJ, das Syr. übergeht, zu 34, 24. Gr. <xiT7.3tps9ojv ivsorysosi,
Lat. convertens insidiatur; aber Aug. spec. insidiator, Am.
Theodor, convertit insidiator. — -[n/rnöni] gemeint sind die Tugenden.
Syr. und an die Geräte des Begehrens, Gr. xai h zoX; alrjt-oX;
(vgl. Syr. zu 20, 25). — ]n'] Gr. inUr^asi (7, 6). — ntJ'pJ stände
hier in der Bedeutung Frevel; vgl. zu 7,8 und zu 13, 12. Syr.
Anstoss (KnSpin). Er dachte vielleicht an ti^pio (s. z. 9, 5) oder
las so. Gr. [xojaov (70 add. -ix|:;ov), vielleicht nach gangbarer
Redensart; vgl. v. 33 und zu 44,19, übrigens zu 7,6. J. Levi
meint, dass yifia in der Variante zu v 29 b auf ein v^i wie 7, 6
hinweist. — In der Variante hat Syr. und er richtet Verwirrung
an {^:m) für nnaia Sd'? an D^ii^ai.
32. p^Jö] Gr. d-o aTTivÖTjpo? irupo; (248 jJ-ixpac), Lat. a
scintilla una (Sang, om.) ^ [i-iac? Aber (jtcivötjp ist sonst masc.
Syr. von wenig {h'bp) Werg (sppnD = mij;:?). — rhu: n2T] könnte
nur heissen: macht er (der Verleumder) viele Kohlen. Talm.
n'jm i^yao ps:"«, Syr. brennt das Feuer. Aber Gr. Tzlr^i^'y^t-oa
Sir. 11,30-34. 113
(al. 7:X-/)i>uv»>r^(3£Tai) otvUpaxia, Lat. augetur ignis. Ob Syr. Lat. auf
ein tys oder auf Gr. -orjo: zurückgeheo, ist zweifelhaft. In
letzterem Falle müsste man annehmen, dass dvi)p7.xic( vor xczi
avi),oo)-oc ausgefallen war. — Der Sinn ist wohl: spiele nicht
mit Feuer. Danach ist aber rßin oder |*irj ^: herzustellen. Vgl.
Alfab. I desBenSira: |\S^JD |^?i^n: npiö phi iTj, übrigens Jac. 3,5.
— SySn tf>"'sij Gr. x7.1 avWptoTjj; ^.ixotpTtoXoc. — niN"' üih] vgl.
Prv. 1, 11. — Lat. setzt vor b hinzu: et ab uno doloso augetur
sanguis, womit vielleicht eine Verbindung zwischen a und b
hergestellt werden sollte. — Syr. für b: so ein frevelhafter
Mensch vergiesst Blut wie Wasser.
33. IIJ] Syr. fürchte dich. Aber es heisst. wenn richtig,
hier (anders als im Kanon): hüte dich (Gr. -f/oas/s); vgl.
Hos. 10,5 und Gr. Syr. zu 18,27. — rhv] vgl. Jes. 59,4 und
oben zu 8, 18. Syr. schlecht: (denn zum Bösen) ist er geschaffen
{im := nSr?). Gr. (in* wunderlichem Anklang an -(v-m): -zy->x(\>zr,
vgl. 27,22. — nr^h] Gr. [xr^Trots (8,1). — cna] Gr. «iw.jLov; vgl.
18, 15. 20, 24. 30, 31. 44, 19. 47, 20. Lat. subsannationem = .jLmxov
(Herk.); vgl. zu 31, 21 f. — HU^n] Gr. frei: o(o aoi, Lat. inducat
super te.
34. Hebr. hat den Vers in der vom Syr. wiedergegebenen
Form hier, in anderer, die für a die Vorlage des Gr. noch er-
kennen lässt, hinter 12,1. Für "[rn rf:^') (vgl. Prv. 19,3) hait
Syr.: damit er nicht schmähe (hpbp: vgl. zu v. 7 und zu 14, 1)
deinen Weg. Gemeint sein könnte nur die Religion bezw. die
Frömmigkeit, weil auch "irT'naa -[rciTi dahin verstanden werden
müsste, dass der Böse den Frommen von der Religion abwendig
macht. Aber die n^i2 des Einzelnen war die Religion nicht, und
in''"i30 ist entstellt aus "[JT^^ö (s. u.). Um häuslichen Verkehr mit
Heiden handelt es sich nach dem Zusammenhang auch nicht. —
In der älteren Gestalt des Hebr. hat der Fehler T.T den Fehler
plt^a nach sich gezogen, wofür pt^'n = Gr. Ivoixiaov zu schreiben
ist. Syroh. 253 haben freilich: i'voixoc 7./J.oTpio? oiaaTps-i/si as,
aber das ist Korrektur. Sodann ist das sinnlose -i\nr vir in Tn ll
• T -T
(vgl. itio 4, 30. Ps. 69, 9) oder (Tmn) iiin i: zu ändern. Es war
ein Wortspiel beabsichtigt, Gr. hat dagegen, um den Gleichklang
zu vermeiden, die Verba der beiden Stichen vertauscht. Er setzt
hinter aXXoxpiov in a xat öi7.a-p£(]>£i as und in b xal a-a/Ao-pituaei as.
.Sraeud, Siracli-Kuramentar. 8
114 • Sü-. 10, 30—14,19.
Das erstere Verbum könnte an sich ebenso gut auf "jZOiTl (vgl.
Prv. 21, 8) zurückgehen wie auf "jim. Aber der Zusammenhang
entscheidet für -irr' (vgl. zu 4, 17). Im Neuhebr. bedeutet das
Piel öfter entfremden. Für yz'M (das auch als Singular ge-
nommen werden kann) hat Gr. sv T7.f>a/ottc (al. ■zapayr^^ vgl. 40,5),
was vielleicht auf ein schlechtes Tin führt. Dagegen hat Gr.
für -nanöa wohl mit Recht töjv (248 praem. ix, Lat. a proi>riis)
to-Vov (30U =: -iT'Zö (LXX), woraus das "[D^iSö der Variante ver-
derbt ist. -''icnn2 könnte im Sinne von Hos. 9, 16 Korrektur
für ■[n''2a sein, ist aber wohl nur aus v. 31 eingedrungen. Das
T(ov oowv aou des cod. 155 stimmt wohl zufällig mit "CDm.
12,1. Tin 2"ii2 es] =: wenn du dem Guten Böses tust.
Syr. wenn du Gutes tust dem Bösen = yt ran es. Ersteres
passt leidlich zu i^en ^üh (= wem willst du (dann überhaupt)
Gutes tun), aber nicht gut zu b (nach dem Wortlaut des Hebr.
und Gr. = damit Hoffnung (Gutes) sei für dein Gutes). Die
Vorlage des Syr. passt aber zu beidem nicht. Er (oder seiae
Vorlage) fährt mit willkürlicher Aenderung fort: gar nichts tust
du (damit), auch ist kein Gutes deinem Guten. Richtig dagegen
Gr. iav s'j TToifiC, '(W)x}<. {-(v. -rj'.zX;) = yi y^p. CS. Offenbar ist die
Lesung der Hs. aus der des Syr., und diese aus der des Gr.
verderbt. Die Lesart des Syr. wollte einen formellen Gegensatz
zu V. 2 a schaffen. — in2iaS mpn 'iTl] Gr. y.yX l^-ox /a'pic (Syroh.
253 add. Iv) xol? dyaöoT^ sou, Lat. et erit gratia in bonis tuis
multa; vgl. Syr. imraS 'C^e. Gr. (vgl. zu 20,13 und zu 3, 31)
las wie Syr. -riDiaS nriU = so wirst du Gutes für dein Gutes
empfangen. Diese Lesart ist auch v. 3 vorausgesetzt, mpn da-
gegen nur (richtige) Erklärung von nzii:, das das Gute der Ver-
geltung, d. h. den Dank, bedeutet; vgl. v. 3. 20, 1 und bes. 20,16.
2. pn;:S] Gr. £u3£[:i£r; vgl. 11, 17. — Si:öl] Syr. Impf., Gr.
Fut. — naiSi^n] Syr. sjj?"nc, Gr. rx'no.rJjwyj. (Lat. retributionem
magnam); vgl. zu 14,6. 32,13. 48,18, wo Gr. überall wie hier.
32,13. 48,8 steht niaiWn; der Plural kann auch hier und 14,6
angenommen werden. Andernfalls muss man an diesen beiden
Stellen n^^Sa^ö sprechen. Das Wort hat hier und 32,. 13 gute,
14, 6. 48, 8 schlimme Bedeutung. Vgl. aram. «aiSa^fi, talmud.
ciSi^n. — es] Gr. xal st. — •'^"o] Syr. von seinem Herrn. Gr.
Sir. 12, 1-B. 115
dkXcc (307 add. xoti'j -7.f>a (toü) u-^igtou (Syi'oh. 253 Lat, xupiou);
vgl. 43, 2. 48, 5.
3. |\s] Gr. o'jx sa-iv (al. i'a-ai), Lat. non est (enim). —
naiö] schlägt auf V. 1 zurück. — v^'\ nmh] lies mr:h ; vgl. zu 3, 6.
Syr. dem, welcher ehrt ("ip^'^i ]Kh = ii^nh) den Bösen. In seiner
Vorlage war auch hier die Korrektur durchgedrungen, die sich
3, G bei ihm und dem Hehr, findet. Gr. verstand hier den un-
gewöhnlichen Ausdruck nicht. Er hat tm svosXs/t'Covxi stc: (vgl.
21, 12) xotxa. Er dachte wohl an iTiJ im Sinne von verweilen.
yti'"! wird scheinbar durch pnr v. 2 gestützt; aber Gr. Syr. lasen
wahrscheinlicli yi (vgl. v. 7). Das Missverständnis des Gr. ist
bei dieser Annahme auch erklärlicher. — Gr. verstand b falsch
als Fortsetzung von n^^t^h: xai xm zkzr^ixoa'jyr^v [xr^ yo(pi!^oji.£V(o. Syr.
las vielleicht anders: und wer (es) dem Gerechten tut, verdirbt
(l3"iö) nicht (seil, sein Vermögen). — npi): nähert sich hier
wenigstens der Bedeutung Almosen (s. z. 3, 30). — Vgl. auch
das zu 7, 1 angeführte Zitat aus Koheleth R. V 97 b.
4 — 7. Die Ordnung der Stichen ist im Hebr. und Syr.:
5de|5bc|6|7 5a (om. v. 4). Nun gehören 5 b c freilich
vor 5 d e, übrigens wird Gr. ursprünglich dieselbe Reihenfolge
gehabt haben. Denn alle griechischen Hss. haben den Stichus 7
(= 4), der 5a hinter sich erfordert; nur Sah. lässt 7 aus. Des-
halb wird 4 des Gr. schlechte VorM-^egnahme von 7 sein, und
7. 5a werden im Gr. ursprünglich ebenfalls hinter v. 6 ge-
standen haben, wo sie als Abschluss des Abschnitts gut passen.
Also ist für Gr. anzunehmen : 5bcde 6 7 5a. Dagegen hat
Lat.: G a X 4 6 b Y 7 5 6. Er hat 6 zweimal. Da aber 4
im Lat. deutlich später eingetragen ist und dabei den Zusammen-
hang von 6 a und 6 b sprengt, scheint 4 den v. 6 an erster Stelle
vorauszusetzen und G an zweiter Stelle sekundär zu sein, so
dass im Lat. ursprünglich auf einander folgten: 6 7 5. Aber
die (ursprüngliche) Anordnung des Gr. ist ohne Zweifel besser.
5 b C d e. üTih "'Sa] Gr. sfj-Trooiaov xou? ap-ou; autou (S* om.
auTou, 248 23 Sah. aou) xat'. Er nahm ^^3 für kSd (im Kanon
öfter = hSd); vgl, dag. iv au-oX^ = nn. Syr. die G^eräte deiner
Waffen, was nicht notwendig auf ■]n?:n':iö "'S: führt. Jedenfalls
wäre aber crh besser als r\f2nhr2, auch das ..dein", worin Syr.
vielleicht nur griechischer Lesart folgte, bleibt besser fort. —
5*
IIQ . Sir. 10, 30—14,19.
noS| Gr. vyj. \xri (vgl. ZU 8, 1). — yhü h'2p'\ S^npn hier = an-
greifen (arab. J^ IV). Vgl. das Partizip Ex. 2G, 5 (= gegen-
überstehen), syr. S;pK (entgegen gehen) und das Nomen Snp
Ez. 26, 9 (= Mauerbrecher). Syr. frei: er kämpfe mit dir. Gr.
ungenau: as ouvaaTsucc^j (5,3. 48,12). — D^Ji^ ^cj vgl. 18,32 (Ilebr.),
48, 12 (Hebr.), 39, 6 (Syr.). Gr. onzUaioi 7ap. 2 Reg. 2, 9.
Zach. 12, 8 bedeutet der Ausdruck zwei Teile, hier und 18, 32
doppelt (so Syr. überall pn nn), ebenso auch wohl 39,6. 48,12.
— TU^D] Gr. supr^ssu: (6, 16), 248 70 Syroh. 253 Anton. 1149
supr^asi Goi (70 Syroh. 253 add. x^uciioK). Vgl. dazu Syr. für d:
der Böse findet dir {"(7). T'^n heisst hier erlangen, bekommen,
12, 12. 34, 22 mit ^lox verstehen. — -[IIJ: np] fehlt im Gr. und
ist Glosse, die im Syr. e verdrängt hat. — rhu r^nj Gr. frei:
oT^ av 7:oir^a-(jC 7.ü-a (70 Syroh. 253 add. a7-7.utjc). — Vgl. auch
das rabbinische Zitat zu 7, 1.
6. DJ "dJ Syr. und (Mas. II om.) auch. — Ss] Gr. 0 u^j>ia-o;
(4, 10). — Witi'l Gr. ItxiV/jcJsv. — c'^yi] Gr. atxotpTojXo-jc (v. 7.
39, 25. 27. 41, 5). — cpj r:^i vgl. 32, 23. — Syr. für b: und
über die Frevler bringt er (^n\s vgl. zu 29, 5) seine (w om.)
Vergeltung.
7 (4). 5a. ]r\] Syr. hat nn an Stelle von vpn in b, hier
dagegen DStos (tue wohl). — zr^h] Gr. v. 7: tw d-^a^im, dagegen
V. 4: T(o sucrspsi. Das erstere ist ursprünglich (vgl. sonst 39,27).
— VJOlJ = Syr. "'S:!, Gr. frei: xal «xt; dvrdaß-(|. — yiö] Gr. (toO)
ajxotpxwXoö (253 -ov-/]poü); vgl. zu v. 6. — Tpn] vgl. mn ip
Prv. 17,27, neuhebr. mn mip (Gemütsruhe), npnj (sich beruhigen),
saraarit. nps (beruhigen), sowie die Orthographie ypr\ Jer. 6, 7.
Wahrscheinlich ist ypn nach n''Jn v. 3 als erquicken zu erklären.
Gr. £0 TM-qaov {= Syr. dnjss' s. 0.). — -p\ sonst nicht belegt =
demütig. Vgl. targ. ^^dö. Syr. w:ö, Gr. xa-sivto. — |nn ^sij
Syr. 'h2) (nach v. 7). — tS] Gr. aasßsT; vgl. zu 9, 12.
8. yni''] = Syr. DDnni und Syroh. 253 106 sirrj'vtoaO-T^cjsTai,
S '^'^ '(voia^azzal, Lat. Slav. agnoscetur. Die gewöhnliche griechische
Lesart ist exSix-zj^asTczi, die mehrfach korrigiert ist (248 155
ix[:5X-/)Urja£TC(t, A h{i^^l3^ml, Aeth.: nicht entflieht dir, 70 Sah.(?)
sxcpavr^astai, 55 254 nach b: xpu[':i-/^c;£-oti). Wie schon Gaab sah,
könnte sie auf nne^ (:= er wird vermisst) zurückgehen. Aber
zu b und zu v. 9 a passt yiT besser. — ams] ist der wahre
Sir. 12,6—11. 117
Freund, im Unterschied von j?"i, der nach v. 9 im Orimde viel-
leicht ein Feind oder wenigstens unzuverlässig sein kann.
9. nniBD] Syr. add. denn (TJ). — yn ni)'^ n:] Gr. in grobem
Missverständnis : oi i/J>f>ol ao-oo sv hj—q (vgl. zu 38, 18. 18, 15),
was Syr. wörtlich kopiert. — d:i] Gr. z7.t (155 Lat, Syr. om.). —
m;J vgl. Jes. 14, 51. Gr. oia/ajpi3i>y;a£T0(i (Lat. agnitus est =
6i7.7V(upi3!}r^af3T7.!) = Syr. if>-ionK (w Maus. Mas. I li^'cna). — Vgl.
Prv. 19, 4.
10. üm*2\ Gr. add. aou. — nj?S] vgl. zu 7, 36. — s^^'^nn]
rosten (vgl. j-^i^n), sonst nicht belegt. Erz rostet immer wieder,
und die Bosheit des Feindes ist immer neu. — Gr. für b: vk
T^P ^^ '/j^y^y^ Ir/j-ax^ o'jTfjoc (xaQ y; Trov/jpia auxou. Danach hätte er
N'''?n'' falsch verbunden. Aber Lat. drückt nu-«)? nicht aus. —
Syr. denn wie Erz ist der, welcher seinen Gefährten befleckt.
Er verstand ij?T und las vielleicht hhn".
11. "^S v^)i>^\ versteht Syr. ("]S yantt*») richtig als Nifal
(42, 23), und zwar bedeutet es hier unterwürfig sein, sich unter-
würfig stellen (vgl. Aruch s. v.). Gr. frei: ta7r£tvoji>-(). — nma "['^iTl]
vgl. sss'? i'^n und üi< 'n. Gr. -mi rjtrjz'rr^^'jx a'JYxsxocpo');; vgl. Syr.:
und er geht vor dir gebeugt (rpc:); vgl. 38, 30 Syr. Man könnte
danach an ;^C3 Jes. 58, 5 Ps. 57, 7. 145, 14. 146, 8 denken.
Aber der Ausdruck des Hebr. erscheint als originell, und viel-
leicht ahmt Syr. mit pj-c^ das a'JYxs/.'j'fojc nach, wobei Gr. die
Wurzel nm im Sinne hatte. — "[nS |n] Gr. £-t'cj--/)aov ttjv '}u/rjv
rtoo; vgl. zu 4, 17. — STAlSj vgl. 4,30. Gr. xotl cp6Xa?7i; vgl. zu
4, 20. — Lat. om. c und d. — nMj Gr. x7.1 sVc^. — n n'::»:] ist
falsch. Sirach kann unmöglich empfehlen, dass man sich auch
nur stellen solle, als sei man ein Verräter. Gr. (oc £x;xsa7./(o^
sVj—pov. Syroh.: wie ein abgewischter Spiegel. Gr. las richtig
\s"i (Spiegel), das, wo möglich, n geschrieben war; die Fehler-
reihe könnte aber auch ■'sn, isi, n gewesen sein. Das Bild wird
fortgeführt. Mit dem Rost des Kupfers wird man fertig, indem
man den kupfernen Spiegel immerfort putzt, mit der Bosheit
des Feindes, indem man sich immerdar vor ihm hütet. Augen-
scheinlich heisst rhi im Fiel hier putzen; vgl. arab. ^1> und ^b*
=^ blank putzen (vom Schwert, Silber, Spiegel). Ob |rS3 Jes. 3,23
Spiegel bedeutet, ist unsicher. — -[n^n^^nS «2:0" ^'\ las auch Syr.,
aber die Worte fehlen im Gr. und sind offenbar eine Glosse,
IIQ Sir. 10, 30—14,19.
bei der übrigens die syrische Bedeutung von nn^, nniy« (= rosten)
im Spiel sein kann (Nestle). — nii:p nnnx ym] = Syr. Lies nsSn
nach Gr.: xci 7V(()ar„ o~i oux (Syroh. om.) zl; liXoc x7.tio)3£v (253
xatuijxs, A Y.d.Tuo-y.i). Ich halte o-jx nach Syroh. für unecht. Der
Sinn des Hebr. war jedenfalls: dann erkennst du, wie man mit
Rost fertig wird.
12. nöS 1*^ und 2f'] Syr. ahl und soSi, Gr. .xv^ (248 70
Sah. [xr^üOTs, 253 iva ixVj) und [xr^iroxs; vgl. zu 8, 1. — 1 "[CliTj =
Gr. avatpl'J^otc (vgl. zu 13,23; al. avaa-fvE-^ac, xaTaaTfy£'l;czc) as, Lat.
conversus. Syr. "[cnni =; dvaaxpl'];«?. — i"'nnn] Gr. i-l (Syroh. 253
Lat. £tc) xoy -o-ov co'j = Syr. -[nann; vgl. 46, 12. 49, 10 und
Zach. 14, 10 LXX. — -pu^ir^] Gr. tt^v xotDIof.ay aw (248 70 106
add. Xaßstv), Syr. i^DilD. — TinsSi] vgl. zu 6, 28. — y^n] Gr.
s-i",'vwc>-(] (106 k supr^astc, vgl. zu 34, 22 und zu 6, 16) = Syr. V^n.
Das Verbum heisst allerdings hier und 34, 22 verstehen. —
"nmx':')] Gr. xal stI -äv {jr^iiAroy/ ixou, Syr. ncsazi. Die Emendation
Tnas':') ist wegen des voraufgehenden ni2N (vgl. 34, 22) unwahr-
scheinlich. Näher liegt Tiins (Job. 13, 17). — ra«rn] vgl. zu 25, 18.
Gr. xotTavD-f/^ari; vgl. zu 47, 20. Syr. (lainn) las vielleicht nann.
13. Zu no stimmt das passivische jnr, es ist aber nur in
Folge des fehlerhaften ni2 aus ])n'' entstanden. Gr. Syr. Tic (Syr.
add. y:) iler^azu — iiti^jj Gr. erklärend: ocpioor^x-ov, danach Syr.:
den gebissen hat die Schlange. — Sdi] Syr. so auch jeder. —
Iti^n-n ha] ebenso 39,30, und öfter im Syrischen xjii' m"n. Gr. {>r^pioic.
14. |d] Syr. so auch (w Maus. om. auch) jeder. — nmn] in
der von ihm beliebten Spielerei setzt Sirach denselben Ausdruck
in anderem Sinne (vgl. 13, 1) als v. 13. Syr. der sich ver-
gesellschaftet, Gr. Tov TTpoaTTops'jotxsvov (253 Syroh. (?) -pouaYov-a).
Lat. qui comitatur. — pi* n^ü '^x] leg. Uf'ü. Gr. dvopi atxapxouXw,
Lat. cum viro iniquo, Syr. ab)V «"Qj'?; vgl. zu 11, 9. 15, 7. Zu
IV vgl. 40, 30. — hh:m)\ bedeutet: und sich besudelt (Jes. 9,4).
Das meint auch Gr. mit au[x'^'jpo[x£yov (vgl. 2 Sam. 20, 12. Job.
30, 14 LXX). Cod. A aüfxcpspojxsvov, 253 a'ja-spicsspotxevov (om. £v),
Lat. obvolutus (Aug. spec. cod. M oblutus) est. Der Sünder ist
unrein und verunreinigt jeden, der ihm nahekommt. — Im Hebr.
folgt hier 23, 16 f; auch Syr. hat die Worte, darüber aber v. 14b
verloren. Die Beifügung von 23, 16 f ist durch die Lesart nif'K
veranlasst.
Sir. 12, 12—16. 119
15. Wahrscheinlich las Syr. auch diesen Vers schon in
doppelter Gestalt, wie Hebr. ihn bietet, und zog in Rücksicht
auf Gr. die vier Stichen in zwei zusammen. Er übersetzt wörtlich
den ersten Stichus des Hebr. und die erste Hälfte des zweiten,
aber den Schluss entnimmt er anscheinend dem vierten Stichus
des Hebr. : rh'n njK si'o ah = '^D^rnn statt h':h2r\\ — Uebrigens sind
die beiden ersten Stichen eine Abwandlung der beiden letzten,
die dem Gr. vorlagen, "f? nSjn'' stellt sich zu y^v, 'jicn zu awj
(leg. cion), •f7')irh h'ß' (leg. Ssr) zu h^b^rw Gr. hat für a offenbar
unvollständig: (»Spav iiz-a aoo oiaixövcr, 248 Syroh. 253 23 add.
SV cttaast oixcd'a (23 om.). Im Hebr. sind iy und nj? (wie öfter)
Varianten, nach 4, 17 und nach «opav (11, 22) ist wohl nj; anzu-
nehmen. Allerdings stand schon in der Vorlage des Gr. der
Fehler noj; statt noyn (vgl. 44, 13), deshalb ist r; nicht geradezu
ausgeschlossen. Daneben las Gr. noch "pv, das auch durch das
"py XU' der Variante bezeugt ist. Im Hebr. ist es durch Haplo-
graphie ausgefallen, man muss es mit VZT ah verbinden, das
nach neuhebr. Sprachgebrauch zu bedeuten scheint: er offenbart
sich nicht. — Für aiDJ ist nach dem h)zn der Variante und nach
2xx>viV(js des Gr. JDWn zu schreiben; vgl. zu 15, 4. — h'ihzn''] vgl.
43, 3 nnd im Kanon des Pilpel; hier offenbar =: an sich halten.
Gr. v.o!.[j-a[jr^a-q (Syroh. 253 23 add. dizb aoixiac).
16. Gr. praem. xai' (Syroh. 253 157 55 254 Lat. om.). —
nanan''] Gr. 7X'jxo(vöT; vgl. 27,23. Danach ist zu lesen pTiö'' und
"ivn oder mit J. Levi pnan"' {= er stellt sich süss), das Hithpael
ist im Aram. allerdings nur in der Bedeutung süss werden be-
legt. Der Fehler nanan' stammt wohl aus 27, 23 b. Syr. uner-
klärlich : er gibt ein Zeichen (üd"!). — Hinter a setzen B * '^ 68
hinzu: xal -o/.Xoc <\/ix}>j[j(azi (vgl. v. 18) xat spst am xaXa li'^uiv (vgl.
zu 13, 6). Dasselbe liest Slav. an Stelle von b. — Zfi^n"] Gr.
ßouXcuacTai (37, 8 vgl. LXX), Lat. insidiatur. — P)p)^v mnana]
vgl. Ps. 140, 11. Unsere Stelle bestätigt die Deutung des
Symmachus, des Hieronymus und der mittelalterlichen Rabbioen.
Syr. frei: tiefe Plane, Gr. frei: rha-rA'bai (al. o(V7.axr>l'];ai; vgl. zu
V. 12) GS SIC ßoöpov (55 254 ßoüuvov). — ns DJi] Gr. om., 70
Syroh. 253 xo»'. — y^^r] das Hifll ist sonst unbekannt. — 2')a\
Gr. 0 s/!>.ooc (248 70 Syroh. 253 23 Aid. om.). — Syr. für c:
auch wenn er von seinen Augen herabgehen macht Tränen. —
1 20 . Sir. 10, 30—14, 19.
c« 2"\ -/.Ott (55 254 om.) iocv. — nyj Syr. frei: «"ins. — Dn| Gr.
7.'f' ctrixa-o?, Syr. von deinem Blut. — Vgl. Prv. 26, 24 f.
17. üUf S2:oj] Syr. du wirst ihn finden dort. Gr. supr^cjs'.c
7.'jTov -poTspov sxsi Gou. Im Cod. 26 fehlt -f/o-epov, 308 (e sil.)
hat i'/.zi t.[j6~z(j6v cjou, die übrigen npoTspov aou ixsr. Die unsichere
Stellung des rpoxspov aou weist auf seine Unechtheit hin, vielleicht
ist es ursprünglich Fehler für —ipvav aou. — "jc'D li»"«:] Gr. xat
6i: (248 Syroh. 253 add. avUpio-oc) |5or,U<Ji)v (Syroh. add. aoi).
Ein ) ist wohl einzusetzen. — zpv tJ^cn"*] das von Anderen ge-
lesene 'y ti'cn'' könnte nicht heissen: er erforscht den Ausgang
(der Sache), eher: er trachtet dir nach der Ferse (vgl. Gen. 3,15).
Aber nach dem Zusammenhang scheint hier gesagt zu sein, dass
er auch tatsächlich das Mass des Unglücks voll macht. Wahr-
scheinlich steht in der Hs. ^Sin\ das den Ansprüchen genügt
und event. zu vei'muten wäre. Gr. u-ocr/ctasi (296 308 sinnlos:
uT:ocr/c(Xa3r„ 307 'j-rjT/.z/dati, 253 23 'j-oT/a'l/si, Lat. suffodiet,
Syroh. PTin nci" = o-or/.-f/jz:?) -xirj^^yy (253 -a: r-spvac) cio'j. Syr.
und er wird suchen zu lähmen (npj;i2'7 := u-oTÄr/Mi) deine Fersen.
Im Targum heisst Den auch graben, LXX setzt Ps. 77, 7 i'axot/.s
für \i*zn\ Danach ist 'j-fjT/A<!jzi zu lesen, u-oa/otoröt und u-otazIicsv.
beruhen auf Korrektur. Das erstere Verbum ist nur hier belegt.
18. Ausser B (254) haben alle griechischen Hss. und Lat.
in der Wortfolge des Hebr. und Syr. -7;v XicpaAr^v gcOtoO y.'.v/,oi3'.
(106 k 157 296 308 add. i-\ arA; vgl. 13,7). — Syr. mit seinem
Kopfe (s. ebenda). — rpan*] Gr. wohl willkürlich: s-izpoTv^afit. —
itJ Gr. -oX: yz[j:sh (Syroh. Lat. rf /s'-pQ aOroO (248 70 Syroh.
253 23 S* 307 Lat. Sah. om. a'jToO). Syr. mit seiner Hand. —
U'nS nz'nh)] Syr. und viel zischelnd (ti'nSo), Gr. xott -o/.Xa oicz-i/iDupCsci
(Syroh. 253 Lat. oiot-LiUupuwv (om xai 3")). Lies Z'rhü zrhl. —
Die Orthographie wiJ^"' (vgl. 13, 25 und zu 19, 6) hatte schon
Syr. (WDO;) vor sich. Gr. d/v/.oia)3£! (wie 13, 25. 33, 6. 40, 5). —
CJcJ Gr. Syr. ~h T^rjfj'sui-rjv aü-oü.
13, 1. 2 yjij] = Syr. h 2y (31, 30). — IT p2ir\] Syr. es
(das Pech) klebt an seiner Hand. "iTS ist anzunehmen, auch
wegen b. Gr. ixrA'jvbr^az-zc/.i (248 Syroh. add. sv 7.'jtt,, Lat. add.
ab ea). Wahrscheinlich ist ao/.'jvi>r^cj-/;-7.'. Korrektur für y.o/lrjbr^'jz-ci.'.
(Syroh. pzi:}; vgl. 2,3. 19,2. — -iZim] Gr. xotl o xoiy«)V(üv(v. 2. 17.
6, lOj. — yh] = Gr. O-s.or^-favco (3, 28) und Syr. sSij; (8, 11). —
Sir. 12,17—13, 2. 121
lD"n noS^] rir. (oixoi(oU-/;crsT7.i 7.u-(r)) könnte dasselbe gelesen haben.
Aber Syr. : er kleidet sich (li^^S) von seinen Wegen. Er las
wohl ]if2h^; vgl. Lat. : indiiet (Theoder. induetur = houWr^azxai?)
superbiam. Wenn der Vers überhaupt hierher gehört, so kann
er nicht besagen, dass, wer mit dem Uebermütigen umgeht,
selbst übermütig wird, sondern nur, dass er dadurch zu Schaden
kommt. Nun kann 131T ^zh'' sehr wohl heissen: ihn wird der
Weg (das Tun) des Uebermüti,gen bedecken (d. h. überwältigen) ;
vgl. Judic, 6, 34 und syr. ti^iV. Dagegen ist lüh^ Korrektur, die
ti':S (vgl. auch hierzu den syr. Sprachgebrauch) vielleicht nur
erklären wollte (Jer. 12, 16). Korrektur ist aber wohl auch
6[j.ot(ui>-/]a£T7.i ao-m für das griechischen Lesern unverständliche
iyo'jasTa'. (£voüllr^53T7.i) fj|':i,otv (?), das Lat. las. — In der Hs. ist
hinter v. 1 ein Abschnitt, der vielleicht auf Uebeiiieferung be-
ruht und den Vers zum Vorigen zu ziehen rät.
2. m 1" und 2''] Gr. «j-t] = Syr. ah; vgl. zu 8, 1. —
sii'nj Syr. hebe auf {h)p'^r\, w Maus. : suche, KV3n), Gr. a.o-fj? (248
add. £v Coifj (3ou). — -pr:^ y^y '^kiJ Gr. xal iT/y^jonirAn (Syroh. 253
TrXoL»aiojT3p(o) avj /sA rXoucjiojxspw (Syroh. 253 la^^upfoxsfxo, Max. 745.
Anton. 804 oni. xal -Äoucr., 248 Syroh. 253 S 307 A 254 add.
aou). Lat. für a und b: pondus super se tollet (-it), qui ho-
nestiori (se) communicat, et ditiori te ne socius fueris. Das
letztere ist Dublette, denn auch honestiori ist = TrXo'jsttoTspoj
(z. B. 11, 14. 21 u. ö.), also ist x7.i ta/ufXjuTsp«») aou Korrektur
bezw. Variante für x7.t ttXous. aoü. — izrin'' 2"J ist aus isn''
korrigiert, ebenso in dem apokryphen Zusatz. In v. 1. 12, 14
steht das Kai, v. 17 das Pual. — TD ha nnc] Gr. '/'JWJ- ~p^^?
X3ßr^T7, Syr. erklärend : der Topf («np) von Ton dem Kessel (si"«)
von Kupfer. Aber für die jüdischen Leser war diese zweifellos
richtige Erklärung überflüssig, was allerdings für die Bedeutung
der beiden Wörter von Wichtigkeit ist. Vgl. zu dem Impfernen
TD Ez. 24, 3. 6; aber auch im Tic wurde gekocht (Num. 11, 8).
— Kin T^xJ geht auf TD, Gr. nur: au--/;. — in li^pi:] Gr. nur:
-poa/.pofjofci; vgl. zu 9, 5. Man wird 12 wohl streichen müssen,
zumal sonst der Sinn wäre: er stösst sich an ihm (41, 2). —
Syr. für d: der sie stösst und sie zerschlägt. — Der Zusatz,
den Hebr. Syr. am Schluss haben, ist Glosse. Es müsste auch
heissen Tii'v ha h^ nann^ noi. Vgl. zu v. 17.'
122 • Sir. 10, 30—14, 19.
3. n:r] ist nach myj in b und Gr. Syr. (y;oi/r^a£, san) in
my oder wenigstens in mr zu ändern, das als Kai oder Hifil
genommen werden könnte. In b ist nach Esth. 1, 16 das Nifal
mit hy möglich. Vielleicht ist aber h"^) zu streichen; Gr. drückt
wenigstens l nicht aus. Er gibt sodann die beiden Verba mit
YÄv.rflz und YjUr^-ai wieder; aber 248 hat auch an zweiter Stelle
yj-'z-zi^s, wonach Syr. beide Mal xan. Uebrigens ist myj (und event.
mj?) Perfectum oder Participium^ in beiden Stichen wird an einen
Konditionalsatz ein Nachsatz ohne 1 angeschlossen wie v. 21 — 23.
Gr. hat freilich für NM 1^' und 2" Z7.i 7.'jtoc, Syr. nur l. — mjnn]
sonst neuhebr. = er tut schön und gross damit. Gr. wohl
willkürlich: -jipocrsvsßfiijjLr^aa-o; ebenso willkürlich Syr. : er kümmert
sich nicht darum (Kano). 248 70 nach b korrigierend -pocjosr^-
Uvjaov-ai (mit 7.u-oO für otuioc). — pnn''] Gr. irpososr/ilr^crsioti, 248 70
S Palaest. korrigierend: -f/ocjaTtsiXr^Dr^as-ai, Lat. tacebit (?). Syr.
missverstehend: er betet (s'ri:«).
4. ih T2':n] = Syr. rh y)i^2 sinn; w Maus. om. rh. Gr. nur:
/f>r^cit;i3'J3r,c; vgl. 7, 22, 10, 4. Lat. schlecht: largitus fueris. —
-2 i;r] Gr. irj'io-ai h aoC; vgl. 30, 13. 34. — Für p:n hat Gr.
SaTspr^Tr,; und für "[''Sj? Sön'' xaTaXei-l^öi 3s. Syr. scheint ihm zu
folgen mit pDtjnn (vgl. 26, 28) und yim. Vielleicht liegt nur
freie Uebersetzung vor. Nach dem hebräischen Wortlaut scheint
das Bild von a weitergeführt zu werden: erst wenn du wie ein
überangestrengter Sklave oder wie ein Stier vor dem Pflug zu-
sammenbrichst, hat er Mitleid mit dir. Man hätte aber lieber
noch für j?"irn in reinem Gegensatz zu "t^2n : wenn du untauglich
für ihn bist, yh'^ hr^XT kann auch bedeuten: er spart dich
(Jer. 50, 14), d. h. aber vielleicht: er verzichtet auf dich, lässt
dich links liegen, so dass Gr. den Sinn träfe.
5. Lies -jS ^^ nach Gr. (s/j|c) und Syr. ("jS n^N); vgl. 14,11.
25, 21. Aber ^^ bedeutet hier vielleicht Vermögen; vgl. 42, 3.
25,21. Prv. 8,21 (LXX i^r.aiAiz). — -jov n2T 3^0^^] Gr. (aujxßiojac-at
aot) verstand "i2l vielleicht als Sache; in der Tat ist der Sinn
wohl: er lässt es sich bei dir wohl sein. Doch vgl. auch Gr.
zu V. 6 c. ■ — ■ji^'iyT'i] das Piel in diesem Sinne nur hier. Gr. /.ai
aTToxevojcjsi as =^ Syr. "[pncil. — 'h 2N:'] = Gr. -ovsasi (vgl. zu
3, 27, Lat. dolebit super te), Syr. er wird leiden (k'to). Der
Sir. 13, 3—7 b c. 123
Sinn ist aber: er erleidet keine Verluste; vgl. :\^Dn 2 Reg. 3,19
und dazu syr. 222, nDS* (Simonis).
6 a b. ipv )h -[^j:] Gr. /p3''7.v hyr^yd aw. -[ni: korrigieren
die Punkte in yi^. Wäre "j^i: richtig (vgl. 39, 16 Eand), so
müsste man ein Nomen i\p% annehmen, es ist aber wohl Fehler
für -[ni:; vgl. 39, 33. 42, 23. Meistens haben die Handschriften
übrigens -jm::. — "jS j;''ti'rr!| zu Grunde liegt wohl y)!^, das aram.
im Kai und Pael schmeicheln bedeutet, während im Kanon das
Pilpel und Hithpalpel im Sinne von scherzen, liebkosen, vor-
kommt. Vgl. noch zu 41, 21. Gr. (xal d-o-Xavr^ast at) las viel-
leicht K'ti^n oder dachte daran. Syr. für a und b: wälirend er
tut sein Belieben (Kr^v vgl. 29, 3. 35, 17. 39, 16. 42, 23) mit
dir, wird gemeint von dir ("f: üv^n}), dass er tut dir das Belieben.
— if? \>nw)\ h wie sonst hü Job. 29, 24; übrigens ist pnm zu
schreiben. Gr. X7.i -f/ocJYcXaorsxai aoi; vgl. v. 11. — ■[n"'i22nij = Gr.
xal oojast (301 ilrdoo. (Lat. drückt beide am nicht aus).
6c 7a. Hebr. om. In der Hs. beginnt hier eine neue
Seite. — Ka\r^:izi aoi (70 S om. aot) xaXa] Syr. wohl genauer:
ihjy] (und er täuscht dich). Vgl. übrigens Hebr. zu v. 5 und
die griechische Variante zu 12, 16. — xod ipsi- ti'c r; /psia aou|
Syr. und einen tüchtigen (iSTti'a) Mann wird er dich nennen. —
£v ßp(ü[xaaiv auxou] vgl. D^t2V'^r2 36,24. Aber Syr. wohl genauer:
mit seinen Zurüstungen (MiJpinn); vgl. y2r] 35, 2, pD3 Neh. 8, 10
und neuhebr. ru:n.
Tbc. i^i^ nj;] heisst hier „während". Gr. schlecht: Ito? o5.
Falsch und vielleicht rein willkürlich ist ferner sein £~' ss/otio),
das sich mit ]22) in d kaum verträgt. Auf Willkür wird wohl
auch beruhen, dass er die Verba der beiden Stichen vertauscht.
Dem "[2 'jriiT 'j^J^V (Syr. nachlässig: sein Belieben er tut an dir;
vgl. zu v. 6a) entspricht xatatjKoxr^asxat ao-j, also auch wohl dem
■[nr (= Syr. er überwältigt dich, yhy ]\ifvn:; vgl. z.B. Ps. 54,5.
86, 14 Pesch.) d-ox3V(oa-/r] crs, das hier anders gemeint sein wird
als V. 4. Aeth. versteht es: er wird dich täuschen. Chrysostomus
(bei Schleusner) erklärt [xr^ dTroxsytocJd? Theod. Symm. Ps. 141, 8
(MT mj?) mit \i-r^ d-pr/x-ov «xö dcpYjC d-sXDerv. Also etwa: er wird
dich leer ausgehn lassen, oder geradezu: er wird dich täuschen.
Ist ']T'\T richtig, so muss es nach arab. (j^-c Jem. betrügen
(vgl. syr. 3;*)« Jem. begegnen, ihn angreifen) verstanden werden.
124 . Sir. 10, 30—14, 19.
Von „in Furcht setzen" kann keine Rede sein. — u^h^ coyc]
Gr. oU rt tpu: (vgl. Job. 33,29), Syr. pnm KnJ37(vgl. Neb. 13,20).
7 de. pi] vgl. 35,2 und zu 40,6, sowie Kob. S, 10.
Estb. 4, Iß. Syr. fTH, Gr. [xETa (24« 70 Lat. praem. xoti) -otOtot.
— -p nnvnm] vgl. zu 5, 7 und das Kai 14,14. Gr. y.-j-'ylt>?jt<. 3s,
Sab. er wird dich vergessen, Syr. er wird sieb verstecken vor
dir. — Der Zusatz des Lateiners gebort zu v. 8.
8. lati'n] Syr. mix, Gr. rposs/s (6, 13). — nxa ;,Tnn hn\
Gr. [xt; a-o-Xctv/) !)-?]?, 248 Syrob. 253 23 add. -f, rAyyrj(r,_ ^jo-j (248
23 om.); vgl. d^dh") Ps. 40,5 (LXX ;x7.Tc/.io-r^-£c). Die Bedeutung
„töricbt sein, irren" ergibt sieb für Dm leicbt aus der der Ueber-
stürzung. Syr. scblecbt: nicbt Averde tibergeben (ZiTiiP) in seine
Hände. — '2 nonn hü)\ könnte nacb bekanntem Sprachgebrauch
wobl nur beissen: damit du nicbt umkommst (Nifal). Aber das
wäre zu stark. Denkbar wäre nnn, auf das Gr. (xotl ixrj Tot-£'.yoj!}f,c)
zurückgeben könnte (vgl. LXX und 11, 5). Näher läge nain,
das aram. und syr. im Pael zu Boden werfen, erniedrigen, ver-
ächtlich machen, bedeutet. — yi2 ^rcn;] Gr. ev zu'z>[jrj(s'yn^i (248 70
Syrob. 253 23 add. xctpotV.- vgl. 30, 22. 50, 23) aou. Aber 253
Sab. Lat. sv r^, 7/f poa'jvr,. Syr. in dem Mangel seines Verstandes
(nyn^ nn^Dns). Danach könnte n^cnz Fehler für iD'm oder T,D'n2
(neubebr.) oder mTDnz (aram.) sein. Aber am einfachsten liest
man trotz Gr. "\ürh und erklärt nacb 35, 8. Vgl. )vic iDn^ 3, 13
und zu 19, 24. — Lat. bat v. 8 in 2— 3 facber Uebersetzung:
attende, (1) ne seductus in stultitiam humilieris. (2) noli esse
bumilis in sapientia tua, (3) ne humiliatus in stultitiam seducaris.
Die letzte Uebersetzung beruht auf einer Vorlage, in der dr.o-
7i/vayr^i>f,c und T7.-siv(oi}-?jc umgestellt waren, und so las auch wohl
Syr. in seinem griechischen Text. Für das ihm unverständliche
nein bat er xyan = 7.-o-X7.v/i!>f;.
9. 2ip] Gr. (-fyosxaXsfTtatxEvou ae) las vielleicht ein schlechtes
ay. Syr. add. dir. Die Uebersetzer verstehen mit Recht ein
Partizip (die Hs. nnpj. — nj] s. z. 7, 6. — pim .Tn] ist im
Kanon wobl ohne Beispiel. Gr. G-o/ojpiov y-'vo'j. Syr. add. von
ihm. — jD ''121] Gr. x7.t Toam |xaUov, Syr. und in jeder Zeit h^Z)
]2V, vgl. zu 11, 11. — -[ly^j^] Gr. frei: TrpoaxaXicjETai as, Co. Syrob.
253 add. TcAsovaCtov.
Sir. 13, 7 de— 12. 125
10. ;npnn] Gr. frei: six-t—s. — pmrn 1^'J Gr. dirwaOf?
(248 70 add. a/piTwc). Man muss das Hithpael hier nahezu
passivisch verstehen: damit du nicht fern treten müssest. —
anpnn im jerus. Talmud^ pmnn neuhebr. und aram. — pmnn 2*^]
Gr. [i-ocxpav occpia-öi; vgl. zu 9, 13. — ay^r\] Gr. £-iX-/jai>f,?. Danach
ist xirjn (Nifal von n^'i, vgl. zu 12, 18) zu schreiben; vgl. Jes.
44, 21 und Schechter z. St.
11 ab. nann] = Gr. s-s/s; vgl. zu 5, 1 und oben v. 6. —
B^cnSj Gr. laY;rjrjz(ai)'xi, woraus Syr. blosses „zu reden" {'hhf2tih)
macht. Der Sinn ist wohl: bilde dir nicht ein bei ihm sicher
zu sein. Es liegt wohl das Kai des Pual von Lev. 19, 20 vor.
— in'K'] Gr. Xo",'oi; otüTO'j; vgl. zu 6, 35 und 11,8.
11 cd. mnno] das p ist auch durch Gr. (s/) bezeugt. Syr.
erleichternd: denn die Menge seiner Gespräche sind Versuchungen.
Erleichternde Korrektur ist 312 (Saadia). Zu der Verbalform
mmna stimmt aber |rD3 (4, 17) schlecht, und nach Gr. Ix yap
T.oXkr^^ lyKa; r.tirA:izi 33 ist "['cr n''Uf für ]Td: )n'\i^ zu schreiben;
vgl. im« iiDJö n'^ bei Saadia. Zu laXia = n'U^ (s. z. 6, 35) vgl.
20, 5. 32, 17. 35, 4. — -f) pn^)] vgl. v. 6. Gr. X7.i (oc (Lat. om.
o)?) TrpoaYcXfov (Syroh. add. coi). — "[ipni] Gr. ihxdati (3, 21) as,
248 70 106 Syroh. 253 23 iU-dazt -y. y.pu—a aou, Lat. interrogabit
te de absconditis tuis. — Syr. für b willkürlich frei: und er
ermüdet dich, bis dass er weiss dein Ende ("[mn).
12. ni:s] Gr. avsXsy^ijLtuv (vgl. zu 32, 22. 37, 11). — hu^)f2 ]r\'\
Gr.: 0 ^Tf auv--/jp(ov (= |n''?) Xo-j-ou? (= hf^r2?). Syr. er rächt sich
(j?"iCiiö, Ambr. 'crj) (mit) Rache. Für |n: steht j;icn« auch 47, 7
und Ps. 28, 4 Pesch., übrigens las er vielleicht (oder riet auf)
□iv»2/. Aber zur Rache hat der Tyrann in diesem Falle keinen
Grund. Syroh. 253 Lat. 7.v3As-/i(i.6vto; (vgl. Syr. «am ahi) ol (Lat.
immitis animus illius := dvcXerjU-wv votjc) auv-r^rj-f^azi Xoyouc aou (aou
hat auch 23). Aber das ist Korrektur; auv-ripsiv kommt übrigens
im A. T. nur in gutem Sinne vor. Subjekt ist h\^)Ki (so auch
Schechter), das öfter (vgl. auch 4, 27) den Tyrannen bedeutet,
Objekt dagegen ^roi^, das auch Jes. 13, 9. Prv. 12, 10 in säch-
lichem Sinne steht. Zu |nj vgl. 36, 25. Prv. 10, 10. — Gr. Syr.
ziehen ^an'' s'ri zu b, wobei Syr. lu^p '\\i^)p übergeht. Gr. hat
für b: OL» [j-Tj cpsia-zj-ai -spl (307 k «tto) xaxtoastu? (248 add. aou)
xotl Sssfitüv. Er las wohl ebenfalls ■Hi'p lu^ip oder wenigstens
126 . S"'- 10» 30—14, 19.
eines dieser beiden Wörter (vgl. zu 7, 8). Dagegen scheint er \i>z:
cn") übergangen zu haben. Ueber i^p ntt^ip vgl. zu 7,8. 11,31.
13. THT iTmJ das Wort scheint hier vorsichtig zu bedeuten;
so aram. Ezr. 4, 22 und öfter im Neuhebr. (vgl. zu 42, 8). Gr.
'/.cd -[J)':izyz acpoopÖK (vgl. zu 39, 16); 248 106 add. tou otxoosiv,
Lat. add. auditui tuo, was falsche Deutung von TTf/oas/s ist,
übrigens in Beziehung zu dem unechten v. 14 steht. — Gr. für
b: oTi }i.£Ta TTTwctstoc aou TispiTrot-sic. Ebenso Syr., nur dass er für
[xcta TTxtocjsoj; ao'j „mit Räubern (xcian)" hat. Vgl. zu 4, 19,
wonach DJsn ^li^JK kaum anzufechten ist. Aber auch h^'s lässt sich
gegen Zx\ halten. — nj; '^r\\ vgl. 4, 17.
15. Hier und in den folgenden Versen klingen im Hebr.
die parallelen Stichen 'stark an einander au, was augenscheinlich
ursprünglich ist. Dagegen wechselt Gr. im Ausdruck ab. —
-iiynnl zum Artikel vgl. 14, 17. 16, 14. Gr. C^ov (umgekehrt
44, 23 aapq für Ti). — ir^l = Syr. noJJ, Gr. xo ^^jxotov (so auch
V. 16. 27, 9 vgl. LXX) a'j-w. In der Tat ist ira hier = seines
Gleichen; das ist wohl auch die Grundbedeutung des Wortes
(vgl. raion Abbild). Daraus hat sich die Bedeutung Geschlecht
(ysvoc, so LXX im Pentateuch; vgl. zu v. 16), Volk (christlich-
palästinisch), Ketzer (talmudisch) entwickelt. — ms S:"iJ Talm.,
der b als zweiten Stichus zu 27, 9a zitiert, DIN pl = Syr.
NtJ^J-121. Gr. xotl (Lat. praem. sie) ttSc (254 Chrys. 3, 28. 771. 6, 550
om. t5c) rzv{}p(o-oc (248 add. 7.701-0!). — iS nom ns] Talmud
lS nnnS. Gr. wähl willkürlich: xov -X-zjatov autou (55 254 om.).
Das ist sclilecht, denn ein nj?"i oder dgl. braucht nicht gleichen
Standes zu sein.
16. Gr. gibt in a den gut hebräischen Ausdruck frei
wieder: -aaa aapc xaxa ^svo? (Syroh. 55 254 add. auxr^c, Lat. ad
similem sibi) auvo(-,'£X7.t (307 besser auvocTrxsxat, Lat. conjungitur).
Er verwendet statt 'h'^^it, aus v. 17 '72:sj, das er dort auslässt. —
Syr. verlas p in ja. — '\2T^\ Gr. 7rf/o3xoXX-/;i)r^!3£xo'.i = Syr. pmno;
vgl. 6, 34. Aber imn'' ist durch v. 17 geschützt. Das Pual steht
hier reflexivisch; vgl. Ps. 94,20 und übrigens Koh. 9,4 Keri.
— cnx] Lat. omnis homo. Gr. willkürlich: 7.vr^p.
17. Gleich und Gleich ist das Natürliche, das Gegenteil
•bedeutet Unrecht und Verderben. — nsiri''] Gr. xoivtovv-asi (v. 1).
— "j^] ist neuhebräisch, lies aber p. Gr. oüxu>; (Syroh. 253
Sir. 13, 13—22. 127
schlecht: ouSe). — p'''^^^] Syr. dem gerechten Manne, Gr. -poc
£Üa£|37j, Syroh. 253 cuasßöi, Lat. justo (s. z. 11, 17). — Glosse
sind die Worte iy\s ha "^t^j? pv, vgl. den Zusatz zu v, 2. Reich
und Arm, Gottlos und Fromm sind freilich Wechselbegi'iffe. Hin-
ter if''« (vgl. 8yr.) ist wi oder Si ausgefallen, falls nicht ti^""«
in ^1 zu ändern ist. Echt ist aber b'jia:, das nach Sv« und arab.
J^AOj sich anschliessen bedeutet (anders 46, 8). Gr. übergeht das
Wort, das er v. 16 verbraucht hat; ihm folgt Syr.
18. ^'^q] Gr. tu:. Lies ty^ no (vgl. ]i^^a = -^^ 2 Sam. 14,19.
Mi. 6, 10. Prv. 18, 24). — ai^] zur Genitivverbindung vgl.
Jer. 16,5. — Syr. in a und b frei: was ist friedlich (o'^'^'n). —
V)Z)t] Gr. uotiVifj (Lat. sancto homini)/ Syr. Nj;--X- Vgl. LXX zu
Jer. 12,9 und neuhebr. vi^'ü. — |\so] wäre ^ ^ von wo? Wahr-
sclieinlich ist aber ein ^ vor u^ ausgefallen und st'"' nöl zu schreiben
(Gr. xc(i x(:,- Syr. oder was, Lat. aut quae).
19. Srsa] Gr. frei: x-jv^j-ta (106 corr. x7.t i)-/^^^.). — Für
nx und T'ti'j? setzt Gr. den Plural (aber Lat. leonis). — "laio \s"i£|
vgl. Jer. 2, 24. Job. 24, 5. Gr. oW^pot (Lat. onager) iv ior^ixw;
vgl. zu Iv 37, 26. 42, 11. 45, 26. 46, 1. 47, 5. 48, 24. 50, 26. —
rfviö] Gr. votiaX (Syroh. 253 voar^).
20. Syr. om. — ,T(SJj Gr. 'j-cp-/j9av(o (218 253 k — ciotvtov).
— nnj?im] Gr. oo-co; ^oi/,'r;yi'x] Vgl. 36,24. 48, 3 Hebr. Syr., 22,24.
23,20. 31,31. 49,12 Syr., 38,27 Hebr., aber auch 39,27.
21. -[202 tsia ist in -püi öio: zu ändern; vgl. b und Gr.:
aotXsuojisyoc a-.rjr^rAZz->xi (5, 10). Gr. setzt für tDlöJ in b 7:t'— siv, v. 22
d's^dlXzobai. Syr. hat in a und b SsJ nach Gr. in b. — yiö] Gr.
beide Mal u-o ^t'Ätov. >n ha ist schlechter Zusatz, der aus dem
Missverständnis via entsprang. Syr. fand ihn vor {^^2 p xmna
^^zh), anscheinend stand in seiner Vorlage aber auch j,n ha nm:
für yia -CDJ. Gr. -posa-wiJsrtai (für nmj) erklärt sich aus der
Verbindung mit isioi; vgl. auch 7:oo33-s-:!'tx-/;aotv v. 22. — '?!] vgl.
V. 23 und zu 11, 1.
22. Entweder ist n;na in a oder ISIOJ in c falsch; Gr.
drückt beide Mal aiöJ (aber 307 hat in c ildlr^csz), Sjt. beide
Mal iina aus. Aber bei der Lesart aiaj würden a und b sowie
c und d nur dann zusammen passen, wenn 'C)r2j hier die sonst
nicht nachweisbare Bedeutung „töricht reden" hätte. Das ist
aber wegen v. 21 unannehmbar. Also ist aiw aus v. 21 (vielleicht
128 . Sir. 10, 30—14, 19.
unter Einwirkung von hpm v. 23) eingedrungen. Vielleicht stand
übrigens I2iö als Variante am Rande der Hs. — in*j?lj vgl.
Ezra 10, 15. Gr. drückt 1 nicht aus. Dagegen setzt er in b
(konform mit d) für nnn (om. ), ebenso in d) und D'^oino Verba
finita im Aorist, die er mit 7.7.-' verbindet. — Die neuhebräischen
Pluralendungen auf l sind in c zu ändern. — Für nj^i-C hat Syr.
hier wie 11, 2 WD. Gr. frei: 7.~opf//)T7. (Lat. superba). Den Aus-
druck □''i^lDO W^yi belegt Schechter z. St. Das Wort bedeutet
11, 2 hässlich, wodurch D'cia bezw. D'^Dinö (= Syr. y'^^ZiU^n) ge-
schützt wird; Gr. frei: £0ix7.uoa7.v duTov. Das Hifil von nc ist
sonst nicht belegt; vgl. aber syr. ''cix. — h'fjXz\ wie Am. 5, 2,
dagegen A Anton. 784 scfa'Xr^; aber h's>r/Xz ist wohl aus zKr/Xr^st
korrigiert (s. o.). Lat. deceptus est. — a^^ y: y:] = „pfui, pfui'-
wird laut. Für xi^l ist nach Hab. 1,3 ü^^ anzunehmen. Syr.:
und sie sagen zu ihm pfui {vM). Das letztere ist auch sonst als
syrisch belegt (vgl. Payne-Smith s. v.). Gr. frei: X7l -r^oafsTrsxi'txr^sav
7.u-to. — Stu^ö] vgl. Ps. 47, 8 und die Psalmüberschriften, wo
das Wort aber speziell technische Bedeutung hat. Gr. a-jvss'.v,
Syr. was schön ist. — cipD "h yn)] Gr. x^l ou-/. ioot)-/; a-kfo to-oc,
Syr. und nicht geben sie ihm Raum. Vgl. zu 4,5, aber schwer-
lich isl [ri? einzusetzen; vgl. zu Iß, 14. — Vgl. Koh. 9, 16.
23. inn] Gr. beide Mal zKöXrpz^ aber das Partizip ist
durch V. 22 a c geschützt. — in:DJj vgl. riDOn Dt. 27, 9. Die
Wurzel ist sonst arabisch. Syr. frei: sie horchen (fn^ Ambr.
add. auf ihn). — iSrif^ nsi] Gr. frei: x7.1 tov Xoyov auToO. Syr.
sonderbar: „und seine Gönner" (eigentl. seine gutmachenden,
Mi:3iSSDö); nachher ergänzt er „ihn". J. Levi erinnert daran, dass
Syr. 25,8. 40,23 2a für h'2^^ setzt; vgl. zu 7, 19. 21. — t;
IJ?^:"- 2V] vgl. Job. 20, 6 und unten 32, 21. Gr. dvu-^tuaav Iok -öiv
vccpsXwv, aber 253 Lat. fw? t&v vs©. dvu'j^oioiav (Lat, perducent =
«vr^YaYov? vgl. Lat. zu 46,3). — liöK"' ni "ö] Gr. umstellend: X7.1
slTiav ik loiTiv ouToc. Syr. und sie sagen: was sagt er? — Spn:]
das aram. Verbum findet sich nicht im Kanon; vgl. aber unten
15, 12. 35, 20, und das Nomen 34, 7. Vgl. übrigens zu 19, 16. —
imciiT DJ Dn] Syr. nur: nilcnDJ. Aber DJ dh steht im Gegensatz
zu dem Subjekt in hpn:. Gr. dem Sinne nach richtig: -f.037.v7.-
xps^J^ouaiv (12, 12) au-ov.
Sir. 13,23—14,1. 129
24 schliesst ab mit einer Restriction. — |''K DSj Syr. ohne,
Gr. w irf^ iaxiv (248 253 S"" -poassxiv, 70 -apscjTiv, Syroh. n\s* s'^T
,13 = EVEGTiv?). — -c '^vj Syr. neben [2^: hv), Gr. iv ortotxaTi. Der
Sinn ist aber „gemäss, verursacht durch". — pT] Syr. Sünden;
Gr. ^iorsßoö.-; vgl. zu 9,12. 12,5.
25. KJ5t*\] vgl. 12,18. — EST — CK] = Gr. sotv xs — lav -s.
Bereschith R. pi — p. Das ist neuhebräiscbe Ausdrucksweise;
vgl. aber zu 42, 4.
26. Der in einigen Hss. des Gr. vorausgeschickte Stichus
ist wohl eine Variante zu a aus Gr. II (doch vgl. Prv. 15, 13). —
r^ipy] Syr. hat Pluralpuukte, Gr. i/voc; vgl. zu 10, 16. — sia aS]
Gr. y.7.[jo(rj. SV 7.77.1)0:; (vgl. zu 3, 11). — cms* cjc] vgl. 1 Sam.
14, 27. 29 und zum Partizip 50, 6. Prv. 4, 18. Gr. -üpoawirov
iXapov; vgl, 26,4 und zu 7,24. — In b lasen Gr. Syr. ungefähr
dasselbe wie Hebr. — n^\^^ T^)] Gr. xal s'jpsatc irocpaßoXwv, wobei
rsi* mit ri^'n (vgl. zu 6, 16) zusammengebracht und n'^t:' frei
wiedergegeben ist (vgl. zu 47, 15). Syr. (und die Menge der
Gespräche) las oder dachte an "Jir. — hüv r\2^'r[f:i] = Gr. ota-
XoYi!3ij,ol (Syroh. 253 23 Sah. -\io:) [xsxa (s. z. 51, 20) xottou (al.
xoTOov); vgl. zu 9, 15 und 6, 19. Syr. willkürlich (um Anschluss
an 14, 1 zu gewinnen): die Ueberlegungen der Sünder. — Im
Lat. ist der ganze Vers rationalisiert: vestigium cordis boni et
faciem bonam difficile invenies (A s-jpscjstc) et cum labore. —
Auf keinen Fall beschwert Sirach sich hier über die Mühe, die
ihm die Erfindung seiner Sprüche macht. Vielmehr war in den
früh entstellten Worten ganz allgemein von Kummer und trüber
Miene die Rede, womit freilich 14, 1. 2 vorbereitet war. Hinter
Say mt^'na steckt vermutlich ü'tv nDama oder ü^yy ü'^T^m; vgl.
zu 25, 23 und Thr. 5, 17. Ps. 69,24 sowie LXX zu Prv. 15,13.
Zu lesen ist wohl wu^i r::>i. Allerdings kann von rii^ und n"^
im Sinne von 1 Reg. 18, 27 hier niclit die Rede sein, wenn die
gewöhnliche Erklärung jener Stelle richtig ist. Indessen heisst
iT'ti* auch Sorge, Kummer, und vielleicht hat rt^ eine ähnliche
Bedeutung.
14, 1. Der Aufforderung zu frohem Lebensgenuss wird
ein Vorbehalt vorausgeschickt: es gibt freilich einen hoffnungs-
losen Kummer. — u^m] vgl. v. 20. Job. 5, 17. Gr. dW^p =
Smend, Sir;icli-Kumiueiitar. 0
13Ö • Sir. 10, 30—14, 19.
Syr. Nn3J; vgl. zu v. 20. 37, 14.25. — i.Tc )2:£y ah] vgl. 1 Reg. 1,6.
Gr. 8s oux toXiail'/jasv h aiofxaxi otoxoS; vgl. dazu 25,8 Sc iv yXwcjcj-^j
oux «)Xtai>-/ja£v. Was Gr. meinte, zeigt 28,26 (vgl. auch 22,27);
übrigens wird er )2'av (vgl. zu 3, 12) falsch ausgedeutet haben.
Syr. hat hier und 25, 8 nhphp, das der Araber „er straft ihn",
Gabr. Sion. „perturbat eum", Barhebr. „er lässt ihn in der
Versuchung fallen" deutet. Es heisst aber „er schmäht ihn"
(vgl. zu 11,34 und Payne-Smith s.v.). — naxj ist unverständlich.
Syr. rät: es ist verborgen ("'DDns). Gr. xaiEvu^r^, wonach man
m« (vgl. zu 12, 12. 47, 20) vermuten könnte. Indessen ist das
Kai nur im Syrischen (vgl. Brockelmann s. v.) belegt, und Sirach
gebraucht das Hithpael. Ich vermute ruK nach Jes. 19, 8. Allerdings
muss dann auch vhv in hv geändert werden. — inS p rSy] Syr.
das Gericht von seinen Augen (weg). Gr. iv Xuhtj 7.[jiaf>Tt'otc (al.
oifjLapTiÄv). p ist hier wie 30, 21. 23. 37, 2. 38, 18. Fehler für
|n (= |n, p). Schechter und Taylor weisen das Wort als
Variante zu r\:ai Aboth 2, 8 nach; vgl. bes. Taylor zu 30, 21,
ferner aram. ji^, syr. 83p. Das letztere hat Syr. 30, 21. 23,
wo er also wohl noch pn fand. Sodann ist )2b falsch. Es handelt
sich um Gewissensbisse, die mit dS pn nicht bezeichnet sein
können. Gr. Syr. führen unabhängig von einander auf pj? oder
wy. Vermutlich ist )2h als Variante zu in^o oder it^'cj v. 2 in
den Text geraten. — Selbstanklage und Trauer über die Sünde
sind durch Unglück hervorgerufen.
2. li^^s] vgl. 34, 8. 50,28. Gr. om. (A Sah. avr/p); vgl. zu
25,9. 28,19. 50,28. — imon ah] Gr. ou o-j xofxs'Yvto (Lat. non
habuit tristitiam = xaiavu^r^ v. 1) = Syr. nmD3. Vgl. 5, 14
xctTa'Yvwcrts =: nein. Lies imon. — Syr. für b: und nicht haben
aufgehört (i'^ön) alle seine Taten (MlJiyiD). Gr. frei: xotl o; oux
Izsasv «710(253 om.) x% iXirtSo? ocutou; 248 70 Syroh. 253 23 106
add. xr^? sTil xupiov. Vgl. £x-tTrx£iv Judith 11,6 und unten 31,7,
zu nn^i^ 16, 13. 44, 10. Die rhmn geht wie in den Proverbien
auf das rechtfertigende Endschicksal (= mpn).
3. |öp s'jVI aS steht in persönlichem Sinne (3, 26), übrigens
ist der Ausdruck einzigartig. Gr. erklärt aber gewiss richtig:
avopt (s. z. 3, 17) [AixpoXo-y«) (Lat. viro cupido et tenaci). — i^h
mw l^j Gr. ou xotXoc (Syroh. 253 oux d-ya&o?); vgl. zu 15, 9. Lat. sine
ratione. — fi^^üih)] Gr. xoti av^ptuTiu) (248 dvopC). — pj? J?i] = Gr.
Sir. 14,2—7. 13i
^aaxaVo (LXX); vgl. Prv. 23,6 und zu 18,18. 37,11. Es be-
deutet eigentlich den Missgünstigen, dann aber den Geizigen.
Vgl. nj?" ]y (s- z- V. 10). — .TiSi sS 2"J Gr. besser: iva -(=r\':]üh
(vgl. LXX und 39, 21). — pnnj Syr. n:wo wie 34, 5. Gr. xP'^tV-'^^^^
aber Lat. : aurum. Wahrscheinlich ist yrjr^ixr/.Ta aus /pustov korri-
giert; vgl. zu V. 5.
4. j?:id] Gr. o awd-(tov, gleichmacherisch mit auvc(7£t (für
j'sp"'). Uebrigens steht cj-jvotysiv auch Job. 20, 13 für yjo; Prv.
11,26 freilich 3uv£/£iv, aber danach auvs/«ov zu schreiben (Peters),
ist unratsam. — )Z'z:\ Gr. Syr. d-h -r^; -j^u/r,? auioo (Lat. add.
injuste) = lti>cjo, mit Recht, weil vm und pp"" dasselbe (zu
subintelligirende) Objekt haben müssen; vgl. 12, 7 (4). — "in«':J
Gr. Syr.: Plural (schlecht); vgl. zu 11,19. — yDjJan"] aram. V)2
= aufjauchzen; vgl. das Kai 16,2, neuhebr. und aram. )}2y2 :=
aufsprudeln. Syr.: (er) wird sich freuen. — Gr. tp-j'^r^cjouitv (8*=*
155 IvTpucp.). — "lij Gr. £T£poi, aber Lat. alius.
5. ra"'''] Gr. schlecht: d-;ar}>jc ia-mi (=31:'"'?); vgl. v. 7. —
ny k':')] Syr. mpj sSl = er wird nicht geniessen (so schon der
Araber). Gr. x7.l ou jx/j s'jcppaviir^^öTcc. Vielleicht ist nach Syr.
ny zu schreiben, obwohl mp im Hebr. und Aram. nicht belegt
ist, und Syr. das z nicht ausdrückt, das aber bei einem Verbum
des Geniessens unbedenklich ist. Vgl. arab. ^Xi angenehm sein
(von Speisen). Nach Gr. könnte man nin^ (Bevan) vermuten.
Nicht unmöglich wäre aber auch: er wird sein Glück nicht
finden (Nifal von ny). — "irzitsn] Gr. iv toic /pr^aaaiv (aber Syrob.
253 23 Lat. aYotUoTc) aoTou; vgl. zu v, 3.
6. "iti'cjS yi] Gr. -00 JlJ^axczrvov-ro? sa-jTov ■=: wer sich selbst
nichts gönnt; vgl. Dt. 28, 54. 56 LXX. — Vgl. 34, 13. — W)
noiSt^n] betr. r\r2)h^'n vgl. zu 12, 2. Syr. und er empfängt eine
schlimme Vergeltung. Der Sinn ist aber vielmehr: er straft sich
selbst. Gr. schiecht: y.cd touto (253 155 add. -ö) d}Kn.TJ>wyi xtX.
— Vgl. Prv. 11, 17.
7. Hebr. om. — x'oJv sS TroifJ Syr. und wenn es sich trifft
(u>ij) und er wohltut. — sv Xr^t>Tj (248 ou/ i'xioy, Lat. ignoranter
et non volens) -oisT] Syr. ein Irren (Vergessen) er irrt (vergisst)
(kVB in )X^ui). Vielleicht stand da njti^"' njty. — X7.l i-' is/ocTwv]
Syr. und an seinem Ende. — ixcpatvst (248 S 55 254 sxcpavsi)
TY)v xocxiav ccjtoOJ Syr. er wird ansehen (n x'm) seine Bosheit (oder:
132 • Sir. 10, 30-14, 19.
sein Unglück). Man könnte danach inv"i3 nsT' vermuten, das Syr.
nach Num. 11, 15 falsch verstanden hätte (Kai statt Nif al). Aber
Gr. führt eher auf iny, nSr; vgl. zu 19, 25.
8. Hebr. Syr. om. — o [riaT/.^tWv (248 70 add. losTv) ocp-
{}aX}xü> (A -|xov sau-oD) ist wieder = yy yi; s. z. v. 6. Lat.
schlecht: oculus lividi. — dron-jis^wv (Syroh. Lat. praem. xat)
7:f>o3«>T:ov. Lat. avertens faciem (suam). — xal uTTspopwv (38, 16)
'}u/a? (aber Lat. Aeth. animara suam). Der Sinn ist ohne
Zweifel, dass der Missgünstige sich selbst schadet. In b ist
deshalb wohl zu lesen: xai dTroa-fyicpo^v rpoaw-ov (nl. vom Nächsten)
uTTspopwv •{'O/rjV eauTou. Wahrscheinlich hat nur Gr. in der Ueber-
setzung im Ausdruck gewechselt, so dass etwa dastand: ühyn^)
Itt'cJö oSyno. Aehnlich ist für a zu vermuten: yv Vi wcih vi-
Vielleicht stand das soiu-o-j des Cod. A ursprünglich als £7.ut(j>
hinter 7rov/;po? (vgl. v. 5). So würde sich zugleich der Ausfall
von V. 7. 8 im Hebr. (vgl. v. 6 iuit.) erklären.
9. p2] auch Gr. hat den Singular (s. u.), Syr. freilich
den Plural. Es heisst sonst immer "rys, aber der Singular er-
klärt sich hier durch den Zusammenhang. — Su'Id] passt weder
im Sinne von „arm" (neuhebr.), noch in dem von „alt" (41, 2.
42, 8). Syr. (sS:d) las oder riet auf hzuf bezw. S^D2, das auch
nicht taugt. Gr. (tiXeovs/t/;?) las vielleicht vs:i3, das zu b gut
passte. Aber unerklärlich bleibt, wie b2f)D entstand. — Kin isye
(= Syr. M S''"nj?') klingt aramäisch (vgl. zu 37, 16. 7, 15); doch
vgl. Hagg. 2, 6. — Gr. für a frei: -Xsovixtou ocpöaXfio; oux £[jl-
ruTzlaioLi jxspiot (253 Max. 853 praem. iv, 308 add. irovrjpa). —
inyi phn npiSiJ = Syr. und wer nimmt das (seil. Teil) des Ge-
fährten. Gr. schlecht: v.oa dZv/Sa uOYr^^A. Wahrscheinlich las
aber er für phn np)h einen kürzeren Ausdruck, wie ptry oder dgl.
— IpSn i3Nö] ist falsch. Es handelt sich nicht um den Besitz,
sondern um seinen Genuss. )pbn ist aus a eingedrungen, besser
Syr. nu^c: nnio = i^e: 13«ö (vgl. 20,22), aber das besagt zu viel.
Gr. dva^T|patvei ^u/t^v (248 70 Syroh. 23 Lat. add. auioo), was
Schechter mit Recht auf itt^cj it'n^o (vgl. Num. 11,6) zurückführt.
Das ist anzunehmen; vgl. fi^y in dem hebr. Zusatz zu v. 10.
Vielleicht bildet ein n-'sna (4, 1) das Mittelglied zwischen n3K0
und trro. Der Sinn ist natürlich : er gönnt sich nichts. — Lat.
hat für V. 9 in gemischtem Text: iusatiabilis oculus cupidi in
Sir. 14, 8-11. 133
parte iniquitatis, non satiabitur, donec consumat arefaciens animam
siiam. Vgl. noch zu v. 10.
10. Hebr. setzt am Schluss zwei Stichen hinzu, die trotz
ihres originellen Ausdrucks wohl sekundär sind. Syr. hat statt
der vier Stichen zwei, von denen der erste aus den Anfangs-
worten des ersten und den Schlussworten des dritten besteht,
der zweite eine Umbildung des vierten ist. Er hat: das böse
Auge macht viel Brot, und trockenes liegt auf seinem Tische.
— \'v VT fy] ist vielleiclit Fehler für nyi yv (34, 13), das Syr.
Gr. (o'^UaXfjLoc: -ovr^poc) und das nma p (vgl. 32, 10) des hebr.
Zusatzes empfehlen. — cnS ^^j; ü^n] vgl. 1 Sam. 14, 32 und unten
34,16, wonach Gr. (cpöovspö? eiz apK«)) die Worte auf das Ver-
halten bei Tisch bezieht (vgl. 34, 23. 24), während die Erwerbs-
gier gemeint ist. Auf demselben Missverständnis beruht in b
nmiöl (vgl. Prv. 15, 16), wofür p« naixöl (vgl. 18, 33) zu lesen
ist. Das ist indirekt bezeugt durch den zweiten Stichus des
Zusatzes, übrigens auch durch Gr. xal eklnzr^c, das wohl auf
apxo? zu beziehen, vielleicht aber in xal IUittss zu ändern ist. —
Lat. für V. 10: oculus malus ad mala non satiabitur pane (vgl.
zu V. 9), (sed) (indigens) (= xal IXKi-nir^?) et in tristitia (= xal
iXXuTTo? oder x. iv X67r-(]) erit super mensam suam. — onhn n^ifi]
= erwirbt viel Brot. Im folgenden Stichus ist der Sinn natürlich :
er kommt zu reichem Genuss, auch wenn er von Haus aus nichts
hat. Sind die Stichen echt, so ist wohl mh^:^ zu lesen.
11. OK] Gr. (xailoj^ sa'v) las kaum anders. — "f? Uf''] vgl.
zu 13, 5. — Syr. drückt "ji^^cJ mt^ aus, aber der Talmud liest
"[S n'^tsM, das auch Gr. bezeugt: zo -roiet asauxov (al. cjöauuo, Lat.
tecum). Betr. "f? liegt die Sache hier und 38, 21 anders als
7, 7 (s. d.), weil man im Kai "•S aia und "'S vi sagt. — Syr. setzt
für b die hebr. Variante von a, dagegen Gr. im Missverständnis
(vgl. 38, 11): xal Tipoacpopa? xupHo dciio? TTpoGays. Unecht ist
wahrscheinlich a^t'toc. Syroh. 106 lassen es aus, 70 stellt es
vor xupi(i), 253 hinter -pooraYs, Lat. las wohl a;ia?. — Die Stelle
zeigt deutlich, dass -[T SkS (5, 1) „gemäss der Kraft deiner
Hand" bedeutet oder wenigstens so verstanden wurde. — ]^in]
ist Hithpael oder Nifal; vgl. die Punktation Jes. 34, 6, übrigens
unten 26, 2, 38, 11. 43, 22. Prv, 15, 30. — Vgl. Prv. 3, 27.28.
^34 . Sir. 10, 80—14, 19.
12. 'nSlJ''? p'n)\ Gr. xctl o'^Urj/.-/; aoo-j; vgl. zu oiaör^xr^ für
pn 11, 20. 14, 17. 16, 22. 42, 2. 44, 20. 45, 5. 7. 17. 47, 11. Syr.
smö m''7:i = der Beschluss des Todes. In der Tat hat pn hier
diesen Sinn (wie 41, 2). Man stiess sich aber daran, dass die
Hölle über die Lebensdauer der Menschen bestimmen sollte, und
verstand pn lieber im Sinne von 11,20 als zugemessenes (Glück),
änderte dann aber auch in Slst^^S oder Sisii^z (Talm.). Damit
hängt zusammen, dass man die Worte Ji:vn h)ü\i^2 ah aus v. 16
nach a versetzte, wobei übrigens der Talmud von unserm Text
abhängen dürfte. In a ist nach Gr. on i>7Vy.Toc oo /[>ovi£i zu lesen :
n^nr^n' ah mia "d. — Syr.: „dass du bis jetzt den Tod nicht ge-
sehen hast." Er dachte vielleicht an san sehen. — unj Gr.
oneMyßr^ = Syr. n^inns; vgl. 46, 20. 48, 25. 49, 8. — Lat. i. f.
add. testamentum enim huius raundi morte morietur (= v. 17b).
Vgl. aber auch saeculum (aevum) sanctum 17, 27. 24, 33.
13. Gemeint ist hier und im Folgenden nicht zum wenigsten
der gesellige Verkehr in Gastmahlen. — nms':] Syr. Lat. add.
deinem. — T nrii^m] vgl. zu 32, 12. Femininische Infinitive der
Art finden sich öfter auch im Kanon; vgl. auch nsnn 51, 17, so-
wie Ewalds Grammatik § 156 d. 239 b. Gr. xotl xaxa -tjv ts/ov
3o'j IxTcivov X7.1. Danach ist vielleicht "[T* nJW3l (vgl. 32, 12)
herzustellen. Dagegen geht Ixxsivov xai kaum auf ein l isiyin (s.
z. 4, 31) zurück; es ist wohl nur (doppelte) Wiedergabe von
T. Syr. wunderlich: und das, um was er dich bittet. — )h]
Lat. falsch ausdeutend: pauperi.
14. VJsn] ist Nifal; vgl. sonst Prv. 3, 27. Gr. dooaT^pr^(S■^^;
(LXX), Lat: defrauderis (vgl. zu 37,20). Syr. vsSsnn. — DVnDlUtt]
vgl. 1 1 , 25. Gr. umstellend : d-h dy^br^z rju-spac. — ns np'7n2l]
nach Gr. (xotl |xspi? STri^ujxt'oe; dyaör^c \xr^ ors TrapsXöctxco) und VI Tl^JH
im hebräischen Zusatz möchte ich herstellen ms: i)m phn2). Vgl.
nnwn5,2, wogegen n^an neuhebräisch ist (doch vgl. Job. 20,20),
und zu nm V. 3. 41,16. Für msj ist 15,9. 41,16 nx: geschrieben,
woraus m sich um so leichter begreift. Dass iian in n zusammen-
schrumpfte, beruht vielleicht auf einer Variante, die vom Rande
her eindrang (s. z. 35, 10). Nach yi nian im hebräischen Zusatz
und nach ayaör^c des Gr. könnte man freilich auch auf ma man
schliessen. Vgl. im Alfabeth des Ben Sira: Kma |a -j^pSim 3i5 '•in
j?3ön ah. Aber 31^ ist nach naiB in a nicht gerade wahrscheinlich^
Sir. 14, 12-17. 135
lind m ist dann schwieriger zu erklären. — Im Kanon kommt
übrigens "Oj; in der Bedeutung an etwas vorübergehen mit 3
nicht vor, vgl. aber das Hithpael 13, 7 und zu 5, 7. Gr. hat die
Konstruktion willkürlich geändert. — Syr. übergeht b, gibt aber
den unechten Zusatz des Hebr. wieder. Vgl. Syr. und Gr. II
zu 23,5.
15. «Sn| Syr. denn (tj). — in«'?] Gr. kxipm (vgl. zu 11,19);
manche Hss. haben aucli hier (vgl. Lat.) ixc'poic, Syr. Pluralpunkte.
— l'^'^nj Syr. "["033. Gr. (to'jc -ovouc aw) verähnlicht den Ausdruck
dem nachfolgenden, wobei vielleicht der Gedanke an '^Sin (37, 30)
oder S*n (Hexapla) einspielt; vgl. aber auch Gr. Syr. zu 28, 15.
— -jv^r] = Syr. imxS, Gr. touc xottou? aou (LXX). — hl): ^ivh\
Syr. denen die Lose werfen, Gr. frei: zk oiaipsortv (al. oiatpsasi?)
xXVjpou (307 xXripojv). Sil: HT findet sich Jos. 18, 6, aber ': ^t
dreimal; vgl. ausserdem Jer. 50, 14 r\), sowie Thr. 3,53. Zach.
2,4. — Vgl. Ps. 49, 11.
16. Lässt man yn) fort, so ergibt Hebr.: gib dem Bruder
und gönne dir selbst Leckerbissen. Aber nah ist Fehler für nph
(vgl. zu V. 14), übrigens sind die Lesarten nph] |n (=: Gr. Syr.)
und |m np'? mit einander vermischt. — p^jci] = Syr. «D"im; aber
Gr. xotl '^-ar/iaov, das 248 70 106 Syroh. 253 23 8«=* 296 und
Maximüs bei C. Gesner, loci communes p. 546 in xal aytasov
(Lat. justifica). Arm. in x7.i aYaTf/icjov korrigieren; vgl. zu 30, 23.
Aber auch p'JCT (vgl. 30, 7 Syr. und Prv. 29, 21) wird Korrektur
für nnei sein =^ rede ihr zu. — Lat. schickt dem zweiten Stichus
voraus: ante obitum tuura operare justitiam. — .niyn u^pih] Gr.
Cvjtr^aat ipucpr^v. Talm. om. ^p2h, womit codd. 296 308 (^pu'fVj, om.
CTjTTJaai) wohl nur zufällig stimmen. Lat. invenire cibum (Co.
Tpocpr^v); vgl. zu 11,27. Syroh. 253 jxvrj(3f>7)aai C«>r|V; vgl. 11, 25 ff.
— Syr. übergeht b und gibt dafür das Plus des Hebr., das
deutlich Glosse ist.
17. ififin h^] vgl. zum Artikel 13, 15. Syr. denn alle
Menschensöhne (vgl. Syr. zu 28,5. 30,38 usw.). — 1J33] wie
Jes. 50, 9. 51, 6 u. ö. Lat. sicut foenum (Am. vestimentum, vgl.
Jes. 40,6); Syr. las vielleicht nSn (inf. absoL). — dS^j? pim] =
ein unabänderliches Gesetz. Gr. r| yap oiotflr^xr^ (s. z. v. 12) di:
otuovoc; Lat. (hinter v. 12): testamentum enim huius mundi. Syr. und
(lie Geschlechter («n aus v. 18) der Ewigkeit, — lyiJ^ v^J] ist in
13ß . Sir. 10, 30— 14, 19. 14,20—16,23.
Anführungszeichen zu denken, (iv. Davati») a-oDav/,, aber das ist
Korrektur. Codd. 23 S* haben aTrcOavstroti, 106 TsXsuta, Lat.
morietur, Syroh. a7:of>o!vst'v. — Vgl. Gen. 2, 17.
IS. rhv mcrj Gr. w? 'fjÄXov Ua/./.ov (LXX). mc ist Nomen
wie Num. 17,23. — py-] Gr. oocj-jc (LXX), Lat. viridis. — Syr.
für a nur: wie die Blätter der Bäume. — m^\ Gr. to «xiv (nach-
her: aXXot 02), Syr.: diese (und diese). — hzM] Syr. ungenau:
sie fallen ab (pn3) = Gr. xaTotßot/J.st. Allerdings setzt auch
Pesch. ipi öfter für 'r::. Lat. mit Vertauschung der beiden Verba:
dejiciuntur und generantur (Toi. Sang. Miss. 353 dejicit und
generat). — Der Fehler '^su für noil' entstand in der Hs. durch
die nachträglich bemerkte Auslassung von c und d. — p] Gr.
o'j-ojc (xai). — nnn] Gr. -svsa, aber der Singular ist durch das
Folgende ausgeschlossen. Lies vsvs^t. Vgl. Koh. 1,4. — om 11^2]
nicht im Kanon; vgl. 17.31. — nnxi nnx] Syr. ein Geschlecht —
und ein anderes, Gr. yj ab — i-ir^a rA. Vgl. aber z. B. Ex. 18,3. 4.
— hf2):] ist wohl richtig: vgl. Jes. 18, ö. 1 Reg. 11, 20. Gr. freilich
Y£vyaT7.'. und Syr. ih^^. — Syroh. 253 i. f. add. oia KiioSTaYiJ-aToc
xupto'j. — Vgl. Ilias 6, 146 k 21, 464 ff.
19. Der Sinn von b ist deutlich: wie der Mensch selbst,
so vergeht auch sein Werk, d. h. sein Hab und Gut. Deshalb
soll er es geniessen. Gr. hat in a für T^yfi nur i'pyov, aljer auf
ein rwyü {= Kreatur?) kann das Suffix in VT nicht zurückgehen.
Also ist Vii'yia richtig. Dann fehlt aber am Anfang ein „auch".
Das '^n des Syr. beweist das freilich nicht, der Fehler ist älter
als Gr. — 'i2pv 3ip-i] Gr. 3-/;-o|i.£vov (LXX) t/lBi-zi (Syroh. 253
Lat. ivltvbzf., Syroh. add. NniT3j?3, 253 add. /.i-y. koiV^siv). Das
Participium ist wie oft in der LXX Wiedergabe des Infinitivs;
übrigens wechselt er im Ausdruck ab wie z. B. 16, 19. Syr.
sie werden geprüft (^''pnsnö) vor ihm (d. h. vor Gott). Er denkt
an das jüngste Gericht und rät mit Umstellung der Buchstaben
auf ein pt2. — VT Sj?ci] Gr. schlecht: xal 0 i[j-(y.iyjiiv^rj: auto. —
yi^ü'] vgl. Job. 21, 33. Gr. ol-zIzuszzoli, Syr. h)a. — Tina] Gr.
asT aoTO'j. was durch die Abwandlung des Subjekts bedingt sein
kann und nicht Fehler für u.st' au-o zu sein braucht.
Sir. 14, 18—21. 137
VI. 14, 20 — 16, 23.
Abgesehen vom Eingaog (14, 20 — 15, 8 = 4 X 2 | 4 X 2)
handelt diese Rede von der göttlichen Vergeltung, d. h. zunächst
von der Strafe für die Sünde. Sie besteht zu Recht, weil der
Mensch freien Willen hat (15, 9—20 = 2. 2. 1. | 2. 2. 2. 1),
und sie trifft den Einzelnen noch gewisser, als sie von jeher
die Völker getroffen hat (16, 1—14 =^ 2. 2. 1. [ 2. 2. 2. 1. | 2. 2).
Nur Toren zweifeln daran, dass Gott sich um das Tun und
Lassen der Einzelnen kümmere (16, 17 — 23 = 2. 8. 3. 1). —
Die Empfehlung der Weisheit (14, 20 — 15, 8) ist hier von be-
sonderer Wärme. Identisch mit der väterlichen Religion ist sie
die Lehre der Wahrheit, an die der Einzelne gegenüber dem
Hellenismus sich anklammert. Vgl. zu c. 24.
20. u^m] Gr. cüvr^p (s.Z. V. 1).— nj,T] im Gr. ist -zlto-r^azi
(307 TsXsuxa) Fehler oder gar Korrektur, herbeigeführt durch
missverständliche Beziehung der Worte auf das Vorhergehende.
248 70 106 Syroh. 253 [xöXcTr^asi vmA (wobei xald späterer Zu-
satz ist, S''^ nur: \xzKZTr^az\.), Syr. wi xinj; vgl. zu 6,37. —
mianai] Gr. xotl ö? (Syroh. 253 om.) h süviasi otuxou. Sah. liest
auxr^c, aber Syroh. 253 v lassen au-oo mit Recht aus, dem ent-
sprechend fehlt sua im Cod. Reg. des Spec. Aug. und im Miss.
Moz. 949. — nysr^] Gr. oiocXs/Ur^acxat (248 70 Syroh. 253 23 add.
^yiof). Ob er r)yn\i>^ (44, 8) nur im Sinne hatte oder es las, steht
dahin. Es ist aber wohl herzustellen. Vgl. sonst zu 2 nv^
Ex. 5,9. Ps. 119, 117. Syr. SJnn:. — Lat. für b: et qui in
justitia sua meditabitur et in sensu (suo) cogitabit circumspectionem
dei. Der erste Satz könnte auch Variante zu a (qui in sapientia
morabitur s. morietur) sein; zum Schluss vgl. zu 7, 11. DS für
a und b: felix sapiens, qui in sapientia sua veritatem et justitiam
meditabitur. — Vgl. 50, 28.
21. Dti^n] Syr. k:cji. — Gr. für a: 6 oiwoo'jiisvoc -otc ooo-jc
o.'jzr^: £v xotf/oia ot'ko'j; Vgl. zu 21, 17. — .TnJIsnsij ist, wie auch
das Suffix zeigt, falsch und aus v. 20 eingedrungener Fehler
für .Tmrnjn = Syr. n^h'iufz. Gi'. iv toT; a-oxjüu'fotc 7.fj-r,c, was
vielleicht auf schlechtes .TnrnDJ3 (s. zu 3, 22) zurückgeht; vgl.
sonst 4, 18 sowie zu 39, 3. 7.
138 .. Sir. 14, 20—16, 23.
22. Syr. praem. ). — Gr. setzt rhetorisch Imperative (Lat.
Participia) für die beiden Verbal formen. — npnr] ist nach Gr.
Syr. Fehler für yrj. Das Verbiim bedeutet 2 Sam. 10, 3
spionieren, und auch hier ist vielleicht der Spion und nicht der
Jäger gemeint (Gr. t/veutr^c). Zu Grunde liegt dann das Bild
des Strassenräubers. — h^)] vgl. zum Accusativ Ps. 68, 17. Gr.
xai £v. Syr. hy), aber Codd. p u hz). Allerdings belegt der Aruch
auch das hebr. Verbum nm mit hy. Zu lesen ist im Syr. daher
vielleicht h:) hy). — .T«'i2öJ = Strassen, Syr. n^S^aty. B (C 308)
sind mit th^jw.: gegen das ooou aller übrigen Ilss. im Recht;
vgl. auch 3 Ezra 8, 60 (= Ezra 8, 31). — iiTTj = belauert;
vgl. Gesen. Thes. und den Aruch s. v., der das Verbum = n"iK
setzt. Gr. ivsopsusi, Syr. p3 Ninj.
23. Syr. praem. ). — rui'^n nj;2] Gr. o'A kTjv Dupioojv ctutT^c,
Syr. pD p n'bv (vgl. p 21/23. Gant. 2,9). — nmrj das Verbum
neuhebr. = horchen. Vgl. Aruch s. v. nn:: und Schechter z. St.
Gr. 7.xr>o7!:>3T7.'., Syr. rxi' Nirii. — Das hier Gesagte ist an sich
unanständig (21, 23. 24). Vgl. aber Gen. 26, 8, unten 51, 19
sowie Prv. 8, 34.
24. n:inn] vgl. 4, 13, 15. Gr. o xaxotX'jojv, Syr. »^k'ji. —
mrsDj Gr. frei: suvs-fj-uc. — s-'nnj vgl. Syr. zu 27, 2. Gr. frei:
xott -r^h, — Syr. ^ip2. — inn^] ist Fehler für nn^ = Syr. \"n:D;
Gr. nur TraacjotXov. Gemeint sind die Zeltpflöcke. — nTp3] Gr.
Syr. haben den Plural, aber der Singular ist wohl besser. Es
handelt sich um die Hauswand, die zu benutzen ebenfalls eine
Frechheit ist. — 248 70 Syroh. 253 23 Lat. Syr. haben gegen
Hebr. Gr. die Wortstellung: xai ev -ou Tot/otc otoir;; -r^hi -a33C().ov.
25. Syr. Sah. om. a. — naiJlJ Gr. cs-J^ati (70 breast); vgl.
LXX. — Co. 70 Syroh. k: xaxa /sipa (statt /sipa?) au-r,c. —
ptri] Gr. xorl xotTotA-jasi, ebenso v. 27. 27, 9. 43, 17. 47, 12. —
2153 p^] das Nomen wie Dt. 12,5. Syr. las wohl ebenso (sniro3
N2a); Gr. sv x7.-aÄu[j.ati ayaöÄv (aber Syroh. 253 23 Aeth. ayotöoli),
Lat. in casula (Toi. aula) illius bona per aevum. Aber 2)::: ist
falsch, es zerstört das Bild und greift unerträglich dem Fol-
genden vor.
26. Q'^')] vgl. Num. 24, 21 u. ö. Syr. Kö~.3T (w Maus. Ambr.
«anii), Gr. Or^asi, al. (xctl) a-r^azL — ijp] Gr. ausdeutend: ta tsxv«
autou =r Syr. ^"nTK (leg. ^^^'7''). Es handelt sich aber um den
Sir. 14, 22-15, 6. 139
Mann selbst; vgl. auch 3(3,31. — .Tcij^^] vgl. Ps. 104,12.
Dan. 4, 9. 11. 18. Gr. ausdeutend: h (Lat. sub) x-(j a/iiTTj «uttjc.
Syr. auf seine Aeste (.tdiD Sy). Er denkt an syr. «civ, aber ''dj;
ist an den Danielstellen deutlich = Laub. — iTcjyrij s. z. 50,8.
Gr. X7.1 u-o TOü? xXa'oo'jc ccjiTjC, Syr. und zwischen ihren Zweigen
(niTc''j;~iD). — pl':'»"!'] gibt Gr. mit 7.rj/a3i>r^cj3T7.i wieder, Syr. mit:
er wohnt (löj; sin:).
27. HDim] Gr. (3x£7raaf{>r^!5£t7.'. (LXX), S* Cod. Toi. Syr.
praem. y.oL — Syr., der die Verba von a und b vertauscht, hat
S'Da iSnru, was erklärt wird: er spaziert. Lies aber h'^^ (Part.
Pass. Afel) = Gr. — rh)i2\ vgl. Koh. 7, 12. Gr. 6-' (al. diz)
auxY)?; lies mit Syroh. 253 23 h a/sTrirj auTr^c. Lat. Cod. Toi. in
tegmine illius. — .Tmi^s^i] = Syr. .TTiös. Das hebr. Wort bedeutet
hier aber wie öfter die Zuflucht. Gr. ev tyj oo;-o auvr^z. Das
ist wohl freie Uebersetzung, bei der er an Jes. 4, 5 f. dachte.
Vgl. auch 40, 27 und zu 45, 2.
15, 1. '':] Gr. Syr. om. — ^^^j Syr. Gott. — ns:] Lat. bona
= ayaijov in älteren Ausgaben. — min li'cim] so heissen Jer. 2, 8
die Priester, jetzt alle Frommen. Syr. frei: und der, welcher
lernt das Gesetz. Gr. x7t 6 i-p/p^r/jc (vgl. 6, 27) xou vo.xou, 248
70 X7i 0 £"j'x. Yvojcicojc voijLO'j. Syroh. 253 23 xat 6 siXr/iw? yvwsiv
vo;i.o'j (vgl. 11, 15). Lat. et qui continens est justitiae (vgl. zu
1, 26). — nJ^T] das Verbum bedeutet hier und v. 7 wie Jdc.
20, 43 und aram., syr. und arab. „erreichen". Gr. xr/-oX-q<^^tz>yx
(ebenso v. 7), dag. 248 70 Syroh. 253 23 supr^ofci ayr/^v. Syr.
schlecht verstehend: er wird gehen in ihr (ebenso v. 7).
2. innoipi] Syr. (der die beiden Verba vertauscht) Mvmpn.
— D'myj nit>K:iJ Gr. xal w? --uvr^ -^pUcviotc; vgl. 30, 20 und LXX
Jer. 3, 4. Joel 1, 8. Gemeint ist hier wie sonst das Weib der
ersten Liebe des Mannes, das ihm zeitlebens mit besonderer
Treue anhängt. — Vgl. Prv. 7, 4.
3. Gr. om. 1 VK — h'2'^\ Syr. schlecht: Knö:n; ebenso Gr.
schlecht aocptac für niinn (vgl. zu 50, 27). — Vgl. Prv. 9, 5.
4. laiö^] Syr. h^y, Gr. xAtÖ-(i (vgl. LXX und zu 12, 15). —
nts3] Gr. £'f£c£i (s. z. 5, 1).
5. inyno] der Plural wie z. B. 1 Reg. 16, 11. Syr. über
alle seine Gefährten, Gr. -apa (43, 28) to-jc -Ir^rsloy ccjtou. — Zu
b vgl. 21, 17. 38, 33 und Prv. 24, 7.
140 • Sir. 14, 20—16, 23.
ß. sifC" r.nüiif) pirii^] Syr. (mit) Freude und Jauchzen (Kni)
erfüllt sie ihn (MVT'On), Gr. £'j'.p(ioa'jv>)v xal oxi'favov dYaXXict|xaTo?,
(248 70 106 k S* A add. £'jf>r^3si), Lat. (et) adimplebit illum
spiritu sapientiae et intellectus, et stola gloriae vestiet illum,
jucunditatem et exsultationem thesaurizabit super illum. Der
erste dieser drei Sätze stammt aus 39, 6, der zweite aus 6, 31,
der dritte geht auf einen griechischen Text zurück, der etwa
£Ü'ff>o3'jv/)v y.cd iyjjJS'j.^xa iJ/^^aUjOiciii i-' 7.otov lautete; vgl. Lat. zu
3, 4 und zu 4, 18. Aber hinter Ur^aauptaei steckt wohl sOpr^ct;'.,
so dass die Vorlage des Lateiners mit Hebr. stimmte. Das
NlvSan des Syr. stammt vermutlich ebenfalls aus einem griechischen
Text, der ifx-XT^asi (= Lat. adimplebit) statt sup^cjei hatte. Der
griechische Vulgärtext (oder schon seine Vorlage?) ist nach 1,11
bezw. 6,31 entstellt. — ührj c:i>l] vgl. Jes. 56,5. Gr. xai ovojao-.
aitoviov (al. ursprünglicher 7.ia)voc; vgl. zu 45, 15). — "Ui^nn] Gr.
xaTaxXr^poyo[irjöst, wozu '248 S*^^ Lat. richtig aotov hinzufügen;
vgl. zu 4, 16 und 24, 8. 36, 16b. 46, 1.
7. m:nT] vgl. zu V. 1. — si::* \-iö] vgl. Ps. 26, 4. Job. 11, 11
und oben zu 7, 16. Gr. 7'yi)poj-oi otsuvs-ot. Syr. K'ttn (Sünder),
wofür vielleicht ^'"^'^ {== Gr.) zu l^sen ist; vgl. Gr. Syr. zu
21, 18. — pT ''i:»:«!] Gr. xotl orvops; (manche Hss. und Lat. 7v-
&pa)-oi) ötixotp-ojXot' = Syr. xSij; i<^'JNi; vgl. 11,9. 12,14. Lat.
homines stulti (aus a). — msT] vgl, 51, 19. 1, 9.
8. n'')ih^'\ Syr. snnn ja (von den Empörern), was vielleicht
in das dem Syr. geläufige Kma (12, 5. 20, 7. 27, 13. 48, 18) zu
ändern ist. Gr., der vorher und nachher das Konkretum für das
Abstractum hat, setzt hier umgekehrt das Abstractum: •j-£pr/.5otv'''a;
(Syroh. Co. 70 106 praem. a-o); vgl. zu 3,28. Lat. a superbia
et dolo (om. xaQ. Aeth. von den Stolzen. — yc "^lyjxi] vgl. v. 20.
Der Ausdruck bedeutet dasselbe wie )XW "nis. Denn 2?d ist hier
wie z. B. Am. 2, 4 die objective Lüge, die Illusion, die falsche
Lehre. Gr. schlecht: xocl avopsc -J/cuatai', besser schon Syr.: und
die, welche sagen Böses. — rin':T xS] vgl. 24,20. Syr. njiam) kS,
lies ninDii.
9. Die Verse 9. 10 knüpfen an das Vorige an, sind aber
wie 18, 28 f. die Einleitung zum Folgenden. — nnxj sSj so steht
in der Hs., wie J. Levi gesehen hat (nicht ia«J vh). Gr. Syr.
oh/ wparoc. Das Verbum msj, ursprünglich Nifal von m», fällt
Sir. 15,6—12. 141
im Neuhebräischeii in nsj zusammen, ebenso das adjectivisch
gebrauchte Partizip ms: (so 10, 18. 14, '6) in nw (41, 16 vgl. zu
32, 26). Man muss nach 14, 3. Ps. 33, 1. 147, 1 erklären, ohne
welche Parallelen man freilich auch an das Nifal von ms denken
könnte. — rhnn] ist der Preis der Heriiichkeit Gottes. Syr.
schlecht: xna:n (Auibi'. w Maus, om.); vgl. freilich auch Lat,
für b: quoniam a deo profecta est sapientia. — )h npSraJ vgl.
7, 15. Job. 39, 17 und zu 10, 18. 8yr. sie ist gegeben ihnen.
Gr. frei: d-taxdlr^ (248 70 106 add. auTw). — Vgl. 20, 20. Ps. 50, 16
sowie Sap. 8, 21. Hier sind aber Schriftgelehrte gemeint, die
mit dem Hellenismus pactiren.
10. c:n n«;n] zum Ausdruck vgl. 3,29. Prv. 11,9. Syr.
freilich: denn im Munde der Weisen, Gr. gar: sv -ao ao'^t'a. Lat.
versteht darunter die Weisheit Gottes: sapientia (al. sapientiae)
enim dei astabit (= :5-c/.\}r^:57Tr/.i) laus. Er fügt hinzu: et in ore
fideli abundabit, wozu Schlatter 31,8 vergleicht, Herkenne da-
gegen bei Gesner, serm. 286 p. 913: Iv 3to<x7-i £u3s|iü>v -X-zjil'jv-
{>V;a£xai avi)po>-o? [=z avoc statt aivoc). Vielleicht stammt das aus
Gr. II, indessen könnte iv yap ao<pta auch auf Korrektur beruhen.
— mnoS"* nn h^Qi] d. h. der Weise (vgl. 45, 17), die Verbalform
ist Piel. Gr. -/cd 6 x6p'.oc s-jootussi ct-kov, aber Lat. et dominator
dabit eam (sc. laudem) illi = y.al 6 x'jf/ie-jojv owati a-jTov. — Der
fromme Lehrer ist inspirirt und hat um so mehr die Ptlicht zu
lehren; vgl. c. 24,30fr. 36,16a. 30, 25 ff. 39, 6 ff. Matth. 7,29.
11. haf2] Gr. oxt ma xupiov, Syr. dass von Seiten Gottes.
Zu o-i (Lat. om.) vgl. zu 7, 16. Zu p vgl. Prv. 20, 24, und zu
Ol« 2 Macc. 6, 25. — '>"*i'cj Gr. v-sar/jv (Lat. abest = 7'-s3t'.v
Cod. 155). Syr. schliesst sich an den verbalen Ausdruck des
Gr. an: ich habe gefrevelt (nmo) und gesündigt. — nv^v ah] Gr.
ou -oiT^ast? (Lat. ne feceris). Natürlich ist Hebr. im Recht.
Uebrigens hat Cod. 307 : 5 --«f/ 3t:o''-/;3cv ou u.i3-/;cr3t, was ein
-oir^ofs'. vorauszusetzen scheint.
12. je] = ja nicht; vgl. z. B. Jes. 36, 18. — sin] Syr.
dass er, Gr. oxi (248 70 253 23 S. 106 307 Lat. om.) «ü-o;;
vgl. zu V. 11. — ''jS"'pnn] vgl. zu 13, 23. Gr. |xs l-XaV/;3£y, —
2 "ji!!: ya ""a] vgl. 38, 12. Ebenso wird -fir^ im Aram. konstruirt.
Wörtlich: es besteht kein Nutzen an. ')y^ bedeutet targumisch
^uch Nutzen, und wahrscheinlich ist es hier so gemeint; vgl.
142 • Sir. 14, 20—16, 23.
37, 8. Syr. hat auch 38, 12 «m. Gr. (o-j -(OLfj /psi7.v r/v.) und ihm
folgend Syr. (n w:n tj nS n"*^ = nicht ist ihm nämlich Nutzen
an) wenden die Worte ausdrüci<lich auf Gott. — Dan ""ti^JKaJ Gr.
otvopo? 7.[jio(p-(uAo'j = Syr. an dem frevelhaften Menschen; Lat.
freilich: homines impii. Vgl. zu 10,23. — Vgl. Job. 22, 'd.
Nach dem älteren Glauben war Jahve allerdings oft die Ursache
der Sünde (2 Sam. 24, 1). Schechter erinnert übrigens mit Recht
an Stellen wie Jer. G, 21. Ez. 3, 20.
13. r\2vr\) nyi] Gr. -av ßosXyfjxa (Lat. orane exsecramentum
erroris). Syr. addiert Hebr. und Gr.: alle Bosheit und Frevelmut
(xmmo); er lässt dafür ''^'' aus. — n::a^] vgl. Ex. 21, 13. Syr.
frei: er gibt sie; Gr. iaxtv d7a7r-/jxov, wozu man vielleicht d^Acj/M
Prv. 12, 21 vergleichen könnte. Dass aber rr(>xTa^x6v in den Zu-
sammenhang nicht passt, leuchtet ein. Ansprechend emendiert
Knabenbauer z. St. a-ctvr/jTov. — Tü^h] Syr. den ihn liebenden.
14. dm'?«] Syr. nach Lagarde «nSx, die Polyglotten haben
aber in, und so auch die Mosuler Ausgabe. Eine der beiden
Lesarten wird auf Korrektur nach griechischem Text beruhen.
Gr. auTo?, aber Lat, deus. — n'iiwaa] diese Verbindung ist sonst
aramäisch, Syr. n''^*i2 |0, Gr. i; cip/Tp. Man darf fragen, ob
nicht ursprünglich n^ity'")? (= als ein Wesen von freiem Willen)
dastand. — sna] Gr. l-or/jasv; vgl. zu 39, 28. 45, 19. — In b
hat Hebr. zwei Varianten, Syr. übersetzt anscheinend die zweite:
und er übergab (ch^ii;) sie (d. h. die Menschen) in die Hand
ihres Willens {]'i7]'^T), Pesch. setzt oh^n öfter für |n3. Gr. gibt
z. T. die erste Variante wieder: /.cd otcsrjxsv auTov sv y£if>l oiotßo'jXio-j
auTou. Dem otc([douXiov entsprach aber 17,6 wahrscheinlich das Ver-
bum ir, das Nomen ir findet sich auch 27, 6. 37, 3 und stand
vermutlich auch 17, 30. 31. 21, 11. 23, 2. Ich habe deshalb nr T2
aufgenommen. Ob icmn „seinen Willen" bedeuten konnte, ist
sehr zweifelhaft. Ich habe früher die Emendation i2!inn (= seine
Entscheidung) vorgeschlagen. Indessen erinnert Hebr. an Syr.
4, 19 Koian T'i ^^röSl:'s^, und 50^ 4 sind rpn (vgl. zu 35,21) und
llf einander parallel. J. Levi hält *cmn für Variante eines Fehlers
TO. — Lat. add. adjecit mandata et praecepta sua.
15. mi'ö] Gr. svtoXac. Syr. seine Gebote. Aber der Singular
ist gut; vgl. Hebr. und Gr. zu 10, 19. 35, 23. 37, 12. 45, 5.
Prv. 19, 16. Koh. 8, 5. Syr. drückt statt b die schlechte Glosse
Sir. lo, 13—19. 143
des Hebr. aus. Vgl. Hab. 2, 4. — Für n:)2n ist nach Gr. y.yX
~hvy nmn) zu lesen, das auch durch die Glosse ("i:) psn CK)
bezeugt ist; vgl. zu 1. 4. Uebrigens verkannte Gr.. dass py,r:ü
Prädikat zum Folgenden ist, und verband es willkürlich mit
imn = y.'Jx r-'jT'.v 7:oir,3C(i z'jW/m:. Betr. ü'i'1 s. z. 1, 27. — Vgl.
Piv. 12, 22.
16. ^icS p2:ia] vgl. das Hifil Jos. 7, 23. 2 Sam. 15, 24.
Syr. überlassen (pp'ai^*) sind vor dir. Gr. mit Umsetzung in das
Activum: -otp£Ö-/;yiv ooi. — yT rh^'\ Syr. streke aus deine Hand,
Gr. ixTsvsrc (248 Lat. Origen. 23, 45. Chrysost. 6, 868 Ixts-.vov)
'V Vß^?'^- (-^3 tac /stp'zc) ao'j. "j^T- kann aber Singular sein.
17. ciK ''Jc'?] Syr. frei: gegeben sind nämlich den Menschen.
— Lat. setzt am Schluss von a hinzu: bonum et malum. Vgl.
Dt. 30, 15. 19. Jer. 21, 8. — ib'n] Gr. praem. x7.t (Lat. om.). —
|*cn''] Gr. c'joozr^sY) (LXX). — Syr. für b: damit sie erwählen
das Leben (vgl. Dt. 30, 19) und fahren lassen den Tod.
18. Am Anfang ist nach Gr. Syr. ■: einzusetzen, das
übrigens in der Hs. über der Zeile nachgetragen zu sein scheint.
— npcD] vgl. zu 39, 16. Syr. übermächtig (si::;), Gr. -oUr^; vgl.
Gr. zu 34, 12. — ^^^J Syr. Gottes, Cod. 106 .OsoS. — pesj 248
70 106 Lat. Syr. praem. /a-'. Aber das ist wohl falsch. Die
Allmacht und Allwissenheit Gottes, die die Vorbedingungen einer
vollkommenen Vergeltung sind, sind in seiner Weisheit einbegriffen.
— nma:] Gr. h SovasTsia; vgl. 33,3. 43,29. — cS;] ist nach
44, 3 (doch s. dort) in hz zu ändern. Gr. -o. -A^n^j.. Lat. omnes
sine intermissione. Das c ist aus *: entstanden, Gr. hat vor
V. 19 wohl mit Recht ein xoti'.
19. Syr., der augenscheinlich schon keine Interpunktion
in seiner Vorlage fand, zieht cS: nüm zum Folgenden und hat
dafür und für 19 a: und alles (mo hi) seine Augen sehen. Da-
nach scheint er rtJ'V'^ nicht gelesen zu haben. Auch Gr. drückt
es nicht aus, es stösst sich übrigens mit «>^s ^yca. Ursprünglich
ist es wohl Variante zu dem ungewöhnlichen '7j?co (noch 16, 12),
das im Kanon nur Prv. 8, 22. Ps. 46, 9. 66, 5 vorkommt und
da überall von Gottes Werken gebraucht wird. Füi* den Rest
'XT 7« "yy hat Gr. xal ot o^OaXti-ol au-roo £7:1 to'j? cpo^io'jixsvou? aüTov.
Also ist der Ausfall von S« oder '''' hinter ""ry wohl alt. Lat.
freilich : oculi domini (al. dei) ad timentes eum. In der That ist
144 • Sir. 14, 20—16, 23.
entweder anzunehmen: rsv hü ''' "rj;! (vgl. Ps. 3.S, 18. 34, 16
und unten 31; 19) oder auch ^^'' pvi (nach 11, 12. Ps. 33, 18 vgl.
unten Syr. zu 31, 19), oder noch besser Sk ^yy), woraus sich der
Fehler am leichtesten erklären würde. — t:"" Kim] auch 35, 3
steht )7\ am Rande, 7, 15 M im Text. Gr. xoii czu-o? ird^^^Hoat-m,
Syr. nur D:m. — tr^K fjvco h^] Syr. steigernd: alle Gedanken der
Menschen (S 155 k c/.vi}p(07r«jv).
20. B (308) und Syr. praem. xai'. — xanS] Gr. acrcpsrv. —
D^Snn] noch 49, 10, wo Gr. (wie LXX Jes. 38, IH. Ps. 126, 1)
es mit -otpotxaXs«), Syr. aber mit ''DX (heilen) übersetzt. Targ.
hat Jes. 38, 16 ""nK, Ps. 126, 1 'DK. Lat. hat 49, 10 corroborare,
das möglicher Weise nicht auf -rraf/axcfXsoj, sondern auf eine andere
griechische Lesart zurückgeht; vgl. indessen zu 17, 24. LXX setzt
TtapaxotXsü) aber auch für j';:k und p;n, und der Zusammenhang
gibt hier und 49, 10 die Bedeutung „stärken" an die Hand. —
2"D ^ti^:s] vgl. zu V. 8. — Gr. übersetzt frei: xat oux sötoxsv avsaiv
ouosvt cfixotpravciv, ähnlich Syr. : und nicht hat er gesagt den
Fieischessöhnen, dass sie freveln sollten (p'^lj-'Ji). Das letztere
ist einigermasseu passend, Gr. ist dagegen jedenfalls im Unrecht.
Es handelt sich nicht um die Erlaubnis, sondern um den Zwang
zu sündigen (v. 11. 12). — Was Hebr. weiter hat, drückt Gr.
nicht aus. Das auch vom Syr. übergangene TiD rtSjo hv) beruht
auf Missverständnis von 2'o 'U^JS, der Rest ist schlechte Variante
zu b. Syr.: und nicht erbarmt er sich über die, welche tun
Treulosigkeit (Ktpit:').
16, 1. Es handelt sich im Folgenden um die individuelle
Vergeltung überhaupt. Geredet wird aber zunächst von dem
Schicksal der Sünder, das wichtiger erscheint als das eigene. —
IKW] heisst hier und 42, 12 der Anblick. Gr. falsch: ttXt/ijo;,
und danach Syr. an:)D. Denn „viele" und „nichtsnutzige" geht
hier nicht zusammen, übrigens ist von der Menge erst v. 2 die
Rede. — sii^ nj;:] der Ausdruck ist gebildet nach Niii> '>no (vgl.
zu 15, 7) und iiW ly (Dt. 5, 20). Gr. xsxvtuv dypr^aTwv (37, 19),
Syr. sündiger Söhne. — nSij? ':22] vgl. 2 Sam. 3, 34. 7, 10. Gr.
£t:1 uloXq dasßiaiv (vgl. v. 3), Syr. an allen Söhnen der Treu-
losigkeit (xipiir).
2. Gr. om. d:i, das er nicht gebrauchen kann (s. z. v. 1).
— TiD] Syr, rJD = Gr. irXrjt^uvcuaiv (al. irXrjÖuvÖüiaiv; vgl. zu 41, 9). —
Sir. 15,20—16,4. 145
V2r\] Vgl. zu 14, 4. Gr. su'fpcttvou = Syr. sinn. — Chrysost.
1,760. 6, 188 in der Wortfolfje des Ilebr. : zi «xr^ ssnv [xst «utäv
csoßo^ i>£ou. Syr. ungenau : weil sie nicht sind in der Furcht Gottes.
3. aT''n2 pKn '^x] vgl. Job. 24, 22. — Syr. vertauscht in
a und b die Verba. — nmspyn] = auf ihr (gutes) Ende, (auf ihre
Zukunft). So wird das Wort in der Glosse richtig erklärt. Zu
sprechen ist etwa ni2pj? (nach npy). Auch Ps. 89, 52 ist dies Wort
gemeint ; Massora wohl falsch : rüpj?. . ßaschi erklärt freilich auch
das letztere mit loiD; vgl. Buxtorf s. v. Gr. i~\ tov -ottov (Lat.
xoTTov) au-Äv, so richtig B (308), wogegen alle anderen Hss. so-
wie Sah. Aeth. -o -Xy^fioc korrigieren. Gr. sprach Dni3py3; vgl.
yjiipa 10, 16. Syr. übergeht das Wort und zieht b mit der Glosse
zusammen: und glaube nicht, dass ist ihnen ein gutes Ende. —
S'^^ fügt bei: axsvacsic (leg. c;tsv7'?£i?) yap TtevUsi aojfxo v.cd icatW/j?
otuTwv auvt3X£i7.v '(VMa=.TCf.>. (leg. YvcuOTTj?). — pi^n nti^yj lässt der
griechische Vulgärtext aus, aber Chrysost. 1, 161. 318. 760.
4, 553. 752. 764 hat ttouov -o ^Hhr^^oi xoptou, 248 70 haben oixaio;,
Anton. 1052 uioc; oixatoc, S'^'^ öixaioc ttokov üs^ixa xupi'ou, Lat.
timens deum (vgl. v. 4 Hebr.). Aber so stark bezeugt die Worte
auch sind, sie sind gleichwohl sekundär. Für ?]Sxa haben S*^^
Chrysost. r^ [xupioi (statt /O.ioi) und setzen konsequent Trapotvofxoi
hinzu, ebenso 70 aixotpxcoXot', Anton. 1052 uiol aasßsT?, Lat. filii
impii. — nwij Gr. xcd (ZTio&avsiv, S'^* ötxaiov (vgl. 10, 23) c/.iroi}avsrv,
Lat. et utile (est) mori. — n''3i las auch Syr., es kann aber
zwischen [nj^jn und rh)V nicht stehen und ist wohl Variante zu
rh)y. Wegen des T| lysiv des Gr. (Lat. quam relinquere) scheint
das vom Syr. übersetzte rh)y [cm] "-jn iS rr\\i^ "'aa gegenüber dem
vom Syr. übergangenen |n7 nnnx;2[i] im Vorteil zu sein. Aber
)h Ynuf ''öü ist allzu prosaisch und rhythmisch kaum erträglich.
Ich ziehe deshalb plT nnnsö vor, das ebenso wohl mit xsxva (s.
z. 11, 28) daz[ir^ (s. z. 9, 12) wiedergegeben sein kann als ''J2[n]
rh)y (v. l), und das im Vergleich mit diesem als origineller
erscheint.
4. nnso] Gr. diro -(«p (Lat. Sah. om.) Ivoc, ebenso Syr. (tj).
— "'Tny] Gr. Syr. om.; es ist aus v. 3 eingedrungen. — ^'''' KT]
Syr. der Gott fürchtet; Gr. suvsxoG. In dem aus R. Nissim
stammenden Stück bei Jellinek steht pn, was auf pia hinweist;
vgl. po p Prv. 28, 7. Also ist "''^ xi- wohl Korrektur; vgl.
Smend, Siraoli -Kommentar. 10
146 Sir. 14, 20—16, 23.
Syr. zu 9, 15. — TV 2^r\] Syr. frei: wird angefüllt die ganze
Stadt. — nncti^Oöl] = Gr. 'f uXfi ZL Syr. und von der IVIenge. —
cnjn] Gr. <zvo|X(ov (248 70 y.az[iviv), Syr. der frevelhaften {nh)v)
Menschen. — 2-nnJ d. h. sie wird menschenleer; dabei gehen
natürlich die Dn:3 selbst zu Grunde. — 248 lOG Anton. 55 i. f.
add. £v 'riyzi.
5; rha^ m3"i| vgl. Job. 16, 2. — 'i'v nnsn] Gr. stupctxct ev
6cpÖaX}xou |j.ou, lies aber mit 248 Syroh. 253 23 S k (vgl. 70 307)
Sab. Aeth. Lat. iojpaxsv o ocpOaX'jLoc jxo'j. — nSs: movvi] Gr. Syr.
x7.t [3/'jp.otcfya -ou-tov. Sie lasen richtig n'^KO. Denn nSs geht
auf V. 1 — 4, und was da gesagt ist, hat Sirach selbst erlebt,
aber noch stärkere Beweise für seine Behauptung liefert die
Tradition (zu v^^' vgl. Ps. 44,2. 48,9). Mit Unrecht drückt Syr.
auch in a nSso aus.
6. Da im Folgenden die zeitliche Ordnung eingehalten ist,
darf man hier nicht an Num. 11, 1. 2. c. 16 denken; vielmehr
haben die Worte allgemeine Bedeutung, wobei mj; und 'IJ die
Gottlosen innerhalb und ausserhalb Israels bezeichnen. Dafür
spricht auch das Partizip mpr (Gr. Ixxaoilr^cjcTat), wonach auch
nni': (Gr. kizy.y.'j\)r,) mit Syr. (KaS?i' vgl. Dan. 3, 27) als Partizip
verstanden w^erden kann. — ü'";]i-"\ niv] vgl. 21,9 und zu 7, 16. —
\^'ü mpr] vgl. Jes. 65, 5. — ?]in •'1:3] vgl. Jes. 10, 6. Gr. Iv
lövsi cz-ciOsi (vgl. Syr. zu 47, 21). Cod. 307 hat dat'^jzX, Syr. an
einem Volke, das zum Zorn reizt (i:^üi). — nun] Gr. opyr^ (vgl.
33, 8 und LXX).
7. Mitit^s (Gr. Syr. om.) wird das Folgende als Explikation
von V. 6 eingeführt. — h x^'J ah] Gr. oux i;i/.aac(To utrA. Die
Konstruktion ist ohne Beispiel; Lat. daher nach Korrektur: non
exoraverunt pro peccatis suis (vgl. Lat. zu 3,3) antiqui gigantes.
2 Chr. 30, 18 (wo u-sp) liegt ein verderbter hebräischer Text
zu Grunde. Der Uebersetzer sagt wie LXX vom Priester
sciXocaxssöai Trspl tivoc (= Jem. versöhnen 45, 16. 23) und daneben
auch sciXoccjxsafiai c. acc. r. (= eine Sünde vergeben 5, 6; vgl.
aaaxsaöai c. dat. pers. 2 Reg. 5, 18). Wohl nur des volleren
Wortklangs halber (vgl. v. 8) gebraucht er den ersteren Ausdruck
hier von Gott, schwerlich dachte er dabei daran, dass Gott be-
züglich der Riesen der Erde nicht vergeben habe. Er las aber
auch kaum anders als Hebr. — mp ^z'Dih] ist eine rationalistische
\
Sir. 16, 6—9. 147
BezeichnuDg der Titanen von Gen. 6, 1 ff., bei denen Sirach viel-
leicht an den Nimrod (Schechter vermutet deshalb CTiian) dachte.
Uebrigens versteht Gr. das Gen. 6, 1 ff. Erzählte richtig als die
Ursache der Sündflut. Syr. den alten (s''"2np) Königen, Gr. itspl
-tüv ap/7Uüv YiYavTfov (so LXX für ü^b^^in und Dmajn aus Gen, 6, 4).
— onr-sn] Gr. rR d-ia-r^ayy (LXX). — ühr;] überfüllt den Stichus
im Vergleich zu v. 8 — 10 und fügt sich nicht in den Satz. Syr.
daher: die erfüllten (iSm) die Welt. Es ist Glosse (aus Gen. 6, 4)
zu cnp, die an den falschen Ort geriet. — Dminjs] vgl. cmajn
Gen. 6, 4. Gr. iv -f, 13/61 (248 70 lOG add. tt;? czcposüv/jc) auTtov.
— Lat. für b: qui destructi sunt (al. destruxerunt) confidentes
(=: Aeth. iTTfaTsuctotv) suae virtuti.
8. kSi] Gr. drückt ) hier (Lat. dag. et non) und v. 9 niclit
aus, es ist aber nach "Wii x. 7 am Platze. Aus demselben
Grunde ist die Wiederholung von ht2n v. 9 erträglich, allerdings
wechseln Gr. (icpsiaa-o, klir^^v^) und Syr. (on, nm) im Ausdruck
ab. — ''niji2 hv] das Wort bedeutet hier den Aufenthaltsort wie
Job. 18,19. Gr. t.z[A (vgl. 23, 2 i-C) -r,: -^.r.or/a'orc (vgl. zu 41,6).
Syr. die Bewohner der Stadt. — □''nnyna,i] vgl. zu 5, 7. Syr.
lytyisi; vgl. syr. iDj?ns* (übertreten). Gr. o'k iCtioz/.'jryTo, was etwa =
D"'2j;riön (Pual) wäre. Aber der Relativsatz muss entsprechend
dem von v. 7 von der Sünde reden, wie die Relativsätze von
V. 9. 10 von der Strafe. Denkbar wäre daher D^rynan (vgl.
Ez. 16,49 nnvin), aber die Greuel Sodoms treten auch Ez. 16,49.
3 Macc. 2, 5 zurück. Gemeint ist wohl die Sorglosigkeit der
Sünder, die von den Schwiegersöhnen Lots auf die ganze Stadt
übertragen ist. — nmKJD] vgl. psj Ez. 16, 49 und 3 Macc. 2, 5.
Gr. 017. (vgl. zu 37, 31, Syr. p, w Maus, hliü) ty)v 'j-s^or/favtav
(70 add. Tojv Ifj^ojv, Lat. add. verbi = to-j /.oyou) aüiTtov.
9. ah)] Gr. o5x (Syroh. 106 (155) praem. xat'); vgl. zu v. 8.
— mn cy hy] = Syr. xann anv hv, vgl. 46,6. Gr. lOvoc d-toXst'o:?
(S<=^ yoLvoLciLv); vgl. Jes. 34, 5 LXX. — D'^ti'-n:,!] der stehende Aus-
druck ist ti^mn (39, 23), für das im Passivum das (in diesem
Sinne sonst freilich nicht vorkommende) Nifal statt des Hofal
in der Ordnung ist (Ewald § 133 a). Also c'it^nijn. Gr. hat roh?
lcr^p[xsvou?, Syr. und er bestimmte über sie unterzugehen (i2KoS) ;
vgl. zu 32, 23. — DJiya] vgl. Gen. 15, 16. Gr. Syr. haben den
Plural.
10*
148 Sir. 14, 20— 16, 2ä.
10. Hier wiid der Steigerung wegen die zeitliche Reihen-
folge verlassen. — p] Gr. praem. xat; Syi-. falsch verstehend:
in dei'selben Zeit. — Gr. setzt den Accusativ und lässt das Verbum
aus V. 9 (vgl. zu V. 8) nach\vii'l<:en, aber nötig ist das nicht. —
D'CDWn] Syr. ebenso zweideutig: "iDcpns, aber Gr. falsch verstehend:
xouc eT:iauv7./{)£y-otc; vgl. zu 8, 7. — czh pT3j vgl. IlTm Dt. 1, 43.
Gr. iv <3vXr^^jr)'mijrÄ'x otuTÄv, Syr. wegen ihres Murrens (jiiT3't2"is Sao
= üm-hni Num. 14, 27?).
Hab. IJI ""D f]Kl] d. h. wie viel weniger darf ein Einzelne!"
ungestraft trotzen. Undeutlich Syr.: und auch Einer, wenn er
hart macht seinen Nacken. Falsch (Jr. : x7.v -(j st? a/X-/]f*oTf>a/-/;Xoc
(248 70 106 (?) add. Iv Xaoj). — n^n] ebenso 33,6. 43,25. 48,14;
vgl. Dan. 3, 32. 33. 6, 28.
11 cd. c = 5, 6c. — löV] B Aeth. ~rx[J auxou (S<=^ xuptou),
aber alle anderen irap' auiui (248 add. Sia ta/ouc); A^gl. zu 5, 6c.
— nSiDI SK^IDl] Gr. SuvGtcyxr^? i^iXaa;Awv. Da er ouva(3xy)c auch für
W setzt (s. zu 46, 6), könnte man an n'in'''7D h^ denken (vgl.
Neh. 9, 17. 1 Sam. 2, 3). In der LXX steht ouvaiT/;; aber auch
für SnJ, 21 u. a., wonach man auf 'D m schliessen könnte. Syr.
und viel machend zu vergeben; vgl. 18,12. Jes. 55,7. Vielleicht
ist ouvaa-y;; aber doch = siJ'J (vgl. Gr. zu 11,6). Der Ausdruck
des Hebr. erscheint auch als originell. Nur würde man das
erste i lieber vermissen. — "im (lies mr) iTr D^ti^i hvi] ist aus
5, 6 an Stelle des Aequivalents von xotl sx/swv opyr^v eingedrungen.
Ich habe nach 33, 8 nan ipw\ angenommen, sonst werden auch
DJ?', P|« "i^^T] und mnj; mit ■[cij' verbunden. Syr. und auch strafend
Sünden (aus v. 12).
12. innsw p] Gr. w-mk x7.t ttoXJjc (248 254 Clem. AI.
Paedag. I 8, 72 Sah. Lat. om. tto/jjc) 6 TKzj/ot a'jxou. Syr. so
auch bestraft er (j?2n) Sünden. — rSjJSöi] vgl. zu 15, 19.
13. '7i:D] nur B (307 308) ev apTraYixasiv, die übrigen (auch
Lat.) £v c(pTia7[j.7.-L — Syr. für a falsch verstehend: nicht lässt
er entkommen die, welche verüben Untreue (xipiiy = '?iy vgl. 16,1)
und die Eäuber. — n'Kn rT'nti^'' sSl] Gr. y.oX oh ]i\ xaOunxsprjSsi
uTioaovr^v, ausser B (308) haben alle (auch Sah.) u-ofxovr^, Lat. suffe-
rentia, aber Toi. Corb. 1 sufferentiara. 37, 20 ist das Verbum wie
im klassischen Griechisch intransitiv gebraucht, Ex. 22, 28. 1 Chr.
26, 27 aber transitiv, und den Accusativ empfiehlt Hebr. Auch Syr.
Sir. 16,10—16. 1.^9
(^122:) scheiDt (v<;l. a) r\^2^^ gelesen zu haben. Nach 44, 10 Hebr.
ist msn, das an sich möglich wäre (vgl. Prv. 10/24. 11,23. Ps.
112, 10), in mpn (Syr. pn^no) zu ändern; vgl. auch v. 22. 41,2.
36,22. — pny] Syr. Plural, Gr. süasßoic (11,17), Lat. miseri-
cordiam facientis (vgl. zu v. 14). — d'jij;'?] Gr. om.; es überfüllt
den Stichus.
14. ni^iyn SzJ-zum Artikel vgl. zu 13,15. — Gr. scheint
HK^iy Avillkürlich umzustellen: ~da-q sAsr^iAoauvifj -olr^a^>. tottov; vgl.
zu 13, 22. Aber Lat. (s. z. v. 13) bezeugt die Lesart des Hebr.
und kSyr. Nur las Gr. für irti', das nicht anzufechten ist, vielleicht
etwas anderes. — eis h^)] Gr. nur IxaaToc (248 70 106 add.
"i'otp), aber ) ist unentbehrlich, da b auch auf die Bösen geht. —
KrJ ist nach Gr. Syr. (sup-/;asi) Fehler für s'y.^\ — v:zh\ d. h.
vor Gott. Gr. om., aber wohl mit Unrecht. — Lat. für v. 14:
omnis misericordia faciet locum unicuique (kvAa-oi) secundum
meritum operum suorum et secundum intellectum {awht:?) pere-
grinationis (?) ipsius.
15. 16. Syr. hält die Mitte zwischen Hebr. und Gr. mit:
„der Herr verhärtete sein Herz, damit er ihn nicht erkannte,
damit gesehen würden seine Werke unter dem Himmel. Sein
Erbarmen ist sichtbar (pnna) allen seinen Geschöpfen, und sein
Licht und seine Finsternis hat er zugeteilt den Menschensöhnen. "
Zu a vgl. Ex. 7, 3. — Syr. kann darin Recht haben, dass er
nv'\^, der nicht ausdrücklich genannt zu werden brauchte, aus-
lässt. Denn so gehen ))!T — '''''' besser in einen Stichus. Unent-
behrlich ist dagegen das von Gr. übergangene 2h nx. Uebrigens
folgt Syr. dem Gr. darin, dass er lyn' sS nit'K (vgl. Ex. 5, 2) und
IJl TV^v^^ fälschlich final versteht. Beide Mal liegen Relativsätze
(oder an erster Stelle ein Causalsatz) vor. Sie illustrieren die
Schuld des Pharao, durch die er es verdient hatte, dass der
Herr ihn verhärtete. — ,T"i2 (vgl. nsnn Num. 16, 30), das Ge-
schöpf, ist aramäisch. — Für inntJ'l ist natürlich )2^n'i (11, 16)
zu lesen, und der Sinn ist wohl, dass Gott nach Verdienst den
Menschen das eine oder andere gibt (vgl. 39, 24 ff.). Im Gr. ist
xoj «zoof^xavTi wohl Fehler für t(o 'Aoa'ti, (vgl. 40, 1 und zu 32,24).
Aber dann las Gr. vielleicht nur cnsS (Peters). Die Stichen sind
gewiss nicht ursprünglich. Inhaltlich passt diese langatmige
150 " Sir- 14, 29—16, 23.
Restriction nicht in den ganz anders gehaltenen Zusammenhang,
und der Rhythmus der Stichen ist für 8irach zu schlecht.
17. noKn] Gr. add. on (248 Lat. om.), Syr. add. n; vgl.
zu 7, 16. — ■'mnoi] Gr. xpußr^aoixai, Syr. '^läm. — cnosi] Syr.
add. des Himmels. Gr. .xy; (so nur B (55 254 296 308), die
übrigen und Sah. Lat. x7.t) iz O'-j/o-jc (Sah. sv 'j-j^si). — CV2] Syr.
praem. ), 307 add. -(d^j. — nn:] vgl. Num. 20, 20. Gr. -Xsiovi,
Syr. ss^JD. — VI«] B (248 55 254) ixvr^ai)(o, die übrigen mit Lat.
-j'vojaUä). — noij Gr. tic 7a(>, Syr. oder was. — "Ji S: mmi mifpz
cisj ebenso Syr. (nur nrn für mifpn), aber Saadia lässt üiü ""JS S:
aus, und Gr. (frei: sv «[XEtpr^xti) xTiaei) las die Worte wohl auch
nicht, die den Stichus überfüllen.
18. Das Pathos von v. 18. 19 spricht dafür, dass hier der
Verf. selbst am Wort ist. Der Zweifler erwidert dann y. 20
mit c:). — D^ot^'n 'ti^)] Tgl. Dt. 10, 14. 1 Reg. 8, 27. B (55 308)
add. -ou rhou, was offenbar unecht und vielleicht Glosse zu iv
T^i £7ris/.o-T| atjTO'j ist. — nnm] Gr. om. ). — psi] Gr. xai 77),
Lat. et universa terra, 248 70 106 Max. 941 Lat. add. xal -a
£v ct-j-oic. — lu^jnn npc: n'^mcy cn''':j; imi:] für ciwj; ist, wie F.
Perles schon früher unter Vergleichung von Ez. 29, 7 vermutete,
Clj^io zu lesen. Während übrigens die Hs. (auch in ihrer Inter-
punktion) in V. 18 zwei Disticha bietet, hat Gr. nach B (308)
für das zweite nur saXsuiJr^aovT^i sv xf, £7113x0-7) ^'-»"ou oder nach
den übrigen Hss., Max. 941 und Lat. iv T-irj s-iT/o-f^ auxou aaXsu-
OVjaoviai (Syroh. 253 23 S'^'' aaXöuov-c(i), was dem verderbten
litTin "npcn entspricht. Vielleicht war dem Gr. dei* Anthropo-
morphismus des ersten Satzes anstössig. Syr. schliesst den
gewöhnlichen Compromiss zwischen Hebr. und Gr., indem er,
übrigens in abgeschwächtem Ausdruck, nur den ersten Satz
wiedergibt: bei seiner Offenbarung (nr'^jn), die über ihnen, stehen
sie. Man muss npc3l lesen, und nach Ps. 18, 8 lu^v^ri"' oder "i^yT
oder besser 'iti'j;i[n]'' nach aram., syr. und neuhebr. Sprachgebrauch.
19. ein ^2^p P]K] vgl. Jona 2, 7. Gr. schlecht «[xa xa op^.
Syr. om. ?]«. — 'rnn niD"*] Gr. OsixiXia xr^ fr^q (10,4); vgl. zu
24, 6. — DH^K ):s'2n2] vgl. Ps. 104. 32. Syr. schlecht: wenn er
erscheint über ihnen. — )^vy ^y^] Syr. nur |T', Gr. xpo;x(p
<3uaa£tovxoti (vgl. z. B. 14, 19). Vgl. Nah. 1, 5.
Sir. 16, 17—23. 1.51
20. Gr. für a schlecht: xal i-' aÖToic (vgl. 34,15 = vhv?) oO
oiavor^>}y-3£-o('. y,y.[jfAOL. Schlecht auch Syr. : und auch ich, nicht
nehme ich zu Herzen {^zh h'; ^''l^'^'). — ^zi"]!)] Gr. (xal -a; oo^oc
c/.'jTO'j) hat vielleicht willkürlich die dritte Per6on statt der ersten
gesetzt (s. u.).
21. Gr. hat für a: zotl (248 70 Max. 941 om.) xaTai-L: r,v
ofjx oi^zzoLi avi)f>co-o; (S*^" add. s-sÄeuaiToci ccjTfo). Aber Lat.: et
procellam (al. — la), quam nee oculus videbit hominis. Sodann hat
S*^** vor a die Dublette: X7.1 xaUo -o-si ötvUofoTroc o-I-stcc. o o'fUa/.aoc
ct'jTO'j. Das ist entweder die Urform von a oder Variante aus
Gr. II; lies: xav xaxo-oif, (vgl. 19,28) 7'vUr>ojzoc o-jx ö'']/et7.'. o
o'ft>aX;xoc a'jTO'j. Das ist ^ Hebr. mit Umsetzung der ersten
Person in die dritte und Zutat Aon aviipw-oc (3, 17). — Gr. für
b ganz frei, falls er nicht anders las: -ä oe -/.siova (Lat. nam
plurima) twv irj-^or^ (vgl. zu 3, 23) a-koü iv ä-oxo-rio-c. — lizxj
vgl. Jes. 57, 11. — Vgl. 23, 18. 19.
22. Syr. om. — "piir rt^y-":] der Singular ist durch Tjt:^
geschützt. Es bedeutet etwas Höheres als die n)pTJ Ezechiels
(vgl. 11,20). Gr. spTa o,y.«-oa':v/,c (248 70 Syroh. 106 k (Lat.)
add. a-j-oO). — liTr "'ö] gedacht ist etwa an Engel: vgl. Job. 33,23.
— na mpm] := und was von Hoffnung (besteht): vgl. 34,27.
Jer. 8,9. Gr. frei: r, tu: ozoixsysi (vgl. zu v. 13. 36,21); aber
A=^ u-ojjLovEi (ö sup. ras.) = 'jro|xov-/)?^ — pin p))ia t] unverständlich
ist piī. Gr. a7.xpav -'ar> r, oi7.i)-/;xr, (vgl. zu 14, 12: 70 106 add.
Tiau Lat. add. a quibusdam). Man muss danach und nach Mi. 7, 1 1
p)n pni^ ": schreiben = fern ist die Frist (vgl. Job. 14, 13),
d. h. die Endzeit. Er will sagen: man soll mich mit meiner
mpn auch nicht auf das Gericht am Ende der Tage vertrösten,
das ich ja doch nicht erlebe. pi2:s ist vielleicht ein Compositum
aus pnT und Tu'K. Das letztere würde voraussetzen, dass ein
Leser p)n als Gesetz (z. B. 42. 2) verstand. Aber für sich allein
kann p)n diese Bedeutung kaum haben.
23. Gr. hat auch in a den Singular. — i";'] heisst hier
wohl „meinen, urteilen" (Gi'. oi'-jyotX-'-j.i), obw^ohl das Verbum in
dieser Bedeutung sonst nicht vorkommt. Syr. (sagen) denkt an
die Bedeutung „lehren". — rhi^] Gr. -zauxu, 70 uctxa'.a (om. xai')
= Lat. inania. — nr[i]c] Syr. schlecht: ahr;, Gr. acp^oojv (34, 7j
152 " Sir. 16, 24—18, 27.
xat TrXav(o[i-£vo; (106 cii£at[>7.;j.|xEvoc, k -7.p7'votxo;), 248 om. v-oti und
stellt -X(3cva)[xcvo? hinter oictvoErTai. — rsij 8yr. so, Gr. «xcopa.
VII. 16,24—18/27.
Nach neuei- AuflTordenmg zu hören (16, 24. 25 = 2) wird
das Thema von der göttlichen Vergeltung weiter ausgeführt,
dabei wird aber auch die Möglichkeit der Bekehrung erörtert
(16,26 — 18.14). Die grössten Wunderwerke rrottes, die Gestirne
am Himmel, gehen unermüdlich und unentwegt die von Gott
vorgeschriebene Bahn und halten dabei Frieden unter einander
— zum Vorbild für die sterblichen Menschen (16,26—28 — 2. 2).
Auch ihnen hat Gott eine Machtstellung gegeben (16, 29 — 17, 4
= 2. 2. 2), auch sie hat er wunderbar ausgerüstet, um Gott zu
verherrlichen (v. 5 — 10 =; 2. 2), auch ihnen gab er Gebote der
Nächstenpflicht (y. 11 — 14 = 2. 2). Genau beobachtet er die
Erfüllung seines Willens und vergilt den Menschen nach ihrem
Tun, nur dass der Sünder sich bekehren kann (v. 15 — 24 =
2. 2. 2). Darum soll er es rechtzeitig tun, und Gott verzeiht
ihm, damit er ihn dafür preise (v. 25—28 = 2. 2). Er hat
Nachsicht mit ihm, weil keine Kreatur und am wenigsten der
Mensch als sterbliches Wesen von Fleisch und Blut sündlos sein
kann (v. 29 — 32 = 2. 2), gerecht ist allein der ewig lebende
Gott und der allmächtige Schöpfer aller Dinge (18, 1 — 7 = 1.2. 2).
Deshalb erweist Gott Gnade und Erbarmen, und wohl dem, der
sie sich zu Nutze macht (18, 8—14 = 1. 2. 2. 2. 1). In der
physischen Auffassung von Sünde und Gerechtigkeit erinnern
diese Ausführungen stark an die Freunde Hiobs. — Auf eine
Ermahnung zur Willigkeit im Wohltun (18, 15—18 = 2. 2) folgt
zum Abschluss abermals eine Warnung vor Sorglosigkeit gegen-
über dem göttlichen Gericht (v. 19—27 = 3. 2. 3. 1). — We-
nigstens an falscher Stelle steht 17, 17.
24. ^hü 1V^^] vgl. 23, 7. 41, 14. Gr. ciy^rjo^ö^^ .xou -ixvov;
vgl. zu 6, 23. — 'h2^ inpl] vgl. 8, 9.' Gr. xotl ixaf)c (vgl. 8, 9)
iTtiarVjtxy^v (vgl. 10, 30). Syr. und nehmet hin meine Lehre (8, 9),
— hv)\ Syr. b^h). — 2h 10''ti'] Gr. irpoos/s z^ xapota aou (vgl.
LXX Dt. 32, 46).
Sir. 16, 24—26. 153
25. nr^sj vgl. 50, 27. Prv. 1, 23 und 7ai 10, 13. Syr.
ich will sagen, Gr. mit seinem Allerweltswort: s/zfaivw; vgl.
38, 33. 24, 27. 39, 8. Uebrigens lesen so nur B Syroh. (296
307 308); 155 3//f7.ivojv, die übrigen mit Sah. iv/^ayö). Lat. (Dubl.)
dico und dicara. — 'nn] Syr. willkürlich: meine Worte, Gr.
-atosiav. Danach könnte man "npS (vgl. 8, 8 und das vorher-
gehende h) vermuten, zumal hpiz'^z (vgl. 21, 25. 28, 25) trotz
Job. 28, 25 zu TM nicht besonders passen will. Indessen ist Tin
nicht nur durch Prv. 1, 23 gestützt, sondern auch durch Lat.
bezeugt, der in Dublette .,disciplinam" und „Spiritus virtutes"
hat. — vy-i^zi] = Gr. xal iv ay-fy-liisicf. (vgl. 35, 3), Syr. schlecht:
und in Weisheit. Das Hifil bedeutet hier und 35, 3 etwas sorg-
fältig abmessen, und 42, 8 steht j;i3^ (Gr. oeooxiaaaixsvoc) parallel
mit yni. Vgl. dazu 34, 22 Gr. sv-ps/r^c und Mi. 6, 8 LXX Syr.
£-oi}xoc, Hexapl. da's>'-A>Zfji}'y.i, 'ffiov-i'C3iv, Vulg. soUicitus, Frv. 11,2
Hexapl. a-'.iizlr,:, z->.zv/J,:. Im Syrischen bedeutet die Wurzel
bes. schlau sein, im Arabischen zurüsten, unterrichten. Indessen
entspricht j;!;:: 42, 8 vielmehr dem uhzn von 41, 16 und tJ^in von
42, 1, und 34, 22 (s. d.) bedeutet es bescheiden (Syr. jzc),
massig. Prv. 11, 2 bedeutet es demütig (Gegenteil j'T, LXX
Syr. t'-j-zv/jc, Vulg. humilitas). Vgl. aram. j?'J2:, neuhebr. yiJS: =
demütig, bescheiden und schamhaft. Targ. setzt y^::: auch Mi. 6,8.
Dagegen scheint j?Ji'n im chaldäischen Tobit 4, 15 dem Ts-aiosu-
|i.svoc (B) oder dem -rnzh xa 7.77.1)7' (S) zu entsprechen. Als Grund-
bedeutung erscheint für das alles die des Abmessens, woneben
sich aram. und neuhebr. die des Aufbewahrens und Verbergens
findet. — 'vi mns] vgl. Job. 32, 6. 10. 17. Für "yi hat Syr.
meine Lehre. Gr. d-y.y;zloi (42, 19. 44, 3) s-'.atr^arjV (vgl. zu 38,3
und zu 40, 29), Codd. 248 70 106 (Lat.) add. 7.uto-:.
26. ha S13:] Gr. iv v.rÄazi x'jpiou; lies xTias» (43,25. 49,16).
Lat. (Dublette in v. 25): quas (sc. virtutes) posuit deus in opera
sua ab initio. Vgl. zu iv für : 38, 23. 46, 5. 45, 15. 50, 24. —
Gemeint sind nach dem Folgenden zunächst die Gestirne. —
mi^\ vgl. 34, 27. 36, 20. 39, 25. 32 und zu 24, 9. — cn^-n hv]
Syr. |pnn2 cj? (= mit ihrer Schöpfung). Lies cnrn cj;; vgl. zu cy
40,14. Esr. 1, 11, und zum Piel von iTn im Sinne von ins Leben
rufen, schaffen z. B. Job. 33, 4. Gr. vielleicht frei: xal 7-0
TToir^as«)? au-ojv, Lat. et ab institutione ipsorum. — oiza-zikzv y-zrAor/.;
] 54 ■ Sir. 16, 24—18, 27.
ao-öjv] ebenso 44, 23, wo er ganz frei übersetzt. Dag. Syr. jSe
p.TDlö3. Er las vielleicht ompn p'rn; vgl. pn 43,10 sowie 11,20.
39, 31. 47, 11 und c^2:ri nr mpn Jer. 31, 35 und übrigens
Ps. 148, 6.
27. izocj.xr^cjsv] das Verbum in LXX (Koli. 1, 15. 7, 13) für
ipn (s. auch Syr. zu 29,26), dagegen an der Parallelstelle 42,21
für |:n, das wohl auch hier stand ; vgl. r::no Ex. 5, 8. Syr. (und
er gab) scheint falsch |n''T gelesen zu haben. — auxou] 253 S
richtig ocÜTöiy, und so Lat. Syr. — ek otiojva] Syr. bis zum Ende
(xmnS saiv): vgl. l'p 43, 6. — -ac o.[//h.z ^ütäv] Syr. ihre Herrschaft
(pniLs'^lir) ; vgl. n^ti'öo 43, 6. Gen. 1, 16. — zk Tsvsac aumv (248
70 106 Ycvs&v)] Syr. für alle Geschlechter der Ewigkeit. — Syr.
für c: sie hungern nicht und sie dursten nicht und sie ermüden
nicht und sie ermatten nicht. Aeth. für c: was nicht durstet und
was nicht hungert. A liest STTovscrav für i-stvasav; vielleicht ist
im Archetypus unserer Hss. von einem auf das andere über-
gelesen, wozwischen o'j'ts sot'-V/jaav ausgefallen war. Dagegen
setzen S 157 hinter v/.r)-io.m.v hinzu oOte -/;ai>Evyja7.v. 248 add. h
TToir^aotaiv otuioo, 106 add. ~uv'r^\i.^j-'-j. a-jT^-j (vorher z-thrizv^ und
exo-iotdc). Jedenfalls ist Syr. im Recht. — Syr. las für d etwa:
cminjö (c^iDn) ra\ x'^i; Gr. schlecht nminj?«. — 248 aotou für
auituv. ■ — 70 106 für d: xal o-jx IüzLk-z (so auch 23) xwv (auch
253 lässt 7.-0 aus) sp^ojv aüto-j o-jilsv. — Vgl. 43, 10.
28. £i)/a'!/£v] Syr. sie hassen (wohl ungenau für 111: oder
dgl.). Gemeint ist, dass die Sterne nicht auf einander stossen.
— 253 23 157 -.B pr^.xoi-i, 70 106 t(o Xo-.,,) (s. z. 2, 15). — Syr.
sie übertreten (irj^x) sein Wort nicht; ebenso Syr. 39, 31 für nS
VC nö\ — Vgl. Ps. 148, 6.
29. X7.1 P] om. Lat. Syr. (Ambr. praeb.j. — £•?] 307 A
55 It.\. (s. z. B. V. 19), Syr. ^j?. — 248 stellt x-jpioc hinter das
Verbum; Syr. om. — Aeth. für b: und er sättigte sie von (allem)
seinem Segen. Syr. und er segnete sie in allen ihren Erträgen
{r\7Hi^). Das letztere Wort steht meist für n«13n, aber auch für
n«S?? (Ex. 22, 28. Dt. 22, 9). Mit i<ov ayjS)w, rjSj-ryj könnte wohl
nur die Vegetation gemeint sein, abei' die ist vor den Gestirnen
erschaffen, und man sieht auch nicht ein, w^as sie hier soll. Ist
Syr. mit dem Verbum im Recht, so muss es sich vollends um
die lebenden Wesen handeln, die allein Gen. 1 gesegnet w^erden.
Sir. 16, 27—17, 3: 155
Ich glaube, dass Syr. ,isSö Diissverstanden, und Gr. den ganzen
Satz hn'?» ^22 nnn schlecht wiedergegeben hat. Vielleicht war
nnri in der Vorlage des Gr. entstellt.
30. 'Vjy/jV -avtk ^wvTocJ vgl. rrn rc: Gen. 1, 20f. 24. Der
Accusativ (vgl. 17, 7) erklärt sich daraus, dass aha mit doppeltem
Accusativ verbunden wird (vgl. LXX zu Ps. 105,40. 147,14);
dagegen ist 'Vj/f^ Korrektur. — Im Lat. ist denunciavit Fehler
für denudavit (Toi. Sang, denudabit), das vielleicht auf ein
schlechtes ä-ay.dK'j'lz statt iy.dko'lt zurückgeht. Syr. hat für
letzteres aha, und Gr. übersetzt 37, 3 nha mit xctAy—civ. Uebrigens
hat Aeth. „er erfüllte". — r^ d-oa-pry^r^ aCiTöJv] etwa = cn2ltt*n:
vgl. 17, 1. 40, 1. — Syr. für b schlecht: und er sammelte in
ihre Mitte (nnn ha?) alle ihre (:= der Lebenden) Werke. — Die
Worte leiten zum Folgenden über: Auch der Mensch gehört zu
den vergänglichen Erdbewohnern, gleichwohl hat Gott ihn aufs
höchste ausgezeichnet.
17,1. Lat. liest 3 b hinter a und v. 3 a hinter b. — ix
yr^c] Syr. a^zy p, aber w Maus. Arabr. syiK p. Da avOpfOTrov
nach Syr. = cns ist, so hat der Verf. sich das n.'^ns',"' ]a von Gen. 2,7
schwerlich entgehen lassen. Also ist s~c>' wohl schlechte Korrektur
nach Gen. 2, 7. 3, 19. Vgl. auch i-' v-jT-r^c in v. 2. — -dhy]
nach Syr. = Inf. absol. — ä-iaTos'ysvJ Sah. a-o^rpi'!;;', Syr.
Imperf. — 3t? ocutt/^] Syr. in ihre Mitte (wie 16, 30).
2. Tjfxifyotc otpiDij-oo] Lat. Syr. numerum dierum. Vgl. [c]'!^"'
■ICDO 41, 13. 37, 25 und dort die Varianten c"'0"' -iCDö. Aber Gr.
wird hier obendrein durch xal xaif/ov (Syr. om.) empfohlen. —
£0(ox2v] Syr. jSc (s. z. v. 6). — ct-kou 1^] 70 add. iv •j-y.rjzt'-
Syr. add. dass sie sein sollten bestehend. — x7.i soojxsv au-or?
ezoodav] nach S}T. ]m 'ch^ai = '^nh^^Q^): vgl. Ps. 8, 7 und zu
30, 11. — Tojv ir 7.'jt7p] 70 106 -T/TOiv Twv sz 7.'jTr,c -'Svr/aEvojv. Lat.
eorum quae sunt super terram. Syr. über alles.
3. Syr. in seiner Weisheit kleidete er sie in Kraft (Kmi2:j
= T})!:) und bedeckte sie ("D:) mit Furcht (d. h. Furchtbarkeit).
— x7.i^' ia'jxo'jc] Lat. (der v. 2 für otutoT; beide Mal illi und hier
für a'j-ouc beide Mal illum hat): et secundum se (s. z. v. 1).
Grotius emendirte mit Recht xaU' ia-j-ov. Uebrigens stand da
schwerlich inaz, woraus das Wö2n2 des Syr. sich nicht erklären
156 * Sir. 16, 24—18, 27.
würde, sondern imcnr (Gen. 1, 20). — In b hat (ir. offenbar
richtig x'/T ci'xova oiutoO (al. iaoToO, wohl = loSi:), das im Syr.
fehlt; umgekehrt wird im Gr. ein Gegenstück zu ts/ov vermisst,
das Syr. bietet. Uebrigens kommt Gi'. auf ein hässliches Ily-
steron Proteron hinaus. Man wird beide Texte kombinieren müssen:
und nach seinem Bilde bedeckte er sie mit Furchtbarkeit. Es
stand da wohl STiis (Gen. 9, 2), das Gr. etwa in xna verlas.
4. xal (nur in B (308)) £i}-/jx3v] 8yr. ""öiKV, also etwa c^")
(vgl. 33, 2. 14, 26) oder ]m (7, 6. Dt. 11, 25). — a-koO] Syr. Plural;
aber ot-koo spricht dafür, dass auch v. 3 (vgl. Lat.) der Singular
stand. — '/.cd (307 k om.) y.y-y:/.'jrAz<jt<y\ Lat. schlecht: et domi-
natus est (Toi. domiuatur = 23 x7.Tax'jr>i£'j£i) ; Syr. om. Vgl.
Ewald, Lehrb. § 351c. — 248 70 add. ev 6|xoia)fi.ot-i. Lat. add.
creavit ex ipso adjutorium simile sibi (ipsi). — Vgl. Gen. 9, 2a.
5. Grotius: videtur ad marginem annotatum fuisse ab
aliquo Stoicorum librorum lectore. Nam Stoici ad quinque sensus
notissimos tres annumerabant alios, quorum hie omissum est xo
a-£p|j.aTtxov. Die Unechtheit des Zusatzes beweist schon seine
verkehrte Stellung.
6. Syr. stellt 0. 7 um. — o'.7.|':io'jÄiov gehört offenbar nicht
hierher. Aeth. hat für a: und er gab ihnen Stimme und Zunge
und Auge und Ohr. Syr.: und er schuf ihnen Mund und Zunge
und Augen und Ohren. Ohne Zweifel stand da piJ'S'i nc urh ir
Gr. verstand "ir falsch (s. z. 15, 14); übrigens gehört wTa (Lat.
(et) aures) offenbar zum ersten Stichus. — Syroh. om. x7.i' 3". —
oi7.vo£rcji>7.i ist eng mit X7.fy0''7.v zu verbinden ; Syr. )h2r\üüh KiS =
yzrh ih (vgl. 1 Reg. 3, 9). — £0(üx£vJ Syr. :hz ; beides könnte auf
phn zurückgehn, das hier dann auch schaffen (s. z. 34, 13) be-
deuten könnte (doch s. z. v. 2).
7. £-i:jT-/;ar//] zum Accusativ s. zu 16, 30. — Syr. für a:
mit Weisheit und Verstand füllte er ihr Herz. Lat. dreifach: et
disciplina intellectus replevit illos, creavit illis scientiam spiritus,
sensu implevit cor illorum. Der letztere Satz stimmt einigermassen
mit Syr. Vermutlich ist ^u-o-j? Korrektur für xa.ooia'v a-j-wy; vgl.
ähnlich 48, 20. — 155 Syr. om. x7i l'>. — utAoziUv] Syr. er
lehrte {^f?i^). Vielleicht stand da mm oder auch nain (vgl. 3, 23).^
Merkwürdig ist das Missverständnis von Gen. 2. 3. Uebrigens
Sir. 17, 4—10. 157
ist die Wissenschaft vom CTuten und Bösen hier wie sonst im
A. T. die Weisheit, von der Moral ist erst v. 11 ff. die Rede.
8 — 10. lauten im Syr.:
8b um zu zeigen ihnen die Grosstaten (sminj) seiner Werke,
8 a damit sie überdächten (p'^rrDJn) seine Wunder (nnt:>nc),
9 damit sie erzählten in der Welt seine Furcht,
10 und den Namen seiner Heiligkeit priesen.
Er stellt 9 vor 10 (so auch 248 70 106), was auch der griechische
Wortlaut empfiehlt, ebenso stellt er 8 b vorauf, dem er 8 a in
etwas abgeänderter Gestalt folgen lässt.
8. 307 k 157 A 155 296 308 xocl sÖ-/jxsy. — tov ocpOotXfxoy
auTou (S Sah. Sang. Corb. 1. Theoder. Brev. 276 korrigieren
7'j-(oy) ist unverträglich mit öcT^ai, man muss xov cpoßov 0.0x00 mit
Syroh. marg. 55 155 Aeth. lesen. In Syr. haben „seine Furcht"
und „seine Wunder" die Stelle gewechselt. Ferner ist sö-zj/s Itv.
-ac 'Aorjoirj: a-jTfov falsche Uebersetzung von C2S Ss CtZ^h = „da-
mit sie in ihr Herz fassten" (Syr. pSrncjn =^ damit sie über-
dächten). Ist das richtig, dann hat Gr. die beiden Stichen um-
gestellt. — 157 T« [XE^aXcTa und so Lat. Syr.; nach letzterem
stand dannn: = Wunderwerke (vgl. zu 18, 4, Syr. Hebr. zu 38, 6.
42,21. 43,25). — 248 om. b (s. u.).
10. 9. ayirzaixoLij 248 70 add. autcu, und so Syr. — olM-
soucfiv] 248 70 106 55 254 add. ixXsx-ot' (s. z. 1, 15). — t7. ^zyj-Ma
(23 55 254 -co \iv(akzXry/j -töv sp-j'tov ot-kou] 248 70 106 Tot trj'^a
a-jxoö auvsToi' (248 -töjc). Der Gleichklang von 8 b und 9 ist
höchst verdächtig. In 157 fehlt 9. 248 liest für 8 b, 70 106
^'^ 55 254 add. hinter 8b, Sah. hinter 9, Lat. hinter 10: xotl
(248 70 106 om., 248 70 106 55 254 add. löcoxs 01' attovwv
(70 -(OVO?)) X7.u/aal)7.i 1-1 (S'"^ Sah. Lat. sv) -01? i}c(ujj.c(3totc autou.
Dem entspricht beim Syr.: damit sie erzählten in der Welt
(si^Sj;^) seine Furcht (oder vielmehr: seine Wunder; s. 0. zu v. 8).
Man darf danach für 9 vielleicht kombinieren: damit sie sich in
Ewigkeit seiner Wunder rühmten. Denn 01' ctuovoc = c'7l>'S
(z. B. Dt. 5, 26), was Syr. in rh)V2 verlas. Uebrigens sind
Dauitaaia und iSnu^'^lc vermutlich = ns'rc:. Die Lesart v.aoyßabon
£v erinnert an 38, 6 (s. d.), oirf,'(Lvtai an 42, 17. — An die Stelle
der Menschen treten schon hier stillschweigend die Juden und
ihre Geschichte.
158 • Sir. 16, 24—18, 27.
11. z,oo3i()-/jX£v (A praera. X7i') ctuTou i-iair^fir^v] Syr. er legte
(cd) vor sie den Bund. Danach liest Edersheim mit Recht
7:poi))r;/3v (= cn^'Jc'? DS^' Vgl. Dt. 4, 44). Dagegen darf man den
Bund nicht annehmen. Vgl. 45,5, wo n:i2n (Gr. i-i:>-■f^\^r^:) neben
c^'n nmn (vgl. auch 38, 34. 39, 8 Syr.) steht. Syr. hat sodann für
£zX-/),oooor/;asv ?|':s(er lehrte). Es stand aber wohl da cS'n:n; vgl. 24,23.
12 = cymn roci^e nsi aoy m: oSiy nns. Vgl. zu a 44,18 a.
Syr. hat v^lü für uttsosi^s, übrigens nyn = eW^ss.
13. [xz'irj.M'-jv] Lat. et magnalia. Syr. und die Pracht
(Knmnti^m). Vielleicht stand da Sl3 (Dt. 5, 21); vgl. Gr. zu 45,24.
44, 2, Gr. Syr. zu 49, 11. 48, 22. — oo^-/jc] Lat. honoris eius
(und so Sah. Syr.). Vgl. bes. Ex. 24, 16.17 und unten 45, 3. —
sToov ot ocpÖaXtxol otu-wv] Lat. vidit oculus illorum. Syr. sahen sie
mit ihren Augen. — xotl oocctv cptuv?,; au-oG] Lat. om. au-oo. Syr.
nSSaa y). Vgl. )h)p nin Jes. 30, 30 und unten 45, 5. — Lat.
audierunt aures illorum, vSyr. hörten sie mit ihren Ohren. Es
stand wohl in a und b der Singular.
14. «xTco -otvToc dot'xou] Syr. und seid nicht treulos ("i^nrn).
Da vom Dekalog die Rede ist, so muss hier zunächst der Götzen-
dienst gemeint sein. -rjo:siyt-z (Syr. limus) ist = 'nfi^n (6, 13);
im Pentateuch wird die Warnung vor Götzendienst öfter so
eingeleitet. Man kann übrigens an 2"3 (16, 21), li^na (Jos. 24, 27
u. ö.), yuf (Jes. 63, 8) denken. - Zu b vgl. 16, 28. Der Haupt-
sache nach ist die Religion auch für Sirach Moral. — Syroh.
(Lat.) Syr. i. f.- add. czutoO.
15. SC 155 IvwTitov. — öia iravioc] Syr. yb:; aber das ist
w^ohl Zutat, um derentwillen er das Aequivalent von oia -avToc
übergeht; vgl. zu v. 19 und übrigens 39, 19. Jes. 49, 16. — ou]
Syroh. k Syr. praem. xai. — Syr. für b: und nicht gehen sie
weg (p2j?) von vor seinem Angesicht. Vgl. 123? Jes. 40, 27 und
Tl^n unten 42, 20, aber auch für Gr. unten 39, 19.
17. Syr. für a: über alle Völker stellte er Gewalthaber.
Vielleicht ist yiyoujxsvov (wie 44, 4) = "ti*. Dasselbe ist vollends
für Syr. üilä'hi* möglich (s. z. 8, 8). Vgl. Dan. 10, 13. 20. 21.
— Lat. et pars dei Israel facta est manifesta. Das letzte Wort
gehört aber zu v. 19, wo in Toi. Sang, et am Anfang fehlt. —
[ispk xupiou] vgl. zu 24, 11. — Die Worte befremden, sofern
schon V. 11 die Juden an die Stelle der Menschen getreten sind.
Sir. 17, 11-23. 159
sie unterbrechen aber auch den engen Zusammenbang von v. 15
und 19 und stehen, wenn überhaupt echt, an falscher Stelle.
Vgl. sonst Dt. 32, S. 9, wo LXX im Recht ist, sowie ausser
Dan. 10 ff. noch Ps. 58. 82. — Zu der erweiterten Textgestalt,
die in gewissen griechischen Hss. vorliegt, vgl. Gen. 6,5. 8,21.
Ez. 11, 19. 3G, 26. Sir. 36, 17. Ex. 4, 22.
19. 248 70 praem. oio, 106 praem. oioti, Lat. praem. et
(Toi. Sang. om.). — Vgl. 23, 19. — ivav-iov «zutou (248 Syroh.
23 70 106 add. 33tiv)] Lat. in couspectu dei. Syr. klar {]T:'T\)
vor ihm; vgl. Lat. zu v. 17, aber auch das zu v. 15 Bemerkte.
Aus diesem Grunde kann ich auch in b den Syr. nicht unbedingt
vorziehen, wo er hat: und enthüllt (p'?:) sind ihm alle ihre Ueber-
legungen; vgl. Syr. zu 42, 18. — 248 70 svosas/ujc, Lat. sine
iutermissione inspicientes.
20. Lat. für a: non sunt absconsa testamenta per (al.
super) iniquitatem eorum. Verderbt war 7.t o.w/Jsjx in oictilr^xat,
dann wurde nach der richtigen Lesart ungenau korrigiert. —
octt' 7.0X00] 55 254 7.tc o'^iJ^Aij-wv o.^j-r/j. Vgl. dag. V. 15. 19. —
aor/.-'cd] Syr. ungenau: Schulden (.snin). — Syr. für b: und die
Sünden aller Menschen sind aufgeschrieben vor ihm. Aber
„aufgeschrieben" ist eingetragen auf Grund falschen Verständnisses
von V. 22. Vgl. sonst Jes. 65, 6. Dan. 7, 10.
21. Vgl. Ps. 103, 14. Dt. 31, 6. 8.
22. iX£y;[i.o3ovy) (248 add. yj.rj^ 70 add. oi) und //io'.c von
der menschlichen Tugend wie 40, 17, wo Hebr. ,ipnÄ und iDn
(s. z, 44, 1). Syr. hat hier für das erstere Km:'. — • Für dvorio;
und ocvtipco-oo Syr. beide Mal ungenau: aller Menschen. — wc
acipa-^i'c] Syr.: ist versiegelt und niedergelegt; vgl. Job. 14, 17.
Aber b entscheidet für Gr.; vgl. 49, 11. Jer. 22, 24. Hagg. 2,23.
Gant. 8, 6 sowie Dt. 32, 10. Zach. 2, 12. Ps. 17, 8. Prv. 7, 2.
Abgesehen von der letztgenannten Stelle werden die Bilder sonst
überall von der Wertschätzung von Menschen gebraucht. —
aov--/if>r^aöi] vgl. ^^v^ Ps. 17,8. Syr. ist aufbewahrt vor ihm. —
Sah. hat hier einen Vers, der in der Hs. zerstört ist. Erhalten
sind nur vom zweiten Stichus die Worte: „Grösse seiner (?) Werke".
23. S* 157 Lat. w Maus, praem. xat. — ]iz-Jj. -czoxa] d. h.
bei der grossen Abrechnung am Ende der Tage, das aber jeder-
zeit eintreten kann. Deshalb kann die individuelle Vergeltung
IQQ Sir. 16, 24—18, 21.
unter die grosse allgemeine subsummirt werden. — i^avotaTr^aetaiJ
Syr. ungenau: er wird sich offenbaren. — aoToTc] Aeth. otü-(f>. —
auxÄv 2"] A C ^? auTO'j. — 7.vT7.-oorjtx7.] hlcr wohl = h)Ki: (vgl. LXX
und zu 3, 31); Syr. Schulden (szin). Vgl. überhaupt Joel 4^ 4. 7.
— ctTTootoasi] 248 70 S C avtotTrootuaci. Syr. er wird geben. — Lat.
om. ccjTou (so Toi.) y.7.'' und c/Z-mv V\ und hat für d-ooMStr. et
convertet in interiores (al. inferioi-es vgl. zu 24, 33) partes terrae.
24. iiz-<yyrjrjuaiv] Syr. «rnS, wohl = W^Vfh (vgl. 48, 15). —
eTTotvooov] vgl. 22, 21. Lat. viam justitiae. Syr. sniTn, wohl ^ reiten.
— szXsi'irov-a? u-oji-ov/jv] Vgl. 7.-oXojX£xoari Tr;/ u-oixovt^v 2, 14. 41, 2.
An ersterer Stelle sind die Abtrünnigen gemeint, an letzterer
(Hebr. mpn 12«) steht der Ausdruck wie Ez. 37, 11 ff. in neu-
tralem Sinne, der auch hier angenommen werden darf, zumal
izXsi'-ovT^c auch =: "'"Drt sein kann. — r.rj.rjz-Kr/lzsz] Lat. confirmavit.
Toi. Theoder. corroboravit, Sang, conrogavit; vgl. Lat. zu 30, 23.
32, 21. 49, 10 (vgl. zu 15, 20). Vielleicht stand hier wie 49, 10.
15,20 D'-Srin. — Syr. und er wird verderben alle, welche die Ge-
rechten betrüben (pnö i^p^i'hi h2 nm:i). Auch 2,14. 41, 2 verstand
Syr. mpn ''13« nicht. Er hat also vielleicht die Verba umgestellt.
Dabei könnte er ührn in ühz^) verlesen haben; vgl. in« = c^hzn
Idc. 18, 7. 1 Sara. 25, 7. 15. Ruth 2, 15.
25. 26. s-fatpscps] 248 70 add. o5v. — d-rJAziizz] vielleicht =
-isn: vgl, 3,13 und 34,30. — 23 oiixapTtav. — zotTa ■i:f>o3to-ov] Lat.
ante faciem domini (Toi. Sah. eins. Sang. Aug. spec. om. domini).
Vielleicht ist ao-ou ausgefallen; vgl. 39,5 svav-i G'|ii'3tou 0£r^{>T^asTat,
wo ebenfalls von der Bitte um Sündenvergebung die Rede ist. Es
ist wohl ein Ausdruck wie "''' ^3cS (pnnn) '^Sonn schlecht wieder-
gegeben; anderer Art ist 26,5. — 3[xtzf>uvov] etwa := tsv^n ; vgl. zu
32, 10. — Trprjazo[x[jL7.] Lat. offendicula (al. — lum), Sah. deine
Anstösse. Man könnte glauben, gemeint sei das Unglück (vgl.
31, 19), und der Imperativ habe verheissende Bedeutung. Aber
dagegen spricht der Parallelismus von 27 b, hpn und das Hifil
werden 13,23. 15,12 von der Verfehlung gebraucht; vgl. S'ttTn
Mal. 2, 8. — u^icjTovJ Lat. dominum. — /.cd d-octpöcps d~h doixiac]
vgl. 8, 5. — [xis/jcjov '^Ul'r^iia] vgl. 15, 13. — Syr. hat für v. 25.
26 nur: Kehret um zum Herrn und ihr werdet umkehren vom
Untergehen, kehret um vom Sündigen und nicht zum Zornig-
machen ('nn-:'?). Das letzte Wort entspricht anscheinend dem
Sir. 17,24—30. 161
Schluss von v. 26; übrigens fragt es sich, ob hiei* v. 25. 26
zusammengezogen sind oder v. 25 ausgefalleQ ist.
27. Sofern eine Gedankenverbindung mit dem Vorigen
besteht, wird man erklären müssen: bekehre dich, damit du
gerettet im Lobe Gottes deine Aufgabe in der Welt erfüllen
kannst. Sonst stossen sich 27. 28 auch hässlich mit 29. —
106 u^icjTov; aber der Dativ auch 51, 12. Jer. 20, 13 und öfter
in LXX (weil 1^^)71 und SSn mit h). — In Gr. fällt die Stellung
der Worte auf, übrigens schliesst b (mit avtf) sich schlecht au,
Syr. für a: denn welchen Nutzen hat Gott an allen, die umkamen
in der Welt. Der Wortlaut stimmt nicht mit der Peschita zu
Ps. 30, 10. Uebrigens ist es an sich nicht wahrscheinlich, dass
Syr. oder seine Vorlage einen dem Gr. entsprechenden Text in
dieser Weise abgewandelt hätte. Eher wird Gr. den Ausdruck
nach Ps. 6, 6 abgeschwächt haben. Nur kann die Uebersetzung
des Syr. am Schluss nicht wörtlich sein, vom Totenreich war
ohne Zweifel die Rede. Also stand etwa da: yni no (oder nS^n
vgl. zu 41, 14) h)aiif "»Tm 'rxS. Vielleicht verlas Gr. "Tin in
niT "0. — oiöovTiüv (Lat. add. deo) avi}o;AoXoY-/]aiiv] vgl. iqoixoXoYrjat?
v. 28. 18, 28. 47, 8. Syr. srmDtf'n nS pn", aber w Maus, haben
xnmn; vgl. nmn |nj 47, 8 und mi)r\ ': 51, 7.
28. Syr, om., wohl aus religiösem Bedenken. — dm (70
106 add. "(dp)] vgl. |tf 13S. — tbc ixyjos ovtoc] Lat. quasi nihil,
Aeth. und (der) nicht wie etwas ist. Sie lasen vielleicht \irfiiv.
— (i'(vf^c] 248 70 add. -( xotpoia. Aber C«Jv Z7.l O-j'ir^? ist wohl =
^n^n; vgl. Jes. 38, 19 und zu 30, 14.
29. sXsr^fjLoauvrJ = Syr. Kom; so nur hier und vielleicht
29, 8 im Sirach. — xou xupiouj 248 106 add. to-j bzou vjjjlujv. —
xal (155 om.) Icdaatxrk (5, 5) ] Syroh. und seine (aber nur Suffix)
Vergebung. Lat. add. illius. Syr. der vergibt. — 248 106 i. f.
add. oat'tuc.
30. Syr.: denn nicht ist wie dieses im Menschen, auch
ist nicht sein Denken wie das Denken der Menschensöhne (w
Maus. Fleischessöhne). Ben Seeb, (dem J. Horowitz, Monats-
schrift 1865, 198 wohl nur folgt), hat hier einmal ungefähr das
Richtige geraten. Für a vermutet er hü m« ps ah ''D. In der
Tat setzt b beim Syr. voraus, dass in a von Gott die Rede war.
Aber „denn Gott ist nicht wie der Mensch" ist nicht das
Sraend, Sirach-Kommentar. 1 1
162 Sir. 16, 24—18, 27.
Urspi1)n,i;li5]ie. Die Stellung der Negation im Gr. und Syr. spricht
gegen Gott als Subjekt. Syr. fiilii't auf [njSsD, das Gr. (Travxa)
für hz nahm. Uebrigens ist anzunelimen tyi:x2 '^s: sS T = denn
nicht ist wie (in) Gott im Mensclien. Es iiandelt sich um die
sündige Natur des Menschen wie in IH. 32, wobei dem Verf.
besonders Gen. 6, 5. 8, 21 vorschwebt. Gott nimmt Rücksicht
auf sie, darum gewährt er Verzeihung. Gr. hat auch in b den
Menschen zum Subjekt. " Im Syr. geht hier sn^yin nach v. 31
(vgl. Syr. zu 27, 6) auf "^r zurück, und anzunehmen ist ah "2
(11^3) ms "J:'' T\T2 {ühi}; was Gr. mit on oux dDavato^ uto? avOpoj-o'j
wiedergibt, indem er ir falsch auf die Physis des Menschen
bezieht, statt auf seine moralische Natur. Ihn leitete dabei wohl
18, 1. — Vgl. noch 18, 13 und übrigens Ps. 103, 14. — Lat. i.
f. add. et in vanitate malitiae placuerunt.
31. Syr. wenn (t sd) vorübergeht die Sonne vom Tage
(Ambr. : der Tag von der Sonne), auch er (oder: sie, pu sogar:
NT und M ^^) es ist ihm (ihr) Finsteinis, so auch der Mensch,
der nicht bezwingt {^22) seine Begierde (.Tr), weil Fleisch er
(ist) und Blut. — Syr. verstand TjK (— 'ituxsivoTspov vgl. 13, 26
Hebr.) falsch als Tag, im Gr. ist h0.t[-t^ nach Syr. vielleicht =
jzTi. Gemeint ist die Sonnenfinsternis. — In b ist zu lesen xott
rjjYf^[jV^ £vi)u;x-/jf}r,3c-ai dapc X7.l 7.r;j.of, nach Syr. = Dil "11^*3 ir VIT
(vgl. Gen. 6, 5. 8, 21). Betr. der griechischen Varianten vgl. die
Einleitung § 7. Gr. gibt -»r ungenau mit dem Verbum wieder
(vgl. zu V. 30. 15, 14. 27,6). Syr. hat die schlechte Lesart xotl
rh\{j ö^ £vi>'jti.7;ör^3e-cti mit dem hebräischen Text kombiniert.
Uebrigens hat er oder seine Vorlage nach 21, 11 (s. d.) geändert.
Zu cn ■i:^'2 vgl. zu 14, 18. — Cod. 157. Lat. i. f. add. xal tooto
iXö7/j)r.asT7.i. — Vgl. Job. 15, 15. 25, 4—6.
32. o'jva;aiv (307 Iwd^itiz)] Syr. die Heere ; vgl. rsDir 42,17
und zu 24, 2. — u6ou?J Syr. om. In der Tat hat Gr. entweder
ü'Vjuc oder oufiotvou zugesetzt, wahrscheinlich aber oupavoCi; vgl.
auch DTO SDif 43,8. Jes. 24,21. — i-ia/sTTTs-cti] = npo; vgl.
Jes. 24,21. Syr.: richtet (wie 2, 14) Gott. — Syr. für b: auch
(Ambr. praem. und) die Menschensöhne (w Maus. Fleischessöhne),
die da Staub und Asche. Am Anfang stand wohl p^k, das Gr.
ungenügend wiedergab, um dann das Manko mit tt^'v-sc schlecht
auszugleichen. — yr, xotl 37:060c] vgl. zu 10, 9.
Sir. 17, 31—18, 5. 163
18. 1. 2. 70 106 £u- -rjh: 7U0V7.C. — xo'.vY, (70 o'hfl.)] 55 254
iv X070) y.r/.l -dUi. Vgl. 50, 17, wo Svr. wie hier snn:«^ Hebr. innv
— Syr., der 1. 2 lunler 4. (5j stelll, hat für 1: die Welt, sie
ganz wird geprüft (sp^no) allzumal. Am Anfang war h Ti ausge-
fallen oder zu hz entstellt. Aber auch bezüglich des Verbums
spricht der Zusammenhang mit dem Folgenden für Gr. Das
absolute Recht Gottes folgt vor allem aus seiner Allmacht
(=: Weltschöpfung). Dass von ihr hier die Rede war, ist v. 3
vorausgesetzt. Vielleicht darf man im Syr. si;r^: herstellen.
Zugleich wird allerdings die Ewigkeit Gottes der Vergäng-
lichkeit der Menschen (17, 32. 18, 9. 10) gegenübergestellt. —
öix-auoör^act7.iJ 248 70 106 öt'xaio? = Syr. "rT.
3. Zum ersten Stichus vgl. Jes. 40, 12.
4 — 6. Syr. hat dafür nur: wer kann anzeigen seine Werke
oder wer kann (Ambr. w Maus. Mas. I om. kann) zählen seine
Grosstateu. Das ist = v. 4 des Gr., abgesehen vom Verbum
des zweiten Satzes (s. u.).
4. ouösvl (248 70 -ivi) zh~rJlr^a^v] Lat. quis (DS cui) sufflcit,
Syr. wer kann. Lies daher Tt'vt. Das Verbum sx-oisiv steht in
der LXX 1 Reg. 20, 10. 2 Chr. 7, 7. Ez. ^6, 7 für pz^, Sr
und T^'n, unten 42, 17 svc-otV^crsv für ip-cDH und zwar wie hier in
unpersönlicher Konstruktion. Da die beiden Stellen inhaltlich
einander genau parallel sind, ist hier p"cDn zu vermuten und
42, 17 i^sTtoiVjCisv zu schreiben. — s^ayYsD.ai] Syr. V\nK>h, wohl =
TjnS. — i;i/vtaa£i] = ■npri'; das Verbum bedeutete hier aber wie
43, 28 (vgl. zu 1, 3) erschöpfend darlegen. — -a [jLSYotXsra ocj-to-j
(Syroh. C -oo xupto'j)| Sah. seine Weisheit (lovsaiv). — Syr. «JOJ
pim''^2:, indem er 4b und 5a (cf. i^otpiöfAr^asTcc.) zusammenzieht;
vgl. zu 17, 8.
5. xpctTOv fx£YotAtua6v-/;c ccjtoü] könnte = iniliJ 'V sein. —
£;apii>;x7^cj£-:ott (70 106 -[jL-/j3£t) ist richtige Wiedergabe von ieD'
(vgl. 42, 17). — T:prjaö-/;a£i] Gr. las oder vermutete "^CV, anzu-
nehmen ist aber ?]'D' (oder ?|''D'') = wer wird zu Ende kommen
(oder beendigen). Vgl. zu 43, 27. Syroh. hat wohl nach Kor-
rektur: sS""" SÄonj (wird im Stande sein). — ilir,] passt ebenfalls
nicht, die Barmherzigkeit (v. 11) darf nicht vorweggenommen
sein. 307 hat aber u.t'ict.k=xce., C £,0701. Aeth. add. genau.
11*
164 Sir. 16,24—18,27.
6. Die Werke Gottes (d. h. die von ihm geschaffene Welt)
sind absolut vollkommen; vgl. 42/21, wo die Worte einen etwas
anderen Sinn zu haben scheinen. — i^iyyir/.az>.\ wie v. 4. —
Wx'ju.y.aial Sah. vielleicht: i'p»7a.
7. TOTs] Syr. sie {pri}; vgl. 50, 17. — oxav -'■xüar^zai] Syr.
(der im ganzen Verse den Plural hat) wenn sie zurückkommen
(pninj = yi^"), d. h. wolil: wenn sie es noch einmal versuchen.
Ich ziehe das vor; möglicher Weise hat Gr. 211^'' mit TMTr^-ot.<.
(vgl. LXX) wiedergegeben und nicht etwa r2K>'' gelesen. —
ct-of>r/i)r^a£-7.i] nach Syr. (pnianj) vielleicht = nön\ — 70 i. f. add.
t:oi>s'. rjxöi.
8. 106 155 haben in a beide Mal xic, S das erste Mal,
und 248 253 307 k 296 das zweite Mal. — xi r^ yjyrpi: (Lat.
gratia := /otpic?) autoo] Syr. (der auch in v. 8 überall den Plural
hat) was ist ihr Schaden (pnrDin) und was ist ihr Gewinn (pn:inr).
Die Meinung ist: w^as trägt ihr Schaden oder ihr Gewinn für
Gott aus? Das ist jedenfalls besser als Gr., nach dem der Sinn
zu sein scheint: was hat Gott vom Menschen? Denn dabei
sclüiesst sich der zweite Stichus, der nicht nach Job. 35, 6 f.
gedeutet werden darf, schlecht an. Uebrigens könnte /PV'.;
auch schlechte Uebersetzung von pm'' sein. — Tt' 3'^J Lat. Syr.
praem. et.
9. Lat. hominum. — -üoXXaJ Aeth. om., Lat. ut multum,
Syr. wann er viel macht zu leben. Es stand da wohl d";! es.
Beim Wortlaut des Gr. ergibt sich nur ein Stichus. Vielleicht
ist aber sav vor hr^ ausgefallen (Herkenne).
10. a>; a-d'(Mv uoaTo? d~>j ^}'yXd:sTr^:] Syr.: wie wenn man
füllt einen Schlauch aus dem Meere. Im Gr. ist üöctTo; wohl
Zutat des Uebersetzers. Aber Wassertropfen und Sandkorn
stimmen zu einander. Der Schlauch des Syr. beruht wohl auf
Glossierung seiner Vorlage nach Jes. 40, 15 {"hiK) lö), — '{'Vf^^^
(Co. Lat. praem. toc) aajxou] Syr. xSn |o smic ya. — Syr. fürb:
tausend Jahre von dieser Welt sind nicht wie ein Tag in der
Welt der Gerechten. (VgL Lat. zu 17, 27. 24, 33. Einl. § 8).
Auch 248 70 lesen yßdoi für üd-^rj.. Aber man sieht nicht ein,
was die Steigerung von 100 Jahren auf 1000 soll; auch fragt
sichs, ob man dem Verf. eine solche Meinung zutrauen darf.
Vielleicht ist /Oaa aus okr;oL, das Sah. nicht ausdrückt, nach
Sir. 18, 6—14. 165
Ps. 90; 4 korrigiert. Ursprünojlich stand dann im Gr. wohl:
oXt^a ta izr^ ctuToü. Aber aucli nach der gewöhnlichen Lesart
nahm Sirach wohl eine längere Weltdauer an als 4000 oder
7000 Jahre. — -^jai.oa] lies nach 248 70 Syroh. 253 23 k C Aeth.
TjfAspaic; vgl. zu 1, 2. Indessen scheint nacli Syr. der Singular
alt zu sein.
11. Syroh. hat den Vers doppelt, einmal mit Kan:2 für
xno und mit Auslassung von s-' cckor?, und sodann in völliger
Uebereinstimmung mit dem griechischen Vulgärtext. — 248 Aeth.
korrigierend [x7./fyo!)'jjx£r (= Lat. Syr.). — 155 Lat. haben sv für
£TC 1". — Syr. für a: deshalb macht er lang seinen Zorn (mn,
vgl. zu 2, 4) mit ihnen (pnnj?, Maus. p.T'73?). Nach Berger (a. a. 0.
S. 67) hat der Codex vjn Alcala für v. 11: quae in praecordiis
posuerunt. similiter se bonorum et malorum percepturos tempora,
patri laudes decantantes omnium. Die Worte gehören wohl
zu V. 12.
12. ciOi (308 oiosv) xal i-i';\/ui\ Syr. weil er weiss. — ttjv
xaxotSTpocpYjv auTÄv (307 aüxo'j)] Syr. ihr Ende; vgl. zu 9, 11. Die
Asterisken, die S"^ vor v. 12 liat, weisen wohl darauf hin, dass
in griechischen IIss. Ahnliches stand, wie die Dublette des Lat.
(vgl. die Einleitung § 8). — tov £qiX7.3|xov (5, 5) a-jxoOj Lat. pro-
pitiationem suam in Ulis, Syr. ihre (der Menschen) Vergebung.
13. SKI TOV -/.-/jcj'.ov oi'jToO] Svr. vielleicht ursprünglich: auf
den Verwandten (np) seines Eleisches; so Pesch. Lev. 18, 6.
25, 49 für T\^2 lü^ (Ryssel). — i~\ irasav ora'pxa] Syr. auf alle
seine Knechte (oder nach w^ Ambr.: Werke). Gemeint sind zu-
nächst aber die Juden, 11^2 hz öfter = das ganze Volk. —
iXsY/füvj wohl = ^2)^2] Lat. ^ltr^llw>, Syr. weise machend (c:no).
Beide zerstören die logische Folge der Partie ipia. — öiocza/wv]
Syr. add. sie. — Lat. Clem. AI. paedag. I 9, 81 om. xal Itti-
axps'jxuy (= saiK^ai). — Vgl. mj; nyn: Jes. 40, 11. — Syr. für d:
und wendend sie wie ein guter Hirte, der hütet seine Herde.
14. xo'jc £x8syo[i.£voucJ vgl. zu 6,33. — Clem. AI. paedag.
I 9 für b: xal roh: xaxa^-o'joa'^ovxac tl: vAWrpvj a'jxti); vgl. die
Einleitung § 9. Syr.: selig sind, die hoffen (p2Dö) auf sein
Erbarmen und die annehmen (|"'S3po) seine Rechte. Lat. für a:
miseretur excipientis doetrinam miserationis. Gr. verlas '"lU'N in
lli'K, gab Ttaiosiav zu und setzte rom in das Verb um um. Uebrigens
1(36 • Sir. 16, 24—18, 27.
entsprechen einander tooc izoi/o'i-ivo'jc und yhzpfi, also hat einer
der beiden Uebersetzer die Participia umgestellt und zwar augen-
sclieinlich Gr. Denn von der Annahme des Erbarmens kann
nicht die Rede sein, wohl aber von der Annahme der Rechte
Gottes. -A xpt'[xotta ot'jTO'j = rcc?ro: das Wort steht 41,lß(s. d.)
nahezu für Lehre. V^;-!. nii'JS nph Prv. 10, 8. Dagegen beruhen
to'jc x^xacjTrs'joovT-^c und |''"i2D0, falls Syr. richtig übersetzte, wohl
auf verschiedener Vorlage.
15. Die Gedanl{:enverknüpfung ist wohl in v. 13 zu suchen.
In a scheint Gr. wörtlich übersetzt zu haben. Der Geber soll
seine Wohltat (= -a 7.77.U7! = r\2"c wie ]'2, 1) nicht dadurch
beflecken (vgl. zu 7, 6. 11, 83. 44, 19), dass er sie mit ver-
letzenden Worten begleitet. Lat. meinte vielleicht, der Beschenkte
sei angeredet, und setzt daher für [Xfoi^ov querelam. Syr. verstand
. die Worte dagegen von der Beurteilung des Wohltäters durch
einen Dritten (vgl. 11, 31) und übersetzte frei: Mein Sohn, den,
der wohltut seinem Genossen, halte nicht zurück. — XoyfMvJ 248
70 106 Lat. /.070'j -ov-/)po.j. — Syr. für b: und auf (3) den, der
gibt {]r\): : |no), sei (d. h. blicke) nicht böse dein Auge. Das
sieht aus wie genaue Wiedergabe von yv V^n (vgl. v. 18), aber
dann war "rj? falsch. Es muss vor v. 16 ausdrücklich von dem
beleidigenden Worte geredet sein. Vielleicht stand da v^P *'«
n^T oder -\2i jrii; vgl. X6-r^ für yi 12, 9. 38, 18.
16. Syr. für a: denn wie der Regen (sneo) ein Ende macht
(Sei'S) der Hitze (oder: dem Ostwind, K2i;y). xot'jaojy wird wie
43, 22 = 2")^, opoaoc wie ebenda = Sa im Sinne von Regen,
und 7.v7.-c(rjgci = n''2it'0 (vgl. 38, 23) sein. Der Regen ist Bild
des freundlichen Wortes (vgl. Pj^en vom Reden), und die Hitze
Bild der Beschämung, die das Geschenk dem Armen verursacht.
— Max. 772 hat o koyjc ayotiloc für das blosse Xoyoc; aber nach
a braucht das Wort nicht ausdrücklich als das gütige bezeichnet
zu sein. Uebrigens ist im Gr. der Gleichklang vom b mit 17a
verdächtig. Dagegen hat Syr.: so das Wort umwendet (oder
verwandelt. ii2zn^) die Gabe. Er las wohl 2"'i^ö, das aus rL3"'0
verderbt war, so dass Gr. schlecht übersetzte. Vgl. den ähnlichen
Fehler 42, 14.
17. ouz (Chrys. 6, 27 om.) toou] vielleicht = «Sn (z. B.
Gen. 13, 9 LXX), oder auch = |n (16, 18). — 70 Chrys. 3,454
Sir. 18, 15—20. 167
lesen ayaOoc, ebenso Max. 772, der es vor Xoyoc stellt, aber auch
d^(oi\}rjv ist wohl Prädikat zu X070C. — Syr. für a: es ist (p u wenn)
näoilich ein gutes Wort, das besser ist als die Gabe. — avopi'J
248 70 Lat. yyWrjio-jn. — ■/3/ar;rT(y;i.EV(o] v,i;l. ZU 9, 8. 12, 3. Was
im Hebr. stand, ist nicht auszumachen. Wegen v. 18 liönnte
man yv 3V0 vermuten. Syr. hat st^'2, pu STti'2; vgl. zu v. 18. —
Für -otpa, das man zunächst =- cy setzen möchte, hat Syr-.Sy;
jenes = er hat es, es steht ihhi zur Verfügung, dieses ^ es
liegt ihm ob. Letzteres ist besser; vgl. übrigens Ilebr. Syr.
zu 50, 12.
18. a/apis-ojc] Lat. acriter, aber Hss. des Spec. August,
achariter. Syr. während er nicht tut Güte. Es stand vielleicht
da nirc sb; vgl. //ipi? = nnic 8, 19. 20, 13. — oveioieTJ Syr. ncno;
vgl. yni an der Parallelstelle 41,22. übrigens 20,15. Jac. 1,5.
— ßaaxavouj Lat. schlecht: indisciplinati, Syr. schlecht: syi^m.
Es stand da ]y yi (14, 3). — sx-r^/si o'f{>o[X;xo6?J vgl. n^rv rxnn
4, 1. Man sagte aber auch D-rj? rh^ (z. B. Lev. 26, 16). Syr.: sie
hält zurück (srTi^, pu ai^nf^): vielleicht hat er nhz und sS^ ver-
wechselt. Der Ausdruck wird sonst gebraucht, wenn eine Gabe
verweigert wird. Der Missgünstige macht es nicht besser, wenn
er gibt, als wenn er überhaupt nichts gäbe, denn seine Gabe
bereitet dem Armen dieselbe innere Qual.
19. Er kommt hier auf das Thema des ganzen Abschnitts
zurück: Rüste dich auf die Abrechnung mit Gott! — Syr. bevor
du kämpfst (irn^nn), suche dir einen Helfer, und be\ or du krank
wirst, suche dir einen Arzt. Am Schluss hat er wohl wörtlich
übersetzt; das Oxymoron Us[>7.t:3'Jo'j kommt eher auf die Rechnung
des Griechen, als auf die des Originals. Was Gr. in a bietet,
passt nicht zum Thema. Sein Missverständnis lässt sich aber
kaum aufklären, deshalb ist auch die Ursprünglichkeit des vom
Syr. Gebotenen fraglich.
20. £?£xaC£ 3£7.u-ovJ etwa = ■[K'c: npn. Man sagt yn von
der richterlichen Untersuchung (vgl. auch 13, 11 imd nS ipn von
Gott). 248 70 haben ito^xaCs, und 248 creaoTov x7.AÄi£fi-'£rv, Lat.
hat vor 19 die Dublette: ante Judicium para justitiara tibi. —
Syr. hat für a in willkürlicher Umschreibung: bevor dich trifft
die Not, bete. — xal sv &rjrt] Syr. üiyih). Es stand da nvh) oder
r\y2) (vgl. zu 11,22). — £7rtaxo7:9icj wohl = mps; vgl. 16, 18 und
168 Sir. 16,24—18,27.
vSyr. zu 31; 0. Syr. liier frei: i^rpi'^i. — cOpr^asic £;i/.7.ajxov] letzteres
wohl = r!"'''7C (5, 5); S3T. du wirst sie (3. fem., wen?) finden^ und
sie wird dich erhören. \^l. Piyc yw in der Variante zu 35,14.
21. -ryy äppcyofTTjaat' (55 254 7.3i)cVYia7.i') as (155 om. ae)]
Syr. bevor du anstössest {hpnn = Sif^rr). LXX übersetzt 'ju':
gewöhnlich mit asUsvi«). Von Krankheit kann hier nach v. 19
kaum die Rede sein, wohl aber von dem Verderben, das das
Gericht bringt. — totTreivtoör^Ti (248 70 106 add. sYxpaxstcf)] Syr.
bete und flehe ("^21 sSif), w^ohl aus v. 20 falsch wiederholt. —
xal £v xaip(i) a[j.apr/;aa-ojv (Lat. infirmitatis)] vgl. v. 27. 49, 3. —
ocuov £~ia-f-ocpr^v] soll wohl bedeuten: lass sie öffentlich vor der
gottlosen Welt sehen. — Syr. für b: und bevor du sündigst,
gib Almosen (KnpT). Im Anfang ist der Wortlaut dem von a
schlecht konformiert. Sodann kann hier vom Almosen nicht
wohl die Rede sein. Aber mit Knpni = np"i2: ist Syr. vielleicht
im Recht, e-iaxpo'fr/^ des Gr. kann aus dem Folgenden stammen
(s. z. V. 22).
22. Syr.: Säume nicht (sSrnn ah) abzulegen (zu entfernen)
deine Sünden (Ambr. w: deine Schulden) und sei nicht nachlässig
i^nt:), bis du in Not kommst ("[S pu-n = -[S ir). Gib (verschiebe)
nicht (die) Zeit, umzukehren von deinen Sünden (vgl. Gr. v. 21);
bedenke, dass der Tod nicht zögert. Statt der zwei Stichen des
Gr. sind vier des strophischen Gleichmasses wegen willkommen.
Aber jedenfalls war schon vor v. 23 vom Gelübde die Rede.
Im Syr. ist der letzte Stichus nach 14, 12 abgewandelt, und der
vorletzte nach dem ersten. Dagegen können die beiden ersten
Stichen echt sein. Nur ist x'rrnn wohl = sa-ooiai)-?,? =: «Ssn;
Vgl. Hebr. zu 12, 5 sowie Ex. 36, 6. Aber zwei Disticha konnten
gleichlautenden Anfang haben, woraus sich der Ausfall im Gr.
um so eher erklären würde. — a-oooOvai s'j/t^v = ["['']"nj ühvh. —
c'jxatpcüc] ist wohl nicht = nj?;, sondern Zutat des Uebersetzers.
— [leiVfjc] wohl = -in«n; vgl. Syr. und Dt. 23,22. Koh. 5,3.
Lat. verearis; al. veteris, wozu Herkenne 20, 21 qui vetatur =
x(oX'jo[x£voc vergleicht. — oixauoUyivott] = ri)p:r\h (vgl. zu 1, 22),
d. h. deines Gelübdes ledig zu werden (vgl. np: Gen. 24, 8. 41).
23. aiauxfjv] ist Korrektur für ttjv '^u/r^y aoo {= Lat. ani-
mam tuam), und dies Fehler für Tr|V to/r^v aoü (so 8*=" und Aeth.).
Hebr. Syr. yii: (w -jn:). Aber auch yiii kann Singular sein.
Sir. 18,21—27. 169
Die Korrektur von t) -{/'j/y; oto-oO in iot'jxoc findet sich auch 37,8,
ebenso ist 30, 39 einmal cr-j dafür gesetzt, ein anderes Mal ist -r^:
(j^u/rj? aou gestrichen. Vgl. zu letzterem v. 30. 20, 8 und zu 25,1.
— (!>? TTöipa^wv -ov x'jpiovj Syr. wie ein Mann, welcher versucht
(SDiö) seinen Herrn. Wahrscheinlich ist nj;n!2: (vgl. Prv. 10, 17)
falsch; es ist vielleicht aus ncjo: entstellt, was den Ausfall von
ha zur Folge hatte. Vgl. Dt. 6, 16. — Syr. wiederholt hier 7, 8.
24. Syr.: bedenke, dass der Zorn am Ende aller Sünden
ist, und in der Zeit der Not wird er nicht abwenden ("(cnj) von
dir das Aogesicht. Danach ist töXsuTr;^ =: n'^nns', und es stand
wohl da CöM r''inS3, womit aber die letzten Lebensjahre des
Einzelnen gemeint waren. Wahrscheinlich ist r^iiip'x. (70 106 k
307 SC* Lat.) hier Korrektur für r^ixi^jai; ; doch vgl. zu 1, 13. —
xaipov £xoixr^c>i(oc] vgl. 5, 7 cpj nj?. — sv cic-o3r,oocp-if( -poaojTrou] viel-
leicht =; C'':2 ritM3. Man müsste dann wohl nach 41,20 und dem
Gebrauch des Ausdrucks im Kanon erklären. Indessen kann auch
D':c Tnonn dagestanden haben; vgl. LXX und Pesch. zu Dt. 31, 18.
Sah. : an dem Tage des Gerichts.
25 ist ebenfalls als Warnung vor dem plötzlich eintreten-
den Gericht zu verstehen. — Lat. und Syr. drücken xaipov nicht
aus. — £v xc(ip(oJ 70 Chrys. 6, 539 iv r^ixspa, A 55 254 h Tjtxc'paic.
Syr. in den Tagen. — 7r^a;|xrjvr,c] Syr. syiD = V2^ oder r\V2U^. —
TTTCD/siav v.a\ £vo£iav] Lat. et necessitatum (-tem) paupertatis. Syr.
snvi:yi Km::D0i. — 248 Chrys. 1, 598 Lat. r^ix^pa.
26. dtzo Trp(oiÖ£v ZOK iaTTEpotcJ vgl. zu 21, 4. Job. 4, 20. —
[x£TaßaXX£t] Syr. Wti'!3. — -av-a] 248 70 Lat. Syr. add. xaüxa. —
T7/ivaJ Sah. Nicbtse, Syr.: schön. Das letztere ist schlechte
Korrektur; vgl. Koh. 3, 11. — Das Glück vergeht, aber der
Richter bleibt.
27. £v TTotv-l zliloi'^r^^r^(s^-al] Syr. schlecht: er ist wegen aller
dieser (Dinge) besorgt (fji:«:). Vgl. vielmehr zu 37, 12. Prv. 28, 14.
— Zu den Tagen der Sünden (Syr. syi^'Ti) vgl. v. 21. — Syr.
für b : und in den Tagen der Gottlosigkeit fürchtet er sich nicht
vor dem Bösen. Sah.: und er hält sich fern vom Tage der Süude.
— -npoaibi] Syr. bnir, vgl. zu 11,33. — 248 70 106 add. xotl
acppu)v ou auvtr^pr^a£i xaipov; vgl. zu 20, 7.
170 ■ Sir. 18, 28—20,26.
VIII. 18, 28 ~ 20, 26.
Auf die Selbstempfehliing des Lehrers (v. 28—29 = 2)
folgen Warnungen vor sinnlichen Begierden {v. 30—19, 3 =
2. 3. 2), vor Klatscherei (v. 4 — 12 = 2. 3. 3) und vor Leicht-
gläubigkeit gegenüber Zuträgern, die den Freund verdächtigen
wollen (v. 13 — 17 =^ 3. 2). Daran schliesst sich eine Be-
trachtung über wahre und falsche Klugheit, die in eine Warnung
vor dem Hinterlistigen ausläuft (v. 20 — 30 = 2. 3. 3. 2). Weiter
folgen Warnungen vor ungehörigem Tadeln (20, 1—4 = 3) und
Reden (v. 5—8 = 2. 2), sodann Sprüche über die Unbeständigkeit
von Glück und Unglück (v. 9. 10 =r 2), über das Ungeschick
und den Geiz des Toren in Wohltätigkeit und Freigebigkeit
(v. 10. 12 — 17 = 3. 3. 2) und über die Nichtigkeit seiner Reden
(v. 18 — 20 = 3), über Vorteil und Gefahr der Armut und Be-
scheidenheit (v. 21 — 23 = 3) und über Lügenhaftigkeit (v. 24 — 26
= 3). — Dieser Abschnitt ist im Unterschied vom gesamten
übrigen Buche dadurch charakterisiert, dass kürzere Ausführungen
oft ohne jede innere Verbindung aneinander gereiht sind. Vgl.
die Uebersehriften zu 18, 30. 19, 29. 20, 27.
28. Vgl. zu dieser Einleitung 15, 9. 10. — auvcTocJ Syr.
Cini =: D2n. Gr. wollte neben 3ocpi'<xv nicht ao'foc setzen, entgegen
der Absicht des Verfassers. — sYvto cjo'f'av (307 i'csi 3'jv£tjiv)J 248
70 106 (ab al. m.) add. x7.1 -ccociVv. — Syr.: jedem, der weise
ist, (liegt es ob), zu lehren Weisheit, und ihren Kennern (n'yiT'S
vgl. 27, 29), zu geben Bekenntnis (siT^Tin = £?o}jloXo",'7]3iv vgl. zu
17,27). Ambr. schlecht NiT'inn. Man gibt der Weisheit Bekenntnis
wie Gott (39, 6. 47, 8. 51, 17 Hebr.). Vielleicht stand in beiden
Stichen, jedenfalls im zweiten, der Infinitiv mit h (Ew. § 237 c).
Gr. verstand in b die Konstruktion nicht, übrigens ist lyvcD, das
ein idem per idem ergibt, schlecht für ((V'nn'? oder) TiT gesetzt.
Sodann kann süpovxi = xinoS (51, 16. 20) oder = i'^u^ah (6, 18),
aber auch = pö'? (35, 16) sein. Aber Syr. las wohl anders.
29. aovsTol £v (s. z. 9, 17) ^oyoic] der Sinn muss sein: die-
jenigen, welche die überlieferte Weisheit begriffen haben. Man
kann deshalb po Dan. 1, 4 und 121 Prv. 13, 13. 16, 20 ver-
gleichen. Vgl. 36,3. Aber Syr. hat iCühr "'O-zn; vgl. 44,4 Syr.
Id'?" SD"':n = n^uf "»rn. Es stand wohl wie 28 eine Form von
Sir. 18, 28—30. 171
c:n da. Allerdings hab^n n^'^' "»^arn 14, 4 und na^a c:n 9, 17 eine
andere Bedeutung, aber iieulK'br. heisst c:n auch kundig (aram.
c:n auch = erkennen). — icjo'fw-vio] Syr. p^srnn: = 'i<'3:nn\ Das
Verbum bedeutete hier aber „als Weisheitslehrer auftreten" (vgl.
sonst zu ß, 32. 10, 26). — '■jytW^ryr^'jyy] Lat. (Üubl.) intellexerunt
und iuipluerunt. Syr. sie wissen. Zu avo|xj5pia> vgl. 39, 6 (Syr.
er bringt heraus), 50, 27 und Theodot. Prv. 18, 4 (= v^^^] vgl.
Prv. 1, 23 u. ö.). Vgl. ferner i^r,^i-i^ii» 1, 19. 10, 13 {= v'2n)-
Wenn Syr. und Lat. nicht etwa auf eine griechische Variante
zurückgehen, stehen i;?T und lyr einander gegenüber. Aber Gr.
ist im Recht. — -^.po'.jii^c dv.^A'^zl: (218 70 add. ti; -jur^vj] Lat.
(Dubl.) veritatem et justitiam und proverbia et judicia (beide
Mal = X7.t zf;t33ic). 'i^z^*t2) wäre nicht undenkbar; vgl. zu 25, 4.
41, 16. Zu- axpt,3su könnte man yy^nz (vgl. zu 16, 25) oder röK
(vgl. zu 34, 24) vergleichen. Aber Syr. las vielleicht mzn ''h^ii.
Er hat nämlich: bis zum Ende (= aufs äusserste?) Worte der
Sprüche und Worte der Weisheit (39, 6) und Lehre der Seele
(Ambr. om. der Seele). Hier ist der Text mit zwei Ueber-
schriften vermischt (s. z. v. 30).
30. üie Ueberschrift i-j-xpaTa-a 'W/r^: fehlt in Co. Syroh.
253 23 106 157, dagegen haben 55 254 307 -spt sYxpor-ci'otc '{.ü/^
(307 add. X070C -o-j r/Sj-00 3'jvaoo|x£vo; os'jx£f>oc). Toi. Sang. Corb.
de continentia animae. Ryssel hat mit Recht vermutet, dass
diese Ueberschrift auch in dem Plus des Syr. zu v. 29 steckt.
Uebrigens setze ich sein «u^cji üizhv wie hiv-iA-tia. 'J>'j/r,c = idiö
it'cj; vgl. Hebr. zu 34, 12. 41, 14, sowie zu 26, 14. Ferner ist
„Worte der Sprüche" (sSnon kS?2) = /.0701 -afyotßo^fTjv, was grie-
chische Hss. vor 19,29. 20,27 haben. Vgl. auch Syr. zu 20,27.
19, 20. — Syr. praem. mein Sohn. — ci-istu t»7)v £-ii>u[xt(«v aou]
Syr. hinter dem Verlangen (nWtf') deiner Seele. Ein xr^? '\'uyr^c
setzt auch Chr}^sost. 2, 461. 837. 3, 755 hinzu. Das ist anzu-
nehmen wegen v. 30. Vgl. zu v. 23 und 5, 2, wonach hier wohl
rnan oder i)ün stand. — 7.-0 twv opiztoy^ (23, 6) aou xwÄuo'j] Syr.
von ihrem Begehren (nn:i) halte sie zurück (.tS:, Mas. II i. f.
add. KK'cj); vgl. zu 19, 28. Zu vermuten ist etwa nviü (4,23). —
Lat. für b: et a voluntate (al. volumptate) tua avertere (al. vetare;
vgl. Lat. zu 20, 21).
172 Sir. 18, 28—20, 26.
31. iav] 55 254 Max. 964 Syr. add. -j-aVy. — e-jooxtav
eriOuixtotc] Syroh. 253 euooxi'oc? c7rii)u}x!'otv, 248 70 i7:iO'j;i.''c(v soooziac
ocjTTpr. Lat. nur: concupiscentias (-am) eius. — Syr. für a: denn
wenn du den Willen (Nr:if, vgl. Syr. zu 5/2, aber auch zu 39, 18)
deiner Seele tust. Gr. versuchte sich wohl in Eleganz. — Syr.
für b: (so bist du) wie der, der tut den Willen seines Feindes.
Das wird seiner Vorlage entsprechen, in der hebräischen Hs. ist
nur NJiti' am Schluss des Verses erhalten, Gr. stimmt mit 6, 4.
42, 11. Indessen lesen statt -oir^asi (23 praem. xoti) at 248 70 k
S'^ A Max. 964 -oir^asic, und vielleicht ist die Stelle nach jenen
Parallelen korrigiert. — twv 3/j>,o'ovJ 70 Lat. i/Ufvorc (vgl. zu 6,4.
42, 11); übrigens haben Toi. Sang. Aug. spec. nur inimicis (ohne
tuis). — 248 i. f. add. o" ßotsxotvoOai ai.
32. Jijyn p^ hü] Gr. i-\ (23 iv) -oä/.-^j xr>'->'f(i = Syr. s«j^D2
«p'JEm. Aber hii scheint hier wie Hos. 9, 1, Job 3, 22 zu stehen.
Betr. Tfi'j'fr; vgl. zu 11,27 und zu 37,29. 34,3, und betr. pK'
zu JO, 10. Lat. in turbis {= vjplir,?) nee in modicis (Toi. nee
modicis delecteris, August, spec. nee immodicis delecteris),
Clem, AI, (paedag. II 1, 8) i-l {wx^o t^u'^t, aber die Hand-
schriften haben i-i'.xpa; vgl. 25, 18 Lat. modicum = »x-.xpa (s. d.).
Diese Deutung von piy ist sicher falsch, da Sirach den Jljyn als
solchen (14, 16. 37, 20) empfiehlt. — it:'^ c:?:' "c i^*ü\ = dessen
Armut doppelt ist d. h. was doppelt schnell zur Annut führt.
Gr, wilUvürlich (mit Voraufnahme seines Ausdrucks in v. 33):
jxr^os (Syroh, 253 A 307 [xr^, 70 xal [xr^, 155 xal [xyjoe, 23 xoti)
7rpoc;o£% (106 aüvocU-(.c, aber 248 23 157 S*A C 155 254 Aeth.
T:poao£r^i>fc; vgl. 4,3. 11,12) auixßoXy) otDir^c = damit du nicht
arm Avirst durch die Sclilemmerei darin. Dem c'3i^ "^c (vgl. zu
12, 5) geht Gr. auch 39, 6. 48, 12 aus dem Wege. Lat, assidua
(Toi. Corb, ad duas. Sang, adduus) enim est commissio illorum.
Mit n'':^ "»e hat ad duas kaum etwas zu tun, es ist wohl Fehler
für assidua. Lat. las etwa suvr^ilr^?; vgl. Lat. in assiduitate =
Iv £i>ia[iü) 23, 14. Syr. folgt in der Satzform dem Gr.: damit du
nicht doppelt arm wirst.
33. «2im 'jSi:] vgl. Dt. 21, 20. Prv, 23, 20, 21, — Gr,
(und nach ihm Syr.) bringt ungehörig das ArniAverden aus v. 32
hinein: \ir^ -(mju tttw/oc ai)[xßoXoxoTC(ov (=: hh)' vgl. zu 9, 9) ix
8av£ta}xou; auch das letztere ist ein schlechter Zusatz, dem zu
Sir. 18, 31—19, 3. 173
Liebe er ^2)0) als synonym mit SSi: übergeht. Syr. : werde nicht
arm und ein Käufer und ein Prasser ('^'S:) und ein Schwätzer
{ppzi =■ sain, Variante zu s;iD':^). — D'32| Syr. -p'22. Gr. add. aoi.
19, 1. ns* SvicJ ist platt, dagegen Gr. £p-,'a-:rp [xsOoaoc, Syr.
X"""n nSvc. In diesem Sinne steht Vß 37, 11 g (auch targmn. und
ueuhebr.), ipY^'l? (37, 11 ist es wohl ausgefallen) noch 40, 18
{= -^2^^). Was für }x£i>u(3o? (vgl. 26, 8, wo Syr. wie hier) dastand,
ist ungewiss. — Vgl. Prv, 21, 17. — D'ölj?« nn2i] sprich o'^mya
(neuhebr. = geringes). Gr. o (253 om., 248 70 k Lat. praem. xai)
IcoufisvÄv ~a oXqa. Dagegen Syr.: und wer Fleisch liebt; vgl.
Prv. 23,20. — nv^J?[n^J] vgl. Jer. 51,58, wo das Verbmn zer-
stört, niedergerissen werden zu bedeuten scheint, danach vielleicht
Gr. T.zazi-'xu Aber für ipj; Ps. 102, 18 hat LXX -ar.zmk, Syr.
w:do, Aq. Synim. Hieron. vacuus (vgl. Symm. zu Jer. 51, 58),
und ..er wird arm" wird hier der Sinn sein. Vgl. Syr. (freilich
wohl nach anderer Lesait): er wird erben Armut. Uebrigens
schickt Gr. xa-a p.ixpov voraus, was (etwa = 'C';ü2 = schnell,
plötzlich) ursprünglich sein kann.
2. d'? ir|n2']] die Ergänzung nach Syr. pnco; vgl. 8,2 und
das Nomen ine im Sinne von Unzucht 41, 17, ebenso das Partizip
des Kai 42, 11, ferner Syr. zu 23, 5. 6. 15—17. Die Wurzel hat
syrisch auch die Bedeutung der Schamlosigkeit. Gr. d-rj^vf^aouaiv
suvExo'Jc. Lat. (Dubl.): apostatare faciunt sapientes et arguent
(vgl. zu 34, 26) sensatos. — Hebr. om. b. — xal 6 xoXXwjxsvoc] =
Syr. pnnnom; vgl. 2,3 und 6,34. 13,16. — Tropvai,- (307 ^ropyi^)]
Syr. ohne Pluralpuukte. — -roXii-r^poTsf/oc (al. ToXixripoc, toX}jir^poT«To?,
Lat. nequam = -ov/jpoc vgl. zu v. 3) ss-oti (Clem. AI. paed. II
10, 101 iz-l^at-ni vgl. 30, 8)] Syr. er koimnt um (n3Ni), was gut
zum Folgenden übeiieitet. Vielleicht verlas Gr. n^X"' in "iaN\
Vgl. sS n''3« Jes. 46, 12 und icvj? nrs bei Buxlorf s. v. — Vgl.
Hos. 4, 11. Prv. 31, Iff.
3. Hebr, Syr. om. a. — ^W''i] die Lesart ar^-e? (al.ar^'j^ic,
ar^~zc) ist wohl eüi Fehler, der durch axtuX-/jx£c (70 Clem. AI.
axtuXrj; vgl. 7, 17. 10, 11) herbeigeführt wurde (Herkenne). —
x>.-/ipovo[jLr^3ou3iv] vgl. 10, 11. — b = 6, 4 a. — nv ti'cJi] Syr. xii^eji
sno^ifn, Gr. '{/u/r^ -oX^xr^pa (55 106 Kov/)pa vgl. 6, 4), 248 70 Clem.
Alex. 1. 1. Lat. lassen die Worte aus. = rT^yn nTiU^n] Gr. frei:
i^apÖTjOfSToit (248 ^/jpavöv^asTott, 70 add. xai ^/jpavörjasxoti vgl. zu
174 Sir. 18, 28—20,26.
10, 17), 248 70 108 Cleiii. AI. add. iv -o.[j'y.ozi';[>.o-i:5iioi (vgl, zu
23, 1) [Xct'Covi. — Lat. für h (Diihl.) extolletiir in exeinpliiiu majus
et tolletiir e iiumero auima eins.
4. 6 T7./'j £|i-icjT£'j(ov] =: Syi". h^V- jöMöni ; es stand wolil
da psnS inoö; vgl. 6, 7. — xoO'foc (in diesem Sinne in der Bibel
nur liier) /apoiaj wohl = nS ine: (Jes. 32, 4. 35, 4). Lat. levis
corde (est et) minorabitur. Das bringt Herkenne zusammen mit
Syr. : „er ist mangelhaft (Ton) an Ueberlegung (wv)". indem
er auf aS ■^on'* schliesst. Aber selbst wenn es eine solciie he-
bräische Lesart gab. wäre sie wegen des Gleichklangs mit 6
(s. d.) verdächtig. — o 7.;xa[>T7'vo>v| 70 korrigierend: oox sYxpatr^c. —
TzlrfixixzKr^'jZi (S" -Xrj;j.;x£X£r)] Sab. wird bereuen {= ;x£Ta[X£Xr,a£TOti).
Lat. (üubl.) insuper habebitur und poenitebit. Es handelt sich
um üble Naclirede über Andere. Das Prädikat ist irrig zum
Subjekt gemacht und übrigens waren etwa pjt^ und n^ (weiter
erzählen, s. z. v. 6) verwechselt. — Syr. für b: wer schuldig
spiicht (dtiot; Ambr. w sündigen macht, senoil) seine Seele, wer
wird ihn für unschuldig erklären! Dieser Wortlaut ist im Syr.
oder in seiner Voi'lage entstellt nach 10, 29, wo Gr. iti'c: ri^iö
mit Tov 7.[x7p-:avov-a zl; rr^v 'Vj/r^v 7.'jto'j übersetzt. Vielleicht stand
hier im Urtext dasselbe, woraus sich die Entstellung im Syr.
um so leichter erklären würde. Vgl. sonst; 't^'c: sjs'n Prv. 20,2.
5. 6. x7.pota] Syroh. 253 23 7:ov-/)pta (S* r.ovr,pa), 106 add.
£7:1 -oy/jf>i7, 248 70 £7Tt x7xo£;ia, 55 254 XotXia, Lat. (Dubl.) ini-
quitate und in malitia, Syr. über Böses (sn:i^''3). Man darf trotz
dieser Varianten, zu denen im Cod. A x7po''a für xaxia kommt,
xapöta und X7xi'a, wie längst vorgeschlagen ist, vielleicht nicht
umstellen. Denn x7xt'7. kann in b im griechischen Text an seinem
Platze sein, und die griechischen Varianten zu y.arjoia und x7xta
und die Lesart des Lat. in 5 können aus Gr. II stammen.
Im Urtext standen aber die Aequivalente umgekehrt. Vgl.
£u<p,o7ivo;ji£voi --(.oazi 27,29. — x7T7yv(03i}7^3£':7iJ vgl. zu 5,14. 14,2.
Syr. schlecht: es wird sein (eintreten) sein Verderben (Bruch, man).
— 6 [xtatov] Syr. wer wiederholt (sjm). Wie schon Döderlein sah,
hat Gr. nsß» (das übrigens vielleicht sr^' geschrieben war; vgl.
zu 12, löj als «jÄ» missverstanden wie LXX Prv, 17, 9. Aller-
dings hat er das Wort in 7 richtig erkannt. — IXa-TovouTai xocxia]
Lat. (Dubl.) minuetur vita und exstinguit malitiam. Syr. mangel-
Sir. 19,4—9. 175
haft an Ueberlegimg ist er (in xrj?"i ron = zb non vgl. Gr. Syr.
zu V. 4).
7. [x/jOs-oTsJ nach Syr. = ^s üh'ivb; vgl. zu 7,36. — |xt)
osuTspio(3-(|^ Aoyov] vgl. 42, 1 "CT nwo. Cod. 253 add. iv TTposcu/fj
lo'j, S-^ add. iv s'j/-?i (nach 7, 14). — Lat. ne iteres verbum
nequam (leg. unquam?) et durum. — Syr. für b: und ein Mensch
wird dich nicht schmähen ("iDm). Gr. verlas -nnT in -iDn"' (vgl.
Prv. 25, 10 und zu 20, 2); übrigens stand wohl S: da im Sinne
von irgend einer.
8. [lr^ oirj-j'oij] 248 70 add. [ilrjuc dXXoTpiouc, Lat. (der iv
nicht ausdrückt) add. sensum tuum. Vgl. aber 2 "im Num. 21,7.
Es handelt sich um Nachrede über Freund und Feind, gleichwohl
erklärt Syr. falsch: lüge nicht. — 6i[±ctpv>j.] 106 157 /ps-'c. —
Syr, für b: und wenn sind dir Sünden, bitte wegen ihrer, (und)
in Ewigkeit verleumde nicht einen Menschen. Wunderlich auch
Lat.: et si est tibi delictuni. Aber Sünde wäre es, den Ver-
brecher nicht anzuzeigen.
9. Vgl. zu 22, 26. — 7.y.r^y.osv ';dirj cjo-j] ist falsch, es ist
vielmehr von dem die Rede, an den mau die Nachrede weiter
sagt; vgl. Prv. 25, 9. 10. Syr. richtig: damit nicht der, der es
hört. — Falsch ist auch iv y.airjoi aiT/^as'. (A ai3st', 155 ;x-/;3ct,
Sah. £[i.ta£i) 33. Missleitet war Gr. dabei durch sein falsches Ver-
ständnis des ersten Stichus, wonach er den Hass des von der
Nachrede Betroffeneu eingetragen haben wird. Denn der Dritte
hat zum Hass gegen den Zuträger keinen Grund. Man sieht
aber auch nicht ein^ weshalb der üble Erfolg, den der Zu-
träger bei dem Dritten hat, nicht sofort, sondern in unbe-
stimmter Zukunft (iv z7.ip(o) eintritt. Dagegen hat Syr. für xal
i'fuXot^'ZTo y.-k.: er dich hasse und wie einen Bösewicht (smiD)
dich rechne (-2ti*m). Den letzteren der beiden Sätze hat Syr.
auch hinter 22, 26, wohin er wohl schon in seiner Vorlage
übertragen war. Dort geht aber vorher "[JO nmw = Gr. cpuXot-
h-cii 7.-' c/uToij. Dadurch wird hier i'-puXaca-o as bestätigt.
Uebrigens wird Syr. im Recht sein. Den Irrtum des Gr. kann
ich freilich nicht aufklären. Lat. et quasi defendens peccatum
odiet te et sie aderit (Toi. si suasserit) tibi (leg. sie oderit te)
semper. Sodann hat Syr. einen schlechten Kompromiss zwischen
176 Sir. 18,28—20,26.
Hebr. und Gr. geschlossen, indem er "x:dj (= ai3/,a£i 53) setzte
und das Aequivalent von y.ai i'fuXa^otro as über^^ing.
10, A070V] Lat. add. adversiis proximiim timni. — auvaro-
Davi-w (Syroh. 253 70 Chrysost. 4, 540. ß, 479 richtig: ivaTioDa-
vixo)) cjot] Syr. es sterbe in deinem Herzen. Lat. commoriatur
(= Korrektur für moriatui") in te. Er soll es nicht bis zum
Tode in sich tragen, es soll nur nicht wieder aus ihm heraus-
kommen, Reiimann (bei Cowley-Neubauer p. XXX) vergleicht
Mibchar ha-peuinim No. 318 (= p. 34,3- ed, Filipowski):
iiap ^ih "naty iöx tidh mnon inis nznh )hii^). — Uap-ast] Lat. fidens,
248 xal £ui}a(>3r;? ^tvou. Vielleicht stand da pK, p'u oder hjh2n7]
(vgl. 12, 15 sowie S'^rn Am. 7, 10) oder dergl. — 248 70 ou yx^j
u-v;, Lat. quoniara non, — az pr^^sij etwa = "[Vpy. Syr, für b:
es ist kein Pfeil, der dich durchbohren nnd (wieder) heraus-
kommen wird. Das ist schlechte Vorwegnahme von v. 12.
11, 23 (uoivr^asv. Syr. hat das Participium. — Syr. für b:
wie in Wehen liegt die Gebärende von vor ihrem Kinde. Lat.
tanquam gemitus partus infantis.
12, Syr. (Aug. spec. Sang. 2) praem. wie, — oapxocj Syr,
jedenfalls besser: eines Mannes (l. avSpo??), — ev xoiXta (155
xotpöia)] Lat. in corde, Syr. Mlj?02 = ^v^2; vgl. zu 51,21.
13, Durch Indiskretion kann man jeden Freund verlieren,
aber man selbst soll dem Freunde die Indiskretion und andere
Versehen verzeihen, — sX37?ov] = nnn; vgl. Lev. 19,17. — \i-r,
-0X3 ouz i-oirjasv] Syr. damit er nicht tue, was böse. Aber Gr.
ist wegen v. 15 im Recht. Es stand da wohl kS dx, — Lat. ne
forte (Toi. add. quum fecerit injuriam et) non intellexerit {=
Ivor^as) et dicat non feci, — xi nur in B (S* A C 296 308). —
[X75 TToxs 20] S 106 k Chrysost. 4, 239 Tvot [xr; (vgl. v. 14). —
7:po3Ö-(J Syr. rpii = ?]^Dr.
14, xov cpiXov] ausser B (A 55 155 308) alle xov irÄr^aiov, und
so Lat, Syr, Vermutlich stand aber im Urtext v, 13. 14 dasselbe
Wort. — Syr. wie v. 13 : damit er (es) nicht sage. — o£uxspa>aTr|]
Syr. Nin: = nu^\
15, T.rAldiy.i; — oiaßoX"/;] Syr.: denn wie oft ist leere Ver-
leumdung (248 öiapo^Yj uLotxaia), F. Perles vermutet coyo nes.
Vgl. aber auch 20, 17. — -laxsus] 248 106 -laxeos-to -f; xotpS»'« aou,
und so Syr.
Sir. 19, 10—23. 177
' 16. oXiaOaiWv] 248 70 106 add. (iv) Xo^to, Lat. add. liugua.
Diese Zusätze eutstanunen der richtigen Empfindimg, dass oh-
aUaivf.jv auf das Wort geht (vgl. 20, 18. "ii, 7. 25, 8. 28,26); es
handelt sich aber in a um die Tat. Indessen sind im Gr. die
Verba der beiden Stichen vertauscht; richtig liat Syr. für oXt-
(Si)amov „der sündigt" und für 7][i.c(f>-3v „der strauchelt" {hpr^no vgl.
hpn: 13, 23). Uebrigens hat 248 (oAi3i>r,cf£v statt fjtxotp-öv, und 248
70 106 (308) Lat. leiten b ein: xotl -t? lativ öc o'j/' (oux); vgl.
34,10. — d-h 'i>u/Y)c] Syr. von seinem Herzen; vgl. zu 4,17. —
Syr. für b übi'igens schlecht: und es ist, der strauchelt, aber
nicht mit seiner Zunge.
17. Tov -!TArja'>jv] Syr. den Bösen (Missverständais von p). —
248 70 Syroh. 23 S v Lat. Syr. om. aou. — :rptv r^ a-£tX7)aai] die
Bedeutungen ..schelten". ..drohen" genügen hier nicht. Das Ver-
bum findet sich aber auch für crann (Gen. 27. 42. Num. 23, 19)
und DJ?' (Jes. 66, 14), d-zihf^ für c*;' (Hab. 3. 12) und für ?|j?i (Prv.
19, 12). Syr. der Vielen (3"ii^': ntt?) Unrecht getan hat (cSi:).
Danach könnte dr.tOSf^arj.i vielleicht auch Fehler für drjv/.r^a'xi sein;
vgl. Syr. an der verwandten Stelle 10,6, wo Gr. ähnlich wie hier
übersetzt. — oh: -ro-ov] vgl. zu 4, 5. — vojxwj Lat. timori (vgl.
zu 1, 26). Gemeint ist das Gebot Lev. 19, 17 f. — 248 70 i. f.
add. a[x-/;vrp (= 7';x7jvic) ^svojasvoc. — Syr. für b: und nicht auf
jedes Wort glaube ihm (aus v. 15).
20. 21. Lat. praem. ([uia. — Syr. praem. Worte der Weis-
sagung (snrnjn) und. Vgl. das Verderbnis in v. 17 b. Vielleicht
stand da als Ueberschrift nsu: "^21 (vgl. 24, 33 und zu 50, 27).
Indessen steht s'nr;: 47, 17 für nrSo. — xupioul Syr. Gottes (Ambr.
w Maus, des Herrn). Lat. add. et in iila timere deuni. Vgl. Syr.
für b: und die Furcht Gottes — die ist V/eislieit. — sv braucht
nicht auf ein 2 zurückzugehen (vgl. zu 21, 6).
22. 248 70 157 308 Syr. om. x7.i 1«. — Syr. für a: nicht
ist weise, wer Jjöse ist. — 70 106 k 157 307 S""AC 254 155
308 Sah. Aeth. Lat. Syr. om. o-ou. — ßouXrj| wohl = nifj? (Ps.
1,1 u. ö.). — 'f pov/jaicj Syr. einsichtsvoll.
23. laTiv] = ^"^ (Syr. n'ü:). — Tcov/jpi'a] 253 23 70 richtig:
•KavoupYta, Theoder. prudentia uequitiae, Syr. smö'^tj? = nü"^)!- —
xat auTTj (so ist zu accentuieren) ßSsXuYfia] Lat. et in (Toi. Sang.
om. in) ipsa exsecratio. Syr. welche schafft Sünde. — aocpi'a] Syr.
Smend, Sirach-Koiumentar. 12
178 Sir- 18, 28—20, 26.
offenbar sinn*;eniäös: (an) Sünden. Iramerliin ist zweifelhaft,
welchen Ausdruck er las, da er v. 23. 24 aus Nachlässigkeit
«nen immer wiederholt.
24. rjXTojfjLsvoc (B'*'' 68 -/;XaT-(u[xsvoc) iv auvissij Syr. KJ?no TDn,
also wohl j?no iDn; vgl. 3, 13. 13, 8 und zu 25. 2. — s|x'foßoc| nur
hier im Sinne von gottesfürchtig. Syr. frei: snen |0 NScnon, - —
7r£j:>t33E'ju)y iv <ppiovr,(J3t (A a'jvsasi) ] Syr. SyiO Tn\ etwa = yiü "im\
— Kotf/otßoti'viov vo|j.ov (Lat. add. altissimi. 248 vo}ii[xot u'{/i3tou)] vgl.
nii'n nmj? 10, 19, wonach man für a '"''' NT vermuten darf. Syr.
verflachend Nt;m. — Uebrigens hat Syr. für den ganzen Vers:
es ist ein Mangel habender an Verstand, welcher entgeht den
Sünden, und es ist ein Ueberfluss habender an Verstand, welcher
sündigt. Ich nehme danach und nacli 23. 25 an, dass a und b
durch K'"') — Uf'' eingeleitet waren.
25. 7.7.f/ißrjc] vgl. zu 16, 25. 35, 3. — Acceutuiere ao-r,. —
äoixoc] es stand da ein Abstractum, wenn -avoup-i-tot =: noij?; vgl.
V. 23 ab. 20, 11 ab. — Syr. für a: es ist (einer), der klug (onj;)
ist und will täuschen (*SjiaS). Vgl. zu 17, 14, wonach wohl ein
Wort wie y^ dastand. — Siocatps^pajv] Syr. Dpj;na, vielleicht =
'rncna. Vgl. LXX Ps. 18, 28 oictcnps^sic = Sncnn. — /apiv to-j
£xcp5v7.t] hier ist /ofpiv = h oder y^f^h (38, 14), beides konnte
nicht nur final, sondern auch sxßatr/ccoc gesetzt sein. Syr. n'jjo'?,
vielleicht = niSiS; vgl. 8,19 {nh:D) und zu 14,7 sowie Ps. 98,2.
— xpt'jxaj = actj'o, d. h. Rechtschaffenheit.
26. -ov/jpsuo[i.£voc] Syroh. 106 k 157 -opsuotxsvoc; vgl. 12,11
TTopsuYjtat auYxsxu^oj?. Syr. einer der erscheint. — auYxsxucptb;
ti-cXotvia] Syr. wie ein demütiger {üT2f2) und wie ein zerbrochener
an Seele. Man könnte an ?jC2 denken, vielleicht stand aber
auch hier rraa 'hn. Zu «xsXavia vgl. mp Ps. 42, 10 und p^y^ip
Mal. 3, 14 (Pesch. n"«:":^^). Er geht im Habitus der Frommen
einher. — Lat. für a: est qui nequiter humiliat se et est (Sang.
Theoder. Corb. 1 add. justus) qui se nimium submittit a multa
humilitate. — x« ivxo? auToüJ Syr. das Innere seines Herzens.
Ebenso Syr. 1,30 für xoipota, also stand hier wohl laSl. — ^:Xr^pr,z
(S* 106 k TTAr^prJ öoXou] Syr. ühz: s'?«, wohl = ,1010 abü. —
248 i. f. add. -upwoouc.
27. Lat. praem. et est (Sang. Corb. 1 Theoder. add. justus),
Syr. praem. es ist. In der Tat ist wohl von einem anderen als
Sir. 19, 24—30. 179
in 26 die Rede. — au7X'>fcov (Grot. au-f/ucptüv)] B* S ^ ^°'"'® "'' ctuy-
xpu'fwv, 55 ctuYxszucpojc, 70 lOß au^xuirrcov; vgl. LXX Job. 9, 27.
Lat. qiii inclinat. Syr. pnoi. Pesch. übersetzt mit p"i« Lev. 20,4.
Prv. 28, 27 (p) D^'^yn, und vielleicht stand das da. Jedenfalls
ist der Sinn, dass der Hinterlistige sich blind und taub stellt. —
106 k 7rf>o3(u7rto. — iTspoxwftovl 248 253 23 k besser sDsXoxwcpuiv,
Lat. fiogit se nou videre. Zu vermuten ist ^innKi, das Jdc. 16,2
in etwas anderer Bedeutung steht. Syr. schlecht: und er sinnt
(Kj?nnm) Böses. Er dachte an np l^n^. — okou o6x] 248 70 oü
sav. — -irpo'fUctctsi tjs] 248 Syroh. add. xaxo-oi?(3at, 70 xotxo-oi/jCJci
as (aus V. 25). — Syr. für b: und an dem Orte, wo sie ihn
nicht kennen, nennen sie ihn einen Rechtschaffenen. Lat. nur:
quod ignoratum est. Gr. hat eine Form von ay richtig (vgl.
üt. 25, 18), Syr. (oder seine vielleicht glossierte Vorlage) sie
falsch verstanden. Uebrigens könnten beide nyn 'Sna schlecht
wiedergegeben haben; vielleicht stand aber yjv i^h "Hi^sa in der-
selben Bedeutung da.
28. x7.t (S" om.) savj Syr. richtig: es ist (einer), der u.s.w.
— uTTo £XaiTa)[xato?j Syr. n2 r\''hl f?BO. — xwXutlrj] vgl. 20, 21.
Syr. xS^no; vgl. zu 4, 23. 18, 30. — sav sG^tj xaipov (Lat. tempus
malefaciendi)] Syr. und wenn er findet böse zu tun. — xocxoTroirjast]
307 add. aoi, 70 A^ add. as.
29. 70 Sah. praem. X0701 irapa^ioXÄv (70 add. toü otuioo);
vgl. zu 20, 27. — Auch das Gegenteil ist wahr: ein kluger
Mann erkennt die Leute an ihrer äusseren Erscheinung. — Syr.
für a: es gibt (einen), den vom Aussehen seines Gesichts unter-
scheidet (i^'^c = mi?) der Mann. Aber der Mann soll eben er-
kannt werden; Activ und Passiv sind verwechselt. — drJj dizoiv-
xr^ato); (vgl. zu 34, 31) -poaw-ouj Syr., der TrpoawTrou in a aus-
drückt, hat hier nur h)2p p, wonach ich ne nj:o vermute; vgl.
SU 21,7. — s-iYvojail/jasTot'. vor^jj-iuv] Syr. offenbar richtig: es erkennt
ihn der Weise. — Cleni. AI. paed. III 3, 23: xal d-h dr.ayzfiazu);
avöpwTTou £'ät','vtua&-/;cj£tai avöpoj-oc, wozu 0. Stählin 31,3 Lat. (s.d.)
vergleicht.
30. cjToÄiatxoc] Syr. das Aussehen (aus v. 29). — xai ysXojc
68ovtu)v] ist höchst anstössig, und zwar sowohl deshalb, weil das
Lächeln zwischen dem Kleide und dem Schritt steht, als auch
deshalb, weil in den drei parallelen Ausdrücken der erste und
12*
180 Sir. 18,28—20, 26.
dritte 7.vo,oo? und civflf/w-ou bei sich haben. (Jlem. AI. paed. III
5, 23 und Chrysost. ß, 7o(i stellen deshalb das Lächeln der
Zähne hinter die Schritte. Uebrigens korrigieren 70 106 k 307
Clem. AI. Chrys. 7.v!)f.a)-o'j in zoooc, S'" praem. -oooc, 296 308
lesen ocvofjoc. Für [jr^ixot-a (so Syroh. (23) S B A (55 254)) haben
die übrigen (auch Clem. AI. und Chrysost.) ßv;}!.«. Aber Syr. hat
für xoti ';iho: oöovtojv vielmehr Mn2j? sinö. Gr. verlas etwa mn''
Y^yr:{\gi. zu 11,27) iu nit'ö "['m oder nt^'o "jinji. Vgl. sonst 21,20.
— Ausser B (70 k 296 308) alle 7.v7.vvs).cr, 307 7.-7773X3?, 70 C
add. aoi. Syr. sie zeugen. Verwechselt sind wohl nT und HT,
rabbinisch ist hy Tvr\ = über Jem. aussagen. — Syroh. 253 23
om. xa, das auch Lat. Syr. nicht ausdrücken.
20, 1. Lat. für a: est correptio raendax in ira contumeliosi
et est Judicium, quod non probatur esse bonum. — 3X37/0;] Syr.
NmJD:D; vgl. nn:in 16, 12. — (oc>7.roc] Syr. n\s\ Zu vermuten ist
nnsj (vgl. 15, 9) = die sicli (nicht) ziemt.
2. r,\ vgl. 20,25. 22,15. 41, 12. — f>o[xouaÖ7i] 248 70 106
add. xpu-xöjc. — Gr. ist in a sinnlos. Denn nach 1 handelt es
sich um Fälle, in denen Schweigen das Beste ist. Ein gegen-
teiliger Fall müsste anders eingeführt sein. Syr. nicht ist Güte
(sniTis =^ r\2rc) dem, der zurechtweist den Frevler {ühv;). Gr.
verlas n^i^S nnitt i^s in n^2^rh nr.iD -\s; vgl. 12, 3, wo nz'iD den
Dank bedeutet (s. z. 12, 1). Dagegen könnte hinter r^ ti'jijLoOaÖat
ein ijnc stecken, das aus 'iV)r2 (10,12) verlesen war. — Umgekehrt
soll dem, der seine Sünde bekennt, die Demütigung der Zurecht-
weisung erspart bleiben (vgl. 8, 5). — a-o akoL—wazwc] Lat. in
oratione; leg. in minoratione (Thielm.). Es stand da nono (== vor
Schimpf vgl. zu 41, 22), das Gr. wie v. 11. 19, 7. 22, 3 in ncno
verlas. — yMhAyr^a—.ai] etwa = yjo'' ^= er soll verschont werden ;
vgl. Jer. 2, 25 und zu 19, 28. — Syr. schlecht: und der gelobt
wird (nnni^'ö = Missverständnis von m'Ja oder mina) von wo ihm
nicht ziemt (= xna?) gelobt zu werden.
3. Hierher hat man mit Recht das unechte Distichon ge-
stellt, das 248 70 hinter v. 8, Lat. hinter v. 4 hat.
4. Die zweite Vershälfte findet sich ira Hebr. hinter 30, 20,
ebenso in Codd. B^ ^^'^- Syroh. 253 23 70 106 68 55 254, wo
sie vermutlich aus Gr. II stammt. Die Uebertragung hat ihren
Grund in der Aehnlichkeit von 20, 4 a mit 30, 20 b. Deshalb
Sir. 20, 1-6. 181
war aber wohl schon zur Zeit des Gr. II auch v. 4a nach 30,20
übertragen. Denn oO, 20 Hebr. ist das '2 'V ]h pyi p = 20,4a,
obwohl diese Worte 30, 20 hinter 20, 4b stehen (so, wie ich
sehe, vor mir schon Peters). Syr. hat zu 30,20 nur diese Worte
übersetzt, nicht das 121 d^d it:'«:, das er wie das Ul ntflj? p in
Anpassung an Gr. übergeht. — pX3 pj Syr. zu 30, 20 kjömö "["'S
(= W2), dagegen hier: es begehrt ein Eunuch (zu schlafen bei etc.)
= Gr. sTriUutx-ra suvo'j/oü. Danach lautete der Anfang etwa ': iDn.
Wenn pxJ, wie J. Levi und nach ihm Andere behaupten, auf
Uebersetzung des hebr. Textes aus dem syrischen Texte beruhte,
so wäre das nur aus unbegreifliclier Gedankenlosigkeit zu er-
klären. Wahrscheinlich haben aber die Hebräer |?2SJ nach dem
aram. XJ.':^'^o gebildet, auch Dnn ist ein Fremdwort. — nSinn üv f?]
Gr. d-o-otp U3V(ocrai vsavioot. Er nimmt den Begriff von ph)r\2 in
die Wiedergabe von ]h (p'^S?) auf. — o:)ü2] das Wort ist auch
aram., syr. und neuhebr. ; vgl. das Verbum 34,21 und Esth. 1,8.
Dan. 4, 6. Syr. XJüfSw:, Gr. iv ßia. Die Randlesart hu2 beruht
vielleicht darauf, dass ü2ii im Targ. für hi: steht und ein Leser
Aramaisierung des Textes vermutete. — eci^'aj Gr. xpt;j.ata (70
zu 30, 20 -paY;xot-a, aber hier xpt'jxot, Lat. Judicium iniquum). —
Die Glosse in 30,20 )rf2 '^*p2t2 ^^^) (vgl. 1 Sam. 20, 16) las schon
Syr. (mit iT3 wie der Rand), sie beruht auf der irrigen Meinung,
dass vom Richter die Rede sei. In Wahrheit handelt es sich
ganz allgemein um den Versuch, das Richtige mit Gewalt durch-
zusetzen (namentlich durch unzeitgemässes Reden), und das
Tertium ist die innere Unmöglichkeit. Deshalb kann die gött-
liche Strafe nicht in Betracht kommen,
5. Beim Hebr. finden sich v. 5 — 7 im Cod. C. — ^^]
= mancher (vgl. zu 4,21). — [ü2n] 3t^•m^ ty[''inöj] Syr. der, wenn
er schweigt, gehalten wird (nt^'nnö) für weise, Gr. aifoTttov zdpia-
xojxsvoc orocpoc. Aber supiaxojxcvoc ist zu stark; vgl. vielmehr
Prv. 17,28. Indessen fragt sichs, ob Gr. anders las (vgl. zu 35,16).
— D«^3:] = Gr. [xi3-/iToc = Syr. Njnoo; vgl. zu 37, 20. — mn
\)n^]^] lies nr:. Syr. nn^iti^T SXJ1D2, Gr. d-h tüoXXtjC lotlm (248
70 Sah. add. ctoxotj); vgl. zu 6, 35 und zu 13, 11.
6. pNö] Gr. oü Y7.p i'/ci. — njj;c] die Rede des Weisen ist
meistens Antwort auf Fragen; Lat. freilich: sensum loquelae.
Vgl. Prv. 15, 23. 16, 1. — nsi ^d] = denn er bedenkt. Gr.
182 Sir. 18, 28—20, 26.
nach öfter vorkommender Verwechslung: ctowc. — Syr. für v. 6:
es ist (einer), welcher redet, wo es sich nicht schickt (sSl) zu
reden. Das ist vielleicht eine Glosse zu v. 7 b, durch die v. 6
verdrängt wurde.
7. crn] Gr. avUpwTro? (s. z. 3, 17) aocpo^. — 8yr. für a frei
nach b: und ein weiser Mann (= Gr.) beobachtet die Zeit. —
h'ü^l] Gr. 0 fjz Äa-iatT)? (B*™«''K- adnot. '{/sü^xr^c, Syroh. wc'^pa =
Ä£7:i3TT^c, 70 157 296 308 k '^°"- aaÄiriaTr^c, Lat. lascivus) xal acppojv.
Syr. der übermütige (sma vgl. zu 15,8) und der frevelhafte (Ambr.
w Maus, der frevelhafte und der übermütige) Mann; vgl |>Sl 11
35, 18. Aber auch XotTriaxTp 7.y.( ist schwerlich Zutat des Gr.
Vgl. zu 23, 8. Uebrigens findet sich XanatTjC nur hier, /Amaiia
einmal bei Cicero. — lat^'"' ah] Syr. ebenso, Lat. non servabunt;
dagegen Gr. uTrsfißrjasxat, aber ou auvxr^f^r^asi hat sich in 248 70
106 zu 18, 27 erhalten (s. d.).
8. Äo-j'fo] k Chrysost. V 433 (nach Parsons) iv Xoy«>, A 106
157 296 308 Clem. AI. paed. 11 6, 52 Xoyov; Syr. nnw. Es
stand wohl da n^ii^ oder n2i; vgl. Gr. Syr. zu 11,8. 13,11. 22,13
und zu 37, 20. — ßoeXu/Or^acxat] Chrysost. ixtar^flr^sexai. Clem.
AI. wohl ursprünglicher ßoc/jjxxe-oti X7;v ']'u■/r^v aoxou, Lat. laedet
(-it) animam suam. Vgl. zu 18, 23. Syr. für a: es ist (einer),
welcher wegen der Menge seiner Reden gehasst wird. — sv-
ö^o'jaiocCofxövo?] Syr. KSjno; vgl. zu 35,9. — jxtar^ör^cjcxczi] Syr. wohl
genauer: es wird gehasst sein Leben; vgl. 25, 2.
9. c'joota] vgl. nnSi'a 38, 13. — avopi (248 70 106 add.
a[xapx(uXw)] Lat. viro indisciplinato. Die Verkehrtheit des Zu-
satzes leuchtet ein. — Syr. für a: es ist etwas, das zum Bösen
des Mannes ist. Das ist abgesehen von dem Fehler am Anfang
richtig, und Gr. danach zu erklären, sofern sv (Syroh. om.) = '7;
vgl. zu 10, 18. — £'jf>E]x7. (29, 6)J Syr. snw (Reden), lies «nn:«^
(Fund); so hier Syroh. und 29, 6 Syr. — d; iXaxxojsiv] Syroh.
add. auxou (Suffix), Syr. welcher zu seinem Mangel (ruiDinS).
10. 11. Statt dieser Verse hat Syr.: (denn) wie du einen
Stein auf Vögel wirfst und sie verscheuchst, so vernichtest du
die Liebe deines wahren Freundes und nicht findest du sie.
Vgl. dazu 22, 20. Offenbar gehört das nicht hierher. Aber die
Ordnung der Verse ist auch im Gr. gestört, v. 10 steht an
falscher Stelle, wahrscheinlich gehört er vor v. 12, wo es sich
Sir. 20, 7-13. 183
wie hier um Wohltat handelt (s. u.). Somit gehören 10. 12. 13
ebenso zusammen wie 14. 15. — Xusi-c^asij s. z. 14. — Lat.
drückt (301 nicht aus.
11. IXot'xTwaic = lün, und dies Fehler für lün (Schimpf);
vgl. zu V. 2. — A Sah. lesen i/vocxxwv; vgl. aber zu 19, 24. —
fv£X£v] = Tiayn oder '^'7:2 = verursacht durch.
12. 23 (Parsons) x7.i sanv aTuo-'.vvjtov, Theoder. et est res-
tituens. — enrTotirAaatov] vgl. 32, 13. — Man versteht den griechischen
Vulgärtext dahin, dass mancher viel für wenig zu kaufen meint,
aber nachher siebenfach bezahlen muss (= Unglück in vermeint-
lichem Glück). Aber das anfängliche Meinen des Käufers ist
durch nichts angedeutet, und wenn er für geringen Preis gekauft
hat, kann er nicht nachträglich siebenfach bezahlen. — Syr. für
a: mancher leiht (mS: rtJp) viel wie (:: 2) wenig; d. h. er nimmt
eine grosse Wohltat hin, als ob es eine kleine wäre. Für mS
scheint zu sprechen, dass ühu^, das in b gewiss stand (vgl. 32,13.
8, 13), im Kanon für die Bezahlung eines Kaufpreises nicht vor-
kommt, wohl aber für die Bezahlung von Schulden und für die
Erwiederung von Wohltaten; vgl. Ps. 37,21. Zu vergleichen
ist aber auch Mibchar ha-peninim ed. Filipowski p. 59, 50 ''Ö
JDVM 3in n:pti^. Hiernach halte ich dyj^A'^uy^ für richtig und lese
in b mit 23 Theodor., obwohl da vielleicht nur eine glückliche
Korrektur vorliegt, Syr. mit der Vulgärlesart stimmt, und oben-
drein a'jxa (Syr. rh) als schlechte Zutat betrachtet werden muss.
Käufer und Zahler ist beide Mal der Wohltäter.
13 findet sich im Hebr. in Cod. C hinter 37,26; Syr.
om. — 253 nur aocpoc. — in 12^122] = mit wenigem. Gr. h Ä070),
aber so nur B (308), die anderen (auch Lat.) sv loyAz (Syroh. M"iSo2),
dagegen 253 sv oX-'^otc. Danach ist wohl iv oXqoic )/>,'0'c anzu-
nehmen. Vgl. den ähnlichen Fall 37, 20. — Wc: [rns"]] von iii'c:
kann 3MS'' kaum getrennt werden. Der Abschreiber setzte es aus
Versehen an den Anfang, korrigierte es dann in D:n; ob er nMK"'
irgendwie nachtrug, lässt der Zustand des Blattes nicht erkennen.
Vgl. zum Ausdruck 4,7 und 3,17. Gr. hier wie 4,7: sctuxov
KpoacpiXry -rjir^azi (307 Lat. -oisi, 253 nur -poscpiXsr sauxov). —
licti'^ — nma] Gr. //ipixc? (v. 16. 12,1. 8,19 vgl. 29,15) —
£x/'jf)r^(3ovxai. Der Fehler "['icti^'' statt "rci:'' ist in falsclier Analogie
aus a eingedrungen, "[ctr hier wohl = wegwerfen (vgl. Thr. 4, 1).
184 ■ Sil'- 18, 28—20, 26.
— Hinter "["icti>'' ist eine Inleipuiiktion nicht deutlich zu erkennen,
aber der Zwischenraum ist so gross wie bei einem Versende.
Es ist deshalb nicht zu billigen, wenn J. Levi na^n als c:n zum
Vorigeu zielit, zumal auch Gr. nicht dafür spricht.
14. X-joftteXT^asi] Syr. x^iti», d. h. sie ist gleich; aber Syr.
liat wohl mti^ (= sie nützt; vgl. Esth. 8, 8 und targ. i^w) un-
verständig übernommen. — croij 24<S 70 add. ly/fiöv-i, 24b 70 106
add. 6[xo»juc OS X7.1 ß7.3/avo'j oi' 7.v7'yx-/jv (248 106 add. aOtoü).
Syr. hat für aoi (vgl. v. 10) offeubar richtig „ihm" (vgl. 15d.
16.17.). — avi}' hh; r,r,)Xr,i (70 -oXXa, 248 70 106 praem. st; lo
Xaßstv)] Lat. septemplices sunt, Syr. sind siebenfältig gerichtet
(p-D) auf die Vergeltung (sm:j,mE'7). Vielleicht beruht sie xo XotpsTv
nur auf (richtiger) Korrektur, aber nach Syr. stand da wohl hv
üihp oder dgl. (vgl. Jer. 22, 17). Uebrigens ist entweder avU'
svoc -oXXot aus SK-7.i:X7Citov£c geändert, oder Lat. fusst auf Gr. II.
Vgl. sonst Hexapla zu Ps. 119, 164.
15. Zu a vgl. J. Berachoth IV, 2 'r\yr''Q cnc^m rEij?« crun^K^.
— ovstoiasi] vgl. zu 18, 18. — (u; '''-^/P'^^J ^^h. praem. gegen dich
(vgl. 22, 22). Syr. und er redet was böse ist und schwatzt (2iD
vgl. 4, 25). Nach Gr. könnte man T^^*^ (vgl. Am. 4, 5) oder
einfach 'Tc (Dan. 3, 4) vermuten. Das Ausposaunen der Wohltat
ist die schlimmste Beleidigung des Empfängers. — Lat. für b:
et apertio oris illius inflammatio (DS inflatio) est. — a-7.'.Tr^3s']
Syr. ynn, etwa = K^n. — Syr. setzt hinter c hinzu: und seine
Wohltat (Kn^2J) ist eine Wohltat der (d. h. auf) Wiedervergeltung.
— av^pwTTOc] 307 avUpojTToic, 248 70 106 xupioi (106 i)s(i3) xat avÜpo)-
uot?. Syr. für d : diejenigen, die so sind, Gott und den Menschen
sind sie verhasst. Vgl. 10,7. 12,6.
16. 17. Lat. für a: fatuo non erit amicus, und in b und
c illius für ;xou; S hat in b ^uto-j (Aenderungen nach v. 17). —
o'jx: u-«p/stj Syr. r\''h — |\s\ — Zu b vgl. 12, 1. Syr. irü n^Sl
^T\yi^vh = 'toibS nai53 psi. — oi saiiov-s? lov ocp-ov [xouj Syr. ''»nS "'S:»;
vgl. Ps. 41, 10. — cpauXoi YÄtosaiTj] vgl. cpau/aaixoc /si/iojv Jes. 28,11
für TVLii^ "Jj;'?, und 970X01 für \)h Job. 6, 3. Aber Gr. ist hier
schlecht, der Tor darf nicht wissen, dass seine Gäste ihn ver-
höhnen. Gut dagegen Syr.: sc«n n>w i\s (wie steiniger Fels)
= v'^D |U^: (vgl. zu 40, 15). Die Tischgenossen sind steiniger
Boden, unfruchtbar = undankbar. Vgl. Mibcharha-peninim 11,71
Sir. 20, 14-19. 185
(ed. Filipowski): c^jzsn h'; c'Z':r. hv ni^'s: r))22hn h]; rhz): innnr.
— -037//.'.? xc(l oao'] Syr. nnrs nSs (aber wie ihn?). Die Adversativ-
partikel ist wohl schlechte Zutat; der Ueber^ani;- aus der Rede
des Toren in die eiirene braucht nicht eingeleitet zu sein.
Uebrigens vermute ich nsDl nss. Vgl. zu 19, 15 und z. B.
Ps. 78, 40, die Verdoppelung findet sich im Neuh' bräischen. —
xotTaYsXasoyrai] Syr. pp'i^l — aoToO] Aeth. |xo'j.
18. Schon Höschel hat den Spruch des Zeno bei Diogen.
Laert. verglichen: /.iOcittov civzt t(o -ool oXiaUatVi'.v y, ty •;ho'j'j'y.
(vgl. weiter Mei.ssner ZDMG. 94, 183). Reifmann (bei Cowley-
Neubauer p. XXX) vergleicht Mibchar ha-peninim Xo. 357 (=
p. 38,27 ed. Filipowski): f.Siy:2 mo sSi .r/i^h pS?i':2 msn m« iok
u>''"2 |.":;S xc-i^ "iS;"i i'.Sif':! AUfui rü' u'^^'h pSK>:3 "r .lS:"i. Aber nach
dem Folgenden handelt es sich hier um Harmloseres. Uebrigens
ist d-rj eoaciouc nicht anzufechten; der eine fällt über einen
Gegenstand am Boden, der andere über seine Zunge (vgl. zu
19, Iß). Ist Gr. wörtlich übersetzt, so war ein \Tin2 oder dgl.
zu subintelligieren. Lat. schlecht: lapsus linguae fal^^ae quasi
qui (in) pavimento cadens. Ganz abweichend Syr.: wie Wasser
das ausgegossen wird auf einen steinigen Felsen, so ist die
Zunge des Frevlers inmitten der Frommen (sp'T). Aus v. 16
war in seiner Vorlage vhz ]'^ hv eingedrungen; es ist kaum
denkbar, dass Sirach jenes Bild hier wiederholt hätte. Am
Anfang sind vielleicht pSti>: und jiCti*: verwechselt, in b pSi^'z
und p;i*S. — o'jtojc] = das eben Gesagte gilt für einen Sturz
der Göltlosen, den die Frommen immerfort erleben können. —
xaT7. 3-o'joYjV -?;?£'. (55 254 om.)] vgl. 21,5. Die Differenz mit
Syr. ist nicht aufzuklären.
19. a/^-f^'-;] vgl. dyarÄ'j-Mz 18, 18 und sie a/7f>i3Ta 29, 25,
bes. eucharis im Lat. an der sinnverwandten Stelle 6, 5. Gr. las
danach vielleicht \n nS:; vgl. /apt? 37, 21 und zu 21. Iß. Jeden-
falls ist ax7.i,ooc (vgl. 22, 6. 35, 4) = nj? s'72. Aber Syr. hat für
den ganzen Vers: wie nicht kann ein Fettschwanz (Kn''Ss) gegessen
werden ohne Salz, so ist ein Wort, das nicht gesagt wird zu
seiner Zeit. nSc «Sa .tS« klingt oi-iginell, und es ist nicht un-
denkbar, dass Gr. es mit avtlfioi-oc a/ar>»c wiedergab. Uebrigens
bietet Syr. nur eine Erweiterung von a, und Gr. wird in b nicht
dadurch verdächtigt, dass 24b ebenso lautet. Demi das kann
Ige Sir. 18, 28— 20, 26. 20,27—23,27.
Schuld des Uebersetzers sein.^ — S 7.71011026x00, 23 307 dr.aiozori^
(s. z. V. 24).
20. d-h !3TO|iaToc] d. h. viel]eicht: von ihm ausgehend;
aber Syr. Sali. : im Munde (vgl. Prv. 26, 7). — a-oGoxiaacjUr^aexcti]
Syr. hpm (strauchelt; vgl. 13, 23. Prv. 26, 7). Gr. hat wohl frei
übersetzt. — -7.f;o([:ioXrJ Syr. NnSo (1. sSno?). — Vgl. 15, 9.
21. ztuÄuotxsvoc] vgl. 19,28. 18,30. Lat. qui vetatur (s. z.
18, 22. 30); Syr. der bewahrt ist (is'7cnö). — Na(;h Gr. könnte
b höchstens bedeuten: er hat auf seinem Bette keine Gewissens-
bisse. Aber der Ausdruck befremdet, und der Sinu wäre unbe-
friedigend. Es wird nichts gebessert, wenn man nach Lat. oü
fortlässt. Syr. für b: wer ist der, der ein Gerechter (sp^lT) ist
und auf seinem Reichtum ruht. Vielleicht ist a-koO Fehler für
irXouTou, und xaTav^yr^astai Fehler für xateuiluvör^asioti (49, 2), so
dass da stand: piT ^ö iifj; nmjom; vgl. süöuveiv für pni: 49, 9,
imd zu dva-ctoai: 11, 19.
22. 55 254 /ocpiv alayßvr^q, Syr. nrnro ja. — drJj acppovo?
TTpoawTT'ju] 248 Anton. 1041 Sah. aro Xrfyeu); Trfyoaojrou , Lat.
(Dubl.) ab imprudenti persona und personae acceptione. Syr.
wegen (p) Bedeckung (^Dis) seines Gesichts. Das Gesicht ist
aber nicht das eigene; übrigens könnte ^D)2 =^ mos (Gen. 20, 16)
sein, das aus niDJ (Ps. 4, 7) = JM<\if verlesen war. Vgl. 4, 20.
22. 42, 1. — dizrAeX auxr^v] Syr. er kommt um (löJ).
23. ydfAv] Syr. p; vgl. 29, 7. — '^(km] Syr. man; s. z.
37, 6. — Er kann sein Versprechen nicht halten, b = 29, 6d. —
ixir^aaToJ Syr. KJp; vgl. mp 6,7.
24. [xtoixoc TTovr^poc] Syr. etwas, das böse (fi^'yi Dio). Viel-
leicht war DW geschrieben DIN» (Dan. 1, 4. Job. 31, 7), das er
mit noiSö verwechselte. — Syroh. 253 23 k avOpojirotc. — 248
106 £v ö^ atotxaTt, Lat. Syr. et in ore. — 68 70 aTrottosui«), Syr.
des Toren (vgl. zu v. 19). — svosXs/isOrjasTott] Syr. sie ist viel;
vgl. zu 23, 10.
25. Syr. er begehrt (:iJinö) zu stehlen, auch zu lügen,
und seine beiden Wege werden Schande erben lassen (pmu vgl.
6, 1 Hebr.). — Danach ist atpstov vielleicht = nom (vgl. zu 11,31).
— Tj] s. z. V. 2. — 6 svoeXs/^wv -j^cuosi] vgl. cyo n^c\ 3*3 i3n,
-3 ^{j?i^. _ a~(uXciav ist trotz Prv. 19, 5. 9 zu stark wegen v. 26.
Es ist w^ohl blosse Uebertreibung des Gr.; vgl. 5, 14 — 6, 1, wo
Sir. 20, 20—26. 1 87
wie hier Lügner und Dieb ziiftainmeügeötellL bind, und sonst
4, 13. 37, 26. Dagegen gehen „die Wege" des Syr. vielleicht
auf rjOos V. 26 zurück.
26. r;f)o?] Syr. denn das Ende (mms: nnnx). Das ist
offenbar richtig, da ms auch im Sinne von Schicksal hier nicht
passt; vgl. vielmehr 3, 26. Syr. zu 1, 13. 21, 10. 7, 13. — a-iixiotj
Syr. schlecht: zum Fluch; ])hp (vgl. 6, 1) war verlesen in nhhp.
— Syr, für b schlecht: und seine Schande kommt mit ihm um
(Tan: n3«n?). — Vgl. 41, 6.
IX. 20,27 — 23,27.
Die AVeisheit wird empfohlen durch den Hinweis auf den
Erfolg, den ihre Jünger am Fürstenhofe haben (20, 27 — 31 =^
3. I 2). Die Rede handelt von der Gefahr der Sünde, d. h. des
Unrechts (21, 1—10 = 1. 2. 2. 1. | 2. 3.), sodann von der Un-
belehrbarkeit des Toren (v. 11 — 17 = 2. 2. 2. 2), seiner
Zuchtlosigkeit im Auftreten und im Reden (v. 18 — 28 = 2. (1).
1 I 3. I 2. 2). Die väterliche Erziehung soll nach Möglichkeit
diesem Unheil vorbeugen, der Weisheitslehrer kann aber keinen
Toren bessern, man muss ihn aufgeben und ihn meiden (22,1 — 15
= 2. I 3. I 1. 2. I 3. I 3. I 2). Ihren Abschluss finden diese Be-
trachtungen in der Gegenüberstellung der Furchtlosigkeit des
Weisen und der Verzagtheit des Toren gegenüber der Gefahr
(v. 16 — 18 = 2. 1. 2). Es folgen Mahnungen zur Treue gegen
den Freund, die namentlich durch böse Nachrede verletzt wird
(v. 19—26 = 2. 3. ! 2. (1). 2). Hieran schliesst sich ein Gebet
um Bewahrung vor unbedachtem Reden und vor Sünden,
namentlich vor fleischlichen Begierden (22, 27 — 23,6 = 2. 1. | 2.
2. 1. I 2). Mit neuem Aufruf an die Hörer fügen sich hieran
Warnungen vor leichtsinnigem Schwören, Gotteslästerung und
Zoten (v. 7—15 = 2. 3. 3. | 2. 3. 2), Unzucht und Ehebruch
(v. 16—27 = 4. I 3. 4 1. ! 3. 3. 2). — Im Ganzen hat dieser
Abschnitt strafferen Zusammenhang als der vorige, aber er zer-
fällt dabei in viele kleine Stücke, die in sich geschlossen sind.
Vgl. die Ueberschrift zu 20, 27.
27^ — 29 handeln von dem Einfluss, den der Weise am heid-
nischen Königsshofe gewinnt und der unter Umständen dem
188 Sir. 20,27—23,27.
jüdischen Volke zu gute kommt. Vielleicht wird damit auf be-
stimmte zeitgeschichtliche Vorfälle angespielt.
27. Die Uebei'schi-ift Xo-j'ot -o!f>7.|5oXwv fehlt in Co. Syroh.
253 23 70 106 157 Lat. Sah. (vgl. zu 19,29), dagegen hat 307 :
Xo^ot i'tspoi (vgl. zu 18,30) xo-j autoG KC(f<7.[iio/.*oy. Syr. für a:
der voll ist von Sprüchen (s'Sro ühf2) der Weisheit soll wie etwas
geringes bezeigen seine Seele (nii'cj sin:). Wahrscheinlich ist am
Anfang zu lesen: sSron übf2 (= Worte von Sprüchen; vgl. zu
18, 29. 30), dann ist freilich der wahre Anfang des Stichus zer-
stört.— £v X0701C ist wohl mit aocpoc zu verbinden (vgl. zu 9, 17
und 18,29). Las Syr, aya:; dar^n war seine Vorlage wahr-
scheinlich nach V. 13 entstellt. — -podhi (23 -poavakt, 70 (A)
Aeth. 7rf>D3a;ci)] der Ausdruck bedeutet: Jem. zu Ehrenstellen
befördern. Vermutlich liegt bei beiden Uebersetzern freie Wieder-
gabe vor. — 7.pE3si] Syr. er wird herrschen über (vielleicht ver-
schiedene Deutung von y^f^). — tisYiaxocvs; (Syr. danach wnilt)
sind die heidnischen Oberherren (vgl. zu 8, 8).
28. Syr. vac. — 248 Sah. Lat. yt^v auxou; vgl. Prv. 12, 11.
— Zu a scheint b schlecht zu passen. Lat. hilft nach durch
den Zusatz: et qui operatur justitiam ipse exaltabitur. Aber 0
dpscjxwv [xöywxaciiv ist wohl nachlässig (nach v. 27) gesetzt für
„wer die Gewalthaber richtig behandelt." — ia}Acszxai (Lat.
effugiet) äouiav (70 k A aoixt'otc)] 244 55 254 add. ay-o-j. Aeth.
gar: er nützt sich selbst. Aber es handelt sich nach dem Zu-
sammenhang schwerlich um die Schuld des Weisen, sondern
um die des jüdischen Volkes.
29. Vgl. Prv. 17, 8. 21, 14, wo ebenfalls die Begütigung
der heidnischen Oberherren gemeint sein dürfte. — csvia] vgl.
LXX zu 2 Sam. 8,2. 6. Hos. 10,16 (== nmr:): Syr. wsmp. —
Swpa] Syr. snmti^; vgl. Dt. 16, 19. — dTroxucpXoTJ Syr. schlecht:
sie beschämen (|Tn20 = W'''?r : T2'Sr?). — cjo'fwv] Lat. judicum, Syr.
om. Wahrscheinlich liegt eine Glosse aus Dt. 16, 19 LXX vor,
womit Gr. wörtlich stimmt. — Syr. für b: und er (oder es)
verschliesst ("»zd) den Mund und macht ein Ende (StiZ's) der Zu-
rechtweisung. Der Singular der Participia ist ohne Beziehung.
Vielleicht stand da CDna {= 'fiixoc), das Syr. als Participiimi ver-
stand; Gr. könnte wc zugesetzt haben und der Knebel des Mundes
Bezeichnung des Geschenkes sein. Aber vielleicht ist der Plural
Sir. 20,27—21,4. 1^9
iu a von Gr., dem Syr. lol<ite, eiugetragen. üün heisst neuhebr.
auch Jein. das Wort abschneiden. — iv] 106 k s-t'. — a-otpsrsij
das Verbum im A. T. nur hier; 70 c/.-oaTf)i'!>ci, 55 254 Chrysost_
'2, 829, Antoji. 1041 dr^oax^A'^zi. Das letztere Verbum in LXX
öfter für n'^iti^n, dem das h'C2f2 des Syr. (Syroh. |'''7a2ö) entsprechen
würde. Vgl. sonst n'iin 35. 17, das dort freilich anderen Sinn
hat. — ilz'dirjo; (al. ili'^yrjo:)] es stand wohl da nn;in, aber im
Sinne Ton Strafe.
30. 31 kehren 41, 14. 15 wieder. Vgl. dort den hebräischen
Wortlaut. Zu verstehen sind die Worte als Selbstempfehlung
des Lehrers.
21, 1. Syr. om. — aou (248 om.)] 70 add. oÄos/spto; =ra-
3Tps'];7.c. — Lat. i. f. add. ut tibi dimittantur.
2. (u^ d-h -rvoaoj-ou] vgl. ''jc.^3 Lev. 16,37. — Syr. für a:
mein Sohn (s. zu v. 1), sehr fliehe vor der Sünde. F. Perles
meint, im Syr. sei a mit v. 1 a verquickt und ri-js» mil n-'j'uf ver-
wechselt. Basilius M. 220, 15: d-h rcijoaio-oo -juvotixo^ w^ 7.1:0
7rpo3tt)7rou öcp£(o^ cpsu-j-s; vgl. Syr. zu v. 3. — iav -j'apj Syroh. 253
23 55 254 Chrys. 3, 61. 4,394, Ant. 817 om. yap, Lat. Syr. et
si. — 7:po33X%] vgl. 12, 13 (mp). 248 lOG add. aux-Tj, Chrys. Tipo?
aoTr/./, Lat. add. ad illa (sc. peccata), Syr. add. zu ilir. — 70
307 Ant. 817 Xsovtojv, — Vgl. zu c Joel 1,6. — Syr.: wie die
Zähne des Löwen ist die Lüge. — dv7if>or;v-£c| Max, 865 praem.
xat', Syr. und sie bringt um. — Vgl. 27, 10.
3. ü>c] Syr. om. — poia^otia o-'j-ofi-o?] Syr. MT^iC pm sC'D;
vgl. LXX zu Jdc. 3, 16 (nrc ^iit^ r\h) 2^n) Ps. 149,6 (nrc'D -n),
Prv. 5,4 (nro 'n). — -73a dvojita (70 106 Ant. 817 6t;x7.p-t7)J Syr.
die Hure; vgl. zu v. 2 und Prv. 5,4. — xf ~^T?iJ A Syr. praem.
x^r. — Vgl. 3, 28.
4. Syr. vom Morgen bis zum Abend (vgl. zu 18, 26) ver-
wüstet (smna) sie (die Kure, resp. er, der Frevel) die Wohnungen
(sinö) und viele Paläste zerstört sie (Kipy). — x7-ot-X-/)Y[j.oc findet
sich nur hier (wie v.a-7.'];£uGrjxoj 26, 5). Das Wort kann ebenso
gut in transitivem, (was der Zusammenhang verlangt), wie in in-
transitivem Sinne Erschrecken bedeuten. Syroh. snrSmpD (Feind-
schaft), Aeth. Stolz (oder Zank), Lat. objurgatio (Toi. Sang, cata-
plectatio). — 23 155 55 254 Lat. u[3p£i?. — -kXoutov ist auffallend,
190 Sir- 20, 27—23, 27.
man erwartet, ..Palast •, .J^>iirg" oder ,, Stadt ^ V^l. -6f>",'ov 49, 12.
Uebri^ens sind Gr. und Syr. in a nicht zusammenzureimen.
o'jTU)^ kann einem blossen ) entsprechen (s. z. 13, 20), viel-
leicht ist es aber auch nur Ditto.üra[)hie von (tzXjojjtov. — 248
106 k 157 S«* A 155 Sah. u-£p-v.fot'v(ov. ~ Lat. für b (Dubl.):
et domus quae nimis locuples est annuUabitur superbia und sie
substautia superbi eradicabitur. Toi. Sang. Am. haben nur den
letzteren Satz. Nach eradicabitur und Nipj; des Syr. ist für
£pr^}j.(u&r^3s-c(i zu schreiben s/piCaiör^asiai; vgl. 3, 9. 49, 7. Im Sah.
ist ein überschüssiger mit -/.yX be.<<innender Stichus zerstört.
5. Der Sinn niuss sein: das Gebet des vom Reichen unter-
drückten Armen wird von Gott gehört (:= es geht vom Munde
zum Ohre), damit ist gegeben, dass Gott ihm zu seinem Rechte
hilft. Für £x az^iioL-o: hat Syr. : wie von seinem Munde. Da
Gott vorher nicht genannt ist, so sollte au-roO entweder fehlen
(Toi.'" Corb. 1 om. eius) oder hinter 3TO[iot-oc stehen. — xa-a aTrouoTiv
■/)c£t] vgl. 20,18, und zu to xp-'act cckoO {=rczu^r2?) Ps. 17,2.
Aber Syr. hat für b: und vor den Richter der Ewigkeit (oder
der Welt) steigt es auf. Abgesehen von ..der Ewigkeit" kann
das ursprünglich sein. Vgl. Syr. zu 32, 21.
6. iv r/v£i] Lat. richtig deutend: vestigium est; vgl. 37, 25.
43.1 und zu 44,23c. Aber n:^ (vgl. 36,2) war als Infinitiv
und nicht als Partizip zu verstehen. Uebrigens stand viel-
leicht rnpv da (vgl. 13, 26). — Syr. für a: es hasst die Zurecht-
weisung der frevelhafte Mann. — x-jpiov (A xov f)£ov)] Syr. Gott
(w vor dem Herrn, Maus, den Herrn).— zmazrji^izi iv xapoirt. (248
add. auToü, 70 £x xapot'oc* «ütoü)] Clem AI. paed. I 8, 62 £-i3tp£''.5£i
im xapotav autou, Lat. convertetur (Am. convertit) ad cor suum.
Sah. wird sein Herz bekehren. Syr. bekehrt sich von seinem
Herzen. Es stand wohl da (iph Ss riy ^ er nimmt es sich zu
Herzen.
7. 0 ouva-oc Iv -('Xiuaa/j] könnte hier wohl nur den Beredten
bezeichnen, den alle Welt bewundert, während der Einsichtige
sich durch seine Redekunst über seine Irrtümer (= o)aai)or.tv£iv ;
vgl. 19, 16) nicht täuschen lässt. Aber im Zusammenhang ist
von anderen Dingen die Rede. Syr. : der Weise gegenüber {h)2p p)
von seinen Augen erkennt (vnriK'ö), und er erforscht (sp2) im
Augenblick die Frevler. Danach dürfte aaxpoÖEv falsche
Sir. 21, 5—10, 191
UebersetzuDg von nji^ sein (vgl. zu 19, 29); übrigens steht öovotTo^
47,5 für j?ir, und Gr. könnte Wj;'? imj'itt'S verlesen und dabei die
Worte umgestellt haben. In b hat er wohl ganz frei übersetzt.
Syi: Kp2 könnte = ipn sein; vgl. zu 11, 7. 13, 11.
8. £v /p/jfxaaiv dXXoTfiiou] 8yr. mit dem Vermögen (x'7^^
vgl. 5, 1) seiner Genossen (Mran; vgl. inyi Jer. 22,13).— coc (Syr.
om.) ist wohl Zutat. — 7.otou -o-j? Xt'üouc] so nur B (23), dagegen
248 (106) lauTtü (auxtu) ICdooc, 308 -ou? XiÖouc auTto und 253
157 k S A 55 254 155 296 xoo? /a'Öoac oti:,-o':, 70 Xi'Öooc, Sah.
Sang. Am. Syr. lapides. Vermutlicli gehört oloxou an das Ende;
es ist umgestellt, weil es zu etc /siawvot nicht passte. Für letz-
teres haben 248 70 106 zk yß>ii-''J- ("/)?) t-x^Tj? czüto-j. Syr. für
seinen Steinhaufen (iTü^S). Natürlich ist -r^; -ctcpr,^ zu streichen.
Vielleicht stand da h: (Jos. 7, 26. 8, 29. 2 Sam. 18, 17).
9.- ati--6ov] = nnj;j; vgl. Jes. 1, 31. Mal. 3, 19. — Hinter
auvr^7|xsvov möchte man ein Nomen wie ..Haufen" vermuten, das an
das Aequivalent von auva^toYT^ anklang. — suva-ctu-f); dvojjLcuvj vgl. zu
7, 16 und 16, 6. — 9X0? -upoc] vgl. zu 8, 10. — 248 106 i. f.
add. zk dmolziav. — Syr. wie ein Aufstieg von Sand (= sandig)
an den Füssen des alten Mannes (^ Entstelli'ng nach 25,20), so
ist die Stärke (pncpin) der Frevler beim (niS) Feuer. Danach
ist auv'ilziu vielleicht = mpn; vgl. zu 43, 7 und zu 7, 17.
10. ajfj.o(>aaa£v-/j ix /a'iiojv] Übersetzt man: er ist mit Steinen
gepflastert. Aber ein hebiäisches "W (Jes.45, 2) oder muf (Jes.
28,25) mit p könnte diesen Sinn nicht haben. Gepflasterte Land-
strassen kennt der alte Orient auch nicht. Indessen könnte sx
Xi'öoiv Missverständnis von pKO (Jes. 62, 10) sein; obendrein liest
248 uTto, Max. 1013 airo für ix. Dann ist der Weg von Steinen
frei gemacht. Allerdings hat Syr. für a: und der Weg des
Frevlers (sy'iyi) ist Anstoss (sn'^pin) für ihn. Aber das scheint
im Vergleich zu Gr. auf einen korrigierten Text zurückzugehen.
Auch scbliessen die Anstösse auf dem Wege, die selbst schon
den Untergang herbeiführen, und die Grube am Ende des Weges
sich eigentlich aus. Vgl. Prv. 14, 12. 16, 25. — X7.1 i-' ia/rhoi
otüxr^c] Syr. weil sein (des Weges) Ende. Vgl. nnnnxi Prv. 11. 11.
— ßoöpo,- äöoü] Syr. tiefe Grube (Prv. 22, 14. 23, 27). — Lat.
für b: et in flne illorum inferi et tenebrae et poenae.
192 Sir. 20,27—23,27.
11. yo[j.ovJ 248 TU 106 add. -/.uf/tou. Lat, justitiam (s. z.
Ij22). — zaxofxpaxet (24<S 70 Anton. !)70 zf;7.-£r) xol» swor^fj-otioc auToo]
Syr. mT yhi^ (er über\välti<;t seinen Willen). Wahrscheinlich
stand hier "inr ^2)2; vgl. Syr. zu 17,31. Das ist um so eher
zu vermuten, als die Vorlage des Syr. zu 17, 31 wohl nach dieser
Stelle korrigiert war. £vvo-/j}j.a in der Bibel nur hier; vgl. otavor^a^
23, 2 und zu 15, 14. üei' Ausdruck nr ii»2: findet sich Pirke
Aboth 4, 1 (2) und öfter in der neuhebräischen Literatur. —
ao'fta] 218 ao'^r/c -pocKr/j^t?; vgl. (ir. II zu 10, 21. Lat. sapientia
et sensus. — Gr. ist in b schlecht. Das Aequivalent von cruvTs/.sia
hat er falsch mit dem Folgenden, statt mit dem Aequivalent von
tjocpia verbunden. Syr. ebenfalls schlecht und wohl nacli anderer
Vorlage: und wer den Herrn fürchtet, nicht fehlt (nom) ihm
etwas (vgl. 35, 24 Gr.). Ich setze auvTsÄsia = S'S: (vgl. 45, 8),
und so'fta (vgl. Syr. iDm) = nm», und vermute somit S'Sd "iDWl
dmSx nsT. Vgl. die Wortstellung 37, 17. So ei-gibt sich zugleich
ein guter Uebergang zu v. 12. — Lat. om. y.chL — Ben Zeeb
zitiert den Spruch Kidduschin 30b: ]'h2r\ min "nsiz pn ir TXi^
12. Syr. om. — •üotvoupY'^?] Lat. sapiens in bono. — is-i 2*^]
248 add. 77'p, die übrigen (ausser B) add. oL — -iz^otav (A'' -7.1
0317.V, 70 k X7.zr7.v)] etwa = ^^Q. Vgl. zum Ausdruck 31, 11. —
Lat. für b: est autem sapientia (al. insipientia), quae abundat in
raalo et non est sensus, ubi est amaritudo. — Vgl. 19,22. 23.
13. xataxÄü3;j.oc] ist trotz 47, 14 unmöglich; Syr. eine
Wasserquelle («"öl J?l3a). Offenbar ist b)2f2 aus j;^^ verlesen. —
~r^'(r^ (248 add. 7.77?)) ^(lir^c] Syr. richtig: lebendiges Wasser
(^ n'"'n D'ö). Das Quellwasser versiegt nicht wie das der Cisterne
(v. 14). Uebrigeus stimmt b bei dieser Lesung zu a (-X-/;i)üvi)r^-
a£T7i). Lat. setzt dem Sinne nach zutreffend am Schluss hinzu:
permanet. ~ Vgl. Jer. 2,13. F. Perles vergleicht M. Aboth II 10
nnjn^ pj?»: und Aboth VI 1 nnjnati' m^) pD',c )i'n^ fya^ nv^v^).
14. s-f/a-a] in der LXX und bei Aqu. und Syimn. für 3ip
und D''VO. Aber Lat. cor und so Syr.; vgl. ta svxrk = Syr. siS
19,26. — <i.topoO] Syr. i^v^'^i (ebenso v. 16); vgl. Syr. i^u^^z
(22,11) und N'7r;(36, 5. 6). — d-Ci^Xoy rjuvxsxpiafisvov] Syr. richtig:
eine löcherichte (gebrochene) Cisterne (12: "12); vgl. Jer. 2, 13
on^K'i nr\a2. Derselbe Fehler Prv. 5, 15 LXX. — 248 106 om.
Sir. 21, 12—18. 193
xotu — -/.oatr^cjs'.] wohl = S^r ; vgl Jer. a. a. 0.— 248 70 106 i. f.
add. £v Cwf ot'j-oü. Vgl. dazu den übrigens frei übersetzenden
Syr.: und alle Tage seines Lebens (Ambr. sein ganzes Leben)
wird er Weisheit (xnazn vgl. 36, 8 ; Lat. sapientiam, DS scientiam)
nicht lernen.
15. Xo-j-ov aocpov] wäre wohl = n?p5n la"]. Aber Aeth. Syr.:
das Wort des Weisen, sprich mit 106 Xo-jtjv aocpmv oder lies
ao'fotj. — s-tsTr^jxiuvj wohl = h^2^f2 oder p:j, Syr. verflachend
KO^Dn. — aivsasi] Syr. xiio, also wohl = mr = er gibt Be-
kenntnis. — Für ar.or.fxhq hat Syr. 27, 13 «mmo (= Frechheit);
vgl. zu 15, 8. Gr. las wohl yh oder ni. Dagegen hat Syr. hier:
„und es hört es der Tor;" vgl. 248 70 106 T^xooasv au-hv dauvsxoc.
— xotl aTir^pscjcv otuToj] Syr.: wohl besser: und er lacht darüber.
— dT:£aTps']>sy] Syr. er wü'ft. Tielleicht ist drs'ppt-j-sv (Lat. pro-
jiciet vgl. 6, 21) zu lesen, aber mch dr.h-^jv^izv könnte = in^'^Sif"!
sein; vgl. 2 Chr. 7,20 LXX und überhaupt 1 Reg. 14,9. Ez.
23, 35. Nah. 9, 26. — o-i3(o tou vtuxou a-j-ou] Syr. zu einer
von seinen Seiten. Vielleicht las er inx Sk für nn« ha (2 Reg.
9, 18 f. u. ö.) und verstand z: (so Ps. 128, 3 statt ):) syrisch
als Seite.
16. s^r^yyjai?] Syr. «n'^yis:', wohl = n''^ wie oir^-f/jaic und
Olr^'(•q\^.a (vgl. zu 6,35). — [xwf-O'j] Syr. ayt^ri (g. v. 14). — S*
om. w?. — ©opTi'ov] Syr. eine schwere Last. — Ant. 928 x^'^'i'
106 Lat. yeikzciu — 55 106 Lat. ary^ou. — X^^tpic] vgl. |n von
Anmut der Rede 6,5. Ps. 45, i. Prv. 22, 11. Koh. 10, 12, sowie
Xdpi? in demselben Sinne 37,21. 20,19 (s. d.). — Syr. für b:
und alle (Sj?: Sd) Rede (sS'joo s. z. 23, 8) des Gerechten (s. z.
10,23) ist Anmut. — DS setzt hinter 16a hinzu: contribulant
minae cor sapientis, stultus autem flagellatur et non sentit, qui
docet puerum stultum, contumeliam facit aequitati.
17. öiavor^ör^asTot! (248 Syroh. 253 23 157 SAG k 155 254
Aeth. Lat. -aovxai) h xapoia] Syr. (und auf seine Rede) richten
sie (pö"'D:) ihr Herz; vgl. zu 14, 21. — Vgl. übrigens zu 38,33.
18. oTxo? Yiavia[x£vo;] Syr. ein Gefangenhaus («TDK IV2).
Gr. verwechselte wohl "loti^o und lüVfQ. — Syr. om. ouTtuc. —
dcuvsTou] Syr. richtig : dem Toren. — dSis^s-aa-oi Xo-j-oi] ist auch
falsch. Nicht besser Syr. : wie Kohlen (kioij) des Feuers. Viel-
leicht hatten beide einen verderbten Text vor sich. Durch das
Smend, Sirach-Kommentar. 13
194 Sir. 20, 27—23, 2l
Vorhergehende und Nachfolgende ist ein Synonymon von „Ge-
fängnis" oder „Ketten" erfordert. Ursprünglich stand etwa da
19. Syr. praem. wie. — Trsocti] Syr. wie ein Netz («riT^fö):
vgl. zu 6, 24. — 70 106 k 157 S C 55 254 155 296 Sah. Syr.
avov;Tou, DS stultorum (stulti), Lat. stulto. - — S* cm. «i)?. —
/stpoTiEoaiJ setzt LXX für Cp* und ^23; Syr. NilD«. — sttI /sipos
Ss^iac] Syr. an (auf) seiner Rechten. — Vgl. 6, 24 if.
20. 7:c(vouf>Yoc] Basil. 454, 25 aocpoc^ und so Lat. Syr. (vgl.
zu 37,19. 31,11).— \x6h:] Syr. ora.; vgl. zu 26,29 und zu 29,6.
— T^au/fJ Syr. in Ruhe {m^:2 vgl. nm2 12, 11). — {xstoiocast] das
Verbum bei Aq. Am. 5, 9 und bei Symm. Ps. 39, 14 für Z'^hzi;
Syr. er lacht. — Vgl. Gr. zu 19, 30. — Der Vers stört den
Zusammenhang von v. 19. 21 und scheint verstellt zu sein.
Besser stände er schon hinter v. 21, Luther stellt ihn hinter v. 26.
21. xoaaoc] vgl. nj? 6, 30. — Im Syr. sind Schmuck und
Spange schlecht vertauscht, übrigens hat er schlecht „Hand" für
„Arm" (vgl. zu v. 19).
22. 23 werden in :i>npm:"'2*n ap'iz (ed. Schönblum) 14a zitiert.
22. B. Nidda 16b wird aus dem Buche des Ben Sira ein
Spruch angeführt, wonach von vier verhassteu Menschen am
verhasstesten ist cxno 'n'zn n''2S Djrii. — mnö] ist wohl das Ad-
verbium, das auch Koh. 8, 11 als Prädikat zu stehen scheint.
Gr. ta/u? (23 "V'^)- — ^Ji"- für a: Die Füsse des Toren gehen
schnell hinein in das Innere (ebenso v. 23) des Hauses. — u^^ii]
ma'ic] Gr. (zyi)f>tü-o? 03 (Syroh. om.) -o/.'j-sipoc, Syr. und der weise
Mann. — C''21 V^^^''] Gr. otis/uvör^OöTai d-o irpocrtü-ou (248 dr' auxoü,
Sah. add, dvöpw-ojv), Lat. confundetur a facie potentis. Syr. er
beugt nieder (|nj) sein Gesicht. Danach ist ^21 wohl Fehler
für CJC. Die Bedeutung sich schämen (vgl. zu 4, 25) passt zum
Hifll und zu dem blossen d''JD nicht. Dagegen wird man Syr.
erklären dürfen: er wartet in bescheidener Haltung die Einladung
ab. Vgl. das Stehenbleiben Gen. 18, 2. Indessen erscheint es
als unumgänglich, 22b mit 23b zu vertauschen. Die Umstellung
ist wohl durch den Anklang von 23 b an 24 a (s. u.) veranlasst.
23. nnzü] vgl. zu 14, 23. Gr. dr.o Oupa^, Lat. schlecht:
a fenestra. — I2^2^J Syr. p-'i», Gr. TrotpaxuTrxsi (248 253 23 70 106
-xu<j^£i, Lat. respiciet); vgl. 14,23. — tf»"«^ ni22l] vgl. Prv. 20,3.
Sir. 21,19—28. 195
Syr.: und die Ehre des Mannes. Aber Gr. «vyjp ös TcsiraioeufAivo;,
was auf ^^ah "IDIOI führen könnte und zu v. 24 a passt. Für
Tf2V rC22 (im Hause seiner Verwandten) hat Gr. scw axr^aexon und
Syr. „dass er steht draussen und redet". Das letztere ist augen-
scheinlich Zutat, man wird aber noyS inn oder dgi. herstellen
müssen; vgl. Job. 39, 4.
24. dvBptüTTou] Syr. dem Menschen (vgl. zu v. 23). —
cppovifxoc] Syr. aü''2n, ebenso v. 25. — dxifjLia] ausser B (308) alle
dxifjLiav. — Syr, und dem Weisen ist schwer {a^p) seine Schande.
Ursprünglich stand aber wohl da Vi's* T2T (Zach. 1, 11), was
etwa in |ri3 T22^ (vgl, Esth. 1, 18) verlesen war.
25. y.st'm Syr. der Mund. — dXXoxpiwv (S'=* dXXoxpta)] 248
Anton. 993 iroXuXdXwv, Sah. von Vielen {= ttoXXäv), Lat. wohl
ratend: imprudentium, Syr. ay^tif'. Verwechselt hat Gr. n* mit IT
(s. z. 35, 18). — ßapuv&r;a£xai (106 k C -lovxoti)] ist aus v, 24
eingedrungen, dafür 248 Syroh. 253 23 70 157 S 55 254 155
Sah. Lat. Anton. 993 oi-zjYr^aovxai (-asxat), Syr. er redet. — iv
xouxoi?] Sah. zu ihm, 248 Anton. 993 xa oux otuxwv, Lat. stulta,
aber Syr. mit seiner Seele selbst (nit^oJi KOii^lJS). Es stand da
nti'cis (lii^c:n) = mit Leidenschaft, oder ein vollerer Ausdruck,
wie iiro: mnn Mi. 1, 3. Vielleicht ist xoüxot; (S* xauxoic) Fehler
für sauxoTc. — Syr. für b z. T. wohl genauer: und in Gewicht
(= wohl Abgewogenes) redet der Weise. Vgl. 28, 25. 16, 25,
26. Sah, [ifopou und otuxoGi (für auxwy P). — Syr. der Mund
des Toren ist sein Herz, und der Mund des Weisen ist in seinem
Herzen. Danach haben 248 70 Lat. Recht mit: sv ok xotpSia
ari(fi(x)v. — aoziviv] A (ppovt'[xa)v.
27. dssj":;/,] Syr. der Tor. — xov saxavdv (B'^ aaxava)] Syr.
den, der (an) ihm nicht gesündigt hat. Für den Satan oder einen
beliebigen Gegner des Gottlosen kann nicht Partei genommen
sein. Vielleicht ist craxavdv nur Schreibfehler (für cjüvsxov oder dgl.).
Vgl. Prv. 26, 2. Gen. 12, 3. 27, 29. Num. 24, 9.
28. Wie der ungerechtfertigte Fluch auf den Fluchenden
zurückfällt, so die üble Nachrede auf den Verleumder. — ij.oXuv£r
xYjv ^u/Tjv sauxoü] vgl. n:>c: '^yjo 40, 29. — ö -LiUupi'Ctuv (12, 18)]
248 70 Lat. o -^i'Oupo? (vgl. zu 5, 14). Anders als an den ge-
nannten Stellen stand hier vielleicht ^""DT oderpiJ (s. z. 11, 29. 31).
— Ausser B (S A 157 308) lesen alle xal (55 254 om.) oo i^v
13*
i96 Sir. 20, 27—23, 27.
•Kczpoizr^a-^j; vgl. 41, 19. 29,24.38,32. mj, das vielleicht auch hier
stand, bedeutet auch verweilen schlechthin; vgl. auch Hebr.
zu 42, 11. — Lat. für b: et in omnibns odietur et qui (cum eo)
manserit, odiosus erit. tacitus et sensatus honorabitur. Der
letzte Satz bei Anton. 989: 6 aqrjpoc xal vor^txwy Ttarjc a^itoör^asToti.
— Syr. unwillig {üp''''V etwa = b^io) ist die Seele des Weisen
(= falsche Deutung des Suffixes) wegen des Toren, weil er nicht
weiss, was er ihm sagen soll. Vgl. Syr. zu 29, 24.
22,1. T^pSaXfOfilvo)] Syr. ein stinkender (snjni:); vgl. Payne-
Smith s. V., aber auch nm Joel 2, 20 und oben 11, 12. Ge-
meint sind die lapides latrinarum, die die Alten benutzten. —
auvcßXv^ft-/)] 253 23 korrigieren töricht £|3XrjÖr^ (ebenso v. 2), S '^^
IXi&oßoXri&T], Lat. lapidatus est (ebenso v. 2), und vorher: in la-
pide luteo, dagegen 70 T.ape^^lr^>}r^. Vgl. av-i-apaßa'ÄXsiv 23,12. —
exaupisr] Lat. loquentur. — Syr. umschreibend: wie ein beschmutzter
Stein, der geworfen ist (s'öi = tot: iTOT?) auf die Strasse und
Jedermann flieht (piy vgl. piiy = izsupisT?) vor seinem Geruch —
so ist der Tor und Jedermann entfernt sich von ihm. Allerdings
ist in b vom Faulen die Rede, aber das Bild geht fort (s. z. v. 2).
Vielleicht gab Gr. wsn schlecht wieder.
2. ßoXßiTo) xo-pi'a)v] LXX £v [irA[ii-r,i; xoTijittov Ez. 4, 12 für
na:i ''b'^JD. — ua? 6 dvaipoujxsvoc] Lat. et omnis qui tetigerit. —
Syr. schlecht: wenn hinausgeht (riKV) ein Mann nach draussen
auf die Strasse (spii^'? = pii:» : mtr?) und verunehrt (lyifö) sich
selbst und jeder, der ihn sieht, schüttelt (rjnaö) seine Hände
(Lat. manus). Das Schütteln der Hände ist Geberde des Hohns
wie das Zischen; vgL 12, 18 und Soph. 2, 15 "T Ti' piK^'- Danach
könnte man geneigt sein, avaipouixsvo? zu verwerfen; aber nach
Gr. sxTivacei (= Syr.) stand wohl da lyr; vgl. Jes. 33, 15.
3. SV YEvvVjasi dTraiSsuTou] Lat. de filio indisciplinato (Anton.
1052 £v -j'svvr^ixati d-aiosu-tp), Syr. für a: Schande (snnrD := nti*3)
ist dem Vater ein törichter Sohn. Gr. schrieb cv '(^wf^cszl vielleicht
wiegen b, wo yivsTai (70 ^swatai) nach Syr. = mSi: oder ih)r\.
Vgl. sonst auch '7^03 •]h; Prv. 17,21.— i-' sXa-xwasi] Syr. wiDin'?,
wohl = "Dn'7, das Fehler für lünh {= zum Schimpf) war; vgl.
zu 20, 2. — Im Folgenden kommt er auf die törichte Toch-
ter hinaus, und anscheinend will er sagen, dass die törichte
Tochter noch schlimmer ist als der törichte Sohn (vgl. 26, 10 ff.
Sir. 22, 1—7. 197
42, 9 ff.); non besagt auch wohl mehr als p\i^2. Aber anstössig
ist das blosse iluyar/jp (Sah. korrigiert: \}o-('-hr^[j os -wr^^d), wofür
Syr. i^T\2'p^ = napj hat; denn na oder nzpj könnte für sich allein
nach vorhergehendem h^üz (p) oder dgl. schwerlich die törichte
Tochter bezeichnen. Man könnte meinen: stand r\2'pi da, so war
es verderbt (vgl. z. ß. rhi: Job. 2, 10); stand n3 da, dann war
dahinter ein Wort ausgefallen. Vgl. aber Alf. Sir. II (unter n):
mnpjrt ''2^h ''IK. Was beim Sohne möglich ist, ist bei der Tochter Regel.
4. Syr. om. — zXrjpovo|XT;ci£i avopa (248 avöpoc) ccjttjc] Lat.
haereditas viro suo (vgl. 26, 3. Ps. 127, 3). Allerdings steht
•/).yjpovoaE(« in LXX für ^Tun. Danach könnte man erklären: sie
hilft ihm zu einer rhm (vgl. Prv. 31, 10 ff.). Aber Gr. setzt für
S'mn xaTax///)povo[xsoj (vgl. zu 15, 6. 4ß, 1), also wird xXr^povo[x'>y.
avopo; (oder otvöpi) zu lesen sein. — xaij Lat. nam. — ■?; xataia-
Xuvouaa] vgl. mcno 42, 14 und nti>''30 Prv. 12, 4. — YswT^aavio?]
Syroh. ihres (Suffix) Erzeugers.
5. TTct-spa] 70 |x-/)-£pa. — avopa] Syr. schlecht: ihre Mutter.
Syroh. hat bei -a-cspa und avopa das Possessivsuffix, — xa-aiT/üVci]
vgl. ty''3in 42, 11. — r^ OpaasraJ vgl. zu 4, 29 und zu 42, 11.
Sah. die hartwissende, Syr. die törichte. — xal u-o au/foisptuv]
vgl. 10, 7. — Lat. für b: et ab impiis non minorabitur, ab
utrisque autem inhonorabitur.
6. Syr. praem. wie. — ixouaixa'] Syr. K107. Vgl. Gr. zu
35,3 (= Tii'; vgl. Prv. 25, 20) und zu 49, 1 (= -no70; vgl. zu
35, 5. 6). — axaipo?] Syr. 7\T\V2 S^T; vgl. zu 20, 19. — oiyjytjcjic]
vgl. zu 6, 35 und 35, 4. Gemeint ist die Lehrrede des Weisen,
wogegen in b die väterliche Erziehung gemeint ist. Also gehört
der Vers zum Vorigen, wenngleich a das Folgende vorbereitet.
Ausser B (70 251 308 Lat.) alle [xaGirfs? os xal Tratosia, wofür
Syr.: und Zurechtweisung (Km"nö) und Lehre. — 248 106 Sah.
lassen Ttavit' aus (schlechte Korrektur), dagegen lesen S* Sah.
(letzterer freilich: und Weisheit) mit Lat. Syr. richtig aocpia.
7. Syroh. 253 23 oaxpaxa, S döxpaxcDy. Syr. wie ein Mensch,
der aneinander klebt (p3lö) Scherben, so wer usw. Lat. quasi
qui conglutinat. — icsYsi'poiv (248 xal s^sYsipct) xafJs'joovTa (Co.
Syroh. 23 70 106 -xac)] Syr. und wie ein Mensch, welcher weckt
einen Schlafenden. Lat, qui narrat verbum non audienti quasi qui
excitat dormientem. Vgl. aber Herkenne z. St.— Co. 106 C ßaiJEQc.
198 Sir. 20, 27—23, 27.
8. otriYoufisvoc] wohl = iTl!2 oder lüSö. — 'i-'up'f)] Lat. add.
sapientiam. — e;ri öuvTsXöta] vgl. zu 38, 28. Lat. in fine (narrationis).
— Tt (253 296 Tt?) sattv] Lat. (juis est hie (Toi. quid est); vgl.
13,23. — Syr.: und wie ein Mensch, welcher isst Brot, während
er nicht hungert^ so wer belehrt (rf^t) den Toren und, wenn zu
Ende sind deine Worte, sagt er dir: was hast du gesagt?
11. Syr. für a und b: über den Toten ist zu weinen, da
er abgesclmitten ist (''S:ns) vom Licht, und über den Toren, der
(da er) abgeschnitten ist von der Weisheit. Vermutlich las er
kSd statt n?: (= scsXitte), wohl mit Unrecht; aber danach ist die
Lesart auvssiv (statt auvsai?) trotz ihrer guten Bezeugung (Syroh.
253 23 k S B''^ A C 155 296 Sab.) und trotz 17, 24. 3, 13 zu
verwerfen; vgl. zu 3,25. — ^oiov (Chrysost. 5,421 oXt-yov, Lat.
modicum) xXauaov] Sah. gut ist zu klagen, Syr. es ist nicht zu
weinen. Herkenne fragt mit Recht, ob r^cyaov zu lesen sei. üebrigens
dürfte Syr. dem Urtext entsprechen (s. 10, 23). — otvsirausaxo]
Syr. n-jnna; vgl. 46,19. 39,11. 47,23, aber auch r)2\i^ 38,23.—
os'J 248 70 Syroh. 253 23 S" A -{d^j und so Lat. Syr. — 248
cm. TOvripa. — Syr. für d: denn böser als der Tod ist ein böses
(s. z. 21, 14) Leben. Vgl. Lat. nequissimi enün nequissima vita
super mortem fatui. Augenscheinlich ist fatui späterer Zusatz.
Aber die Lesart des Syr. und Lat. beruht wohl auf Correctur;
vgl. 30, 17 und zu 38, 19, wo das böse Leben etwas anderes
bedeutet.
12. -svOoc] 155 add. Y^p und so Syr. — [x(opou oh xal
acfsßou?] Lat. fatui autem et impii (August, quaest. 172 in Genes,
om. et impii), Syr. und die Trauer des Toren. Ein Wort wie
^3K muss auch in b gestanden haben, da die Genitive im He-
bräischen nicht für sich allein stehen konnten. Aber Gr. wollte
Tisvöoc nicht wiederholen und setzte dafür xal aösßou? (falls es im
Gr. echt ist) hinzu. — auxoü (A Sah. (?) auitov)] Lat. illorum
(August, a. a. 0. eius, Toi. suae). — Bickell streicht v. 12 wegen
des scheinbaren Widerspruchs mit 38, 17. Während aber dort
empfohlen wird nur einen oder zwei Tage zu trauern, ist hier
von der bestehenden Sitte die Rede.
13. [XT] TtXrji^uvTQ? Xoyov] vgl. Aboth 1, 5 n^ü üy nrw nain ha,
übrigens zu 9, 9 und zu 20, 8. Syr. mache nicht schön Gespräche ;
vgl. Syr. zu 42, 12. — r.foq dauvstov] Lat. cum insensato; vgl.
Sir. 22, 8-16. 199
4, 18 Syr. und 44^ 18 Hebr. — Syr. für. b: und mit einem
Schweine gehe nicht auf die Reise (auf dem Wege) = Tin c>'l
•j"n2 i'^n 'rs; vgl. 8, 15. Ich nehme das an wegen d; Gr. schwächte
den Ausdruck ab. — 's6latoLi\ Syr. schlecht: pmx (aus e). —
xoTTov l/jjc] Syr. wohl genauer: "[h p73 = er dich beenge. —
IjLoX'jvU-^;] Syr. er dich verunreinige. — iv -:<p (106 h. -ou) ivtiva-c-
\u\) (Syroh. 253 70 155 wohl riciitig sx-iva-c^i.«), 106 £-/-tvaY[jLO'j)
auTou] Lat. in peccato (Sang, pactu) illius, Syr. wenn er sich
schüttelt (i'cjnö). Es stand da etwa nyjnn^; vgl. LXX und
Pesch. zu Jes. 52, 2. — sx/aivov] Syr. pniK. — 7.x-/)0'.orar,c] Lat.
acediaberis. Syr. er dich ermüde ("'n'?:), wohl ^ -ah^ (vgl. zu
29, 5). — £v T-() a-ovoia a-koCi (23. om.)] Syr. durch die Menge
seiner Gespräche. Das ist zu schwach.
14. Syr. für a: denn viel schwerer als Blei (ist es). Toi.
Sang. Theodulf Metzer Bibel om. quid = v' l'\ Doch vgl.
10, 19. — dl): r;j Syr. i^hü, wohl = ds "2. — Vgl. 21, Iß.
15. Sand] vgl. Prv. 27, 3. Hiob 6, 3. — Co. 296 k Max.
981 oTXa? (253 v (zXXotc); vgl. zu 39,26. — ßwXov] Syr. Last
(SiJJJS). — £'jxo-ov] al. s'jxo-wtcoov, Max. 981 Ant. 920 axo-roTsoov;
Syr. n''j (vgl. rabb. m: und n: = leiclit). — r^ (20, 2) c/yiirjoi-v^
dauvstov] Syr. als zu wohnen bei einem törichten Manne (vgl. 25, 16).
16. 70 Sah. Achmim. Theoder. Theodulf, Metzer Bibel,
Brev. 514) praem. uk, und so Syr. — hir/y-oyai;] = Syr. «npij;
(Riemenwerk). Gemeint ist die Deckenlage [ny^ Koh. 10, 18
vgl. I'CD 1 Reg. 6, 15); denn im Vergleich entspricht das Mauer-
werk der weisen Uebeilegung. — svososasvrj ^ Syr. KTDX. Vgl.
mx 1 Reg. 6,6. Ez. 41, 6 und LXX 2 Chr. 9, 18. — ek oixooo-
[xr^v] Lat. in fundamento aedificii, Syr. Kn''2i ar\'')'i sds3 (in die
Wände der Seiten des Hauses); vgl. n''2n mTp2 1 Reg. und Ez.
a. a. 0. — Syr. om. b. — iv cjassi^ixö) (Max. 732 asicraö), Lat. om.)J
nicht = beim Erdbeben, w^as eine widersinnige Uebertreibung wäre,
sondern bei irgend welcher anderen Erschütterung. Gr. hat den
Ausdruck, der ähnlich wie in d lautete, gekürzt. — £ar/)p'.Y;x£vrJ
vgl. p:i (6, 37) und -[IM (5, 10). Syr. schlecht: das klug gemacht
ist (siina). — i-l oiavo-z^tj-axo? ßouXr;?] Syr. umgekehrt und wohl
richtiger: nrpi «a'^as (im Rat seiner Ueberlegung). — h (248 70
106 add. Trav-i) xotifxo (248 add. '-po|5(o) ou otihAati] Lat. (Dubl.)
cogitatus sensati (vgl. zu v. 17) in omni tempore (vel) metu nou
200 Sir. 20, 27—23, 27.
depravabitur, und: omni tempore non metuet (s. zu v. 18). Syr.
und keine Furcht erschreckt es. Vielleicht geht cp6ßo> auf den
Infinitivus absolutus desselben Verbums zurück^ dessen Finitum
mit oeiXtctaet wiedergegeben ist (vgl. zu lf'>, 19).
17. Lat. om.; vgl. aber zu v. 16 (Theoder. Theodulf,
Metzer Bibel: sicut ornatus arenosus in pariete limpido). —
yjopaa}j.£vr|] Syr. weise (aber w Maus. KTlii' = fest). Vielleicht
sind p2J und p2: verwechselt. — s-l oiavoia? auveaswc] Syr. snai^non
riypl. — (|ia[x[j.u)T6c (253 23 vor x6tj[xoc)] ist der Bildung nach
ein Unwort und sinnlos, da man Quadermauern nicht mit Mörtel
bewirft und der Verputz auch nie so haltbar ist, dass er ein
Bild der Unbeweglichkeit sein könnte. Es ist Schreibfehler für
7Xu|xjiaTos (38; 27. 45, 11) = Syr. Kc'^J-i (w Maus. Mas. I «c^'^jn).
Syroh. hat Ko^'^J, vielleicht folgte er nur der Peschita. Vgl.
ü'mr\s> 45, 11 und sonst r\)vhpf2. — -ot/o-j (248 Syroh. 253 23
praem. iirt) Iustou] wohl = rT'TJ T^p hv, Syr. ungenau: auf ver-
zierten Wänden. Zu verstehen ist geschnitztes Holzgetäfel wie
das an den Wänden des Tempels, das wohl geradezu gemeint
ist. Analog ist dann auch v. 16 zu erklären.
18. /apotxss] 248 "'^'"fe'- 70 106 k 157 A C 55 254 296
richtig /a'Xixs?; Syr. ein kleines Bündel («iiif), vermutlich Miss-
verständnis von nnif (vgl. 2 Sam. 17, 13). Lat. (Dubl.) sicut pali
(Theoder. paleae), und et caementa. Sah. wie Halme, Aeth. wie
Halme (oder: T\ie Spreu, hasar). — km {xexswpou xei'jxsvoi] Lat.
(Dubl.) in excelsis, und sine impensa posita. Syr. auf einem
Stein, welcher hoch ist, und was (= quidquid) sehr leicht ist.
Das Letztere ist offenbar Zutat des üebers. — oü {xrj GTroixsivwaiv]
Syr. DpoS nsti^o i6 (ebenso in d). — Syr. add. wie Kleider von
Linnen und weisser Wolle (Ryssel = "loi:: "inif) vor dem Sturm
nicht Stand halten. — outcu? xapoia oeiX^j (2, 12) iid oiavor^fxaxo?
jxtopou] wegen des Gegensatzes zu oiavor^fxaxo? ßouXr^? wird dem
}X(üpou ein Abstraktum zu Grunde liegen. Allerdings hat Syr.:
so ist das Herz des Toren in seinem Innern zerbrochen. Sodann
entspricht osiXt; bezw. sein Aequivalent dem laxrjpqixEv-/;: so das
Herz, das schwankt auf törichter Ueberlegung. — (poßou] Syr.
Not («npv). — Lat. add. sicut (al. sie et) cor trepidum in cogi-
tatione fatui omni tempore non metuet (vgl. v. 16), sie et qui
in praeceptis dei permanet semper.
Sir. 22, 17—22. 201
19. 0 wnaiov ocpUaXtxov und o v633(oy xapotav] 8yr. „Schlag
auf die Augen (der Augen)" und: „Schlag aufs Herz (des Herzens)."
Vgl. zu letzterem zu 25, 13. 23 und übrigens Prv. 30^ 33. voasto
bedeutet auch „schlagen" und nsn auch „stechen". Gr. setzte
aber willkürlich für riDO das Verbum. — iy/iaiWi] LXX setzt das
Verbum Prv. 29, 11 für s^m (vgl. Syr. zu 39, 8), das auch aus-
treiben heisst (vgl. Ezr. 10, 3. 19). Syr. hat hier xnnyo (wie v. 20).
— aiofOr^aiv ist sinnlos. Syr. smam (so auch v. 20). LXX setzt
ai'aör^at? für n^T; 25, 9 stehen cppovr^aic und Köm einander gegen-
über. Gr. hat an beiden Stellen niv"i (arara. und neuhebr. =
Freundschaft) verkannt. Vgl. auch zu 25, 1.
20. arocfoßöi] Lat. dejiciet (Aug. spec. Hss. decidet. Toi.
abigit), Syr. er macht sie fliegen {rh mctj). -— 6 ovsioiCwv] Syr.
schlecht: wer beraubt (th:). Gemeint ist die schwere Beleidigung,
besonders in Gegenwart Dritter (s. z. 22). — cpO^ov] Syr. rr\2rh]
vgl. zu 37, 6. — oiaXuoci cpiXtay (Syroh. 23 add. auxoij)] Syr. hier:
«nwm I2j?a (wie v. 19. 22), dagegen 20, 10. 11 (s. d.) nnwm nmn.
Erfordert ist aber ein Wort wie verjagen (T3j?r!?). — Syr. add.
gegen deinen Freund sage nichts weiter {^hnrwi^n = nwn?), und
wenn du weiter gesagt hast, hoffe nicht, dass dir bei ihm Liebe ist.
21. iavj Syroh. 253 23 Chrysost. 3, 813 add. xoti und so
Lat. Syr. — 248 70 [xa/ottpay. — hxi -(-ap Ittocvogoc] vgl. 17,24.
Schlecht Syr.: denn ihm ist ein Ausweg. — Vgl. übrigens 27,21.
22. GTOjxot] Lat. OS triste, Syr. deinen Mund; vgl. Job. 3,1.
— Gemeint ist der Zank; vgl. zu 27, 21. — Syr. schlecht: weil
ihm nämlich ist eine Versöhnung. — tcXtjv oveiSiafioü] vgl. 34,31.
41, 22. Lat. (Dubl.) excepto convitio et improperio. — xat urspr^-
cpaviac] überlastet den Stichus. Die Worte fehlen bei Chrysost.
3, 813. 4, 834 und ebenso bei Syr., der für c und d bietet: ein
Sohn der Schmähung (d. h. der Schmähung wert) ist wer offen-
bart ein Geheimnis und ein Schlag der Verborgenheit entfernt
die Liebe. Das letztere stammt wohl aus v. 20. Uebrigens ist
|ö Nion in wohl Fehler für snon p inS (vgl. Syr. 33, 5) und da-
nach das Weitere entstellt. Sodann ist -Xr^Tr; ooXia nach Syr.
(NinDT Nmnö) = nro nzü, also ist auch Dt. 27, 24 inca iiiyn nso
(LXX 6 TUTTTtov Tov irXr^aiov orjXo)) der Verleumder, wie schon
Paulus Fagius erklärte. Vgl. auch 27, 25. — Zum Verrat des
Geheimnisses vgl. 27, 16 — 21. 42, 1 und zu v. 26, sowie Prv.
202 " Sir. 20, 27—23, 27.
25,9. 11, 13. 20,19.— Co. 70 h too-m; yocp. — 106 Chrysost.
Om. TTÖtC.
23. -taxiv xiTjOfai] ist sonderbar. Bretschneider conjicirte
TToiriaai, möglich wäre nur -oir^aai = n)'^vh. Aber wenn LXX für
|ö»j -la-iv s/civ sagt (Jer. 15, 18), dann konnte der Enkel eben-
dafür auch wohl -mativ xxac;!)7.i sagen, was freilich ein Missver-
ständnis war. Syr. für a: unterstütze (■["'^D) deinen Freund (w
Maus, deinen Genossen, Lat. cum amico, al. cum proximo) in
seiner Armut (Lat, in paupertate illius). Betr. [xs-a vgl. zu 51, 20.
— ivocj Lat. ut et, Syr. damit auch. — sv ocYatJoi? auxou] vgl. 6, 11.
— otxo'j -Xrjcji}-i^c] lesen nur B (308), alle anderen (auch Lat. Sah.
Aeth.) sucppocv&fi?. Syr. du teilnimmst (?inin:i^n). Das setze ich =
6}xoü ~Kr^a\y7fi. Ob, wie man gemeint hat, ein nnn einmal als
•nn;!! und das andere Mal als nnn verstanden ist, steht dahin;
vielleicht ist su^pavf^fjc blosse Korrektur. — OXt'j^sw?] Lat. Syr.
add. seiner. — oiati-evs auxmj Lat. permane illi fidelis, Syr. sei
ihm Genosse. — au^Ar^povoiir^a-Qc] Syr. mxn.
24. a-ixk xaij-ivou xctl xotTtvoc] Lat. camini vapor et fumus
ignis inaltatur. Syr. nur: Rauchqualm (W3n Ttsy). Das übrigens
unpassende xocjxi'vou ist wohl Zutat. — oü'roj?] Syr. und (s. z.
13,20). — -po o(i|xaTojv] Syr. Köt lU^ü Dip; vgl. 27, 15. — Xoioo-
piai] vgl. Syr. xnKö 27, 21. 29, 6. Auch LXX setzt das Wort
und seine Verwandten für nn, |nö und dgl. Vgl. auch 28, 11.
Lat. maledicta et contumeliae et minae. Syr. hier allerdings:
Schimpf (Kiyi:); aber damit kann er dem Gr. folgen. — Der Vers
unterbricht den Zusammenhang und steht jedenfalls an falscher
Stelle. Das Missverständnis des Gr. in v, 25 spricht aber dafür,
dass er schon ihn hier fand.
25. axcTraaoti] Lat. salutare (= dcsTzdaaabai?). — Syr. für a:
wenn verarmt dein Freund, so beschäme ihn nicht (indem du
ihn aufgibst). Vielleicht stand da !]ö (z. B. Lev. 25, 25), das Gr.
in -^D verlas. Sodann drückt er mit otta/'jvi>r^ao[xai falsch das
Simplex statt des Causativums aus. Uebrigens ist hier und in
b sowie in v. 26 nach Syr. überall die 2. statt der 1. Sing,
anzunehmen. Toi. hat: non te abscondas. — Zu b vgl. 6, 12.
26. X7t £1 xaxa [xoi au[xßr;a£Tai ist etwa = ''^T'^n nyi CK!
(vgl. 6, 12), ursprünglich stand aber da iJrtt'n. Zu a fehlt im Gr.
ein entsprechender Nachsatz (Lat. add. sustinebo). Denn dstm
Sir. 22, 23—23, 1. 203
der treulose Freund zuletzt sich selbst schadet, ist kein Trost.
Schlecht ist ot' auiov; vielleicht stand da eine Form von inj?
(vgl. iiynn 13, 7), die Gr. mit iiiys zusammenbrachte. Jedenfalls
ist der Sinn: und du dich ihm entziehst. — Ganz abweichend
Syr. : wenn enthüllt dein Gefährte ein Geheimnis (n: yn), so
bringe es nicht aus (Mrpcn). ]\Ian erwartet aber von einem An-
lass zu hören, bei dem man einem Freunde untreu werden kann.
Die Vorlage des Syr. war wegen b nach 19, 8. 9 entstellt. —
8yr. hat für b: damit nicht jeder, der dich hört (p u: der hört),
sich vor dir hüte und wie einen Schädling dich rechne. Der
letzte Satz wird ebenfalls aus 19, 9 (s. d.) eingetragen sein.
27. Vgl. Ps. 141, 3 ^zh m^uf ni,T nn^tt». — owaei] Syr. n^pj
(vgl. Syr. zu 42, 11). — 106 k 157 S A 55 155 296 308 Chrysost.
6, 856 om. [xot, das auch Lat. Syr. nicht ausdrücken. — cpuXaxr^v]
vgl. 26, 10. 42, 11 (iDti^o), Syr. Wächter (so auch 26, 10). — c^potYiöa
TiavoupYov (k S A 155 296 308 iravoup^wv, Lat. certum)] vgl. 42, 6
DDn cmn, das man auch hier vermuten könnte (vgl. zu 37, 19).
Aber crn ist dort sehr verdächtig. Uebrigens spricht „der Stecken
der Zucht" 23, 2 (s. d.) dafür, dass Travoup^ov = nan^; (Klugheit)
ist. Gemeint ist übrigens mit omn hier und 42, 6 ein Schloss.
Lat. signaculum certum, Syr. unerklärlich: >?"ip''KT sonn. — Tziao)]
Syr. ich List sage («^73: 112«). — diz a-j-r,? (23 au-wy, 248 106
add. dcpviouoc)] Lat. ab ipsis, Syr. pro. Es stand vielleicht da ona
(vgl. 20,18). Aber Sah.: durch meinen Mund. — ixou 3°] 248
Syroh. 253 23 106 add. \ir^; auch Syr. wiederholt die Negation.
— 106 i. f. add. h d(3yjrijxo5uv-(j. — Vgl. noch 28, 24ff.
23, 1. -a'tsp] = "nK (Syr.). Der Ausdruck ist merkwürdig;
vgl. V. 4. 4, 10, anders ist 51, 10. Vgl. Hebr. zu 51, 1. — oicsTtn-T.
(A Aeth. i>s£; vgl. v. 4) Cwt^c [jlou] Syr. Herr meines Lebens
(''"m ])n'\fi). Vgl. jedoch osa-oxr^? und Syr. anhü 31, 29, und osaTrotyjc
6 Ueoc, Syr. NnSx, Hebr. dm^k 33, 1. Also vielleicht = ^^n hn]^«;
vgl. {>££ V. 4 und Ps. 42, 9. Gleichwohl möchte ich nach 51, 1
(s. d.) ■'"n nj?o vermuten. — [lou] 248 70 arAaqc. — Der Stichus
jxrj lyzaTaXiTT-fj? [xs Iv ßouX-^ auxojv ist hier überzählig, während
V. 4 ein Stichus fehlt. Im Syr. fehlt er hier und steht dort,
Lat. hat ihn an beiden Stellen, aber Sang, und August, spec.
und DS lassen hier h ßouXf auxcov, und DS auch «xtj acpf,? aus.
204 Sir. 20, 27—23, 27.
— 1X7) (248 70 106 k 157 ii""- A 155 Lat. praem. -/.oli) acpf,? \xb
TTECfsiv] Syr. "iSpnn ah; vgl. Hebr. Syr. 15,12. — iv aÜToi? (70
106 add. iv rapaosqiJLaTiaiKo vgl. zu 19, 3)] Syr. ihretwegen.
2. sTriaxr^aEt] Origen. 15,180 oo^ssi, Syr. c^pj (vgl. 22,27).
— sTTi Tou oictvor;[xa-o? |xou] Syr. ''n''X?nn Sy. Ich vermute n^:"' bv;
vgl. Gr. Syr. zu 21, 11 (ewor^jj-a und «nr), sowie zu 17, 31. 27, 6.
— \id<3xr(ac (22,6)] Syr. xaii^. — -otiostav co'^iac] Syr.: einen
Stecken (santi') der Lehre (wohl = im»; vgl. Prv. 22, 15). Die-
selbe Freiheit wie hier Gr. erlaubte sich Syr. 22,6; vgl. auch
Job. 37,13 LXX. — srij Syr. hv, vgl. zu 16,8. Dass meto-
nymisch die Sünden statt des Sünders genannt sind, ist wohl
unbedenklich. Der Sünder soll eben verschont werden. ■ — |xou
3°] 23 om., Lat. las otu-wv (ignorationibus eorum non parcant
mihi, aber mihi ist Correctur). Trotz des Syr. (s. u.) möchte
ich dem Lat. folgen. Es handelt sich zunächst um die Sünden
des Herzens und des Sinnes, für die Stock und Peitsche ver-
langt werden. Das sind die bösen Gelüste, die erst in Taten
übersetzt Sünden des Menschen werden. — cpstsw/catj 248 '-pstaTQ
au xupis; vgl. Syr.: dass er der Herr schonte meine Schulden.
Gemeint sein können ebenso gut Peitsche und Stock wie der,
der sie bestellt, d. h. im Grunde Gott. In d bringt auch der
Vulgärtext mit zapifj Gott hinein, aber die Uebereinstimmung von
248 und Syr. beweist nicht für den Sing., und noch weniger,
dass Gott ausdrücklich genannt w^ar. — Der Lesart von 248
entspricht die 2. Person in dem Zusatz, den 106 nach 'föiswv-ai
hat und der in 248 den 4. Stichus, der auch im Sah. fehlt, ver-
drängt hat. Auf diesen Zusatz bezieht sich wohl der Asteriskus,
den S'=* vor den 4. Stichus setzt. — ^'^'-pxi] Lat. appareant (er
dachte an 7:apet[xi). Origen. 12, 300 citiert praetereantur und
mea (stat auxÄv), aber sein Citat ist nicht zuverlässig (vgl. 15, 180).
— Syr. für d: dass sie in ihrer Versammlung nicht erben und
nicht sich erbarmen zu verderben {ihznf^h pemj). Der erste der
beiden Sätze scheint auf eine schlechte Dublette zurückzugehen.
Für den zweiten vermute ich cmn^^t^^ hv )^ny sSi (vgl. 30, 11
und zu 24, 22). Gr. gab mn''nty in c durcli ayvoT^ixara wieder,
dagegen *om"' frei mit Ttapfi.
3. Ausser B (308) alle TrXr^öuvÖÄaiv (vgl. zu 16,2). —
a'Yvoiai (30, 11)] Syr. Schulden (v. 2). — TiXeovaaoxjt] Syr. pJK'j^J
Sir. 23, 2-6. 2Ö5
= "li32:3;''(?). 248 70 add. zk auvipißriv. — •Ksaoup.ai] Syr. sie mich
offenbaren {"^Th:: leg. ''JJI^w = "yh'^s^'' ?). — täv uTrsvavxi'cyv] 155 add.
[xou, Lat. add. meorum (al. om.). — Syr. om. [xou 2^.
4. i>£sj Syr. Herr (v. 1). — Als zweiter Stichus ist Ib
(s. d.) hierher zu setzen. — l^xaTaXCirTjc: [j-e] Syr. "wirf mich
(— ^:Tb\^n?); vgl. zu 20,10. — Iv [':iouXf| auxÄvJ Syr. in ihren
Irrtum (= Ausdeutung). Gemeint ist der Rat des eigenen Sinnes
und Herzens, v. 4 geht auf v. 2 zurück wie v. 1 auf 22, 27. —
ji£T£topia[xov (26,9) ocp^aX}i(ov (Lat. add. meorum)] Syr. ein hohes
Auge; vgl. D^:"'J? on Prv. 21,4 und LXX zu Ps. 131,1. Der
Uebermut ist der Anfang aller Sünde (Ps. 18, 28. Prv. 6, 17), na-
mentlich auch der Unzucht.
5. ETTiöufxtav] ist ungenügend. Lat. omue desiderium, Syr.
ein übermütiges (sino) Herz; vgl. 19, 2 und Y^avitoori 'j^u/'/jv in
der Lesart von 248 (106 und Clem. AI.). Vgl. die Einleitung
§ 8. — d7iocj-p£-|ov] Syr. pm«. — Syr. i. f. add. und (w Maus.
Mas. I om.) etwas das schön ist, möge mir nicht entgehen
(vgl. 14, 14).
6. xoiXi'oc? of>£;i? (18, 30) xal auvoumocajxo?] Syr. nur: Aus-
gelassenheit (Kinc Tgl. mo 41, 17) des Fleisches. Lat. für a:
aufer a me ventris concupiscentias et concubitus concupiscentiae
ne apprehendent me. Wahrscheinlich ist xal suvouaiacijjLoc Zutat. —
[XTj xatotXo'.ßETwaav jis] Syr. möge mich nicht ausgelassen machen
("^iHCJ; vgl. zu 19,2). Aber ''Jims", wie Gr. etwa las, ist besser
als ''irnc\ — Syr. für b: und eine freche Seele («n^vn K«^c: =
niy tt^cj; vgl. 6,4. 19,3. 40,30) möge nicht herrschen (öWn)
über mich {'2). Gr. verlas wohl '2 Si^ön (48, 12. 47, 19) in
''J0"'':tf'n. Uebrigens ist hier '\>o■/■r^ = ti^ci = Gier (vgl. zu 6, 2),
und zwar besonders die geschlechtliche (vgl. v. 16. 26, 15. Jer,
2, 24). — {X£] 248 106 add. xov otVixr^v aou. — Der Parteikampf
mit den Weltkindern, in dem die Frömmigkeit sich durchsetzen
und behaupten muss, gibt ihr bei Sirach wie in den Psalmen
die Farbe. Immerfort sind ihre Wortführer wie Jeremia von
ihren Gegnern umlauert, die ihnen aus jedem verfänglichen Wort
einen Strick drehen, und ihnen dabei wo möglich an das Leben
wollen. Zu Fall können die Frommen aber auch durch allerlei
Sünden kommen, ' vor denen sie sich keineswegs sicher fühlen,
und die Gegner sind überall bei der Hand, daraus Kapital zu
206 Sir. 20, 2l—2B;2l.
schlagen, gegen sie selbst und namentlich gegen die gute Sache.
Aus dem letzteren Grunde soll Gott die Frommen vor Unbedacht-
samkeit und vor Sünden behüten, aber auch sie selbst empfinden
den Triumph des gottlosen Gegnei's als das Bitterste an ihrem
moralischen Fall wie an ihrem taktischen Missgeschick. Der
sachliche Gegner ist zugleich persönlicher Feind, aber das letztere,
weil er das erstere ist. — 23, 7 — 15 sind nicht mit 22, 27 — 23, 1
paraUel, wohl aber 23, 7—27 mit 23, 2—6.
7. Die Ueberschrift •kohosic/. axojjiaxos fehlt in Co. Syroh.
253 23 106 157 S A Lat., findet sich aber im Sah. Achmim.
und ist wohl = nc "iD'o; vgl. 34, 12. 41, 14. 18, 30. — aTO[i,aToc]
248 166 157 add. dXTjÖivou (42, 1), Aeth. Syr. meines Mundes.
Aber iraiosia a-rjijLaTo; ist die Lehre, die den Mund betrifft; vgl.
zu 41, 14. — 248 stellt c/.xo6aaT£ xsxva (vgl. zu 16, 24. 41, 14)
an die Spitze. — 6 cpüX^aaojv (Sah. Lat. add. illam)] Syr. "imJOl;
also = 6 cpuXoccftjotjLsvoc = "ioit*jn (37, 31). — aX(5] Syr. er wird
geschmäht werden (lonnj). Vielleicht ist das Uebersetzung von
ühT, das „er wird zu Schanden werden" bedeutete. Dagegen
las Gr. wohl idS^ (9, 4).
8. £v ToT? /öiXscjtv au-ou] gehört offenbar zu v. 8. Syr. durch
sein Reden [rhhoü vgl. zu 21, 16) nämlich. — Lat. add. nee
scandalizabitur in operibus nequissimis. — x7.-a>.£icpi}r^a£Tat (70
157 Sah, xaxaXr/f dr^astat) } Lat. apprehenditur, Syr. nnnnj = ins'' (?).
248 Lat. schicken voraus, und 157 setzt hinter a[j.apxa)Ao^ hinzu:
SV xfj d(ppoa6v-(j (Lat. vanitate) auxou. — Xoioopo? xai uirspricpavo;]
Aeth. Lat. superbus et maledicus; vgl. yh) T 35, 18. Syr. nur:
der Tor. Dieselbe Korrektur wie hier im Syr. findet sich 20, 7
im Hebr. — ax7.vootXiJi>rjaovxai (23 Lat. -ssxoci) Iv auxor?] Syr.
durch seinen Mund strauchelt er (Spnn:). Vgl. ^i^p): 9, 5. 35, 15
und Prv. 6, 2. 11, 6.
9. opxu)] Syr. Plural. — £i^ra-(,c] Lat. assuescat (DS -scas),
Syr. lehre {^hn; vgl. f]'?« Job. 15,5); ebenso Syr. v. 13. 15 für
auv£i>iC<ü und auv£&t'Cojxai. — ~o axo[j,a aou] Lat. add. multi enim
casus in illa (sc. juratione). — ovoji-aaia] 254 ovojjiot, Chrys. 4, 669
xto ovofxctxt. Vielleicht stand da TTinS, ebenso T3'D für ovo[j.aCwv
V. 10. — «Yiou (S*''^ A xou u'];t3xou)] vgl. zu 43, 10. 47, 8. 45, 2.
Nach Syr. (s. u.) könnte «710 u übrigens Zutat des Uebersetzers
sein; vgl. zu 48,20. 70 106 add. i~\ li-axaiü). — Lat. für b:
Sir. 23, 7—11. 207
nominatio vero dei non sit assidiia in ore tuo et nominibus
sanctoriim non admiscearis (lies assuescaris?), quoniam non eris
immunis ab eis. — Syr. für b: und zwischen den Richtern sei
nicht sitzend. Das ist möglicher Weise nur Umschreibung und
natürlich eine falsche. Vielleicht steckt aber hinter den Richtern
ein cncti' (= axoixrz) und hinter dem Sitzen ein |:d (Herkenne).
10. Syr. om. ÄSTrsp. — Syroh. 253 23 106 157 55 254
Aeth. om. 77'p. — rJl/.hr^q eQ£TaCoji.£voc ivosXs/w^J Syr. schlecht:
jeder Mensch (^ laj: 13J??), der viel macht zu schwören. Danach
scheint IvosXs/ioc = nmo oder dgl. (vgl. zu 20, 24) zu sein, dazu
passt aber ein Passivum sclilecht, und der Zusammenhang scheint
zu erfordern, dass der Sclave auch etwas Böses tut, nicht aber,
dass er nur etwas erleidet. Dann ist IcsTotCoixsvoc entweder ver-
derbt oder schlechte Uebersetzung. Man erwartet etwa: der
immerfort aufbegehrt (leg. £;ouataCo;x=vo;?). — ixwXotto; (28, 17)]
Ant. 1157 txacjTiYoc, aber Syr. Schlag. — lAarrcoOr^asxott] die ent-
sprechenden hebr. Verba (ncn u. a.) werden mit |o, auf das Gr.
otro und Syr. |a schliessen lassen, kaum verbunden. Vgl. aber
Koh. 4, 8 und aram. Km^l |ö TDn Targ. Koh. 5, 15. 70 korrigiert
ai)wojf)r^3cTC(i = Syr. Kr*, das Syr. auch für x7.i)otpiai}f| setzt.
Chrysost. 6, 559 liest in a xotöotpiaHr^asTai und in b dOtowörjasxcti.
— 248 Syroh. 253 23 254 155 Anton. 1157 Lat. Syr. om. xat'.
— ö oixvuiov X7.1 ovoix^Cwv 017. 7:7.v-o? (157 S'^^ A 55 254 Chrys.
Aeth. add. To oVj.xa xopiou)] Syr. schlecht: der lügt und schwört.
— /7f}7pic)i>-(i] vgl. nna Prv. 20,9, und betr. x7{}7piC£ai)7i zu 31, 4.
— In 7.;x7pTt7c (Syr. Schulden) ist wie in pj? u. dgl. der Begriff
der Strafe eingeschlossen.
11. TToXuopxoc (27, 14)] auch Syr. hat Ein Wort [ü'ü'). —
7.X-/i3&r^a£Tai 7.vo[xtac] Syr. ungenau: er erwirbt Schulden. — dizo-
ar/ja£T7i] Syr. 12^, vielleicht = ti^io ; vgl. Syr. Gr. zu 32,21 und
Prv. 17, 13. — [xacr-ic] Syr. KK>n:o; etwa = y:: (vgl. zu 30, 14)
oder nza (s, z. 40, 9). — £7'v T:lr^ii\izXr,ar^^\ Syr. umschreibend :
wenn er in Irrtum schwört. Aber vielleicht stand da n::u^2 CK. —
7.;x7pTi7 7.u-o?j] Syr. Sünde (w seine Sünde). — et:' «utoO] = er
ist straffällig.— Der Weisheitslehrer verfällt hier einigermassen
in die juristische Distinction des Schriftgelehrten; vgl. v. 16. 17.
23. Es werden wie Phocyl. 16. 17 drei Fälle unterschieden:
1) der fahrlässige Falscheid, 2) der Meineid, 3) der unnötige
^08 Sir. 20, 27—23, 2t.
Eid. Also ist, wie auch der Nachsatz zeigt, uTTsptoTTj Uebersetzung
etwa von Svo" oder hyc2 (Lev. 26, 40. Num, 5, 12. 31, 16 LXX).
— Syr. für d ganz verkehrt und wohl in willkürlicher Ab-
wandlung: und wenn in Wahrheit (d. h. wahr, seil, er schwört),
nicht soll er schwören. — yap] schlechte Uebersetzung von '':
(= sondern). — £7:a7or,'«)v (248 Sah. Lat. — ^r^?)] vgl. zu 2, 2.
— Syr. für e wiederum schlecht: „denn jeder, der schwört zu
jeder Zeit, hässlich (s'^jd) ist es, und er ist nicht schuldlos."
Den letzten Stichus lässt er aus.
12. Syr. für a: „auch wenn ist ein anderes (Lat. est et
(al. enim) alia loquela), das gleich ist ihm." Danach ist für
dvxmsptßeßXr^jisvr^ (106 irspiß.) mit Syroh. 253 23 70 k zu lesen
avTi7rapaßsßXr|[j,£vr^ (Lat. contraria), und vorher wohl einzusetzen
oXXy], das vor oder für ctv-i ausfiel. Ferner muss OavaTw, das
durch Syr. zu c (s. u.) bestätigt wird, bedeuten: so gefährlich
wie der Tod. Danach ist aber etwas ganz Spezielles gemeint.
Allerdings redet Gr. in c von einem ganzen Genus (xaGI-a Trocvict),
aber Syr. drückt ~a:rcoi. nicht aus. Gemeint ist wohl irgend eine
Art von Gotteslästerung, denn die iraiösia OTojxato; erstreckt sich
gewiss nicht nur auf v. 7 — 11. — Iv xXr^povotxia 'laxioß] gemeint
ist zunächst das heilige Land; vgl. Jes. 58, 14. — Syr. für c:
und auch wer verschliesst ("iJi, pu Mas. II ]h:) seine Seele vor
(von) diesem wird leben. Im Gr. erscheint dTroan^aeTat als un-
genau, übrigens ist er dem Syr. wohl vorzuziehen. — i^xuXia^V]-
GovraiJ da LXX xuXi'siv für S'?: setzt, darf man an das Hithpael
(vgl. 12, 14) im Sinne von „sich beflecken" denken. Syr. er
wird sich vermischen (a'^nnj) führt etwa auf 3"ij?nn Ezr. 9, 2 u. ö.
— Bei £v d[j.apTi'octc fehlt eine nähere Bestimmung, man erwartet:
der Heiden.
13 — 15. In V. 13 ist von einer leichteren Sünde die Rede
als in V. 12; ebenso ist das Verhältnis von v. 15 zu v. 14. Da
aber v. 13. 15 jeder für sich allein nicht bestehen können, an-
derseits auch V. 12 isoliert dasteht, dürfte v. 13 hinter v. 14 zu
stellen, v. 12 mit v. 14, und v. 13 mit v. 15 zusammenzufassen
sein. Vgl. auch 13a mit 9 a.
14. Syr. für a wohl ungenau: bedenke, dass ein Vater
und eine Mutter dir ist. — ^dp (106 om.)] ist wohl falsche
Uebersetzung von "'D = wann. — [xs-^iaTavs;] = heidnische Könige
Sir. 23, 12—16. 209
(s. z. 8,8). — ouvs8p£U£t?j vgl. -nnon 42,12. 11,1. — Syr. für
b ganz abweichend: und von welchem Schrecken (Furcht) wirst
du entgehen. Er verlas wohl mnon in iTiDn, und cn^jj in onwc.
— £7riXaO-(j| ist unrichtig, da man als Objekt unmöglich die Eltern
subintelligieren darf. Lat. obliviscatur te (deus). Syr. wohl richtig:
du zu Fall kommst (Spnn = h'\i^2r\). — iötap-oc ist nach Syr. (sjdSv)
wohl = "iDlD. — jx(üpav&fic] etwa = Sdd: (LXX), Syr. vielleicht
frei übersetzend: du geschmäht wirst. Vgl. aber Lat.: infatuatus
improperium patiaris. — Syr. für e z. T. wohl genauer: und du
wirst sagen: wenn ich doch nicht geschaffen wäre. Vgl. den
Fehler 37,3. — fi-yj xaTotpaV/]] [xtj nur in B*^'' 68 253 ««■■'•• Toi.
Saug. — Vgl. Jer. 20, 14. Job. 3, 3. — Es handelt sich wohl
um Verleugnung der jüdischen Religion durch gottlose Reden.
13. dTraiosuatav aauprj der Accusativ (vgl. den Dativ v. 9.
15) könnte auf der Konstruktion des entsprechenden hebräischen
Verbums beruhen. Indessen las Syroh. wahrscheinlich den Dativ.
Uebrigens haben S*^*^ 55 dTraiösuata opxou, 248 dxoXaata opxou,
Lat. indiscipliuatae loquelae, aber Toi. Am. Sang, und Hss. des
Spec. Aug. haben nur indisciplinose (-sae), Syr. und auch die
Torheit. Danach ist daup^ wohl Zutat des Uebersetzers oder
Glosse. 254 '°*'"s- hat dafür ais/pa dxoXdatcov. — cwe^h-qq] Lat.
assuescat; vgl. zu v. 9. — ^oyo? (23 Xoyiafxoc, s. z. 27,4) djxotp-
Tiac] Syr. Worte der Untreue («npiti*). Es stand da wohl h'iV oder
ähnliches {= sündliches Wesen); vgl. Gr. Syr. zu 16, 13. —
Gemeint sind etwa Zoten.
15. dvi>p(07:cicj Syr. denn ein Mann. — awtbi!^rj\ie\)o?] Syr.
welcher lernt; s. z. v. 9. — Xo^oic ovsioiaaouj Syr. ungenau:
nichtige («nSaii) Worte. Anders als 34, 31. 41, 22 wird der Aus-
druck (etwa = nein "^nm) hier unanständige Reden bedeuten. —
Syr. alle Tage seines Lebens. — 7raiocui>TfJ Syr. er wird Weisheit
lernen. — Syr. add. und keine Lehre nimmt an der Mann, der
Unzucht treibt (ino vgl. zu 19, 2) an der Scham (siyj:^) seines
Fleisches; vgl. Syr. zu v. 16 e.
16. Die auch in den Proverbien öfter vorkommende Form
des Zahlenspruches findet sich noch 25, 1. 25, 2. 25, 7 — 11. 26,
5.6. 26,28. 50,25.26.— siorj] Syr. pi; vgl. 49,8 Hebr., übrigens
25, 2 (wo Syr. wie 49, 8 pjj) und LXX Jer. 15, 3 (mnoti'o). —
ttXyjOuvoucjiv djxapTidc] Syr. hasst meine Seele; vgl. 25,2. — Syr.
Smend, Siracli-Kommentar. 14
210 Sir. 20, 27—23, 27.
für b: und auf drei (hat) Aufsteigen des Zornes (statt); wMaus.:
und das dritte («nSmi wie 50, 25 statt «n'?n3V, vgl. zu 26, 5)
macht aufsteigen Zorn. Es stand da ?]X (nSyo) nSy; vgl. Ps. 78,31.
Prv. 15,1.— 'j/'j/r/ v>2p;A"'^/J ist hier nicht die zornmütige (Dt. 19,6),
sondern die wollüstige (Gen. 30,38.39.41. 31,10. Ps. 51,7)
Seele oder vielmehr : die heisse Begierde (vgl. zu 6, 2 und zu
V. 6). Auf die Seele, die öfter als die Verwüsterin und Mörderin
des Menschen (6, 2 ff. 19,3) erscheint, müsste ou — xa-a-oi)-^
bezogen werden, aber dann erginge es dem zweiten Sünder
ebenso oder gar noch weniger schlimm als dem ersten. Subjekt
kann auch nur das Feuer sein, auf das xaTct-oür, nicht passt.
S '^^ Lat. lesen passend v-oLzoLizi-q xt. Gemeint sind die Objekte der
Wollust; doppeldeutig war allerdings das etwa zu vermutende
ySnn. — Im Syr. fehlen c und d, aber der Ausfall erklärt sich
aus der Aehnlichkeit von d und f, und c und d sind unentbehrlich,
damit drei Arten von Sündern herauskommen. Denn v. 18 — 21
(oder gar v. 18 — 27) in den Zahlenspruch einzubeziehen, geht
nicht an, da die Ehebrecher dort nicht umkommen, den letzten
der drei aber (wie in v. 17) die schwerste Strafe treffen muss.
Die drei Arten von Sündern sind aber 1) der Wollüstige, 2) der
Blutschänder, 3) der Ehebrecher. — avi)poj-o; (Syroh. 253 23 70
Lat. praera. vmi) t,6[jw; (Lat. schlecht -ov/jpoc)] Syr. ein Mann,
der Unzucht treibt (:noT vgl. zu 19,2). — h ^tofiati aotpxo? auxou]
Syr. an der Scham («ij;;:) seines Fleisches. Fritzsche hat Recht,
wenn er nach Lev. 18,6. 25,43 auf "nxty 1B>32 schliesst und hier
die Verwandtenehe findet. — Der folgende Stichus ist im Cod. A
des Hebr. hinter 12, 14 erhalten, wo er sich auch im Syr. findet,
— nnj;"" i^h] Gr. ou [j.-/] -aoar^-ai =: Syr. n':nni sS. Aber "oy wird
durch den Anklang an ^3;an empfohlen; auch Syr. hat zu 12, 14
"inj?J. Vgl. -i2V Dt. 26, 13. Esth. 9, 27 sowie Targ. Job. 28, 28
und unten zu 28, 6. Der Ausdruck bedeutet aber wie das ent-
sprechende ou |j.y] xo-nraVd v. 17 nicht das Beharren im Frevel
oder seine Wiederholung, sondern die Unfähigkeit, sich seiner
zu enthalten. — ti^« 13 ij;^ iv] Syr. hier und 12, 14 ebenso,
Gr. i'to? av h.y.aocsr^ (aber 23 ixxauöfj, Syroh. ay) Tup. Gemeint
ist das Feuer der göttlichen Strafe.
17. Syr. für a schlecht: dem Fleische des hurerischen
(Kino 19,2) Mannes, jedes Fleisch ist süss ihm. Vgl. Prv. 9,17.—
Sir. 23,17—18. 211
zoTraoTo] Syr. er wird sich abhalten lassen («Srnj vgl. zu 19,28). —
iu)c av TeXsuTTjOifj] Syr. bis dass er umkommt. Das ist besser, da
so der Tod als vorzeitiger und als Strafe bezeichnet wird. Als
der letzte der drei muss der Ehebrecher gemeint sein, von dem
im Folgenden weiter geredet wird. Also haben Gr. Syr. mit
7:opyo? und N^iiD wohl ungenau übersetzt.
18. -^r^aßatvojv drJj zr^; x>aV/)c (A -Mkr^:) auTou] kann den
Ehebrecher nicht bezeichnen, und der Zusatz von Tropvo? hinter
av&ptoTO? (so A) beruht auf Korrektur. Lat. omnis homo, qui
transgreditur lectum suum contemnens. Clem. AI. paedag. II
10, 99: 0 avflr.ojTToc rj rj.W^rjhwj l-i TTjC zA. «. Syr. der Mann, der
Untreue übt (-ipti^a) auf ('^j?) dem Lager seines Bettes (noiyT xn^itiTi).
Vgl. Ambros. I 627 in lectu suo; auch Sah. las h oder IrS.
Augenscheinlich ist 7.-0 Korrektur, verursacht durch die Un-
deutlichkeit des 7:apa,3c(tv(ov; LXX setzt aber das Verbum
Num. 5, 12. 19. 20. 29 für rm^ (vgl. zu 42, 10). Dass das Ver-
brechen (anders als Job. 24, 15) im Hause des Ehebrechers
stattfindet, ergibt sich auch aus dem Folgenden. Für z/aV/j stand
im Hebr. ein zusammengesetzter Ausdruck wie rviv"" ti'ij? Ps. 132,3.
— XsYojv (55 Clem. AI. praem. 0, Syr. praem. und) h z\ '}uyj,
au-ou] Lat. (contemnens) in animam suam et dicens. — Gr. setzt
'];u/r^ öfter für 2S (s. z. 4,17), aber Syr. folgt ihm darin, soweit
man sehen kann, nicht. Da auch Syr. hier niJ'cja hat, so ist
Esth. 4, 13 zu vergleichen. Vgl. übrigens Job. 24, 15. — In c
und d hat Gr. gekürzt und wohl auch umgestellt. Vgl. Syr.:
siehe, die Wände meines Hauses verbergen mich ("•'^j; pnoo) und
der Schatten meiner Balken (Mas. I w Maus. Ambr. der Schatten
meines Hauses; vgl. aber Gr. Syr. 29, 22) beschützt (pa) mich.
Vgl. Basil. M. III 615 szoxo? ■*.rCtJi--v. as z7.i ot Toi/ot zuzX«> }j,oü.
Ambros. 1,377, 777: tenebrae cooperiunt me et parietes circum-
dant me. Für zuzXw ijlo'j hat übrigens auch Lat. circumdant niey '
und für (j.s zaX'j-TO'jai Clem. AI. azs-r; [xou. — S '^^ setzt einen
Asteriskus vor zoti ouvlslc — suXaßoutxat. — ~i\ A Lat. ttvot. —
Clem. AI. für den Rest des Verses: zal ouösl? jii/i-si -Ai oAi.'j.pxw::;
[xou- Ti £'jA7,3o!ji;j,ai; jxtj [i-v/jaör^asToci 6 ü'^/is-oc; dagegen hat Syr.:
und es ist nicht, der mich sieht, was hält {^hz) mich ab, dass
ich sündige (den letzten Stichus lässt er aus). Das Aequivalent
von -wv «;xotf/-:iu)v [xo'j (etwa N^na) gehörte zum Vorigen, und
14*
212 Sir, 20, 27—28, 27.
eiXaßotjjxai beruht auf schlechter Uebersetzung. Uebrigens gehört
der letzte Stichus mit v. 19 a zusammen. Es war zu übersetzen
Tou u^iazou (so richtig Bickell).
19. Syr. om. a. Der erste der von ihm übergangenen
Stichen hatte denselben Anfang (sSl) und wohl auch denselben
Schluss (Sx) wie 19 b. — Lat. für a: et non intelligit quoniam
omnia videt oculus illius, quoniam expellit a se timorem dei
huiusmodi hominis timor, et oculi hominum timentes illum. —
yopiou] 248 Clem. AI. add. (xoö) u'^taiou. — fjLupioTrXaawo;] Lat.
multo plus. — (pwtsivoTspol] 248 70 Clem. AI. add. sbtv, Syr.
grösser. — k xal STrißXsTToyTEC, 248 oi iTrißXsTiovts?, Clem. AI. 1. 1.
o" iTrißXsTroucJt und xaxavoooaiv. — 70 S '^^ im tA^(xz. — xotl xaxa-
vooSvxe?] Lat. et profundum abyssi et hominum corda intuentes;
vgl. 42, 18. Prv. 15, 11. — A om. sie. — Syr. für c und d:
und er sieht die Wege aller Menschen und bemerkt, was (w Maus.
Mas. I om.) in der Finsternis die Gestalt («SSsip = iNn?) ihrer
Werke. Hier wird „in der Finsternis" durch cpwtsivoTöpoi des
Gr. empfohlen. Dagegen könnte man mit aTroxpucpct jxlpTj ipn
nnriDJ 42, 19 vergleichen. — Vgl. übrigens 17, 19.
20. 253 23 stellen -o. täv-o. hinter au-q), 248 wiederholt
es dort. — Lat. für a: domino enim deo, antequam crearentur,
omnia sunt agnita. Syr. für a: weil während (noch) nicht ist
jedes, enthüllt (s'jj) ist es vor ihm. Von der Schöpfung war
danach nicht die Rede. Vgl. zum Ausdruck 48, 25. Dagegen
bringt Syr. in b das Weltende hinein: und (vgl. zu 13, 20) auch
nach der Vollendung der Welt richtet er sie. Im Gr. fehlt am
Schluss ein Verbum; 248 70 Lat. add. xaöopa xa Ttavxa; Aeth.
add. er setzt es (leg. « statt d = er sieht es?). Vgl. dazu 15,18.
Das ist mindestens ebenso gut wie das Plus des Syr.
21. Um das Hysteron Proteron zu beseitigen, liest A
xoXaadVjasxai für Triaa&r^aExoti; Syr. hat die Stichen umgestellt.
Uebrigens hat Syr. für exSixTjör^asxoti, das auf ungenauer Ueber-
setzung zu beruhen scheint, KDion: (er wird schaugeführt werden;
doch vgl. auch zu 42, 10). Das war die Strafe des Ehebrechers
und der Ehebrecherin bei den Arabern. Posch, hat dasselbe
Num. 25, 4 für ypin (LXX TrctpaosqfxaxiCtü), obwohl da etwas
ganz anderes gemeint ist. Lat. fügt hier bei: et quasi pullus
equinus fugabitur. Muhammed warf den Juden vor, dass sie mit
Sir. 23, 19—24. 213
den Ehebrechern nicht dem Gesetz gemäss verführen (Lev. 20, 10.
Dt. 22, 22). In der Tat ist auch hier weder bei dem Ehebrecher
noch V, 24 bei der Ehebrecherin von der Todesstrafe die Rede,
was für das Verständnis von Joh. 8 von Interesse ist. — Lat.
fügt am Schluss bei: et erit dedecus omnibus, eo quod non
intellexerit timorem domini.
22. o5to>?] 106 om., w Maus. 1. — Y"^i] Lat. mulier om-
nis. — xaraXiTTouiaa] vgl. Prv. 2, 17. Syr. verdeutlicht: welche
sündigt (Kmo) gegen ihren Eheherrn (vgl. zu 25, 22). — 248
(Syroh.?) 106 157 155 Sah. Lat. tov av8pa «u-t^c. — - TzapiazSiSct.
(vgl. V. 23. 51, 2)] nach Syr. = no^po (Gen. 38, 8. Dt. 25, 7). —
iz aXXoTpiou] 248 Syroh. 253 23 korrigieren hier und v. 23
(Sah. hier): ic aXXou; Syr. wnn« |0. Lat. frei: ex alieno matri-
monio. Vgl. ni t^^N Dt. 25, 5.
23. TTpiuxov (x£v yotp] Syr. 1 am (Mas. I om. i). — sv v6|xq)
6'}taTOu (106 k xupiou) r^Trsi^rjCfs] Syr. sie w^ar untreu (sie log)
gegen (n) das Gesetz Gottes. Vielleicht stand da nii'nD mit 3
oder dgl.; vgl. zu 1, 28. — ek avopa kauxr^ i■Kkr^\lll£k•tla^ (26, 11)]
vgl. Syo Gr. 10, 7 und Num. 5, 12. 27. Syr. schlecht: gegen (s)
den Eheherrn ihrer Jugend. — h Tiopvsia Ijxoij^süöyj] Syr. schlecht:
in der Hurerei des Ehebruchs (d'csj: now?). — Ausser B (296
308) alle xal i;; Sjt.: weil sie von etc. — dXXoxpiou (zu v. 22)]
Lat. alio, Syr. hier: «nsiJ; vgl. zu 26, 19. Vielleicht stand da
••IDJ; vgl. n^DJ Prv. 2, 16. 5, 20 usw. und zu 9, 3. — Die juri-
stische Distinction ähnlich wie v. 11.
24. Für zk £xxXrj(jtav lesen 248 Syroh. 70 Iv ixxXr^aia
(Cod. Theodor, in ecclesia), und Syroh. hat für e;a/i^r^aeTai (155
a/Or^aexai, Lat. adducetur) hpbpDn {= sie wird beschimpft werden?).
Syr. für a: und (Ambr. w om.) auch sie wird aus der Gemeinde
herausgehn. Man könnte dazu S'^ifin Ezr. 10, 3. 19 vergleichen,
aber die Frau gehörte überhaupt nicht zum hnp. Man sagt K'^ifin
aber auch von der Hinausführung vor die Stadt oder vor das
Haus, event. zur Todesstrafe (vgl. Gen. 38,24. Dt. 22,21);
übrigens las Gr. wohl b:^.pn Sk oder dgl. — LXX setzt sTriaxoTrr^
sativ mehrmals für npcj. Syr. hat für b verdeutlichend: „und
gegen (Sv) ihre Kinder wird ihrer (d. h. der Mutter) Sünden
gedacht werden." Aber die Sünden der Mutter hat Gr. wohl
214 Sir. 20, 27— 23, 27. 24,1—27,3.
Übergangen. Es handelt sich hier übrigens darum, dass die
Kinder von Gerichts wegen für unecht eiklärt werden.
25. ta Tsxva auxr^c] 248 uiol aüttuv. Man erwartet des Pa-
rallelismus halber eher von „Sprossen" zu hören. Vgl. z. B.
CXifX^: 41, 20 und dazu Gr. Syr, — 248 Syroh. 70 om. st?, das
auch Lat. Sah. Syr. nicht ausdrücken. Also ist oiaowaouat (Syr.
nicht werfen ihre Kinder eine Wurzel in die Erde) auf die
Kinder zu beziehen^ (wie auch b verlangt), und das Verbum steht
wie 24, 15. 39, 14. — otoaouai] lesen nur B (308) Lat., dagegen
23 TToir^aouaiv (Syr. sie werden machen) und die übrigen ohooau
Im Hebräischen findet sich so n^v und n\i^:. — Vgl. Mal. 3, 19.
Jes. 37, 31. Lev. 20,20.21.
26. 23 praem. xai. — Syr. für a schlecht: und hinterlassen
wird zum Fluch ihr Gedächtnis. — Vgl. Jer. 29, 22. — xo ovsioo?
auxr^c] Syr. schlecht: ihre Schulden (s. z. 3,11). — IcaXctcpÜT^cjöxai]
Syr. ptsyni (s. z. 41, 11). Denkbar ist danach mD3, aber auch
nn^J (vgl. 39, 9. 44, 13) oder mti^J.
27. Syr. und es werden erkennen alle Bewohner der Erde,
und einsehen werden alle die übrig sind in der Welt (^""Sri), dass
nicht ist, das besser usw. Aus rhythmischen Gründen ist das
anzunehmen, obwohl San vielleicht eingetragen war. Vgl. cnxii'in
Dt. 19, 20. — xupiou 1^'] 106 157 55 254 296 Usou. Lat. Syr.
dei. — xoij Trpoasysiv] Syr. i^üh p (ebenso 35, 24. 32, 2) = iüf}p,
— xüpiou 2^] 248 70 253 55 254 (xou) Usoö, Syr. seine (Gebote).
— Vgl. 46, 10.
X. 24, 1 — 27, 3.
Der Abschnitt wird c. 24 durch ein Lob der Weisheit ein-
geleitet, für das zunächst die Weisheit selbst das Wort nimmt
(vgl. 4, 11 ff. Prv. 8.9). Als die göttliche Intelligenz ist sie die
vornehmste Dienerin Gottes, identisch mit dem Schöpferwort und
Schöpfergeist und das Medium der göttlichen Weltregierung, aber
sie ist auch die von Gott bestellte Weltherrscherin, die von
Anfang an in der ganzen Schöpfung waltete (v. 1 — 6). Sie, die
anfänglich im Himmel thronte, wollte aber auch unter den
Menschen, d. h. unter einem bestimmten Volke, wohnen, und
Gott wies ihr Israel und Jerusalem zur Wohnung und zu
Sir. 23, 25—27. 215
besonderem Eigentum an. Hier ist und wirkt sie seitdem auf
ewig und zwar als die Wahrheit oder die Religion, die die gött-
liche Ordnung für die Menschen, d. h. für die Juden, ist. Sofern
die Religion im Cultus in die Ersclieinung tritt, war die Weis-
heit in all ihrer Herrlichkeit die Gott wohlgefällige Priesterin
der Stiftshütte und des Tempels (v. 7 — 11. 12 — 15); den Menschen,
d. h. den Juden, ist sie die Führerin zum Heil (v. 16 — 22). Für
die Menschen ist sie deshalb identisch mit dem Gesetzbuch
Moses, der unerschöpflichen Fundgrube aller Wahrheit (v. 23 — 29).
Aber zu Wort kommt sie aucli im Munde des Schriftgelehrten,
der zuerst für sich selbst die Weisheit suchte, sie mm aber wie ein
gotterleuchteter Prophet seinen Hörern predigt (v, 30 — 34). Das
Ganze ist ein stolzer Ausdruck des geschiclitlichen Selbst-
bewusstseins des Judentums. In abstracter Form wird hier
für Israel derselbe Ansprucli erhoben, den das Lob der Väter
Israels c. 44 — 49 concret darlegt. Denn die Identifikation der
Weisheit mit der jüdischen Religion ist gegen den Hellenismus
gerichtet, in dessen Bekämpfung der Schriftgelehrte sich als ein
Nachfolger der Propheten weiss. Im Einzelnen lehnt das Stück
sich mehrfach an Prv. 8, 22 ff. an. — Die Rede zerfällt deutlich
in 6 Strophen von je 6 Distichen. In den vier ersten redet die
Weisheit selbst, in den beiden letzten der Verfasser. In sich
selbst sind aber die Strophen sehr verschieden gegliedert
(2. 2. 2. I 3. 3. I 1. 3. 2. | 2. 2. 2 | 1. 3. 2. | 3. 3).
Mit dieser grossartigen Einleitung (vgl. zu v. 32) contra-
stiert der Inhalt der nun folgenden Lehren. Es finden sich hier
freilich eindringliche Empfehlungen der Weisheit und Gottes-
furcht, aber vor aUem ist von dem Glück und Unglück die
Rede, das die Frau für den Mann bedeuten kann. An der Spitze
stehen zwei Zahlensprüche (25, 1. 2 vgl. v. 7 — 11. 26,5. 6. 28).
Der erste preist Mann und Weib, die sich in einander schicken,
der zweite schilt den ehebrecherischen und törichten Alten
(25. 1. 2. = 2. 2). Hieran schliesst sich die Mahnung, in der
Jugend nach Weisheit zu trachten, damit man im Alter das Lob
der Weisheit habe (v. 3 — 6 = 1. 2. 1), und eine Aufzählung
von zehn Glücklichen, von denen der Gottesfürchtige der glück-
lichste ist (v. 7 — 11 = 1. 5. 1). Dann folgen bittere Klagen
über die bösen Frauen (v. 13 — 26. 26, 5 — 12), untermischt mit
216 Sir. 24, 1—27, 3.
Lobsprüchen über die guten (26, 1—4. 13—18 = 2. 2. 2. 1.
1. I 2. 2. 1. 2. I 2. 2. I 3. I 3. I 2. 2. | 3. | 3). Eine Warnung
vor Rückfall in die Sünde (v. 28 = 3), von der übrigens na-
mentlich der Kaufmann selten frei bleibt (26, 29 — 27, 3 := 3. 1),
beschUesst den Abschnitt.
24, 1. 2. ctivsat? aocpiac] al. aocpiotc aiveaic, Co. Syroh. 253
23 106 157 om. Es stand wohl da nö2n n2\if (vgl. 44, 1). — 23
g*-vid. iQQ Qjjj ^^^ — 1^ jj^^3„^ i^rju auxTj?] SjT. iumitten des
Volkes Gottes. Gemeint sind aber nicht die Juden, sondern die
himmlischen Genossen der Weisheit. Sie steht unter den über-
irdischen Dienern Gottes unvergleichlich da. Allerdings hat Lat.
für Ib neben zwei anderen Uebersetzungen auch: et in deo
honorabitur. Das geht vielleicht mit dem Syr. auf dieselbe
griechische oder auch hebräische Vorlage zurück. Aber dann
war '''' Dj; Fehler für noj;, entstanden aus Missverständnis von 2 a. —
xauyj^aexat 1^ und 2^] Syr. ip^nn und nnritiTi, etwa = nsenn und
hhr\r\n. — ev ixxXr^ata (Lat. ecclesiis) u-^wtou] = Syr. arhüi KnmJ22
= b^ mys (vgl- Ps- 82, 1). — i'vavxt ouva;x£(üs (Sah. 8uva|x£(üv)
auTou] Syr. nmVn 1J2, wobei ): aus v. 1 eingedrungen ist. Vgl.
r«32: 42, 17 und zu 17, 32. — Betr. der Zusätze des Lat. vgl.
die Einleitung § 8.
3. Als Medium der Weltschöpfung wird die Weisheit mit
dem Worte Gottes identifiziert. — u'^fotou] auch Syr. hat «""Sy. —
ofxi/Xr^ (43, 22 = ]^V)] in LXX öfter für Scnj;, Syr. hat hier nSq-ij;.
Auch damit ist die Weisheit als Medium der Schöpfung bezeichnet;
vgl. den brütenden Geist Gen. 1, 2 und i« Gen. 2, 6, was On-
kelos mit KJjy wiedergibt. — yt^v] Lat. omnem terram.
4. £v utl/r^XoT^j Syr. in den höchsten Höhen. — xaxssxr^vwaa]
Syr. wohl genauer: ich schlug auf (nti^pj) meine Wohnung. Hat
Sirach '•JN üfff Prv. 8, 27 missverstanden? — ev aiokta vecpiXifj?]
Syr. auf den Säulen der Wolken. Gemeint ist aber die Wolken-
säule des Exodus. Sie ist in den Himmel versetzt, weil sie
auch zu den Gütern der Zukunft gehört. Deshalb muss sie
aber auch im Himmel präexistiert haben. Bei Philo (quis rer.
div. haeres § 42) ist die Wolkensäule, die die Israeliten von
den Egyptern trennt, die Weisheit selbst. Als die oberste
Dienerin Gottes hatte die Weisheit im Himmel einen Thron
und herrschte sie über die ganze Welt.
Sir. 24, 1—9. 217
5. Die Weisheit durchwandelte die ganze Welt, damit
bewies sie sich als Weltherrscherin. Gedacht ist aber wohl
auch daran, dass sie überall in der Welt schöpferisch w^altete.
Yupov oOpavou] Vgl. i2''0tt' Jin Hiob 22, 14. Prv. 8, 27 und zu 43, 12.
— exuxXtoaa] vgl. v\''pr] 43, 12. — Syr. für a schlecht: im Himmel
mit ihm zusammen wohnte ich. — sv ßotösi aßuaacov] vgl. zu 1,3.
Syr. wohl genauer: Nöinm X"ipV2: vgl. cM ^u^i'^ Job. 36,30. —
Lat. ungenau: et profundum abyssi penetravi; vgl. zu v. 6.
6. Syr. über (n) die Quellen des Meeres und über die
Fundamente der Welt {h^2r\) und über alle Völker und Nationen
herrschte ich. Augenscheinlich ist sxxr^aafxr^v Fehler für ^ricjajxr^v,
wie S*=* und Lat. lesen. Es stand da w^ohl isSk' (so Syr.) oder
h^Ki. Prv. 8, 31 spielt die Weisheit mit den Menschen. Uebrigens
scheint Syr. genauer zu sein. Vgl. CM "233 Job. 38, 16 und
mnn mrj?» Gen. 7,11 und own mry Prv. 8,28, und ^2n mo^
16, 19, ps nWD Prv. 8, 29 und '^an nnmo Ps. 18, 16. — xal iv
TtaOTO xfj y-^] Lat. add. steti.
7. [i-exa (Co. 70 praem. xai) xouxtuv zavxwvj Aeth. und nach
diesem allen, Lat. (et) in his omnibus, Syr. und in allen diesen
(fem. plur., wohl bezüglich auf Nationen). Jedenfalls sind die
Völker gemeint. — avarauaiv] = nrriia im Sinne von Jes. 11, 10. —
eCi^xr^aa] Syr. add. mir. — Syr. für b: in welchem Erbe ich
wohnen sollte («iii^K). Danach ist auXiaÖT^aofiai vielleicht ^ pti'K
(vgl. LXX). Die Ausdrücke nm:« und pii* werden in diesem
Sinne auch von Gott selbst gebraucht. — Vgl. Bar. 3. 37 ff.
8. 6 xxfoxr^? ctTcavxu>v] vgl. 51, 12 * Hebr. bjn iTi", Syr. hz kiö
(leg. N12?). — 0 xxisot? jxs] Syr. "'^nsyi p. — xaxsTrauasJ wohi =
ü'}^'i Syr. "iii'Xl (und er stellte fest), aber Ambr. w Maus. Mas. 11
"-iiTKl; vgl. Ez. 40, 2 Pesch. — xal (254 Syr. om.) sTttcv] 55 254
Lat. Syr. add. |xot. — xaxaoxT^vtuaov] Syr. '''\\if. — xaxaxXr^povofir^ihjxi =
haeres constituere; vgl. hmnn 36, 16b sowie Dt. 19, 14 LXX und
oben zu 15, 6. Syr. nintr« (werde befestigt), wonach ^'mn denkbar
wäre; vgl. Job. 23, 11 Pesch.
9. Ttpo xou ai&yoc] steht 42, 21 für D^iyo, ebenso LXX zu
Prv. 8, 23, wo übrigens if^siö (= ar ap/r^; s. z. 16, 26) neben
rh)yD steht. Lat. ab initio (et) ante saecula. Syr. hat nach Gr.
kürzend nur a£hy mp |o (vor den Ewigkeiten). — Ixxias »xs] Lat.
Syr. creata sum. — £«>? aiÄvo? (253 23 S A atwvwv)] Aeth.
218 Sir. 24, 1-27, 3.
immerfort und für Ewigkeit der Ewigkeit, Syr. für Ewigkeit der
Ewigkeiten. - — sxXnrto (248 ä/Xeorw vgl. zu 42,24)] besser Syr.:
wird aufhören mein Gedächtnis = ^D* nifi^" (vgl. 38, 23); d. h. man
wird immerdar nach mir fragen (vgl. v, 20 und dazu Lat.). Dass
die Weisheit oder ihr Ruhm ewig bestehen wird, bedeutet
übrigens, dass Israel auf ewig die Wahrheit hat.
10. Die Weisheit ist das Gesetz und das Gesetz auch
Cultusgesetz und sofern im Cultus wie in der Gesetzeserfüllung
überhaupt das Gesetz in Action tritt, kann die Weisheit als
Priesterin (= eXsiToup-^r^ofa ^ Tiii^) der Stiftshütte und des Tem-
pels gedacht Averden (vgl. v. 15). — orjxojc] ist wohl wie 35, 1 =
pD (darauf). Syr. 3in (abermals). — £a;x/)piyj}r^v] Syr. nöp. Zu ver-
muten ist eine Form von 3r (vgl. 39, 32 Gr.), und zwar wohl
arm im Sinne von dienen (zu ergänzen rJoS) ; vgl. 8, 8. 38, 3.
11. r^YJ.^zr^llivr^^ (248 Aeth. Lat. YjYiaaasv^j) o|jloio>?J Syr. wohl
richtig: die geliebt ihm wie ich. — jis (23 S om.) xaxsTrauae] Lat.
Aeth. nur: requievi, und so Syr. Lies xoctsTrautja (vgl. 5, 6, und
zu 44,23). — rj scouaia (A ecouaiav [xou] Syr.. Sin ''T^hw. Zu "ver-
muten ist 'nh^nt: (10, 4).
12. ippt'Cwaa (3, 28)] Syr. ich wuchs hoch (aus v. 13). —
iv fxcpioi xupiou (vgl. 17, 17)] = "^ phn2 Dt. 32, 9. Zach. 2, 16. —
xXyjpovo[j.tac (k x^povo[ita, Lat. haereditas) autouj Aeth. und in
seinem Erbe, Syr, imd inmitten seines Erbes, Israels. Man wird
dem Syr. (abzüglich des „Israels") folgen müssen.
13. dvü'{^a)i>r|v] Syr. JT'mn«, ebenso beide Mal v. 14. Vgl.
6'];ou{jL|vyj 50, 10 (= nmo?) und nm Ez. 16, 7. Job. 39, 4. —
xoTrapiacjoc] vgl. 50, 10, w^o |Hebr. pii' yv (Oleaster) = KntfOT SiS^«,
das Syr. hier wie dort hat. Vgl. LXX Neh. 8, 15 und die Hexapla zu
1 Reg. 6, 23. 32. — A Lat. op=i. _ ^Ispjxcuv] Lat. Sion (= |«^tf
Dt, 4, 48). Augenscheinlich ist 'Aspfiwv innergriechische Korrektur,
die für den seltenen Namen den gewöhnlichen setzte. — Syr.
auf (om. opeaiv) Senir (Dt. 3, 9), dem Schneeberge. — Die Orts-
bestimmimgen gehören hier und im Folgenden überall zum Verbum,
d. h, im ganzen Volke Israel gedieh die Weisheit.
14. £v aqiaXoic] 106 £v YaXyotXoic, 23 xoti sv xXaöoic, 253 S *^*
296 308 £v EYYaoot?, 248 sv yaoöi, Syr. Syroh. nj yv2. Dagegen
Lat. in Cades. Vgl. Cant. 1, 14 und die Gleichsetzung von pirn
lön und nj yv 2 Chr. 20, 2.— <puTa pooou (39, 13. 50, 8)] Syr. Rosen-
SÜ-. 24, 10—15. 219
weide («nn ri2ij?), wohl = Oleander, der zur Gegend von Jericho
passt. Vgl. Low, Pflanzennamen 132, Barhebr. erklärt mit dem
unbekannten ^^ühh^. Vgl. sonst die Weiden 50, 12. Jes. 44, 4. Lev.
23^40. Job. 40,22. Gegen cUe Rose muss man übrigens wegen der
Abweichung des Syr. zu 39,13 und des Hebr. zu 50, 8 (doch s. d.)
misstrauisch sein. — su-psirr^?] nach 50, 10 (s. d.) = |jj;"i. Syr. hat
dafür rT'mnK (= dvj'^^wör^v), das er aber in d noch einmal setzt. —
SV TTöOHo (248 add. a>pa«o)] Syr. «nj?pc3, beides öfter für nSci^TT, wo noch
jetzt die besten Olivenbämne wachsen. Vgl, irsoiov 1 Macc. 3, 24.
4, 14. 15 u. ö, — -Xa-avoc] nach LXX = panj?, Syr. NiSn; vgl.
Low, a. a, 0, 107. — 248 70 157 Syr. i. f. add. s-f' (248 ot-^')
uSatoc; Lat. add. juxta aquas in plateis, letzteres wohl = iv
irXaisiai?, das aus oj? -Xct-ravo; entstellt war.
15. osocüxa (k oiiooiy.a) ocj[i.T;^] vgl. 39, 14. Aber die Worte
fehlen in 248 Syroh. 253 23 Syr., offenbar mit Recht. Sie sind
wohl nur Variante zu oilotuxa sutuowtv. Denn a und b gehören
ebenso eng zusammen wie c und d. In c und d werden näm-
lich die Ingredienzien des heiligen Räucherpulvers von Ex. 30, 34
aufgezählt, ebenso müssen in a und b ursprünglich die des hei-
ligen Salböls von Ex.. 30, 23 f. genannt gewesen sein. Es sind
. das im 12 (LXX cjfjL'jpvr^ ixXiX-T]), ctt*2 ]')f2:p (LXX xivvaij-wfjLov cuwosc),
ü^2 rup (xaXajxo? suwor^c) und nip (ipi?, Pesch. K'Dp). Für die
beiden letzteren findet sich hier daTzdloi^oq (Syroh. 253 23 S*^^
praem. wc, 248 (b? TC^.XotDoc) 7.rxo[x7'Twv. Nach Low (a, a, 0. 340)
ist das der Stachelginster (Genista acanthoclada), dessen Wurzel
nach Plinius zu Salben benutzt wurde. Aber die Lesart schwankt.
Lat. hat: balsamum (Toi. Sang. Am, aspaltum, Brev. 1283 as-
palathum) aromatizans, Sah.: sötef(= unbekanntes Wort)- Holz
und da-aXai^o? dp., Syr. wohlriechendes Räucherwerk (s;:bm SToy).
Vielleicht ist (da)-dX7.i>oc Fehler für (o>c:) xdXafxoc, und das Aequi-
valent von nip durch osoojxa oatxr/^ verdrängt. — Für ctixupva
exXsxTTj hat Syr. ungenau: gute Myrrhe. — o-ioojxa s'jtoo-'av] Syr.
wohl genauer: ich machte süss meinen Geruch. Vgl. 39, 14 und
zu 30, 31. — (k 3^"] 157 A 55 254 155 296 308 Lat. Syr. praem.
xat. Brev. 1283 om. et. — In der Deutung der Xamen folgt
der Uebersetzer auch hier der LXX. — /otXßdvrJ = n:3'7n. Syr.
xrT'a'jn (Pesch.), — ovuc (auch Syr. wie Pesch. : Nagel)] = nSnii'.
— aiax-Tj] =: ritsj, Syr. Balsam, — Syr. stellt übrigens den Weih-
220 Sir. 24, 1—27, 3.
rauch aus b vor yrt)J^6:n^ und für b hat er: und wie gutes Oel
(|3ti>ö: jotr?) gab ich meinen Geruch. — Lat. schaltet vor xa^ßav>]
ein storax et, wohinter Herkenne nach Gen. 30, 37 ein schlechtes
njn'? vermutet, für axji,i; las er aioixoc (248 155 dx[xo;)j was Her-
kenne mit Unrecht vorzieht, und für h axr^v^j bietet er schlecht:
habitationem meam, und fügt hinzu: et quasi balsamum non
mistum odor mens. Nur dürfte „mein Geruch" ursprünglich
sein. — Betr. des Versbaus vgl. zu 1,2. — Die Worte "wollen
übrigens besagen, dass die Weisheit Gott ehrte und ihm gefiel
(vgl. V. 10). Im Weiteren wird gesagt, w^as sie den Menschen
bietet.
16. xepsixivöo;] Syr. wciTi := Oleander. Aber die Tere-
binthe darf kaum fehlen. — ecsxsivoc xXaoou; [xou (Miss. Moz. 166
om. meos)] Syr.: ich schlug meine Wurzeln; vgl. 1,20. Uebrigens
sagte man rh^ von den Zw^eigen (Ez. 17, 7), wie von den Wurzeln
(Jer. 17,8). — xXaooi 2°] lassen 248 Syroh. 253 23 Lat. (aber
nicht Brev. 1283) mit Unrecht aus. — x°'P^'^°^l Syr. Ehre; vgl.
aber 4, 21 Soca xat yd^Jiz = p1 1)22.
17. ßXoccTxr^aaaa (ausser B (308) alle (auch Sah. Lat.)
sß^vaaxr^aa) x^tpiv (248 Lat. suojöi'av)] Syr. (ich bin) schön von
Schönheit (sidw n"'«''). Es stand etwa da "e'' nmo. — xa avfir^
txou xapTTo?] Toi. Brev. 1283 flores mei flores, Syr. meine Sprossen
(sind) Sprossen. Wie v. 16 stand wohl beide Mal dasselbe Wort
da. Syr. las vielleicht ni::, aber avÖTj lässt eher auf ••1:3 (Gen. 40, 10)
schliessen. — o6$7j?] Syr. KV*, das öfter für nn und Ttn steht. —
ttXouxou] = Lat. honestatis (13, 2), Syr. Pracht (imn). Zu dem
Wert, den die Weisheit für die Menschen hat, gehört auch der
Reichtum, aber die Ausdrücke in 16 b und 17 b waren vermutlich
synonjm, Gr. verlas w^ohl mn in |n.
18. TrpocjsXOexe] nach Syr. itSD stand da w^ohl rw (vgl. zu
51, 13). — TTpoc [xsj S Lat. Syr. add. iravxsc. — d-h xöiv Y£vrj|xaxa)V
;xou] Syr. von meinen guten Früchten {Thhy wie 1, 17). —
ilXT:^a^■z^ (106 155 296 308 Aeth. sfi-TrXr^a^r^seaÖs)] Syr. ihr sollt
euch erlaben (pp:cnn = ijj^^nn?).
20. ixvr^iJLoauvov] vgl. 15, 8. 41, 1 und zu v. 9. Lat. (Dubl.)
Spiritus und memoria, Syr. ungenau: Lehre. — xotl tj x^povoixfa
\i.ou\ Syr. schlecht: und denen die mich erben. — Nur B (308)
lesen xr^poö, 106 k 296 xr^piov, die übrigen xr^piou. Lat. super
Sir. 24, 16—25. 221
mel et favum, auch A setzt vor xr^ptou ein xott' hinzu, wozu
Herkenne Ps. 19, 11 LXX vergleicht. Syr. Nn''"i32 |o. Es stand
da wohl D^ci:: nc: (vgl. Ps. 19, 11). — Lat. i. f. add. memoria
mea in generationes saeculorum. Vgl. zu v. 9.
21. Mit Recht fügt Syr. zu den Verba beide Mal hinzu:
nach mir {"b). Anders Joh. 4, 14.
22. 6 u-axoüwv fxou] Syr. "h JJOI^T; vgl. "'S VüW 4, 15. —
aia^uvör^astai (248 add. StairavTrk)] Syr. er wird fallen. — Syr.
für b: und alle seine Werke (oder: seine Knechte?) werden nicht
vernichtet werden (pSnnnj). Gr. setzt epi'aCssöott für ly; und hb^,
und beides könnte auf ytiu^ gefolgt sein. Man kann am Ende
auch die Weisheit „tun" wie das Gesetz; vgl. ipYotCsaöat 27,9.
Aber es ist wohl wie 3, 7 zu erklären. Uebrigens ist ajxapTv^souaiv
wohl = )r\^n^^ (s. z. 1, 36), das Syr. missverstand (s. z. 23, 2).
23. Nun nimmt der Verf. selbst das Wort. — Beide Stichen
erscheinen als überlang. Im ersten kann freilich Osou 6<];[atou =
blossem p"'Sj? sein (41,8); Syr.: des Herrn. — xaDia Travia] =
alles bisher Gesagte trifft zu für das Gesetz. — Lat. für a: haec
omnia liber Aitae (et) testamentum altissimi et agnitio veritatis.
Syr. frei: alles dieses ist im Buche des Bundes des Herrn ge-
schrieben. — voijLov (248 70 Syroh. 253 Sah. vou-oc)] könnte aus
LXX zu Dt. 33, 4 nachträglich eingedrungen sein, aber der
Uebersetzer selbst folgt ihr nach Möglichkeit. — Blosses Ivz-zCka-o
haben nur B (308), alle anderen (auch Sah. und Hss. des Aeth.)
fügen hinzu r^iih, wofür 23 106 157 296 schlecht: utxTv (letzteres
= Dt. 33, 4 LXX). — Sah. xXr^povojxia. — auva^tü-^aT; (248 70
praem. h)] Sah. Aeth. cuva70JYf|(?). Dt. 33 steht im MT n^np.^
in der LXX auvaYwyau, wobei der Uebersetzer an die Synagogen
dachte. Sirach schrieb wohl n'^npS, da das kaum anfechtbare sv
(s. z. 10, 18) sich nur so erklärt. Vgl. Syr. für b: das Gesetz,
das uns befahl Mose, Erbteil ist es für die Gemeinde Jakobs.
Dass er den Singular las, beweist v. 25 (s. d.).
25. 6 t:i;x:tXu)v] falsche Uebersetzung von nsSon. Syr., (der
das Attribut freilich unrichtig auf rhnph statt auf rrnn bezog),
s^SoT = das voll ist. — w? <I)tau)v] Syr. piy^o sin: I^K. — aocpiav]
248 iravxa rr^: socpia^ auTou. — sv 7)[X£pai? vscuv] Vgl. 50, 8. Syr.
unbestimmt: in den Tagen seiner Früchte. LXX setzt via (vgl.
TcpüJxa 45, 20) nicht nur für oniDa (Num. 28, 16), sondern auch
222 Sir. 24, 1-27, 3.
regelmässig \ir^v täv vitov für 3"'2Nn ^in, und 2''n« ist hier voraus-
zusetzen. Denn es gibt nur einen d''"i'id2 er, und obwohl der
Tigris im Mai — Juni {= Pliogstzeit) seinen höchsten Stand hat,
muss hier die Osterzeit gemeint sein wegen v, 26. 27. Die Auf-
zählung der Weltströme, unter denen freilich auch der Jordan
erscheint, bedeutet, dass das Gesetz die Weisheit aller Welt in
sich fasst.
26. o avaTT^ptüv] beruht wiederum auf schlechter Ueber-
setzung. Syr. kb^lsot = nc^::»,! (vgl. 47, 14 Syr. Gr. Hebr. und
39, 22). — xoti (uc 'iopoavr^c] Lat. qui multiplicat quasi Jordanis.
— Ö£picf}xrju] = Ti:pn (Jos. 3, 15), Syr. des Nisan (Jos. 4, 19.
1 Chr. 12, 15).
27. 0 Ix^aivwv (Lat. qui mittit)] ist vielleicht durch das
Missverständnis des Folgenden herbeigeführt. Syr. sycti'öi =
das überwallt. Vgl. aram. v^^i^, neuhebr. v'ci^n, und njjqe^' im
Kanon. Vgl. aber auch zu 16,25. — wc cpaic] beruht, wie schon
Drusius bemerkte, auf Verwechslung von "nXD und "^w: (vgl.
V. 32 und Am. 8, 8). Syr. wie ein Strom (Nim). — Ttaiostav] 248
add. Yvtoasto?. — w? IV^tov] 248 Syroh. 254 praem. xat, ebenso
Lat. (et assistens quasi Gehen) und Syr. Man wird das an-
nehmen müssen, obwohl Sirach dann den Gihon allerdings nicht
mit dem Nil identifiziert hat, wie das schon Jer. 2, 18 LXX
geschieht, und gerade der Nil um diese Zeit den höchsten Stand
hat. Aber zwei verschiedene Flüsse sind jedenfalls gemeint, und
das Fehlen des xat beruht auf gelehrter Korrektur. — TpuY-/jtotj].
Syr. «cisp ; vgl. zu 50, 8.
28. aÜT/jV und autr^c] sind hier und v. 29 schlecht gesetzt,
nach vorherigem Trtjj-KXojv etc. Es ist immer noch vom vouoc (min)
die Rede. — Syr. für a schlecht: nicht werden vollenden die
Ersten die Weisheit. Er verstand einen Infinitiv fälschlich als
Nomen. — outcoc b sa/axoc] Lat. nur: inflrmior (Thielm. infimior),
auch Sah. drückt ouiwc nicht aus; Syr. die letzten. — Isi/viaasv]
ist Fehler oder falsch gesetzt für iziyyidati, Lat. investigabit
(Sang, und Brev. 57 — avit), Syr. sie werden erreichen. Es
stand wohl da npn" (vgl. 42, 18. 1, 3).
29. Syroh. om. yap. — oltio ^otXdaar^q] Syr. als das grosse
Meer (vgl. b). — oiavor^txct (ausser Syroh. B (S 155) alle: oiwor^-
[xctTct, aber Lat. cogitatio) au-r^^] Syr. die Weisheit, ebenso Syr.
Sir. 24,26—32. 223
zu 35, 18. 42, 20. Es dürfte aber b^u^ oder nnJi3r dagestanden
haben. — r^ ßouXr) au-rjc] Syr. Knnti'na: vgl. Gr. Hebr. 37, 16.
— d-nh dßuööou [x£Yot/.-/;c] Syr. nm Koinn p: vgl. Gen. 7, 11. Ps.
36, 7. — Vgl. überhaupt 1, 2 tt'.
30. X a-j'o)] 248 und Lat. (Dubl. s. u.) schlecht: £-,'<u r^ aocpi'ot.
Vgl. die griechischen und lateinischen Zusätze in der Einleitung
§ 8. — Syr. und auch ich. — öuup'j; d-h -oxaixoijj Syr.: ein
Strom, der bewässert (sptt^oi am). Freilich heisst sin: auch
Kanal; vgl. nm: Ez. 32, 14 und dazu die Hexapla. Aber v. 31
stand nru (= Gr. To-afxoc, Syr. Niru) im Sinne von Strom, da-
gegen muss hier dasselbe Wort gestanden haben, das Syr. v. 31
mit ahm, Gr. ebenda mit Situpu? wiedergibt, und als solches ist
Sm (vgl. LXX Jer. 31, 9) zu vermuten. Ist nun ap^Q = np^t:,
so wird man annehmen müssen, das Gr. hier npt^o mit oiwpu; und
(wie 40, 13. 16 und öfter LXX) hm schlecht mit Tto-ctaoc über-
setzt hat, und Syr. ihm gefolgt ist. — Lat. für a: ego sapientia
effudi (106 otojpu;«) tlumina, ego quasi trames aquae immensae
de fluvio, ego quasi fluvii dioryx. — uopctYorj'oc] in LXX für n'^^'n
und n^a xriö, aber Syr. hat a^üi NöN; vgl. Pesch. Neh. 2,14
sd':ci «f:x für "[ht^n n:i3. Neuhebräisch heisst der Kanal auch
nas; vgl. die Hexapla zu 2 Sam. 2,24, 8,1. Danach möchte
ich Co nos vermuten. £cv.v>ov si^ Tcapctosiaov] Lat. exivi de para-
diso, aber Syr.: der herabgeht zu Gärten. Das ist vorzuziehen,
weil V, 21 vom Garten des Verf. die Rede ist. Sah. di'ückt
IqeXOwv aus.
31. TTOxio)] Syr. Kpr^K. — [xou xov y.yiTrov] 248 add. xov aptatov.
Lat. liortum meum plantationum (Brev. 57 om.). — Der Garten
bedeutet Sirachs persönliche Lebensführung. — [xsU^ao)] Syr. «ns ;
vgl. 39, 22. — jj-ou ty;v -rrpasiav (248 add. -rjv oixaiav)] Lat. prati
mei fructum. Syr. meine Beete ("ni:::'»). — toou] Syr. add. auch
(w Maus. Mos. II add. auch er). — sk -üo-c([jlov] Lat. abundans, Syr.
om. — 70 106 om. jxou 3^ — sysvs-o (106 157 add. jxoi) zk
OaXaaaav] Lat. appropinquavit ad mare, Syr. er gelangte (kko)
zum {hv) Meere. Vermutlich stand da xsfa = er reichte hin zu
einem Meere, er wurde fast so gross.
32. hl] damit ist angedeutet, dass c. 24 einen neuen Ab-
schnitt einleitet; vgl. 39, 12. — -üaiSsiav] Syr. meine Lelire. —
(ü? opöpov] Syr. am (2: 2) Morgen. — 'fco-'tü (Lat. add. omnibusjj
224 Sir. 24, 1—27,3.
Syr. ich will sagen (TK«: iqn?); vgl. zu 39, 12 sowie 35, 16. —
Syr. (der 32 b und 33 b vertauscht) für b: und ihr Ende (nn''"inN)
bis fernhin. Vielleicht geht ix'^avw aufmnK zurück (vgl. zu 27,6).
— auxa] S aÜTotc, 248 70 106 Lat. Aeth. auxr^v. — st; jxaxpavj
ist natürlich örtlich zu verstehen; gemeint ist wohl die Diaspora.
33. SiSacfxotXfev] Syr. meine Lehre. — w? T:pocpT^T£tav] aber
besser Syr.: NnV333; vgl. zu 50, 27 und Syr. zu 19, 20. Gut Bar-
hebraeus: nicht wie die Ueberlegung der griechischen Weisen.
Mau sieht hier, dass der Begriff des Kanons für den Verf. noch
nicht ganz „festsitzt". Allerdings war die mündüche Lehre der
Schiiftgelehrten vom schriftlichen Gesetz nicht zu ti'ennen und
sie wurde je länger je mehr damit identifiziert. Aber das per-
sönliche Selbstbewusstsein Sirachs ist damit nicht erklärt. Es
hat seine besonderen Gründe; vgl. oben S. 215. — Ix^eto] Syr.
schlecht: ich will sagen. Zu vermuten ist -jcrj*«; vgl. Gr. Syr.
zu 35, 4. — ek -{evz^.; (Syroh. 70 157 SA 296 308 Tsvsav) otftivwv
(Syroh. 253 23 70 106 amw:)] Syr. abschwächend: für viele Ge-
schlechter. — Lat. für b: et relinquam illam quaerentibus sapi-
entiam (= sxCr^xouaiv au-rijv v. 34) et non desinam in progenies
illorum (= ek -j'svsa? auttuv) usque ad aevum sanctum. Vgl. zu
letzterem die Einleitung § 8.
34. Der Vers kehrt 30, 26 fast gleichlautend wieder, im
Syr. fehlt er an beiden Stellen. Er ist hier dui'ch das Gleichmass
der Strophen geschützt, übrigens ist die Wiederholung unbe-
denklich. — auTT^v] Lat. veritatem ; vgl. 30, 26 TratSstav (al. aocpiav).
25, 1. Betr. der Form des Zahlenspruchs vgl. zu 23, 16. —
Syr. für a: nach (S) drei Dingen (pav me 26, 28) verlangt meine
Seele. In Gr. ist «ipaiaOr^v, dem S* glossierend Ixotfir^J^r^v (1. Ixo-
a\l■f^%r^\^) betfügt, Korrektur für* wpaiai^r^ r^ <]iuy;^ \loo (s. z. 18,23). Vgl.
Lat. in tribus bene placitum est spiritui (s. z. 7, 17) meo. Dass
hier von der Seele die Rede war, ist übrigens dui*ch v. 2 ge-
sichert. Sodann düifte entsprechend dem folgenden wpaTa (=
mw) eine Form von m« (Fiel oder Hithpael) dagestanden haben,
die Gr. wunderlich missverstand (als ob der Verf. sich selbst
des Besitzes der drei Güter rühmte). Betr ev = h, das bei m«nn
vorkommt, vgl. zu 5, 9. — xotl dvlatr^v (70 add. a>?)] Lat. (et)
quae sunt, Syr. und sie (sind). Die griechische Lesart dürfte
Sir. 24, 33—25, 4. 225
aus -/Ott sctTiv (so liest 253) und t" h-M gemischt sein. — 248
otx'-jvototv und 'ftXt'ctv. — Syr. für c: |\":m mcnTi |'ns mnx = mn«
C71 ri'ij?m c^nj?. Vgl. mna Zach. 11, 14 und betr. myi zu 22, 19.
25,9. — YuvYj xoti otv-/-pJ 248 70 Syroh. 253 23 Chrysost. 1, 820
avYjp xal -(O'/r^ und SO Lat. Syr. — sccjtoi? c>'jijL7:£|itc5£po[j.svoi] =r
:r?i»xnn? Vgl. LXX zu Prv. 5, 19. Lat. (bene) sibi consentientes.
Syr. wenn sie friedlich (pSti*) sind. — Chrysost. 3, 861. 4/396.
883 Yuvr; avofii (3'j|x-s{yrf£r>o]jLivr/, vgl. Jer. 31, 22 und unten zu 40, 23.
2. 23 Lat. ora. oL — siorj vgl. zu 23,16. — Trpoawyöiaot]
Syr. ^h npy mit folgendem 3, was auf ''h i'j, aber eher noch auf
pp (vgl. zu 6, 25) zu führen scheint. — Tf, Cojfi ccjtwvJ vgl. 20,8
Syr., sowie "'"ns Gen. 27, 46. — Die Stichen c und d finden sich
B. Pesachira fol. 113 b. — n«j Sn] vgl. Jl, 30. Syr. k*s: si:D^,
Gr. T-iayb^ u7:3r>Yf avov. — t^•^:a] Syr. X2n:, Gr. -^s-jitt/^. Der Sinn
ist „geizig"; vgl. Hos. 9,2. Hab. 3, 17 und st: ti'W Prv. 19,22.
— pi] Gr. Yspovta (248 70 106 praem. ■/</.'', und so Codd. Sang.
Theoder. Corb. 1 des Lat.). — p,wa] Gr. txoi/ov, S<=* [jlo-./ov xotl
uLfopov, Syroh. 23 ;i.ojpov, Lat. fatuum ^ Syr, K-Bti'. Aber die
Torheit des Alten muss spezialisiert sein; vgl. 42, 8. Also ist
txwpoc (wie in 23 70 55 254 zu 36, 6) innergriechischer Fehler,
der dem Syr. schon vorlag und dem er in Wohlanständigkeit
folgte (vgl. zu V. 17). — 3/-7.~o'ja£vov (253 add. h) -j'ydzv] Lat.
et insensatum, Syr. Nj,n?2 rem, wonach yna icn anzunehmen ist:
vgl. Hebr. zu 3, 13 und Syr. zu 19, 24.
3 findet sich Aboth de R. Nathan c. 24. — "iTmyiZ es]
das Wort ist Jer. 32, 30 als Plural vocalisiert, sonst neuhebr.
nnvi; vgl. 30, 12. 51, 14. Syr. nur -[nr^us, Gr. h ysorr^Tt, 248 70
Lat. add. aoo. 70 106 k 157 A 55 254 155 296 praem. a. Lat.
praem. quae (Sang. Corb. om.). Aber ctist ebenso wiecs zu verwerfen.
— n!:sp (Var. n2:2:p, cni'cn) ist nach Gr. (cjuva-cVjoxa?) und Sjt. {nm^
Knern) Fehler für ni"3p; vgl. Gen. 41, 48. Mi. 4, 12. Prv. 13, 11.—
I'x] Gr. vsA (70 Lat. om.) -öjc. — D:''ti^n] Syr. wirst du sie (sc.
die Weisheit) finden, Gr. h supoi? (Toi. Sang. add. eam, Theoder.
add. ea); vgl. 6, 18 und lies T^r\. — "i^n^p/nj Variante ^\m;p:2. Neu-
hebräisch ist ni:pr, aber der Plural n:ip* ist nach nnyj denkbar.
4. zoXictTc (6, 18)1 Syr. süc': = o^nt^S; vgl. zu 8, 9. — xoiau:]
= iseif'a = richtige Beantwortung vorgelegter Fragen : vgl. aber
auch 41, 16 Hebr. und zu 18, 29. — -psaßu-spoic] Syr. "pTyS
Smend, Sirach-Kommentar. 15
226 Sir. 24, 1—27, 3.
»nar (vgl. Dan. 7/J. 13. 22). — i-iyvö^vcz'. [':io'j),r/^] Syr. Einsicht
5. v£f-ovxojv] Lat. veteranis, Syr. den Fürsten (NinTiiS =
ü'2\if: cw vgl. zu 1, 14), Der Parallelisraus spriclit für den
S)T. — Ototvo-zju-x 7.7.1 '(iO'jKr,] Syr. Nr>'*i «J2J?J:.
6. aT3Ci7.voc] Sy]'. die Ehre: vgl. zu '65, 2, — TiOhjT.e^jia]
Syr. Menge von üeberlegung (njt) = 2i + x {?). Vgl. zu 31,9.
7. Betr. der Form von v. 7 — 11 vgl. zu 23^ 16. — u7:ov'jy;[j.aT7.
(157 oiotvor^ixara)] S''-^ (zvj7:ovo-/jta = Lat. insuspicabilia und Syr.
''iSS hy ahi (die nicht kommen in mein Herz), Nun könnte avu-o-
vor^Tot (11, 5) nur bedeuten, dass der Leser an die neun nicht
denkt, sondern allein der Autor. Aber so unbekannt waren die
im Folgenden Aufgezählten nicht. Obendrein entspricht dem "aSS
des Syr. iv xapota |j.ol>, wie die griechischen Hss. ausser B (23
155 2y6 308 v) lesen. Lat. freilich: insuspicabilia cordis, aber das
beruht auf Willkür, denn Herz und Zunge gehören demselben.
Also ist dvu-ovo'/jta Correctur, der Syr. folgte. Uebrigens hätte der
Uebersetzer sv x. ao-j fortlassen sollen. Es stand da: mSj? j?<^n
''^\^'^i< "zh hv oder -a ''i'? r\)hvf2 vvn; vgl. crrn n^'^ys: Ez. 11,5.
Jedenfalls muss man nach Syr. femininische Zahlwörter annehmen
(vgl. Prv. 30, 21). Zu iJr:ovor,y,7. vgl. ci7vo-/;|x7 51, 19. — Syr. über-
trägt die Negation sogar nach b: und zehn, die ich nicht sage.
Auch mit dem Cardinale gegenüber to osxoctov hat er schwerlich
Recht (vgl. zu 2Q, 5). — k-i 7X^33/^;] 248 Sah. iv r?) -j-XtuaTo [xou,
Lat. in linguä hominibus (= Dittographie, Herkenne): vgl. hy
Ps. 15. 3. — avOfytoTiocJ Syr. N12;, offenbar falsch, da im Folgenden
drei Paare unter je einem '"■Vü begriffen sind. Also war ^^if
entstellt aus ""'As*. — e-jcryaivouivoc s-l ts/vo-c] = Syr. nn''~nN2 ni-t,
vgl. rrr.ü 16, 3 und zu 11. 28. 35. 22. Natürlich sind die Kinder
gemeint. — Syr. für d: während er lebt, wird er sehen (nxm: nxi'')
den (z) Fall seiner Feinde. — Es stand ursprünglich da Tn,
obwolü Gr. nur ^lov hat. — Lat. inimicoruni suorum (al. om,
suorumi.
8 ist stark verstümmelt im Cod. C des Hebr. erhalten,
der aber a hinter b (?) und c des Gr. stellt und hinter a einen
Stichus bietet, den auch Syr. erhalten liat. [''-1^'«]] nach Gr. Syr.
— h';2] versteht Syr. als Nomen. Gr. (s'jvjixwv vgl. zu 42, 9) besser
als Partizip. — [nbsK^Ja] =^ Gr. a-jv^-rrj; vgl. zu 40,23 und 7, 19.
Sir. 26,6—9. 227
21. 10, 23. 25. Syr.: einer guten (40,23). — Gr. fülirt nur
neun Glückliche auf. Syr. add.: und der nicht pflügt (wie nai)
mit Ochs und Esel zugleich = [iwm] nii^'D t^iin {i^hi\. Ob Syr.
am Schluss wie Dt. 22, 10 nn'' las, für das auch im Cod. C Raum
wäre, ist nicht zu entscheiden. Sodann ist wohl li^'n (vgl. laj;)
herzustellen, da für I3\si kaum Raum wäre. Dagegen mag ich
"W^ nicht anfechten. Der Satz hat hier natürlich bildlichen
Sinn. Die Juden streiten darüber, ob das deuteronomische Ver-
bot auf die Vermeidung der Zwieschlächtigkeit ziele oder ob es
den Esel vor Ueberanstrengung schützen wolle. Vgl. auch
£-£po^jYouv-£? 2 Cor. 6, 14 und Spencer, de leg. Hebr. rit. p. 618 ff.
Dagegen denkt Schechter (Jewish Q. R. 1900, 464) und nach ihm
J. Levi daran, dass Jemand neben seiner Frau noch mit der Magd
verkehrt, oder eine Heidin zur Frau hat. Aber Ochs und Esel
zusanmiengespannt ist bei den Klassikern überhaupt Bild der
Mesalliance (Spencer 1. 1. 620 f.), und hier scheint der Sinn
eher zu sein: Glücklich, wer keine reiche Frau geheiratet hat
und somit nicht der Esel neben dem Ochsen (mti^:) ist (vgl. v.
22. 23). So auch Barliebr. : die nicht mit ihm ist, wie die,
welche einander nicht gleichen in ihrer Natur. Bei der Lesart
-\W2 könnte man aber auch an zwei unverträgliche Frauen denken
(s. zu V. 14). — xal 0^1 aber Aeth.: und glücklicli wer, Syr.
^^^2^J3 = niJ^« (Hebr.). — iv -hoarr^ (70 add. olutI;, Lat. (in) lingua
sua) 00/ loXiaÖTjCs] Syr. wie 14, 1 nhphp ah m^hi. Aber Zunge
und Mund sind verschieden, und von der Verzweiflung, um die
es sich handelt, kann hier nicht die Rede sein. Zu erklären ist
vielmehr nach 28, 26. 22, 27 (anders sind 13, 23. 19, 16). Der
Grundtext ist kaum noch zu erraten. — [uoo] rhpi inj?] Gr. ioouXsuas
otvotct'«) sauToü, Syr.: dient dem, der geringer (Ti5;i) ist als er.
9. S* [xaxapto? 7.V7JP o?; ebenso Syr. Vgl. zu 14, 2. —
'fpovrjCiiv] kann wegen 10a nicht richtig sein. Syr. Kam (d. h.
Erbarmen), 1. siam (einen Freund), Lat. amicum verum. Entweder
ist cppovr^atv korrumpiert oder es liegt hier derselbe Uebersetzungs-
fehler vor wie 22, 19 (vgl. auch zu 40, 20), wo myn und myn
verwechselt zu sein scheinen. Im letzteren Falle müsste Lat.
auf Gr. U zurückgehn. — o oi-/jyou[jl£vo?j Syr. ^ynti^üT, Lat. add.
justitiam. Es handelt sich um den Weisheitslehrer. Chrysost.
5, 113. 145 hat 6 Xs-j-tov, Hieron. IV 288 b: beatus qui in aures
15*
228 ^ir. 24, 1—27, 8.
loquitur audientis, wozu Stählin bei Clem AI. Strom. II 4, 17. V 1, 1
nachweist: [laxotpio? o \i-itw zlc (uia dxouovxwv. Aber für letzteres
hat Syr. syotri wi«'? = Lat. auri audienti; vgl. 3,29 Hebr.
sowie Abarbanel, Nachalath Aboth 200 (P>uxtorf, Floril. p. 29)
10. Unerträglich ist die Untersclieidung von Weisheit und
Gottesfurcht, es sollte zwisclien Kluglieit und Religion unterschieden
sein (19, 20 ff.). Lat. hat für ao'f'o'.v: sapientiam et scientiam.
Vielleicht ist scientiam Korrektur nach cppovr^aiv v. 9, die an die
falsche Stelle geriet. Indessen könnte 'fpovr^criv ursprünglich hier
gestanden haben; vgl. dazu 19,24. — Ganz abweichend und
schlecht Syr. für a und b: Glücklich der Mann, den nicht zer-
brach die Armut und den nicht zerbrach die Demut (KrTW)- —
Lat. hat hinter v. IIa die schlechte Variante: beatus (homo),
cui donatum est habere timorem dei.
11. 'foßoc] 248 hat in Korrektur nach v. 12 (vgl. die
Einleitung § 8): ^'(dTzr^ai? oL — o-Kkp -otv] al. (o-sp) -avra; Syr.
über alles dieses. — uTzspsj^aXsv] Syr. sie ist erhoben (nonriHK).
248 add. eic cca)Tta;xov; vgl. zu 17, 26 (Einl. § 8). — 6 xpctxwv]
al. praem. y.y.(. — Syr. für b: ergreife sie (die Gottesfurcht),
mein Sohn, und lass sie nicht fahren, denn es ist nichts ihr gleich.
Das ist wohl vorzuzielien ; vgl. (5, 27 und betr. des o[xoi(üi}r,as-:c(i
Gr. und Syr. zu 27,24. Uebrigeus kehrt v. 11 im Syr. in dieser
Gestalt hinter 40, 26, und ähnlich hinter 50, 29 wieder.
13 liebräisch im Cod. C, und in geschmackloser Ab-
wandlung B. Schabbath IIa. — n:o] Syr. Sclüäge (Ambr. b w:
Schlag) und ebenso im Folgenden: Bosheiten, Bedränguugen,
Vergeltungen. — 2h [n:!2]r] Syr. wie der Sclilag des Herzens;
dagegen Gr. (x7.1 av;) -Xtjytjv xotpoi'cic. Ebenso ist das Verhältnis
von Hebr. Syr. zu Gr. in b, und das von Syr. und Gr. in v. 14.
Nach Hebr. Syr. wäre der Sinn: es gibt viele Wunden, aber
keine ist so schlimm wie die Herzenswunde. Ich folge Gr.,
dessen Lesart auch durch den Talmud bezeugt ist. Lat. et non
plagam videbit cordis. Hier geht videbit wohl auf den Gottes-
fürchtigen v. 11, so dass diese Version v. 12 nicht voraussetzt
(Herkenue). Voraus schickt Lat. aber die Dublette : oranis plaga
tristitia cordis est et omnis malitia nequitia mulieris. Dieser
Text ist lückenhaft. Sah.: jedes Leid ist besser als Herzeleid,
Sir. 26, 10—17. 229
jede Schlechtigkeit ist besser als Weiberschlechtigkeit (ebenso
Sah. in v. 14). — Der Ansdrnck 2h n3'2 findet sich auch Ko-
heleth R. VII fol. 104c (Frankfurt a. 0. 1705). Er bedeutet
aber nicht, wie man nach 1 Sam. 24, 6 meinen könnte, den
Gewissensbiss. Denn v. 23 wird das böse Weib selbst Herzens-
wunde genannt; vgl. auch Syr. zu 22, 19 sowie 26, 6.
14. 157 S A 55 254 155 296 308 Lat. praeni. xm. ^
£7ra7(üYr^ (2, 2)] Syr. Bedränguug (xiifSiK). — «xiao'jvxwv, s/öpöiv (k
t/ßprjo)] Syr. des Hassers («k:d), des Feindes (snmSy^, beide
Mal ohne Pluralpunkte). Aber jede Aufeindung und jede Rache
geht von einem Feinde aus, es kommt mir auf die Art des
Feindes an. Offenbar waren (□'')wiy und (d'')"i:: Fehler für rt^ip
(7, 26) und nn^ (37,11). Es handelt sich um die Missverhältnisse
der Vielweiberei, die nach 26,6. 37, 11 damals noch vorkam.
15. xscpaXr^ und xscpaX/jv] so auch Syr., beide Uebersetzer
verkannten das seltene ti'sn (= Gift). — Syr. es gibt keinen
grausameren (xn^ia) Kopf als den Kopf der Sclilange und keine
Feindschaft, die grausamer ist, als die des Weibes. Es stand da
p (TIS?) lö; vgl. Dnon '"ö (Num. 5, 18 f. 23 f.). — Für t/p[joo,
das vielleicht aus v. 14 eingedrungen ist, hat auch Lat. richtig:
mulieris. — Für &u[xo? stand da wohl nön (vgl. 28, 19 Syr.), das
auch Gift bedeutet.
16. auvoixTJcyoti] Syr. zu wohnen bei. Vgl. Prv. 21, 19.
25, 24 und Syr. zu 22, 15. — SpaxovTi] Syr. K:''jn. — suooxriaco]
248 euoov.li), Chrysost. 7, 545 cuooxr^aa, 308 suSoxr^aac, A v "
suöoxr^as, 23 70 106 k S <^* 55 254 155 296 v i Max. 909 Ant.
1089 suGoxT^aai, Lat. placebit. Der Infinitiv wäre an sich möglich
(vgl. zu 28, 13), ist hier aber kamn denkbar. Syr. hat npc, das
er an den Anfang stellt und das er 30,17 (wie öfter Pesch.) für
3112 setzt. Doch vgl. auch 30, 15. — evoixr^cjai] so nur BS*
(254 308), dagegen 106 ohr^aai, die übrigen (auch Max. 909,
Ant. 1089) auvo'.zr^aai, Syr. zu wohnen. — [i-sta ^uvctixk Tiovr^pac]
Sah. mit einem bösen und wütenden Weibe, Chrys. 7, 545 add.
xai YXwaacooouc, Syr. add. inmitten eines Hauses.
17. Die Verse 17—24 (ausgenommen 23^^) in Cod. C. —
n^ii] Syr. einer bösen Frau. — Tn^"] das Hifil imd die Redens-
art belegt der Aruch s. v. Gr. setzt wohl der Abwechslung
wegen dWoioX (248 dX^oxpioi) = entstellt. Syr. dagegen pnn
230 Sir. 24, 1-27, 3.
(= macht blass); vgl. ^py Jer. 80,6 unrl neuhebr. p""!!.!. — HKIO
t^-N] Syr. das Gesicht ihres Elhemanjies. Er nimmt CJb aus b
vorauf. Aber Gr. ty]v opasiv (248 157 -o -fyoa(o-ov. Lat. Sah.
faciem) auxr^c. Vom Aussehen de« Manoes darf mit so viel
Worten nicht die Rede sein, wohl aber davon, dass die Schönheit
der Frau in ihrer Bosheit verschwindet, yn und riKlö müssen
derselben Person geliören. Ferner wird nicht der Mann, sondern
.die Frau mit einem Bären verglichen sein wie v. 16 mit Löwe
und Drache. Schechter weist hin auf den Vergleich der Frau
des Potiphar mit einer Bärin in Gen. Rabba 87, 4; vgl. Aruch
s. V. Also ist Uf^a schlechte Glosse, die vielleicht durch 36, 27
herbeigeführt ist, und in b nach Gr. (xo -pocjojTrov aüirj?) ,T30 her-
zustellen. — 2)lh\ B (308) WS aa'xxov (vgl. Jes. 50, 3), alle
übrigen Hss. (auch Sah. Aeth.) w? apxoc. Lat. (Dubl.): et obcaecat
vultum suum tanquam ursus et quasi saccum ostendit. Aber
auch Syr.: wie die Farbe eines Sackes. Augenscheinlich sind
u>; apxo? und oj? tjctxxov innergriechische Varianten, Entweder
muss also Hebr. oder Syr. von Gr. beeinflusst seüi. Das letztere
ist für viele Fälle erwiesen, das erstere nirgendwo, ynh ist wohl
Fehler für 2)1^, der mit dem vorhergehenden Fehler Viz> zu-
sammenhängt. Uebrigens ist 2)1 comm. gen.; vgl. 2 Reg. 2,24.
2 Sam. 17, 8 u. ö.
18. c^rj Syr. seiner Gefährten, Gr. xou (248 Syroh. 253
23 Lat. xwv) TiX-zjaiov au-ou. — rhv2 2^^"] Syr. sitzt der Ehemann
der Törichten. Gr. dva-sssi-ai (35, 2) 6 avTjp auxr^;. Lat. ingemuit
vir eins, aber die Worte fehlen im Toi.* Am. Sang. Theodulf
imd sind falsche Ergänzung einer Lücke. — loyjj sSil] Syr. und
was nicht in seinem Wülen. Gr. xotl dxouaa; (296 dxouaasa, aber
248 dxouaio);, in LXX = nj?T ''Sna und nJJtyn). oyis heisst neuhebr.
Grund, Schechter belegt Nöj^tt n'Sd aus B. Gittin 14a. Falsch ist
aber das Suffix. Nun hat Gr. am Scliluss Tcixpd (70 155 Tiixpw?, S*
[xsixpa = Lat. modiciun; vgl. v. 19 üiit. und zu 18, 32); vgl.
dazu Ez. 21, 11. Jes. 33, 7. Danach ist löyis wohl in 10 DVö zu
erweitern. — raxn"] das Hithpael auch 12, 12. 30, 20, sonst neu-
hebräisch und aramäisch. Gr. dvsaxsvacs, 248 otvaaxsvd^si. — 248
i. f. add. Ol' auxT^v.
19. Gr. für a frei: [iixpa raaa xaxia Tipo; (Lat. super)
xaxiocv -(uvotrz/jg; vgl. betr. irpoc (= 3) zu 27, 16. 46, 4, sowie zu
Sir. 25, 18—21. 231
38, 1. Frei auch Syr. : viele Bosheit, und nicht wie das Geringste
der Bosheit des Weibes, d. h. die grösste Bosheit des Mannes
reicht nicht an die geiingste der Frau; vgl. 42, 14. — Xö'nJ Lat.
peccatorum, Syr. der Sünden (Pluralpunkte), auch Syroh. der
Sünde. — Anton. 1089 i-i-irsr^ i-' aütr/^ — Die Sünder sollen
sie belcommen, damit die Frommen mit ihr verschont bleiben.
20. n'rj,''^:] Gr. av7:-j7.3'.c (248 70 Sah. Lat. praem. «>?). —
d\L\u}ior^:\ Syr. iihni = hn. — iv (Co. irS) ttog-'v] Syr. i Mi'jjna =
''h:-\2. — -psaßuTspouJ Syr. iSiy-Kp, danach Hebr. tf^iy (vgl. 8, 6
und zu 42, 8). — [p'^'^] i^^*^^] Gr. o-jxw^ yuvyj Y/.waiojor^c, Syr. so
ist ein Weib, dessen Zunge lang ("j'^is) ist. Vgl. Jes. 57,4 und
übrigens zu 8, 3, — ocvopl r^a'jy(\)\ Syr. bei einem demütigen (S3'':o)
Manne. Am Schluss stand wahrscheinlich ein Buchstabe mit
oberer Horizontale, nach Syr. nehme ich mit J. Levi "]0 an;
vgl. zu 12, 5 a.
21. h'zn ':x] = Gr. [xr; -(io3~33(|C (Lat. respicias). Aus-
deutend Syr.: lass dich nicht betören (SnnKTi); er dachte mit
Recht an eine Falle (Koh. 7, 26. Prv. 22, 14. 23, 27). Es folgte
nämlich wohl hy. Gr. i-l (106 om., 248 d:, Syroh. 253 23 70
TTpo?) yAIIo; yuvar/oc, Lat. in mulieris speciem, Syr. wegen (h)
der Schönlieit einer bösen Frau. Vgl. zu hv hsi Am. 3, 5.
Jes. 24, 18. — Gr. für b: x7.t yovarxa iir^ £7:i7roi)-r]a-(is; aber so
lesen nur B (253 23). Dagegen setzen 106 k 157 SA 55 254
155 296 308 Aeth. hinter -juvctixa, und Syroli. hinter i7ti-oi)r^T(j;
hinzu SV X7/Act, 248 70 hinter £-'-oi>r^ar,c aber tk -{jw^r^'^. Beide
Zusätze sollen den unvollständigen Stichus auffüllen. Syr. für
b: und auch wenn ihr ist Geld («D3J), nicht begehre sie. Man
braucht nicht anzunehmen, dass er anders las als . . . h^ rh ^'' hyi.
Wegen a muss man erklären: und über dem Vermögen, das sie
hat. Betr. u^"» vgl. zu 13, 5. Nun ist hy wohl im Anklang an
a gesetzt, es fügt sich aber nicht zu i;:nn, das man nach Gr.
Syr. ergänzt. Ich nehme an, dass hier wie Am. 3, 5. Jes. 24, 18
idS: neben ScJ stand, und lese ns'^n (vgl. oben 9, 3. 4 sowie
Koh. 7, 26), zumal "s"' hy S'icn der Illustration durch einen pa-
rallelen Ausdruck bedarf. Die reiche Frau ist Lockspeise und
Falle zugleich; vgl, zu hy 34, 6. Syr. wird dem Gr. gefolgt sein,
weil ihm das Bild zu stark war. Es handelt sich um Erbtöchter
und reiche Witwen; vgl. Jes. 4^1 und Wellhauseu^ GGN 93, 465 ff.
232 Sir. 24, 1—27, 3.
22. Für mj?2 las Gr. (op-f/,, Lat. ira mulieris) m3j?; Syr.
(wnSlE) richti.i; nizv, wozu nacJi Syr. (x'ti'p) und Ex. 1, 14. 6, 9.
Dt. 26, C) n^p für die Lücke iu der IIs. zu ergänzen ist. Gr.
(xo(l otvaiosia) dachte vielleicht an '"H^p. — Gr. lässt "'S aus und
liat statt dessen für r\'^)2) xotl atayuvr^ [xs^ocXr^, Syr. und böse
Schande. Aber ixzyRr^ kann Zutat des Uebersetzers sein (vgl,
zu 41, 12. 44, 19. 50, 1); übrigens felüt es im Sah. — rhzh^ü nufü
rhv2 [nx]] die Ergänzung nach v. 23. Gr. y'jvy) iciy iTrt/opr^YTi "^'f
av5pl cz'jxfjC. Syr. schlecht: ein Weib, das frevelt (smo) gegen
ihren Ehemann; vgl. 23, 22 Syr., wonach die Vorlage vielleicht
entstellt war. Lat. mulier si primatum liabeat (vgl. zu 24, 6),
contraria est viro suo. Anton. 1089 wird v. 23 ab mit dem Zu-
satz {^(WTi TTov/jpot) avxiTaciao;j.svr^ zm avopt auTY)? zitiert (Herkenne).
23. Im Ilebr. fehlen a und b. — Syr. im Anschluss an
v. 22: und das Herz, das bei ihr ist (noj?i), bedeckt sie (s"'cno);
Finsternis (SDiK'n) und Herzenswunde usw. — xotpoia -ar.zvn^
(Anton, -ovr^pa) etwa = njp ih oder rayo 2S vgl. Jes. 58, 10.
53, 4. — -pocjtü-rjv ax'ji>pa>-ov] = w^wn D'^jc, welchen Ausdruck
der Aruch belegt; vgl. D^niK n'jc 13, 26. — ''^^"rj xapoi'otc] vgl.
V. 13. — >' jrci (Jer. 47, 3) und -n pSt^D (Prv. 16, 18) gibt Gr.
nach geläufigem Ausdruck mit /sTpsc -ocpsi'xivai und -covaxot Tiotpa-
XsXuixs'va wieder (vgl. 2, 12). Syr. steigert pSiTD zu Ki3n (Bruch).
— ntJ'«] Gr. r^Ti? (70 Sah. Lat. praem. ^'{wr^). — nti'Kn] d. h.
sie stärkt oder unterstützt ihn (vgl. zu 4, 18). Syr. ehrt und lobt
(Knnit^D, s. z. 11, 28), Gr. [xaxapisr (248 TroipczxaXsaci). — 248 i. f.
add. £v STsvwasi; vgl. DS quae non consentit in angusto viro suo.
24. nn"'j Gr. tAvtzc = Syr. wir alle. — Vgl. 42, 13 und
1 Tim. 2, 14.
25. uoati] Lat. aquae tuae. Gemeint ist ein Teich. —
öie^oSov (Lat. exitum, nee modicum)] = Nina; vgl. z. B. 2 Reg. 2,21
LXX, — £;0'j3i7.v] 248 Tcctppr^aiav £;oooi>, Lat. veniam prodeundi,
Syroh. 253 23 S 70 106 k 157 A 254 155 Sah. Aeth. -iiappr^aiav,
Anton. 1089 (zwei Zitate): avssiv (15,20. 26,10) und Trotppr^atav.
Dagegen Syr. Gesicht («c«) und Gewalt (wa'jiii^). Payne- Smith
(s. V.) erklärt nen im Sinne von Freiheit, sofern dem Weibe
gestattet werde, sich ohne Schleier zu zeigen. Uebrigens wird
ecouöiotv (= Selbstherrlichkeit) richtig sein; vgl. zu 30, 11. —
Syr. fügt bei: „denn wie der Durchbruch (snvnn = ps) des
Sir. 26, 22—26, 3. 233
Wassers, der geht und gross (= immer grösser) wird, so ein
böses Weib geht und (= immer mehr) sündigt." Das Distichon
wird auf eine hebräische Glosse zurücligehn, wie die Ausdrucks-
weise zeigt.
26. xata /s^pa (S "/^ip^V) soa wolil = "j''T hv, vgl. 14,25.
Neh. 13, 13. Jer. 5, 31. — Syr. für a: und wenn sie nicht ist
kommend hinter dir (her). — Lat. fügt hinter a hinzu : (et) con-
fundet te in conspectu inimicorum (vgl. 42, 11). — dryj-zt\iz ot-jtr/^J
Lat. add. ne semper te (leg. se, vgl. 26, 10) abutatur. 248 add.
oioou zal 7.-oX'jcyjv. Syr. für b: dein Fleisch schneide ab (oder
zerschneide? "irp), gib ihr und entlass sie aus deinem Hause.
Das wird richtig sein, nur dass «-o (254 £x) -wv anpy.w^ (70
aapxoc) festzuhalten ist. Es handelt sich um die Morgengabe ("Hi;),
die der Mann bei der Scheidung auskehren muss, oder auch um
das Vermögen der reichen Frau (v. 21. 22). Die Abfindung der
Geschiedenen kann dem Manne so sauer werden, als ob er sich
ein Stück Fleisch aus dem Leibe schneiden müsste. Vielleicht
ist 248 aus Gr. II ergänzt. In sofern ist es fraglich, ob man
oLo-r^v zu streichen hat. — Vgl. LXX zu Prv. 18, 22.
26, 1. Hebräisch in Cod. C und im Talmud. — Zur Kon-
struktion vgl. Prv. 14, 21. 16, 20 und zu 31, 17. — iCDDij Syr.
denn die Zahl (w Maus. Ambr. Mas. II om. die Zahl). — Vö'J
Gr. xwv r)[x£pä)v (k Lat. stäv, Sah. add. C^r^) a-j-oo; Syr. der
Tage seines Lebens. Vgl. v. 26, wo die Varianten wiederkehren.
2. Der erste Stichus hebräisch in Cod. C. Syr. stellt v. 2
hinter v. 3, woraus sich das Fehlen von v. 2 im Talmud
erklärt. — h'n nu^x] Gr. Y^yr^ cüvo^s^a (28, 15) = Syr. «nnj«
«n^jnS^n. — jti^in] d. h. sie pflegt (14, 11 vgl. Prv. 15,30), das
Verbum steht 43, 22 ohne h. Gr. sucppaivei = Syr. cDDn. — xctl
xa hri (248 Lat. add. xr,? 'Imr^c) auxou] Syr. und die Jahre seines
Lebens.— TrX'/jpwasi] vgl. ahfi Ex. 23, 26. Jes. 65, 20. Syr. chu^:.
— £v £tp7;v-(J Syr. in Freude.
3 hebräisch im Talmud. — nsiJS njnej Syr. om.; Gr. \±zpk
rlYx^, wonach nJD möglich wäre. — p'ni (vgl. 2 Sara. 12, 8 und
oben zu 9, 1) ist nach Gr. (Iv ji-sptoi, Codd. Am. Sang. Corb. 1
Theoder. Miss. 747. Brev. 1127 in parte bona) wohl Fehler für
phn2; zu 2 vgl. z. B. Num. 26, 53 und unten Syr. zu v. 23. —
NT] Gr. 'foj':Jou;j.3vtyv. — Lat. für b in gemischtem Texte: in parte
234 Sir- 24, 1—27, 3.
timentium deiim dabitur viio pro bonis factis. Vgl. Syr., der für
V. 3 hat: ein gutes Weib wird gegeben dem Manne, der Kich
fürchtet vor dem Herrn, für {^pn) seine guten Werke.
4. H'^'"' Sali. om. oe. — Syr, für a genauer: wenn reich
er und wenn arm, sein Herz ist gut. — «zyotHr^l 248 add. irpo?
x'jpiov. — -ryoaojTCov iXapov (vgl. Clli* 13, 25)J 248 7r[>oG((orov s/ovxsc
tXctpov yaupiaaouaiv (s. z. 11, 16), Lat. vultus illorum hilaris, Syr.
und sein Gesicht ist heiter (]TnJ).
5. cuXotßr^Or/l Syr. bebt [vi). — xapoia] 70 •l'U/rj. — stti tw
T£Tap.x(|)] Syr. schlecht: vor (p) vieren; vgl. zu 23, 16. 25,7. 26,28.
— -poswrat) £03r^t)-/ivJ lesen nur B (254 308), dagegen Syroh. 23
S* TTp. sooil'/jv, die übrigen (auch Aeth.) Trp. i'^oßr^ilr/^, Lat. facies
mea metuit, Sah. ich senkte mein Gesicht, Syr, sehr fürchte ich
mich. Das letztere ist dem Zusammenhang angemessen, und
danach s'^oßr^il/jv zu lesen, obwohl -irpocjtoTro), das mit -s-apKo kaum
verbunden werden darf, dazu nicht passen will. Perles meint,
Gr. habe so 'Jeö wiedergegeben, was in der Tat möglich ist;
vgl. Gr. zu 34, 13. Schwierig ist dann nur ird für p, das auch
Syr. ausdrückt; indessen setzte Gr. es vielleicht der Abwechslung
halber (vgl. auch zu 43, 18. 7,33). Allerdings könnte Syr. auch
einem schlechten s'foßr^Uryv gefolgt sein und danach das Uebrige
gemodelt haben. Aber hinter 7:pocioj-(o £03r|i>r|V steckt schwerlich
derselbe hebräische Ausdruck wie hinter osr^Or^n xaxa TrpoatoTiov
17, 25, was hier auch sonderbar wäre. — In c standen gewiss
ähnliche oder dieselben Ausdrücke wie 42, 11c; d. h. etwa nm
cy nVnpl "17. Der Accusativ hier wie dort und 40,2. Syr. schlecht;
das Murren («"Jroi s. z. 42, 11) der Versammlung in der Menge
des Volkes. — Syr. om, d, der Araber hat freilich für 6b: und
der Schlag der Zunge, das alles ist bitterer als der Tod, Aber
das ist wohl eine Ergänzung nach Gr. Bei xal xaTO('];£ua|j.ov (Lat.
(et) calumniam mendacem) wird eine nähere Bestimmung im
Genitiv vermisst, und anderseits ist u-sp öavaiov offenbar falsch.
Denn „schlimmer als der Tod" kann nur das schlimmste Uebel
sein; von dem ist aber erst v. 6 die Rede. Auf das Gerede der
Stadt und die Zusammenrottung des Volkes muss als drittes die
Gerichtsverhandlung folgen. Vielleicht ist xa-a'];cua;xoc = ruaii', und
uTCsp öavotTov =: HIJS«, das aus iT'r'iJ: verderbt war (s, z, 38, 19).
xata'{;£ucj;jio^ nur hier, wie xa-c(irX-/j7[xo? 21,4. — |xo7i>r^pa] wohl =: bay.
Sir. 26, 4-10. 235
6. Syr. om. a. — äÄ-oc (248 ä'/Oo?, Syroh. 253 add. os)
-/.apoia? (Sah. om.)] vgl. 2': 2W Jes. 65, 14. — -j-uvr; avxt'Cr^Xo; £7:1
(248 om.) Yuv7.'.y.l zal [xactTi? xt/..] Lat. miilier zelotypa ; in muliere
zelotypa (al. infideli) tlagellum etc. «vt^r/ocj = rn:: ; vgl. 37,11
und zu 25, 14. — Wahrscheinlich ist e-l Y'jvaixi Zutat des Ueber-
setzers. — Syr. für b besser: und Schlag der Zunge ist das
alles {= die vier) zusammen. Es stand da wohl |Vwt*S isit:' (51; 2.
Job. 5, 21).
7. ßooCuyiov] Lat. sicut boum jugum (und dann: ita (et)
mulier etc.). ßooC'jyiov heisst sonst das Ochsengespann, 70 kor-
rigiert u-oCuYtoy, 106 0): ^-ri'iov. Nach Syr. (xt:) stand da hy. —
Für das sinnlose aoiXsuojxsvov hat Syr.: ein hartes (s"'?i>p vgl. zu
28, 20). Er könnte n;: (vgl. Syr. zu 3, 26. 27 und 1 Reg. 12, 11)
oder auch niyp (vgl. 1 Reg. 12, 4) gelesen haben. Dagegen
könnte aot/vsuoixevov, falls es nicht verderbt ist^ auf (hv) nua (Lev.
26,13. Ez. 34,27) zurückgehn. — 0 xpa-rwv aOtr^?] muss jedenfalls
bedeuten: wer sie heiratet. Diese Bedeutung haben die ge-
wöhnlichen hebräischen Aequivalente von xocztsoj nicht. Gr. scheint
in Rücksicht auf das folgende Bild frei übersetzt zu haben. Syr.
hat nämlich: und wer sie erträgt (iroa), was falsche Uebersetzung
von nst'j (= wer sie heiratet) ist. — w?] Syr. om. — of/a33o;x£vo?
(31, 2)i Syr. beide Mal nnx.
8. [j.Ei}ü3o? (19, 1)] 248 add. xal psaßac (DS add. et erronea)
= Syr. xnMoi. Vgl. [jt^'^izüm und ös|x[3o[xai LXX Jes. 23, 16 für
22D, Symm. Gant. 1, 7 für ,Tüy, Aq. Jer. 31,22. 49,4 für nzaiii'n,
Quinta Hos. 8, 6 für D^^nit'. Indessen ist der Zusatz wohl se-
kundären Ursprungs. — xa-'] Syr. ;m. — Lat. für b: et contumelia
et turpitudo illius non tegetur. Ihi*e Schande bringt sie selbst
zum Kummer ihres Mannes überall aus.
9. SV a£T3<Jup'.3jxorc (A Glem. AI, paedag. III 11, 70 tx£t£a>-
piap-ol, Lat. extollentia) o^flaXiJtwv] hier nicht „in der Hoffart ihrer
Augen" (23, 4), sondern „in ihrem Augenaufschlag", wie Sah.
deutet. Vgl. Syr. n'r; maian. — xotl svj Syr. pi. — Vgl. übrigens
Prv. 6, 25.
10. Im Gr. kehrt a gleichlautend 42, 11 wieder, während
Syr. einigermassen abweicht. Gr. wird dabei im Recht sein. —
OuYaxptj S}T. om. r\2, stand hier im Sinne von Weib, da vorher
und nachher von der Frau die Rede ist. Anders 42, 11. —
236 Sir. 24, 1-27, 3.
aSiaTpsTT-to] Syr. KnCi'n, nach 42, 1 1 stand da nh^v, nSs:, oder ninc.
— axspswaovj == pim (42, 11), Syr, mache viel. — cpuXaxr^vJ = noiro;
vgl. auch 22,27. Syr. wie 22,27: Wächter. — sGpoOaa avsaiv
(55 254 7.v7'-aoaiv) ] Lat. inveota occasione, ähnlich Sah. — sau-f,
ypr^arl■zoil] das Verbum bedeutet geschlechtlichen Umgang pflegen;
iau-fj dann = nach Belieben. Sah.: sie tut was sie will. Indessen
darf mau ohne weiteres auxr, lesen und das auf vysa'.v beziehen.
Vgl. auch Lat. zu 25,26. Syr. für b: denn nicht ist ihr Ruhe
(xrfJ = avaTTocüaiv ?), ausser wenn sie gestohlen (oder getäuscht)
hat (rDJj). Man sagt im Syr. aber aucli 2:: mit it'c: für „sich
wegstehlen"; vgl. llebr. 3:jnn 2 Sam. 19,4 und T« 2JJim Gen.
31, 27 für „du täuschtest mich," (indem du dich heimlich fort-
machtest). Für den Syr. spricht die Eigenart des Ausdrucks, der
aus dem Original übernommen sein dürfte. Vgl. auch 23, 16. 17.
11. S" k ocp{}a).[xÄv^ Syroh. 253 23 schlecht korrigierend:
o(pi>aXiioic. Natürlich gehört o'föaXixoCi oder o'fUaXawv zu dvxiooOc
(Syr. a'yy ncirn) ; ein genau entsprechender hebräischer Ausdruck
ist unbekannt. Vgl. aber D'^Jc '5;. — '^'Anzm] das Medium hier
wie oft iu LXX im Sinne von „beobachten." nati^ war prägnant
mit ''"in« verbunden: beobachte sie ihr überall nachgehend. Lat.:
ab omni irreverentia (Ambros. I 710, 6 11 2 296, 4 irreverenti)
oculorum eius (Hss. und Ambr. oculis) cave. Syr. hat für
cpuXa;ai ungenau: „laufe", und für r)ai)|xot3-(j? „zögere", d. h. er
verstand oder las nanann für nann. Natürlich ist xal \ir^ = damit
nicht. — iav de 33 TrXr^atxsXr^aifjJ Syr. damit sie nicht treulos sei
(Vjin) gegen dich; vgl. zu 23,23.
12. oöonropo?] vgl. 42, 3. — to aio|j,a avoiyei (ausser B S"^
(308) alle dvoi'cst, 248 add. suptuv tht^yt^v)] Lat. ad fontem os aperit
(al. aperiet), Sah. dessen Mund geöffnet ist. Syr. für a und b:
wie ein Durstiger, der hineingeht von dem Wege und sein Mund
ist geöifnet zu kaltem (xinp = ü^y: n'^anp) Wasser und von jedem
Wasser trinkt. — svavTi [BsXouc] Lat. contra omnem sagittara. —
cpaf>=-pc(v] Lat. add. donec deficiat; vgl. 23, 16. 17. — Syr. ver-
stand c und d nicht und erweiterte daher die Worte: und auf
[hv] jedes Holz stützt er sich und vor jedem Pfeil ist geöffnet
sein Köcher, so ist das ehebrecherische Weib, das jedem Menschen
geöffnet ist sein Sclioss. r.dsayXo: (= in") hat obszönen Sinn, und
Sir. 26, 11—17. 237
y.a^r^as.-al ist nach Syr. wohl wie 9. 9 ungenaue Uebersetzung
für nan.
13. Syr. om. — /.^'f>i?] = p, im Sinne von Anmut (7, 19
u. ö.). — "'p'Lst] s. z. 1, 12. — 7'jvar/^jc] Lat. mulieris sedulae
(Brev. 1127 castae). — tol o3t7. «utoS -lavsTJ vgl. Prv, 15, 30
14. xuptoo] Syr. «nöl. — S'.'f/ifvor (248 70 adtl. y.rn sovo-jc)]
Lat. sensata et tacita, Syr. schiecht: eine gute. — avtaX/.a-'a^l
Syr. N'^ön; vgl. zu 6, 15. — -sTrottosufjisvrj? «{"JX^i?] hier müsste
'l^'j/TjC Genetiv der Restriction sein, aber auch so fügt sich der
zweite Stichus schlecht zum ersten. Syr.: für die Wenigkeit
(mT2:2) der Kehle. Augenscheinlich ist 'l^'v/jC aus v. 15 ein-
gedrungen. Dagegen gehen -cTra'.osutxsv/;? und v. 15 i-f/cpct-cou? wohl
auf dasselbe hebräische Wort zurück. Syr. hat auch v. 15 mTl-.
Ich vermute piJi nic.'J? und st'cj '». Vgl. 18, 30, wo i-cAiA—'-y. 'l>'y/r^:
wohl = lyo: "iDio, In der Vorlage des Syr. kann etwas anderes
gestanden haben.
15. /cff^t^ £~t /.^-P^"'] bedeutet wohl die höchste Anmut
(v. 13). Syr. xriiz^ö hv i^r\)Z"a (s. z. 4, 21). — oti3/uvT-/;pa (vgl.
^'i2 35, 10. 42, 1)] 248 add. 7.7.I TJ.a-r^, Lat. sancta et pudorata. —
a-:a[>!xoc] Syr. sSpne; vgl. zu 6, 15. — irac (Anton. 1085 om.) 7'^.oc]
ist wohl Zutat des Uebersetzers, Syr. ora. Vgl. sonst sSo (Gen.
23, 9) und mi^ (Prv. 3, 15), was beides LXX mit o^^ioc wiedergibt.
— i'iY-rjrx-rjü: -Vj/v: (248 Syroh. 253 23 S'"'* Anton. 1085 Sah.
add. 7.'j-r,c)J tt'cj = die sinnliche Begier (s. z. 6, 2 imd zu 23, 6).
Syr. schlecht: für die Wenigkeit des Mundes.
16. rjXioc . . . y.ai'J Lat. Sah. Syr. sicut sol . . . sie. —
otvaTsXXojv (157 Lat. add. 7.o3[x(p)] Syr. rT'm; es stand da nm"
(42, 16), das Gr. missverstand. — iv Gits-oi? xupiou] = hü ''K>)if:2
(43, 9) ; Syr. erklärend : am Firmament (K^pi) des Himmels. —
£v xocfaio] Syr. S3mo3 (an dem Wohnort); vielleicht stand da Dirnn
(vgl. Gr. 42, 21. LXX Nah. 2, 10). Das Wort bedeutet auch
Standort, Thron. — aoTo-j] ist Fehler für 7.'j-:r,c, wie die meisten
Hss. lesen. — Zutat ist vielleicht «Yai}-?,?, das freilich auch Syr.
ausdrückt.
17. Sah. Syr. praem. wie; Syr. om. v.m: Toi. Brev. 1128
om. et. — a etwa = u^y miiö hv (oder i\^ö) ilK u. — Syr. für
b ungenau und gleichmacherisch nach v. 16: ist die Schönlieit
238 Sir. 24, 1—27, 3.
der (w Maus. add. guten) Frau au dem Ort (cpön, w Maus, amoa)
ihres Hauses, y^.vdo. dürfte = TOip (Ez. 13, 18 LXX, Cant. 7, 8
Syuim.), und atotarixr^ schlechte Uebersetzung von ruirJ (= auf-
recht) oder dgl. sein. — Dem irJ. mit dem Genitiv entspricht
im Syr. Sy, dem mit dem Dativ 2; ebenso v. 18.
18. ßaasojc apyupac] 248 Syroh. Lat. ßaasaiv ap^upat;. —
Syr.: wie goldene Basen auf einer silbernen Säule sind schön
ihre Fersen auf (3) dem Gestell (jpna, p u add. in der Wohnung)
ihres Hauses. — (opotToi] Lat. finni (= crTEpsoi). — Jedenfalls ist
für atspvoic nach Lat. ir-spvai? (vgl. S* Trxspvoic) zu lesen, und
vielleicht für süa-aOoDc mit 248 süataösai (308 Euaxailsr?) oder mit
S* £'j3-ai}ixoic (Lat. super plantas stabiles mulieris). Der Fuss
raüsste wie sonst wohl den Schenkel einschliessen. Aber wie
Gold und Silber entsprechen sich nicht Beine iUnd'^Fersen, sondern
eher die Füsse und der Boden des Hauses. Nun hat Syr. freilich
Silber für Gold und Gold für Silber. Aber das ist wohl ein
durch *e '•JiK Cant. 5, 15 verursachter Fehler. Vgl, vielmehr
Jes. 52, 7. Ich vermute, dass n*3pj? hier im Sinne von Ort,
Boden (s. z. 10,16) stand und suaTaU-xou: r= nnJi^o (41,1. 44,6
vgl. dazu Syr.) ist. Vielleicht ist obendrein rJjrjtc = ,T3pj? = Syr.
ihre Fersen, so dass, wie so oft, ein Wortspiel beabsichtigt war.
19. Syr. für a wohl genauer: Mein Sohn, nimm dich in
Acht in der Zeit deiner Jugend. — dXXoTpioic] Syr. snD'i:'?; vgl.
zu 23, 23.^ T7)v ta/uv aou] Syr. "f^^n; vgl. Prv. 31, 3 und zu v. 21.
20. Syr. : Suche dein Loos von jedem guten Talland, um zu
säen deinen Samen mit (n) deinen Zeugungen ("[mSin) getrost. Syr.
verstand ■]''m'7in besser als Gr., der obendrein r?, suYevsi'a (vgl.
22, 10) (30U falsch mit TiSTioiötoc verband. Uebrigens ist xXrjpov :=
^nj oder dgl. im Sinne von Acker; gemeint ist das Weib.
21. Syr.: und so sind (es) deine Früchte, und nicht überall
ist dein Stamm ("[Jsn^tf'). Also bedeutet ::spiovTa: sie bleiben dir
erhalten. Vgl. Prv. 5, 15 ff.
22. Vgl. auch Lat. zu 9, 8 (s. d.). — jxi3i>ia] Syr. schlecht:
eine ehebrecherische (»m"'j). — is/j j'.aÄoj] vgl. LXX Jes. 40, 15
toc aisXo; = p-i3; ]\IT pn:. Syr. für nichts (cno kSS) = p^nS?
Vermutlich stand da p"""! , das Gr. in pi verlas. — u-av8poc] Syr. das
Weib des (eines) Mannes; vgl. ^^» n^K Prv. 6,26. — Trup-.o?
Sir. 26,18—27. 239
•lotvaToo] Syr. praem. wie. Der Ausdruck ist wohl nur Bezeich-
nung eines Gefängnisses^ in dem alle Gefangenen auf irgend
eine Weise umgebracht werden. Nestle (bei Ryssel) vergleicht
den 2 Macc. 13, 5 ff. beschriebenen. — toi? /ptuasvotcj Syr. denen
die sich an sie hängen (na ppiina ; vgl. 19, 2 Syr.).
23. Yuv-/^] Syr. add. p (w Maus. om). — dyoixco [xspic] Syr.
wohl in genauerem Anschluss an das hebr. Original: in dem
Anteil des frevelhaften Mannes; vgl, zu v. 3. — ^uat[ir^z o;j Syr.
Knpni p KnnjK: vgl. zu 11, 17.
24. Syr. verwechselt in a Subjekt und Objekt: ein Weib
(= Accusativ), das sich nicht schämt (snn; abi = dcjyr^ijLwv), die
Schande reibt (iT'raj) es auf. Es stand da etwa das Piel von
nSn, übrigens verstanden beide Uebersetzer ein Wort wie m*2
als „Schande" statt als „Scham ■ (vgl. zu 27, 16. 29, 14). —
OuYotTrjp] hier wie v. 10 ^ Frauenzimmer. — ^ £tl»a/rjtxtov| vgl. LXX
Prv. 11,25. Syr. dem Gr. folgend: «n'':no2DK. Der Sinn war
jedenfalls „die schamhafte", und nach a stand da etwa nu^is;
vgl. zu v^. 15.
25. doid-pzT-rj: (v. 10)] Syr. die sich nicht schämt. —
Nach Gr. ist b zu verstehen: die schamhafte Frau ist gottes-
fürchtig und somit der höchsten Ehre wert. Mau darf dabei
auch daran denken, dass ..Hund" Bezeichnung der Heiden war,
Syr. vertauscht schlecht Subjekt und Objekt: und die, welche
sich vor dem Herrn fürchtet, es ist in ihr Scham.
26. ciyorjrx Toiov] Syr. nur: n':y2. — rAa>. P und 2*^1 Syr.
erweiternd: ij^jk ^dS. — ^avyjas-cai] Syr. sie wird gerechnet =
lo'i'.abr,as.-on (vgl. v. 25), das 70 für Yvojcti^r^asTai liest. — 248 stellt
'■hz'^r^; vor sv G-sfir/favia, Syr. vor o-iu.r/.l/j'ja'x. — Syr. in ihrem
Hochmut. — 7V(M3i>rjasTa'.] = j?n|in ; vgl. Prv. 10, 9. — Zu c und d
vgl. y. 1. — 70 wohl besser o dvY)p «utt)? = Hebr. v. 1 ^ifi^ü
rhv2. — "wv s-tov 7.'jTotj] 70 ~wv Tjjxcpäiv TTj? ^füTjC «uToo, Syr. der
Jahre seines Lebens; vgl. zu v. 1. — Syr. add.: das Streiten
des (add, guten?) Weibes ist in Demut, und wie leichtes Fieber,
so erseheint es. — snp'^pi «nu^N] versteht Barhebr. als hektisches
(Dip''t2pK) Fieber; gemeint ist aber ein vorübergehendes.
27. ij.s77.Xo'itovoc] Syr. xn^jbnp. Perles vermutet wohl mit
Recht hebräisches n'':h)p (neuhebr. = schreierisch). — Y^tusawor^]
Syr. sn"'J2£ (s. z. b, 3). — Syr. für b wohl besser: wie das Hörn,
240 Sir. 24, 1-27, 3.
das aufreizt («n''Jl53'?o) des Krieges wird sie j^esehen. Es stand
da etwa ncnSo nyrn pp. — Syr. für c und d: die Seele aber
jedes Menschen, der existiert, wird diesem allem ähnlicli gemacht
(Ambr. richtig «öinn für soinn), in Kriegslärm (szipT N^:i>iJty2j wird
das Leben in Bedrängnis geführt. — Es handelti sich natürlich
um einen Mann, der ein zanksüchtiges Weib hat. Also ist
op-oioTpo-oc -o'j-oic falsch. Grotius wollte nach älterem Vorgang
otjLOTfyo'foc herstellen: dann müsste Syr. einem griechischen Sclireib-
fehler gefolgt sein. Erfordert wäre: die Seele jedes Mannes,
der eine solche Frau hat, — in Kriegslärm wird ihr Leben elend
verbracht. Uebrigens hat Syr. wohl mit Recht „das Leben"
für das jedenfalls verkehrte -r;,/ 'loyr^v. — v, 19 — 27 werden
auf ein hebräisches Original zurückgehen. Ein stringenter Be-
weis lässt sich dafür vielleicht nicht führen (doch s. z. v. 20.
23), da Syr. hier in hohem Grade dem Gr. folgt. Aber es besteht
auch kein Grund, diese Verse von den übrigen griechischen Zu-
sätzen zu trennen. Jedenfalls sind sie sekundären Ursprungs.
28. Reifmann (bei Cowley-Neubauer p. XXX) vergleicht
Mibchar ha-peninim 58 (= p. 10, 60 vgl. p. 52, 53 ed. Filipowski):
nöKi : c^xncn p Ser^ orn hyi .ti^njtJ^ -i^tfy 'ryi .Sp:t^ 122: hv ihün insi
h'D2 p rhv Scjti' c:n3 .rhv SwnS -(^rju^ "o |\y. Syr. für a: über
zwei Dinge (pni: wie 25, 1) ist erstaunt (iin) mein Herz. — e-t
-M TpiTo>] Sjr. schlecht: über drei (vgl. zu v. 5). — Outxoc jioi
i-y.xhy] Syr. : sehr missfällt (:i>K2ns) mir. Da Pesch. ^ü2 für iTin
setzt, so darf man vermuten: lüü "'S mn. — avy,f> -oXsii-iatrjc] ist
falsch. Es handelt sich um drei Arten von Leuten, deren Lage
sich ins Gegenteil verkehrt, und der Gegensatz von Armut ist
Reichtum. Also wird falsche Uebersetzung von h^n t^'"« oder
'n ^2:1 vorliegen. Syr. über (schlecht wiederholt er bei allen
Dreien die Präposition) den Mann Kisn 12; vgl. D'-in p Koh. 10,17.
— u5-:£{i(ov Ol' hozinv] Syr. besser: "[naifxi pMnKi; vgl. zu 13, 4.
— avopsc auvsTot'] ist ebenfalls verkehrt. Es handelt sich nicht
um Verkennung, sondern um Wechsel des Geschicks. Syr. {avfjü
Nöti' ^no) las cti' ^^*:a (44, 3); vgl. ovoixacjTot 39, 2. 44, 3. Nicht
weit ab liegt alvz-oi — lav axuj^otXiaöwsiv] Syr. pTip"*« p Tii:2rNT;
vgl. Syr. zu 11.6. — srotvaYojv] vgl. 17,26. Lat. praem. et. —
Syr. für e und f: und über den der umkehrt von der Furcht
Gottes; der tut Frevel iüh)v), übergib (vgl. zu 2, 1) ihn dem
Öir. 26, 28—27, 3. 241
Tage des Mordens (vgl. Jer. 12,3). In e stand danach wohl:
b)v ni^'^T npi)if2 2\i*; vgl. Ez. 3, 10 u. ö.
29. Lat. praem. duae species difficiles et periculosae mihi
apparuerunt. — ji-oXicj Syr. mit grosser Schwierigkeit (sn3"i xnrii'pi);
vgl. pmn 3ö, 7 und sonst 21, 20. 29, 6. — s^^Xsixai] ist (gegen den
gewöhnlichen Sprachgebrauch) passivisch gemeint (vgl. 36, 1 und
zu 51, 12). Syr. x::cno, er wird gerettet (oder entgeht). — d-h
TrXrjtxji-sXst'ot; (70 «[xctprt'ot?)] Syr. von Sünden (aus b), Toi. a men-
dacii crimine, DS a mendacio. Syr. add. : sondern in diesem und
jenem strauchelt er (Spnne). — Zv/MOibr^azxai] Syr. piTO. — drJj
otii-apttac] Lat. a peccatis (labiorum). — Syr. hat für sfxTcopoc «un,
für xaTryjXo^ K^OT. Es stand hier wolil IJD (42, 5) und imo (37, 11).
— Vgl. Talm. Erub. 55 b: cnjn3 sSi cnnD3 ah mm «i:an ah und
zu 38, 24.
27,1. yd[Av dotct'foporj (zu 7,18)] Lat propter inopiam;
Syr. umschreibt: weil nicht war (ist) in ihnen Furcht (= Re-
ligion). — 0 Cr^Twv 7rXr|i)uvai] Syr. wer begehrt (X2i:) viel zu machen
Sünden. Vgl. r\)2^rh |*k U, 10. — dizoaxp^Bi ocpöaXixov (248 70
Lat. add. auroD)] Syr. er wendet ab (xerra) seine Augen. Es stand
da wohl V'j'v c^'jyo wie Prv. 28, 27 ; vgl. LXX zu Prv. 1. 1. und
Pesch. zu Jes. 1, 15. Wer seine Augen abwendet, ist unbarm-
herzig, nl. gegen die Armen (4, 4. 5. 14, 8), denen gegenüber die
Gewinnsucht des Krämers besonders sündlich ist.
2. Lat. praem. sicut, und vor b sie. — ava [j,saoy dcpjxÄv
(Syroh.: Sing., Lat. compaginis) Xtficov (248 253 70 k S«* XiÖiWv)]
nach dem augenscheinlich genau übersetzenden Syr. stand da
nPi'?5nS \^^ fs. — TraYT^astai] Syr. er dringt ein (K^«y); vgl. zu
14, 24. — rrpctas«)? xcd ct-j'Cipota'xou] Syr. wohl besser: Käufer und
Verkäufer. — auv-pißr^asrai (55 add. iraaa) ajxapxia] ist falsch.
Lat. (Dubl.): angustiabitur peccatum (al. peccatis), conteretur
(cum deliuquente) delictum. Danach emendiert Fritzsche auvöX'.-
ß7)a£Tat (vgl. 34, 14 und 16, 28, wo Lat. angustiabit für (£e)£&Xi4/£).
Das könnte auf ein "iliif {=^ ist eingezwängt) zurückgehen. Syr.
NiTisn pcpnna, das heisst wohl nicht: es sind stark die Sünden,
sondern (von ?]pj): es haften die Sünden (Nestle).
3. iav iJLTj '/paxr^aifj] ist beziehungslos, auch wenn man v. 2
dem Syr. folgt. 70 add. 6 xifjLiouXxwv (vgl. Field, Hexapla zu
Smend, Sirach-Kommentar. 16
242 Sir. 24, 1—27, 3. 27, 4—29, 28.
Prv. 11,2.6). Lat. si non teuueris (te). Vgl. dazu .Syr. ; mein
Sohn, Aveim du die Gottesfurcht ühertrittst {'75? i^yn) ein wenig
ih^hp), so wirst du viele Zeit Mangel haben (lonn = icn: Din?).
Man Avjrd danach die 2. Pers. annehmen müssen, und wird Lat.
mit domus tua gegen auToo 0 oTxo; im RecJit sein. Dass im Syr.
dem letzteren nichts entspricht, hängt wolil mit dem Ausfall von
V, 4 zusammen. — h] ist auffällig, auch wenn man 2 p'inn (vgl.
6, 27) voraussetzt. Der Uebersetzer verbindet sonst /.rjci-ii» mit
dem Genitiv wie LXX. Indessen könnte er mechanisch sv gesetzt
haben, um den doppelten Genitiv 'foßou -/upiou zu vermeiden;
und Syr. di'ückt denselben Sinn aus. Allerdings ist der so sich
ergebende Gedanke etwas unbestimmt. Man könnte deshalb
erklären wollen: wenn du nicht in der Gottesfurcht stark (vgl.
1 Ezr. 4,38), d. h. reich wirst. Vgl. z. B. n3J Job. 21,7, sowie
'^ rsTn Prv. 15, 16. — xa-a c-o-jo/;/] ist mir zu erklären, wenn
man es zum Nachsatz zieht (vgl. mna hp u. dgl.).
XL 27,4—29,28.
Die Sinnesart der Menschen wird durch Erprobung erkannt
(27,4 — 7 = 3. 1), ihr Schicksal bestimmt sich nach ihrem Ver-
halten zur Religion (v. 8 — 10 =: 3). Uebrigens ist es leicht,
guten und schlechten Umgang zu unterscheiden (v. 11 — 15 =
2. 3). Die Rede ergeht sich in Warnungen vor dem Verrat von
Geheimnissen (v. 16^ — 21 = 2. 3. 1) und vor dem Umgang mit
falschen Freunden, die dem Nächsten nachstellen (v. 22 — 29 =
3. 1. I 3. 2), aber auch vor Unversöhnlichkeit (27, 30 — 28, 7 =
3. 3. 2) und vor Einmischung in fremden Streit (v. 8 — 12 =
2. 2. 2). Heillos ist die dritte Zunge, die Unfrieden zwischen
den Leuten stiftet [(v, 13 — 16 = 1. 2. 2), sie ist überhaupt der
sclüimmste Feind (v. 17 — 23 = 2. 2. 2. 3). Sichern kann man
sich vor ihr nur dadurch, dass man mit seinen eigenen Worten
vorsichtig ist (v. 24 — 26 = 2. 1), Hieran schliessen sich längere
Ausführungen über Leihen (29, 1—13 = 3. 3. 3. 1. | 3. 3) und
Bürgen (v. 14 — 20 =^ 3. 2. 2) sowie über die Annahme von
Gastlichkeit (v. 21—28 = 1. 3. 3. 1).
27, 4. Syr. om. — Lat. praem. sicut. — iv asisaan (ABS
ar,a|j.cc:i, 253 atr^a^-i)] vgl. ^"'in Am, 9, 9. — xoa/tvou] gemeint ist
Sir. 27,4-5. 243
das Riemensieb und zwar das heut zu Tage kirbäl-el-kaniahi
(vgl. aram. syr. x^2"ij;, i^hiiii, arab. i3Ljri) genannte, mit dem das
ausgedroscheue und bereits geworfelte Getreide zum ersten
Male gesiebt wird. Da bleibt der Schmutz (xoTrp-'a, vgl. ncx Mal.
3, 21 und Job. 2, 8 LXX) im Siebe zurück, während das Korn
durchfällt (ZDPV 91, 2). Anders die mn: Am. 9, 8. — axoßaXa]
248 70 öxuXa (= Hülsen), Lat. falsch erklärend: aporia. Es
stand wohl ein Wort wie |*!2, h:h: oder dgl. da. Gemeint ist
die moralische Schlechtigkeit. — sv XoYiajxu (253 70 sv oiaXo^ia-
;jL(o) auToü] vgl. V. 7. Cime Zweifel stand da "i^^au^nn (vgl. auch
zu 9, 15), wofür der Abwechslung halber v. 5 ev SiotXoytcjii.« (S ''^
A 55 155 XoYicr<i.(o) ol'j-oo, v. 6 Xo^oc (248 70 Syroh. 253 23 Xoyiajxoc),
ebenso 42, 3 X070; gesetzt ist. Syr. hat v. 5. 6 ebenfalls wnii'in.
Das Wort bedeutet aber v. 4 — 7 nicht die Ueberlegung, das
Nachdenken des Mannes, sondern etwas, das mit ihm vorgenommen
wird, das wie das Sieben beim Getreide und das Brennen beim
Töpfergeschirr seine Erprobung ist. Im Aram. und Syr. bedeutet
]2U^)n die Rechnung, hier und 42, 3 ist es s. v. a. Durchrechnung,
Ausforschung; vgl, arab, ^^Z.:^s den Zustand und die Lage
Jemandes genau erforschen.
5. Hebräisch finden sich v. 5. 6 in Cod. A hinter 6, 22. —
Cod. 254 om. v. 5, 106 stellt v. 5 hinter v. 6. - — Syr. für a:
wie viel Rauch oberhalb (p '7j?S = hv^h?) des Feuers (kiij, lies
wie 38, 28 vgl. 34, 26 NT.: = |'^dd). Am Anfang las er wohl
■inr fti^j?-, das aus li'r nu^VQ (vgl. ti»aiS nit*Vö 34, 26) = Variante
zu ni:r "»Sd (= a/sSoc xspotjxstoc) verderbt war. — 155 "'^ praem.
WC. — |t:o: nj;a^J vgl. zu 38,30. Dagegen Gr. Soxitj-aCsi (A -[xass'.)
xctfjLivoc; vgl. 34, 26. 2, 5. '2 nyzS heisst entweder „gemäss der
Heizung des Ofens" — und das passt nicht — oder ..für die
Heizung des Ofens'" — und das wäre ein sehr ungeschickter
Ausdruck. Nun hat Gr. für b offenbar richtig: xal Tzsipaatj-o?
dvöptuTTou £v oiocXoYiaixm ctutoD. Er las wohl jT'DJl (vgl. 4, 17) oder
nun), wogegen inö2l (= Syr.) unerträglich hart erscheint. Dann
ergibt sich: die Erprobung des Menschen geschieht auf Grund
seiner Ausforschung. Hiernach ist dann aber "^v^h, das vielleiclit
aus 38, 30 eindrang, in inn'? (= Soxiij-aCsi) zu ändern, was ich
übersetze: „er muss prüfen". Vgl. "jWna Jes. 48; 10, li"in2K
oben 4, 17, ]n)2 34, 26. Lat. nach abgewandelter griechischer
16*
244 Sir. 27,4—29,28.
Vorlage: et homioes justos (sc. probat) tentatio tribulationis
(vgl. 2, 5). Syr. denkt bei 'i)2\:fn an die Ueberlegung und danacli
frei: so die Reden («iTV'lti') der Menschen über (Sy) der Ueber-
legung.
6. """iD stellt metonymisch für das Kosten der Frucht, und
für M^ (derselbe Fehler 11, 27) ist nach Gr. ixccatvsi (55 254
h/^yytX) mn'' ZU lesen; vgl. zu 24, 32. — miy ist die Art, in der
der Baum seine Frucht produziert, wie IT, das an i^V v. 5 an-
klingen soll, die Denkweise und Sinnesart des Menschen (s. z.
17, 30. 31. 15, 14). Gr. für a unrichtig: -,'-^p7iov $6Xou ^x'fat'vst
rj v.a.p-h: 7.'j-o5, Lat. schlecht: sicut rusticatio de ligno ostendit
fructum illius, Syr. nicht besser: wie die Zucht (KJnSlc) des
Baimies macht Früchte (w Maus. Mas. I: seine Früchte). — Gr.
verband in b: oG'k«; X^yo; (s. z. v. 4) svi>üix7;;xa-o; (Grotius sv-
i)'jjjLr^;jLaT7., Aeth. svöujjLr^ijLOt) xotpoia; (A x^f^oia, 248 sv xotpota, Syroh.
23 Sah. xoLpo>yjy) wöfywTiou. Die Emendation des Grotius war
richtig; y.y.rjrÄy.: ist Zutat des Uebersetzers oder eines Späteren.
Lat. sie verbum ex cogitatu (Toi. Sang. Aug. spec. Cod. P^ ex-
cogitatum) cordis hominis (Toi. Aug. spec. P^ hominis cor). ■ —
Syr. wörtlich: so ihre (d. h. der Menschen) Ueberlegung über
den Gedanken (|inn''yin) der Menschensöhne. — inx könnte viel-
leicht = Jemand sein, aber wegen |*j? ist mit Gr. Syr. mx an-
zunehmen. Vgl. Matth. 7, 16 ff.
7. Syr. om. (Homoiotel.). — irpo W(i3[ioo] Lat. ante sermonem
= irpo Koyj'j (vgl. zu v. 4). Aber jedenfalls stand da pstf^n "'izh.
— 23 k avüpcu-ou.
8. TG oi'xatovj in LXX für pi^, npi^t (z. B. Dt. 16, 20.
Jes. 5,23) und acit^a (Prv. 29,26), das Adjectivum ot'xaio; freilich
auch für ncK (z. B. Zach. 7, 9), und Syr. hat hier wie v. 9
xniy'p (doch s. d.). — sav oia)xr,c] Syr. wenn du suchst (sj?2n).
Zu vermuten ist u>p2D; vgl. zu 11,10 und Soph. 2,3. — Y.ciTakrfyr^
(248 (70) Lat. add. auxo)] Syr. du Avirst sie finden. Zu vermuten
ist Si-an; vgl. zu 11, 10. — Zu b vgl. 6, 29. 31. Vermutlich ist
7:oo-/)pr^ (Syr. unbestimmt snm) = h^v^^i; vgl. 45, 8 und den h^va
npni: Jes. 61, 10 sowie Job. 29, 14. — Lat. i. f. add. et inhabi-
tabis cum ea et proteget te in sempiternum et in die agnitionis
invenies firmamentum.
Sir. 27, 6—13. 245
9. Der erste Stichus ist in einem talmudischen und rab-
tinischen Zitat mit 13, 15b verquickt.^ r^ij;] Gr. -s—'.vv', Anton.
234 TTcTcivov, Syr. die Vögel des Himmels. — iro'r] Gr. •äp.o; -h
oixo'.a a-koi?, Syr. zu (m'?) seinem Geschlecht; vgl. zu 13, 15 f. —
prvi^"'] Gr. xa-aXo^s'. (14/25), al. xaTaÄ-js'., Lat. conveniunt. Syr. «:•>:'.
— rik■'r^^v.v.\ Svr. NTiJ'ip. Nach aller Wahrscheinlichkeit stand hier
dasselbe Wort wie v. 8 für zh oi/cc.ov. Für r'^'Vi oder pii', dem
auch 4, 28 aXr^ös'.a und Nnsi>ip gegenüberstehen (s. d.). spricht
ausser dem Bilde in 8 b auch der Gegensatz von ^j.^yirj-J.'j. v. 10.
pnj: ist Frömmigkeit und Rechtfertigung zugleich wie äjicto-r-'a
Sünde und Strafe. Vielleicht hat Gr. deshalb £-avr];£'. gesetzt,
wofür Syr. einfach: sie geht.
10. i)-/;pav (B 155 »l'jpav nach Gen. 4,7)] Syr. S"i2n^, beides
wohl = rpaS. — v.tjL'zfiTia'.] ausser B (254 2^6 308 k) alle (auch
Max. 868) richtig aa7[>-''ot, Syr. s'^'y. — svsope'jsi] Lat. add. semper,
vielleicht = o-a -avTo? v. 11 (Herkenne). — </o'.x7.] 253 23 70
S '^'^ 7.oix''av, 248 xax''7.v, Lat. iniquitatem, Syr. sncrr. — Vgl. 21,2.
11. oir^Y'l^-'] ^^yi*- ^^HTi!^; vgl. zu 6, 35. — soaSjVjoc] A :?o'foo,
Syr. der Weisen. — ao'f''7.J 248 70 Anton. 913 Lat. Syr. h ao'^ia
(vgl. aber 22, 6).^ — Ant. 913 füra: 7'yi)[>oj-o? s'j33^!lr,c iv ao-f'a asve-.
(üc 0 r^X'.o? = Lat. homo sanctus in sapientia manet sicut sol.
August, ep. 55 (ed. Goldbacher p. 177): sapiens sicut sol permanet.
Man hat dahinter eine hebräische Variante (nsnr : ni2:n) gesucht.
Auf alle Fälle liegt aber wohl ein Zusatz vor (Grotius). —
ctUoioo-7'.] Syr. Ti^nnii^c; vgl. mnii^n 43,8. — Vgl. zum Sinn 5, 10.
— Syr. stellt v. 11 hinter v. 12.
12. Syr. zwischen den Toren ist abzuwarten (Inf. mit V)
die Zeit und zwischen den Weisen ist zu reden immerfort. Also
ist £'c (vgl. auch 12, 3) ascjov beide Male = p. — aovTrjO-zj^ov
x7'f>ovJ Lat. serva verbum tempori; vgl. zu 4, 20. — o'-ctvoo-jasW/]
etwa = D'':';2J, Syr. KCrn. — ivos/i/tCs] Syr.: ist zu reden
immerdar. Es stand wohl da T'sn nncnS. Syr. verstand das
Verbum falsch: vgl. 42, 12 und zu 9, 4. 8, 17. 7, 14.
13. «xojpojvj Lat. peccantium, aber Syr. wie Gr. — -oo-
a6/0ia}xa] Lat. odiosa (sc. narratio), Syr. verhasst. Es stand da
wohl n3j?in; vgl. z. B. 2 Chr. 34, 33 Posch. — iv (S w?) :i-a-A'K-r^
(21, 15) aaotoTi'v.c] Lat. schlecht: in deliciis (Sang. Corb. 1 Theoder.
246 Sir. 27,4—29, 2S.
delictis) peccati. Syr. nur: Uebermut (smmis vgl. zu 15, 8); iv
kann Zutat sein (vgl. zu 21, 6).
14. Ä7./.ia TToXuopxou (Syroh. 70 -oXuop/ojv, vgl. zu 23, 11) J
Lat. l()(iuela multum jurans (DS jurantis), Syr, der Schwur
(snnmo, lies xnaw) des Gottlosen. — Ausser B (248 253 23 S)
alle: avopDojast; vgl. -isp Job. 4, 15. — -/; aa/-/; 7.ijxa)v (307 Sah.
a-jTO'j)] Lat. irreverentia ipsius. — ijxcprya-'aoc oniojv] heisst na-
türlich: ihr Zanken ist etwas, vor dem man sich die Ohren
zuhält; vgl. 132» D^3E inDö: Jes. 53, 3. — Syr. hat für 14b 15
schlecht : imd w^er Blut vergiesst, hört auf die Worte der Frevler.
Zwischen den Gottlosen sitze nicht und Avenn sie lachen, ver-
stopfe deine Ohren.
15. i'x/'jitc rmyj-rjz (vgl. zu 22, 24)] d.h. nicht: der Wort-
streit führt zu Blutvergiessen, sondern: ihr Wortstreit ist so
schlimm wie Blutvergiessen. Schlecht hat Lat. in rixa für ixa/r,.
— oi7.Xoioop-/j3icJ vgl. zu V. 21. 22,24. — [xo/{>-/]paJ 23 S"^ -ov/jpa.
16. Vgl. zu 22, 22. — ly-MLzm r.hzv/] Syr. er verdirbt
(n2W) seine Treue (ebenso 29,14: er verdirbt die Scham). Jeden-
falls ist die Treue des Umträgers gemeint; vgl. mMf Ez. 28, 17.
Am. 1, 11, aber auch mpn n3« 41, 2 =: Gr. 'iTjj)Mi\zyJm uTtoixovr;/.
Uebrigens werden die Uebersetzer Subjekt und Prädikat nicht
verwechselt haben. — syp-zr/J Syr. add. für sich. — -po; tv;v 'Vj/7,v
a-jTO'j] Syr.: wie seine Seele (d. h. wie er ihn sich wünscht);
vgl. Dt. 13, 7, Hebr. zu 37, 2, Gr. 7, 26 sowie 37, 12, und betr.
Trpo; :i:= 2 ZU 25, 19.
17. 3Tsp;ov] ist augenscheinlich falsch. 106 azeva^ov, Syroh.
-nti^ = arr^picov oder aTspitortov (29, 3). Aeth. beobachte, oder:
rette. Syr.: erprobe («dj). Man erwartet aber: Bewahre das
Geheimnis deines Freundes. Man könnte an ats^ov (vgl. 8, 17)
und '73; ,102 (Dt. 13, 9) denken. — Uebrigens hat Syr.: Erprobe
deinen Gefährten ("["lan s. z. 37, 6, Lat. proximum) und vertraue
(= pxn als Hifil statt als Nifal) auf ihn, wenn er aber enthüllt
(Partizip) das Geheimnis der Treue, so gehe nicht hinter ihm
her. Gegen Syr. entscheidet, dass er v. 18 wie Gr. den Ver-
räter angeredet sein lässt. Wegen v. 16 und 29, 3 wird Syr.
auch im Unrecht sein gegenüber dem 7:i5xoj&-/jti ;x£x aytoy; vgl.
Ps. 78^ 8.
Sir. 27, 14—22. 2 17
18. 7.-a)Ä33sv avi>p(oTTo;] Lat. homo qui i)erdit, Syr. ein
Mann, der zu Grunde gerichtet hat. — i/fipov aoro-jj Lat. amicum
(1. inimicLim) suum, Syr. seinen Anteil (nnj'2). »Schon Böttcher
emendierte richtig xXr^pov. Gemeint ist das Erbteil oder das
Vermögen. — d-Mlzaa;] 248 70 Syroh. 253 23 S'- 296 308
d-a)Xc3£v, Lat. qui perdit. — r>,v cii/aav too 7r/,-/;5''ov] 248 tov -ätj^-'ov
auToO, Lat. amicitiam proximi sui, Syr. die Liebe deines Freundes.
19. 248 70 307 d-ohjisa:. — Lat. für a: et sicut qui di-
mittit avem de manu sua. — -ov -lr^:sw] 296 Lat. add. soo. —
OL) flr^ps'jssicj k C 155 o'j/ z(j[jr^at>.:. — Syr. verkürzend: und wie
einen Vogel hast du ihn aus deiner Hand fliegen lassen und
wirst ihn nicht erjagen.
20. 253 Lat. (z-cSti; vgl. aber 13, 10. — Syr. om. a7.y.p7v
a-sc3Tr^ xai(Lat. enim). — ■kol'c'oo; (155 -aY-'oojv, S'^'' [irjöyor/)] Syr.
add. und wie ein Vogel aus der Schlinge. Lat. add. quoniam
vulnerata est anima eins {= v. 21 init.). — Vgl. Prv. 6, 5.
21. OT». -rpa-jav. hvy /sj-vst-r^-yjx (30, 7)] Lat. ultra eum non
(1. vuluera enim?) poteris colligare, Syr. denn für die Wunde gibt
es eine Binde («217 vgl. neuhebr. niyiinn). — Äoioop-'ac] Syr. für
den Streit (xnä'.^). Also ist Xoioopt'a hier für ;''"'i oder dgl. gesetzt;
vgl. zu 22, 24 und zu 29, 6, und übrigens zu 22, 22. — S C 307
155 308 [jL'jciTr^p'.ov. — a-T-z-tasv (22, 19)] 248 aTrojXsss tt-'^xiv (Kor-
rektur).— Lat. für b: denudare autem amici mysteria desperatio
est (animae infelicis), Syr. aber zu verraten ein Geheimnis ist
Verzweiflung (in «izc ^z^). Vielleicht stand da mpn irs (41, 2).
22. A 307 praem. -/.oL — oiavi-jojv (A Iws'jojv) ocpfia/jAcr
(k o'fÖotXjxoi?)] vgl. p; xy Prv. 6, 13. 10, 10. Ps. 35, 19 und ni7
rrv Prv. 16, 30. Syr. wessen Auge hoch ist («an, 1. •■'21 = Gr.).
— -öXTotivsi (S^^ 55 254 TsxtaivsTat) X7.x7: (248 253 23 70 -ovr^.oa)]
vgl. yn li^-in Prv. 3, 29. 6, 14 und zu 7, 12, sowie 11, 33. Syr. es
wird sein sein Bruch (mzn). Aber dabei lässt Syr. b und v. 23
aus; also ist min vielleicht = axavoctXov. — aoxov] ausser 248
70 Syroh. (253 23 S) B aUe: otuta. — oc-kou] A aoTÄv. — Lat.
für b: et nemo eum abjiciet. Aber 248 70: xal ö siow? aÖTov
7-oaT-/)as7oti 7.-' auTO'j. Das wäre unter der Voraussetzung an-
nehmbar, dass Gr. ynv it^"« (vgl. 40, 29) durch Zusatz von oJj-M
verdreht hätte. Vgl. sonst 36, 25.
248 Sir- 27, 4—29, 28.
23. Syr. om. — -('Xuxczverj vgl. 12. 16. — lo atojia ao-jj
ausser B 254 155 308) alle (auch Lat. Aeth.) richtig t. cit. auToo.
Es stand da wohl rncir (Ben .Seeb); vgl. 12,16. Prv. 16,21.
— irJ] 307 ctTio. — £xOau|xo(a£i] vgl. den Fehler nenon'' 12, 16. —
6iaaTp£'{^£i -0 aioixa auxoij] vgl. DTCU' ^pv Prv. 12, 1. — axotvSotXovJ
vgl. zu 11,31 und übrigens 7,6.
24. («ij-oiojcra auTto] d. h. ich mache es ilim gleich in meinem
Mass. Syr.: wie ihn; vgl. zu 25, 11. — xai 2°J Syr. und auch.
— llla■f^a^t. autov] Syr. hasst ihn und verflucht ihn. Ohne diesen
Zusatz erscheint der zweite Stichus zu matt und zu kurz.
25. £t? u'|/ocJ drückt Syr. nicht aus, es ist schlechte Zutat
des Uebersetzers. — i-\ x£cpaXyiv otüxou ßaXA£i] super caput eins
(DS in ipsiim) cadet, Syr. auf ihn kehrt er zurück. Das Letztere
scheint genauere Uebersetzung zu sein; vgl. Prv. 26,27.^ — "^T'i
ooXi'a] Syr. wer schlägt im Verborgenen (siron «nöT = inD2 nDa) ;
d. b. der Verleumder (s. z. 22,22). — Lat. für b: et plaga do-
lusa (Sang. DS om.) dolosi dividet vulnera. Gr. meint mit oi£).£r
Tp7.'j[xa-a wohl: er teilt die Wunden mit dem von ihm Verwun-
deten. Vgl. oiaip-zjai; xXrjpo'j 14, 15. Aber der Verleumdete muss
unverletzt bleiben. LXX setzt oiaiptiv und o'.atp£Qii? auch für
'^'mn und nSm. Danach möchte ich vermuten: in:o n'^m = dessen
eigene Wunde ist unheilbar. Syr. hat in freier Uebersetzung:
dem Verderben wird er gegeben.
26. 0 op'jcjatov ßoOpoy] Syr. s::oi: tcm; vgl. pi: 'zn Koh.
10, 8 und sonst Prv. 26, 27. Ps. 7, 16. — £t? ao-ov £|X7r£3£i'xai]
Syr. mit seiner Länge (nnaip2) wird er sie (sc. die Grube) füllen.
Letzteres wird man vorziehen müssen, obw^ohl Gr. mit Koh. 10, 8
stimmt. — Lat. add. et qui statuit lapidem proximo, oifendet in
eo. — akwasTai (23 dr.oKziT'xi)] Lat. peribit. S}t. er wird ge-
fangen (nnnni).
27. 6 ^Toiöiv Tiovr^fjd] Lat. facienti nequissimum (consilium),
Syr. wer böses schmiedet {hufn). Es stand da wohl ^in (vgl. zu
V. 22 und Prv. ß, 14 Pesch.), das Gr. falsch übersetzte. — d:
(248 It:', Lat. super) au-ov (ausser 248 23 BS* alle: auxd)
y.u}da^a^-.al (106 157 55 254 tiy.ulia'x\r,aBTOii; vgl. zu 37,3)] Syr.
auf (oder durch, 3) es (sc. das Böse) fällt er. Er hat 13 falsch
bezogen. — Am Schluss wiederholt Syr.: das Böse.
Sir. 27, 23—28, 1. 249
28. Syr. om. — Von zwei Nominativen (= iimar^ixb; -ml
ovsiotatjioc) konnte im Hebräischen ein Genetiv (= uTrspr^cpotvojv)
nicht abhängen. 307 liest G-spr/^avo), wozu aozov (307 auKjj)
stimmt, dagegen lesen 248 23 70 hierliii* auiou? (k aoiotc). Aber
uTCspr/javci) erscheint nach v. 29 a als Korrektur, der Urtext redete
allerdings von dem Hohn und Spott, der die Gottlosen trifft,
wenn sie in ihrer eigenen Falle gefangen werden. Vielleicht
ist aber uirspy/favwv schlechte Uebersetzuug von d'KJ^ oder dgl. ;
vgl. zu 29a. — Zu b vgl. v. 10.
29. TTTCüGci (vgl. 19, 5)] 248 praem. iv (vgl. 14, 5), 70 296
308 praem. im (vgl, 16, 1). — Der erste Stichus ist in Gr. zu
lang, um als wörtliche Uebersetzung gelten zu können. Syr. hat
dafür: Schlingen und Netze, diese sind (yhn) für die, die mit
ihnen bekannt sind (j^iTyn^S vgl. zu 18, 28, dag. Ambr. pTiiiy^
= die sie machen). Vgl. j;ir mit nen'jo 47, 5, mit MJ Am. 5, 16
und Aehnliches. Syr. scheint allerdings den Ausdruck verkürzt
zu haben, Gr. verstand ihn falsch in Konsequenz seines Miss-
verständnisses von 28a. Für Syr. spricht dagegen die Gleich-
förmigkeit mit dem zu vermutenden Urtext von 28 a. — In b könnte
man nach Gr. nur erklären: Jammer reibt die Gottlosen auf, so
dass sie eigentlich schon tot sind, ehe sie sterben. Aber dann
müsste hinter Tipo öava-ou autäiv ein Ausdruck stecken wie ca'" üh2
(Job. 15,32) oder dgl., so dass der Sinn war: Jammer reibt sie
auf vor der ursprünglich bestimmten Zeit ilires Todes. Indessen
hat Syr. für b: und die (pm = |m : pm) werden ihnen anhaften
(pSj) bis zum Tage ihres Todes. Das erscheint als ursprünglich.
30. [Jir^vic] Syr. «nwp. — ßosX-jYjxara (23 70 155 '^oihj'dia)]
wohl = n2j?in; Syr. jSOö (vgl. Pesch. Ps. 88, 9). — sY/patri? saxai
(B* ? C 307 Sah. i'^y.pa.zr^azzai) ctuxöiv] vgl. zu 6, 27. Das klingt
schwach, aber vielleicht hat Gr. mit ajj,apTa)Xoc einen stärkeren
oder spezielleren Ausdruck wiedergegeben. Syr. hat für b: und
der heimtückische (wn'?!::) Mann verdirbt seinen Weg. Vgl. z. B.
1211 na nTiW Gen. 6, 12. Hinterlist und Rachsucht liegen nahe
bei einander.
28, 1. 0 (106 praem. xai) ixotxÄy] Syr. und. — Syr. für b:
und (Ambr. w Maus, weil) alle seine Sünden in Bewahrung be-
wahrt (jTjDi naJs) ihm sind. — oiaa-r^piÄv oiaar/jpiasi] 248 (106 55
254) Lat. oiar/jpÄy (55 om.) ötotr/jpyjast. Vgl. lOU^ Ps. 130, 3.
250 Sir- 27, 4—29, 28.
2. 248 70 k om. sou 1*^. — Lat. für a: relinque proximo
tiio nocenti te. Syr.: lass fahren (piDlf) was in deinem Herzen
ist, und darnach bete, und alle deine Sünden werden dir ver-
geben werden. Also ist -mi tote Ivr^x^hxrjz aou = hhzr\T\ p3i.
Dann gehören aber diese Worte auch in den ersten Stichus, wo
Gr. den Wortlaut erweitert hat. Vgl. 35, 1. 2.
3. Syr. ein Mensch, der (Anibr. p u om. der) dem Menschen
bewahrt den Zorn, von Gott was bittet er Heilung. — Die
Heilung ist zunächst die Befreiung von der Krankheit (und vom
Leiden überhaupt vgl. Jer. 17, 14), darin ist freilich die Sünden-
vergebung eingeschlossen.
4. Syr. om. — 248 praem. y-o.i
5. aa'pcj Syr. umschreibend: ein Mensch (s. z. 14, 17).
Das Fleisch ist sündig (17,31). — oia-r^pii txyjviv Syr. umschreibend:
er will nicht vergeben. — xk (218 70 296 Ant. 1145 praem. xot''j
ecdaacxai (5,6)] Syr. wer wird vergeben. — Lat. für b (Dubl.):
et propitiationem petit a deo (= 3b?)? quis exorabit (vgl. z. B.
Lat. 3, 3) pro delictis illius?
6. 10. lyaxa (Syroh. 70 Anton. J 140 add. aou)] vgl. zu
7,36. Syr. falsch deutend: an den Tod. Auch in b ist die
Erinnerung an den Tod nicht auf die Vergänglichkeit des
Menschen, sondern auf eine mögliche Strafe für die Unversöhn-
lichkeit zu beziehen. — xotl 7:ctuaai e/Opa''v(ov] Syr. und tue ab
die Feindschaft (sm;2i'7j?2 livsi vgl. zu 23, 16). — xa-acpöopav xal
öavaxov] Syr. »JiisSl hr'^h. — stxjxcvs svioXaic] vgl. zu 2, 10. Syr.
enthalte dich ("^Dn«) vom Sündigen. \ Man möchte dem Syr. folgen,
weil durch die Erwähnung des Gesetzes in v. 6 der Parallelis-
mus von V. 6. 7 einigermassen gestört wird; vgl. aber Syr.
zu 37, 12.
7. ivToXÄv (Anton. 1140 sv-oXr,?)] Syr. wnpic. Lat. timorem
dei; vgl. zu 1, 26. Es stand wohl der Singular .Tiire da. — [xt^
\lr^^ÄQ■rfi (s. z. 10,6) -(« TrXr^stov (S Syroh. (?) Sah. Anton. 1145
add. tjrju)] zu vermuten ist nan nach Lev. 19, 18, welche Stelle
Sirach im Sinne hat. Syr. ungenau: hasse deinen Nächsten
nicht. — -mi oiaörjX-/)v u'^taiou] Lat. memorare testamentum altis-
simi, Syr. vor (cnp, 1. D''p = Gr.) Gott. — -ot'pios «Yvototv] wohl
= mriTTli^S Nt:^; vgl. 30, 11. Syr. schlecht: gib ihm was ihm
fehlt. — Selbsthülfe dem Volksgenossen gegenüber galt schon
Sir. 28, 2-10. 251
im alten Israel für bedenklich (1 Sam. 25, 26 ff.), dagegen wird
man hier an Mt. 6, 15. 18, 35. Mc. 11, 15 f. Jac. 2, 13 erinnert.
In Betracht kommt für die Vergebung aber nur der Fromme,
nicht der Gottlose. Vgl. auch 30, 6.
8. 9. dTzr'iG/rju 7.-0 \i.dyrf] Syr. «mn ]ü pm«; vgl. zu ersterem
bei 9, 13, zu letzterem Prv. 15, 18. 17, 19 Pesch. (= |na, nitö
MT). Der Sinn ist: mische dich nicht in fremden Streit. — xat
iXaiTwasi? ajjLctpxia? (254 -i'ctv)] Syr. vielleicht besser: und es bleiben
fern von dir Sünden. Bei keinem Streit geht es ohne Sünde
zu, um so mehr soll der Unbeteiligte ihm fern bleiben. — Syr.
der 9a auslässt, hat für 8b 9b: Nm23iSi?2 sri nnm sSiy tj ^"^tü.
sn'x n^n «oi. Er hat auch 8, 16 für Üutxojoy;? (Hebr. ?]« hyz)
s'Sij; snsj, und v. 10. 11 für \iÄ/r^ wn (beides = nn vgl. 6,9).
Ob er bei cmn durch cp-lou? beeintlusst ist, steht dahin. Jeden-
falls ist ixxauast nicht anzufechten; vgl. LXX Ps. 78,38 (Tj?n)
und Prv. 26, 21 (3''"! imn). Nun passt aber 8 b nicht zu 8 a, wohl
aber 9 a zu 8 a, und 9 b zu 8 b. Auf eine Störung der Reihen-
folge weist das Fehlen von 9 a im Syr. hin, der 8 b und 9 b in
einen Satz zusammenzieht; ebenso das xa-' des Gr. in 9a (es
fehlt in 248 70 Anton. 944). — -apa'lsi] d. h. er reizt sie gegen-
einander auf. — stpr^veuovtojy] vgl. V. 13. 41, 1. Syr. las vielleicht
anders. Dagegen kann oi-xpo^v, falls nicht Korrektur vorliegt
(Lat. inimicitiam), schlechte Uebersetzung von rDüit^ (Gen. 26, 21)
= *<n'i3m':j?3 sein. Man könnte freilich auch an nm «"^fin denken.
253 B C £xß7:U3i,. Syroh. 23 106 sxjSocXsr, (296 308) sixßaXXsi, die
übrigen (auch Lat.) i\i'^a.'kz~..
10. Syr. für a in schlechter Umschreibung: alles, was du
wirfst ins Feuer, brennt. — x4.usser B (155 296 308) setzen
alle Hss. mit dem Aeth. und dem Syr. die Worte xal xaxa ttjv
axspiojaiv xr,? [xa/'/j? Ixxctui^r^asxai richtig hinter a, Lat. läset die
Worte aus, im Sah. fehlen b c d. Im Syr. lauten die Worte:
und alles was (w Maus. Mas. I: und wie) du viel machst im
Prozess (Ki'ns), viel werden (Inf. absol.) wird (er) viel. — Hinter
axspsoiai; steckt wohl r\m^ (vgl. zu 11,9), das Syr. falsch ver-
stand. Gemeint ist die Macht, über die einer der Streitenden
verfügt. Hinter [i-ocy/); setzen 70 k 55 254 oü'xw?, S aou oSxwc,
248 xö TTup hinzu. Richtig lesen 248 70 axjlr^SSrflzifxi (= Syr.)
für ixxaü&riasxott, das aus a eindrang. — xaxa (S k 55 254 2S6
252 S»'- 27, 4—29, 28.
Lat. praejn. xoti) xyjv isyuvj Syr. wie die Ehre (»nmaiiTi) der Hände.
Es ist wohl zu lesen KnwzK'ö oder mn2\if; vgl. -[t nrirn 14, 13.
32, 12. — dvilpojTTou] Lat. Syr. add. sie (Am. Sang. Aug. Spec.
om.). — xara xöv ttXoIjxovJ Syroh. 70 S add. aoioo, 248 add. toO
dvi}p(OT.oo. — Syr. hat für den Stichus: und wie die Menge seines
Reichtums (mid::) so ist hoch sein Geist (nn = Zorn). — Vgl.
Prv. 26, 20. 21.
11. spi? xa-asTTsuo'jjxsv/j] ist offenbar falsch. Syr. Harz und
Pech (Nrts'j;! srs: = ncn ""i::), wonach Bretschneider gar pr^xivr,
xotl -1337. emendieren wollte. Es kommt aber hier nicht auf den
Brennstoff, sondern auf das schnelle Anzünden an, und dazu
passen Harz und Pech nicht besonders. Auch wird in a wie in b
ein Nomen mit einem Participium gestanden haben, das beide
Mal dasselbe war, wenn Gr. es auch etwas verschieden wieder-
gibt. Es stand da wohl nifj, das 35, 10. 43, 13 vom Blitz gebraucht
wird. Wahrscheinlich geht ipt? auf pifj oder ein anderes Wort
derselben Wurzel (vgl. aram. x:::) zurück, das Gr. mit njfj (streiten)
zusammenbrachte. Vgl. 11,32, wo pr: in ähnlichem Zusammen-
hang erscheint. — Syr. für b schlecht: und viele Prozesse (wi)
vergiessen Blut, \idyq wird auch hier = an sein; vgl. zu v. 8,
übrigens zu 22, 24. — Lat. i. f. add. et lingua testiflcans adducit
mortem.
12. Vajikra Rabba cap. 33 init. wird aus Ben Sira, da-
gegen anonym Jalkut Levit. § 460, Psalm. § 767, Job. § 501
zitiert: nn23i na ppi rnvai na ncj(i) rhn: (1. i^ioS?) nzh nn\n. — Syr.
schlecht: wenn du blasest in ein Feuer (vgl. Lat.), so brennt es
und wenn du spritzest auf es Wasser, so erlischt es, und das
beides ist von dir. — 307 eji-'f üar]sTr,(c) ; vgl. zu 43,4. — a7rivi>T,pa]
248 70 106 k 157 307 A C 55 254 Sah. Lat. praem. ek. —
Ixxotr^aeToti (248 xar^astai)] Lat. quasi ignis exardebit. — 70 om.
xai 10. _ ^t:'] 307 A C 254 ek. — Sah. Aeth. Lat. om. aou. —
Mit V. 11. 12 kehrt der Verf. auf den Ausgangspunkt von v. 8
zurück. — Ein Vers von drei Stichen ist bei Jesus Sirach un-
erhört. Man darf aber nicht mit Bickell den letzten Satz streichen
(vgl. auch 18, 17. 20, 25. 10, 7. 22, 5), vielmehr sind die beiden
ersten Sätze in einen Stichus zusammenzuziehen. Vgl. das
Asyndeton in Cod. 70 und im rabbinischen Zitat. Sodann fehlt
im Sang. Theoder. Corb. 1 und in August spec. in scintillam.
Sir. 28, 11-lS. 253
Danach ist vielleicht cj-ivÖT^pa zu streichen und in b a-jTr-v (=
|j.oi/-/)v) zu schreiben. Es stand da '3 (^ z^^l).
13. 'V'!)'jf>ov (5, 14) y.yl orcXojacrov (5, 14)J SjT. wenigstens in
der Hauptsache richtig für a: und auch die dritte Zunge (v. 14)
sei verflucht. Es stand hier derselbe Ausdruck wie v. 14, Gr.
wollte durch seine Uebersetzung auf ihn vorbereiten. — zctTapasöat]
die infinitivische (vgl. zu 25, Iß) Aussprache wechselt in den
Hss. mit der Imperativischen (xoc-apv.ails). Beide könnten auf
hebräisches Original zurückgehen. Lat. maledictus. — a-to^vsototv]
70 106 k 157 307 A 'S 55 155 Aeth. 8ah, ormuXsasv, Lat. turbabit
(-Vit). — Syr. für b: da sie viele Erschlagene (sSep, 1. N^'^ap)
hingeworfen hat. Vgl, Prv. 1, 26 nb^zn cSSn cai '•3, Ich ziehe
das vor und halte elpr^'nw/-7.: (vgl. sonst v. 9. 41, 1) für will-
kürliche Zutat. Vgl. zu 29, 18 und übrigens 30, 23. 34, 25.
14. Von der dritten Zunge ist in den Targumen und in
der talmudischen und rabbinischen Literatur öfter die Rede;
vgl. die Wörterbb. unter ]\i>^h. So heisst der Zwischenträger,
der zwei Parteien verfeindet, indem er ihre Worte verdreht
hinterbringt. Aus Unverstand korrigieren einzelne Hss. hier und
V. 15 -p(-T^ in ois^r^. — hdlvjat] etwa = «?'jn oder T:n (LXX).
Syr.: sie hat in Gefangenschaft hinausgeführt (s. zu v. 15). —
oisctTr^oisv] Lat. dispersit, Syr, 113. Vgl ,Ti, y^sn etc. Die Kon-
struktion ist prägnant. — 70 55 254 Lat. om, /at 2°, — Syr.
für c: und auch die geehrten Männer der Städte hat sie aus
ihren Häusern vertrieben. Hier scheint c mit 15a verquickt zu
sein. Lat,: civitates muratas (DS om.) divitum (Brev. 394 om.)
destruxit. — \iviia-mui\>] Syr. der Könige (38, 3 vgl. zu 8, 8), —
7.aTe(3T,o£']/c] Syr. schickt den Inf. absol. voraus. — ■ Lat. add,
virtutes populorum concidit et gentes fortes dissolvit, — Zu
denken ist an gegenseitige Verleumdungen der Völker SjTiens
bei ihren Oberherren (vgl. z. B. Ezra 4 und unten 51, 2. 5, 6),
15. -j'uvaTxa? avSps-'ac] vgl. zu 26, 2. — £c£,3aAs] vielleicht =
nu^ii. — S}T, hat für a dasselbe wie v, 14a. Vgl, aber zu v, 14c.
Danach ist wohl „aus ihren Häusern" einzusetzen. — IstspTjssv]
Syr, sie hat entfernt (pmx); vgl. Jes. 6, 12. — täv ttovcov au-r^:]
vielleicht stand da v^y im Sinne von Erwerb, Syr,: von ihrem
Vermögen (jinT:: p); vgl. Gr. Syr. zu 14, 15.
254 Sir. 27, 4—29, 28.
IG. 8yr. oni. — Lat. für b: nee habebit amicum, in quo
requiescat; aber Toi. Sang. Am. nee babitabit eiim requie. —
Zunächst ist wohl an den Ehemann gedaeht.
17. iids-iyj:] Syr. : des Stoekes (snain). Aber wegen des
Tropus iwh Dltt» ist Gr. wohl im Reelit. - — ixtoXoiTra?] ausser B
(296 308) alle (auch Lat.): !Jia>/.o>Ka (23, 10). Syr. schlecht: ein
Geschwür, — a-JY/Xassi oaiaj Syr. xa"ij ^?^2n•, vgl. Prv. 2b, 15
18. Syr.: viele sind die Getöteten des Schwertes, aber nicht
wie die Getöteten der Zunge. Das ist z. T. wohl genauere Ueber-
setzung, aber mit iv (3-o[xaTi wird Gr. Recht haben. — oi r.zr.zoi-
xoTcc] Lat. qui interierunt (Brev. 394 ceciderunt).
19. [x7.x7'f>ioc] Syr. wohl dem Manne! Vgl. zu 14,2. — 6
cxsTraaösi;] Syr.: der gerettet wurde ("'^cn«). Vgl. aber Ps. 31,21. —
d-r au-Tp] so auch Syr., dagegen 248 70 a-o -poatuTroi» au-T,c,
Lat. a lingua nequam. — o; P] S*^* 254 Syr. praem. zai. —
oiT(XÖ£v] Syr. sich vermischte ("laj?: 2ij;?). — Iv toj i)u|j,(o auxr^c]
Syr. nnans. — o: 2°] 157 xo»', 55 Lat. praem. xat', Syr. richtig:
wohl dem Manne, der. Es ist nämlicli in c und d von einem
anderen die Rede als in a und b. Denn a und b und 21 gehen
auf den, der durch den Zwischenträger ins Unglück kommt, c
und d und 20 auf den, der auf ihn hört (v, 16). — -zhv Cuyov]
307 SV TU) CuYtö, so auch Syr.; vgl. Sj?3 "[^'a Dt. 21,3. — k 157
AG 155 om. Iv 2°. — Die Stricke sind die des Joches.
20. Zum eisernen Joch vgl. Jer. 28, 13 f. — Syr. vertauscht
hrz und n'^m, und für letzteres hat er schlecht «"t^^p (vgl. zu 26,7).
21. Wunderlich verstehen die Ausleger unter dem Tode
den bürgerliehen; der Sinn kann nur sein, dass der Tod, den die
böse Zunge bereitet, bitterer ist als sonst der Tod. — Syr. hat
für b besser: und Ruhe (vgl. v. 16) ist in der Scheol besser
(vgl. zu 29, 11) als bei ihr. Vgl. zu v. 19.
22. xpatr^oi^j] vielleicht stand da aSti^; vgl. Dan. 3,27
(Perles). — Syr. für a schlecht: nicht brennt sie an den Ge-
rechten (s. z. 11, 17). Lat. (Dubl.): perseverantia illius non per-
manebit (= xap-spr^ntTj?), sed obtinebit vias injustorum (= d^SjSwv).
— Syr. für b : und die Strahlen des Feuers (vgl. zu 8, 10) werden
dich (Ambr. ihn) nicht verbrennen. Lat: et in flamma sua non
comburet justos.
Sir. 28, 16—26. 255
23. Syr. praera.: alle. — y.-jpiov] Syr. erklärende die Furcht
Gottes. — stc 7.'jtrjv| =: in die Flamme. — i/xar^sötat] Syr. es
wird brennen ein Feuer. — Iza-o'^zrCKr^^t-ai (al. £-a-o3tc(Ar^3£Ta'.)]
Lat. praem. et. Syr.: und sie hat Gewalt (nW: aSi^')- Vgl. aber
2 Reg. 17, 25 u. ö. — Äo|xav£i-ai] Syr. d;dd: (sie wird zerfleischen).
24. 25. Aber auch durch Vorsicht soll man sich vor der
dritten Zunge schützen. — 248 70 Lat. haben v. 25b sowohl
hinter v. 24a als auch hinter v, 25a, Syr. hat den Stichus nur
hinter v. 24a, wohin er augenscheinlich gehört. — Syr. für 24a
25b: denn wie du einzäunst (Partie, mit Pron. pers.) deinen
Weinberg mit Dornen, so auch deinem Munde mache Türen und
Riegel. Xoz (= nxi; Lat. om., 70 307 sü U) ist kaum anzu-
fechten, aber mit Recht hat Syr. statt des Imperativs (irsp'/fpa^ov)
das Präsens verstanden (ebenso in 24b). — xT7j[xa (Syr. "joi:)]
setzt LXX öfter für DID ; vgl. Hebr. Syr. zu 36, 30. Lat. aus-
deutend aures. Dem entsprechend setzt er hinter d/avöat; hin-
zu: linguam nequani noli audire. — Oopav xal [i.o/).ov] 248 70
Lat. au erster Stelle wie Syr.: i)upu)txaTa xal fxoyAo.j-. Vgl. zu
49, 13, wo Hebr. nn^l DTi^i. Lat. hat fiir 25b an zweiter Stelle:
et frenos ori tuo rectos. — Vgl. übrigens 22, 27. — Das Tertium
des Vergleiches ist lediglich das Verschliessen, das eine Mal soll
übrigens nichts hinein, das andere Mal nichts heraus. — Lat.
stellt das Gold voran. — xaTaö-/;aov] Lat. confla(?). — Syr. für 24b:
deinem Silber und deinem Gold machst du ein Siegel (sarn).
Es stand da cnin nii*j?, w^as aber bedeutete : mache ihm ein Schloss
(vgl. zu 22, 27). Vielleicht hat Gr. x7.Taö-/j3ov ebenso verstanden.
Das Verschliessen des Geldes hat zur Voraussetzung, dass es
vorher abgewogen ist. — -oX- Xoyoic (248 xou Xoyou) ao-j] Syr. deinem
Wort. — Cu"i'ov xotl a-otöfjLov] 248 CuYoa-:ai>[xoy, Lat. stateram, Syr.
Gewicht. Vgl. 42, 4. 16, 25. 21, 25.
26. Für 6>acji)-/;3-(|? (vgl. zu 25, 8) hat Syr. Scn, dagegen für
-h-fiz Könnn. — Iv au--?;] 248 70 106 k 157 307 55 155 h au-oTc,
Lat. in lingua, Aeth. (dass dich nicht ausgleiten mache) deine
Zunge, SjT. om. — IvsopsuovToc] Syr. (vor) deinem Feinde, Lat.
inimicorum insidiantium tibi et sit casus tuus insanabilis in
mortem. Hier ist inimicorum vielleicht nur Zutat des Ueber-
setzers, übrigens stehen in Gr. und Syr. 31N (8, 11) und y« (23,3)
einander gegenüber.
256 Sir. 27, 4-29, 28.
29, 1. 307 praem. -spl oavou;. — 6 -otöiy iXsoc] vgl. 46, 7
non ni^7; aber Syr. {aik «SSin Noi vgl. zu 3, 6) drückt eher h^i
"iDn oder 3'b 'J aus. Uebrigens nimmt Syr. die Worte richtig als
Piädikat. - — t(u rAr^si'ov] Syr. add. suo. ebenso Lat. (al. om.). —
0 £kI(3/uojv tyj /£ipi auTO'j (23 Lat. om. auToD)] Syr. wer ergreift
(inK) die Hand. Es stand da p'inö (Lev. 25, 35) oder p:no
(Ezr. 1, 6) und vielleicht blosses T3. — rr^psT (A -koisT) ivTo/.ac]
Syr.: beobachtet das Gebot; vgl. v. 9 und z. B. 37, 12 ic'K'
m:;^:, übrigens Dt. 15, 7 ff. Ps. 37/26. — Ueber das Zinsnehmen
schweigt der Verf.
2. ~i[ -X-/j5''ov] Lat. Syr. add. tuo (Hss. des Lat. tibi). —
/psiac] nach Syr. (Km:"")!:) stand hier wohl -["»y. — In b ist der
Schuldner angeredet. — TaXiv dTroooc] vgl. 2'^r\ 4,31. Syr. schlecht:
versprich (Snrs). Vielleicht ist das Glosse zu v. 3. — d; tov
-/aipov] Syr. (der die Worte zum Folgenden zieht): und in der
Zeit des Termins («J2l ppi); vgl. Wifi'ü n^nv Ezr. 10, 14 u. ö.,
sowie zu 4, 20.
3. STspsojGov Xo-j'ov (248 70 add. aou)] Syr. doppelt: mache
fest (oder: wahr, iifK) dein Wort und mache stehen (cpx) dein
Wort. Vielleicht stand da das aram. und neiihebr. "iit'X (s. z.
4, 18), das speziell von der formellen Uebernahme einer Schuld
(vgl. 42, 7) gebraucht wird. Dafür spricht der Ausdruck des
Gr., allerdings setzt Pesch. ifi^ü oft für cpn. — «xst autoo] Syr.
richtig erklärend: mit deinem Nächsten. — Vgl. zu 27, 17. —
T>jV /.os-'w Go'j] Syr, deinen Wunsch ("i'2i*) von ihm. Auch hier
ist 'pyj zu vermuten; vgl. zu 13,6.
4. In a scheint Gr. frei und falsch übersetzt zu haben.
Er suchte hier denselben Gedanken wie v. 6 b. Es ist aber kaum
denkbar, dass der Verf. dasselbe von dem gewissenlosen Schuldner
und dem schlecht befriedigten Gläubiger gesagt haben sollte.
Syr. für v. 4: denn viele Entleiher (gibt es), welche suchten
ein Darlehn und sie haben Not gemacht (mx) ihren Darleihern.
Vielleicht stand da n^a XJföS )'^p2 (vgl. supr^asic v. 3), was Gr.
missverstand. Uebrigens übersetzte Gr. BTiSa ungenau mit -oX:
ßor^ör^crasiv aoToic (vgl. zu v. 20). — ~6vov (Anton. 1073 -ovou?)]
so nur B (55 254 308), die übrigen xottov (vgl. 22, 13).
5. stüc ou >^oi^i;] Syr. denn zur Zeit, da er entleiht. Zu ver-
muten ist rnp njJ2; vgl. v. 6. 4,31. — /sTpa (al. /sTpotr) auToo]
Sir. 29,1-6. 257
Lat. manus dantis, Syr. die Hand des Darleihers. — ird] Syr.
hv, d. h. so lange er es noch nicht hat. — -7.-sivwasi] vgl.
Jes. 29, 4. Syr. schlecht: er erhebt. — xctl iv xaipto c/.-oooai(o;J
vgl. 2U^r\ ny2) 4, 31. Syr. und in der Zeit, da er bringt (Ti"«
vgl. zu 12, 6) das Darlehn. — TrapsXxuasi (Lat. postulabit) /povov
(Sah. om.)] passt schlecht. Syr. nif'w n^oo, d. h. aber nicht:
er bläst seine Seele auf, sondern: er macht den Gläubiger
keuchen (vgl. zu 4, 2). Gr. hat ganz frei übersetzt. — dy.rfi(a^
müsste die Wirkung der Worte bezeichnen. Aber Gr. ante-
zipiert hässlich v. 6 e f . Dagegen hat Sjr. für d: und nach
langer (wörtlich: zu vieler) Zeit gibt er ihm. Danach scheint
xoti Tov z7.if>ov ahidat-ai schlechte Uebersetzung von nan njj.'p
zu sein. Sodann steht für 7.x-/;o'.7.v beim Syr. 22, 13 'sbx (= nsSn).
Ich vermute, dass Xo^ou? 7.x-/;ot7.c = mSa oder nrhr: oder m'hn
(neuhebr. = Darlelm) ist, das Gr. verkannte. Syr. nahm das
Wort im vorhergehenden Stichus vorweg. So schliesst sich v. 6
gut an V. 5 an.
6. iav icJX'Jöfj] 248 70 sav os Ir/ßar^i o oo'jc, Syr. und wenn
(1. |N1 st. jxn) er kann; d. h. wenn er alles zurückzahlen könnte.
— [jLoXicJ Syr. om.; vgl. zu 26,29. 21,20. — xo]j.i3£-7i] geht auf
den Gläubiger. Syr.: er wird bezahlt. — Lat. für a: si autem
potuerit reddere, adversabilur solidi (al. adversatus solide vgl.
Thielmann, VIII 510) vix reddet dimidium. — wc £up£;xa (20,9)]
Syr. als hätte er es findend (Inf. absol.) gefunden. Er ist froh,
überhaupt etwas zu bekommen. — Syr. für c: es (w Maus,
praem. und) steigen auf seine Hände von seinem Gelde leer.
Das ist zu originell, um vom Uebersetzer erfunden zu sein.
Nach Gr. zi os (Sah. om.) ar^ soll in c und d von einem anderen
Fall die Rede sein als vorher. Aber das in c und d Gesagte
gilt ohne Frage auch für den in a gesetzten Fall. Ist der
Schuldner übrigens ausser Stande zu zahlen, so fragt sichs, ob
er dafür verantwortlich ist. Gr. hat also st os «xr^ zugesetzt,
weil der Ausdruck in c, den er übrigens frei wiedergibt, zuviel
zu besagen schien, da der Schuldner ja die Hälfte bezahlt. —
ou otopsa'v] orj findet sich nur in B S"; dagegen Syr.: und wenn
doch {=^h statt iV?) umsonst! Vgl. den gleichlautenden Stichus
20, 23. — ysj.z6.rjrj- X7i XotSopia?] Syr. Gezänk (Nni"!:a) und Geschrei
(xn^m:;). Pesch. setzt 2 Sam. 16,12. 1 Reg. 2,8 «n-^m:: für nS'rp,
Smend, Sirach-ICoramentar. 1 '
258 Sir. 27, 4—29, 28.
und betr. L^j'ZrjrArjx vgl. oben zu 27, 21. — 7.vTt oo^r^] Lat, pro
honore et beneficio. — Syr. oni. cüroow^si oSj-iu 2".
7. -oXXot] Syroh. 253 23 S* 307 Lat. Syr. setzen richtig
ein oü hinzu, ausser B (308) alle anderen: ouv. — /^'ptv] Syr. p
(20,23).— 6.TÄ'3-rjz'brjy\ 106 157 55 254 add. ytX[ja, 248 add. tov
öcvifpco-ov, 70 add. /t~.{j''J. tov 7'vi)r>(tj-ov. Lat. erklärend: non foene-
rati sunt; ähnlich Syr.: sie Hessen sich abhalten (r'^mx) darzu-
leihen. Man kann an cSj.'nn (vgl. 4, 4), nach Syr. auch an kS::
oder j?:ci denken. — a-ocj-:£fy-/ji)r^vai] 70 praem. xa»', 248 Syroh.
253 23 55 add. Zi (Lat. sed). — Syr. für b: sondern weil sie
sich fürchten A^or unnützer Plage (xmn vgl. zu v. 4).
8. 307 praem. Trspl £Xs-/;|xo!juv/jc. ^ sttI xaTrsiv«)] Syr. xj:do cj;
(s. z. 11, 1). — ;xo[zpoau[i.r^aov] Syr. ■]nn ijx (s. z. 2,4). — Syr.
om. b. — B (155 296 308) £-' =),s-/];jLocr6v/;v, 307 £-1 iltr^^yrsWqz,
Syroh. o.-h £A£-/j;xo3'jvrp, die übrigen £-1 iXr/jaoaovr,, Lat. pro elee-
mosina. Dahinter setzen ausser B alle richtig hinzu [xr]. — a-kov]
Syroh. 23 a£7.uxov. Ob IXr/jaoa'jvyj hier = iDn oder Ccm (vgl. zu
17,29 und £X£o; v. 1) oder ^ npiir (vgl, v. 12) ist, trägt für den
Sinn nichts aus, es handelt sich jedenfalls um Mildtätigkeit. Ist
nun 7.-0 £Ä£r^[xocuvr,; augenscheinlich Korrektur und £~t £X£r([jLoau'/-o
richtig, so ist acctotoy yorzuziehen. Vgl. 7, 10 n3>T.n h^ T\'p'\':i2\
Oefter steht £-i' c. dat. für 2. Vgl. sonst r.i^ih/.ti^ 4, 1. 3.
9. /apiv £v-oXtjc] ebenso 32, 7, etwa = mir« mnpa. Syr.
wie um zu beobachten das Gebot. — Vgl. Dt. 15, 7fF. — 7.yTiXc(ßo'j
-sv/ytoc] Syr. bezüglich des Verbums genauer: ^T^T1X (mache ihm
Raum). — In b lautet Gr. etwas geschraubt. Vgl. aber Dt. 15,8
TSTiO n. Man hätte xar, das im Syroh. fehlt, lieber vor \xr^.
üebrigeus fehlt x£vov in 248 23. Ist es unecht, dann müsste
otuTov wohl = rjc sein. Nach anderer Lesart Syr. : und wenn sein
wird ein Verlust (wiDin), so nimm (''n\s* =: rt^'n) es nicht zu Herzen
{-^2 bv). Er verstand -nona im Sinne von Prv. 14, 23. 21, 5.
10. dKoX£3ov] Syr. 1-%S; vgl. n^KM 8, 12. — ■ ap-fjpiov] Syr.
dein Silber. — oi' do£//fov xal cpiXov] Lat. add. tuum (al. om.).
248 Sang. Sia cpiXov xal doiXcsov (vgl. Ps. 35, 14) ^ Syr. wegen
(Sj;) deines Bruders und wegen deines Genossen ("jnzn s. z. 37, 6).
Also citXoc wie oft = >n oder = nin. — i'tuör^-tu (vgl. Jac. 5, 3)]
248 70 xa-dxpuߣ a-jTo, Lat. abscondas illam (sc. pecuniam), Syr.
lege es. Vielleicht sind 248 70 nach Gr. II geändert, aber eher
Sir. 29, 7—14. 259
möchte ich i«)B-/;tco für Aenderung halten. — u-o -ov Xi'Oov eI;
drAolzirjyj Syr. unter Stein und Mauer. Das letztere erscheint
origineller.
11. -ov Orjcaupov aoo] Svr. dir einen Schatz. — xax iviroXa;
u'}t'ciTou] Lat. in praeceptis altissimi, Syroh. /«z-svotvTi {h2p)h) u'\i(aioo.
Gr. meint: in Wohltaten, die du Anderen erweisest. Aber das
wäre sonderbar ausgedrü(*kt. Denn so könnte auch ehrlich er-
worbenes Geld bezeichnet sein. Besser daher Syr.: mit (3) Ge-
rechtigkeit und Liebe. Aber smp^n" = npi^ = Mildtätigkeit (v. 12).
— XuaiTsX-AJasi aoi txaUov r^] Syr. ist besser für dich als; vgl. zu
28,21. — To /puaiov (155 czpY-jpiov) | besser Syr.: alles, was du
hast (vgl. zu 7, 19).
12. Syr. für a offenbar genauer: Schnüre ein (ili:) Ge-
rechtigkeit (srpnt; vgl. zu 3,30) und lege (sie) in deine Schatz-
kammer. — Lat. für V. 12: conclude eleemosiuam in corde
pauperis (=xcz7rsivou?) et pro te exorabit {=^ kzO^dae-zai) ab omni malo.
13. xpa-ouc] dürfte wie 47, 5 = ly sein; vgl. 31,19.
Ps. 28, 7. — B A* Syroh. Max. 764 dl^c, alle übrigen richtig
oXxr^; (Lat. om.); vgl. zu letzterem hpM^'Q 1 Sam. 17,5. 2 Sam.
21, 16. Ersteres ist Korrektur nach xpotTouc. — u-irsp aoo] vgl.
•\h 4, 28. — Syr. ein starker Schild und eine Lanze und eine
Mauer zum Kriege und gegen Viele wird sie dir Ruhe geben
(dich ruhig machen). Er hatte in seinem Texte n.^n als schlechte
Variante neben n':n, und las -f: n^:n für -'7 cnSn. Dagegen kann
N«''JD auch Fehler für SXJD (= Gr.) sein. Anderseits könnte Gr.
UiTsp r^ und 2^ zugesetzt haben. Cod. 23 hat nämlich v.al sW-i
(vgl. 37, 5) für x7.tIv7.v-i.
14. Während in den Proverbien vom Bürgen überhaupt
abgemahnt wird (z. B. 6, Iff. 17,18 u. ö.), wird es hier für
gewisse Fälle empfohlen, wenn auch nicht in dem Masse wie
das Leihen (vgl. auch 8, 13). Das erklärt Gasser (S. 57) wohl
mit Recht aus einem Fortschritt der wirtschaftlichen Entwicklung.
Syr. für a: ein guter Mann (ist) wer bürgt für seinen Nächsten.
— dTToXwXiXojc aia/uv/)v] vgl. zu 27, 16. — '/.a-rAzv\iti ccjtov] Syr.
er flieht von seinem Bürgen (nsnj? = imy). Betr. des Verbums
vgl. zu V. 16. Jedenfalls hat Gr. mit czutov gekürzt. Lat. wieder-
holt V. 14 hinter v. 16 in anderer Uebersetzung.
260 Sir. 27, 4—29, 28.
15. Syr. om. (Homoiarkton). — ydrAz^j.;] vgl. zu 20, 13. —
Zu b vgl. 7, 20.
1(). 17. ayailocj ist wie z. B. 12, 1 schlechte Uebersetzung
von n3'i2, das hier wie v. 15 Güte (Syr. «mz^'v:) bedeutete. —
otva-ps'l^öt (68 7.vaaTp£'}£i, Lat. schlecht: sibi ascribit)] kann =: fiiiT
(vgl. zu 12, 12) sein, d. h. er behandelt sie verächtlich (vgl.
Prv. 10,3)'. Sah.: er vergisst (nach v. 15); Syr. p2^ (nach
V. 17). — 248 hat hinter a|jL7.r>TojXo; als Zusatz die Variante
s-CYutuv (1. z'ciorjy) cpsücstoti a[xo(f>Tu)Xoc, und Lat. hat vor a die Du-
blette: repromissorem fugit peccator et immundus; vgl. Syr. zu
V. 14. — d/czp»i3To; (248 a/pr^a-oc vgl. 16, 1. 37, 19) oiavoia] Syr.
wer verlässt seinen Schöpfer. Wahrscheinlich ist oiavota =: ^-^t.
(vgl. LXX und zu 21, 11), wofür aber i-i^' zu sprechen war
(s. z, 4, 6). Willkürlich setzte Gr. dann dya-rAa-o; für 2:3;. —
Toy puctatjLsvov] 248 70 Lat. Syr. add. ccjtoo.
18. ^YY'^'l] vgl. nan^J. Prv. 17, 18. — xa-suöuvovxac] ist ver-
dächtig. Ein ü'H'b'jr: (LXX Dan. 8, 24) oder cnK'NO (vgl. Prv.
3, 18) würde nicht passen, Citf^'' (LXX Prv. 15, 9) wäre wegen
V. 19 unannehmbar. Syr. hat kein Aequivalent, und nach 30, 23.
34, 25 würde man das Wort gern vermissen. Gr. dürfte es
ebenso willkürlich gesetzt haben wie 28, 13 sipr^vsuovxa^. — xal
hdlz'jazv auxo'jc] Syr. schlecht: und sie Hessen (w Maus. Ambr.
'p2^)) ihr Geld (p,TD::). Vielleicht stand da cr:n], das in on'^jni
verlesen war. Uebrigens erklärte Syr. das Objekt. — avopa;
o'jva-o'j;] Syr. und (w Maus. Mas. I om.) auch Besitzer von Geld
(KD::). Es stand da h'n ^ti^JS (vgl. Syr. zu 5, 1. 40, 13) = ver-
mögende Männer. — a-ojxicrs] Lat.: gyrans migrare fecit. Syr.:
sie hat leer gemacht {Dp')t). Ich lese danach a-Exsvuxjs (vgl. Gr.
Syr. zu 13,5) = sie hat arm gemacht. — Syr, für b: und sie
gingen zu einem fremden Volke.
19, BS* Syroh. sjjnrsswv (auch Syr. hat das Partizip),
253 23 k i\i-=.ai-ai, 296 308 siJ-TTc'aoi, die übrigen (auch Sah. Lat.)
£|XTcsö£rTa[. — aii-apTtoXos] 248 70 Lat. add. TTapaßczivtüV svcoXa?
xupiVji), ebenso Syr. Vermutlich geht dieser Zusatz auf Gr. II
und vielleicht auch auf einen erweiterten hebräischen Text zu-
rück. — £1? E-fi'ur/,'] nach Syr. stand in beiden Stichen D hzi:,
danach ist der Sinn: in die Zahlungspflicht der Bürgschaft. —
o-a)X(üv] Syr. rm: vgl. 34,5. Jes. 1,23. Prv. 11,19. — lpToXa,3£t7.c|
Sir. 29, 15—22. 261
setzt man ^ y$2', vgl. die ähnlichen Ausdrücke 1 Sam. 8,3.
Jes. 56, 11. Ez. 33, 31. Syr. unbestimmt: um auf sich zu nehmen
Sünden. Man könnte aber auch an rpn ?|Ti?3 denken, das Prv.
12, 11. 28, 19 vielleicht Handelsgeschäfte bedeutet. Der Sünder
übernimmt Bürgschaft, um daraus unrechtmässigen Gewinn zu
ziehen. Die Gebote des Herrn, von denen der erweiterte Text
in a redet, sind die Zins- und Wucherverbote, deren Uebertretung
event. auch gerichtliche Strafen nach sich zog. — 23 155 Sah.
Lat. eiV xptatv, Syr. in (w Maus. Mas I add. ihre d. h. der Bürg-
schaft) Strafen (Wi). — Syr. add.: viele Sünden bringt die Bürg-
schaft, wer sich unnötig (pc) verpflichtet (so versteht Gabriel
Sionita ^'jsna) und findet einen Prozess (sn). Das ist wohl nur
eine Variante zu v. 19, die man aber zur Erklärung von v. 19
heranziehen darf, pa könnte für c'pn sprechen, ybi^r.:: übrigens
=^ pK^j?na = pcvna sein.
20. c?.v-iXaßoö] ist ungenau (vgl. zu v. 4), Syr. richtig: bürge.
— Vgl. 8, 13. — -rjfj'jtyz azoLuxoi\ Syr. rette deine Seele. Ich
vermute yi'z: "^ü'^ (vgl. 35, 24). — \xr^ 3|x-st(,c] Syr. vor Doppeltem.
Er las ':£:a statt hz:f2, das Gr. schlecht übersetzte.
21. Vgl. 39, 26. — «[v//] ^'gl- zu 39, 26 und zu 1, 14. —
>V:] 248 Syroh. 70 106 157 A* 55 254 155 296 Chrysost.
I, 228 Anton. 143 add. ocvilryw-o-j^ und so Lat. (al. om.) und Syr.
Aber das kann aus 39, 26 eingetragen sein. Uebrigens wird Ifwr,
(= c'n) hier den Lebensunterhalt bedeuten (s. z. 4, 1. 39, 26). —
23 106 k 157 307 A"^ 296 308 Aut. 143 Chrysost. (1. 1.) Aeth.
stellen mit Syr. das Brot voran. — xotl (254 om.) ip-otTiov wird
von Gr. und Syr. falsch zu a gezogen, xaÄ'jTiTwv (Syr. Noro) be-
ruht w^ohl auf falschem Verständnis von noro (hier = Decke). —
aa/r|ao3'jv/^v (S*^* add. ocvopoc, 70 add. a-jToO)] Syr. X">'Ä, beides
= nnj?. — Vgl. Hos. 2, 11.
22. ktoj/oO] drückt auch Syr. aus: aber "^y; war w^ohl als
Abstractum gemeint. — u-o a/i-y)v oox(«v] =^ imp h'j rnp; vgl.
Syr. nn'yi nSSü n^nn (d. h. der eigenen). Vgl. Syr. zu 23, 18
und Gen. 19, 8. — Syr. für b: als viel («""JC) Reichtum in der
Fremdlingschaft («nvic:«:). Also ist sv dXXo-fy'oi; wohl = ^^1)2^22,
obwohl xa dX>.oTpia so nicht belegt ist; vgl. aber -y. -oia = n";
II, 34; xa Traxpixd =: ;x n'2 42, 10. Syr. verlas sodann D'ej.'tso
262 Sir- -^7, 4—29, 28. 30, 1—24. 33, 13—36, 13.
(vgl. ZU 33, 13b c) in D''Jöi20, dagegen geht ««^:d vielleicht auf
XaixTrpa zurück (vgl. zu 33, 13); 100 157 lesen aber r.rAXd.
23. Syr.: Bei (dv) viel und bei wenig (d. h. ob einer viel
oder wenig hat), niemand weiss (es), und was er tut in seinem
Hause, niemand sieht ihn (oder es). — ird ixixptj) xcti |xs77'/«(oJ
Syroh. im iJ.t'(y.hn 7.7.I ixv/.[jm (vgl. Syr.). Lat. für a: minimum pro
magno (al. super minimum et magnum) placeat tibi. Die unge-
wöhnliche Konstruktion des Gr. ist wohl dadurch veranlasst,
dass üV nif"i (Ps. 50, 18. Hiob 34, 9) da stand. — Als zweiten
Stichus bieten 8yroh. 253 nach 1 Sam. 2, 6 saxi yocp 6 xa-nzv/w^
xal u'i^ojv, dagegen 248 70 S ' '^ k xotl ovc'.oisfxov otxiac orou txrj dxo'jarjc,
Lat. et improperium peregrinationis {= -otfyoixtac) non audies.
Jedenfalls ist nach Lat. ou statt aoo zu lesen, aber auch Trapoixt^c
wird trotz v. 28 und trotz des Syr. anzunehmen seiu. Es geht
kaum an, unter or/i'ac ohne weiteres das fremde Haus zu ver-
stehen. Der Fehler or/tac wird aus v. 24 eingedrungen und von
hier nach v. 28 übertragen sein. Das vorauszusetzende CilJö
bedeutete dann hier wie v. 22 den Aufenthaltsort (vgl. Iß, 8).
24. Ausser B Syroh. (70 307 308) haben alle Hss. -7.poi-
xTjtjsic, und dieselben (ausser 155) auch dvotceic. Lat. Syr. haben
freilich ebenfalls die 3. Pers., die aber wegen v. 23. 25 zu ver-
werfen ist. — o'j -apoi/r^cTEi;] vgl. zu 21, 28. und 41, 19 D^n Dipa.
Lat. add. non fiducialiter aget. Syr., der auch 21, 28 anstösst, hat
für b : und gegen {hy) viele Gerichte (oder: Streitigkeiten, wn) nicht
kann er auftun seinen Mund. — Vgl. n'^zh n^na Buxtorf, Floril. 80.
25. Syr. für a: ein Fremdling (x'^jd^x, ebenso v. 26 für
Trdpoixe) bist du und trinkst Schmach. Zu letzterem Ausdruck
vgl. Prv. 26, 6. Dagegen kann -otisTc zk (106 k 157 307 S* A
55 254 155 308 om.) dyrxrAazc/. (106 Lat. dyjxpiazouq) nur heissen:
du tränkst zu Undank. Dabei ist sie d/dpiaxa Abmilderung von
r\Zi'\n. Nun wird der Fremdling v. 26 freilich aufgefordert, seinen
Wirt zu bewirten. Aber das ist nichts als Hohn; der Fremd-
ling ist dazu ausser Stande. Man könnte daher csvisT? nach
Analogie der drei Stellen, an denen es sonst noch im A. T. vor-
kommt, intransitiv verstehen und -otisT als 2. fut. med. in passi-
vischem Sinne herstellen wollen. Sah. drückt ^svisi, Lat. U'azX
(hospitabitur et pascet), ttotiöi und dxo'jasi (so auch 155) aus.
Aber zk d/dptcrT7. (anders d/a.rAa-wc 18, 18) erfordert vor sich
Sir. 29, 23—28. 263
-oTisu (oder zoTiEi in activischem .Sinn), der Undank ist nicht
auf Seiten des Fremdlings. Gr. hat dann aber den Sinn der
Worte verdreht, weil er v. 26 falsch verstand. — -po? e-1 to'jtoic]
Syr. nach ("inn) diesem; vgl. in« Neh. 5, 15.
26. -d[.t}M] Syr. ly; (vgl. Hebr. Gr. 14, 14), d. h. tritt
hin. — rA[jrjr/.z] Syr. schlecht: ein Fremdling bist du (aus v. 25).
— xocrjx-/)crov] Syr. jpn (s. z. 16,27). Im Kanon ist"i"i>' geläufig; vgl.
z. B. Ez. 23,41 und dazu LXX. — Syr. für b: und iss (D';h),
das was ist in deiner Hand. Aber 'Voaiaov '<j.t (Lat. ciba caeteros)
ist besser.
27. ~drjrjiv.t\ Syr. om. — ^j'^?/;?] Lat. fügt in richtiger Deutung
bei: amicorum (meorum), — 248 70 Lat. stellen in b das /.o3''a
-y;c oix''7.; vorauf. — Syr. für b nur: denn ein Reisender (nis
statt ns) ist eingekehrt (('ij;) zu mir. nx = ein mir näher
Stehender.
28. ß0tp£7.] Syr. |Tp\ T7.0t7.] vgl. 31, 13. — 7.vÖr,oj-(0
(248 om.) e/ovTi cp^ov/jatv] Syr. dem weisen Manne. Vgl. >n"'' ?i'\s'
40, 29. — i-i-i|xr^ar!? oi'xt'otc] Syr. (1. «n^zn) sn^nn snx:. Es stand
hier aber ursprünglich wohl -'■j.rjrjv/.ia; (s. zu v. 2.3); Syr. folgte
dem Gr. — • ovs'.o'.crjxoc Zr/yt'.'j-jyj] Syr. schlecht: das Darlehn (sncr
= n'l'70: raihz'f) des Darleihers. — Die Worte greifen auf v. 1 — 13
zurück und schliessen diese Verse zusammen. — Syr. add.:
„Reichlich gib dem Armen, und von dem was in deiner Hand
ist, speise ihn. Und wenn er nackt ist, kleide ihn, weil du
(damit) dein eigenes Fleisch bedeckst. Und Gott selbst leihest
du, und er bezahlt dir siebenfach." Diese Verse sind gewiss
hebräischen Ursprungs, aber sekundär; vgl. Jes. 58, 7 und zum
Schluss 32, 13.
XU. 30,1 — 24. 33, 13 b — 35, 13.
Ein neuer Ansatz ist hier nicht nur durch den Wechsel
des Themas, sondern auch durch die Art des Themas angezeigt.
Neben der Mahnung zu strenger Kinderzucht (30, 1 — 13 = 3. 3.
1. I 3. 3. 1) hat die Rede den Lebensgenuss, namentlich den in
Essen und Trinken, zum Inhalt. Seine Vorbedingungen sind
das unvergleichliche Gut der Gesundheit (30, 14 — 20 = 3. 1. | 3),
der Frohsinn, der vielfach vom eigenen Wollen abhängt (30,21 — 24.
264 Sir. 30, 1—24. 33, 13—35, 13.
33, 13b c = 2. 2. 2), und der Reichtum (34, 1—4 = 2. 2), der
aber auch grosse Gefahren in sich birgt (35, 5—11 = 3. 2. 2. 1).
Beim Gastmahl soll man um des Auslandes und der Gesundheit
wiUen im Essen Mass halten (v. 12—24 = 3. 2. 2. 1. | 3.
1. I 2. 2). Masshalten soll man auch beim Weingelage, so wenig
man auch die Fröhlichkeit Anderer dabei stören darf (v. 25 — 31
=^ 2. 2. 2. 1. I 2.). Der Vorsitzende darf nicht auf seine Ehre,
sondern nur auf die Freude der Gäste bedacht sein (35, 12 =^ 3),
die Alten sollen neben der Weisheit der ]\lusili ihr Recht lassen
(v. 3 — 6 = 2. 2), die Jungen sollen sich gegenüber den Alten
und Angesehenen nichts herausnehmen, rechtzeitig nach Haus gehen
und dort ihre Laune befriedigen, bei allem aber des Gebers
aller guten Gaben eingedenk sein (v. 7 — 13 = 2. 2. 2, 1).
30, 1. Co. Syroh. 253 23 106 157 om. -spl xlxvwv. 307
Äo^oc ZTzrjfj: -r/j auxo'j tts^i tsxvojv. — svosXs/Tjast ijLaoiTtYa? ot'jTio]
Syr. z. Th. vielleicht genauer: ^^"np* mra (er erneuert seine
Ruten). Vgl. i^nn Hiob 10, 17 und übrigens Prov. 13, 24. 29, 15.
— £-' ir/d-w^ atjToO] gemeint ist wohl die eigene n''in« des
Vaters; die des Sohnes erlebt er nicht. — ^ Lat. i. f. add. et non
palpet proximorum ostia.
2. WrptTox] Syr. Nim (ebenso v. 1), 'Ovtvaa&ai in der Bibel
nur noch Philem. 20, und zwar in derselben Bedeutung wie hier.
Im klassischen Griechisch wird es besonders auch Aon der
Freude an den Kindern gebraucht. Dass es hier mit i-i ver-
bunden wird, erklärt sich aus hebräischem 12 (Syr. T\z) oder Th'^.
Vermutlich stand da ty"»?:^^ oder ein anderes Synonymon von rxi^''.
Manche Hss. korrigieren: 106 vic^as-ai, 248 70 Anton. 1044
£'>fP<avUr^(3cT7i, S"^^ Sah. Aeth. Lat. aivsOr^asxai. — -j'vwpi'jxtuv] Syr.
Mrrn. Vgl. n^j?T f- 25, 18, sowie 2 Sam. 3, 8 LXX.
3. 7:7.f>C(Cry>.a)(j£i] Syr. pa, wohl = N''jp\ — S*106 xov s/öpov
7'jTO'j, Syr. hat das Suffix. — svav-i] Syr. pS; vgl. zu 7, 33. —
aYotX/.ricjsxai] Syr. nnnii^: (ebenso v. 2). Es standen da wohl hh7\T\''
und iNcn"' (vgl. zu 1, 11).
4. xal oj? o'jy. (z-£i)c(V£v] Syr. n"« nSt "lim, was nicht mit
Gabriel Sionita übersetzt werden darf: superest alter haud mor-
tuus. Man muss vielmehr nach 4 Ezr. 7, 10 Syr. erklären: und
beinahe ist er nicht gestorben. In demselben Sinn ist die
Sir. 30^ 1—9. 265
Emendation "cri vorgeschlagen. Vgl. Payne-Smith s. v. So liest
übrigens Maus, — ofiowv auKjiJ Öyr. nm^s'; vgl. 45, 6. 48, 4.
5. sioc] Syr. er sah ihn. Aber es stand da wohl nur n«"i.
Zu subintelligieren wäre nicht „ihn", sondern „etwas". Ebenso
schlecht setzt 248 nach s-Vf pa'vilr^ ein i-' aOnj) (Lat. in illo) hinzu.
— Lat. i. f. add. nee confusus est coram inimicis.
6. Lat. für a frei: reliquit enim defensorem domus (contra
inimicos). — Syr.: „den Freunden vergilt er Güte uud an den
Feinden rächt er sich (mit) Rache.". Da ein Aequivalent des
unentbehrlichen xaiiXi-sv fehlt, wird die Umstellung dem Syr.
zur Last fallen.
7. Das sinnlose r.zpl -Vj/wv (B S A 307 Sah. Aeth. Lat.)
ist in 7:£pi']j6/o)v (248 -spf^^/j/ojv, Syr. pjca) zusammenzuzielien.
Vgl. pjci2 Prv. 29, 21. Da bei Syr. S|T:En = Hebr. :):vr\, könnte
man auch jjjj.a vermuten. — y.o.xaozaiitoazi Tpau[xaTa auxou] etwa =
rr^fc u^2n'; vgl. 27,21. 34,30. Gemeint sind natürlich die
Wunden, die der Knabe sich beim Spiel und Zank holt. Syr.
versteht falsch die Wunden des Vaters: wer verzärtelt seinen
Sohn, viel werden sein seine Wunden (vgl. Job. 9, 17). —
Totpot/ö/jSSTczi (51, 21) T7. s-XocY/va ctutoü] Syr. er entleert (piD3,
lies TiiDJ = es erschrickt) sein Herz (s. z. 36, 5).
8. aTToßatvsi] ausser B (308) alle: Exßccivci, das in b wohl
nur der Abwechslung halber gesetzt ist. Möglicher Weise stand
da rT.T (LXX), vielleicht ist aber dr.r/^aivti cjxXr^po; auch nur =
nii'p^ oder dgl. ; vgl. LXX Job. 9, 20. — avetjxsvo;] wolil = rhu^ü
(Prv. 2d, 15). — TtpoaXr^cJ heisst sonst unbesonnen, erfordert ist
hier aber „widerspenstig." Es stand da nio mö oder dgl. Vgl. Syr.,
der freilich sonst ungenau zu übersetzen scheint: wie ein junges
Pferd, das nicht gebändigt ist (it>3:o, so Pesch. Jer. 31, 18 für naS), so
ein widerspenstiger (STiiö) Sohn, der nicht hört auf seinen Vater.
9. Tii>r>-/jaov] vielleicht stand da ja« (vgl. LXX Thr. 4, 5,
und Tii>-/]Vfj^ = Jos und nj^s) im Sinne von Thr. 4, 5. Jes. 60, 4.
Vgl. auch 17, 18. Syr.: erziehe ('T,k). — xal ixOajxßr^ösi az] Syr.,
der vielleicht anders las: damit du nicht verspottet wirst (p'^ann).
Ambr. praem. : und er wird dir Ruhe geben ("[n'^Ji). — aujATiaicov
auTto] Syr. und wenn du lachst mit ihm. Vielleicht ist pnti>
verschieden gedeutet. — X7.1 lu-r^azi asl vielleicht = "]3^ri (vgl. zu
3, 12). Syr. "jpjti*: (er wird dich quälen). Vgl. Pesch. zu Job. 9, 28,
266 Sir. 30, 1—24. 38, \^—?b, 13.
10. {ir, au^iztArr^z olüt(o] kann unpassend erscheinen. Nach
b erwartet man von einem Geniessen zu hören. Indessen ist
der Genuss die verfrühte Freude an dem Sohn, entsprechend
der verfrüliten Freude an den Trauben. Syr.: nicht gehe mit
ihm gemäss seinem Willen {r\T2'^). Das könnte = löj; ni:in h»
(vgl. Ps. 50, 18. Job. 34,9) sein; vgl. zu 29,23. — aüvoouvr^Uf.c]
ist falsch. Es kommt hier nicht darauf an, dass auch der Sohn
in Leid geräth. 248 70 Syroh. 253 23 Lat. oouv/)i>-^c, was
wenigstens sinngemässe Korrektur ist. Syr. "[iJiJ. Das Verbum
steht in der Peschita oft für Cj;:;! (vgl. 3, 15). — xal ztz iaydxwj]
Syr. i^rmh^, wohl = n^nnxni (vgl. 34, 22). — Yo^'^iaasicj 70 Anton.
1045 yofjL'f i7'asi (Co. 55 -aa^j). Syr. er wird stumpf machen {^T\^'i, so
auch in Syroh. statt P'p:^ zu lesen) deine Zähne. Es handelt sich
um den Tropus von Ez. 18, 2. Jer. 31, 29 f. und es stand da
r\'np (Ez. 18, 2 LXX), von dem aber auch ein kausatives Hifil im
Talmud vorkommt (vgl. Aruch s. v.). Dem entsprechend kann
der Uebersetzer auch 7o;j.'fiaC«> kausativ gebraucht haben.
11. Hier beginnt Cod. B des Hebr., der zunächst bis 36, 3
reicht. — rh^ii^r^jy h^] = Syr. inrö'^s^'n »h, Gr. [xy; o(oc auTto
E^ouatav; vgl. zu 45,17. 47,19. 10,4 und v. 28. 17,2 und 25,25.
— myjs] Gr. £v v£or/;ti (Syroh. nnr'^Bn). — Wegen Homoioteleuton
sind in allen Hss., ausgenommen 248 70 (254 307), die übrigens
im Lat. und bei Anton. 1045 erhaltenen Stichen ausgefallen:
IIb xoti [X7] 7:7pio-(jc xa; d'^micn^ auTou.
12 a xot[i.t];ov Tov xpdyr^Xov otuxou ev ViO~/j~i.
Die Sixtina hat die Stichen hinter v. 13. — sti^n] Syr.
nh p)2fi^r\, Gr. -apioir]?. — rmn'nti''?] das Nomen ist aram. und
neuhebr., liegt auch wohl Dan. 6, 5 vgl. 2, 9 vor. Die Rand-
lesart •\i^ti[h] führt auf kein belegbares Wort. Syr. alle seine
Verschuldungen (MUnniD), Gr. xot? a^vota? (Lat. cogitatus = ivvoi'otc)
auxo'j; vgl. 5, 15 Hebr. Gr. und noch 28, 7 Gr.
12. Von den beiden ersten Stichen des Hebr. ist ohne
Zweifel der zweite, nach Schechter auch der erste Variante zu b.
Er sucht hinter ]nz'2 ein icriD und hinter j?jcn ein ypnn (vgl. Ez.
29, 7), dann ist vielleicht auch ''n hv = 'n nj?. — ^'3] vgl. zu 4,7.
Syr. F|i:, Gr. xottx-^ov. _ itrsn] vgl. 4, 7. Jes. 58, 5. Gr. w^ohl
ungenau: xov xrjdyr,loy aoxou; doch vgl. v. 35. 7,23. — innyJ3]
Gr. iv v£ox/^xi. Das auch 51, 14 und 25, 3 im rabbinischen Citat
Sir. 30, 10—13. 267
vorkommende Wort ist neben viij?:; v. 11 etwas unbefiuem. Syr.
ahii xin IV; aber damit (= r;: •i:rr;u-') zieht er nur den 2. und 3.
Stichus des Hebr. zusammen. Ferner scheint y^'j") durch fj/.'iciov
(248 70 Lat. praem. y.y.i) gegen vpz) (= schlage wund, ?>yr. >'ps*)
gestützt zu sein. Ich mag aber vpz), zumal das Verbum auch
liS, 28. 30 (vgl. 4 ^lacc. 10, 8 Pesch.) bezeugt zu sein scheint,
A'om Folgenden nicht trennen. Vgl. Ez. 29, 7, ferner neuhebr.
rpc = körperliche Züchtigung, übrigens -Äsopav aiixv^ai 42, 5. —
v:n^] T^c -Iz'j^A; rt-'j-M. 1 Reg. 8, 19 steht -'i.vjyJ. für z'"jh~,
Ps. 48, 3 TAe-j.oov für n:i\ — pp SiH'^:] al. i>': i:t.j,"^*, Syr. vi nj?
ny:, Gr. «>; (106 A 155 iwc) ssti (70 sti) vr;-'.o; (70 add. scjti). —
toS] Syr. sSi, Gr. ar^roTs; vgl. zu 8, 1. — Zwischen ri^"^", n^pii>-
imd n^it'p^ steht in der Mitte ^l^•p■', das nach Syr. (jti^j?:) und Gr.
(3/X-/;p'jvi>£icj anzunehmen i.st. Es ist vielleicht Hifil (vgl. Ex.
13, 15). — -3 .t;:i] vgl. 16, 7. Syr. rnai, Gr. otze-Ji-z-ar, ao-.. —
Nur 248 70 106 Anton. 1045 Lat. haben den 4. Stichus: -/m
hzoii 30». (106 Anton, add. i; ocjtoO) ooov/; 'Vj//,? (70 xotl saTcc. oo'jvy;
f(j 'Vj/f^ ao'j). — X7.1 33-:7.'. kann sehr wohl = ihvj] sein (vgl. zu
5, 14), wohinter das unentbehrliche "S ausgefallen ist. Zu ib):
vgl. noch 8,18. 11,33. Im Syr. sind die Aequivalente von
m^ — 12 ausgefallen. — ti^cj res] vgl. zu 4, 2. Syr. a^ifcii üztz.
13. irj vgl. 7,23. Prv. 29,17. Syr. falsch erklärend:
lehre. — "hv; izzn'] vgl. 40, 1. 1 Keg. 12, 10. Syr.: und mache
hart (ii^pa) auf ihm (= ?h'; vgl. 6, 30). Gr. vielleicht frei: xal
zp';a::rj.'. iv aoTtf (13, 4); doch vgl. zu 6, 30. 51, 17. — in':*;»^] Syr.
nmSrc;, Gr. sv tTj 7.3/r,|j.o3uvTfj (LXX Gen. 34, 7 = nhij) au-o-j
(nur B (55 308) crou). Auch Anton. 1045 Sah. Aeth. Lat. haben
oi'j-o'l — Nur B (254 308) haben zoot/.o'V(„ alle anderen (auch
Anton. Aeth. Lat.) -[ioaxo-Vr,?, Syr. ']hpp:. Das führt anscheinend
auf "p'pnn oder hpnn (vgl. 15, 12 und zu 13, 22). Aber Syr.
kann dem Gr. gefolgt sein. Zu v^r.^ stimmt nämlich auffällig
arab. vhn, den Kopf aus etwas herausstrecken, worin er bis
dahin war (von Menschen und Tieren), dann (in der VI.) stolz
mit hochgetragenem Kopfe einhergehen. So geht das Bild vom
Joch weiter. Ich halte h';n\ (vgl. Jer. 51, 3) für Korrektur zu
ySn'. Die Schreibung -ny'^r.'' könnte übrigens auf "[2 2j?':n'' hin-
führen. Grimme vermutet "2 SSyn''; vgl. Num. 22,29, wo das
vom Esel gesagt wird.
268 Sir. 30, 1—24. :?3, 13—3.'), 13.
14. B»"' k (296 307 308) praem. -äsf/t ß[>(«[xaT(«v, 55 254
praem. Trsf/i uyistac; vgl. zu v. 16. 18. 34, 12. — Syr. schlecht:
denn (i^J) besser usw. — "m] so Ex. 1,19 und oft im Neuliebr. ;
Tgl. zu V. 15 und zu 1, 18. 34, 20. Gr. üyit^? x7.l is/uwv = Syr.
V'iu^) Tn. Aber blosses "m ist durch y::) geschützt, und Syr.
folgte wohl deru Gr., der mit xat layomv ioi:j?n vorwegnimmt
(Peters). — wsrp] vgl. v. 16. Tbr. 4, 7. Syr. noii'lja, Gr. r?j i^si
(vgl. Symm. Thr. 4,7. LXX Jdc. 14,9); Lat. viribus, was
möglicherweise auf eine andere Uebersetzung von iDlf^a zurück-
geht (Herkenne). — VJJ'i] Syr. der geschlagen ist (K^Tin) = Gr.
|i,£|xaaxi7(ü[i.£vo^ (vgl. zu 23, 11). Lat. inibecillis et flagellatus. —
T\U^22] Gr. £i; aÄixa (48, 13. 51, 2) otuxolj. Lat. malitia.
15. nii' ^''u] = Syr. «"nti^i ^"n (Araber vielleicht aii^) v).
Gr. Gyeia xal sk^ta. Beide lasen "iti^ (Gr. aber schwerlich "iti'l CTt),
das Gr. in dem aus v. 16 deutlichen Sinne verstand. Die Aus-
sprache (ob -it^ oder ia>) ist nicht festzustellen. Es entsprechen
dann einander C'n und mn, und der Sinn ist ,.ein Leben in Ge-
sundheit". Nicht unmöglich ist freilich die Randlesart lü^ (vgl.
7, 24. 38, 16 und '^1if Prv. 3, 8), die weiter in nii'S (so richtig J.
Levi) korrigiert wurde; vgl. ü^^^^ "'"n Prv. 14,30 und zu 34,20.
Lat. Salus animae in sanctitate justitiae. — '•n'^ix] vgl. "rnro Ps.
84, 11, und zu 25, 16. Syr. nam, Gr. ßsX-t'cov (S ß^xiov, 70 ßsXxiw).
— (CD] Syr. «nm p, Gr. frei: iravxoc ypuatou, Lat. omni auro et
argento (s. z. 2, 5). — nnia nni] anders Neh. 9,20, hier wie 21» a'?.
Gr. (xai a(u[j.a s-jfxocJxov) las vielleicht anders, aber Hebr. ist durch
22h yitä V. 16 geschützt. Die Aenderung Trveutxa liegt nahe. — c^Jcc]
vgl. 7, 19. 34,6. Gr. frei: r^ oXßo,- a[x£xpr/^^^- (16; 17).
16. B (improb. B') 248 155 praem. r.spt ßpwixaxwv (155
xpr|[xaxa)v, 248 ßpa)[xaxoc), A^ '°^- "^"p- C "''• ®^='"- praem. T:ept uysia?;
vgl. zu V. 14. 18. — CJV Iti' ^^)V hv] Gr. ßsXxuov uysia? aa)|j,axöc,
Syr. wie die Festigkeit des Leibes (xiJoi xmTiti^). Beide drücken
ni^lV 2^ nicht aus. Es ist aber durch den Parallelismus in b
einigermassen geschützt, und Lat. hat für a: non est census
super censum salutis corporis. — nsia] Gr. schlecht: s-j'^posuvr^
= Syr. xnnn. Denn Freude ist immer Herzensfreude, übrigens
ist roil3 durch 32S 21J2 gedeckt. Gr. nahm den Sinn des letzteren
vorauf, und Syr. folgte ihm. — 22b 3112 hv] vgl. Dt. 28, 47.
Jes. 65, 14. Gr. uTisp /apav xapoiac, Syr. wie ein gutes Herz. —
gir. 30, 15-19. 269
Reifmann (Haasif III 250) zitiert aus z^T:zr\ "inaa (vgl. Cowley-
Neubauer S. XXX) No. 457 (== p. 49,20 ed. Filipowski): |\s*
31B 3'72 nw^yj xSi niNnz: ii^iy. Vgl. schon J. Buxtorf, Floril. 303.
17. 3ii2j Syr. npz (25, 16). — moS] Gr. {}avaTo?. — Syr.
drückt wy'i WTir: aus, ebenso Gr. Denn itixpav (vgl, Ex. 1, 14) ist
durch falsche Auflösung aus zvpav (=: -ovr^pav Cod. 254) ent-
standen. Vgl. 29, 24 und Oava-ro? rovr^po; 28, 21. Dahinter ist
ist nur in 70 S*=* Lat. erhalten: y.ctl dva-ausi? (zituvioc ^ dSij? nm:) ;
vgl. zu 39, 11. 46, 19. 48, 13, und betr. attov.oc zu 45, 15. Ver-
mutlich Hess man die Worte wegen ihrer religiösen Bedenklich-
keit fort. — nmj] sonst nicht belegt. — Syr. nach der Variante:
und liinabzusteigen in die Scheol. Aber das passt schlechter
zum Folgenden und ist gleichmacherisch zu a fingiert. — 2S2]
Syr. K2X2, Gr. apr>to3r/;[xa (vgl. zu 7, 35). — Syr. (o'^p) drückt
eher if2)V aus, das auch durch i'fijxovov (vgl. 7, 22 sowie 6, 8. 11, 17.
42, 23. 44, 13) mehr empfohlen wird als pw (44, 11). Vgl. sonst
Dt. 28, 59. — In der Variante ist nnS (ebenso ist IT^ auszu-
sprechen) neuhebräische Infinitivbildung.
18. 296 308 Sah. praem. ~tp\ l^ptojxa-tov ; vgl. zu v. 14. —
nricii^ naitt] = Gr. olyjM ixxs/'jasva (248 (x)cxXsi3u.£va r= Syr.
pröl). Das letztere ist schlecht, da nnsK' durch n:i'0 gedeckt
ist. Lat. bona abscondita (= xsxpu[xtx£va?). Entweder gehen 248
Lat. Syr. auf einen jüngeren hebr. Text zurück oder Syr. folgte
dem griechischen Text von cod. 248. — nc] ist gegen CiD wohl
festzuhalten. — nci^n] in allgemeiner Bedeutung wie Num.
18, 11. Gr. ösiiaxa ßpo>[j.at«>v (106 r^ ßpwjxaTcuv 7re}x[ia-a). Nur B
Syroh. haben i>£|xot, letzterer las übrigens vielleicht -czpaxsiixEvwv.
Lat. quasi appositiones epularura, Syr. wie Speisen (= ßptujxaxtüv),
— Vl^J ''JbS n}^Ki] Gr. 'i:apax£''}x£va iizi (248 om., 70 155 iv) xacp«),
Lat. cii'cumpositae sepulcro. Syr. die gelegt sind auf ein Grab.
Der Singular h'h: nur hier. Gr. las (oder dachte an) hh):, s'^'^u,
wie neuhebr. und aram. der Schlussstein des Grabes heisst.
Aber nach nci:n und v. 19 ist Hebr. im Recht. Vgl. auch zu
7, 33. Auch im Kanon hat ri'n öfter kultischen Sinn.
19. Gr. für a: ~( a'j[i.'^£p£i xapTTüJsic eiowXu), Syr. welcher
Nutzen ist den Bildern der Völker. Auf •• no folgt ein Buch-
stabe, der schwerlich als j: oder \i^, sondern wohl nur als y (so
auch J. Levi und Peters) gelesen werden kann. Nach Gr. 2B''
270 Sir. 30, 1—24. 33, 13—86, 13.
(so Schechter vgl. 37, 28) oder h^T (= '^T»'; so J. Levi) zu
ergänzen, hilft nichts, da ein Subject fehlt. Ich ergänze isnr (vgl.
die Nomina 38, 11. 50, 14), da bei l'rr die Spitze des h sichtbar
sein würde. Gr., dem »Syr. teilweise folgt, hat das Verbum mit
auficpspei xa'pTTwai; übersetzt und dafür ClJ übergangen. — ''Si'^jS]
so ist eher zu lesen als ^'^^'jx'?, für das der Raum nicht reicht.
Syr. NöSir':, Gr. sioojAu) -(und danach b im Singular). — »S "ii^s)
Gr. o'jTs '(dp. — pSr«''| Syr. add. und nicht trinken (w Maus. om.). —
[pn^]T] Syr. pnns, Gr. oacppT/i)-^;. — Vgl. Dt. 4,28. Ps. 115,4—6.
— "^f^fv; iS Uf'"tif •'0 p] wird vom Syr. wörtlich wiedergegeben,
dagegen hat Gr. für c und d: ou-oj; 6 £y.ouoy.o;xsyrj; (Syroh. yanno
= £xoixou;j.svoc) uro xüptofj (Lat. add. portans mercedes iniquitatis).
Hier kann ni^ij; in )W))! verlesen sein, das mit x-jf^oc auto-j wieder-
gegeben wurde (vgl. zu 46,13. 3,16). Aber £xouoxo;x£voc(=K>jK>ö?)
bezw. ixSixoufisvo? kann ich nicht erklären. Zu letzterem darf man
schwerlich die Glosse iTö it^pno ''''"'T vergleichen, die hinter v. 20
mit 20, 4b a im Hebr. folgt. Vgl. sonst zu 5, 3. — rurü] das
Verbum ist sonst neuhebr., aram. und syr. — 'OOö] ist nach Syr.
n3 angenommen.
20. [n:Knöi] rryn [nsn]] Syr. und sehend mit seinen Augen
und seufzend (runnia), Gr. (iXi-vy> sv ooOctAfxoi; (106 C add. a-koo)
xotl a-£vaC<uv. Ich nehme raxnai (s. z. 25, 18) an, nach b, wo es
aus a eingedrungen freilich schon dem Gr. vorlag, dann aber
auch das Particip nxn. — mj;:] Gr. TiapHsvov (vgl. zu 15, 2 und
LXX). Es ist in der Tat wie 41, 22 (s. d.) schwerlich eine Sklavin
gemeint; vgl. auch 20, 4. — Im Syr. fehlt b, der dafür den hier
eingedrungenen Stichus 20, 4a übersetzt; s. dort über das Weitere.
21. Zu a vgl. 38, 20 Gr. — p';)] leg. \)ih = Syr. winS,
Gr. ek XuTir/v; vgl. v. 23 und zu 14, 1. — Lat. für a: tristitiam
non des animae tuae; vgl. Cod. 155 [xr) oa)3-(j; Xu-r^v xfj ^uyji aou.
— Syr. für b: nnd nicht stosse an {hpnri} an dem Rate deiner
Seele = "jn^f^n h^^n. Der Fehler -[iij?; ist aus Ps. 31, 11 ein-
gedrungen. Aber nach Gr. y.al [j.)j (155 [irfii) ^Ivb-^fi asotuxov (=
Syr. deiner Seele) h ßouXrj aou muss man die hebr. Lesarten
kombinieren zu: "[n^v^n "S-iyrn. Zur Konstruktion vgl. zu 7, 7.
nsfy = Kummer wie Ps. 13, 3. h''\^2n ist hier = ermüden, plagen
(Gr. ftX':<}if^?); vgl. 2h h)\i^2n (1 Sam. 25,31) oder vielmehr =
töten (34,25. Dan. 11,33). Neuhebräisch bedeutet das Piel
Sir. äO, 20—23. 271
auch schwächen, das Nifal verwundet werden. Vgl. auch St^lD
41, 2. 42, 8.
22. cn] Syr. y: pjx (sc. K^n), Cod. 248 aorr^ (sc. su^posuvr^).
Grimme will SM herstellen; allerdings sind die von Ewald
§ 319 c angeführten Beispiele anderer Art. — Gr. dvöpwTrou für
it'^s, und avopoc für üiü, Syr. beide Mal siyjna. — Lat. schaltet
hinter a ein: et thesaurus sine defectione sanctitatis. Dazu ver-
gleicht Schlatter Clem. AI. Paed. III 12^87: aocpia; oh. {>r|afaupol
7.v3xX£i-Toi, und Stählin Strom. V 4,23: ^r^aauprA Zk xoS Osou xotl
-XotjToc avcxXiTTYic "z) ousUr^paxoc icjTi öo'^rot. — S''j] Syr. das Nachdenken
(SiTVin). Vielleicht las er nyrn, das er miss verstand. — lex yii^n]
der Fehler ist wohl durch Missverständnis von pcifp (v. 23) her-
beigeführt; vgl. auch Prv. 19, 11 (Schechter). — Gr. [xa/por^iaspsuctu
(1, 12. 20), Syr. mehrt sein Leben. Zu vermuten ist D''a\
23. noj Syr. ':iti^, Gr. dylr.a, aber so nur BAS* k (55
157 248 296 v), die übrigen (auch Aeth.) drAxa (Sah. tröste);
vgl. zu 14, 16. — r"'E'i] Syr. ebenso rci. Gr. Tap^xocXsi. Im Sy-
rischen und Arabischen bedeutet das Pael kühlen, erquicken, im
Aram. und Neuhebr. wird das Kai im Sinne von erschlaffen,
nachlassen (so auch vom Rausch), gebraucht, im Pael und Afel
bedeutet es schwächen, verschwinden machen. Vgl. nJlo und
m:icn Thr. 2, 18. 3, 49. Hier kann das Verbum aber nur nach
der Uebersetzung von Gr. Syr. verstanden werden (ähnlich yn
12,5a); vgl. noch zu 34,2. Der Ambrosianus hat jScsi; vgl.
hierzu Targ. Jer. II Gen. 45, 26 und Targ. Prv. 14, 30). — Lat.
für a: miserere animae tuae confidens deo et contine, (et) congrega
(vgl. zu 17, 24) cor tuum in sanctitate eins. — ]'^^^p'^] Syr. »nnDl,
Gr. xotl XuTT'/jv. '^'iZi^ip findet sich neuhebr. neben rjjrp. LXX über-
setzt das Verbum oft mit luTzzXabar, vgl. neuhebr. nciJfp (Trauer,
Klage), syr. ?]^2:p und sc::p. 2 Reg. 3, 27 setzt LXX für das
Nomen ?j2:p jjLsxajxsXo? ; vgl. unten 35, 19 ?]2:pnn. Der Bedeutungs-
wechsel von Zorn und Kummer findet sich auch bei F]yi, mn, ti'cj "lö.
— pn"nj Gr. [X7.xpav oLTzotSTr^csov; vgl. Gr. Hebr. zu 13, 10. 9, 13.
— Zu c vgl. zu V. 21. — p] leg. pi; Syr. Win, Gr. -q l6--q
(vgl. zu V. 21). — rhyn] wie 41, 14. Sprich nSvn oder rhvß;
vgl. neuhebr. nSyin und Schechter z. St. Gr. beide Mal tucpsXeia.
Vgl. auch 38, 21. — ■ ])^^p^] Gr. Iv au-fj, weil er Xutty] verbraucht
hat. — Syr. für d: und umgebracht hat (maisi) sie die Traurig-
272 ^'i"- 30, 1—24. 33, 13—36, 13.
keit (Knm). Ob er in seiner hebräischen Vorlage anders las,
ist zweifelhaft. Anderenfalls aber ist er wohl von einem grie-
chischen Texte beeintlusst. Nämlich für c/.-i/.xc'.vsv (= rn) haben
70 106 k 157 8AC 155 296 Sah. a-ojAsasv, dagegen 248, der
d auslässt, aTrwXsasv xal a-r/.xs'.vsv.
24. p][kJi nK:p] vgl. 40,5 (emend. ) nwpi ?]K: Syr. NTJm am,
Gr. ^r^lo; y.cd Ö'j[j.rk. — räp'j vgl. Ps. 102, 24. Gr. IXoctxoücjiv, dag.
Syr. i^Sio (Ambr. p':ane). — nj; x'raij Syr. pT:3:2 sSn, Gr. xotl -po
xaipou; vgl. zu 51, 30. — |'p*n] das Hifil so nicht im Kanon. Gr.
77(^7.; «Yst (Lat. adducet, al. adducit), Syr. danach nrrm apzü. —
n:si] = Gr. »xspi.jLvoc, Syr. xnc2: (34, 1. 2. 42, 9).
33, 13 bc. Zu nw vgl. 34, 20. Prv. 6, 10. 24, 33. Da
das Distichon zum Folgenden gehört, ist es in der Ordnung,
dass schon hier vom Schlafe die Rede ist. Gr. XajxTrpd -/apo-'c«
X7.t 7.77.1)-)] £7:' £oici|j.a(jiv Twv ßp(o;xaVov 7ijTrjC £Triix3Xr^3£T7t. Er lässt
mJK^ aus und zieht die beiden Stichen in einen Satz zusammen.
Dabei scheint er ma doppelt mit Xajx-pa (vgl. 34, 23) und ocyailr^
zu übersetzen, rnn mit iru. Er übergeht ) und versteht vhv rhy
nach Analogie von 11, 5. 25, 7. Dagegen erklärt Syr. in b
richtig: und alles, das es isst, geht hinauf auf sein Fleisch. nS
steht nämlich im persönlichen Sinne (s. z. 3, 26). In a stimmt
Syr. wesentlich mit dem Gr., mit Umstellung der Worte: ein
gutes Herz, viel (vgl. zu 29, 22) sind seine Speisen. Lat.
splendidum cor et (Am. Sang. Theoder. om. et) bonirni in epulis
(est), epulae enim eius diligenter fiunt. — Möglich ist immerhin,
dass Gr. und Syr. lasen: D^öj?t2a ;t irc ih, d. h. ein frohes Herz
ist so gut wie viele Leckerbissen. — Vgl. Aboth de R. Nathan
c. 26 iciJ hv n'hv cTi^^ n^'p^lK (nach Schechter z. St.), und übrigens
Prv. 15,15 (J. Levi). — c^ör^ö] vgl. 34,21. 36,24. 37,29. 40,29.
Gr. hat 36, 24 ßptoaata (Syr. NOpa), sonst soiaiicuza (Syr. KnS:«ö),
aber das Wort scheint überall wie im Kanon Leckerbissen zu
bedeuten. Vgl. auch Gr. 29, 22.
34, 1. y\£f] nur hier und 42, 9, wo der Fehler yuf wieder-
kehrt; vgl. das neuhebr. nrp\^ 38, 26. Syr. sinti^, Gr. avpoTr^'a
(vgl. V. 2. 38, 26. 27. 28. 30. 42, 9. Prol. 7 sowie d'ipoTtvsCv 30,25).
Die Bedeutungsverwandtschaft von ip^ und n:'^ yncn kann ich im
Deutschen nicht wiedergeben. — y^v] so auch Syr., dagegen
Sir. 30, 24—34, 2. 273
Gr. -Xou-ou und für mti' aapxac. Sah. freilich „des Reichen"
und „sein Fleisch". Aber in seiner griechischen Vorlage kann
spontan derselbe Fehler entstanden sein wie im Hebr. (vgl. v. 3).
Nach iTna n:sn v. 2 und nr:Nn 42, 9 muss injiKi die Sorge um
den Reichtum sein, es ist deshalb lU-y zu lesen. — nna"] Syr.
nno = Gr. £xtr;/.£i, Lat. tabefaciet (tabefacit); vgl. 38, 28, wo
freilich die Lesart unsicher ist. Vielleicht las Gr. hier nDö\
Das Verbum wird im Targ. öfter von der Abnahme des Körpers
gebraucht (z. B. Num. 5, 21. 22. 27. Lev. 26, 39), wogegen nna
zur Sorge weniger zu passen scheint. — "n^ti^] lies ist:' (s. o.),
das 1 gehört zum folgenden Wort. — In b stand dasselbe wie
42, 9 b, im Text der Hs. ist der Stichus nach 2 a entstellt, der
Rand stellt richtig her: injsm = xal yj ixspijxva ocj-ou; Syr.: und
die Sorge («ncÄl vgl. 30, 24). Dagegen ist der Text im Recht
mit vncn = Gr. acpisia (vgl. Hebr. Gr. zu 38, 20. 42, 9. 47, 23).
Das Hifll heisst hier und 42, 9 aufstören (vgl. Ex. 5, 4). Syr.
smcö. — Für nm hat aber Gr. ü'ttvov, Syr. seinen Schlaf (nnJif^),
und n:'^ ist auch nach 42,9 anzunehmen, wogegen naiJ aus 2 a
eingedrungen ist.
2. iTne nj.si] = Syr. wiim xnci;; Gr. dagegen [X£pi[xv7.
d'irju-\>(ac. Aber «YpuKviW ist aus v. 1 eingedrungener Fehler.
Lat. cogitatus praescientiae ; Am. Sang. Theodor, praesentiae,
wonach Herkenne -npouaiac vermutet. — :ncn] Gr. 'y-y.kr^a^i, das
schon Bretschneider nach Lat. (avertit) in aroofTr^asi änderte, vgl,
Lat. zu 38, 10. 47, 23. 24. AUerdings hat Lat. v. 1 auferet.
Aeth.: beendigt. Es ist zu vermuten, dass Gr. Avie in Ib yncn
las. Syr. hat Kpm, vielleicht = :ncn. — nau] = Syr. xnoiJ,
Gr. v'jcjTaYfjLov ; vgl. Prv. 23, 21. Lat. nach Korrektur: sensuni,
ebenso in b: animam für u-vov. — p:n ^hm)] wofür der Rand
"in rhuü) (s. z. 38, 9), Syr. und eine starke Krankheit, Gr. xctt
appcuaTr^jxct [iapu. Aber diese Uebereinstimmung ist nicht be-
weisend, und 'n '•'jnD kann heissen : mehr als eine schwere Krank-
heit. — noi3 (R. jnen) yncn] Syr. an'^ snea, Gr. iwr^^ti (Syroh.
Y^n = i-A-imUi?) u-voy, so B* ^ ^'d- C 307 k 68 296 308 Aeth.,
wogegen die anderen mit Sah. schlecht u7r,/oc, weil sxvr/fsw sonst
intransitiv gebraucht wird. Ohne Zweifel ist n:"^ anzunehmen,
weil noii in a steht. Uebrigens las Syr. w^ohl v^isn, Gr. dagegen
etwas anderes. Offenbar soll der Ausdruck von Ib in 2 a, und
Smend, Sirach-Kommentar. 18
274 Sir. 30, 1—24. 33, 13—36, 13.
beide in 2b überboten sein. Tn 2a geschieht das durch Aenderung
des Objelits, wenn wir doi-t nach (4i-. j;''icn annehmen, in 2b
durch Aenderung des Verbums, wenn wir hier nach Gr. yicn
verwerfen. Levy s. v, l)elegt ncn als neuhebräisch mit einer
Stelle, an der es bedeuten soll, dass der Baum seine Früchte
schwinden lässt, und arabisch bedeutet die Wurzel in der Tat
entfernen. Hier müsste das Wort etwa verjagen, völlig beseitigen,
bedeuten. Dagegen führt Gr. ^xvr/j/si vielleicht auf r'cn. Vgl.
Ixv//];ic für n2]Z! und m:icn Thr. 2, 18. 3, 49. Diese Bedeutung
hat die Wurzel auch im Aramäischen und Neuhebräischen; vgl.
zu 30, 23, wo das Fiel freilich anderen Sinn hat. — Das im
Hebr. folgende Distichon gehört keinenfalls hierher, ist auch
schwerlich echt. Vgl. ähnliches 22, 22 ff. 27, 16 ff.
3. 'hr2V] Rand und Syr. ^öj;, Gr. sxo-iacjs (v. 4. 11,11). —
h2ph] ist aus b eingedrungen. Syr. (iti'j^aS) und Gr. (iv süvaYWYT, ;
vgl. zu 5, 9. 11) = ppS; vgl. 14, 4. 25, 3. Uebrigens hat der
Infinitiv mit h hier und v. 4 zuständliche Bedeutung. — pn] Syr.
xor:, Gr. -/p-zjixaTtov. — mr csi] Syr. hier n'-innai, v. 4 n^^nni |ni,
Gr. beide Mal: xocl iv r(j dva-auasi (248 v. 4 add. otu-ou). — ^^p^]
Gr. dem Sinne nach richtig: £[jL-t[X7rXaxai, d. h. er ruht, indem er das
tut. — :i:j?n] Gr. -c^jw^-qiid-oiv (zuiou (s. z. 18, 32). — Vgl. 41, 1 d Hebr.
4. Von den 4 Stichen des Hebr. geben der dritte und der
zweite den ursprünglichen und von Gr. gelesenen Text, Auch
Syr, übersetzt nur sie. — "iriD "iDn^] ist nach v. 30 Inf. Fiel (vgl.
ppS V. 3 und zum Ausdruck auch zu 11,12). Gr. frei: iv (v. 3)
zXrxx-mazi ßiou = indem er sein Leben (d. h. seine Lebenszeit)
mindert. Syr. folgt ihm: moiy nn^Dn'?. Dagegen ist in'^a falsche
Erklärung von ins, als ob es hier Vermögen Messe. — bnv statt
j?:"" ist durch v. 3 empfohlen. — "[ni: iTiTJ nach dem Aramäischen
und Syrischen wäre T]ns (vgl. 35, 7) zu sprechen; doch vgl.
zu 42, 21, wonach r^y^ ebenso möglich ist. Gr. i-iosr/? -yivsTai.
Der Sinn ist aber: er hat nichts zu essen. — )h nmj vgl. v, 21.
Job. 3, 13 'h mr und Ew. § 295 a.
5. Gr. Syr. drücken in a Dm« und in b rpn aus. Das
ist vielleicht richtig, da so eine Steigerung entsteht und n:^''
besser zu ?]iri stimmt. Vgl. sonst Prv. 28, 20. — p"in] Gr.
/fi»3tov, Syr. wioa (s. z. 14, 3). — n:i^^ in Tno] Syr, r\2 «rip ira
sr^iJ. Gr. oiacpöopotv, ao-h: (S 248 outo?, 70 otuxa) 7:'kr^a^^f^c:^-0il
i
Sir. 34, 3—7. 275
(296 308 add. ctuxr;?), Lat. consumptiouem veplebitur ex ea.
Aber DS für b: et qui seqiiitur multa in illis implanabitur
(ähnlich Paulinus bei Sabatier). Schon Grotiiis eniendierte Siacpopov,
Bretschneider 7rXavr|i}-/5a£Tai. Vielleicht ist oi7/fopa sv ototoTc TzXavr^-
Or^as-ai herzustellen. Vgl. zu 7, 18. TnQ ist wie dort = Geld. — Rand
Tian ist vielleicht Erklärimg von m. Bacher vergleicht Koh. 5, 9.
6. Syr. für a willkürlich : Viele nämlich (T*:, w Maus, om.),
welche waren, Reiche. Gr. iroXXol sGoör^aotv stc --öüixa /«piv ypuaiou.
Lat. om. //>-piv; es erklärt sich aber wohl aus Einwirkung von
b}} (35, 2) in b. Man könnte das ''SSn des Randes zur Not nach
28, 18 (Gr. TciTTTEiv) verstehen und annehmen, dass Gr. Wendungen
wie Dan. 1, 11. Ez. 31, 14. Esra 9, 7 im Sinne hatte. Aber die
richtige Lesart ist augenscheinlich sBs&rjaav (so cod. 248) = ^h)y].
Das Verbum bedeutet hier aber nicht wie im Aram. und Neuhebr.
„verwunden", sondern wie arab. J.xr> „ein Tier in einer Schlinge
fangen". — Syr. für b ungenau: und sie vertrauten auf ihr
Vermögen (piTDDi). Gr.: xal £Y£V7)i}y] (•?;) dTrwXsia «utäv xaxa 7:poacu-ov
otuTojv. Er zog IM aus a herüber und verlas c^ic (zu 7, 19) in
DiTJc. Mindestens freie Uebersetzung ist dvMkzia au-üiv, so dass
unklar bleibt, was er statt des offenbar verderbten nisizm las.
Wahrscheinlich stand da eine dem ''Sinn synonyme Verbalform,
zumal das Bild von der Falle v. 7 weitergefülirt wird. Da die
Nomina h^n und nc öfter parallel sind und entsprechend dem
syrischen |nc, Monx (vgl. das freilich unsichere ncn Jes. 42, 22)
auch ein hebräisches Denominativum von na angenommen werden
darf, könnte man auf incn oder nsiom schliessen. Fast identisch
sind a,T und sm. Betr. hv vgl. zu 25, 21. — Das im Hebr.
folgende Distichon findet sich auch im Syr. und zwar in der
Gestalt der Texteslesart (nur: „am Tage ihres Endes" für cm
mny). Es ist Glosse (vgl. Prv. 11, 4), die den Fehler nainm
voraussetzt. J. Levi vergleicht zu letzterem das Plus des Lateiners
hinter v. 8: nee speravit in pecunia et thesauris.
7. rhpn ^2] vgl. zu 13,23. Gr. ^uXov TrpoaxojjLfxaTo; ist wohl
ursprünglich, und rhpr\ yv = "Fangholz = u^p)^; vgl. zu 9,5 und
Slirna tu: Jes. 8, 14. — «in] Syr. erklärend siiaa. — S^ix] Gr.
ToT; ivöuaia'Couciiv (248 253 23 OuaiaCouctv) ocutio, was offenbar falsch
ist. 106* k 157 S* 308 Aeth. lesen IvÖouatotCouaiv; vgl. Aquila
zu Soph. 3, 9 (C'ino). Das Ursprüngliche hat vielleicht 307 mit
18*
276 Sir. 30, 1—24. 33, 13—35, 13.
lvoucjic(Cou3'.v. Ein solches Verbum ist freilich nicht belegt, könnte
aber „vermögend sein" bedeuten. Auch dann bleibt aber unklar,
was Gr. las. Vielleicht ist auT(o erst in Folge des Fehlers
IvÖ'jaia'Cooaiv in den Text gesetzt (Peters), Lat. drückt es nicht
aus. Er hat für a: lignum offensionis est aurum sacrificantium,
vae illis (= h ^is? vgl. 41, 5), qui sectantur illud. — nme] vgl.
16, 23. Syr. : welcher irrt. — u^pr] Gr. aimat-m: vgl. zu 9, 5.
8. u^"'«] Gr. Syr. -Xousioc. Indessen haben Lib. com. 285
und Brev. Moz. 1305 vir (Brev. 1182 vir dives). Ich halte ti'"«
für ursprünglich; Gr. ist in dieser Phrase öfter korrigiert (s. z.
14, 2. 25, 9). Hier ist die Korrektur dann freilich älter als Syr.,
der ihr folgte. — D''f2r\] Gr. 7';j.to;j.oc, wonach Syr. m)f2 i^hi. Vgl.
44, 17. — poo] das Wort ist hier zuerst bezeugt. Syr. ebenso,
Gr. ypuatou (s. z. 7,19). — n'^j] Syr. «J?I3; Gr. ungenau: sTropsui)-/;.
— lieber den Lat. vgl. zu v. 6.
9. n: ü)n "a] Gr. xk sanv (248 70 106 Lat. add. ou-oc). —
Iv Xatp au-ou] Lat. schlecht: in vita sua. — Syr. für b: da er
viel Grosstaten (smnj) getan hat in seinem Volke. — Vgl. 50,22.
10. piTjiif n: sin ^ö] Syr. ebenso, aber Gr." richtig: ~(;
£8oxifjLacj{>7] (=: pi3iti>). In dieser Bedeutung ist das Verbum sonst
aram., syr. und neuhebr. n: j^in ist aus v. 9 eingedrungen (Peters),
es fehlt in den Varianten. Deshalb sind auch ]if und n anfecht-
bar. — )2] Syr. n':, aber w Maus. Ambr. Mas. I haben nn. —
dV^I] = Gr. s-öXciüJi}-/}. Aber Gr. denkt mit Unrecht nur an
die Sünde, nSti^'^i schliesst die Strafe ein (vgl. Job. 9,4). M^l
ü)h^ )h ist richtige Erklärung, nach der Syr. übersetzt. —
nii^zrh )h n\m] Syr. ebenso, Gr. xal la-o) (254 106 sa-oti, Syroh.
23 70 S <=^ Icrxoti autoj) sie y.a6/-/;aiv, Lat. (et) erit illi (in) gloria
aeterna. — Für t.d hat Syr. «ya. — nvi Virh)] Gr. xal TMr^aai
7.0x6. (248 Sah. xaxt'ocv). Aber besser Syr. : und böses tun seinem
Gefährten (= inv"i). — nns] Gr. I-oiV^gs. Syr. er tat böse.
11. p Sj?] geht eigentlich auf v. 10a b. Gr. om., aber
248 70 oia -ouTo, Lat. ideo. — Lies pm'' (vgl. 2 Reg. 14, 5) nach
Gr. a-spscof^r^asiat (vgl. 42, 11. 50, 1), Syr. ]^v^. — imts] vgl. 45,26.
44, 11. — in'^nm] Gr. xal Ta; sXsr^jj-ocj'Jya? a-jTou, was möglicher
Weise auf ein schlechtes inpni: (= seine Frömmigkeit) zurück-
geht; vgl. aber 44, 15. 39, 10. — hnp icD^] Syr. Plural (christlich).
Lat. enarrabit (omnis) ecclesia sanctorum.
Sir. 3i, 8— 13bc. 277
12a b. nn^ pi cn^ now] 254 -trA [3r>to[i.aT(üv; vgl. zu 30, 14
und zu V. 17. — ""J^J Gr. om. — rtn2^^ — es] Gr. nur: Ixailiaa^
(vgl. 35, 1), 248 korrigiert xafliaa,- (vgl. zu 1, 26). — Sm ]nh'2f hv]
= Gr. i-\ ■zrjrj.T.iy^c |x37C(X-/)c. Dagegen Syr. : am Tische eines
reichen Mannes = Rand h)i: tt'\^ |nW hv ; vgl. 8, 1 . Einigermassen
ist U'W überflüssig, da auch h)i2 ]rh]i^ als Stat. constr. verstanden
werden müsste {h)-\: wie z. B. Lev. 19, 15). Allerdings kommt es
darauf an, dass auch andere Gäste da sind. Aber bei einem
vornehmen Manne sind regelmässig viele zu Gaste. Uebrigens ist
Sn: u^^ü auch 8, 1 das Ursprüngliche. — "[iij] Lat. add. prior
(aus v. 18).
12c. 13a. lösn ^s] Gr. Syr. praem. xcti' (Lat. om.), A C
307 om. [j-v — vhv p)z6] Gr. iroXXa (15, 18) 72 -y. £-' oc'jr?,c.
Syi'. schlecht: nicht ist ausreichendes (p-zD) mir. pv;D ist vielleicht
das neuhebr. pieo (Ueberfluss). Denkbar wäre aber auch ein
piep = P'^d; im Kanon findet sich pM. — nj?i p n5?i] vgl. zu
14, 10. Gr. xaxov (Lat. malus) Wdahxh: -rm^rJiZ. Vermutlich ist
yi Fehler für yi, und dies Variante für nyi 1^'; vgl. z. B, zvu
Prv. 15, 17. 17, 1. — Syr. für 13 a: denn die Bosheit des Auges
hasst Gott = Ss Siiii' p' j,n.
13 b c. Syr. übersetzt das c^icai pj? j,n'n ^r "ico n: ""d
>'ann nj;ön. Aber für das unsinnige n* T, das wohl aus nt 'ry
(Esth. 6, 3) und ^: gemischt ist, hat er x:n h'C't:^ = p ^y. Die starke
Variirung der Stelle erldärt sich aus der Schwierigkeit des
Ausdrucks, aber auch aus dem Anstoss, den man an dem Ge-
danken in a nahm. Gr. hat das ursprüngliche Sx p'^n sS j^ya yi
wie 40, 1 umschrieben mit -ov-/;poTSf/ov (70 praem. X7.Q ocpöaXixo-j
(307 add. T:ovyj;>oO) -J. 3XT'.3Tot'.. p'jn bedeutet hier schaffen; vgl.
die Variante snz kS iJ^a ym, und v. 27 die Variante "ii'i3 zu p^m,
übrigens Gr. zu v. 27. 7, 15. 38, 1. 39, 25. 40, 1. 44, 2 und
Dt. 4, 19 Hieron. (creavit). Spuren dieses Sprachgebrauchs
finden sich auch in der neuhebr. und samaritan. Literatur; vgl.
Peters zu 39, 25. Das koranische phv^ stammt also, wie zu er-
warten war, von den Juden. Aber an allen anderen Stellen
kann oder muss sogar pSn im Sinne von zuteilen, einsetzen, be-
steUen verstanden werden; vgl. 7,15. 15,9. 16,16. 34,27. 38,1.
39, 25. 40, 1. 44, 2 (vgl. auch zu 10, 18j. Feinfühlig bemerkt '
Grotius zu 38,1 (ähnlich zu 39,25. 40,1): creavit i. e. ordinavit,
278 Sir. 30, 1—24. 33, 13—35, 13.
qiiomodo xTusiv aliquoties habuimus. Die Bedeutung „schaffen"
geht übrigens wohl nicht von der des Zuteilens, sondern eher
von der des Glcättens, Gestaltens aus (wie wohl auch bei K13). —
Eine zweite Variante zu a ist hü ü:w yv P- — Für b ist nach
Gr. 017. TO'jTo C/.ZO -ay-h: -po3(o-o'j (Lat. ab omni facie sua) oaxpuEi
(Lat. lacriniabitur) aus den Varianten zu kombinieren "'ico p hy
yam v^i hz. Gr. drehte aus Unverstand hz 'Jca um; vgl. zu
26, 5 und Prv. 30, 30. Für nyon ist der Inf. absol. erforderlich
(Jer. 13,17). Das Auge ist eine Hauptursache der Sünde (Num.
15, 38 f. Job. 31, 1), es wird von Gott dadurch gestraft, dass es
von allem Unglück in besonderem Masse betroffen wird, indem
es weinen muss. Die Varianten yv y'in (al. T'^ s- z- 37, 27)
und Th Ci (Dt. 34, 7) drücken die Ursache und die Folge der
Tränen aus. Dabei bildete vielleicht ein fehlerhaftes mya das
Bindeglied zwischen nym und vi^n (Peiies). Aber r:n heisst
neuhebr. auch schwitzen, also yi* vielleicht auch feucht sein. —
Vgl. sonst noch 14, 6.
15 gehört vor v. 14, da a^T und 'Wy sonst beziehungslos
sind. Auch schliesst sich v. 16 unmittelbar an v. 14 an. —
-ti^c:: "yi nj?i] das Verbum steht hier wie 38, 1 von der aufmerk-
samen und rücksichtsvollen Behandlung; vgl. arab. ^. oder
vielmehr aram. nj^n = hebr. rtin, freundlich behandeln. Gr. vosi
-a toO -Ar^aiov (Syroh. 253 add. 6);) ix aeautou. Er denkt an
aram. nj;n im Sinne von überlegen, denken. Syr. wisse (vi) das
deines Gefährten wie das deine. Das stimmt eher zu -[VW VT
■j'iö:, ist dabei aber wohl von Gr. beeinllusst. Jedenfalls passt
b zu n>n besser als zu (n)yi. und nj;i und j?t sind eher als Ent-
stellungen von nj;i zu begreifen als umgekehrt. — Lat. Syr. om.
b. — Gr. X7.1 i-\ -7.V-1 ufjd'dicfci (248 {triii-oL-i) oiavooO. Danach ist
das auch durch 16,20 empfohlene ^331 festzuhalten; übrigens ist
Gr. jedenfalls im Nachteil.
14. tt^r Dips] vgl. 42,11; Gr. oO iav (vgl. 35,4. 42,6;
Lat. cum = oxav) ira[-iKi'l>-^^ (S* 155 -'j^if,?), Syr. danach: was du
siehst. — 'C'^)r] vgl. 4,31. — r] 248 Syr. add. ao-j, Lat. add.
tuam prior (letzteres aus v. 18). — ifiy in'TiJ Gr. frei: auvöXt'ßou
aut<^ (70 avT autoG, Origen. 2,454 ast au-ou); Syr. nach Gr. und
ungenau: dränge (f*i3r;r) deine Hand. — nrc2] d. h. in den Korb,
Gr. dagegen frei: h Tpuj^Aa»^ ebenso Syr. snj'73. — Lat. füi' b:
Sil-. 34, 14—18. 279
et invidia contaminatus erubescas, ne (al. uec) comprimaris in
convivio.
16. Syr. übersetzt das Sxi y:zh (wii^i) cuf\if "oi tj>^«2 "jirxO)
(xjnDn) DXön ja (pjj) p:i; n'nn. Annehmbar wäre wohl -fc: (vgl.
Ex. 14, 2. Ez, 46, 9), das einerseits zu n:j verdarb, andei-seits
zu "ina:, was die Aenderung 3Dn (vgl. 35, 1, wo aber das Kai
steht) zur Folge hatte. Uebrigens Avar es Erklärung ^on ("Ci)
y:zhn^V^\i^. Gr. hat'fays — -a -r/s^oy.v.\s.vrj. aoi (vgl. 30, 18). — t:^\s':J
vgl. min:n Koh. 10, 17. — cj^n 'tki] ^ fahre nicht gierig zu (über
das vor dir Liegende hinaus): vgl. 14. 10. Als Erklärung dazu
erscheint zunächst pij iTnn h)X\. Das Wort ist aram., syr. und
neuhebr. = Schlinger. Gr.: xc/.! ;xr, o'.aixaaw. Das Verbum be-
deutet sonst kauen, er gebraucht es wohl im Sinne von schmatzen.
Lat. manducas multum. — Syjn] das Nifal (?) anders als 2 Sam. 1,21.
Gr. ;xicj-/)i}f(? (= Syr.), was dem v. 17 folgenden cx;2n (vgl. zu
20, 5) entsprechen könnte. Denn TT^oa/o-Lr,; v. 17 stimmt eher
zu Sj?jn, das etwa in ':pnn (13, 23) verlesen war. Da sich nun
DNan auch v. 16 als Variante findet, könnten die Verba im Hebr.
vertauscht sein. Indessen fehlt v. 17 b im Syr., und es fragt
sich, ob p:n: iTnn h)X\ Variante zu t;vn '^si oder zu yS-n ':si ist.
Auch Gr. könnte mit xal \i.\ oiaixauäi jxyj [x'.T/ji^-Tic, weil er Dj?n SxT
nicht verstand, nach v. 17 übergegriffen haben.
17. 55 praem. ts.oI l'{y-r,r/.-vsj.z\ vgl. v. 12 und zu 18, 30.
— Syr. füi" a: sei vorsichtig (intis) wegen der Zucht. — iciaj
vgl. 35, 2. 37, 31. — Die Ergänzimgen im Hebr. ergeben sich
aus Gr. Syr. und den Buchstabem^esten. Uebrigens scheint in b
)hT\ (Gr. d7:Xr|(jt£'jo!j) gestanden ZU haben: vgl. Abd. 16. Job. 39,30
und arab. «Jj vom Hunde, der den Kopf in den Topf steckt
und ihn ausleckt. Indessen könnte v^'ri auch auf r\^h zurückgehn.
— Vgl. übrigens zu v. 16.
18. nSnn2 n^ rhw ya^ h'\MT\ nn« "^^ hv o'im' vn c^jt^
Derech erez rabba VI. — r\2'^''] Syr. add. zu essen. — j?i ""izh]
Gr. (und nach ihm Syr.) schlecht: -poTspo? aoTojv. Das wäre =
vor allen zuerst. Er will aber nur sagen, dass man auch in
grosser Gesellschaft die Bescheidenheit üben soll, die man sich
in kleinem Kreise schon leichter auferlegt, yi ist deshalb un-
anfechtbar. — t] Gr. Syr. -r^v ytXrA sou, Clem. AI. paedag. II
7, 55 nur /s^pct. — Lat. i. f. add. nee prior poscas bibere.
280 Sir. 30, 1—24. 33, 13—86, 13.
19. n ahn] Gr. w? (Syroh. om.) izavov, Clem. AI. paed. II
2, 34 To txavov, und naohlier oivo; (Lat. vinum exiguum) für to
o/a'Yov. — Sah. für a: wie gut ist das Genügende füi- einen ge-
bildeten Menschen. — p2Jj Gr. ttstt^'.os'jjxsvio (vgl. zu 40,29. 4^24.
21; 23). Syr. verbessernd für a: etwas weniges nämlich ist das
Mass des Gerechten («pn*). — r^li'" hv)] ist gesichert durch Syr.
{n22^ü hyi) und Gr. (i-l xr^; xo-'r/jc a-koo). — p'^tt*''] Syr.: er ist in
Unruhe (V'^ni), Gr. «aO-xaivst (C da'dtvzX, 308 aaösv/j, 296 aaUor.iv/;).
Lat. für b: et in dormiendo non laborabis ab illo et non senties
(= ata&a'ys'. Herkenne) dolorem (aber dolorem gehört zu 20 c).
Clemens AI. korrigiert o'>/ aaDtj-ocivai in avotTraoGfc-ai. Vielleicht
steckt hinter p''^^'' eine Form von pjty (vgl. v. 20), das targumisch
im Pael Jemanden ersticken bedeutet. Das Kai imd Afel sind
nicht belegt; könnten aber = czaUixatvct sein. J. Levi denkt an
r,tyj, also etwa f]'ity^ (vgl. r^au^ Jer. 2, 24 ii. ö.).
20 cd. Wie Hebr. stellen auch Syr. und Lat. 20a b hinter
20 c d, mit Recht, denn v. 21 schliesst sich an 20 b an. — Gr.
für c: TTovo- (S Clem. AI. add. oi) aypuTrviot? xal yoXipa^ (248
Clem. AI. /o>ipot); Lat. dolorem (s. o.), vigilia (Am. Sang. add.
et) Cholera. — -nrovo? = 21K2ö (Syr. 2Sd) wie 3, 27. — m'^ri»'' mj ist
nach Gr. d^puTTvia; (= Syr. ii'in^i) in n:''\if "^ini zu ändern (vgl.
Targ. Job. 7, 4 KnJt^ mii, sowie Gen. 31, 40. Esth. 6, 1). —
p':'^n) ny^lj = Syr. xpjiii^T xpnti^i (Qual und Plage). Aram.^ christlich-
pal, und neuhebr. ist "y^'^ (Qual), neuhebr. und syr. ist p^y^n
(Ersticken^ Atemnot). Allerdings heisst letzteres syrisch Qual;
vgl. aber syr. «piti^ Schwindsucht (eigentl. wohl Atemnot). Auf
yo>ipa(c) des Gr. ist nichts zu geben (s. z. 37, 30), aber vielleicht
las er nur eines der beiden Wörter. Der Stichus erscheint als
überfüllt. Indessen könnte auch ru^if ''iiJ auf blosses cnj zu-
rückgehen. — m^lcn ''JDl] die Variante Cisi] ist an sich nicht un-
möglich, da D''Jo im Neuliebr. oft femininisch behandelt wird
(vgl. Ez. 21, 21, aber auch oben 13, 26). Uebrigens könnte niDlcn
„entstellt" oder „Entstellung" bedeuten. Aber Syr. hat "pro
(w N^i:) Ki: = Wendung der Eingeweide, Gr. nur xal axpo'fo?, Lat.
et tortura, aber Cod. Toi. et tortiu-a ventris. Vielleicht ist im
Gr. vasTpoc ausgefallen. Von Entstellung der Mienen ist indessen
schwerlich die Rede, imd den Bauch kann c-Js (= Inneres?)
kaum bezeichnen. Vielleicht stand da msicn d^öI. Vgl. auch
Sir. 34, 19—21. 281
syr. K^:icn und dazu ZfAssyr. 97, 272. — h'C^ \i^'a cy] Gr. <it-y.
dwph; otTrXr^cjTou = Syr. üiv^ üiz: cv (x:^ = gierig). Aber S'd:
ist durch p33 geschützt. — Betr. des Versbaus vgl. zu 1, 2.
20a b. mjt^] wie 33, 13b. — c''n] Gr. (j'^izfrx; = Syr. xma^^m.
Das Wort bedeutet hier wie Prv. 14, 30 Gesimdheit; vgl. zu
30, 15, ferner "n 30, 14 (s. d.), und iTn (iin Sinne von gesund
werden) öfter im Kanon. Der Sinn ist aber nicht „gesunder
Schlaf", sondern Gesundheit, d. h. Kraft, gebender Schlaf. —
hh))i 3"ip hy] = Gr. i-' £vts,o(o iit-rAm^ auf (hy = er kommt über
ihn) einem massig essenden Bauch. Aber S':i: bedeutet im Neu-
hebr. und Aram. (vgl. auch syr, und arab. hh::) sicli abklären von
Flüssigkeiten, in denen die Hefe sich senkt (vgl. S*?^ Ex. 15, 10).
Aramäisch (vgl. Aruch s. v.) und neusyrisch bedeutet es auch
nüchtern sein. Hier ist der Sinn ein gut verdauender, oder
verdaut habender Leib. Syr.: bei (dj;) einem Manne, der sich
wohl betiadet (rzy n"'KC''D2i), was wohl der Variante p:j u^\^ü cy]
entspricht. Lat. in homine parco, wo homine wohl aus Gr. II
stammt. Die Variante ist deutlich sekundär, sie will den Sub-
jektswechsel in b beseitigen und schliesst sich im Ausdruck an
V. 19 an. — ip^S np)] = Gr. '■hia-r^ -pojC, dagegen Lat. (nach Gr.
II) dormiet usque mane, Syr. bis zum Morgen schläft er = yh''
ip2 IV, wovor übrigens in der Hs. wohl noch 231^'' a)n stand. —
Lat. fährt fort: et anima illius cum ipso delectabitur.
21. üü n:)] = auch wenn es dir trotz deiner Massigkeit
schlecht bekommt. — nncisj] vgl. zu 20, 4, Gr. £|"iiaa{}/ic, Syr.
('':xnn. — c^oyt:i22] vgl. 33, 13 b. — mp mp] das erste mp wäre als
Inf. absol. nicht unpassend, ist aber nach Gr. in Dip (= stehe
auf vom Bette) zu ändern, das zweite = Nip; vgl. Jer. 25, 27
Kethib. Dabei könnte hinter n auch ein Suffix stecken ; vgl. die
Variante. Zur Sache vgl. B. Schabbath 147 b (Schechter) und
die Lexica s. v. prci5pc>?. Gr. av7'3-:a ijLscro-oryojv, aber 70 23
dvacj-cac Ijjlssov (23 sttsoiov), Sah. stehe auf und speie, 248 avaa-a
;x£3o-of>oiy s;xs3rjv, Basileensis altera (?) : avaaia -opi'jou sfAscfov, Lat. :
surge e medio evome (al. et vome), k «va^-ra 3;xs3ov -or>f>oi (= heraus),
worin wohl der Schlüssel zu Ttopöuo'j und ixzao-ofjtw gegeben ist.
Syr. folgte einem verderbten griechischen Texte: ziehe (u) deine
Seele aus der Mitte der Gesellschaft (w: nyi'-": p?), ebenso Syroh.
nur 'ö p mp. — Gr. xal 7.y7.-a'j3-(j, Syr. n'Jnm führen eher auf
282 Sir. 30, 1—24. 33, 13—36, 13.
■jS n"iJ''i (vgl. ZU V. 4) als auf nm SiTöm. — Lat. add. et non
adduces coi'pori tuo iniirmitatem (:= 22 d).
22. "JD V^^] vgl. zu 6; 23. Gr. äxooaov |xoo, ts/vov. — Gr.
X7.1 [xr; l^o-JOSvojafT,; ]j.s ist eher = '''7 )")2n hül (19, 1), als =
^b (iyhn) :^vbr. ha\ zumal Gr. ncw npT (6, 23. 16, 24) auslässt.
8yr. ''bv ^C2n ab) = Gr. Vorher liat er aber (Ambros. om.)
'bf2 b^p), w Maus. ':zbT bipi = ^^d*q npi — cupr^asic (55 254
£-i7V(oar| vgl. 12, 12) kann ebenso wohl = yufn, wie = a^i^n sein,
aber nach 12, 12. 6, 18. 25, 3. 35, 14 ist das erstere anzunehmen,
ebenso '^yza nach 12, 12. Das Verbum bedeutet hier wie dort
verstehen. — y^)!^:] vgl. ebenso 32, 11. Es ist wohl der Singular
gemeint; vgl. 47, 8, übrigens auch 35, 19. ■ — vi:if] verstand Gr.
als ivx[jzyr^c, Syr. als W2D; vgl. zu 16,25. Im Talmud (vgl.
Aruch s. V.) kommt es als Gegenteil von prj (s. z. v. 16) vor
(J. Levi).— pDS] vgl. zu 38,18. Gr. 7.f4>toa-r,[j,ot, Syr. li>^3. — 12V:'\
= Syr. "S mpnn. Dagegen las Gr. (aoi d-^vir^a-^j) vielleicht j;:^
(36, 1). — Zum Lat. vgl. auch zu v. 21. — Vgl. 37, 27 ff.
23. cnb bv sri:] Gr. Xa.x-.o^.v (33, 13b) s-' är^zm; (55 254
ap-to vgl. V. 24. 14,10). Syr. abändernd für a: das Auge (das)
gut über dem Brode ist gesegnet. Diese Lesart ist vielleicht
von Prv. 22, 9 beeinflusst (Knabenbauer). cnS by heisst übrigens
hier beim Gastmahl (vgl. 41, 19) wie v. 25 ]''^n by beim Wein-
gelage. — ncii'] Gr. y.si'^, Lat. add. multorum. — Gemeint ist
aber nicht der freigebige Wirt, sondern der sich gut betragende
Gast. — inia nnj?] Gr. xal (248 om.) [xoip-üpia xr^^ xotXXovr^; (6, 15)
nu-oo; Syr. schlecht: und ein gutes Zeugnis.
24. Syr. om. — 106 157 ap-roic. — y;)if2 iJTj Gr. oiaY^Y^uac-.
-oÄi; (7,7), wonach (vgl. LXX) ]:v (vgl. 11,31) zu lesen ist (so
auch Peters). Vermutlich liegt ein Pual vor, entsprechend dem
Piel, das der Aruch aufführt. — nv] Gr. X7.1 yj tj-apTupfa ^ r\)iv.
— raosi] Gr. der Abwechslung halber axpißr^; gegen rj.axr^ v. 23.
— Er will sagen: man nimmt den Leuten hieran das Mass.
15. pn bv ü:)] Gr. sv owo. — nn^rn] Gr. avSpi'^ju; vgl.
Jes. 5, 22. — Lat. für a: diligentes in vino (DS vinum) noli
provocare. — b'^i^^n] vgl. zu 30, 21 und z. B. 30, 23. Syr. I2)ii
=^ Gr. a-toXsasv, Clem. AI. II 2, 31 r^yjjzmav^, Lat. exterminavit.
— V)yr\] Gr. 6 olvoc, aber Syr. : der alte [üp'nv vgl. zu 9, 9. 40, 20.
50, 15.).
Sir. 34, 22—27. 283
26. Nach Syr. (xii:i y: n:i:x) ist p23 verschrieben aus "!i::,
und dies anzunehmen, weil Gr. (xaixivoc, aber 70 praem. wr,
Clem. AI. paedag. II 2. 26 praem. w? af>a) in diesem Fall öfter
3 Übergeht. Lat. willkürlich: ignis. — li'ü^S nii^v^] vgl. Gen.
4, 22. Syr. das Werk des Schmiedes (sTpi mzy). Gr. stoatoaa
iv ßacp-fj, Lat, Aeth. ferrum durum. Entweder beruht iv |':ic('f-^
auf schlechter Korrektur oder es ist schlechte Glosse. Denn
nicht Eintauchen und Trinken, sondern Ofen und Wein sind
parallel. — Syr. für b: so ist der Wein der Aufhetzer (srn:,^)
des Frevlers (sSiy, s. z. 8, 11). Gr.: outoj? oIvo? xapo''7.c (308
-oiav, 154 iv xapo''7.c z7.() iv (s. z. 5, 9) \j-'^/t;i uzcpr^'^avojv, W'Obei
zotpot'otc Zutat ist Clem. AI. 1. 1.: oh^jc ZI X7.fi0i'c(v 'j-cryr,'f7!v(uv,
248 70 Aeth. ou-w; olvoc X7r>0i7.? (248 Aeth. iv v.a.rjry.'J.) {irspr^'^vivojv
£v ixsö-0 (Aeth. om. i. \x.). Lat. sie vinum corda superborum
arguet (19, 2) in ebrietate potatum (DS om. i. e. p.). — "7 hat
temporalen Sinn. — irti' ziehe ich dem pn (vgl. zu v. 27) vor,
und ebenso nxi^h dem zn'?.
27. Mt Umstellung ist zu lesen: c^n \"3S. Gr. e-iaov (253
BS sW.v, 307 106 k 157 ETt-.aoc, 70 s-' Wr^:; vgl. zu 9, 10) C^v,
Syr. schlecht: wie lebendiges Wasser. Gr. las wohl V22, Syr.
[d]''»:, indessen ist ^^h nicht anzufechten. Das Lebenswasser
kommt im Kanon nicht vor, nur die Lebensquelle (c^'^n mpo). —
I^IJh'?] nur B (308) 7.vi>pu)-o>, die übrigen dvilpoj-o'.c. — Lat. für a:
aequa vita (aber Toi. Am. Sang, aequavit (-bit) in vita) hominibus
vinum in sobrietate. — unii^''] Gr. -<:/■f^z 7'j-:ov. — ini:nö3] Syr.
nr^h^z, Gr. aEtpco (ausser BS*A (155 308) alle h -j..) a-ko-:.
Lat. add. eris sobrius. — c und d sind im Hebr. hinter v. 28
in ursprünglicherer Gestalt wiederholt. Denn na ''"'n (vgl. 16, 22)
ist dem C'n nti vorzuziehen, it^iTn (Gr. olvoc, aber so auch v. 25)
dem pn (Syr. si.^n), xim (= Gr.) dem iü^TW {= Syr.), pSn: (Gr.
sx-icf-rat, Syr. nsns; vgl. zu v. 13) dem i2;iJ. Ebenso ist i^Ki.'a
(s. zu 16, 26) bei Sirach der gewöhnliche Ausdruck, und h^'h
(Gr. SIC c'j9poa;'jvr,y) ist eher in r"'::'^'^ korrigiert als umgekehrt.
Auch in der Wortstellung stimmt Syr. in d mit der ersten Ver-
sion, Gr. mit der zweiten. — Die Lesart lon setzt vorher viel-
leicht ■'Ti voraus, Syr. übersetzt dem entsprechend. 70 hat
£A7.a3ou|x£v/) (Am. Sang. Theoder. : quae est vita quae minuitur
vino), 254 aber sÄaaaoujxsvou und 307 k A 254 296 oivou, S"* h
284 Sir. 30, 1—24. 33, 13—35, 13.
oiv(|). Aber xn'^ ist festzuhalten. — Lat. add. quid defraudat
vitam? mors. — Für b hat er: vinum in jueundidatem creatum
est (et) non in ebrietatem ab initio. Alle griechischen Hss.
haben für i^ws (Syr. n^tinz p; vgl. zu Ib, 14) <zv'Jr>a)-oi; (S* 70
dvOpwTTtov), aber das ist wohl Fehler für </-' ap/r^c, das auch
Clem. AI. (s. z. v. 28) las. — Vgl. Jdc. 9, 13. Ps. 104, 15.
28. ""inj?! ]WUf)] Gr. xal eo'fpoa'jv/; (vgl. 32, 11, dagegen
d'cxkliaixy. für r\m^) '^uy/jC, was willkürlich erscheint (doch vgl.
das dunkle ny Ps. 103, 5). Syr. und Labsal (sp^:cn) und gute
Zeiten (nTlS wnj:i). Danach kann man |nj? (neuhebr. = Wonne)
vermuten. — ''XTi inp] am Eande mit Recht nj?2. Gr. iv xairxo
(70 add. o'.'jTcij) a-j-apxr^c. Syr. nur: in seiner Angemessenheit
(nn^'^'i: wie v. 27b, w Maus. Mas. 1 sn^'pir), weil er „Zeit" in a
verbraucht hat. Gr. dachte vielleicht an '•i (11,24), aber "Nn
ist = n Job. 37,11 (vgl. ,TTi Ps. 23,5) wie nai Job. 10,15.
Jes. 53, 11 = nn; vgl. auch 1 Macc. 6,34 xal ISsi^av = "iNi"! =
sie tränkten. Dagegen kommt das neuhebr. ""iXi (=: passend,
würdig) schon Avegen der engen Verbindung mit r; nicht in Be-
tracht. — Lat. exsultatio animae et cordis vinum moderate po-
tatum. sanitas et animae et corpori (sobrius potus). Vgl. Clem.
Alex. paed. II 2, 23: dYa>Jaa;j,oc '}u/tjc x7.1 xctpoiac oivoc Ixtiax^.'. d-'
dp/YJc (vgl. zu V. 27) -ivojjLSvo; 7.ü-dpx-/jc.
29. Im Hebr. ist ny;h Fehler für 2yh, ein Leser dachte
bei m-^ an Gift (Dt. 29, 17. Thr. 3, 19). Gr. stiess an, er hat
für a nur rixpia (= 3«: 4, 6) "^^oyj^:, letzteres nach v. 27. Syr.
hat für a doppeltes tf^Xl 2K2 (vgl. tt>n 18, 32): Schmerz und Armut
und Kopfsclimerz. — nnti^i p] Gr. willkürlich: olvo? -ivoixsvo? toX-jc.
— Dv*:i mnraj vgl. zu mnn 40,5 und aram. «minn. Syr. nur:.
W"in2, Gr. £v spsUtsijLa y.cd dvxi-Twtxa-:'.. Letzteres Wort steht hier
Avohl (anders als 35, 20) im Sinne von Streit (vgl. dvn-iT-rciv Num.
27, 14). Allerdings hat Gr. dann schlecht übersetzt. Clem. AI.
paed. II 2, 24: sv -ay-\ -rwaatf. — Lat. vinum multum potatum
irritationem et iram et ruinas multas facit (er zieht mit Clem.
AI. TrXr/l'jysi aus V. 30 herüber). Das Weitere (amaritudo animae
vinum multum potatum) ist Korrektur.
30. Syr. für a: die Menge des Weines macht dem
Toren Anstoss. Er verstand vielleicht nsia als Nomen (Jes.
33, 23). Gr. erleichternd: zXr^öuvei ixsö/j Ö'j[xov (248 Öu[xov [d^]
Sir. 84,28-35, lab. 285
a'fpovo? SIC -f)oaxoix;x7.. Lat. (vgl. zu \. 29): ebrietatis animositas,
im pi'u dentis offensio. — isn] vgl. Dt. 32. 14. Jes. 21, 2. — tfpioj
vgl. zu 9, 5. — iDn^ (vgl. zu v. 4) ist wie pcDü (aram. und
neuhebr.; zu 39, 16) Partizip des Piel. Gr. für letzteres -poa-oiwv.
— 5?vc] vgl. Prv. 23, 29. Gr. Tpo(u[j.ot-7. (70 296 308 Tpo!ü;jLct). _
Syr. für b frei: klein wird (ij;*, aber Ambr. w Maus. Mas. I II
lOn) seine Kraft und viel werden seine Wunden.
31. nnn wird gesichert durch Buchstabeureste und Gr.
£X=7?-(ic uud Syr. D:n, ebenso ist inJin wahrscheinlich nach den
Buchstabenresten, und inncti^n nach Gr. und Syr., wogegen £;ou-
9£y/;T(j;; uud Syr. Mnnn als schlechte Uebersetzungen erscheinen.
Die Variante )nsrnn ist wegen des sofort folgenden nein "m
(22, 22. 41, 22) zu verwerfen. Für letzteres hat Lat. verba im-
properii, Syr. wiDim ahf:. Letzterer las entweder "lon, das aus
non = nein verderbt war, oder KJID"" ist innersyrischer Fehler für
snDin, xncn (vgl. zu 41, 6). — Gr. [j-tj sk-^,? otutto und Syr. n'7 laxn k*?
lassen iS iD«n S« vermuten. Nach Syr. noy «i:n kSt ist n^n '7x1
wy (vgl. 8, 3) angenommen. Aber der Text der Hs. las etwas
anderes, Gr. \lr^ ^^}d'll■t;^; ^.-kov, wonach man inii^n (vgl. 14, 1 und
zu 3, 12) vermuten könnte. Am Schluss hat Syr. xif^is' ''J3 pS
= Dl« ^i3 'r;h, Gr. iv a-ai-r^asi, (253 23 ct-a-r^asi), aber 248 sv
a-7.vir^a£i (19, 29) auTO'j, wobei auxou wohl durch au-wv aus 7.vwv
^ ocvi^ptoTTojv verderbt ist (vgl. zu 10, 17). LXX setzt dr.d^Tqat.;
auch für '':sh und '':o ha. Augenscheinlich ist d-y.i-:r^3ti Korrektur,
die auf Missverständnis von i>Xt''l'-(jC beruht.
35, 1 a b. B^^ '^ "'S (23 248) praem. -zrA Vi'OD|i.£vtov. — Gr.
TjYoufxsvov az xof:£3r/i37.v, Syr. yifi^pn S2". Syr. fügt hinter a hinzu:
und an der Spitze (ti^'^nn) der Reichen lass dich nicht nieder
("[önon). Danach ist u^Hi anzunehmen, auf das Spuren in der Hs.
hinweisen, und das auch wohl von Gr. 'gelesen wurde (vgl. zu
10, 20). Es folgte vermutlich '(im (vgl. Hos. 2, 2. Ps. 18, 44).
— Gr. [XYj i-airjrj'j, Syr. cinn ab. Ich nehme sti*:rn nach den Spuren
am linken Rande an; freilich war in derHs. a kaum wiederholt.
Möglich wäre auch carinn (Dan. 11,36). — Gemeint ist der
auix-oaiap/o?, der dp/iTptxXivo; von Joh. 2, 8. Vgl. übrigens 2 Macc.
2,27. Grotius: pertinent autem haec ad convivia ex symbolis. —
nrh] Syr. -f?, Gr. Iv a-koT; (248 S k Anton. 1109 om. Iv, vgl.
aber zu 10, 18).
286 Sir- 30, 1—24. 33, 13—35, 13,
Ic 2 a. crh jsn] = Gr. cpf/oviiTov ao-wy; vgl. 50,4. Syr.
praem. 1. — inST l'*J Gr. xal o-jko = pm (13, 7) in 2a, da» Gr.
vorwegnimmt. — nicn] = nimm Platz in der Tafelrunde (2Di3):
vgl. zu 9, 9. 34, 16, übrigens 1 Sam. 16, 11 und Aruch s. v. Syr.
"jönDX, Gr. y.ailtsov. — (ins")) p;i d:iv \''2n] Syr. und (Ambr. i statt
2} all ihr Bedürfnis richte zu (|pn); vgl. Gr. xai Traotav xyjv ypsiav
aou (Sab. om. ooo) 71017^37.; (70 Ttoir^sov, 248 Tior/jcrov xal £uooxi[i.rja7.r).
Gr. kürzte und Syr. folgte ihm. — pin] Syr. ym, Gr. dva-Eas:
vgl. 25, 18. pn und j?2i so auch aram. und neuhebr. Gemeint
ist das Liegen beim Weingelage; \gl. zu 9,9. — Dm333] Gr. 01'
7.uT0'jc = DilDp (vgl. 40, 10. 44, 22. 47, 12). — Syr. für b: des-
halb auch an ihrer Freude (lies pnnnnn für pnnnnKS) wirst du
dich freuen. — In c ist SsK' wohl aus v. 3 eingedrungen, jedenfalls
ist es fehlerhaft, Syr. hat ay^a = 1133, an das noch mi::2 er-
innert; vgl. nnn am und |n «ti^j Esth. 2, 9. 5, 2, übrigens Luc.
14, 10. Dagegen hat Syr. KTinc '^yi (und am Tische) für noia hv)
(vgl, 34, 17), das er vielleicht in ddw hv oder nno hv verlas.
Gr. xal £'jxo3[xt7.; X'z,otv ^-^vT/^ axscpavov. Er setzt 45, 7 i'jxoafa''7
für 1123, hier entspricht das Wort aber im Sinne von Anstand
dem iDio, wogegen a-s'-favo? wie 25, 6 einem 1133 entsprechen
wird. Einen Kranz trugen alle Zecher (Jes. 28, 1 — 4. Sap. Sal,
2, 7 f. Joseph. Antt. 19, 9, 1). Sirach will sagen: man bestellt
dich zum Zechmeister vielleicht nur deshalb, weil du als an-
gesehener Mann nicht zu umgehen bist, setze dich aber in wahren
Respekt durch bescheidenen Anstand. — Lat. für c: et ornaraen-
tum gratiae (1. ornamenti gratia?) accipias coronam et dignationem
consequaris corrogationis.
3. Syr. om. — 2^] vgl. zu 8, 9. — -j^ sin ^3] Gr. -üpl-si
ya'p aoi, Lat. add. primum verbum. — ^31^ yjlfm] vgl. zu 16, 25.
Gr. ev dxpißsi £"ia-/;[x-o (10, 30), 248 sv dxpißsia Ss STria-n^fir^c, Clem.
AI. paed. II 7, 58 du' ot-apotTroSi'sxo)? XdXr^sov xal sv dxptßsfa k-i-
3-r^|j.-/;c. Vielleicht las Gr. yyjn2 wie 16, 25, das gefäRiger wäre.
Möglicher Weise war das auch die vom Abschreiber ausgelassene
Variante. Ungeschickter Ausdruck ist beim Wein doppelt ge-
fährlich. n3'7 ist Glosse nach Mi. 6, 8. — v^on hü)] Gr. xal \i.-\
zii-ooCtq:, 248 Chrysost. XII 395 (Ben.) om. [i-v — Ttr] Gr.
txouaixa' (vgL v. 5. 40, 20 und zu 22, 6), aber hier und v. 5 be-
deutet das Wort Gesang, der freilich von Musik begleitet wurde.
Sir. 35, Ic— 6. 287
4. Syr. übersetzt den 1. und 3. Stichus des Hebr.: am
Orte, an dem Wein getrunken wird, sage (s. z. 24, 33) nicht
Gespräche, und in jeder (= Srm?) Zeit bezeige dich nicht weise.
Aber hn ist nach Gr. (7./7/o(oc vgl. zu 22, 6. 20, 19) Fehler für
ah2), in das es in i^x sSai an falscher Stelle korrigiert ist.
Ebenso ist no im 2. Stichus des Hebr. aus dem 3. eingedrungen.
Umgekehrt ist pn schlechte Variante von 'K:'>r2 ; Gr. ^.xf-oajxa (=
Ohrenschmaus), das nicht auf j?2ti^ (vgl. Ps. 150, 5) oder dgl.
zurückzugehen braucht. In Folge falschen Verständnisses von
7.x|>oc«a7. haben 106 '""■ Lat.: ubi non (Toi. Sang, om.) est
auditus. — cipM] Gr. ozoo (vgl. zu 34, 14). — 112:2: das im
Kanon nur in den Psalmüberschriften vorkommt, bedeutet hier
und V. 6. 49, 1 das w^eltliche Lied (anders 44, 5. 47, 9). — naj
Gr. ;xr^, Syr. «S; vgl. zu 8, 1. — n''^ -c*^n] anders als 32, 17.
Ps. 102,1; Gr. ix/ir^z l^Avjy (s. z. 6,35. 13,11). — D:nnn] Gr.
5o<5i:ou (10, 26). — Vgl. B. Thanith 5b: nTj?c; pTa fK (Cowley-
Neubauer p. XXV). Schon zu Sirachs Zeit bestand der pietistische
Rigorismus, der auch in den Korrekturen zu v. 5. 6 zum Aus-
druck kommt.
5. 6. Syr. übersetzt nur die Varianten, die Hebr. dem
V. 5 und V. 6 vorausschickt. Er setzt dabei für ^K "i^iJ^: so ist
das Lob Gottes, und für TCDi "o: im nach Gr.: und Siegelringe
und Smaragde. Uebrigens lässt er d^n: aus. In den beiden
Varianten sind v. 5. 6 nicht einfach abge\vandelt, sondern zu-
gleich mit einander vermischt. Beide schliessen wie v. 5, so-
dann redet auch die zweite Variante von einer Halskette mit
Edelsteinen (wie v. 5). In der ersten ist D"*: Fehler, der auf
einem Missverständnis von cnin beruht, h'^ bedeutet .,zu" (wie
in b), Gesang und Saitenspiel gehören zum Weingelage und sind
das Beste dabei. — In dem echten v. 5 des Hebr. ist '013
(Ex, 35,22. Num. 31,50), das eigentlich eine Kugel zu bedeuten
scheint (vgl. J. D. Mich, suppl. s. v.), nach Gr. ^'^oa^r? und
nach der hebräischen Variante in cmn zu ändern. Für sTiS hat
Gr. avt}f>a;, das LXX für allerlei Edelsteinnamen, gelegentlich
auch für -[cj, aber nicht für cmx setzt. Gleichwohl kann letzteres
ursprünglich sein. — Für 2iJ hat Gr. unbestimmt xoaao;; was
er las, ist nicht auszumachen. Gemeint sein muss eine Halskette,
was i'i wenigstens im Syrischen bedeutet. Ob 212 oder 2": diese
288 Sir- 30, 1—24. 83, 13—35, 13.
Bedeutung hatten^ steht daliin; das erstere Wort findet sich im
Targum für mo. — y^ actf'D] ist der kunstgerechte Gesang;
vgl. pn hv "ilölö 44,5. Gr.: a'>f/.|>i]xa (Lat. praem. et) [Ao-jat/wv:
(vgl. zu V. 3). — hv 2-] Gr. ungenau: h.
6. Gr. für a frei: sv y.y.-(/.'jy.t'j'xa\xa-i /.o'->3(i) (al. /posoi},
ypusiVju) o'fpaYk a\i<x^jd'(orju. Auch LXX setzt u. a. sjx^f/oiYooc für
npi:; sodann scheint Gr. schlecht rosSa für mxiSa gelesen zu
haben. Im Kanon findet sich übrigens neben dem Singular nsSa
als Plural nur C«'?» (wie unten 45, 11). Bei der Goldfassung
ist an einen Siegelring zu denken. — mo'O h)p] vgl. 47, 9. Gr.
•liXo; ;xo'j3r/.tov = das mit Musikbegleitung gesungene Lied. Der
Genitiv |j.ou3ix«)v (s. z. v. 3) ist semitisch gedacht. — li^iTn cyiJ 'rj?
Gr. i'f r^osi oivu). Lat. in jucuudo et moderato vino.
7. Syr. om. — nn« "[""li: dk] Gr. siypsiaaou; vgl. christlich -
pal. yi'ü n;s n'^b = tut non opus est (Payne-Smith s. v.). Aber
hier ist der Sinn doch wohl: wenn du musst. Betr. y'i'a s. z.
34, 4. — p'nnj wohl = p|n3 (vgl. anders np:na im Kanon), es
gehört zu yyj und bedeutet „durchaus". Die Lesart ~nK würde
wohl "TiÄ erfordern, wäre aber auch dann schlecht. Gr. schlecht]
jxoXic, das bei ihm zum Folgenden zu ziehen ist. — li^b^) ca^'c]
ist sonderbar der Konjunktion vorangestellt, wahrscheinlich aus
rhythmischen Gründen (vgl. zu 36, 28. 49, 15). Der Sinn kann
nämlich nur sein: lass dich zuvor zwei- oder dreimal fragen.
Gr. übergeht mit Unrecht u^h^, übrigens behält er die Wortfolge
bei: [xoX<^ SU Mv k-z[jioTr,\}-r^; {= TiSstt''» : Clem. AI. paed. II 7,58
£-spojT-/)i}ct'c). — Lat. adolescens loquere in causa tua (70 sie
X,03t7. (sie) Gfou) vix. si bis interrogatus fueris (vgl. 70 iav lirsfxu-
-r^b-^i^ [jLoXi? Ol?). Er schickt voraus : audi tacens et pro reverentia
accedet tibi bona gratia (vgl. v. 10).
8. Syr. om. — Gr. xs^aXartosov Xoyov] danach ist wohl
10S ¥72 abzuteilen. S':: bedeutet neuhebr. freilich im Kai = zu-
sammenfassen. Aber hier wird das Piel auch durch ayai, das
nur als Piel (vgl. 3, 18) verstanden werden kann, empfohlen.
Dem Sinne nach richtig Gr.: sv oXr.'oic tjj'üA (Clem. AI. Aeth.
om. tjjüsj). — h nail] Gr. frei: 71VOU wc. — Lat. habeat caput
responsum tuiim. in multis esto quasi inscius et audi tacens
simul et quaerens.
Sir. 36, 6— lU. 289
9. Gr. [x£7ici-av(oy ist wohl = nnti' (vgl. zu 8, 8), ebenso
Syr. i<rt2'''7tJ^ (s. ebenda). vSodann haben für x7.l itspou Xrjov-oc 248
Syroh. 23 xal ottou (23 ou) Xs^ov-sj, Sah. und an der Stätte der
Greise, Lat, et ubi sunt senes, \¥onach xal oVju ylpov-sc (so Compl.)
zu lesen ist. Syr. für b: und die älter (pKD) sind als du, wolle
nicht schmähen (ij?!:). Hebr. hat vielleicht n'^jp: und n'-ity ver-
tauscht, denn die Verba begünstigen nnti^ für a und ü':p' für b.
Ein ü^2^ (vgl. V. 3) könnte dabei im Spiel sein (vgl. zu 7, 14).
— DOipn] vgl. zu 11, 9. Gr. l^iaaCou, S Ibuaict'Cou (20, 8), Lat.
praesumas. Syr. mnnn. — Syr. las statt 2in wohl n^sn und über-
setzte "naS frei. Gr. hat wie an der Parallelstelle 7, 14 d?jrAzayzv^
und möglicher Weise stand an beiden Stellen dasselbe Verbum,
dann aber schwerlich nc. Nach Analogie von -^u^, v^2r\, rj'^an
könnte ma tropfen, beständig fliessen (so im Arabischen), aller-
dings wohl „schwatzen" bedeuten; vgl. Prv. 19, 13. 27, 15. Man
könnte ferner bei □"'Jpn ein p aus a subintelligieren (Ewald
§ 351a) oder aber nach Gr. 'i cipam oder ': ni^'^sm (vgl. v. 4.
42, 6. 36, 31) schreiben wollen. Der Ausfall könnte durch die
Umstellung verursacht sein. Aber schon Syr. hat in b kaum
ein mpon oder ']U^H2 vorgefunden, sondern wohl auch ü^ip') gelesen.
Deshalb ist mts nach dem Neuhebr. und Aram. wohl als be-
helligen (iSiriED besonders := jemand, der mit Fragen lästig wird)
zu erklären. Von „viel schwatzen" kann nach v. 7 überhaupt
nicht die Rede sein. Mit "])!)£ hat Syr. freilich wohl nur geraten.
10. Syr. om. — n::y] Gr. hier und 43, 5: xa-aa-s'josi, 43,13:
Tot/uvsT (bezw, xaxscrTreuae), Vgl. 1 Sam. 21, 9 LXX xatota-sGoov,
x7.-:a a-äouor^v für pm. Im Hebr. findet sich 43, 5 als Variante
nnfr, 43, 13 m*n. Die Bedeutung eilen kann der des Durch-
dringens, Leuchtens, Emporkommens, Siegens, zu Grunde liegen.
Uebrigens scheint n2:r hier ein intransitives Kai oder ein Nifal
oder Pual oder Hofal zu sein, an den beiden anderen Stellen
scheint es dagegen aktivische Bedeutung zu haben. — Tia ''i^b]
Gr. lipo ßprjvTTjs, aber das ist wohl Korrektur; denn Lat. hat:
ante grandinem. Nicht nur Donner und Blitz, sondern auch
Hagel und Blitz sind unzertrennlich (vgl. auch 43, 13 ff'.), aber
der Blitz ist schneller. Es liegt wolil eine sprüchwörtliche
Redensart vor. Ebenso hängen Bescheidenheit und Gunst zu-
sammen, aber die Gunst wird dem Bescheidenen zu Teil, ehe
Smend, Siiach-Kummeutai-. IJ
290 S»'- 30. 1— S'i- 33, 13—36, 13. 35, 14—36, 16a. 30, 26—40.
er sie nocli an den Tag gelegt hat. — s:i (vgl. Jes. 50, 15) könnte
vielleicht den Bescheidenen bedeuten, aber Gr. (ats/uvxr^pou) führt
auf W'2 (42, 1), das bei Sirach Bescheidenheit im weitesten Sinne
bedeutet; vgl. bes. 41, 14 ff. Das wunderliche ^^)2 erklärt Bacher
wohl richtig daraus, dass '" ^*)2 einmal Kandlesart war, wobei
nyr in '•' abgekürzt war (vgl. zu 32,20). — Gr. hat für nxy 2"
7:,orj£A£!j3£-ai (Lat. auch in a: praeibit), der Abwechslung halber.
Lat. für b: et ante verecundiam praeibit gratia, et pro reverentia
accedet tibi bona gratia. Aber nur der letztere Satz ist ursprüng-
lich (vgl. zu V. 7), den ersteren lassen Toi. Sang, und Aug. spec.
aus. Indessen darf man nach Lat. noch nicht ntJ^2 vermuten.
11. Syr.: in der Zeit des Tisches mache nicht viel zu
reden und, während in dir Besinnung («iimv) ist, gehe fort zu
deinem Hause ("[n^iS nee). Das entspricht der zweiten Rezension
von v. 11 im Hebr. und dem Anfang von v. 12, A\ie die hebräische
Handschrift ihn las. Dagegen deckt Gr. sich mit dem Rest des
Hebr. Er hat für a: sv Äpa {= dV2 vgl. 11,22) IssYeipoü x7.t
ixT^ rjurA';z\. {= nnxnn vgl. 7, 34), Clem. AI. paed. II 7, 56 sv Ä.oa
c/.v7.3TC(a3(oc tjLTj oupa-j-st. Lat. et (S* x£v) hora surgendi non te
trices. Vielleicht stammt dieser Text, der sich dem Hebr. enger
anschliesst, aus Gr. Tl. Wahrscheinlich sind ipcö und |nSB^ Varianten,
die aus r^z^ und mkip (Entlassung) verderbt sind. Dann Avar
aber mSti» wohl Erklärung von "ijscö. Die Wiederaufnahme von
naca (wohl = das Aufbrechen) in ■]n''2S ikc hätte nichts befremd-
liches. Vgl. 1 Sam. 19, 10. Gr. d-otps/s d: oTxov, Clem. add.
aov, Lat. praecurre autem prior in domum tuam. — "ph hv rh^V DSl
im ist Glosse zu p::"i üh)if v. 12, an sie schloss sich auf Grund des
Verderbnisses ]rh^ die andere cidt n2in Vx. Durch diese Glossen
wurden die zAveite Hälfte von IIb und die erste von 12a ver-
drängt. — X7.1 llr^ paöujj-si. ist vielleicht = amn hü'i (vgl. Gen. 42, 1
LXX). Aetli. : und dort sei fröhlich, Lat. et illic avocare, was aber
auch Variante von et illic lüde = l/si r^aC^e v. 12 sein kann. Aeth.
lässt Exst V. 12 aus. Er will sagen: gehe wirklich nach Hause, treibe
dich nicht weiter umher, sondern lasse deine Laune zu Hause aus.
12. Am Anfang stand im Hebr. -n^a'? Ttio, das Syr. hier
ausdrückt (s. o.). — pi'i oSti'l] erscheint als originell gegen-
über dem xal ttoisi ta lv&'j|xr(|jiaTa aou und dem aus Hebr. und
Gr. komponierten ..und tue deinen Willen (-J'-i;)" des Syr.
Sir. 35, 11—14. 291
c^u^ =^ befriedige, pai wird im Talmud von der Laune des Gastes
gesagt (vgl. Biixtorf s. v.). — Gr. für b: y.c/X [xr^ ajxafyxr,?
(A aiJ.otfiTrjCjr,c, Syroh. 253 23 S* Sah. atxafyf'a v.m, 248 Lat. iv
atxotp-i'otic xott') Xoyco uTTspr/ictvto. Ob er riNIsns sSl und etwa lDn2
las^ steht dahin. Im Hebr. ist für das sinnlose Sd (Dt. 28, 48. 57),
das Syr. übergeht, zh zu sehreiben.
13. r\hi< hj hv)] Gr. /al k-\ to-jtoic, aber Lat. et super his
Omnibus. — "[la] gemeint ist vielleicht ein Danksagungsgebet,
das man zu Hause noch sprechen soll. Schechter vergleicht
Dt. 8, 10. — yi^)V] Lat. dominum, qui fecit te. Syr. den Namen
Gottes. — "jTion] Gr. praeni. /au — inzrcf:] Gr. Plur., Lat. ab
Omnibus bonis suis, was beides für das Original nichts beweist.
Xm. 35, 14 — 36, 16 a. 30, 25—40.
Weisheit ist vor allem Vorsicht gegen die Gefahr. Der
Gottlose ist ihrer unfähig, wegen seines Uebermuts und seiner
Unbeständigkeit, aber der Fromme findet den rechten Weg in
Erforschung des Gesetzes und in Aufmerksamkeit auf seine Lehrer
(35, 14—36, 6 = 2. 2. 2. 2. 2. | 3. 3). An diese Betrachtung
fügt sich eine andere, die die Auserwählung Israels aus den Hei-
den begründet (36, 7 — 15^3. 2. 2. 2), und sie schliesst mit einem
Aufruf an die Häupter des Volkes, zu hören, der an Selbstgefühl
dem von c. 24 gleichkommt (36, 16 a. 30, 25—27 = 2. 2). Mit
der Länge und dem Gewicht dieser Einleitung kontrastiert auch
hier der Inhalt der Lehre. Bis zum Tode soll der Hausvater
die Herrschaft über sein Haus und sein Eigentum unverkürzt
behaupten (30, 28 — 32 = 2. 2. 2), und er soll die Sklaven in
strenger Zucht halten, sie freilich auch menschlich behandeln,
wie das schon sein eigenes Interesse erfordert (v. 33 — 40 = 1.
2. 2. 1. I 2. 1).
35, 14. Hebr. hat den Vers in dreifacher Gestalt; nimmt
man die Randlesarten hinzu, sogar in vier- bis fünffacher. An
erster Stelle sind die beiden Stichen in einen zusammengezogen,
doch hat sich hier das ursprüngliche pi'i (= Gr. suoo/t'av, Lat.
benedictionem = zu\o'(iw) statt des schlecht ausdeutenden ruj:a
(vgl. Syr. zu 18, 20) erhalten. Ob Gr. (6 9o[:io'j[xsvo;) NT für )ifrn
(Ps. 34, 11 u. ö.) las, steht dahin. Im Uebrigen deckt er sich
19-
292 ^ii- 35, 14—36, 16a. 30, 25—40.
mit der zweiten Version. Man könnte höchstens zwischen iDia
und nph (Gr. iraiostav, 248 Aeth. Lat. schlecht tyjv -atoet'ctv aüxoC»)
schwanken (s. z. 8, 8). Das Verbiim nph (Gr. iy.oizt-y.i vgl. zu
6, 23) heisst hier lernen (vgl. zu 6, 33. 8, 9). — imnii^ai] Gr.
•/7.1 rjl op/i)rjtCovT3c (70 307 Sah. Aeth. Lat. add. Tf-oc ct-kov); vgl.
zu 4,12. Syr. Miönp sS^fST;; vgl. zu 39, 5. — TU^'\ Gr. s6(>r^aou!Jiv ;
vgl. zu 6, 16. — Die dritte Version, die Syr. («jnSlc = Dienst,
für "i'cn) übersetzt, ist deutlich eine Abwandlung der zweiten.
15. Syr. om. — t^nn] vgl. zu 2, 16. — np^s>'] Gr. i\x-
7:^a^a^->y.l aozou (vgl. zu 4, 12). — nSnSnöl] das Wort findet sich
noch Prv. 26, 18 in verderbtem Zusammenhang, wo im Targ.
ein vielleicht fehlerhaftes nnn'ö (= erniedrigt) steht. Dagegen
hat SchulteDS nSn'^ra als den Scherzenden nach arab. L^J gedeutet
(vgl. J. D. Mich, suppl.), wonach man es liier als Spötter ver-
stehen könnte. Aber Gr. xal o u-o/.ryivo;xcvoc (vgl. 1, 29. 36, 2),
wofür arab. »^ (= täuschender Schein von Wasser) und »"isS
(med. ^^ = verhüllt sein) in Betracht kommen. — lf>pr] Gr. oxc^v-
ootXiaÖYjaö-a!.; vgl. zu 9, 5.
16. Zu a vgl. Prv. 28, 5. — ''KT] auch Gr. Syr. haben
hier und in b den Plural. — '''] Syr. Gott. — irr] Syr. po:nn::
dagegen Gr. £'jf>-/)3ou3iv (vgl. zu 20,5.38,33). — ttci^'ö] Gr. xpC|X7.;
Syr. Mijna = rcz^o. — man m^::m, das Syr. ausdrückt, ist Kor-
rektur für nSinnm, wofür Gr. xal oua-.tütxaxa (vgl. zu 4,17). Das
WorL steht hier in gutem Sinne (Prv. 1, 5 u. ö.), dabei aber,
wie es scheint, in der ursprünglichen Bedeutung Steurung, bezw.
Richtpunkte der Steurung (vgl. das Bild vom Schiff 36,2). Denn
ciSa "ix^L'r (= Syr.) ist Korrektur für i«"'i:r rp:o, die vielleicht
von 37,17 (snS m'^^nn) beeiuflusst ist. Ob Gr. (wc 9«)? £?g('}ou5iv)
r|ti>i2 las, steht dahin; er kann auch ?^m^ frei wiedergegeben
haben, das übrigens auch im anderen Fall vielleicht vorzuziehen
wäre. Aber augenscheinlich las Gr. in^T. Neuhebräisch wird
rT'Än auch vom Anzünden eines Lichtes gesagt (vgl. Aruch s. v.).
Nach einer Vermutung von E. Schw^artz hat Sirach den Pharus
in Alexandria im Sinn, den er höchst wahrscheinlich gesehen hat.
Vgl. sonst 24, 32. 39, 12.
17. Dcn li^^i^i] d. h. der gottlose Mann, Gr. avöpcuTro? aaap-
-wXoj; vgl. zu 10, 23. Syr. der kluge (üQ^^y) Mensch = D:n ti>\s.
— mnnn na"] Syr. schlecht: er verbirgt (s*^*ea) die Lehre. Der
Sir. 85, 15—18. 293
Sinn ist: er lehnt sie ab. Aber der Grundbedeutuug (er biegt
sie) entspricht in b l'H^f2\ das Gr. (supr^asi, 248 ih'~>[j(T/.t>., leg.
zÄxuasi?) schlecht wiedergibt. — in^r nns] Svr. nrii: nns (hinter
seinem Willen), Gr. x7.ta to Mlr^ixy. cckoGI. Syr. braucht hier nicht
dem Gr. gefolgt zu sein (vgl. zu 13, ß). Vielleicht bedeutete -li:
Avirklich auch „Wunsch, Wille". Deshalb ist e.s auch nicht
sicher, dass Gr. i:iÄn (vgl. zu 16, 3) las. Ich möchte 'p'j aber
hier im Sinne von Nutzen verstehen (vgl. zu 15, 12). Uebrigens
scheint hier von dem Unrecht die Rede zu sein, mit dem die
Grossen richten und regieren. — min (so steht da) verlas Syr,
in m'x (wie v, 24. 9, 15), er setzt deshalb für '^ü'' (er zieht)
„er macht" (12J?). Dagegen hat Gr. aoY/.o-jxa und das führt auf
BSK'a (vgl. V. 5), das auch durch den Gegensatz von v. 16
empfohlen wird. ,T',r ist aus v. 18 eingedrungen. — Vgl. 21,6.
18. Syr. übersetzt die erste Version des Hebr. : ein w^eiser
Mann lässt nicht fahren die Weisheit als verborgen (= nc:"' -|-
-afytorj), und ein Frevler (ah))} vgl. 8, 11) hütet nicht seine Zunge.
— DDn ist aus V. 17 eingedrungen, übrigens c:n tJ>'S nach Gr.
avTjp |3oüÄr,c (1 Macc. 2, 65) korrigiert aus r\T; iJ^\s* (Jes. 40, 13.
46, 11. Ps. 119,24). Denn v. 19 setzt nr; xSn ein niry voraus,
und D:n ty\s ist zu unbestimmt, um den Ratgeber zu bezeichnen.
Gr. verdient um so mehr Beachtung, als er den Sinn von 'i*'a
rijtj; nicht begriff en und noT ah (vgl. ähnlich 41, 14 f.) in verkehrter
Analogie nach b und v. 17 in o-j »xtj -üotpioTo verdreht hat. rp"' h'S
ist aus b (vgl. auch 16, 24) eingedrungen. Nach o'7.vo-/;aa (vgl.
42, 20) ist hz^i^ anzunehmen, das in in^ und nf:zn korrigiert
wurde. Ferner ist nach (/./.Xoto'.oc •/.7.1 u-3f>Yi7.voc |*Sl n* (Gr.
schlecht "i: vgl. zu 21,25) richtig. Schliesslich verlas Gr. np"* in
nw (xot-a-TTj^ei) und min in sTiC (c5o|5ov vgl. zum Accusativ 9, 14).
Ich nehme nicht mj:», sondern min an, das freilich aus v. 17
stammen könnte, aber eben dort nicht ursprünglich ist. Auch
wird min als Lehre des Weisen eher in nil'^'S korrigiert sein als
umgekehrt. Eine andere Korrektur war die von np^ in ii^^^ die
vielleicht aus 20, 7 (s. d.) eindrang und bei mm an das göttliche
Gesetz zu denken erlaubte. Vollends töricht änderte man nS
':wh ifi^'' (vgl. Prv. 21, 23) in vermeintlichem Gegensatz zu a.
— Die Worte xal aera to -oirjora». ;x£t a-j-oü avcu (jOuXtjC fehlen in
70 155 und sind von S '^« mit einem Asteriskus versehen. Sie
294 Sir. 36, 14—86, 16 a. 30, 25—40.
ständen mindestens mit Unrecht vor v. 19; sie sind ferner sinn-
los, auch wenn man mit Lat. beifügt: et suis insectationibus
arguetur ^ und er wird durch seine Verspottung angeschuldigt (?).
Die Worte sind z. T, richtige Korrektur zu v. 19 b, wo ev zw
falsch statt [xs-a xo steht, jxs-: otO-oü ist aber Fehler für [x£Tctij.£Xo'j,
und avcu ßou/.y;?, das 106 307 auslassen, ist aus dem Folgenden
vorweggenommen, um irgend einen Sinn zu gewinnen.
19. Lat. Aeth. praem. tili. — nni — Ss] Syr. ini:— kS, Gr.
[x-zjüsv. — -["lyj?« insij vgl. zu 34, 22. Syr. und nachdem du ge-
tan hast (niK i^Vt), Gr. xai ev ko -oir^sai az (248 155 om. as),
aber Lat. et post factum; vgl. zu v. 18. — ?]3:pnn ha] vgl. zu
30, 23. Syr. ']': Kirn ah, Gr. jxtj (Syroh. ora.) ixsxotixeXoo. Den Sinn
trifft Lat.: non poenitebis. — Vgl. 37, 16.
20. nwpio] vgl. zu 9,5 und Fs. 141, 9. Gr. avTnrTa)[xa-o?
(anders 34, 29), Syr. smnti^n (der Schwierigkeit). — Spnnj vgl.
zu 13, 23, wonach auch hier das Nifal anzunehmen ist. Gr.
Trposxo^j^^ic. — Cöyo F]:i3] Gr. nur: iv Xiötuosoiv; vgl. dfxjxwSr^? 25,20.
Aber Syr. am Steine {^= Gr.) zweimal. Er will sagen: du
kannst überall zu Fall kommen, doppelt gross ist aber die Ge-
fahr auf einem klippenreichen Wege; vgl. 18,32. Die von mir
früher vorgeschlagene Aenderung ■[''öyc ist unnötig und schlecht.
21. 22. Syr. deckt sich mit der zweiten Version des Hebr.,
Gr. steht der ersten näher. — Nach v. 23 kann vom Wege der
Gottlosen nicht die Rede sein. Also ist D"'j?ii>"i "["ni schlechte
Erklärung von 'pnf:i "["nz. Gr. £v 6o(o d-irpocixoTKo, was heissen
soll: auch auf ebenem Wege kannst du zu Fall kommen. Aber
dass der Gedanke von v. 20 so fortgeführt sein sollte, ist un-
wahrscheinlich; der ebene Weg ist der tatsächlich sichere. Uebrigens
hat Gr. ?)nnö nur schlecht übersetzt; vgl, ~-a»ai? = r|nn 50, 4.
Aber nach 50, 4 {^pm 'DvS jxnn =^ welcher Sorge trug für sein
Volk, so dass es sicher war vor f'pn) ist hier zu erklären: Sei
nicht sorglos auf dem Wege dich sicher wähnend vor ?jnn. Das
Wort findet sich Prv. 23,28, wo Hieron. es mit latro übersetzt,
LXX aber mit auviojxiuc, Targ. mit WV fjTt;«, was wohl plötzlich
(eigentl. Augenwink) bedeutet. Vgl. aram. und neuhebr. ?]i5n, etwas
eilig tun, syr. n^'Ncan schnell. Ob die Punktatoren bei r|nn an
ein Konkretum dachten, ist zweifelhaft. Sir. 50, 4 ist ..UeberfalL"
ebenso gut möglich wie „Räuber" (s. d.), auch hier wäre das
Sir. 35, 19—36, 1. • 295
ei'stere angebracht. Vgl. targum S£'i:n. = Käuberei; s. übrigens
noch zu 15, 14. ■ — Lat. für a: nee (307 A k 296 praem. xai')
credas te viae laboriosae (= -poT/co-rto?), ne (Brev. 239 nee)
ponas animae tiiae scandcüum. — Gr. für b: xoti a-o züiv -iyj'^wj
aou (p'jXa;ai (Lat. add. et a domesticis tuis attende). Gr. las
-jT'nK!:'!, wobei er rr^nns* nach 16,3 (vgl. zu 11,28) verstand;
aber der Gedanke passt nicht (vgl. sonst 6, 13). Nach Gr. II.
hat Brev. 239 : et a viis tuis cave == ■j\ims*21, woraus also i^mszi
entstellt ist. Aber auch das ist falsch. Denn die eigenen Wege
können so nicht einmal den Wegen der Gottlosen gegenüber-
gestellt sein. Ich vermute "in n-iKöl, und verstehe -'n als Nach-
stellung (vgl. Olshausen zu Ps. 10, 7).
23. Lib. com. praem. tili. — "[^ti^yo] vgl. zu 34,22. Gr.
£pY(o (248 308 add. a-j-aOto, Lat. add. tuo, Toi. Am. Sang. Lib.
com. Brev. 239 om.). — -[i^'cj mx:tf] vgl. Dt. 4, 9. Prv. 13, 3.
16, 17. 19, 16. 22, 5. Gr. Ttiaxsus t^ tbuyri aoo. Er dachte wohl
an 37, 13. 14; aber l)f2^ ist durch b geschützt; vgl. bes. Prv.
19, 16 Wz: it2W mi'ö 'inw und unten zu v. 24. 36. 3. Das Ge-
setz ist der Weg zum Glück, deshalb ist die richtige Selbstliebe
auch Gesetzeserfüllung. — rti rw))! ''dJ Gr. -/.cd (Lat. om.) Y7.p to-jto,
Syr. denn jeder, der so ist (vgl. nha ,Twt*iy h2 ":). — n'ir-^ iisit^]
Gr. saxi TT^pr^aic svtoXäv (157 k 55 254 155 ivToXr,;); vgl. zu 15, 15.
24. min y^i):] vgl. Prv. 28, 7. Gr. o -is-sutov (vgl. v. 23;
296 308 7rpo33/(ov) vojx(o (248 xupuo, Lat. deo). Syr. Aver behütet
(TtSjn) seinen Weg (nmis); vgl. zu v. 17, aber auch Prv. 16, 17
I3n ni'ii itt^c: ^i^w. — Wz: i-"3isi'j Gr. -possxsi (6, 13) hzolnX: (248
253 23 S 307 IvtoX-(;, A Iv-oXr^c). Vielleicht ist Gr. durch v. 23
beeinflusst; Syr. folgt ihm: hält (toj) das Gebot Gottes. Die
Umkehrung von v. 23, die im Hebr. vorliegt, ist ganz am Platze,
— '''2] Gr. xDpuo (248 Lat. £-' uu-m). — trir] vgl. Ps. 22, 6.
Gr. sXatT«)&r^(3£TG(i (=: "icn"'?) Syr. kommt (nicht) um (i;n:) auf
ewig. Vielleicht ist ti^ir Korrektur für ncn'' = Fehler für IDIT'
(J. Levi). Vgl. Syr. zu 21, 11.
36,1. V' J?>2'] vgl. 1 Reg. 5,18. — ^icj;j neuhebräischer
Bildung, auch 44,20, bisher nicht belegt; Avogegen 4,17. 6,7.
13, 11 jrDJ. Hier und 44, 20 von der Versuchung durch Gott. —
löSoiT z\^)] Syr. "tiSEnJTi'icnii. Gr. x^l -c/.hy s^sXsr-ai (vgl. zu 26,29,
290 Sil-- 35, 14— 3G, 16 a. 30, 25—40.
dagegen 248 i^^if/siToit a-j-ov. 70 k 8 "'* add. «utov), Lat. deus
illum conservabit et liberabit a malis.
2. Syr. om. — Gr. für a: dcvr^p (s. z. 3, 17) ao'fo; ou [xiar^aöi
(70 307 <u(3tX) yo<j.ov (Lat. mandata et justitias; vgl. zu 1, 26).
Aber b spricht für Hebr. — aaionai] das Verbimi wird auch vom
Schifte gebraucht (Aruch s. v.). (ir. schlecht 6 ok G-oxpivojj,£vo?
(35, 15) SV oL'jTuy, Lat. nach Korrektur: et non illidetur. — nycan
fn''j]«[2]l das Nomen lyDö (= mvD) ist sonst nicht belegt. Die
Ergänzung nach Gr. (uc iv -/a-aiYtoi ttXoTov.
3. Syr. ora. — ty^x] Gr. ocvO[ioj-o?, k dvr^p. — nm p"] Gr.
£;jL-i3-£6a£i (70 23 307 155 Lat. -£-.; vgl. zu 35, 23) vo.i.«) (Lat. add.
dei). Für im steht vojxo? Ps. 119,57. 105. — Gr. für b ganz
abweichend: X7.i o vojj.oc 7jjt(J) ttigtoc (= nT'ti'pV) w; IpojTr^jxa otjXojv
(nur B o'./7.[ojv). Er schämte sich der rcöD als eines Amulets, das
noch in taLiiudiscJier Zeit für verdächtig galt, übrigens auch an
der Hand getragen wurde (vgl. die rabb. Lexx. s. v.). rrT'ti'p im
Jerus. Talmud = Band; vgl. iwp. Die o9)Xoi hat Gr. auch 45, 10
eingetragen. — Uebrigens ist nach Gr. "h mim zu lesen. Denn
der p33 (7, 25) ist kein Lehrer, und min muss hier das Gesetz sein.
4. Syr. om. Im Hebr. folgt hier bis 32, 11 eine Lücke,
die 68 Distichen des Gr. entspricht. Es fehlen also zwei Blätter
d. h. 72 Zeilen. Da Gr. vollständig zu sein scheint, so hatte
Hebr. auch hier einzelne unechte Distichen oder echte Distichen
in verschiedener Gestalt. — EToi'txaOTv] etwa = pn; vgl. 18,23
Hebr. Der Lat., bezw. seine Vorlage, versteht v. 3 oc und or^Aüiv,
zieht das zu v. 4 und stellt hier überall die 3. sing. fut. her. —
X7.1 O'JTOKJ wohl = |:2T (35, 2) = und dann. — axoua&VjaTf]] beruht
wohl auf Verwechslung von Hifü und Nifal. — auvo-/)aov] vgl.
ni' Jes. 8, 16. Lat. et conservabit {= awzrjprfary^?). — xal d-o-
xpiör^xt] so B A (155 296 308), aber 248 Syroh. 253 23 157 55
254 Sah. Lat. praem. tots, 70 106 k 307 S praem. oGtcdc. Vgl.
nnsi 11, 7. 35, 1. — Der Lehrer antwortet auf Fragen.
5. xpo/k da7';r^c] vgl. Jes. 28, 28 nb:v '^j'?:. Syr. wie ein
schnelles Rad. — aTrXdy/va] Syr. das Herz; vgl. zu 30, 7 und
21, 14. — \iu)[jrju\ Syr. sSi:?, ebenso v. 6 (s. z. 21, 14). — 7';(ov]
ist anstössig, sofern die Wagenachsen (wenigstens gewöhnlich)
unbew^eglich waren. Das Wort steht aber Ex. 14, 25 für |ciK,
und übrigens könnte der Uebersetzer es gebraucht haben, weil
Sir. 36, 2—6. 297
ihm neben xpo/oc kein zweiter griechischer Ausdruck für Rad
geläufig war. Syr, hat aber für b: und wie ein Schwein (sn''in)
sind alle seine Gedanken. Man könnte danach mit Bendtsen an
iirn (Kugel), oder besser an "^"n (= sich wendend, Perles) als
Attribut zu jcis* denken.
6. Für zk o/£iav, das nur B 8 ^^ (248 254) und Clem. AI. (s. u.)
lesen, haben die übrigen zk oyßov (253 lao/stoc, 307 lao/tojv),
Lat. emissarius (Sang. Am. Turic. a(d)missariiis). • — Für [xäxos
lesen 23 70 [j-oiyo- (55 254 t»; cpiXo.j-oi/oc). Vgl. Origen. 16, 89
(adulter) und Clem. AI. paed. I 13, 1 (anroc £tc oyeiay h 'f.XrjOovo;
x l [j-oi/oc aXoYt'cjto) xTr^vst -7.,ooij.oia)i)£i'c). Aber S *^'' hat ji-tupo; (die-
selben Varianten finden sich 25, 2). Syr. für a: wie ein ge-
satteltes (eigentl. gerüstetes, kttj?, dagegen Ambr. STnn = stolzes)
Ross ist die Liebe des Frevlers («Siy s. z. v. 5). Offenbar ist
ix(opo? richtig, die Lesart [xoi/oc ist durch den Vergleich herbei-
geführt; cpiXoc beruht auf Verkennung eines entsprechenden
Abstraktums. Ferner ist zk h/zi<T> falsche Ausdeutimg des bereit
gestellten Pferdes. Nicht nur der geile Hengst, sondern jedes
Pferd wiehert zum Ausdruck der Freude; das orientalische Pferd
namentlich auch beim Angriff. Es ist aber für das Pferd cha-
rakteristisch, dass ihm die Person seines Reiters gleichgiltig ist.
Noch weniger ist an die geile Stute zu denken, die eben niclit
wiehert, wenn sie besprungen wird. — Für o)?, das, wenn echt
(S*^* om.), an falscher Stelle steht, hat Sah. „so", Lat. sie et,
aber Sang. Theoder. sicut. — Syr. hat für £7:ix7.{>-/jix£voü schlecht
ausdeutend: der ihn liebt. — Während v. 5 deutlich hierher
passt, erscheint v. 6 zunächst als etwas fremdartig, und Bickell
will ihn streichen. Aber v. 5 müsste dann auch wohl gestrichen
werden, und es ist ein Hauptstück der Frömmigkeit, dass man
nur mit den Frommen Freundschaft hält.
7 — 15. Der unergründlichen Weisheit Gottes hat es be-
liebt, die gesamte Schöpfung in lauter Gegensätzen auszugestalten,
und so namentlich die Menschenwelt. An und für sich sind alle
Menschen ebenso einander gleich wie die Tage des Jahres, aber
wie Gott die Festtage im Jahre ausgezeichnet hat, so hat er
Israel vor allen Völkern ausgezeichnet und die Heiden sogar
verflucht, sie erniedrigt und vernichtet. Die Ausführung richtet
sich gegen die Hellenisten, die die Auserwählung Israels bestreiten.
298 Sir. 35, 14— 36, 16a. 30, '25— 40.
— Vgl. sonst B. Sanh. 65b. Midr. Tanchuma Exodus, j nann
p. 109 b: ."Di: nöi iS na« .p2):r2 nsj nai 'i'? los c^oro er nanSias
7. Syr. für a: warum gibt es (n"'« = v^) einen Tag im
Jahre, der von einem Tage (w Maus. Mas. I Tagen) verschieden
ist (tJ'nsi). Dasselbe Verbum hat Syr. v. 8. 11 für ois/ojpiaUrjCjav
und oicya)pi3£. Vermutlich stand im Urtext überall ti'ic, das
neuhebr. und aram. „trennen^' und „unterscheiden" bedeutet.
Zu ti'" vgl. zu 4, 21. Also etwa: u^no cra er it'"' naS. — Syr.
für b schlecht: weil alle Lichter die Tage des Jahres bedienen.
Er sprach •i'öB'D, aber mit „die Tage'^ hat er Recht. — Lat.
für b : et iterum {-dliv) lux lucem (sc. superat) et annus annum
a sole.
8. SV Yvoicjsi] Syr. nnarn; ü^z. Er hat auch 21, 14 KnD:n
für YvÄaic, übrigens hat er v. 11 d"Q mit 3i2 verwechselt, das
vermutlich auch hier stand. — ois/cupiaör^aav (zu v. 7)] Lat add.
facto sole et praeceptum custodiente. — sopxac] Lat. dies festos
ipsorum, er fügt bei: et in illis dies festos celebraverunt ad
horam. — Syr. für b: und er machte (v. 11. 38, 27) von ihnen
Zeiten und Termine (wii «:i'y, w Maus. SJiyi w:i). Es stand da
cnjjioi üTiV. Uebrigens ist r^XXotwas (= riip; vgl. zu 12, 18) besser.
— Nach antiker Vorstellung sind die Tage reale Wesen (Job. 3).
Es handelt sich hier aber überall um den Unterschied von All-
tagen und heiligen Tagen.
9. ayo'lioi'sev xoti 7)Yiaa£v] Syroh. 253 23 yjuXoYrjas xotl avu'}(u3ö
(vgl. V. 12), S Aetb. rjiotacv -/al dv6'];(orT3v, Syr. er segnete und
heiligte. Letzteres ist wegen Gen. 2, 3 vorzuziehn, äv'j'{;o)C5iv
wird aus v. 12 eingedrungen sein. — Syr. für b: und von ihnen
machte er zur Zahl von Tagen. Jedenfalls ist (zpiOjxo; Tjtxspöiv
= Alltage.
10. xai P] Syr. und auch. — «reo sSa'fou?] Syr. von Lehm
(Kri5 vgl. -lan Jer. 18, 4. Job. 10, 9 u. ö.) sind sie geschaffen. —
£x 77)?] Syr. sicj; |o (vgl. 10, 9. 40, 3). Lat. add. unde.
11. iv TTXv^öei ^racszr^llr^c\ d. h. aus unbekannten Gründen.
Syr. aber (d"C s. z. v. 8) in seiner Weisheit. — ois/copiaev] s, z.
V. 7. — Syr. für b: und er machte sie (v. 8) zu Bewohnern der
Erde. Vielleicht sind cn^mx und ün)i'\ü (vgl. 1 Reg. 1 8, 6 LXX)
verwechselt. Jedenfalls ist -ac 6006? := Schicksale,
Sir. 36, 7—14. 299
12. rpoc aijToy Yf,'icj3v (70 -f/oasXaßöto)] Syr. bis zu ihm
gelaugten sie (vaa nm': sonj?). Gleichwohl kann (y"\pn) 2y rhu
dagestanden haben, freilich auch J?^jn Thü. Da a unmöglich auf
Heiden bezogen werden kann, kann b nicht auf die Juden (Ps.
65, 5. 148, 14 vgl. unten 51, 12 ^»^j gehen. Vielmehr geht a auf
Israel, b auf die Priester (Num. 16, 5. Ez. 40,46. 42,13. 45,4).
— ctTr' auTÄvJ 296 Lat. Syr. praem. xott. — itaTtstvtoae] Syr. er
stürzte um. Er hat wohl das folgende Verbum vorweggenommen.
— dv£(5tf>£'];£v (Co. 157 besser: dvizpö-j/sv; vgl. 12, 12)] Syr. er
rottete sie aus. Es handelt sich zunächst aber wohl um existierende
Völker, und auch der Gegensatz zu b empfiehlt die Lesart des
Gr. Innerhalb Israels wird zwischen Laien und Priestern unter-
schieden, die Heiden sind Eine massa perditionis. — oltzo GTrhzoi;
auTÄv] man könnte an 22:0 oder lövo (Jes. 22, 19) denken. Lat.
a separatione ipsorum (A octto dTroofidasoj? c/Z-wv). Syr. aus ihren
Wohnungen (p,TTno p). — Vgl. bes. Gen. 9, 25—27.
13. Syr. zieht a und b zusammen: wie der Ton, der ge-
staltet wird in der Hand des Töpfers. Da von den 0001 des
Tones keine Rede sein kann, ist hiernach statt -aaai ai 600I ocOto-j
mit 70 zu lesen irXdcjai aüto (resp. au-ov). Vgl. Lat. (Dubl.):
plasmare illud und: omnes viae eius. Vgl. Jer. 18, 6. 4 iöhd
nvrn 1^2 und mtfyS li'rn 'yyi nti'^ ik^«: nn« ^hz init'j;"i. — ^v yv.fA 2°]
vgl. 10, 4. 5. — 248 70 106 haben dvUpw-oc, 248 70 308 a-kov
für auTouc, und 70 aüxw für a-j-roic (254 (Z'jto'jc), Lat. Syr. haben
überall den Singular. — Syr. für d: um ihn zu setzen in alle
seine Werke. Er verlas "(Sck^öd in v^V'iZ. Uebrigens stand da
wohl inK nrh =^ ihn zu etwas zu machen, und das zu vermutende
Ii50ii^ö3 bedeutete in Parallele zu b: entsprechend der Bestimmung
Gottes. Knabenbauer bemerkt: error Calvini excluditur. Aber
für den Urtext ist das Gegenteil gewiss, von Vergeltung war
da keine Rede. Nur dass Sirach hier zunächst (vgl. jedoch v,
14) die Völker im Auge hat.
14. Man darf die beiden ersten Sätze zu einem Stichus
zusammenziehen. Willkürlich setzt Syr. zu jedem der drei hinzu:
ist erschaffen. Uebrigens hat er für den dritten schlecht: und
gegenüber dem Licht ist erschaffen die Finsternis. Vgl. dag.
37, 18. 248 70 Syroh. 253 23 haben: oS-w^ dTrsyavti (xoü) daap-
tojXoO (6) euasßr^c, worauf 248 beifügt: xctl oG'tcoc dir. dvopoc s'jasßoui;
300 Sir. 35, 14—36, 16 a. 30, 25—40.
0 rj.\io.[j-MuM (so Lat. für b). Aber die Inversion bringt das
rhythmische Verhältnis der Sätze zum Ausdruck. Uebrigens ist
suasßrj? == p-'ns: (s. z. 11, 17), und gemeint sind hier die Frommen
und Gottlosen unter den Juden.
15. Syr. für a: so hat gezeigt (""/n) Gott alle seine Werke.
Vgl. aber zu Gr. Koh. 7, 13. Verwechselt sind wohl nin und
mn wie 44, 3. — Zu b vgl. 42, 24, wo aber Hebr. anders liest.
16a. xa-j-o)] Syr. auch (w Maus. Mas. I und auch) ich.
Ein enger Anschluss an das Vorige ist in der Tat möglich. Es
ist Sirachs Aufgabe, den Unterschied Israels von den Heiden ins
Licht zu stellen. — sa/atoc] Syr. zuletzt (nnns). — -/)Yp!j7r^-/i3a] der
Sinn ist ungefähr: ich habe studiert, geforscht (vgl. Prol. 7 und
zu 34, 1). Dagegen Syr.: ich bin gekommen.
30, 25. (uc x(zXa[xw[j,cvoc] Syr. sr>'2^ : zu vermuten ist also
SSiya. Syr. add. sai:i. Lat. praem. et. — -rj^r{f^zmv\ = cn^ns. —
£v zolo-(('x x'jpiou] Syr. sn'^Ki xrittm, wozu man Gr. zu 45, 1, so-
wie 35, 13 vergleichen könnte. Aber es stand wohl da hü nrnr:
oder "''' Z2 (vgl. 4, 13). Gemeint ist wohl auch hier der Bereich
der Gnade, obw^ohl vielleicht der Gedanke an die Ernte (Jes.
65, 8) liineinspielt. — s'föaaa] Lat. speravi, wofür schon Bret-
schneider superavi emendierte. Die Bedeutung „zuvorkommen"
passt hier nicht. Allerdings ist Sirach der Meinung, dass ein
Späterer es Früheren zuvortun könne (s. z. 39, 6). Aber hier
will er wohl nur sagen, dass er es den Früheren gleich getan
habe. Syr. hat: ich stand (nop). Vielleicht las auch Gr. 'nap
oder ''moy. Der Gedanke ist übrigens derselbe wie 24, 30 ff. —
Xr^vov] Syr. meine Kelter ("mirvo).
26. Syr. om. Vgl. zu 24, 34. — dlld] S«^^ 155 296 308
add. xat. — raiosi'otv] k C 155 296 aocpiav.
27. Xaoü] 55 254 schlecht: Äctwv, Syr. der Völker (w Maus.
Ambr. des Volkes), Lat. et omnes populi. Der Plural wäre
beim griechischen Uebersetzer an sich freilich nicht unmöglich
(vgl. zu 39, 10). — Syr. hat für (j-sYiaTavcc ayc'h^, für yi7oy|x3voi
a:2Tr., für ivto-foaaös ^Jims:. — Die Anrede geht wie 45,26. 50,22
an die Häupter des Volkes, die vor allem fremder Lehre sich
zuneigen.
28. ;x7i o(oc £;o'j3''av] Syp. tt'^irn nh = bu^fin '^x; vgl. zu
V. 11. — X7.1 ar^J Syr. (der übrigens c d hinter v. 29 stellt) om.
Sir. 36, 15. 16 a. 30, 25—34. 301
y.at'; ebenso Sang. Es handelt sich (vgl. auch v. 31, 32) beide
Mal um dieselbe Sache. Man gibt einem Anderen Gewalt über
sich selbst, indem man ihm seiu Vermögen überlässt. — sTsp»»)]
vgl. zu 11,19. Syr. Anderen. Amiat. aliis. — Syr. für d: um-
zukehren und zu bitten von ihnen. Also ist \l^-'Xlxzlr^li^k falsche
Uebersetzung von 2'^h. Uebrigens stehen vielleicht crSy und
cna einander gegenüber.
29. -vor^] 55 254 praem. ixu 254 praem. h-u — -7'Tf, ay.rjy.C]
8«=» k 157 A C 55 254 155 Sah. praem. sv (Syroh. 2), 253 307
praem. i~i — Indessen ist 7.XXaq,c wohl schlechte Uebersetzung.
Sah. räth: vertraue dich nicht an. Lat. für b schlecht: non im-
mutabit te omnis caro. Dagegen Syr. : gib nicht Gewalt [läh^n)
über dich irgend welchem Fleisch. Vgl. dazu 47, 19. 48, 12.
30. Zu b vgl. 40, 29. Ps. 123,2. Syr. frei: als dass
du bittest von ihnen.
31. u-z^'r(oj^ (C Sah. u-sp^voj)] Syr. 'h';T2; vgl. Dt. 28,13
phv^h ,Tn und Pesch. Ps. 74,5. — \ir^\ 248 70 Syroh. S«'' Syr.
praem. X7.t. — Vgl. zu 44, 19.
32. Für £v r,ti.spa (106 Syr. praem. y.'-j.C) hat Syr. W3n,
dagegen für xal iv v.y.irAo af2V2. Das erscheint als besser. —
Y^asptov Cw/;? sou] Syr. Zahl deiner Tage: vgl. 18,9. 26,1. —
■r3/.s'jr?|c] Sah. Syroh. Syr. deines Todes. — oiaoo? xXyjpovoa''7.v] Syr.
mache erben dein Geld deine Söhne. Wahrscheinlich stand da
nSm Sran (Jes. 49, 8) oder dgl. Vgl. zu 24, 15. — Schriftliche
Testamente waren hiernach nicht üblich. — Alfab. B. Sira II:
xunn ha -jma er iv y^^vbi in:.^ai -^^nn -[xca ':2 ])z'j.
33. TTspl oouXtuy (307 ot/sxÄv) findet sich nur in (248) k
A B^^? b? C^ (55 254 296 308). — /optaaaaTa (A 254 Sah. /o.o-crajiot)]
Syr. xnDD. Zu vermuten ist siqdo. — f-a|':Joo;] Syr. S2lti>: vgl. Prv,
26, 13, aber auch Num. 22, 27. — Syr. stellt „Züchtigung" (=
-rxiozirj. =1 -,Diö) schlecht vor „Brot". — Edersh. verweist auf Aristot.
Pol. 1, 10: tpo^Ti xcn xoXacji? xal sp^ov. Aber das Citat ist falsch.
34. i[j^(oiarj.i £v Traioi' (248 23 Lat. 7:7.to3ta)] Syr. om. (Homoiotel.
= I2y2 135? :iny':); vgl. 13,4. und Gr. zu 30, 13. — xal supr^cjci;
av<z-a'jcjiv] gibt keinen guten Gegensatz zu b. Lat. et quaerit (248
^r-J^azi;, Co. 'ir^-J^-izi) requiescere. An die Ruhe des Sklaven denkt
auch Syr.: und nicht gib ihm Ruhe. — (zvsc yt'YJ.^ otuxuij Syr.
las anders: rw^^2 nö''"iN jST (-"in rc^n'?). — sXs'jilsp-'ctv] vgl. 7,21.
302 Sir. 35, 14—36, 16a. 30,26—40. 31,1— 33, 18a. 36,16b— 22.
35. Syr. om. — Ausser B 248 (308) Lat. stellen alle
(auch Anton. 1068) in a das Verbum ans Ende. — i\ioi;] vielleicht
= r\)2V; vgl. Jes. 5, 18. Job. 39, 10 LXX, aber auch rh2n\r\]
6,25. 29. Gedacht ist an das Zugtier; vgl. v. 12. 7/23 nnd sonst
Prv. 29, 19. — /.ct/oup.Ya)] vgl. 11,33 (Hebr. p) und ot'xstr^? 7:ov/jpo;
42, 5. Lat. für b (Dubl.): et servum inclinant operationes assiduae,
servo malevolo tortura et compedes. — 3-pe[iXai] Syinni. setzt
Jer. 20,2 aTp£i'iXoj-7^(>iov für nrcna; vgl. Jer. 20,3. 29,26. 2 Chr.
16, 10. — Zu ['ictcjor.voi vgl. ßaaavi'Csiv = "^r 4, 17. Allerdings
könnte hinter [:iaaavoi auch ein Concretum stecken. Vgl. pu"'!: Jer.
29, 26 (neben n^cno) und 1D Job. 13, 27. 33, 11.
36. 37. s[x[':iaX£ autov st; Ip-j'aaiotvj die Rückbeziehung auf
das Vorhergehende ist schlecht; es handelt sich im Folgenden
um den Sklaven überhaupt. Also besser Syr.: arbeite (m'^c)
mit (2) deinem Sklaven = '12^2 nsy; vgl. v. 34. — dp^f] Syr.
iTOi; aber apyta spricht für Gr. Es stand wohl h::^ und rh*v
da. — £oioa;£v] Syr. macht.
38. £''; spY« xataaxr^aov] Lat. Syroh. (Suffix) add. eum. Syr.
■jn-^ia m^isSk'x, was man vielleicht = "jn^zz liTfpcn setzen darf
(vgl. z. B. Gen. 39, 4. 5 Pesch.). Der Sinn ist dann aber: stelle
ihn an die Arbeit in deinem Hause (vgl. Num. 1, 50). Gr. st?
spY« ist freie Wiedergabe. — papuvov -ac Trsöac autoü] aü-ou nur
in B* 8'='' (248 70) Syroh. (Suffix). Lat. curva (Toi. Sang, grava)
illum compedibus (307 -zcdc Ttsocdc). Syr. mache viel seine Bande
(Mn'DN). Vgl. Thr. 3, 7 'n'^m r22n, aber auch oben zu 3, 27. —
Syr. für c: nicht aber so gegen jeden Menschen (s. z. 14, 17).
Also lesen 23 k 157 307 SAG 55 254 Lat. für Iv (248 70 om.)
wohl mit Recht i-(. Für TspiaasuaY]; (Aeth. T.ia-zoT^^^?) stand da
vielleicht Tmn (vgl. zu 10, 27. 11, 12), das im Neuhebr. sich
übermütig benehmen bedeutet. — avsu xpioe«)?] =: Syr. «D10J3 kSt;
es stand da '£s>'^ü nSs (vgl. Gr. Syr. zu 35, 19. 51, 25).
39. Syroh. 106* 155 Aeth. om. a und b. — Syr. hat b
an Stelle von d und umgekehrt. Man muss ihm folgen, da Gr.
(oder Gr. II) ursprünglich wohl ebenso las. Denn Lat., der ca d
auslässt, hat vor b: quasi fratrem sie eum tracta = cß. — si
h-M aoi oix£T-/jc] Lat. add. fidelis (Theodor, bonus, Turic. sensatus).
Anton. 1064 add. d^d-r^aov au-6v, xai £i la-iv aoi )^pii^ai[xo?. Diese
Zusätze sind Avillkürlich, aber sie entstammen dem richtigen
1
Sir. 30, 36—40. 303
Gefühl, dass hier unmöglich eine ganz andere Behandlung für
jeden Sklaven gefordert sein kann, als vorher. Syr. hier und
in c: wenn Einer ist dein Sklave. Es ist wohl beide Mal zk
für £t zu lesen. — oj? a6J 248 Lat. aoi {»: r^ 'V»//^ aou, was =
Gr. II oder überhaupt die ältere Lesart ist. Vgl. zu 18, 23,
und übrigens 7, 21 Hebr. — Syr. für d schlecht: denn wie du so
ist dein Mangel (oder Verlust). Der Sinn ist jedenfalls = wie
dich selbst würdest du ihn vermissen. Das konnte ausgedrückt
sein: denn wie du selbst ist sein Verlust. Also wohl iJiDn oder
auch imcnn. Allerdings lesen alle Handschriften iTdosr^azi; (C
i^J.ozr^c!z^ und SO Anton. 1064, der wc auslässt) autw. Man wird
aber au-oo herstellen müssen, übrigens hätte der Uebersetzer
T-?,c 'lio/r^c; ao'j setzen sollen. — a^s au-covj Syr. NTa^UTi. — asauTov]
so nur B (308), alle anderen (auch Aeth. Sah. Anton. 1064) mit
Lat. Syr. dösXcpov. — Syr. für b: und nicht kämpfe gegen (3)
das Blut deiner Seele (=; dein eigenes). Lat. hat in sanguine
animae, also ist -r^ '^''^'/Jt? (sou) in Gr. ausgefallen oder auch
gestrichen; vgl. zu 18, 23. Dagegen ist h-f^aui (etwa = wp
oder irupn) durch sTriSsTiast?, und ebenso o-i durch Sit geschützt.
Er will sagen: der einzige Sklave, den du besitzest, ist für dich
von solchem Wert, dass du für ihn das Teuerste hingeben müsstest.
Aber-'öna bedeutete nicht Iv aitiax», sondern „für den Preis" (Drusius).
40. iotv] Syr. praem. denn. — xazioTf,? auxov (248 70 Lat.
add. döixu)?)] Syr. MVCian (s. z. 7, 20). — xal «Trapa? «Troopa] Syr.
er geht hinaus, geht verloren (n3NJ pici). — Lat. in fugam con-
vertetur (Sang. Toi. om. in fug. conv.) et si (Sang. Toi. Theod.
om. si) extollens discesserit. — sv 7:01a bom] Sah. Lat. Syr.
praem. und. — Für «mi haben w Maus, richtig xmiK. — C/iT-zjasic]
Syr. ro'^n; vgl. Gen. 19, 11 LXX. — Entlaufene Sklaven wur-
den nach dem Gesetz nicht ausgeliefert (Dt. 23, 16. 17)
XIV. 31, 1 — 33, 13a. 36, 16b— 22.
Toren lassen sich durch Träume in ihren Entschlüssen leiten,
zuverlässige Führer zum Glück sind allein das Gesetz und die
Weisheit des Lehrers (31, 1—8 = 3. 1. j 3. 1). Ein Lehrer
kann aber nur sein, wer, wie Sirach, weit umhergereist ist
und reiche Erfahrungen gesammelt hat, und seine persönliche
304 Sir. 31, 1—33, 13a. 36, 16b— 22.
Erfahrung ist die, dass die Gottesfurclit vor allen Uebeln behütet
und vom Tode errettet (v. 9—20 = 2. 2. 3. 3). Die Gottes-
furcht fordert vor allem die Erfüllung der Moralgebote. Die
Vornehmen und Herren, die das arme Volk plündern oder es
wenigstens darben lassen, mögen opfern und fasten so viel sie
wollen, es ist vergeblich und Gott verhasst (v. 21 — 31 = 2. 3.
2, 3). Das wahre Opfer ist eben Gerechtigkeit und Mildtätig-
keit. Freilich soll der Fromme, weil es einmal geboten ist,
den Opferkultus üben und willig dem Heiligtum alles geben,
was das Gesetz vorschreibt. Gott wird ihm dafür reichlich ver-
gelten (32, 1—13 = 3. I 3. 2. 2). Aber die gottlosen Bedrücker
der Armen irren sich, wenn sie mit ihren Opfern den gerechten
Richter bestechen wollen. Die Klagen der Armen, der Waisen
und Wittwen kommen vor ihn, und endlich tritt das Gericht
ein, durch das Gott auch dem armen Israel gegenüber seinen
heidnischen Unterdrückern zum Recht verhilft (v. 14 — 26 = 2.
2. 2. 2. 5. 1). Bei diesem Gedanken bricht Sirach in ein leiden-
schaftliches Gebet aus, in dem Israel das endliche Kommen der
messianischen Zeit ertleht. Gott soll die Macht der gottlosen
Heiden brechen und Israel wiederherstellen (33, 1 — 13. 36, 16b — 22
= 2. 2. 3. 2. I 2. 2. 2. 2). Merkwürdig ist hier der Hinweis
auf die Griechen, als das Volk, von dem Israel unterdrückt wird
(vgl. zu 33, 3). Gemeint sind speziell die Ptolemäer oder die Se-
leuciden, wahrscheinlich die letzteren. Das Gebet richtet sich
nämlich zuletzt gegen Einen griechischen König, dessen Untergang
die bessere Zeit heraufführen soll (33, 12). Ebenso beachtens-
wert ist 32, 14 — 26 der unvermerkte Uebergang von den jüdischen
Tyrannen auf die heidnischen. Man kann kaum den Punkt fest-
stellen, an dem er gemacht wird. Vgl. hierüber zu 10,8. Wahrschein-
lich ist das Stück 31, 21 — 36, 22 einmal im Tempel vorgetragen.
31,1. Syr.: wer sucht Nichtigkeit (smpnD), findet Lüge
(d. h. etwas, das ihn betrügt), und der Traum (ist) eine nichtige
(«np^D) Freude. Syr. erscheint in a als originell, aber in b war
seine Vorlage verderbt. Er hat nämlich v. 2 an Stelle des nicht
anzufechtenden öiwxtuv avsjj-ov ssij? mco (er scheucht Vögel auf).
Das tat man wirklich, um aus der Art des Auffliegens ein
Augurium zu bekommen; vgl. Wellhausen, Reste arab. Heident."^
S. 200. 202f., sowie LXX zu Prv. 9, 12. Nun ist ssu' mco
Sir. 31, 1-4. 505
augenscheinlich Variante zu c?.va— epoucj'.v rj.':>rjrjvj.z, das nach arani.
n;'? ms (sein Herz flog fort, d. h. es war beum-uhigt) und «2^1 sn'^ic
(Beiuiruhigung des Herzens) zu erklären ist. Nur handelt es
sich hier um freudige Exaltation. Vgl. sonst Gtva-Tspo'jv Prv. 7,11.
Cant. 6, 4. Gr. ist also in 1 b im Recht, dagegen scheint er
mit xsvai zküiozc X7.i 'L^uosrc in a seinen Text ganz frei wiederge-
geben zu haben. Wahrscheinlich hat er sodann mit dauvi-cu dvöpi
(vgl. zu 15, 7) und acppova^ ein Nltt» Tiö doppelt übersetzt. Na-
türlich ist hier wie sonst der nichtige Mann der gottlose. Vgl.
2)2 und Siti* Ez. 13,6. Prv. 30,8. — Sirach bekämpft den Glauben
an Träume übrigens nur in sofern, als die Träume Wegweiser
zum Glück sein sollten. Vgl. zu v. 6.
2. SpaaaotjLsvoc] Syr. TnST l^J« (26,7). — Siwxwv 7V£|a,ovJ vgl.
Hos. 12, 2 cnp T-\y\ nn n>n, und übrigens zu y. 1. — i-i/oy^
ivuTivwic] Syr. s'"':':! NlinS pMi2 (w Maus. ora. i^'hhi), Lat. attendit
ad Visa mendacia (s. z. v. 5). k-i/z<y bedeutet im Sirach immer
vertrauen.
3. Für TO'jtou, das wohl unter Einfluss von b entstand,
haben ausser B A C (254 155 308) alle (auch Sah. Lat.) toüto.
Vgl. die ähnlichen Ausdrucksweisen 36, 15. 42, 24. 25. Hier ist
zu vermuten: ni: nt. — Syr. für a: so ist das Gesicht (xiin) und
der Traum der Nacht (w Maus. oni. der Nacht). Am Anfang
hat er gekürzt, im Urtext w^erden aber zwei mit 1 verbundene
Nomina gefolgt sein. In b wechselt Syr. im Ausdruck ab:
«SST Nn"i?2T Ncimo 'rzpiSn. Gemeint ist das Bild im Spiegel, des-
halb musste aber der 'Spiegel vorher ausdrücklich genannt sein.
Ich nehme daher an, dass oV^aa-.? und si:ri falsche Uebersetzungen
von nma = Spiegel sind. Er will sagen: der Traum ist das
Spiegelbild de?seu, Avas man wünsclit (vgl. v. 5), und eben des-
halb kein Wegweiser. — irpootoTrou] Lat. beide Mal: homiuis;
vgl. zu 19,29.
4. Syr. für a: (u h add. :dj) pc} (Mas. I rhr:^-;) naj; '^n pi
xm:*, lies 'i p-:; '^ö >s7''"iin pl = und von dem Gottlosen, w^er wird
herausbringen Reinheit? Das passivische xaöofry'Csaöai findet sich
(vgl. oixaloosöai) öfter im Sinne von rein sein; vgl. z. B. Ez. 36,25.
1 Sam, 20, 25 und oben 23, 10. — Sjt. für b : oder (w Maus,
und) welcher Lügner, der unschuldig wäre (S3"3)? Er hat ^IT
Smend, Siracli-Koramentar. 20
306 Sir. 31 , 1—83, 13 a. 86, 16 b— 22.
falsch verstanden. Gegen Syr. wird man für sdb sächliche Be-
deutung vermuten, dann aber auch in b dem Gr. folgen müssen.
Vgl. Job. 14, 4. Man soll sich durch Träume überhaupt nie
leiten lassen, weil sie in vielen Fällen notorisch schlechte
Führer sind.
5. 'xotvTstai (248 55 254 Lat. [xotvisia) zotl ouovta|xoi'] Syr. ^2
KDifpi SK^m = CDpT u>n:; vgl. Num. 23,23. — [xaxaia] Syr. Irrtum
(Knrj?JO). — Lat. für a: divinatio erroris et auguria mendacia et
somnia malefacientium vanitas est (s. z. v. 2). — Syr. für b :
und wer glaubt au sie, dort (|on) ist sein Herz. Sinnlos ist xotl
Vi; tooivoucj'/jc, es beruht auf Missverständnis von hh)nn (niy») "iiyK oder
SSinnn, das .,was du hoffst" oder „du erwartest" bedeutete; vgl.
die Anrede v. 6 (248 70 Lat. lesen übrigens aou -J) xotpota) und Ps.
37, 7. Job. 35, 14. — cpocvta^sTai] ist vielleicht = nin; vgl. lyo^ pin
(Gr. opaai? zctpotac) 40, 6. Das |ön des Syr. geht vielleicht auf ein
schlechtes {)2h) cri' zurück; vgl. v. 6. — Zu b vgl. auch Lat.
zu 11,30.
6. Eine Ausnahme wird gemacht für die von Gott „zur
Heimsuchung" gesandten Träume, nämlich angstvolle Träume,
durch die der Mensch auf seine Sünden aufmerksam gemacht wird
(Job. 33, 15). — dr.oa-rxl'l] man sagte vom Traum sn (Koh. 5, 2),
also wohl auch nb\if (wie nm rh'^). — h iTtiaxoTrfj] 248 70 add.
30Ü, 106 Lat. iraaxrmr^, 307 ek s7ric5/0TTr|V. — Syr. für a: und wenn
von Seiten Gottes es bestimmt ist (npsns), zu irren in den Ge-
danken der Nacht. Die Auslassung der Negation ist offenbar
falsch, und es ist ein zweifelhafter Vorzug, dass Syr. die Be-
ziehung von £t? 7.uTa (Syr. pnS) erleichtert.
7. TToXXoüc] ausser B S (254 308) fügen alle mit Sah. Aeth.
Lat. Syr. -(dp hinzu. — Syr. für a frei: denn viele (sind), die
durch Träume (Ambr. Pluralpunkte) irrten rücksichtlich des Weges
(snms ivö). Zu £TrXocv-/]a£ vgl, nj?nn 3,24. — Syr. für b: und sie
strauchelten (i'^prnK, Mas. II p u praem. ab) auf ihren Wegen
(p.T'7'D?:'n). Ich vermute danach "h^T"], Gr. las aber wohl richtig
DnSmn2, dem entsprechend er IxTrt'-Tsiv (vgl. zu 14, 2) setzte.
8. avsu 'j;£u3ou? (= 3*3 «Sn oder dgl.) weist zurück auf
V. 1. 4. — cuvTsXsa&T^ssxai v^fioc (Lat. verbum legis, s. z. 32, 1)]
kann nur verstanden werden: die Verheissung, die das Gesetz
dem Frommen gibt, erfüllt sich. Vgl. rh^ Ezra 1, 1. Dan. 12, 7.
Sir. 31, B— 11. 307
— Syr., der z. Th. wohl anders las, hat für a: an dem Orte,
an dem nicht sind Sünden, hat Gefallen (sj;"i) Gott. In l) las
Syr. dagegen nicht selir verschieden von Gr.: weil die Weisheit
der Frevler [i^hr;) in der Nacht geglaubt wird (wömpö). Er las
[n]h^h2 für b''h'2 (= xzlzmai;), übrigens stehen bei ihm „weil" (''d)
und „Frevler" dem a-oiio-i des Gr. gegenüber, k liest a-op.a-oc
TTta-o'j, was Korrektur ist. Lat. mit Clem. AI. Strom. II 5, 24 (der
TiX£i'w3t^ auslässt) £v atoaa-t, was wohl anzunehmen ist, und viel-
leicht auch 7ci3tou (aber Toi. Aug. spec. fideli für fidelis), Syroh.
253 23 296 808 Clem. AI. Strom II 5, 24 -laxÄv. Lat. hat für
xsXcuosi; sonderbar complanabitur (nach Herkenne ^ 'Kz<M\}r^^t->y.i).
Schwerlich war h'^h^ Prädikat zu na^n, sondern eher Adverbium
(wie 37, 18) zu [n]jONJ, das im Sinne von 46, 15 (zuverlässig be-
funden werden) stand und zu nc, nicht zu no:n gehörte. Danach
darf man vermuten: |axj h^h:: TO:n 'ci. In der Vorlage des Syr.
war ■'CT in ''D entstellt, die Frevler sind in Folge des Fehlers
[n]h^h2 zugesetzt. — Vgl. übrigens Lat. zu 15, 10: et in ore lideli
abundabit.
9. avYjp KS7:7.iosu|j.ivoc] = der wohlerzogene Mann (21, 23.
34, 19), ist hier zu schwach. 248 Syroh. 23 70 k 307 S A* ^^^- tts-
7:X7.v-/)[j.£voc = Sah.: ein Mann, der sich umwendet. Das ist anzu-
nehmen, weil das Gereistsein, auf das dem Verf. viel ankommt
(v. IL 12. 39,4. 51,13), nicht erst in v. 11 genannt sein darf.
Es stand da wohl nj;n, das neuhebräisch auch reisen bedeutet.
Gen. 20, 13 ist das Hifll vielleicht ebenso zu verstehen. Lat.
(vir in multis expertus) las vielleicht Trsirsipati-svo? (vgl. zu v. 10)
oder TToX-j-ctpo; wie b, wo er freilich hat: qui multa didicit (nach
Herkenne = K3TC7.toc'j;ji,Evoc). Syr. ungenau: ein weiser Mann. —
spoi (307 £7:=Yvw)] Lat. cogitabit, Syr. er erforscht. Vielleicht
hat er Trn so verstanden. — X7.1 6 r.rjhjr.t'.ijo;] da 9 a und 11, und
9b und 10 einander entsprechen, dürfte -oX'j-s'po; hier (anders
als 21, 22. 36, 25) = 21 hdjö oder ^3 'O sein (vgl. auch zu 25, 6).
Syr. hat für b: Si:3 cio (w Maus, h^} S2S 1^21): und wer tüchtig
ist, alles untersucht er. Er hat wohl Subjekt und Prädikat ver-
tauscht und letzteres schlecht wiedergegeben. Vgl. h'^^^Q nm
13, 22.
10. IL l-3'.r>7i>r,] Lat. (der v, 10 in dreifacher Uebersetzung
hat) est expertus und tentatus est. Wegen 39, 4 ist anzunehmen,
20*
5Ö8 Sir. 31, 1—33, 13 a. 36, 16 b— 22.
dass der Uebers. die Verbalform in passivischem Sinn gebrauchte.
Aber der Verf. beabsichtigte das Aktivum (Syr. ''Dj). Der Sinn
ergibt sich übrigens v. 11 und 39, 4. Vgl. das hebr. Sprüchwort ps
\tü: bv^^ c:n (bei Buxtorf s. v. |rD3). — o/i^aj Lat. quid und qualia
und pauca. — -s-Xav/jasvoc] 106 157 55 254 schlecht: -s7r7.ios'j|jivoc.
Syr. nach dem Vorigen: der versucht hat. — TrorvoujiYiay] (Dubl.)
schlecht: malitiam und nequitia (^ Trov/jfy'av vgl. zu 19, 23). Syr. :
Weisheit (vgl. zu 37, 19). — Der Ausdruck wie 21, 12.
12. £v T/j dTTOTrXotvv^cjEt (23 Totr^Sci) ti-ou] Syr. nach dem
Vorigen: als ich versuchte. — 248 23 S 70 lesen xotl xa -Xsiov«,
106 om. [i-oü 2°, 70 om. jxou 3*^. Schlecht ist aber auvssic. Lat.
für b: et plurimas verborum consuetudines (= a-jvssic). Dagegen
Syr.: viele (w Maus, praem. und) Dinge (snia::) gingen an mir
vorüber (oder: über mich hin, "IDJ? "'hy). Es Flniid da wohl 2"l
'bv nnj? onm. Vgl. Job. 13, 13. Nah. 3, 19. So ist v. 13 vorbe-
reitet. Gr. las vielleicht ii2J; vgl. zu 1,4.
13. £oj? OotvocTou ixivouveuaa] Syr. wohl genau: zum Tode
gelangte ich (n^ais). Vgl. 51, 6, wo Syr. n'£J2) für yjm. — to6t(uv
(307 TO'JTOL») ydrjiy] weist auf das Folgende hin (29, 28, und zu
11, 18). Syr. wegen derselben (Dinge). Lat. (Dubl.) gratia dei
und herum causa.
14. 15. TTvs'jijLc/.] führt zunächst auf mi, das als Subjekt des
Lebens auffällig wäre; vgl. aber ^mi ^^n an der freilich verderbten
Stelle Jes. 38, 16, übrigens unten zu 38, 23. — ^r^at-m] Lat. schlecht:
quaeritur, al. quaeretur (C/jTsr-at). — Syr. für 14: den Willen (srni:)
der ihn Fürchtenden tut der Herr. Er las am Anfang etwa pT
oder l'cn, und sodann iTnn für ,Tnn. — Lat. add. et in respectu
illius benedicetur (-centur) = eulo'(r^br^(szxai; vgl. suXaßrjOr^as-ai
V. 16. — Syr. für 15. 16: denn gross ist seine Hoffnung und er
rettet. Nach dem Sing, zu urteilen, stecken darin Elemente von
V. 16. — Lat. i. f. add. et oculi dei in diligentes se (Dublette
zu V. 19a).
16. Ueber Syr. s. o. — ou [xr^ 1°] so nur B (254 308),
dagegen A TroXXa, die übrigen (auch Sah. Lat.) ouosv, das 253
auch für ou \xr^ 2^ hat.
17. 18. 7) 'l'oyj,] 157 add. aüToS, Lat. add. eins (al. om.),
Syr. nrniV 2, 17). Uebrigens stand da nti'K (Syr. ,TaiJ2); vgl. zur
Sir. 31, 12-22. 309
Konstruktion zu 26^ 1. — dv-iaxr^prj'jxczj so nur B'^^ (308), die
übrigen 3-r|prj'[xc(; vgl. zu 3, 31. Syr. ein Stützender.
19. Zu a vgl. zu 15^ 19. — xorAou] Syr. des Herrn. —
TO'jc ctY^-foyiac (307 'foßoujxsvo'jc = 15, 19) auxov] vgl. zu 1, 10.
Lat. timentes eum (vgl. aber zu v. 15), Syr. alle seine Knechte.
— uTTcpaaTnajAo; ouvaaisiotc] vgl. 7.3~lc xpcttooc 29, 13. Syr.: und er
beschützt (p^) und rettet (p-.ci); vgl. y^' pa Ps. 18,36. — xal
aTrjpqtj-a is/uocj vgl. Syr. zu 1, 19. Dagegen Syr. hier: und eine
grosse Zuversicht (Nj':2:n) ist er. Vielleicht las ernona; übrigens
las Sah. etwa tti'cjtcojc für hy'jo:. — Syr. für c: und ein Beschützer
(wiriDo) vor dem Feinde und ein Befreier (xpnc) vor dem Gegner.
Er verlas wohl n^ip in G'^p und onni: in nni:. Dagegen ist das
zweimalige a/d-r^ ungenau (Sah. hat für das erste schlecht s.l~k,
Lat. tegimen imd umbraculum). Uebrigens drückt Syr. in c und
d wohl mit Unrecht Participia statt der Abstracta des Gr. aus.
An erster Stelle stand in c wohl mnDD oder "ino, an zweiter h)t,
— Syr. für d: und ein Retter (NJ^Tlti^o) ist er vor dem Schlag
und stützt {-pD) vor dem Fallen. Er verlas wohl *]:: in J?JJ.
20. Syr.: Freude des Herzens und Licht der Augen und
Heilung (f^nrcs) des Lebens (vgl. zu 1, 18) und Segnungen. Gr.
setzt '{^u/Tj öfter für 2h (s. z. 4, 17), und hinter avu-j^tov suche ich
eine Form von h''2, das Gr. hier wie 40, 26 mit rhwyjw {= hi2?}
übersetzte. Sodann fehlt im Syr. ein Aequivalent von 01006;
(vgl. zu 1, 12). Also hat Gr. in a wohl mit Unrecht Participia
statt der Abstracta des Syr. Zu cpojxi'Ctov ist dann nicht Ps. 19, 9,
sondern TiNO Prv. 15, 30 zu vergleichen. — Am Schluss fügt
Syr. die Glosse bei: dies alles wird doppelt über die Gerechten
kommen (vgl. 40, 8).
21. 22. Ueber den Zusammenhang von 31, 21 — 36, 22 s. 0.
S. 304. — UuGiaCwvJ Cyrill. AI. VP 311: Ü-ja-:«, was freilich wohl
Korrektur ist. — Syr. für 21 : die Brandopfer der Frevler sind von
Frevel (pK ah)V^ «Sin pnm'^j?). Vielleicht stand da Sj).;» nSiy; vgl.
pti^j;» n2' 32, 15 und h));f2 h'n, das 40, 13 herzustellen ist. Das
Weitere hat Syr. fortgelassen und dafür das Aequivalent von
dv6[i-«)v V. 22 als Abstractum nach v. 21 herübergenommen. —
ijL£ixo)xrjasvr|] 70 106 k 157 A Sah. Aeth. Lat. ;xs|i.oj[xr^;x£v-r;, (vgl.
Lat. zu 11, 33), was anzunehmen und vielleicht = n2 ü)r2 ist (vgl.
Lev. 22, 20 ff.) — ek suoo/fav] = pr'? (Lev. 22, 20) = Syr. pSpno
;-5]0 Si>- 31, 1—^3, I3a. 36, l6b-22.
(Pesch. - |x(yxrj|j.aTa] das den Anlass zu [j,s|j.(o/.-/)|x£v-/; gab, ist sicher
falsch. 106 k 157 S<"* A Sah. |X(u[j.r^!xczTot (296 808 |Aojjx-/j-a), was
aus Anlass von ;x£ix(»|j.r^}xsv/; entstand. Dagegen 248 70 S"* "*'■'"■
Aeth. oojfvT^aata = Syr. piT^JlTip (Suffix statt des 7.vo|X(yv); vgl. zu
1, 9. — Lat. i. f. add. Dominus solus sustinentibus se in via
veritatis et justitiae. — Vgl. Prv. 1.5, 8. 21, 27.
23. Syr. hat pnm'7j?2 an Stelle von iv -fyoc'fo(>7.rc und pn^oziip
an Stelle von JI-jcjiojv; Agl. zu 46, 16 {rhvr]) und zu v. 24. 32,25
(n;i), aber auch zu 32, 8. 50, 13. — Hinter a fügt Lat. bei: nee
respicit in oblationes iniquorum; vgl. 7,9. — Syr. für b: und
auch nicht für (3) die Menge ihrer Darbringungen (Sah. Lat.
sacriticiorum eorum, aber eorum fehlt Brev. 212) vergibt er ihnen.
Zu £;i).aaxc-7.'. vgl. 5, 6.
24. Wie bei Arnos werden die Opfer der Gottlosen mit
ihrem imgerechteu Erwerl) in P>ezielumg gebracht. Es erklärt
sich das daraus, dass die Kelchen grosse Opfermahlzeiten gaben,
die einen guten Teil ihres Aufwandes ausmachten. Sie stellten
damit nicht nur ilu-e Frömmigkeit sondern auch ihren Reichtmn
und ihi' Wolillebeu zur Schau. — Syroh. Ckrys. 2, 336 praem.
<h:. Syr. praem. ^vie ein Mensch, der. — 6 TrposaYo^v OusiavJ Syr.
Sj2iip 2ip^"T |<"3 «:rn. — Gott ist der Vater der Armen, Witwen und
Waisen. — ix /f;-/j[xa-o>v Trsvr^xtov] Syr. nur: SJrDöT |0.
25. «pTo; i-io£0[xsv(ov] Syr. Brot der Barmherzigkeit (sncn). Es
stand da -icn, das Gr. falsch verstand. — tttoj/wv] 70 irtoj/ou,
Aug. spec. und Hss. des Lat. pauperis. — ao-r^v] 248 S*^* Lat.
7.'jTov, vrie der Uebers. allerdings hätte schreiben sollen. Cw/j (=
c'"-) könnte er aber auch im Sinne von Lebensunterhalt ge-
meint haben (s. z. 4, 1), wie es in der Tat wohl vom Verf. be-
absichtigt war. — Syr. füi' b frei: und wer es zurückhält (sSs)
von ihnen, vergiesst unschuldiges Blut (vgl. zu v. 17). Ich nehme
an, dass airosTcpsco hier wie 7, 21 a-z^ioi füi" J?i0 steht. Die
Hartherzigkeit, die der Armen vergisst, ist nicht besser als der
Frevel, der sie plündert. — avOpojTtoc «[[xotTojv] = c'^öi Vü Ps. 5,7.
26. 27. a'j;X|3uua'.v] ist unpassend; der Zusammenhang er-
fordert .Lebensunterhalt-. 253 23, S A CIuts. 4,558 lesen
£tX|3»üaiiv. Vermutlich stand da r\'nf2 Avie 38, 14, aber im Sinne
von 34, 2. Lat. qui aufert in sudore (= ot'iiopootxsvoc?) panem. Syr.:
Sir. 31, 23-31. .'^11
wer den Nächsten tötet, nimmt in Besitz [rw = \i^v) sein Ver-
mögen (^^1D^J). Er denkt an Ahab imd Naboth. — Syr. zieht 27
in drei Stichen auseinander: imd wer vergiesst unscliuldiges Blut,
Gott beranbt, nnd wer lairzt {rh^ = pu>v Mal. 3. 5) den Lohn
des Tagelöhners, verkürzt seinen Schöpfer, und er empfängt eine
böse Vergeltimg. In der Tat könnte hier ein Distichon ausgefallen
sein, aber Syr. gibt dann schwerlich seinen ursprünglichen Wort-
laut wieder. — A 155 lesen schlecht: xat a-osxspüjv. Lat. : qui
effimdit sanguinem et qui fraudem facit (Toi. Saug. add. mercedem)
mercenario (fratres sunt). Auch Sah. lässt xai' 1° aus. Vgl. Baba
mezia fol. ir2a: Wfi w^: Sssii ]hü2 V2^ n:i^ ti^nirn h^.'
28. (ocpsXr^aavJ A 155 Chrys. 7,647 w'fc'XyjScv, Syroh. 253
23 vyfzlr^mu Aber das Tertium ist nur die Vergeblichkeit als
solche. Uebrigens hat das Aktivum nach Analogie von ':''j?irr hier
und V. 30. 31 die Bedeutung Nutzen haben. — izMov r]] Syr. ühü,
wolil = D^? ^3. — xoxo'j] so B 253 23, Chrysost. 6, 82 xottov, die
übrigen xottouc. Syr. leere Mühe. — Lat. für b: quid prodest
Ulis (al. Uli) nisi labor, vgl. zu v. 30.
29. £'j//j[x-voc] Syr. besser ']'\2ri. Der Opfernde segnet sich
selbst. — 0 ossTcoTTjcj Lat. Syr. deus; vgl. zu 23, 1. 33, 1.
30. ßaTTTiCoixsvo;] Syr. snci; zu vermuten ist |^n"i. Vgl.
Num. 19, 11 ff. — ocTTo vcxpoG] Sah. add. und rein ist. — ra'Äiv
a7T-o;j,£voc auTouJ Syr. umkehrt, ("cn, ebenso v. 31) ihm nahe
kommt (mp). Es stand da )2 J?J1J1 :i^); vgl. zu 13, 1. Lat. et
iterum tangit illum. Die Worte fehlten zur Zeit des Augustinus
in vielen Handschriften, gegenwärtig finden sie sich in allen
lateinischen und griechischen Codd., fehlen aber in den besten
Hss. vonDS; vgl. auch Cypr. 446,22. 772, 10. — -öi XouTpui] 248
70 23 106 k 307 SA 55 254 155 Anton. 1117 praem. iv; vgl.
V. 31. Syr. von seiner Waschung. — Lat. für b: quid proficit
lavatio (Cypr. Aug. spec. proficiet lavatione) illius (s. z. v. 28).
31. ouioj? rjy\}[jomoq (Brov. 242 om. homo; s. z. 3, 17)
vTjaicuojvJ Syr. und (s. z. 13, 20) welcher fastet. — stti] k airo,
Syr. |a (Ambr. hv). — Sah. Lat. Syr. om. 7rop£üO[XiVo? xat'. — Syr.
hat für ~ä rjjjxd nur pn'?. — xaQ Syr. oder. — iv toj xa^z^vJ^a%r^v'x\
auTov] Syr. dass er fastete (Ambr. welcher fastet). Es stand da
wohl irnj^nns, das Syr. richtig verstand. Natürlich handelt es
sich um privates Fasten.
312 Sir- 31, 1—33, 13a. 36, 16b— 22.
32, 1.2. Für legem haben Am. Corb. 1. Theoder. verbum
(s. z. 31,8). — 23 307 Lat. -por^opav. — Syr. : wenn du tust
(s. z. 44, 20), was geschrieben ist im Gesetz, machst du viel den
(Gottes)dienst (NJnS'E). — \)<jyÄ'lw/ atuT/^ry'oo] Syr. Heil seinem
Geist. Entstellt war vielleicht ns; in nr, und ih^ wurde miss-
verstanden. afoxrjfv'ou wird gesagt für i>ua''a sojir^piou oder auch
für -3.01 a(oTr,r/o'j (vgl. LXX 1 Chr. 16,1. 2. 21, 2ß), ebenso v. 4
7.tvi3£(uc (vgl. LXX 2 Chr. 29,31). — 6 -poai/wv ivroXoti?] vgl.
35, 24. 23, 27. — Im Lat. folgen drei verschiedene Ueber-
setzungen von v. 5 b.
3. 4. 7.v-7.7roo'oo'jc /7,otvJ ist schlechte Uebersetzung von
(n)Dia '7011 Syr. gute Vergeltungen legt auf. Vgl. betr. dvt7.T:oo'.oo-
V7.1 = h^:, zu 3,6. 31, und betr. ydry.: = (n)2ia zu 3,31. 12,1.
— -rjo^'s^irjoy^] 248 praem. ok. Syr. 2"ipö. — a£;xioa)av] ist wohl
^ nni-^, was Syr. schlecht mit s:3iip wiedergibt. — £X£-/i;xocr'jv/)v]
Syr. J^npT = r\prj = Mildtätigkeit; vg]. 12,3 und zu 3,30,
übrigens aber Prv. 21, 3. — O'jatv'^djv cfhhzo):] Syr. er beobachtet
das Gesetz (min: mw).
5. s'jooxta] =^ p'f"!, aber hier im kultischem Sinn. — 7.-0-
crTr,v7'. 7.-0 -ovy;p''ac] Syr. ZU weichen von allem, was böse. Vgl.
j?"S TjD (Job. 28, 28) = es überhaupt nicht tun. — £;iX7a;jL'-jc]
wohl = nn''':D (5, 5). — Syr. für. b : und halte zurück deine
Kraft (-[S'^n ''hz)), dass du nicht tust, was verhasst ist.
6. 7. Vgl. zu 7, 29—31. — Vgl. Ex. 23, 15. 34, 20. Dt.
16, 16 und dazu LXX. — sv -po5oj-to (248 70 svto-ioy = LXX)
/uptou] Syr. vor ihm. — Syr. für 7 schlecht: denn jeder, der tut,
was schön, ist ein Beobachter des Gebotes. — /7'piv evto^c] vgl.
29, 9. Man soll den Kultus üben, Aveil er einmal geboten ist.
Er ist eine Uebung im Gehorsam, deshalb gibt ihm aber auch
allein die religiöse Qualität des Opfernden seinen Wert bei Gott,
wie im Folgenden gesagt wird.
8. Syr., der hier und im Folgenden den Text ins
Christliche ausdeutet: die Darbringungen der Gerechten ist das
Gebet ilires Mundes und ilire '\^''orte den Himmel zerreissen
(iVViD). Allein die letzten Worte könnten auf hebr. Vorlage zurück-
gehen (vgl. zu V. 21). — A'.-7.iy£i (vgl. 38, 11)] kann nicht besagen,
dass der Fromme fette oder viele Opfer bringt. Vielmehi' handelt
es sich um ein Zeichen, aus dem anf die gnädige Annalune des
Sir. 82, 1—9. 313
Opfers gesclilosspii wurde. Viil. Ps. 20, 4. — c/Sj-y,:] k 155 7.'jiou,
Lat. om.
9. 8yr. : die Gabe des guten Menschen wird angenommen^
und das Gedächtnis der Gerechten wird nicht vergessen in Ewig-
keit. Also ist tlucr-'a =: nnJO. Sodann ist [xv/jixoauvov wie 38, 11.
45^ 16 = mrix. dem Teil des Speisopfers, der A^erbrannt wird
(Lev. 2^ 2). Ebenso geht z'^ooir,. y. 8 (= mn"*: n^i) auf die Fett-
stücke, die zu süssem Geruch verbrannt wurden (Lev. 1, 9. 3, 5).
Uebrigens ist m:tx, das eigentlich Duftopfer Ijedeutet (vgl. Dill-
niann zu Lev. 2, 2), spielend mit "in „gedenken" in Verbindung
gebracht. — ozv-r^ (Syr. hzpi^n s. z. 31, 22)] = nmn oder ]))i^h. —
c('j"r,?] k ocuTO'j.
10. Lib. com. praem. hli. — iv aYaöco ociOaXjjiw] vgl. zu
14, 10. 34, 13 a. — oo?7.aov] vgl. 7, 31. — a-otp/riv /sipöiv (70 X-'-P^^*)
aou] = -[T* nann (7, 31). — Syr. mit gutem Auge gib dem Armen
und Averde niclit erschüttert bei deinen Gaben. Er verlas wohl
I3j;s3n in ly^^sn.
11. Hier setzt Cod. B des Hebr. meder ein, von dem
fortan nur noch 38, 27 c — 39, 15 b fehlen. — i''ti>j?D h22] vgl.
34, 22. Gr. wohl nur erklärend: iv -da-i;^ oossi, ebenso Syr. ^7:2
"[nZiTif:. — CJC ixrt] vgl. 7, 24. Gr. lld^Aoaw ih -fioatoTiov sou, Syr.
es sei leuchtend dein Gesicht. — jii^t^'iij Gr. xai h ö'j'ipoa'Vo
(34, 28). — Syr. für b rationalisü-end : imd in Freude leilie dem,
der dir nicht zahlt (vgl. Luc. 6. 34 f.). — itJ^yo] Lat. decimas
tuas; vgl. die Eandlesarten. Hier wird der Zehnte ausdrücklich
genannt; vgL dag. 7,31. 45, 20 f. — Vgl. 2 Cor. 9,7.
12. Für das beziehungslose iS ist nach (}\\ (u-J^-'a-cto), Syr.
(sm'^sS) die Variante h^h (vgl. zu 4, 10) anzunehmen. — "f)] Gr.
om., der Bequemlichkeit halber.— Zu irno2 vgl. 41, 19. 22. 42, 7.
— P 31122] setzt Gr. um in: xal h aYocöm ocpi>7.Äu(o, ebenso Syr.
(ohne xai). — T nj^Mn] vgl. 14, 13, sowie neuhebr. n' Jit'n.
D nach Ez. 46, 7 und Gr. xa^' supsjxa /sipo?. Syr. Kn2i si^snzi
(er dachte vielleicht an sjui»). — Syr. stellt v. 12 schlecht hinter
V. 13. Das hängt wohl zusammen mit dem Eindringen der hinter
V. 12 von ilun übersetzten Glosse: denn (TJ) wer gibt dem Armen,
Gott leiht er; denn (TJ) wer ist ein Bezahler. wenn nicht er!
VgL Prv. 19, 17.
314 Sir. 31, 1—33, 13a. 36, 16b— 22.
13. n'iSiSsi'n n)hü] betr. 'ZT> vgl. zu 12,2. Uebrigens er-
wartet raaii mS« wie v. 15, die Abweehslunji; im Ausdruck ist
störend. n)ha findet sich freilich auch Neh. 9, 17. Ps. 114, 7.
Dan. 11; 88 f. im Stat. constr., aber 45, 28 ist es in \ti'7K korri-
giert. Gr. xofy.oc 7.v-7.-oo'.oo'jc = Syr. sj^no KnSs\ Vgl. Jer. 51, 56.
— c\n>';K'J vgl. 7,8. 20,12. Ps. 79,12. Syr. übertreibend: zehn-
tausend mal zehntausend. — Z"«*'] Gr c/.yTa-oo(ociö'.; vgl. v. 23. 24.
36, 25. Syr. po "n. — 248 om. aoi. — Zu n)h)f2i hv2 in der
Glosse vergleicht Bacher Jes. 59, 18 Targ.
14. 15. nna^n] vgl. Job. 6, 22. Gr. otopoxo^si; vgl. 3 Macc.
4, 19 und oojpozo-t7. Aq. Dt. 10, 17. Prv. 6,35. Syr. -mnu^n (=
"HKn?). — p'^>j?ö ";* h';] vgl. zum Ausdruck zu 31, 21. Gr. Oua-'a
otoi'xqj (10, 7). Syr. auf Opfergaben des Raubes («"E'isrn «izmp).
— l;cl^^'^ m'ts] Gr. -/.o.oio? xp-.tr^c. Ob er anders abteilte, ist zweifel-
haft; vgl. LXX Jes. 30, 18. JedenfaUs ist Hebr. wegen v. 18
im Recht. Denn ein Ricliter lässt sich bestechen, aber nicht ein
CEii'a mSk. — Syr. denn Gott übt Gericht. — wy] Syr. Mwnp. —
rjc ii)^ti] = Syr. scnz Dca. Dagegen Gr. schlecht übersetzend:
oo;ot r.rjrj:sdi~rju. Uusere Stelle bestätigt die Vokalisation in 2 Chr.
19, 7. — Vgl. überhaupt Dt. 10, 17. 2 Chr. 19,7.
16. üuf'l 248 Lat. Är/LsTv.-. y.'jrAo:. — hl hü] vgl. 4,22, wo
besser ^>'. — Syr. für a umdeutend: es steigt auf vor ihm das
Gebet des Armen; vgl. zu v. 21. — ^jwn] Gr. osr^siv (51, U),
wonach Syr. Knp. — pKö] Syr. snn yv^; Gr. r^o'-xr^fisvou wie
4, 9, wonach pii^ zu schreiben ist.
17. U'ts^] Syr. pn«^, Gr. -j-spiö-c, (A -ap%|); vgl. zu 8,8. —
npj;!'] Gr. '.y.z-z(av: Syr. snp:« (wie der Rand). Lat. preces, aber
für n^\i^ loquelam (Gr. ÄvX-'av vgl, zu 6,35. 13,11) gemitus. —
nznnj vgl. 1 Sain. 1, 12. Jes. 1, 15, aber Gr. sx/sr, (vgl. auch
35, 4) las wohl anders. 'C2n wird anscheinend 46, 6 vom Hagel,
Nüin und '^^zr, syrisch von starkem Regen gesagt, wonach t22nn
ursprünglich sein dürfte. — Syr. für b frei: und das Gebet der
Witwen hört er. — Vgl. Ex. 22, 21. 22.
18. 19. Syr. om. — nv^l] Gr. octxpua (248 70 oaxpuov, 248
in V. 19 7'jTo). ahn deutet vielleicht an, dass hier die praktische
Anwendung auf das unterdrückte Israel gemacht wird. Die
Tränen Israels kommen öfter in den Psalmen vor; aus Miss-
verstand fügt Gr. 7/^,07.? bei. Vgl. übrigens Tlii-. 1, 2. — nmsi]
Sir. 32, l:!— 211). ' 315
= lind es besteht Seufzen: v<;i. 47, 20. Gr. setzt für nniSl hier das
stärkere v.nX r^ xar7.|Vj-/;3ic (248 Syroh. Sah. Lat. male add. ccj-y;c)^
dagegen v. 20 für npv'^i nur ösr^st^ (doch vgl. zu 4, 6). — i-\ xti)
xa-aYa-,'ovTi ozd = .TiiTa Sj?. — Lat. add. a maxilla enim ascendiint
usqiie ad coelum et dominus exauditor nou delectahitur in illis.
20. pi:i """iTionJ könnte man vielleicht verstehen: die wohl--
gefällige (Jes. 58, 5), d. h. die richtig vorgebrachte Klage. Gr.
(i}spa-£'ja)v SV c'jooxta, Lat. qui adorat deuni in oblectatione) las
mögliclier Weise ^pnan (vgl. \hrja-z(a Esth. 2, 12 LXX). Syr.
die Bitterkeit der Seele der Armen. Ob er anders las, oder
„der Armen'' aus v. 21 ergänzte, steht dahin. Aber das schon
von Gr. gelesene p^n stösst sich mit nrün, das mit Schechter als
Inf. Hifil (Esth. 2, 18, auch neuhebr.), im Sinne von Darbringung
von mm nn zu nehmen ist. Betr. der Form vgl. zu 14,13. Gr.
(os/i)r(as-a'), Syr. (er liört) übersetzen frei, aber sinngemäss. nn:n
soll dabei wohl anklingen an nn:s v. 19. Man wird daher mit
Schechter YT;:! (vgl. zu 35, 14) und in b ^y; rip>'i'i für npv^'i her-
stellen müssen. Unklar bleibt, wie die femininischen Suffixe
der Varianten entstanden. Gr. z<zi r, of/jai; (s. z. v. 19) a'jtoo,
Syr. und ihr (d. h. der Armen, wie w Maus, lesen) Gebet. —
nnii^Ti pj;] ist unverständlich. Syr. sinnlos: es drückt die Wolken
hernieder (sj:"12 = nncn?l. Dem Zusammenhang entspricht da-
gegen Gr. £wc vs'isXcyv 3'jv7!'!/i'.. Ich vermute danach npit'n. Das
Verbum heisst sonst (mit 2) an etwas hängen, ilim verbunden
sein; vgl. aber arab. 'Ji^=> das Ziel erreichen (vom Pfeil).
Weiter ab liegt p^u>n Ez. 3, 13. np^'n und nc'^n v. 21 sind wohl
Perfecta, nicht Participia.
21 a b. nriti^J Gr. -posEo/r^ = Syr. smSi'. — ^n] s. z. 11, 1. —
py ist wegen v. 20 unwahrscheinlich, und nach Gr. (vE'fsXa;
o'.7)Xi)s) nshn W^v anzunehmen. Vgl. Syr. zu v. 8. hn ist wohl ab-
gekürztes nzhn (s. z. 35, 10) und ov entstelltes zv (Peters). Syr.
frei: über die Wolken steigt es auf. — r^n] vgl. 11, 10; Gr.
auvE^YiVd (vgl. 37,30. 51,6). — mjn] Gr. ausdeutend: ~'y.[ja:/lr^\}r^;
vgl. Lat. zu 44, 23a. Lat. hier: consolabitur. Toi. corroborabitur,
Sang, conrogabitur (s. z. 17, 24). — Syr. für b: und vor den Herrn
der Herrlichkeit kommt es {ühüV ^^mai si^ Dipl); vgl. zu 21, 5. —
Vgl. Thr. 3, 44 und Zohar Lev. u- (3 p. 62) aphc «nS.^ N^^^
|TpT xj?p;i So Cowley-Neubauer; ich finde die Stelle nicht.
316 Sir. 31, 1—33, 13a. 36, 16b— 22.
21c. 22 a. s'?] Gr. praem. -m'.. — ti^lön] Gr. dTrosT-^; vgl.
38, 12. Syr. sn^j?. — nj?] Gr. io^ (70 55 add. oo, 248 23 106
157 307 add. av). — W] Gr. o '3'V.3toc (4, 10), A Aeth. xopio?. —
Syr. (bis er Dachforscht) wegen ihrer, d. h. der Bitte. Aber iTSj;
ist wohl Fehler für s^Sy = o 'j'jytaToc (vgl. 24, 3). — Gr. für
22 a: x7.1 (248 70 om. Lat. sed) x.oivsr o-xatw; (so B S «^^ A (296 308),
wogegen 248 70 Sah. Lat. oixa-'o'jc, die übrigen mit Aeth. otxa''o'?)
X7.t TToir^aö'. y.fjiy.'K Dazu stimmt einigermassen die Randlesart rw\'$.
Gleichwohl ist die-Textlesart des Hebr. haltbar. Syr. für a: und der
Richter (oder: ein Gericht) der Wahrheit richtet (Partizip). — Vgl.
Gen. 18, 25. — Schlecht stellt Lat. 22 a hinter b. Sah. om. b.
22 b c. Syr. snD, wohl = pns (10, 7), das ich dem ':«
wegen c vorziehe. Gr. o xopioc. — nisn'sn"'] Gr. ß.oa86'/;fj; Syr. frei:
er wird verschmähen. — Gr. für b: oooe \i\ aaxpoO'Jixr^Tr, hz
v.'jToic, 248 70 add. u xTjrn.rt.vK. Lat. et fortissimus non habebit
in illis patientiam. Aber das beziehungslose s-' adtoic ist wohl
verderbt aus o xpa-caioc (= yci 46, 1). mnj: ist schlecht, na besser
als xS. Zu pcXiT vgl. Jes. 42, 14. ß3, 15. 64, 11. — Syr. für c kor-
rigierend: er wird nicht vernachlässigen (pist^J) und nicht ungiltig
sein lassen (SisiJ).
22 d. 23 a. ':nö |>n?:^] vgl. Dt. 33,11. Gr. a-jvt.ot-V^j os-foy.
Syr. er straft (>'3nJ, lies nnrj = Gr.) die Macht (w Maus, kor-
rigieren: die Werke, pu die Macht, die Werke). — '•"'rNJ Gr.
7.v3/.E-/i;jLovojv (vgl. 13, 12), Syr. der Frevler. Lat. ipsorum. — v\h,
das auch Gt. Syr. ausdrücken, ist alter Fehler oder vielleicht
nur orthographische Variante für c^wSl; vgl. zu 10, 14. — riy^
cpi] vgl. 12, 6. Gr. avTa-ooojas-. (v. 13) sxoixr^a-.v. — Vgl. Dt.
32,41. 43.
23 bc. Si>nr] = Gr. sripr, (vgl. 16,9); Syr. er wird ver-
tilgen. — 'ci'd\ Gr. •KXrji>oc^ Syr. die Stärke. Dass aber das Wort
hier neben naa (= Scepter) Volksstamm bedeuten sollte, ist nicht
anzunehmen. Auch wäre tt3iy oder ^'^Ll^, das als Korrektur er-
scheint, trotz Jes. 19, 13 eine sehr sonderbare Bezeichnung der
Griechen oder der Heiden überhaupt. Deshalb wird ti>""ir ein alter
Fehler für t^'it^T (beachte das folgende t^') oder ti'lT' sein; vgl.
Jer. 5,17. Mal. 1,4 und syr. ^^ und l^♦ti>^ = zerschlagen. Vgl.
Jes. 14,5. ^h^^ azt^ D^ii^i nao "^ ^i^. — |it] vgl. 10,13.18.
Gr. W^^Knxwi (8, 11), Syr. der Sünder. — j?ti^i ntso] Gr. axT^Tt^pa
Sir. 32, 21 c— 26. 317
(Syroh. cix9)7:Tpov?) <xotx(ov, was aber für cyti'T nichts beweist. Aller-
dings ist neben Ps. 125, :3 yiJ'in 'cz^* und Ez. 7, 11 *>'ti>i rü^s auch
Jes. 14, 5 zu vergleichen. Aber v^"^ i«t durch pii geschützt.
Syr. ausdeutend : die frevelhaften Gewalthaber (sjt:^'?'^'). — yir ynj]
vgl. Zach. 11, 10. 14. Gr. 3'jvTrvt'V(,. — Vgl. auch Ez. 30, 18 LXX.
24. lyijs'?] = Heiden (vgl. Ps. 56, 2). Syr. korrigirend:
den Bösen. — "hvz] Syr. pnSrin, womit er wohl auf ^^t::" vorgreift.
Gr. /.oi-y. -a: r.rjdhi; rjSj-rj\j\ aber h'ioy] (= /.r/X 77. s.oyct) erfordert
vor sich blosses 'Sjrc. 307 setzt konsequent zc(tc/. 2'^ (wofür 155
ym) vor ta IpY«. Man könnte allerdings leicht SaJT herstellen.
Lat. für b: et secundum opera Adae et secundum praesumpti-
onem illius. Für eis hat freilich Gr. twv ävO.ooj-wv, aber 248 am
Schluss 7.'jT0'j für oi'jTwv. Danach stand im Gr. oder im Gr. II
wohl 'Aoa'tj,; vgl. zu 16, 16. — inoiör] Gr. v.r/rJj. -Jj. svi)'j;x-/-a7.-:7.
a-j-äiv. — Syr. für b: und den Frevel (= ps für ciK?) tuenden
ihre Gedanken. — Vgl. Prv. 24, 12.
25. Die Ergänzung nach Gr. i'ojc zrv'vr, rr// ■/.ryi'jtv toG XaoO
au-oc; = Syr. ,1)2^1 Nn jn:i N^iy. Vgl. Mi. 7, 9. Jes 51, 22
u. ö. — "nVi^^^^] Gr. h TW Ikiv. atjTO'j; vgl. LXX Jes. 45,8, Gr.
zu 33, 1 und Syr. zu 2, 9. Syr. hier: nniipTicr, wohl entstanden
aus n:j?TiC2, njpn'c;. — Lat. justos für 7'jto'jc.. — Vgl. Jes. 25, 9.
26. Gr. für a: (upaw (248 70 S Sah. praem. w?) sXso;
(Sang. Am. add. dei) h x7if>(o fiX-'-^/sojc 7'jto'j; 248 Syroh. S Sah.
Maxim. 764 Lat. om. auToO, das hinter sXsoc stehen sollte. 70 hat
'ßj^sxz (vgl. Syr. in b) für i>}a''!>s«)c. Man darf annehmen, dass Gr.
1J1!:t nw (vgl. zu 15, 9 und zu 50,22) las. Syr. für a: und er
beschämt den Feind (oder: und es schämt sich der Feind) in
der Zeit der Bedrängnis, was mit Hebr. 1° und Gr. nicht leicht
(x + "112:?) zusammengebracht werden kann. Vermutlich las Syr.
wie die zerstörte Dublette. — Zu |.^: vgl. 43, 7 und zu 4, 20. —
nj?:] Gr. w? vs'fsXai (k Maxim. 764 vs'fiÄ-/;), Syr. x:jj? -\^, wonach
nj?D zu schreiben ist. — CTin] vgl. 40,13. Gr. ustou, ebenso 40, 13,
Syr. hier siaai, dagegen 40, 13 K:jy. Die übliche Deutung „Blitz"
ist ets'mologisch unbegründet und durch den Zusammenhang
nirgendwo erfordert |vgi. Job. 28, 2%. 38, 25. Zach. 10, 1), der
vielmehr überall der Deutung „Wolke" oder „Regen" günstig
ist. uöToc hat Svmmachus nach dem Svroh. Job. 28. 26, .L/s
der Araber Job. 38, 25, nives Hieronymus Zach. 10, 1, scci der
318 Sir. 31, 1—33, 18a. 33, 16b— 22.
/ Syrer ebenda. Die Rabbinen erklären „Wolke", und so ist das
) Wort im Targ. Cant. 2, 9 gebraucht. Ebenso erklärt G. IIolT-
S mann (zu Job. 28, 26), der aram. syr. «n'^ün (Krätze, öchorfj
', vergleiclit. Aber die Bedeutung<'n Wolke und Regen können
[ neben einander bestanden haben, und a. u. St. und namentlich
40, 13 scheint die letztere angenommen werden zu müssen. —
mrjzl = Gr. ri-i>[^'i/yj.^ (LXX). Verderbt daraus war -[TJ (vgl. 8, 9j
= Syr.: zur Zeit, da er erfordert ist (syano).
33, 1. 2. Dem c der hebräischen Hs. entspricht 307 otp/yj
XoYO'j. — uj^'i^nn] Gr. l/ir^sov -?i|j.7.c : vgl. Gr. zu 32, 25. — Srn mSkJ
vgl. 45, 23. 50, 22 (Gr.), sowie Rom. 9, 5 und syrisches S: >frr.
(Allherr). Syr. hier schlecht: o Gott, uns alle. Gr. oscf-0T7. o
ijsoc Trv'vTwv (70 6 -^ytoxf^aTcop), 307 x'jrv.s osa-oTot -7'vTfov, aber A
und Lat. nur: 0 Oso? irav-ojv. Augenscheinlich sind oEcr-o-a und 6 Wzüt
Varianten (vgl. zu 23, 1. 31, 29), und zwar letzteres Korrektur
für ersteres. — Gr. add. xctl s-iJdXs'yjv (Lat. et respice nos), was
wohl nur Dittographie von xal s-i'ßotXs (155 sTtipXs'^^ov) xov ist. Lat.
add. et ostende nobis lucem raiserationum tuarum (al. lumen
miserationis tuae). — n'^ii'';] Syr. und bringe (sn'Sl), Gr. X7.i i-tp-
7.A3. — cun b: '^j;] vgl. 1 Chr. 14, 17. Syr. auf die Völker, die
dich niclit kennen (Jer. 10, 25), Gr. l-X r^rh-o. (Lat. om.) -ra s«)'//;.
248 Lat. add. -7. |j.-}j £x:-/j-oOv-7 as (Ps. 14, 2 vgl. 39, 23 Lat.). —
Lat. add. ut (al. et) cognoscant, quia nou est deus nisi tu et
enarrent magnalia tua; vgl. v. 3. 5. 10 und zu v. 7 und zu v. 13.
Cod. 307 om. IrX r.oy-a bis '/^'.[jr/. 30 'j.
3. Nach Gr. Syr. (deine Hand) ist T in den Text zu
setzen. Gr. übersetzt ?)''jn (vgl. z. B. Jes. 11,15) wie 47,4
(vgl. 37, 7) mit s-apov, wonach Syr. an«. — "irj cy hy;] muss die
Griechen bedeuten; vgl. zu v. 12. Gr. setzt den Plural (i-t l{)Yr^
d/vÄotpt7.), vermutlich unter Einwirkung von IKT'I (Gr. xal lolTtoaav,
Syr. pj?n:i). Indessen hat Aeth. den Singular. — TM^I^^] ist
Singular. Gr. tyjv oovaa-EtV.v aou = Syr. "nrüiJ; vgl. freilich auch
15, 18. — Syr. fügt am Schluss hinzu «o^j?- (w Maus. Ambr.
om.); vgl. S* X7.i £-1 £l>Vr^ T7.V O'JV cjt. 3.
4. D2 in a und 1:2 in b = Gr. Syr. — Für ivoj-iov 2^
haben 248 70 23 ivavTiov. — Syr. hat auch für -\Z27\ (Gr. asya-
AovUsr/;,-, 23 S" C -^,') )i^ym. — Vgl. Ez. 38, 23.
I
Sir. 33, 1—10. 319
5. Gr. für a: v-tX l-iYvwxtuaav az xaOa-so xo-l rjjxet? (307 om.
X. ■?;.) £-c'-,'yoj|xcv (248 253 '2'6 pz i'-,'v<»;j-sv, alle anderen, ausser B
8yroh. Lat., add. at). Aber es handelt sich hier nicht um die
Bekelu'ung der Heiden. — Gr. i. f. add. xo^oie.
6. 7. n"K] Gr. 8yr. T/jasTc« (55 T/)|x£rov). — nitif^i] 8yr. ebenso,
Gr. xoti aXXouusov (vgl. zu 12, 18). Hier heisst n:*wJ> aber wieder-
holen, und 40, 5. 45,20 verdoppeln. Deshalb ist die Vokalisation
7\}v\ auffällig: die Masora kennt in dieser Bedeutung nur das
Kai. — Man könnte wegen 48, 12 an nc'o gegen nisn festhalten
wollen. Aber das im Kanon gewöhnliche ncii^ hat das Vorurteil
gegen sich. 8yr. hat NATcn und Gr. Oaujxaciia, das er 43, 25.
48, 14 für TOn setzt. Auch Dan. 3, 32. 33. 6, 28 stehen ns und
nan nebeneinander. Vgl. betr. des letzteren auch zu 16, 11. —
Vgl. Jes. 51, 9 f. 10,24—26. — Gr. Syr. für 7: or^^a^ov (Syr.
mache stark, *pr) '/y^y^. xotl |do7./iov7. os^-.ov (Syroh. 307 u'i^y^Xov).
Danach ist j'^si (vgl. 42,17), das in der hebr. Randlesart fehlt,
Variante für -nsn(Ex. 15,6 s. z. 43, 11). Vgl. übrigens Jes. 51,9.
53, 10. 62, 8. 63, 12. — 248 70 add. Ä3-sp (70 o-wc) l\-r^'[wr.i.i
-Ä i)a'j|xa3ta ofo'j; vgl. v. 10 und Lat. zu v. 2. Bickell betrachtet
die Worte als die Hälfte eines übrigens verloren gegangenen
Verses. In der Tat vermisst man ein Distichon, aber diese Worte
sind v. 10 b (vgl. dort 248) zu ähnlich.
8. 9. ?,s Tvn] vgl. Jes. 42, 13. Ps. 78, 38. — nan ->:::>•.]
vgl. 16, 11 Gr. und Jer. 10, 25. Gr. xctl i'xysov opYr;/ (16, 6).— An
Stelle von j?"::,!! hat Gr. hier l;ot,oov (Syr. n^r) und au Stelle von
r|m ixtpi-l/ov (Syr. Se2). Aber 46, 18. 47, 7 hat Gr. für y^jzn wie
Neh. 9, 24 LXX sx-.ot.Ss-y (Syr. beide Mal I2n) und 47, 5 für r,nn
i^a-'pc'.v. Also hat Gr. die Verba umgestellt, Syr. der ihm
übrigens folgt, redressiert das. — Zu ?]n:n vgl. Ps. 68, 3.
10. li^-nn] vgl. Jes. 5. 19. 60,22. Syr. sonderbar j?2S = lass
hervorquellen, wogegen Bar Bahlul: „mache offenbar" versteht.
— |>p] Syr. ebenso, Gr. xaioov (so öfter LXX für |»p). — npci]
heisst hier: bestelle sie, gib ihr Befehl, dass sie kommt. Syr. sae
(lass herannahen), Gr. ixvr,3Ö/iTi (vgl. LXX Jes. 26, 16). — nyioj
Syr. wni, Gr. opxiatxoa (248 0^77^), aber Syroh. S 23 richtig
opicjtxoy, Lat. finis. Möglicher Weise hat Gr. [die Nomina ver-
tauscht. Vgl. übrigens |'p und "ij^is bei Daniel. — Zu b vgl.
Koh. 8,4. Job. 9, 12. Gr. hat: xal exor/jYr^aaaöcuaav (248 add. aoi!)
320 Sir. 31, 1—33, 13 a. 36, 16 b— 22.
TV. asY^AcTct (248 i)au|x7!cji7' \i;\. zu v. 7) 3o'j. Er las schwerlich
anders, aber er verstand den Sinn nicht: Gott kann das Ende
der Tage jeder Zeit kommen lassen, auch wenn er es eigentlich
für einen späteren Termin angesetzt hat; vgl. Mc. 13,20. Diese
Vorstellung hatte man vielleicht aus Jes. 60, 22 herausgelesen.
11. Hehr. om. — Syr. für a: im Zorn und im Feuer ver-
tilge {i2)a) den Feind (swd). Wahi-sciieinlich gibt Gr. {'/.'■xza'fi(ji>A)r^-tii)
das hebr. Verbum (S:s vgl. 45, 19), aber auch die passivische Verbal-
form richtig wieder. Ist auch iv op,-,'-/; Ttypo; wörtliche Uebersetzung,
so müsste es wohl = it's nans sein, das aber Glut des Feuers
bedeutete. Dagegen steht 45, 19 u>s 2'2^. Sonderbar ist das
vom Syr. schlecht imischriebene 6 (S" Sah. add. [xr^, S''^ add.
dasjjTp o) awl/Jixtvrjc (Brev. 734 860 peccatores s. z. 8, 10), es ist
aber deshalb als wörtliche Uebersetzung anzusehen. LXX setzt
a(o^ju,£vo; öfter für T'^M^. Augenscheinlich hat Sirach Abd. 18.
Num. 24, 19 im Sinne. Zu 3'jpoi37.v aTrwXsiczv ist deshalb vielleicht
n2*x ^r; Num. 24, 20 zu vergleichen. — aoixoüv-sc lesen nur D 68,
dagegen 70 A^ ''^^ C 308 zatoiy.oOvTsc, 106 ""''■ -/ot-s/oytEc, die übrigen
X0C-/.OOV-Ö?. Syr. hat an Stelle von b: S2C>n s:i:^'7ii>l W3ir ^in.
Aber das ist Variante zu 12 a.
12. Syr. für a: mache aufhören die Krone (xjn) des Feindes.
3N1Ö ist nach Syr. und Gr. (s/i^pojv, Sah. iyßrjw, Co. 70 106 157
si)vwv, 155 silvojv £/i>ptov vgl. Syr. v. 11 üf2f2V) Korrektur nach
Num. 24,17, die die Lesart TSc voraussetzt. Das letztere Wort
verstehen die alten Uebersetzer au jener Stelle als Fürsten, und
es ist sehr wohl denkbar, dass schon Sirach es so gebrauchte.
Im Neuhebr. ist es in dieser Bedeutung freilich nicht sicher be-
legt (vgl. Lfcvy s. V.). Nun deckt sich der Wortlaut von Gr.
xscpaXa? (aber Sah. xöcpocXr;/, Lat. caput = Hebr.). <xf>yrjvt(üv l/Of/wv
mit LXX Dt. 32, 42, wo MT 2^1« mjjnc tJ\s-ß. Man könnte meinen,
auch Syr. habe so gelesen, da Pesch. Dt. 32, 42 XJn für mjJic
setzt. Die Griechen trugen langes Haar: vgl. iv^ ipip Ps. 68,22.
Ferner hat Gr. auvtpi6ov für n2irn, was auf n2i:> zu führen scheint;
vgl. Ps. 74, 13 f. 110,6. Hab. 3,13. 14. Aber "nsc ist nicht
nur durch sxw, sondern auch durch die Nachbarschaft von Num.
24, 17 mit der v. 11 benutzten Stelle Num. 24, 19 geschützt,
und Gr. kann es mit äp/ovTojv wiedergegeben haben wie LXX
mit 7.p/y;"j'0'jc. Man darf aber auch rz^z'n, das Syr. schon las.
Sir. 33, 11— 13a. 36, 16b— 18. 521
nicht in 'iZW ändern, da die Entstehung von r\2\i'*n nicht leicht zu
erklären wäre und das Verbum auch für vertilgen gebrauclit
wird (vgl. z. B. Ps. 8, 3 und das Kai 38, 23. 44, 9). Jedenfalls
bedeutet t^si, wenn TiSQ festzuhalten ist, einen Fürsten, dann
hat Sirach aber einen bestimmten griechischen König im Sinn,
sei es Antiochus den (grossen oder Seleukus IV. oder gar Antio-
chus IV. Eine solche Zuspitzung des Gebets ist auch nicht
verwunderlich. Auch bekommt TiSi' v. 11 so vielleicht einen
guten Sinn, wenn Sirach nach der Schlacht bei Magnesia schreibt.
Auf den König muss nun aber auch (gegen Gr. Xsyovtojv) b be-
zogen werden. Vgl. Jes. 47, 8. 10.
33, 13a. 36, 16b. Lat. hat hinter 13a denselben Zusatz
wie hinter v. 2. — "iSrnn"'!] Gr. xal 7.c(tsxA-/)povo[x-/;sa (so auch 106,
nur 70 -aov, Lat. haereditabis) auTooc. Der Fehler entstand aus
dem Anschluss an 36, 16a. Gr. gebraucht das Verbum wie 15, 6;
üb er a'^Tum las, ist zweifelhaft. Gemeint ist die Wiedereinnahme
des ganzen heiligen Landes, von dem die Juden seit dem Exil
nur einen kleinen Bruchteil innehatten. — üip ''»"rj Syr. schlecht:
wie du gesagt hast seit (|d) den ersten Tagen. Schlecht auch
Gr. /.GtfWoc 7.-' dtpyr^c.
17. cm] Gr. iXIr^sov (106 add. [xs), dagegen v. 18 oixT3tp-/;aov,
der Abwechslung halber. Denn die Wiederholung von cm er-
scheint als beabsichtigt wie die von |n v. 20. 21. Sonderbar Syr.:
freue dich (nn); vgl. ^'w Jes. 65, 19 u. ö. — oy hy] Syr. über
dein Volk; Gr. Xaov, xüpts, aber Syroh. 70 106 296 stellen x-jpis
vor X7.0V, 253 23 S Sah. Lat. lassen es aus, — -ött'2 sipjj nl. mit
Ss in hi^")^'^; vgl. 47, 18. Gr. -/.z/Xr^^iiw^ ii: v^6\ia-( ao-j (vgl. v. 20).
Dagegen Syr.: über welchem genannt ist dein Name, Lat. super
quam (sc. plebem) invocatum est nomen tuum. Die Abweichung
kann beide Mal spontan nach Dt. 28, 10 entstanden sein. —
Ssit:^''] Gr. praem. xai' (male). — nn":: mnrj vgl. Ex. 4, 22 und
zu 44, 23. 45, 2. 47, 6. Gr. abschwächend (im Rückgang auf fs):
ov TiptuTOYovw (Lat. add. tuo) w|xoro3c(c (45,2), 248 157 korrigierend:
öv Trpto-oyovov u)y6[i.aaa^ Syr. den du genannt hast deinen Erst-
geborenen.
18. yi^y] Gr. 'z-j'iaaij.a-o^ aou; vgl. 45,12. 49,6. — p:;^]
B (308) Lat. -oXiv, die anderen mit Sah. to-ov. — pziJ'] vgl.
Smend, Sirach-Koiuraeutar. 21
322 Sir. 31,1— 33,13a. 36, 16b— 22. 36, 23—37, lo.
1 Reg. 8,39. 43. 49. 13. Ex. 15,17. Syr. ■]nr:itn; Gr. y/y.T7-
tMj\fj.-JiZ öoy, wegen des Anklänge von :sr'' an mii' (10, 17. 38, 23).
19. "[Till dnJ ist wegen der Abwechslung mit b besser als
'^'r\T\'!:i (Syr. imzn 'p); Gr. xr,? (/.pcT7./.07i7.c ao-j. Das Wort, das sonst
auch ]*ossenreisserei bedeutet, bei Symni. Ps. 30, 6 für nsn; vgl.
Deissmann, Bibelstudien p. 88.ff. Uebrigens liest so mir B*, wo-
gegen Syroli. 253 307 J^at. rjjjrjf~,rj_ (307 v.psTcz) X0717' aoo, Sah. mit
der a[jzxi^ deiner Wunder, Aeth. mit dem Segen deines Wortes,
die übrigen apat -b. X0717' aou. — i'^^m] Gr. tov /.7.0V aoo, lies
v7.ov; vgl. zu 49, 12. 50,5. — Vgl. Ilagg. 2, 7.
20. Syr. : mache wahr (c'ps) die Zeugnisse deiner Knechte
(oder: deiner Werke) wie im Anfang (ti'n |tt), damit eintreffen
die Weissagungen deiner Propheten, welche reden (w Maus.
Mas. I geredet haben) in deinem Namea. Er nimmt in a das
Verbum aus b vorweg, möglicher Weise las er für "["ti'yo anders. —
--li'yn rsiaS] vgl. 16, 2(). Gr. xotc h 7f>-/-^ (Lat. ab initio) xTra[i.7.a':
(38, 31) ao'j. Geraeint ist nach dem Parallelismus von v. 21
Israel; also ist ■[''K'yo Singular, der Ausdruck {= 'ya u'niö iu'sS)
übrigens ohne Schwierigkeit. — mij? |n (Gr. 00c aapt'j.oiov) ^ be-
kenne dich zu ihnen. Schechter vergleicht Gen. Rabba 1, 4,
wonach Israel eines der sechs Dinge ist, die Gott vor der Welt
schuf. — -joii^a nai pm] nri ist Pual. Gr. 7rpo'f-/jTst7.c (44, 3) t7.c
(248 Aeth. 7:po'^-/^t7c) =-' ovojxaxt' aou (v. 17), Lat. praedicaliones,
quas in nomine tuo locuti sunt prophetae priores; vgl. Syr.
21. Syr, praem. l. — -""np rh'iz\ vgl. Job. 7, 2. Gr. fxis&ov
toT? GTToixsvouot'' as, wonach Syr.: Lohn dem, der hoffen wird auf
dich. — Zu '.res" (Nifal) vgl. 46, 15.
22. Vgl. Dan. 9, 17. — yoK'r] Syr. praem. T, Gr. add. x'jp-.s
(Lat. om.).-^-p2j;] = Syr.; Gr. v/.vzw^ (aber Co. 70 253 23 106
S A 155 Aeth. Lat. otxsTÖjv). An sich könnte -[iny (= Israel)
ursprünglich sein; doch vgl. Dan. 9,17. 1 Reg. 8,30. — y\i'\2
l^y Sv] vgl. 50, 22 und zu 48, 5. Nach Ps. 106, 4 -[ej? pifna
liest der Rand "[rA'iD. Dagegen Syr. -[övt «rny -j"«; Gr. xaxa ttjv
£'jXo717v 'Aarvojy ■üspl -o5 X^oo sou, aber 307 hat richtig suooxtav
(derselbe Fehler 42, 15), wonach 'Aar.ojv schlechte Glosse ist. —
Lat. add. et dirige nos in viam justitiae. — iVTi] so Gr. Syr.
Zu is-n vgl. Jes. 52, 10. — p« ^Dcs hz\ Syr. alle, die an den
Enden (n*c"C2) der Erde sind. So im Anschluss au Gr.: r.ayxs?
Sir. 36, 19—24. 323
ot i-\ Tf^c Y/jC, Lat. omnes (|ui habilant terram. --- cSlj; 'tn] vgl.
Gen. 21.33. Jes. 40,28. Syr. Gott allein (w Maus, om.) für
Ewigkeit der Ewigkeiten. Gr. für d: "jv. (248 70 Syroh. (253 23)
S k (55 251) add. ao) /opioc (55 254 xupis, 308 om.) et (248 70
253 23 k om., 308 zU, ^ zl -/-jpto.-) o (248 296 om.) »so? (248
om.) Twv atwvojv. Lat. quia tu es .deus conspeetor (3, 31) secu-
lorum. Ursprünglich ist wohl: o-i sl» xupto; täv ata>v(uy [^= 248),
und c/ Oco? Korrektur für xupios. — Vgl. 1 Reg. 8, 60. — Be-
merkenswert ist, dass vom Messias hier nichts gesagt wird
(vgl. zu 47, 22).
XV. 36, 23 — 37, 15.
Ohne besondere Einleitung handelt das Stück von Gefahren
und Vorteil, die aus der Gemeinschaft mit Menschen erwachsen,
und von der Auswahl, die man danach unter ihnen treffen
soll. So ist die Rede 36, 23 — 25 (= 3 Disticha) von der
Tücke der Menschen, v. 26—31 (= 3. 2. 2) vom Glück der
Ehe, 37, 1 — 6 (= 3. 3) von schlechten und guten Freunden,
V. 7 — 15 (= 4. 6. 2. 2. 1) von schlechten und guten Ratgebern.
Die vier Abschnitte haben ähnlich lautende Anfänge.
23. SaisJ = Gr. 'sd'(smv. Syr. sSnpD (vgl. v. 26). uiD (?) wäre
= er verschliesst in sich, er nimmt auf; vgl. 38, 15. — mJiJ] der
Singular findet sich im Kanon nicht. Als Femininum passt es zu
Ssis nicht, und Gr. (xoi/aa) und Syr. (siJ^c:) haben es beide nicht
gelesen. Zu vermuten ist i^nD (Jer. 51, 34), das vielleicht am
Rande stand. Dagegen ist mji;i mildernde Korrektur. — ^'' "[sj
Gr. saxiv OS, aber Syr. n^N 02. — S:iNO '7:1s (Rand '::«aD ^:«d)]
Gr. Syr. ßpwjxa ßpojfxatoc. — Q'Pfj]] Syr. ND''Dn, Gr. xaXXiov. Nach
V. 26 kommt auch cyr in Betracht, aber eine völlige Gleich-
mässigkeit mit v. 26 ist nicht erwünscht (s. d.).
24. yn] Gr. cpotpu^c (70 praem. w?), Syr. willkürlich: soic.
— nj;ta^J =r Syr. dvid, Gr. ysysiai (S ^suasTott); vgl. Job. 12, 11.
34, 3. Richtige Deutung ist die Variante |mn. — iDi "D^a^'s] vgl.
zu 40, 29, und zu nn" Gen. 30, 20. Gemeint sind entweder die
Leckerbissen, die man am Tische eines vornehmen Mannes be-
kommt, oder die m:ö von Neh. 8, 10. 12. Esth. 9, 19. 22. Gr.:
[ipiüijLccra (s. z. 33, 13b) Or^pac. was wol)l Speisen von Wildpret
21*
324 Sir. 36,23—37, 15.
bedeuten könnte, sofern er etwa caye^j wegen Gen. 27, 4 ff. so
verstand oder auch Ti* las. Jedenfalls ist aber eine solche
Spezialisierimi;- nicht am Platz. Vielleicht meint (iv. aber auch:
Speisen der Nahrung (Ps. 132, 15), was auf eine schlechte Ver-
allgemeinerung hinauskäme. Dasselbe gilt von '\zi, das neben
;:: übrigens auch kaum „Sache" bedeuten könnte. Die Leckereien
einer fremden Küche hat man Ursache zu beschmecken, vor allem
aber die Liebenswürdigkeit, die Andere uns in Worten beweisen.
Syr.: den Geschmack (S2>e) der Speisen, was vielleicht nur ein
schlechter Kompromiss zwischen Hebr. und Gr. ist. — pa 2S"|
Gr. outojc (Lat. et vgl. zu VA, 20) xotoo-'a 3'jVi-r^, Syr. und das Herz
der (oder: des) Weisen. Aber Hebr. und Gr. sind schon wegen
V. 25 im Eecht. — 2*2 ''a^'ao] Gr. Xoyouc 'bt'jozX: (51, 5), Syr. die
Worte der Frevler (oder: des Frevels). Aber das erscheint als
Erklärung, ^f:';'C}2 drückt dagegen den täuschenden Schein der
Lüge aus. Die Lesart izi in a klingt wohl nur zufällig an Gr.
Syr. an.
25. 2"p3? 2h] vgl. Jer. 17, 9 (Targ. h'z:). Gr. xapot'a aips^Xr^,
Syr. ein verstecktes (si^ci:) Herz. — r\2^y in"] vgl. Prv. 10, 10,
zu ]r\, oben 13. 12, und zu n2T; 38, 18 Hebr. Syr. Letzterer hier:
viel ist seine Sorge (nnci'); Gr. Swasi ao— /;y. — t:'''xi] Gr. y.y).
avöpo)-oc. — p^ri)] sonst neuhebräisch; vgl. arab. ^^ß*,' eigentlich
== fest, dann tüchtig, gewandt, Gr. -oXo-sipoc, Syr. KöTn. —
'2 n;2'ii'"] d. h. er wendet den Kummer auf ihn zurück, indem
er seinen Anschlag durch Vorsicht vereitelt. Vgl. zu zh in per-
sönlichem Sinne zu 3, 26, und zu 2 die Wendung •)ii'S-i2 2'^n.
Gr. ungenau: otvTc.-ooojasi (Lat. resistet) au-m. Syr. schlecht: er
gibt Acht (hzpst:) auf dieses. Er dachte an zh rttM oder las
etwas der Art.
26. Hebr. hat den Vers mit Unrecht hinter v. 23, hier
dagegen eine sinnlose Variante, die aus v. 23. 26 komponiert
ist. Im Syr. fehlt v. 26 (wie auch v. 28), aber wohl nur des-
halb, weil er an seinem derben Inhalt Anstoss nahm. — 12'] ist
in der Variante zu n2J entstellt. Gr. (zppsva. Die Worte ent-
sprechen formell denen von v. 23 nicht genau, hier handelt
sichs um das Subjekt, dort um das Objekt. — Gr. für b: ia-i
ok b'ria-r^rj y)'r;oL-rjo^ xpst'cfswy. Das ist wohl Freiheit; er wollte
Yuv/- nicht wiederholen.
Sir. 3(), 25 — 30. 325
27. nsinj Gr. Syr. xvlÄo- (vgl. zu 11, 2). — S^S.t] ist an-
zunehmen und als Hifil zu verstehen; vgl. hm Job. 31, 26 u. ö.,
sowie pp' 37,30. Gr. iAc(puv£i, wogegen Syr. r^z-i*: := hhn\ — c'jcj
307 add. avopoc, Lat. add. viri sui. 8yr. schlecht: ihr Gesicht. —
]^V] Gr. otvöpojTToo (Sah. om.); py icna auch 45, 12. — irr] vgl.
39, 21. 34. Syr. |iJ^j;n. Gr. o-BrA'(t>. (Lat. superducit desiderium);
vgl. 36, 7. — Vgl. 26, 16 ff.
28. Syr. om. — Die Stellung von n>l hat wohl rhythmischen
Grund (vgl. zu 35, 7). — n2 ist kaum entbehrlich. — p^": xci^]
vgl. Prv. 15,4. — Gr. für a: zl hvy im pMarr^; ^Sj-r,; {Co. om.)
ilzoi xai 7rp7.u--/)c; 248 70 add. x^l Taste, was ursprünglich oder andere
Uebersetzung von scio ist. Vgl. Lat. si est lingua curationis
(est) et mitigationis et misericordiae. — n'i^.f] steht da, und es
ist möglich, dass man auch so aussprach. — ''320] Gr. xai}' uloo:,
wohl =■ ''222, was vielleicht vorzuziehen ist. — Vgl. 26, 14. 15 Syr.
29. Gr. für a frei: 6 xTcoti-svo; YovzTxa (Aeth. Lat. mulierem
bonam, Toi. Sang. Am. om. bonam) h6.[y/y.ox y-fpzoiz^ Syr. am
Anfang deines Erwerbes ("j3''ip) erwirb ein gutes Weib. Für den
Impt. spricht die Parallele Prv. 4, 7 (wo mit Lagarde ]''2'p oder
dgl. für ni2:n 1'^ zu lesen ist), aber das Partizip ist auch in der
hebr. Randlesart (und ebenso auch in Cod. D) bezeugt und die
dann sich ergebende Konstruktion gut hebräisch. Allerdings
scheint Syr. in b Suffixe der 2. Person gelesen zu haben, aber
Gr. würde schwerlich in a das Partizip angenommen haben,
wenn er nicht in b ein Suffix der 3. Person gelesen hätte. —
rT'ti'Nn] = das Beste wie Prv. 4, 7. — lifDJSl liy] Gr. ßo-/)Hov xaT
auTov = hjj: ^'v Gen. 2, 18. 20, wo LXX ebenso. nyn^D 17 (R
und D) ist aus Jer. 1, 18 eingedrungen, aber in Cod. B ist das
ursprüngliche n'y erhalten. — Syr. für b: eine Hilfe ist sie
nämlich wie du und eine Säule ist sie dir gegenüber. Das führt
vielleicht auf eine schlechte Lesart: -[Ij:: moyi "[Ij:: i'V- — ]V^*^]
Gr. ungenau: avot-auaswc, Lat. ut (Thielm. del.) requies (nach
Thielm. = Genitiv). Vgl. Mibchar lia-peninim p. 49, 19 ed. Fi-
lipowski: .-[«Da n'^^n Ss nun .2rc -cm .nma nti's •phr^'2 i^ip ciy
30. I^sd] vgl. zu 8, 16. — mj] Syr. STD, Gr. 9f>ot7txoc
(LXX). — lyD'! das Pual kommt im Kanon in dieser Bedeutung
nicht vor; vgl. zu 6,2. — cid] Syr. NaiD, Gr. xr?,;x7.; vgl. zu
32ß Sir. 3«, 23— 37, lo.
28,24. — -i:) yjj Vgl. (ien. 4, 12. 14, wo LXX cszivor/ x7t tpsiiojv.
Gr. aT£va;2i (106 Lat. arsva^et) TrXavojixevoc (Lat. egens = exgens).
Vgl. aber auch LXX Nah. 3, 7 (axsv^Cstv = nij). Syr. "11201 üb:
= ein Verbannter (?) und Verjagter (?). — Vgl. Jes. 5, 5. Prv.
24,30. 31.
31. '«] Gr. Syr. add. yoco. — n;v inJ2] vgl. 1 Chr. 7, 4.
Syr. S'^SttS Non sihjS = dem Jüngling, der einer Gazelle gleicht.
Er verstand inJ in syrischer Bedeutung und hatte, falls er nicht
ähnliches las, Cant. 2, 9 '2:ih nn non im Sinne, wo v. 7 ns3i:2
und v. 8 jSna. Gr. öuC^vco lr^i'^-%. LXX setzt X^jaxr^c (auch im
Sing. Hos. 7, 1) für i)i}, s-K'^voc für pSn und iJ^ion, Aquila da-
gegen £'jC"->voc (s'jCwvt'Ctü) für Tn: (mj). Uebrigens ist die Krieger-
schar gemeint, griechische Truppenabteilungen, die durch das
Land zogen. Der einzelne Räuber zieht nicht von Stadt zu Stadt. —
jSnanJ Syr. -\W ',ni, B (308) a'fo(XÄo;j.%, 248 106 155 £'fa/.Xo;x£v(;),
die anderen (auch Sah.) rj/r,fy.}loixino (Lat. exsiliens). — |p] vgl.
14,26 und Prv. 27,8. Syr. erklärend: ein Weib. — TJ^en] Gr.
X7.1 zotTctX'jovti. — 2"ir] wohl =^ wo er sich am Abend gerade
befindet. So wird 1 Sam. 17,16 uad neuhebr. das Hifil gebraucht,
aber auch das Kai hat kein Bedenken (Jdc. 19,9. Jes. 24, 11).
Gr. o'j/Car,. — Syr. für d: an dem Orte, da er gefunden wird
[nzn^:), stirbt er. Wahrscheinlich ist moj Fehler für mn: = wo
er sich befindet, übernachtet er. — Kein Weib, kein Haus; vgl.
Wellhausen, GGN 1893, 445.
37, 1. "ran«] Gr. ecpiXiaaa oLu-m zayoj, aber 7.ut(j> steht nur
in B (308) und ist Dittographie von xä-'o). das übrigens Zutat
des Uebersetzers ist. Syr. hat für sniK Sd (Gr. irac cpiV^c): und
zu seinem Freunde. — dhik üu^] d. h. er ist (nur) der Name eines
Freundes. Erleichternd Syr.: dessen Name Freund ist, Gr.:
ovo|xa-i jxovov (Anton. 723 om.) '^iloq. — Vgl. Prv. 20,6.
2. |n| vgl. zu 14, 1. — ma ha r^»] d. h. wohl nicht:
dieser Kummer dauert bis zum Tode, sondern: er kommt dem
Tode nahe, er ist nahezu so schlimm wie der Tod. Vgl. v. 30.
Ps. 88, 4. Gr. Ivi io^; Oc/v^xou, Syroh. (253 23) S* B* A (308)
lesen svi (Lat. inest), die übrigen (auch Syroh. '"^''e) [asvsi. Syr.
für a: und (Ambr. w Maus, welcher) nicht reicht er bis zum
Tode. — t^w: j?ij vgl. zu 7, 21 und zu 27, 16. Gr. ItaTpo; xcd
Sir. M, 31—37, 4. 327
zCkrjc. — r;£h 'zm\ vgl. 39, 27. Gr. tps-oji-övo; (KSyroh. Lat. Plural)
d; 3/;i)r>'zv (70 307 A 254 155 296 308 Aeth. i/ö.oov); vgl. 6, 9.
— Syr. für b: ein wahrer Freund (sT.t^T s^m) wie deine Seele
sei dir. Ob er r^h zu v. 3 gezogen hat, ist unklar.
3. Syr. für a: Feind und Böser, wozu sind sie geschaffen?
Auf alle Fälle hat er gekürzt. Dagegen Gr. : to Tcov/jpov £vi>'Jtxr^|xot,
~o{>ev ivcxuXtaf)-/;; (vgl. 27, 27, Cod. 248 ix-j/a3i)r,c). Recht hat er
mit der 2. Person gegen TiiiriJ des Hebr. Denn wegen b kann
weder der Verräter noch der Verratene in Tniri: Subjekt sein.
Der einzelne Verräter kann ja auch unmöglich die ganze Erde
mit Treulosigkeit erfüllen. Also ist mri3 zu schreiben. Der
Fehler ist wohl aus 23, 14 (s. d.) eingedrungen. Dagegen ist
der Ausdruck des Gr. rationalisierend, Gott soll auch nicht
indirekt als der Schöpfer des Bösen bezeichnet sein. Indessen
hat Lat.: unde creata es. Das kann auf Gr. II zurückgehen,
aber svsxuXiailr^s kann auch Korrektur sein für hrJai)r^:, die durch
Verdoppelung des vorhergehenden £v nahegelegt war. Mit TnÄlJ
fällt 1ÖS'' (■.':isiJ') als aus v. 1 eingedrungen. Ursprünglich stand
da yi ir '')n, woran nrj): anklingen sollte. Vgl. betr. £vi>'j[x-/;;x7.
— ir 27,6 und. zu 17,31. Vielleicht las Syr. noch ähnlich (nif).
Gemeint ist die Heimtücke des falschen Freundes, die überall
in der Welt ihr Wesen treibt. — ühüh] Syr. erleichternd : wenn
nicht um zu füllen; Gr. xaK-j-Vai (vgl. zu 16,30). — hzn ''Jo] Gr.
c-/jfiav (vgl. zu 39, 22), Syr. die Erde. — n'ann] Gr. sv orAiorr^xi
(Lat. malitia et dolositate illius); Syr. frei: i<h))}i xiij? (Werke
des Frevels).
4. Gr. für a: £-7.1,00; cpiXou (248 70 Lat. wie v. 5 'z^Cuo,
307 155 'ftXoc) £v (106 om.) s'Vfpos'jvrj rfiz-7.1 (307 iot-ai vgl.
30, 19, 248 auvoiatxa (Co. add. iv) sOcppos-W,, Lat. coiucundatur
in oblectationibus). Er verstand >na falsch, (Syr. richtiger: tt'"'a),
übrigens umschrieb er. — "fh^:^ ^x I2''2i2] vgl. zu 40, 29. Syr. frei
(wegen b): xmncS n'^ipi. — (nj,'2) nr^i] Gr. Syr. xod (Am. om. et) £v
x7.if>(o. — löj?^ i::f2] vgl. V. 9. 2 Sam. 18, 13. Abd. 11. Gr. hzon
(vgl. zu 5, 14) 7.7r3V7.v-i. Es heisst aber: er tritt fern. Auch
2 Sam. 18,13 ist der Sinn: oder ich hätte um den Preis meines
Lebens (vgl. 1 Reg. 2, 23) Verrat (gegen den König) geübt, und
nichts wäre dem König verborgen geblieben, und du wärest fern
getreten (= hättest mich im Stich gelassen).
328 Sir. 36, 23—37, 15.
5. Syr. (gut ist der Freund) las vielleicht am» 21K; sodann
lässt er n* dj; aus. Gr. hat für a: k-r/ipo; '^Om (2H 155 cpt'Xoc)
G'jtx-ovör /ctptv "j'aarpoc. Das ist mit Hebr. nicht zu reimen, passt
aber auch nicht zu b. Es scheint, dass (iy. wie am Anfang so
auch am Schluss von 4a beeinflusst ist. Vielleicht ist Text-
verderbnis im Spiel bei ihm selbst oder schon in seiner Vorlage.
Sonst könnte man cro'xTroysr mit der Variante bm: kombinieren
wollen. Aber der hebräische Text scheint in Ordnung zu sein.
— nj:i| Syr. (Ir. hyyxi (248 Sah. Lat. praem. /.'■/(}. — C'j;] neu-
hebr. (aram.) ist nj? = yj, das Wort ist wegen 47^ 7 vgl. 1 Sara.
28, 16 nicht anzufechten. Syr. srm'^j;^, Gr. -o/itxo'j (248 Lat.
richtig TToXsixiou). — p"'in''J vgl. Ps. 35, 2. Gr. Xr/j^öxat.
6. nzu^r] Syr. schlecht: nnt^n. — T2n] Gr. 'ftXou, Syr. sam;
vgl. 20, 23. 22, 20. 27, 17. 29, 10 Syr. — 2-ip2] = im Kriege.
Gr. [iv T-(J '];u/f, sou), Syr. (s:"np2) verstanden falsch. — in:::;nj
Gr. verdeutlichend: a|xvrj;xovsuT(j; aSj-oo; Syr. 'riTaSi^'n, was falsche
Ausdeutung sein kann. Vgl. Gen. 39, 6. — "jS'rK'nJ d. h. wenn
du Beute machst. Gr. sv •/[>v;;x73'' a^u. Vielleicht las oder riet
er l^^z; Syr. scheint sich ihm anzuschliessen mit "[H'^d;.
7. T Ppr] könnte heissen ..er meldet sich zum Wort"
(vgl. im N. T. und klassisch xa-^aststv -r, /£if>'')- Aber es handelt
sich hier um keine Volksversammlung, sondern um privaten
Verkehr. Auch ist im Folgenden und v. 9 vom Wege die Rede.
Deshalb ist nach Jes. 13, 2 zu erklären: „er zeigt einen Weg."
Gr. £;o!i'fysi (Lat. prodit := s^epct 23 296) [iJo-j^v. Er setzt 33, 3.
47, 4 ir.rf.ipoi für ?i''3n, auch steht 6, 2 [■ioulr^ für T. Aber er
versteht wohl: „er schwenkt den Rat" im Sinne von „er bietet
ihn dar." Hin nwx ist Erklärung. — Syr. willkürlich: jeden
Ratgeber siehe an ("•in), aber es ist ein Rat, der schön gemacht
ist. — vh'; "jn] d. h. einen Weg gemäss ihm d. h. nach seinem
Interesse, yh hii ist wohl Fehler für vha. Gr. nur: zk aau-ov
(Lat. in semet ipso). — Man hat mit Recht verglichen: Trn ""»m
im 'zh ]'>'rna (Derech Erez zutta 8), aber das ist = B. Sanh. 76 b.
8. |*j?re] Syr. add. einem frevelhaften (x'riy); Corb. Toi.
add. malo. — jj'e: ^t:k'J vgl. 35, 23. — i:m ne] d. h. was sein
Vorteil ist; vgl. zu 15, 12. Syr. was er erstrebt (sys); vgl. z. B.
Syr. zu 38, 1. — rrn" ri'Zjh] Gr. s7.'jt(o (Syroh. nSi ys = <«? iauTw?)
pouXs'jss-cd (12,16). )'^^ih schlägt auf a zurück. Lat.: animo suo
Sir. 87, 5— Hb. ;V29
cogitabit; vgl. zu 18/23. Zu "itt'cjS vgl. Ps. 40,18, zu iti'c:
Mal. 3, 16. Syr. : n^zii, wozu man vielleicht iv kau-io (S 157)
vergleichen darf (s. aber z. 3, 7). — '^IC vSk n* no':] darf man
nach V. 7. Ruth 3,8 wohl erklären: wozu soll es nach ('7s ^ Sy)
seinen Wünschen gehen! Zu Grunde liegt natürlich das Bild
des Lesens. Gr. jj-r^-o-e (8, 1) ßaXy] s-1 aol xXyjpov, Lat. ne forte
mittat sudem in terram. Herkenne setzt sudem = cjxäXov. Viel-
leicht las Gr. h'^' ^^'^y (vgl. Job. 6,27. 1 Sam. 14,42), aber das
besagt nach v. 9 zu viel. Dasselbe gilt von Syr. (der vielleicht
vom Gr. beeinllusst ist): damit er nicht werfe auf dich bösen
Schaden (sti^^s N*:in).
9. "[2"n mtto] = Syr. "[nns M snxü so. Im Kanon geht die
Zusammenziehung von na mit dem folgenden Wort nicht so weit
wie hier. Gr. nur: x7.Xr, v; 600c aoo. — ijja cpi] Gr. xal atr^ssioti
iz EvotvTi'ct?; vgl, zu v. 4. — -t^n] vgl. zu 4, 29. Syr. deine (an
deiner) Schande {y^V^', vgl. 41,6 Gr.). Gr. xo au[i.j3-/i(36p,£vov am.
10 steht in 248 70 Lat. vor v. 7, 248 wiederholt ihn
hinter v. 9. — y^n nv] im Cod, B stand ein ganz anderes Wort,
aber "["an wird ursprünglich sein, Gr. [xsta roo UKoßXsroixsvo'j at
(70 3o'j), Lat. cum eo qui tibi insidiatur. Gr. dachte wohl an
aram. xan (= sehen; vgl. zu 43,1), und es ist sehr wohl denkbar,
dass man nm im Sinne von py (1 Sam. 18, 9) gebrauchte.
Dagegen Codd. Sang. Corb. Theoder. : cum socero tuo (wohl =
Gr. II). Aber der Schwiegervater des Mannes, der aram. freilich
auch üfin (hebr. |nn) heisst, gehört nicht hierher. Syr. verstand
das Wort nicht, er setzt njfsi "Won für xjpjsai ym ny. Ich habe
das Wort, das auch rpn gesprochen werden könnte, früher mit
dem arabischen <J^4.=> (= unzuverlässige Führer) verglichen. Aber
dies Wort ist im Arabischen unsicherer Bedeutung. Sodann spricht
das Fehlen eines Suffixes in sjpjsa (Gr. add. as) dafür, dass in
-'an ein Suffix steckt. Namentlich wäre aber ,, unzuverlässig"
zu schwach. Uebrigens ist wpa hier der gegenteilig Interessierte.
— TiD] Syr. ya-i, Gr. ßouX-Z^v; vgl. zu 6, 6. 8, 17.
Hab. Lat. praem. cum viro irreligioso (al. religiöse)
tracta de sanctitate et cum injusto (al, justo) de justitia. — hy
nmy] Gr. T.z[A (B om.) 7.vTtC/,Xoü «u-r,?; vgl. zu 25,11. 26,6. Der
Sinn wird sein: wegen einer zweiten Frau, die du zu ihr hinzu
nehmen willst. Syr., der es mit der Monogamie zu halten scheint:
damit du nicht mit ihr die Ehe brichst (tTTiJn). — Für b hat
8yr. : und mit dem Feinde, damit du nicht kämpfest. Er drückt
wie Gr. (Ttept -o/i;xoL)) das Suffix in in^nSo nicht aus. Aber diese
Lesart ist f^egen non'?.^ des D durch das freilich schlechte rc?:':
des D und namentlich durch nnii: geschützt. Es handelt sich
allerdings um das eigene Tun (anders nur in inrxS;:), aber ent-
sprechend dem nni'; bedeutet ir^nSa wie 46, 6 den Krieg mit
dem Vorhergenannten. Fast immer hat der Genitiv nach n^rhü
diesen Sinn. Also ist «i-s-a os-aoO, das Gr. für ma setzt, falsch.
In "110 und ruipa wirkt die Konstruktion von 10b nach wie in
a c e die von 10a. Im Weiteren fallen beide Präpositionen fort.
Gr. las etwa "[lo (vgl. Dt. 20,8). Gemeint ist aber ohne Zweifel
der Kriegsfeind, es ist deshalb liö herzustellen (vgl. v. b).
Ebenso läge die Sache übrigens bei der Lesart nf:rhü. Nicht
erklären kann ich iDl'^a.
11 c d. B* k Syr. praem. y.o.(. — Entsprechend dem "Cfi«
(Gr. T.rAazM:), das wie Lev. 25, 27. 29. 50 das Verkaufen bedeutet
(anders 42, 5), muss hinter [ijunn im Nomen ijno (= Kaufeu)
stecken; vgl. aram. snjnö bei Levy, übrigens ijn (Kaufmaon)
42, 5. Gr. TTspt ixz-rx^rjKrx; (23 S 157 [x£-aßoXrp:, 70 T^aijcr^irj^;). —
TOipoi] Gr. xott as-a ^zYopcz'ovtoc. — Syr. hat schlecht: und mit
dem Kaufmann wegen seines Handels (nnriiST) und mit dem Ver-
käufer (W33ia) wegen seiner Ware (n32").
11 ef. j?i li*"« üv] Syr. oder mit einem Frevler (x'riy).
Nach Gr. [xe-ca (307 praem. xa-'j [ias/cavoo, Lat. cum viro (Toi. om)
livido, scheint l""}? ausgefallen zu sein (vgl. 14, 3). Indessen könnte
Gr. den Ausdruck auch willkürlich specialisiert haben. — SöJn hii
lün] vgl. SiöJri Ps. 116, 12. nnn mS^oj ist targumisch und neu-
hebräisch. Vielleicht ist das eine Korrektur, die das Missver-
verständnis SiöJn Sn abschneiden soll. Gr. Tispl s-j/aptart'^c, was
er als Gunsterweisung verstanden haben muss. Syr.: zu tun
was schön ist. — nirx dj?i] Gr. xal [x;t7. ävsXcT^txovoc, wonach Syr.
N!2m rh n'hi dj?i (vgl. zu 13, 12). — iii'; 2rc hv] d. h. wegen des
Glückes von irgend welchen Menschen. Gr. frei: Trspl /pr^a-or/Jstac.
Syr. zu tun P)armherzigkeit. Lat. add. et cum inhonesto de
honestate.
11 gh. siK^ ^vicj vgl. hviz 19,1. Gr. [xEia o/vr^po-:, Lat. cum
operario agrario (Sang. agri). Herkenne vermutet danach [xsta
Sir. 37, Uc— 12. 33 J
ipYa'-o'j «YpoO, wobei cJ-YpoO aus ap-j-o'} verderbt und dies aus i
eingedrungen wäre. Jedenfalls dürfte Ip^aTou im Gr. einzusetzen
sein (vgl. 19, 1. 40, 18). Syr. und mit einem Tagelöhner («t:s),
welcher lügt (Sjnoi = y^if vgl. r:^ in D). — inrN^a hv] Gr.
-z[A -avToc spYO'j. — njti> Trii>] Gr. xczl (S* Iv Lat. om.) [xsxa ixiailioo
acpsa-iou; so liest B. dagegen Syroh. (253 23) icßiCJnou, S* C
(155 308) sirsaitou, die übrigen (307 om.) richtig mit Lat. i-tidou
(vgl. Dt. 15, 18 LXX). Syr. x'^iy Nn^:s nv) = i^w T:ii^. — hv
^1) KixJ d. h. das Hinausgehen der Saat, nl. auf den Acker
(umgekehrt nxinn = Ernte). Das war nach u. St. der Termin,
zu dem die auf ein Jahr gemieteten Arbeiter frei wurden. Sie
blieben aber keinen Tag länger als sie mussten (Jes. 16, 14),
Gr. frei: -spl auvTs^s-'ac (Lat. add. anni). Syr.: nicht flicht (TiUpn)
Geheimnis d^iüi = n vgl. j;i in B).
11 ik. Hebr. om. — Syr. für i: und mit einem Sklaven,
welcher sucht (Nj?m) zu unterdrücken (ch'ctih) seinen Herrn (mtiö'?).
Danach darf man vermuten: (n*) '^n: p\i>v hv h'j'; nnj; = mit einem
faulen Sclaven wegen grosser Mühe. Vgl. bm poy 40, 1, noS
ip^^v 71217) 11, 10. Syr. verstand p^y. In oixsr(j wechselt Gr. die
Konstruktion in Rücksicht auf k. — Syr. für k: nicht sei ihm
Mann (Sj?n) des Rates. Dem Zusammenhang würde entsprechen:
nicht seien sie dir Männer des Rates. xVber die 2. Sing, ist
auch durch Gr. bezeugt, byi (6, 6) war wohl verderbt aus h2l
{tzc[j( = 2 11,9. 41,2). Uebrigens hat C: iid -Arq a'jijtßou^'cf,
Lat. in omni consilio. A om. rAar^:. Gr. setzt sr.s/siv meist für
nan, 5, 1 für p?i>j, aber 31,2 hat Syr. |0M = psn; vgl. v. 13.
Also Gr. vielleicht = C2 |oxn hii.
12. "[K] Syr. om., Gr. 7.U' r, (44, 10), Lat, sed (Toi. Sang.
Theodor. Aug. spec. om.). — Der Fehler c>? zog tf>'' für ti>'N nach
sich. — Gr. verkannte Ten inzti (= Prv. 28, 14 vgl. oben 18, 27):
jxcxa avopoc suorsßoo? iwzU/i'U, wonach Syr. IfiV ri''in Sp''1i Slt'JS DJ?.
— n)^^] Gr. ivtoXotr (308 ivToXr^y, 248 Syroh. add. xuptou); vgl.
zu 15, 15. Lat. timorem dei: vgl. zu 1, 26. — Syr. für b: welche
sich fürchten zu sündigen vor Gott; vgl. zu 28, 6. Gr. oc sv rTj
'liu/fj (4, 17) aiixrjo (70 Sah. Lat. o? icr-iv y; -^u/tj «-j-ol») =: i?:'K
133^3 d. h. der dasselbe will wie du. Vgl. aber betr. cj; auch zu
38, 23. — Syr. für c : und deren Herz gleicht deinem Herzen
(aber w Maus. ■[3': oy). — '^li^rnj Gr. T-y.h■r^: (70 ~i:sr^;), Lat. add.
332 Sir. 3ß, 2;3— 37, 15. 37, 16—38, 23.
in tenebris. — Nach Gr. awc/l-cr^av. (23 a'jv7./,/,73'.) ao». ist "2 "iry
(Nifal) anzunehmen, woraus sich die Varianten leicht ableiten
lassen. Das Nifal ist so allerdings nicht belegt, aber unbe-
denklich anzunehmen. — .Syr. für d: und wenn er dir übeltut,
seiner Seele übeltut, und wenn er dir wohltut, seiner Seele wohltut.
13. pnj Gr. schlecht a-a^w/ = pn (47, 9). — Lat. füi- a:
(et cor boni consilii statue (tecum). Die Herstellung in b nach
Gr. ou ';a.p s3T''v 3oi -'aToxcfyoc 7.'jty;:, Lat. non est enim tibi aliud
(Am. alius) pluris (al. plus, Am. fidelior) illo. — pc«] vgl. den
Plural Ps. 12, 2. 32, 24. — Syr. ganz abweichend für v. 13:
denn seine Treue, die macht leben, und auch treu ist er wie
du. — Vgl. Alfab. Sir. I pi2K^n ah -[Si^c: r\)2'hü) "jS p,T p'^Sa pi:».
14. zh] Gr. 'loyr^ (Y. 12) -(dp (23 70 Lat. om.). — ]i^m]
Gr. ay?jrjrj; (s. z. 14, 1); Lat, viri sancti. — rnvT^ rr] Gr.
dTraYYsXXsiv sv'oTc siojOsv, 157 add. to dÄ-/)i>3c, 106 '°*''^'- zu ot-ot-'-'eX/.siv :
TOüTstJTiv dXr^&iyd. In der Vorlage des Lat. war si'cuDsv wohl durch
dXriDivd verdrängt: enunciat aliquando vera. Gr. dachte übrigens
an nr^* = Stunde, Zeit, und das ist jedenfalls der Sinn. Nur
heisst nv^ neuhebr. auch Glück und Unglück, und namentlich die
rechte Zeit etwas zu tun, und die Lebensweisheit besteht darin,
zur rechten Zeit zu handeln. In b werden Astrologen (das be-
deutet hier c^cii') gemeint sein, an die sich damals wohl auch
Juden wandten. Ob die Form vnTV^ richtig ist, steht dahin.
Anderen Sinn hat das Wort 38, 25. Man erwartet hier ?mr>^.
Syr. freut sich («im = St) an seinem Wege (= Tn'h^2U^?); vgl.
V. 15. — nciro ha] Gr. i-\ [xsTstopou xa^r^jxsyoi (248 S Lat. xoti).
£-1 txs-.) 37:1 a/.o-r^c. Wahrscheinlich hat er mit s-l us-sojpou (22, 18)
und i-\ axo--7jC nziiiii Sj? doppelt ül)ersetzt, xaf>-<-|xEvoi dürfte eben-
falls Zutat sein. — Syr. für b : mehr als der Reichtum (= nyaK>?)
der Welt {üh)V :c^cii*?j, welcher nicht nützt CiS^' :]'^?). — Vgl.
Prv. 26, 16.
15. n'^K h2 DJ?l] Gr. xotl km raai toutoic; vgl. hv 35, 13, ÜV
beim Syr. 18, 11. 29, 8. 23. — B inj?, R und D inyn; vgl. das Hifil
38, 14. — ha] Gr. u.^icfxoc (4, 10). — im] vgl. 38, 14. Gr. Tva; vgl.
38, 14. 45, 24. 47, 13. — "i^nj^if] D inj?^, was vielleicht auch B
meint; vgl. Jer, 10,23. Prv. 16,9. Ps. 37,23. Prv. 20,24. Gr.
(und nach ihm Syr.) ttjv ooov soo.
Sir. 37, 13— 18a. 333
XVI. 37,16 — 38,23.
Wort und Nachdenken bedingen alles (gedeihliche) Tun,
Weisheit und Torheit bringen Gutes und Böses, Leben und Tod,
Gewalt über das Schicksal der Menschen hat aber die Zunge
des Lehrers (v. 16 — 18 = 3 Disticha). Wohl dem, der die
Weisheit für sich selbst anzuwenden weiss! Aber noch besser
wer andere und sein ganzes Volk mit ihr beraten kann (37, 19 — 26
= 1. 2. 2. 3)! Krankheit kann durch Selbstbeobachtung und
Massigkeit vermieden werden (v. 27 — 31 =^ 2. 2. 1). Uebrigens
soll der Kranke die ärztliche Kunst, die von Gott den Menschen
gegeben ist, nicht verabscheuen und sie neben dem Gebet, der
Bekehrung und dem Opfer zu seiner Rettung aufbieten (38, 1 — 15
= 3. 3. 2. I 3. 3. 1.). Den Toten soll man beklagen und ehren-
voll bestatten, sich aber nicht lange der Trauer hingeben, die
nur den eigenen Tod beschleunigen kann (v. 16 — 23 = 5X2).
Der Abschnitt 37, 27 — 38, 23 umfasst im Ganzen 30 Disticha.
16. Cod. 155 "'^'"s- praem. -zrA ta-pwv dosX'foi (sie). — Syr.
hat für V. 16. 17: vor den Menschen und vor allem und jedem
fmo h2 cyi) der Herr hat geschaffen alles. Auch Lat. verähnlicht
V. 16a mit b: ante omnia opera (al. omnem operam) verbum
verax praecedat te et ante omnem actum consilium stabile. — "imj
R und D laso; vgl. 3, 8. — Für ti^xn ist nach Gr. (xcd -po) mit R
(und D) 'i^h) zu lesen. — hv)^\ Gr. Trpacsoj?; vgl. 32, 24. — nnti^na]
Gr. ■^rjulr, ; vgl. Syr. 24, 29. — Das aramaisierende SM verbietet
die Worte als Mahnung zu verstehen (vgl. 35, 19). Es ist aber
nicht zu streichen (vgl. zu 14, 9).
17. 18a. Da V. 18a nähere Bestimmung zu v. 17 b ist, müssen
V. 17. 18a b Einen Satz bilden. Denn v. 18b kann nicht von v. 18a
getrennt werden. Auch Gr. hat so verstanden: v/yoq aXXoituas«)?
xapotVy; (B* S* 13 70 Sah. xocpoia, 248 /apac, 248 155 C (?) add.
TrpoaojTTöv nach 13, 25. 26) xiaaapa \dpri avatsAAsi. Lat. verbum
(=: Xo^o??) nequam immutabit cor, (ex quo) partes quatuor oriuntur.
Aber dva-ikkzi ist transitiv. Gr. setzt i/vo? 14, 26 für napj?, 42, 19
für yn, er las aber wohl nspy, da er an 13, 26 erinnert wurde.
Festzuhalten ist daher mpj? =: Plural von y)i , das Lev. 25, 47
im Sinne von Sprössling vorkommt (aram. yv,); hier ist die Grund-
bedeutung „Wurzel" anzunehmen. Auch für mSlDnn las Gr.
334 Sir. 87, 16—38, 28.
vielleicht anders (nis"''7nn?), er dachte an die Verschiedenheit der
Denkweise und des Schicksals. Für ranit' ist das aramaisirende
c'"C''2'W kaum vorzuziehen, es bedeutet wie neuhebr. t£2t:' Ranke,
Rebe, Zweig ((Jr. frei i-iip^). Statt der vier Zweige liätte man
ebenso gern zwei, aber ^m 3ii2 sind moralisch gemeint.
18b c. Vgl. 36,14 und Prv. 18,21 {]wh T3 mal D^^n). —
Gr. Syr. drücken das T vor c""'n nicht aus, Iq 248 fehlt x^i' auch
vor xoty.ov und vor i)av7.Toc. — ^''Sr ü2 rhu>)f2)] Gr. xotl (Syroh.
248 70 106 307 157 A C 55 155 add. r^) xupisüoüaot ivosXsytuc
(307 om.) auTuiv (248 70 296 C Lat. «ot. svo.). Zu S^S: vgl.
45, 14. Jes. 2, 18. — Syr. für b schlecht: und wer Gewalt hat
über seine Zunge wird gerettet vom Uebel. Gemeint ist die
Zunge des Lehrers, die die Herzen regiert.
19. u^"*] vgl. zu 4,21. — c:n] Gr. dvrj.o (Syroh. 253 om.,
s. z. 3, 17) -otvoupYoc. Er setzt dies Wort (wie öfter LXX) für
D:n, \veil aocpo? ihm hier nicht zu passen schien (vgl. Syr. zu 21, 20.
21, 11). — D:m ü'yh] Gr. -koX/.öjv (B (308) praem. xai') -aiSsuT-/;?
(vgl. zu V. 23). Das Nifal von D:n ist sonst nicht belegt, aber
natürlich unanfechtbar (= sich als weise bezeigen), entsprechend
dem Ski:. Er ist auch v. 22 nach D und v. 23 nach R anzu-
nehmen. — l^zih)] Gr. T-rl Irjirj. '^y/r^ (ebenso v. 22). — Ssii] Gr.
ungenau: a:/[jr^a-rj<i (23 -/[jr^a-rjc, Lat. Dubl. suavis, Am. insuavis);
vgl. 16, 1. Syr. schlecht für v. 19: jeder (w Maus, praera. und),
der weise ist in seinem Denken, der ist ein Tor.
20. tt^'l] Gr. om. ), Syr. es ist nämlich (tj). — Gr. ver-
bindet T\212 mit Dsn: sstiv ao'fiC''V-'">? ^''' aoyoi? (Syroh. add.
xotQ [it(3-/;To? (vgl. zu 20, 5), Lat. qui sophistice loquitur odibilis
est. Richtig Syr.: welcher weise und in seinen Reden verhasst
ist. — Gr. für b: ouxoc (C praem. xat) Traar^c Tf/o'fT); xotOos-sprjCrsi,
Lat. in (al. hie) omni re (?) defraudabitur (vgl. zu 14, 14). 248
70 Syroh. 253 23 S" 106 157 lesen schlecht ary^ia; für -[jry^r,;
(nach V. 21), dagegen Sah. richtig ^rvucpr^ (= Jijj?n). Derselbe
Fehler findet sich 41, 1 (vgl. zu 11, 27). Dem neckischen Zu-
fall, dass xpocpr^c, das bei Sirach freilich nicht vorkommt, dem
'72S0 entsprechen, und also :'y;r\ '^rsö =1 ipry^Tjc + -p'^^r^: sein
könnte, steht die Aehnlichkeit von '::ni3 mit Sra gegenüber. Allem
Anschein nach ist Sdxo schlechte Dittographie von ^:ia (vgl. v. 28.
29 Syr.). Uebrigens könnte der Fehler schon dem Gr. vorgelegen
Sir. 37, 18b-23. 335
haben, so dass -po^pr^? Tpu'fr^c bei ihm zu lesen wäre. Vgl. den
ähnlichen Fall 20, 13. Jedenfalls ist i'oyn ^:Sö sachlich unmög-
lich, da die Schriftgelehrten jener Zeit keine blossen Schmarotzer
waren. Dagegen ist :i:j;n = Lebensfreude in weitestem Sinne
(vgl. V. 24). — Syr. für b: und von jeder Ehre hält er zurück
(sS:) seine Seele. Das ist entweder willkürliche Uebersetzung
von V. 20b oder aber Wiedergabe von v. 21b.
21. Hebr. Syr. om., wohl wegen der Aehnlichkeit von
V. 20b mit v. 21b. — Lat. om. yotp, aber Am. Saug. Corb.
Theoder. haben enim, das auch in b für o-t steht. — /.^'p^?] vgl.
zu 20, 19. 21, 16. — ao'-pi'otc] passt nicht. Man erwartet „Frucht der
Weisheit" oder „Ehre" (ni3:); vgl. Jljyn und 1)23 v. 24. 26, jm m32
4, 21, ferner zu iaispr^a-zi Vi^ 7, 21, und überhaupt Ti2Da mn" •]yJO
Num. 24,11. Syr. hat auch 7,21 ah2, und es ist deshalb nicht
unwahrscheinlich, dass er (s. z. v. 20) den ursprünglichen Wort-
laut von V. 21b erhalten hat.
22. Den beiden, die die Weisheit für sich und andere
nicht zu verwerten wissen (v. 19 — 21), werden zwei gegenüber-
gestellt, die das verstehen (v. 22—26). — Syr. stellt v. 22. 23
unif — Gr. für a: scr-i aocpo;: --(^ loia '{/u/y] (v. 19), aber Lat. est
sapiens animae suae sapiens, Syr. und es ist ein Weiser, der
für seine Seele weise ist. — "inj;n ns] Gr. zal oi x^p-ol xt^c cuviasojc
GcuTou (ebenso v. 23); Syr. willkürlich: und die Früchte seiner
Werke. — 'm: hv\ Gr. sttI axofiaxo? (Lat. om. L ax.) Tiiaxot' (296
om., 248 70 otbz-rA, Lat. laudabilis, 106 <=""• -riaTojv, 253 -KiaxoS),
lies: ETTi cojjxaxoc 7.uxou (Tiiaxoi ist aus v. 23 eingedrungen). Syr.:
vom Anblick seines Angesichts (Mlcxn). Vielleicht ist er dabei
von ax6;j.axoc beeinflusst. — Vgl. Prv. 12, 14. 13, 2. 18, 21.
23. Gr. für a: dvrjp (ti^'^K: '^^)) xov iauxoo Xaov Traiosusst
(248 70 253 Lat. r^aiotuti); vgl. zu v. 19. Syr. schlecht: (und)
es ist ein Weiser, der in jeder Zeit (= 'inj;'^?) weise ist. —
Dn^i:n wi no] Syr. schlecht: und die Früchte der Weisen sind für
sie selbst (pnit^ciS). Dagegen Gr. xal oi xotpTrol xr^; auvscrsto? auxou
TTiaxoi' {= ja«: vgl. 44, 1 1). Gr. ist im Recht. Denn on^lJn ist schon
wegen des 3 (statt hv) verdächtig, übrigens muss gesagt sein,
welchen Erfolg der Weise selbst von der Belehrung seines Volkes
hat. Er hat ihn aber nicht nur in seinem zeitlichen Lebensglück
{= '.n^ij h'; V. 22), sondern in ewigem Ruhm (v. 24 — 26).
336 Sir. 37, 16—38, 23.
25. Syr. om.; vielleicht nahm er Anstoss am Inhalt des
Verses. Im Hebr. steht der Vers bei B und D vor v. 24, ('
hat wenigstens v. 24. 2(5 nach einander aufgenommen, ohne
V. 25. In der Tat ist er zwischen v. 24 und v. 26 uner-
träglich, wogegen er zwischen v. 22. 28 und v. 24. 26 nicht
übel passt. — u^^H wird durch avopoc einigemiassen gegen ^*':a
geschützt (doch s. z. 14, 1). Dagegen wii'd d'O'' "icdo durcli die
Randlesart 41, 13, sowie durch sv (vgl. zu 21, 6) d^A)\xo) -a;ij.£(>(7jv
hier und apii>[jLo; -/^[xspwv 41, 13 gegen lEDö D''»'' (vgl. Num. 9, 20)
keineswegs gesichert. Der ungewöhnliche Ausdruck (vgl. ICDC Tö)
hat au sich den Vorzug, er wird ferner durch b sowie durch
17, 2 (s. d.) empfohlen. Nur ist hier nach 41, 13 "ö'' herzustellen.
— In b hat Gr. gekürzt: 7.7.I <xt rjjxspctt -o-j 'iaparjX avapi^ji-zj-oi. —
irw erscheint als origineller gegenüber dem Ssnti^'' dv, auch 'hpar^X
kann sehr wohl auf ersteres zurückgehen. Zu icDö |\^ 'D'' vgl.
44, 13. — Nach der Glosse in D csi* statt |nu>"' in den Text zu
setzen (J. Levi), hat man wegen 41, 13 noch kein Recht. — Vgl.
2 Macc. 14, 15.
24. "iti*QjS QDn] ebenso Syr. (praem. 1), Gr. schlecht: 7.vr,p
(s. z. 3, 17) ao(s6:. — juyp] vgl. v. 20. Syr. «p^jcn, Gr. ver-
schönernd: suXoYiac. — In b entsprechen Gr. und Syr. der Wort-
stellung von B und D. — l.TNn] ist durch innti^s^T herbeigeführt,
aber nicht anzufechten. Vgl. Nah. 2, 4. Hab. 3, 10. Job. 24, 23.
Prv. 29, 18. Gr. 01 6pwv-£? (106 k add. a-kov). Vgl. Job. 29, 11.
Gant. 6,9.
26. üV orn] Gr. erleichternd: 0 aocpo? sv (13, 19) äoko «u-oO
(Lat, om.). — 1)22] Gr. rds-iv, aber 248 70. So^av, Lat. honorem.
Vielleicht ist raa-civ aus ~i\ir^y (3, 11 u. ö.) verderbt. — Vgl.
Prv. 3, 35. — Qh)V ^^n'? i^r;] Syr. ebenso, Gr. Cr^ss-oti (248 70
satai) zk xov aluiva. Danach ist "'Tin zu verwerfen. — Vgl. 39,9.
41, 13. 44, 13. 14.
27. "lann ist wohl Schreibfehler für "j^^ns. — Zu b vgl.
6, 36 (J. Levi). — hii) (D) = Gr. x7.1 fxr; hü (B) = Syr. xS
(Ambr. s'^'i). — Lat. für b schlecht : et si fuerit nequam, non des
illi potestatem.
28. hjh Srn] = Gr. -dvxa -aaiv; dagegen Syr.: «nSirsö S:
(Sd«: 'jd^); vgl. zu v. 20. — «':i] = Gr. Syr. xai ou. — in^n p S:]
Gr. Iv ~av-l s-jöoxsr (248 70 suöoxtijLsr). Ps. 144,13. 2 Chr. 16,14
Sif. 37, 26—30. 337
steht |( in ähDÜclier Bedeutimg, es hier mit p:."2 ziisammenzu-
briogen ist unnötig. Vgl. noch zu 49,8. Syr. schlecht ausdeutend:
«"yino h^hp2 (sie hat an wenigem Gefallen).
29. Gr. (ji-T; d-hr^:j-z6ou dv (s. z. 5^ 9) -aarj ~p'->?"(() bezeugt
das in D und R fehlende h^, er hat übrigens v. 30b r, '■}.-'Kr^:i-h.
für nmon bezw. jJ'ion, das er dann freilich v. 31 für "Ott sS
wiederholt. Es ist aber klar, dass v. 29 a und 30b wie v. 29 b
und 30 a einander entsprechen. Sodann ist r\2'^r2n v. 30 nach ;n
'7:1s unpassend und augenscheinlich Korrektur für das unver-
ständliche 3;^t^n. Also stützen T'^n {= R und D) und j?Tn (= B)
sich gegenseitig, um so mehr, als R und D a". 29a mit Unrecht
bz auslassen. Die Lesarten Ss [i]i:n und hü i'n (weiche nicht
ab zu, sei nicht übermütig zu) sind entartet aus h'; i:r. und
weiter aus hzh p"n. Es fragt sich nur, ob v. 29 T'^ oder v. 30
yniö zu lesen ist. Arabisch heisst p ^6 die Hand begehrlich aus-
strecken, in der IV. mit den Armen fassen (= syr. j?-n im Pael),
in der V. sich iu der Rede ausbreiten. Aber vorzuziehen ist
wohl T:n als Hifll in verstärkter Bedeutung des Kai von vi' =
in Unruhe sein, sich hastig über etwas hermachen. Vgl. auch
arab. p!: Speisen an sich heranziehen. 38, 27 scheint y'in von
rastloser Arbeit gebraucht zu sein. Vgl. noch rr neben yir in
der Variante zu 34, 13, sowie zu 38, 29. 43, 16. Syr. für a un-
genau: nicht mache viel ihr Speisen (Mas. I w Maus. Ambr. :
Speise; vgl. zu v. 20) und Leckereien. — 'Zfi^r] = Gr. k/:/'/&l:
(vgl. Ep. Jud. 11). Man hätte lieber -cnti^n, Bevan erklärt in-
dessen nach Ps. 73, 2 (Pual). Dagegen ist j:rnn wohl Fehler
für Jjynn, das Korrektur für "Eif'n war. — ü'CV'cr: hz hy] R und D
'ö hü bezw. '."2 hy, Gr. £-1 koz::iid-vy^, aber Lat. super omnem
escam. Betr. lösa;;j.aT(«v vgl. zu 33,13b. — Syr. für b frei: und
nicht sei missgüustig (li^üin) dein Auge über vielen Speisen.
30. Für 3i:i?n (B) ist S:is (R und D) nach Gr. {^^üy^xciaiv)
anzunehmen. — Statt pp^ (Piel) ist pp^ (D) anzunehmen, das
Hifil ist nach dem syr. |ps möglich. Vgl. zu 36,27. Neuhebräisch
ist wie im Kanon nur das Piel belegt. pT ist Schreibfehler.
Gr. vermied den Tropus: sv -oaXoT? -j'ap lüfxoaasiv h-y-i voso; (Lat.
infirmitas, Sah. Krankheit, nur B (C 308) -ovo;), wonach Syr.:
denn aus (Sah. ix?) der Menge von Speisen ist Krankheit; A*gl.
zu 5, 14. — j;^iom] s. zu v. 29. — Syr. für b ungenau: und wer
Sraend, SiracU-Koramentar. ■'-
338 Sir. 37, 16-38, 23.
viel macht (= ,ii"it:.ti) zu essen wird krank. — xi: hü y:"] \g\.
V. 2. Gr. sYYisi (vgl. 32, 21) iw? //jU^jol;. Mit yoXs'pa (= Brechruhr,
vgl. 34/20) übersetzt auch LXX Ni' Nura. 11, 20, wo Targ. «Spn,
Syr. Kincf« ('föofxi). Die allgemein übliche Deutung nausea
(Hieron.) ist Num. 11,20 aus dem Zusammenhang schlecht er-
raten. Auch das dortige d:cno «r nt^'s ly kann kaum heissen:
bis ihr Widerwillen daran habt. Der Zusammenhang verlangt
hier und dort vielmehr die Bedeutung einer schweren Krankheit,
denn «i* muss Steigerung, bezw. Spezialisierung von "»Sin sein;
vgl. auch zu 39, 27. Die Dysenterien sind im Orient sehr ge-
fährlich, üebrigens will der Verf. wohl an Num. 11 anspielen.
31. iü)t2 xSa] vgl. 34, 17. Prv. 5, 23. Gr. nach v. 30: oi'
dTrXTjatiav, wonach Syr. für a: viele nämlich (t:), welche gestorben
sind wegen vieler Speise. Betr. Sri vgl. zu 16, 8. — "lyu] Gr.
|-£Ä£u--/;aav, ))!)y) lj?ir ist Dittographie. — löK'jm] Gr. o os Trpoas/tov,
Syr. -imiam; vgl. zu 6, 13. — c^^n rj^or] vgl. Prv. 9, 11. Gr.
7:poai>r^a£t C^^v; vgl. 48, 23.
38, 1 . nj^i] wie 34, 15. Dagegen Gr. naot, Syr. y\ ent-
sprechend dem rabbiu. nn: und Tpi«. Gleichwohl möchte ich an
nyi festhalten. — -jDii: •':cS] las Syr. {-f? «yin: xS nv), auch die
rabbin. Zitate setzen dies oder 1312: ''JcS voraus. Aber Gr.: Trpo;
toc? xpsta? (Syroh. 253 k 307 SA 155 254 add. autoo) tifiats (70
106 296 om. Tijxau) autou, Clem. Alex, paedag. 11 8, 69 hat nur:
Tipoi; /pstav auTou, S''* : irpo? t«? /,f>£''^?, Lat. : propter necessitatem.
Das ist = 1315: ''zh; vgl. betr. -poc zu 25, 19, und betr. des
Suffixes V. 12. ^:zh, das wohl unter Einwirkung von 18, 19 ent-
stand (Taylor), ist falsch. Denn der Verf. redet zu Leuten, die
aus religiöser Scheu (2 Chr. 16, 12) den Arzt überhaupt nicht
gebrauchen und also auch nie ehren w^ollen. — ^2] = Gr. Syr.
— phr] Syr. «nn, Gr. Ix-iasv; vgl. zu 34, 13.
2. ha m6] Gr. rapa yap (S* k om. -{dp, Toi. Sang. Aug.
spec. om. enim) u-i/ia-rou (4, 10). Clem. hat hier xuptou, dagegen
V. 1 u6ia-o?. — KCTi MiT] Gr. trei: iaziv l'otcj'.c, Lat. est (omnis) me-
dela. — msi^ö] Gr. oojj.« (248 253 23 Sah. oo;av, ebenso S}Toh.
im Text, am Rande aber ooti.7.).
3. nj-n] Gr. i-i:s-r^\lr^ (vgl. zu 16,25). — Syr. für a: wegen
(p) der Klugheit (nnnx?n) des Arztes erhöhen sie ihn. — "jc'j 2Tr\rt]
Sif. 37, 31— 38, 8 a. 339
Vgl. ZU 8,8. — D'^nj] vgl. zu 7,6. — Gr. für b frei: sWti
<x£Yi5tc(vtuv (vgl. zu 11, 1) i)7.'j;xc(ai}v;(3£-ai (= er wird geehrt; vgl.
zu 7, 29). Syr. und vor die Könige (vgl. 28, 14) stellen sie ihn.
4. Nach Gr. (Ix-iasv) ist «in, aber nicht Coli' (= D-CD des
rabbin. Zitats, Syr. ü^^r^ü) anzunehmen, das aram. und syr. Heil-
mittel bedeutet. Zu N''ini2 vgl. Gen. 1, 12 und das rh';n des Zitats.
— hu] Gr. ou. — Dsa^] Syr. KD3i, Gr. rryocro/Öisr (vgl. LXX). —
Gedacht ist zunächst natürlich an vegetabilische Heilmittel.
5. ahn] Syr. T^i — yv^] Gr. dr.h cüXo-j; dagegen Syr. r2
KD'p, w Maus. SD'-ps (= yv^). — D^^] Syr. xi^^ö «^e, Lat. aqua
amara (Toi." om.). Vielleicht ist beides durch Gr. II vermittelt.
— Zu iinyn mit h und dem Infinitiv vgl. 1 Chr. 19, 3 (Strack).
— Gr. für b: zk xo Yvoj3i>y)v7.i -rjv tV/'jv otu-oS. Ebenso Syr. Sj5!3
shSni nS'n yiTin. Aber Lat. ad agnitionem hominum virtus (al.
virtutis) illorum. 248 70 setzen am Schluss 6-o (248 d-h) vvörxG-oo
hinzu. In der Tat kann ^m h^ kaum entbehrt werden, vmnS
(Nifal) zu schreiben empfiehlt sich nicht. Schw^erlich geht das
illorum des Lat. auf cm: zurück, es bezieht sich wohl auf ho-
minum, obendrein hat Aug. spec. illius. Uebrigens ist Gottes
Kraft gemeint (v^gl. v. 6), wie Syr. richtig erklärt. — Vgl. Ex.
15, 23 ff. Sirach versteht die Stelle richtig, das Wunder w^urde
durch die Natur des Holzes bewirkt.
6. |n''l] Syr. niTn, lies 2iT". Gr. wohl erklärend: y-vl aZ-b:
£0(üx£v. Der Sinn ist übrigens eher: und er gab auch den Menschen
Verstand. — imu:!] Syr. nnr:::, Gr. iv xoic fy7.uijLC(5toi? 7.l»-o5.
Der Plural (rmi3J3) ist durch cr\2 v. 7 erfordert. Gemeint sind
die Heilmittel; vgl. zu nniz: = Wunderwerke zu 17, 8. Das
Suffix geht natürlich auf Gott, dagegen sind in nscnnS die
Menschen Subjekt; vgl. 39, 8. 50, 20. 17, 9.
7. 8a. Gr. für a: sv a'jToi? sikpairsuasv X7.i r^psv xov (248
om., 23 TOü?, 157 A C 155 r.rjy, 70 307 -av-a) -ovov (23 -ovo-jc,
157 "^ voatüv) abxoo (Syroh. 70 106 k 157 307 S-^^ 55 254 296
Sah. Aeth. au-öiv), Lat. in his curans mitigabit (Aug. spec. -vit)
dolorem (x\ug. spec. add. ipsorum). VieUeicht zog Gr. das 1 von |:t
zum Vorigen. Betr. irovo? vgl. zu 3, 27. Ob Lat. für £f}3f>a7:£U!3£v
xai rjp£v (Hebr. n''^, Syr. n^i;2) anders las, steht dahin. Jedenfalls
versteht Gr. nach dem vorliegenden Text die Worte von Gott
selbst, während Sirach sagen will, dass der Arzt mit Gottes
22*
340 Sir. 37, 16—38, 23.
Wunderkräften heilt. — pi] vgl. 9, 8. Syr. ?]N1, Lat. et, Gr. hat
ZV TO'jToic (s. 0.), was mit cn2l des rabbinischen Zitats überein-
kommt. Aber beides kann selbständige Deutung von pl sein,
das in der Tat diesen Sinn hat. — npTi] Gr. jj.upc']/o? (49, 1). —
ni^ij:] Gr. iroiTjasi, Syr. \pr\f2. — nnpie] Syr. n:i2D3, Gr. \i.r(\xoi, Lat.
pigmenta (al. -tum) suavitatis, Dubl.: unctiones sanitatis (al.
suavitatis).
8bc. üh |yaS] Gr. X7.1 oi:, ^r^. — n)2^^] Syr. Sjsni, Gr. auv-
-sXscfi}-?;, ebenso Sah. Lat., nur B (55 155 308) auvtsXscr^j. Betr.
nrty vgl. zu 45, 26. — iniyyej Gr. i^j~(cf. otuToG (Syroh. auxtuv, 308
om.), Syr. nur: das Werk. Aber der Sinn ist: Gottes Wunder-
werk setzt sich fort in der Kimst des Arztes. Der Gedanke,
dass auf der Erde immer Arbeit und Weisheit sein solle, wäre
eine schlechte Rechtfertigung der den Frommen verdächtigen
Arzneikunst. — n'^in] Syr. KrD:n, aber Gr. besser dpr^vri {= Heil).
— (li'IS) mx (""iCö) ''J2Ö] Syr. NJ,nK "CK jö, Gr. :r7.f>' «Ütou lanv etti
TTpoatuTiou xr^? ^Tic. Lat. für c: pax enim (77'p für r.ap) dei super
faciem terrae. Danach ist zunächst die Randlesart vorzuziehen.
Da aber ""Jed (statt "'jc h)!f2} im Kanon so kaum vorkommt, so ist
als ursprünglich nach Gr. zu vermuten lins "•jd hy IJCO iTti^ini.
Zwischen lins (vgl. 43, 17 a. Prv. 8, 31) und ans bildete ein nais
das Mittelglied.
9. Betr. ^h)n2 imd nhnf22 vgl. zu 34, 2. Gr. Syr. sv appw-
axr/}xa-i aou. — i3j?nn] vgl. zu 5, 7. Gr. iiapaßXs-s, Lat. add. te
ipsum (Toi. Sang. om.). — S'^cnnj Gr. praem. dlld. Das Fiel
SSo (R) ist für „beten'- nicht belegt. — Syr. verkürzend: Mein
Sohn, auch in deiner Krankheit bete. — KOT KP "3] vgl. Ex.
15, 26. Syr. SDSa rim, Gr. xal auxo? laasxai os.
10. Siyo DD] Gr. d-oaxr^aov 7rXr(|x[j.£X£tav (vgl. 10, 7 ; 248 70
-Xsta?), Lat. averte a delicto. Vielleicht las Gr. Vya Ton; vgl.
die Randlesart. Syr. scheint Hebr. und Gr. zu kombinieren:
ühiy nnvs. — cje i^nöl] Syr. ungenau: ny)U^). Zum ungerechten
Richten hat der Kranke kaum noch Gelegenheit. Dagegen ist
£'jf>uvov yeipaq durch b gesichert. Man muss danach D''sr "I3m
herstellen (Ps. 73, 1 zo\)'k = nn). — Q'V^c] Gr. : Singular.
11. Syr. om., gewiss mit Absicht. — Gr. für a: oh; öucu-
8iav xat [ivr^ixoauvov asixiSaXso)?. Im Hebr. stand nach nm^iS (R) zu
schliessen vorher ein Nomen femiu., das wohl nur nrao gewesen
Sir. 3S, 8b— 14 c. 341
sein kann. Es handelt sich um das Opfer von Lev. 2, Iff., bei
dem auch 32, 9 (s. d.) nn:f2 und mr'K unterschieden sind; vgl.
auch 45, 16. mriiS* ist freilich überhaupt der Teil des Opfers,
der auf dem Altar verbrannt wurde. Hierzu gehörte aber aller
Weihrauch, der deshalb im Unterschiede von nra^s (Mehl und
Oel) a potiori als rnD*J< bezeichnet werden konnte. Clr. hat frei
übersetzt, asij.ioa7.sto?: ist eigentlich =: nnjö. — 1^^] vgl. zu 14,11.
— "[inj;] kann Infinitiv (vgl. zu 30, 19), aber auch Nomen (rrnv
zu sprechen?) sein. Vgl. das Nomen "]ny Ex. 40, 4. 23, übrigens
auch m^iVf^ unten 50, 14, w'o Gr. wie hier Ttpoofcpopa. — y,r\ ''c:r3]
ist Singular. Schechter versteht ''CJ: als das Aufgesparte, es ist
aber wohl eher s. v. a. das Aeusserste, das Letzte. Gr. w^ [xr^
u-ap/tov (vgl. 17, 28) ist verderbt. Denn xa (>-dpyo\>-a. (41, 1) =
])n (vgl. Prv. 6,31. 11,4). Aeth.: wie es dir möglich ist. Er las
etwa oi^ To uTcap/ov (vgl. 1 Sam. 9, 7), was Unverstand korrigierte.
12. Die Lücken des Hebr. in a sind zu ergänzen nach
Gr. Syr. xat laxpro ooc tottov (vgl. zu 4, 5). Gr. add. xotl yap auzhv
sxTiasv xupioc, was aus v. 1 eingedi'ungen ist. Im Cod. Toi. des
Lat. fehlen die Worte. Anton. 953 ordnet die 4 Sätze, die v. 12
im Gr. bildet: 1. 4. 3. 2. — K>l^^ ah)\ Gr. xal [xrj dTOtur^Tw (32, 21)
aou. Danach muss nsD (R) in "[nso geändert werden. Im Syr.
fehlt der Satz. Uebrigcns scheint it^lö hier (vgl. zu 40, 10) nicht
„weichen, fortgehen", sondern „fern bleiben" zu bedeuten. Denn
es handelt sich nicht darum, dass der Arzt fortgeschickt wird,
sondern dass man ihn überhaupt nicht holt. — "yi)^ in nj ^2] der
Ausdruck wie 15,12. Gr. xal yotp auxotj /pstot, Syr.: weil auch
an ihm Nutzen (s. z. 15, 12) ist.
13. 14a. itJ^s nj; ti^^ ^3] Syr. ebenso, Gr. saxiv (Lat. est
enim) xaipoc oxs xai (70 Lat. om. xat). Man würde "»D gern ent-
behren, aber R berechtigt nicht es zu streichen. — pnb^f: 'iT'n]
das Nomen rnh'nt: (Gelingen) ist sonst nicht belegt. Syr. erklärend:
durch seine Hand gelingt Heilung. Gr. sv yspalv auxÄv suoota;
vgl. 20, 9. Auch in V. 14 hat Gr. den Plural. Lat. schlecht
ausdeutend: in manus illorum incurras (70 suooouxai). — Syr.
für 14a: dass er bete {üh'üi'i) zu Gott. Er nimmt iti^s aus b
vorweg.
14bc. nbr irt*«] sollte Hifil sein. Gr. v/a (37, 15) s-joSwa^j
(11, 17. 41, 1 vgl. zu 43, 26), Syr. jpnil (11, 17), w Maus, schlecht:
342 S'»"- ^'^. 16—3«, 23.
^r^yi^ — ■j'jj .Sy]'. nr2 (aus v. 13). — mii^o] im Kanon und sonst
findet sich hebr. und aram. das mascul. itt'Q, Das Wort muss
hier die Diagnose bedeuten. Gr. rät woM nur (zva-aoaiv, und
danach Syr. air2h)n (Heilung). Vielleicht schrieb Gr. aber ctv^Xüaiv,
vgl. X63'.? = nti'o Koh. 8, 1, und Sap. 8, 8. — .Tne |roS mscii|
Gr. xai iotatv /aptv i;xßwu3cojc; vgl. zu 31,26. Lat. et Sanitätern
propter conversationem illorum. rTna steht im Sinne von Gen. 4.5,5.
Syr. erleichternd: und dass komme Heilung durch seine Hand
und Leben.
15. inti^lj?] Syr. Gott. — liTD"] das Hithpoel nur hier;
vgl. das Pual 36, 23 am Rande. Syr. 2,Tnö, Gr. i;x-£aoi, 23 55
254 £[jt7r£a£Ttai, Lat. incidet, Am. Sang, incidat. — ''T hv\ = Gr.
Syr. £i; X£t'p<zc; n ^iz^h in^n'' könnte bedeuten: er tritt hochmütig auf
gegenüber dem Arzt. Das widerspricht aber dem Zusammenhang.
16. 2''"n] das Hitil sonst nicht belegt. Gr. xaTa-,'a-i'£, Syr.
mache viel. — -nam] im Kanon das Fiel n^ (z. B. Jes. 22, 4),
im Hithpael aber nicht Tiann, sondern n!2iönn, in etwas anderer
Bedeutung (Dan. 8,7. 11,11). Syr.: und sei betrübt (-[S 2S:3l),
Gr. frei: xoit wc ZtvA rAyoy^ — n:y nra] Syr. und sage die
Toteuklage, Gr. svap^ai Opr^vou. — Gr. Syr. drücken das Suffix
an iMcti^er aus. — P|"DS] = Syr. i^ir, Gr. r.tfAa-zilov; vgl. LXX
Jes. 58,8. ?jD« heisst hier aber einfach: die Leiche ins Grab
bringen, wie das Getreide in die Scheunen (vgl. 2 Reg. 22, 20
und das Nifal rpw). — 'n«ti>] Gr. -h söjtxa olutoo; vgl. zu 7,24. —
cSvrn] vgl. 4, 4, hier absolut wie Dt. 22, 3. "innn ist wohl ent-
stellt aus insnn (Ryssel) ; vgl. 7, 34. — onriJa] das Nomen ist
sonst neuhebräisch. Gr. Syr. drücken wie in c das Singularsuffix
aus, das auch wegen v. 17 herzustellen ist. Von dem Moment
an, wo der Kranke starb, wirkte die Leiche verunreinigend auf
ihre Umgebung. Deshalb mochte Mancher in diesem Augenblick
fortgehen. Vgl. die von Schechter angezogene Stelle B. Moed
katon 27b. Die Aenderung in^l^ö ist willkürlich. Gr. (xal \xr^
uTrepio-dc t->|V ta'frjV a-jToO) entscheidet nichts. Syr. folgt ihm: xSl
nminp hv s*D2n, indem er xa^r^ wohl richtig als Begräbnis versteht.
17. ^22 lan] vgl. Zach. 12, 10. Gr. -ixp«vov xXotu&[jLov. —
Für ann und nnn ist nach Gr. {Urj\iavov) cnn zu sclu-eiben. Der-
selbe Fehler findet sich 43, 4. Das J_ wie 42, 3. 18. Hier kann
es sich um kein Cholem handeln, was 42, 3. 18 denkbar wäre.
Sir. 38, 15—19. 343
Man erhitzte sich durch das Rufen, das Schlagen auf die Brust
usw.; vgl. übrigens Aruch s. v. — Syr. für a: Wein und Speisen
den klagenden Menschen = icDö nn(?) nr^T i/sn. — n'i^^i] das
Verhum steht im Kanon selten in dieser Bedeutung; doch vgl.
Ex. 10, 1. PIos. 6, 11. Ps. 104, 20. Gr. xal -otrjaov = Syr. i^V);
vgl. sonst n^y Gen. 50, 10. Jer. 6, 26. Ez. 24, 17. — ihiü] Syr.
Gr. drücken das Suffix nicht aus; aber Lat, (Dubl.): luctum
illius, — 12 Nl'r:] Syr. 7]pr>2] vgl. zu 10, 28. — nj?ai] Syr. der
Menschen, Gr. oi7.ßoXrjC, wonach n2T zu lesen ist (51, 2 vgl. 42, 11).
— ])V\ Syr. s"n (= pn?). Gr. hjr.r^; = |n, das durch v. 18 er-
fordert ist. — Die sieben Tage 22, 12 sind hiermit nicht im
Widerspruch. Sirach will der herrschenden Sitte etwas abdingen.
Schechter vergleicht B. Moed katon 27 b: Drei Tage für das
Weinen ("'rs), sieben für die Klage (ncDö) und 30 für Haar und Bart.
18. I^itt] ist nach Gr. Syr. (7.7:0 lu-r^z) in pna (s. z. 14, 1)
zu ändern und davor nach Gr. Syr. ''2 zu setzen. — «s:v] Syr.
n^TX. — pDK] Syr. schlecht: xnpj?, was vielleicht aus v. 19 statt
sniö eiügedrungen ist. Dagegen Gr. i>7'va-:oc. Den Sinn des
durch einen Unfall herbeigeführten plötzlichen Todes hat das
Wort 41, 9 (Gr. d-wXsia), aber auch Gen. 42,4. 38. 44,29; auch
Ex. 21, 22. 23 wird es so verstanden werden müssen, indem man
V. 24. 25 vom Vorigen trennt. Onkelos hat überall N'nia, ebenso
versteht Hieronymus Ex. 21 das Wort. Auch hier ist das der
Sinn, wie p (Gr. schlecht: xa() zeigt. Man wird danach auch
34,22 verstehen müssen. — nn': 5?n] Syr. umstellend: ü^^2 «2^,
Gr. XuTryj (12, 9) x7.poiW. — rD^j; nir] ist nach Gr. yAix'\it<. it//j\>
(anders v. 30) in n^^ nJV zu ändern. Derselbe Fehler scheint
bei nzyj; 11, 9 vorzuliegen. Vgl. nfi'^v im Sinne von Lebenskraft
41, 2. 46, 9. Jes. 40, 29 und ^ra n:v Ps. 102, 24. Lat. (Dubl.)
„cooperit {-/.oiXu^s.i) virtutem" und „flectit cervicem (au/svot)". —
Ueber Syr. vgl. zu v. 19.
19. Hebr. om. — Ausser B (55 254 308) lesen alle i-ayojY'^
(Lat. abductione: vgl. obductio 2,2. 5,8) und ausser B (55 155 308)
alle (auch Lat.) -ap^fisvs'.. Der Fehler 7:7.f>7.ß7''vöi ist wohl unter dem
Einfluss von ixßatvsi v. 18 entstanden. Uebrigens lassen 70 307
S'^'* Lat. xai P' aus, 248 70 55 254 haben x7Tao7. xapoia? (Lat.
secundum cor eins). Gr. ist in a ganz unbefriedigend. Syr. hat
für V. 18 b 19: so nämlich ein böses Herz mehr als (|o Tn') der
344 Sir. B7, 16— 8S, 23. 3S, 24—41, 13.
Tod zerbricht durch Kumincr (sTci';) den Armen und bringt
herbei Not (»^npj; sn'aV), denn das Leben des Armen ist zum
Fluche des Herzens. Es scheint, dass Syr. v. 18b und 19a
vermengt hat. Denn «rci: ist 36, 25 = nsi'V, dagegen sollte vom
Tode in v. 19a die Rede sein. Ich vermute für v. 19a: moö yi
ifsij? pi = schlimmer als der Tod ist dauernder Kummer (vgl.
30, 17). Syr. könnte p in n verlesen haben, Gr. hätte j?"i über-
gangen und m^^ {= Syr.) in m:?3 (vgl. 3,28) verlesen. Er
setzt 6, 8. 11, 17 7:7.fy7.ij.3Viiv für if2';. Unklar bleibt, wie Syr. zu
s'n'JS kam. Vgl. aber auch Aeth.: und es führt herbei den Tod
Trauer und Kummer. — In b dürfte ttko/o-j Missverständnis von
'jy (Elend) oder dgl. sein.
20. ;S Thü y^*n ha\ ist singulär, müsste übrigens (wegen
my) wohl heissen: Avende dein Herz nicht auf ihn zurück. Aber
Gr. Syr. sprechen für n^^n (vgl. v. 26). Uehrigens rationalisieren
Gr. Syr. die hartherzigen Worte. Gr. [xy] off? zi; X6--/)v tt^v /apototv
(807 '>'J//jV) cro'j stimmt fast wörtlich mit 30,21. Er bezog rh';
auf das für v. 19 zu vermutende pi, Syr. dagegen vielleicht auf
den Fluch: nicht gib dein Herz den Schwüren (snoiöS). Aber
dies Wort ist vielleicht verderbt. — Ebenso rationalisieren sie
in b. Gr. 7.~oafr/;ciov (vgl. zu 34, 1) autr^v [xvr,cii)slc xa £3/ata. Syr.
mit Umstellung der Sätze: gedenke der Not und schaffe fort die
Sünden.
21. Hebr. stellt v. 21 mit Unrecht hinter v. 22. Im
Gegensatz zu einander stehen itTrin S« v. 21 und )pn 112" v. 22,
aber ersteres muss dem letzteren vorausgehen. — Gr. hat für
imrin ha [xr^ k-Kild^^. Das ist wohl willkürliche Umkehrung,
um unmittelbaren Anschluss an n^'inti n:'"! zu gewinnen. Sodann
setzt er für mpn erklärend sTravooor, dabei übergeht er "iS in a,
um es in b auszudrücken: xat toGtov oux (ocpöÄr^astc. Jedenfalls
ist bei S^w ein 'h durchaus entbehrlich. — Betr. nc vgl. zu 8, 1.
— "[Sj Gr. asauxov (vgl. zu 14, 11). — Syr. nach korrigierter
Vorlage: „und vertraue nicht auf Reichtum, denn auf ihn ist kein
Verlass (sn^D = mpn). Denn wie die Vögel des Himmels, die
auffliegen und sich niederlassen, so ist der Reichtum vor den
Menschenkindern. Dich erfreut er und einem anderen schadet er."
22. Nur B"'-' hat dem Hebr. entsprechend o-i vor oo-ojc
{= ]2), das bei ihm (und 308?) in o-j-w ok entstellt ist. Vgl.
Sir. 3S, 20—23. :^45
Lat. «ic enim erit et tiium. Ebenso haben B (253 308) dem
Hebräer entsprechend wjzr/j (S om.), alle anderen (auch 8ah.
Lat.) [xo'j, das aus b eingedrungen ist. — xp'jxa = pn wie 41, 2. 3.
43, 10. Vgl. Syr. für a: und bedenke, dass es Bestimmung
(sjpoz) für dich ist. — iSj (Ir. s;xot (= ^S). Aeth. konsequent
korrigierend: heute ich und morgen du.
23. :] Gr. sv (vgl. zu 16, 26). — n2ti'] vgl. 44, 9. — mnt^^]
Gr. (xa-aTrauaov) könnte r\2pr} (10, 17) gelesen haben. Vgl. Syr.
h'^z und zu 21,9. — Dram] Gr. add. h (248 55 254 Sah. i-')
ctüKo. Lat. et consolare illiim. — cj?] Gr. sv; vgl. v. 25. 40, 14.
26, und übrigens zu 16, 26. — VwJ^cjJ vgl. Gen. 35, 18. Gr.
-vs'j[j.7.toc a'jto'j, was auf imn führen könnte; vgl. Ps. 146,4. —
Vgl. überhaupt 2 Sam. 12, 23.
XVIL 38,24 — 41,13.
Die Selbstempfehlung des Lehrers steigert sich hier zu
einem längeren Loblied auf den Stand des Schriftgelehrten, der
sich hoch über alle profanen Berufsarten erhebt (38, 24 — 39, 11
= 1. 3. 3. 4. 4. 2. 2. 2. | 2. 2. 2. 2. | 4. 2. 2.). Der Abschnitt
ist von Interesse, sofern hier neben den Bauern die Handwerker
des damaligen Jerusalem aufgezählt werden. Es sind das in
der Reihenfolge der Vornehmheit: der Gemmenschneider und der
Buntw^eber, sodann der Schmied und der Töpfer. Der Gold-
arbeiter tritt hinter den Gemmenschneider zurück, die gewöhnliche
Weberei und die Tischlerei werden wohl deshalb übergangen,
weil sie für das alltägliche Bedürfnis von Jedermann betrieben
wurden. Aber von besonderer Wichtigkeit ist das Stück deshalb,
weil wir allein aus ihm über die älteren Schriftgelehrten Näheres
und Sicheres erfahren. Sie waren im Unterschiede von den
späteren zumeist (doch vgl. 11, 1. Koh. 9, 16) von vornehmer
Herkunft und von dem arbeitenden Volke der Bauern, Handwerker
und Künstler durch eine grosse Kluft getrennt. Sie bedurften
keines Erwerbs, sie führten aber das Wort in der Volksversamm-
lung, sie gaben ihr Urteil in Rechtsfragen und sassen sogar auf
dem Richterstuhl (38, 33). Danach gehörten sie selbst dem je-
rusalemischen Adel und als Richter jedenfalls auch dem priester-
lichen Adel an. Sie waren also desselben Standes wie ihre
310 Sir. 3S, 24—41, 13.
Jünger in den Proverbien und bei Jesus Sirach. Wie diese
traten sie oft in die Dienste der heidnischen Könige, bei denen
sie zugleich natürlich die Vertreter ihres Volkes waren. Ur-
sprünglich war die Schriftgelehrsamkeit aus der Thora der
Priester hervorgewachsen, und die Sehriftgelehrten daher Priester.
So war es auch noch zur Zeit Jesus Sirachs. — Hieran schliesst .sich
als Lehre diesmal ein Hymnus auf die göttliche Weltregierung,
die sich überall als weise und gerecht bewährt (39, 12 — 35, im
Ganzen 30 Disticha = 3. 3. | 1. 2. 2. | 2. 2. | 2. 2. 1. | 2. 2. 2. |
3. 1). Indessen erleidet dieser Glaube Abstriche, die seine Zu-
versicht erheblich mindern (40, 1 — 41, 13; s. d.).
38, 24. no2n n^in] = Syr. xnö:n nh rpin ; dagegen Gr. : sv
suxotipia a/oXr,c (d. h. durch den glücklichen Umstand der Müsse:
Lat. schlecht: in tempore vacuitatis). Die Floskel geht schwerlich
auf eine andere Vorlage zurück, vielmehr verstand der Ueber-
setzer nfizn als gelehrte Müsse, er hätte nur diese Bedeutung
dem Worte an erster Stelle und nicht an zweiter zumuten sollen.
Schechter vergleicht B. Baba b. 21a nfizn nain cnciD ns:p. —
poy iDm] d. h. wer keine (schw^ere) Arbeit hat; vgl. betr. püy zu
3, 22. Gr. x<zl 6 iXasao'jtxsvoc -pa^si (11, 10) au-oü. Syr. frei:
Nnp'nD p-EO «Sm = qui non studet vanitatibus (Gabr. Sion.); vgl.
1 Tim. 5, 13 Pesch. — Gr. übergeht sin; betr. C2nn' (Gr. aocpi-
aövjas-ai, 248 70 praem. ou) vgl. zu 6, 32. — Aboth 4, 10 (14):
niinz prj?l püV2 cj;!2i"3 ''in. In der späteren Zeit galt es dagegen
als Regel, dass die Schriftgelehrten ein Handwerk betrieben.
Vgl. auch Aboth 2, 6 (5) : c^:nö minD2 m-\f27] hz n':v Vgl. oben zu
26, 29, Aber von der Kaufmannschaft ist im Folgenden nicht
die Rede. Sie bedeutete entweder zu wenig oder sie war mit
der Schriftgelehrsamkeit eher zu veieinigen.
25. na] Syr. add. y:, — n!:'?« -p)r\] Gr. o xpaTwy (4, 13)
d[jrj-rjrjo, Syr. w>:i sann n^ns d. h. der die Pflugschar hält. Man
vermisst ungern den Pflug (doch s. z. v. 26), zumal beim Pflügen
der Ocbsenstecken vor allem gebraucht wird. Indessen fragt
sichs, ob Gr. anders las. ifihr:, nur noch Jdc. 3, 31, wird dort
von Targ. Syr. als Ochsenstachel gedeutet, aber von LXX.
Theodot. apaipoTrouc, Vulg. vomer, Symm. t/izlr, (Pflugsterz). Gr.
könnte wie diese Uebersetzer verstanden haben und Syr. ihm
gefolgt sein. Sachlich wären hier ifohf: und 'ö rT'jn nach Ryssel
Sil-. 3S, 24—26. 347
SO verschieden, dass letzteres nur die eiserne Spitze bedeutete
(vgl. Jes. 2,4). Vgl. ZDPV 1889, 160 f. — Syr. om. b. —
iscnei] Gr. xal xau/ojixevo^ (48, 4. 50, 20), übrigens haben y-'-ji nur
B (70 308) Lat. — T^^] ist wohl falsch, da n^:n femin. ist, und
der zitternde Spiess eine sonderbare Bezeichnung des Ochsen-
stachels wäre. Nach Gr. h rj/j^azi yiv-pou ist wohl yi-^a (neuhebr.)
zu lesen. — JTO' r|te] vgl. Ps. 144,14. Gr. [iootc sXa-jvojv. — ;;v2^^i
Tli^:] die Lesart wird dadurch empfohlen, dass sie das Vnr^'ti^ in b
gut vorbereitet. Syr. las IWZ (i^rio «nnm). Gr. wohl willkürlich:
•/.7.1 avotaxps'foaevoc sv £[>yo'.c 7.'j-o>v (106 ccjto-j). 11^1 ist aus v. 26
eingedrungen. — rnryti^j aram. und syr. findet sich sn^'iy im
Sinne von Gespräch, Erzählung. Vgl. zu 87, 14 und nynti^n 44, 8,
wo Gr. ixo'.Yi'srailat wie hier -/; oirj-Ajcrtc 7.'jto'j (S* B* 307 a-j-ojv). —
1)^ ^j2 DJ?] die Lesung wird gesichert durch Syr. «"iin ''j; cj?, Gr.
£V (V. 23) UIOIC T7.'jp0JV.
26. Die Umstellung im Hebr. ist verkehrt, wie ) und die
Analogie von v. 27 if. beweist. — n^iy^ 3^J vgl. v. 20. Prv. 27, 23.
Gr. xotpoiav 7.'jtol> oojisi (vgl. \. 20). Syr. frei: sein Herz sinnt
(«j"): er fährt fort: nv^ti xnSjn, was wohl nicht „über sein Saat-
feld", sondern „über seine Saatstreifen" bedeutet. Denn in ein-
zelnen Streifen, die für sich gepflügt und besäet werden, wird
in Palästina der Acker bestellt. Vgl. zu an:h targum. und neuhebr.
n::':, arab. '»,x^^ (vgl. Nöldeke bei S. Fränkel, Aram. Fremd-
wörter S. 130, 'und Dalman, ZDPV 1905, 31 ff.). Das Targum
gibt Jes. 28, 25 rniif, ]f:ü: und ^rhz: mit drei anscheinend syno-
nymen Ausdrücken wieder: Weizen auf prS und Gerste auf
pa'iD und Spelt auf pinn. Uebrigens erklärt Bar Bahlul (vgl.
S. Fränkel, ZDPV 1905, 221 f.) xn:'? mit smmo (Rand). Hiernach
würde ar\:h des Syr. genau dem von mir gelesenen rhz: entsprechen.
Ich bemerke der Sache wegen, dass ich längst vor dem Erscheinen
der beiden Abhandlungen von Dalman und Fränkel so gelesen
habe. Gr. hat i/.oo'jva'. a'jl'yy.y.;. Mit letzterem bestätigt er, ob-
wohl a'jÄa; auch Acker bedeuten kann, anscheinend die Deutung
von n'^rj bezw. sn:S auf Saatstreifen, wogegen ixo^Ovai schlechte
Wiedergabe von iiu^h wäre, das v. 25 über der Zeile steht. Ein
Infinitiv folgt auch v. 27. 30 in den entsprechenden Stichen.
Er redet vom Eggen, weil damit die Bearbeitung des Bodens
3-18 Sir. 38, 24—41, 13.
beendet wird. iA/.'ja7.i (Job. 39, lOj liegt weiter ab als das von
Edersheim vorgeschlagene und von Sah. gelesene subOvcti. — inrpiy]
sonst ueuhebr.; Syr. mniy, Gr. -/j ctYp-j-via (34, 1) 7.'j-:o'j. — p^iö rfhzh]
Syr. (zu vollenden sein AVerk) verstand prio nicht, oder las wie
V. 27. 28. Gr. stc /o(>-7'cj;j.7.-a o^.awXstov. Er verstand vielleicht
p2if2 als Maststall und dann als Vieh, und dachte an Sr'?^ oder
n'?:«. Aber m'?:'? ist durch Tc/iiai, 3'jvr3Äsi7., aüvis/iaai v. 27. 28.
30 gesichert, und p3"iö bedeutet hier wie j\Ial. 3, 20 die Mast.
Vgl. aram. sp2"i, sowie LXX Jer. 46, 21 aitsuToc, Vulg. saginatus,
Targ. 1 Sam. 28, 24 c^ttc, Posch. Mal. 3, 20 NCüc.
27 ab. n^j; r^sj Gr. frei: ouio)? (s. z. 13,20) -occ. — ij>nn|
2iJ'jm = Gr. Tc'x-ojv 7.7.1 7.f>/i-£x-a)v (LXX). 2^)11 Ist zunächst
■wenigstens der Buntweber oder -Sticlver, li^^n umfasst an sicli
neben dem Steinschneider (vgl. Ex. 28, 11) den Schmied, der
aber v. 28 besonders behandelt wird. — car: n^"'^ ii^'k] die Er-
gänzung nach Gr. : oa-'.c v6xT0)f> WC 7i|xsfia (soB(55 307 308), aber
248 r/xsfyav (Lat. diem), die übrigen r^\drja;). — [i]rLr] ] neuhebr.
bedeutet r'n schwitzen, aber das ist hier zu stark. Vielmehr
wird ein Hitil Aon ';)' in verstärkter Bedeutung des Kai vorliegen
(vgl. zu 37, 29). Syr. hat für a und b: so auch alle (= Gr.) Hand-
werker sind in Unruhe (p'^innii) allzumal, und Nachts und bei
Tage hierüber {)n ])n2) sinnen sie (p'^). Augenscheinlich hat er
2^)n {= pi) und ij;^r (= pj?^inna) mit einander vertauscht. Gr.
hat oi7'y£i, was an TrJ" (Rand) anklingt. Aber letzteres ist wegen
V. 25 nicht wahrscheinlich, und Gr. hat wohl frei übersetzt.
Vgl. sonst JHJ Koh. 2, 3. — Gr. hat in c den Plural, aber in
b d e f den Singular, Syr. hat überall den Plural, aber ursprüng-
lich stand vielleicht überall der Singular.
27c-f. Im Cod. B des Hebr. folgt hier bis 39, 15 c eine
Lücke, die 37 Distichen des Gr. entspricht. Es fehlt also ein
Blatt = 36 Zeilen, und der Text der Handschrift deckte sich
in seinem Umfang hier fast genau mit Gr. Auch Syr. gibt 36
Disticha wieder, indem er 38, 27 e f. 28g h übergeht und 39,13.
14 zwei Stichen zusetzt. — Syr. hat für den Rest des Verses:
]''j?Dna pnmj^'.NT in ai2v^ p,T:3K>in ?]nt xr^jj-i^m sj?;am «cSjt hizv2
(p u ipna) d.h. (sie sinnen) über das Werk der Eingrabungen und
der Siegel und der Perlen, und auch ihre Uebcrlegungen sind
für das Werk ihrer Kunst erfordert. Ich setze ]^v;n."2 = ti^m,
Sir. 38, 27—28. 349
das als tt'^n nacli v. 28 gehört (s. d.). In c las Syr. wohl mehr
als Gr., aber ursprünglich stand da schwerlicli mehr als nncD
cmn ^mnc (vgl. 45^ 11). — u-o[j.ovrJ nur in B (254 308), die
übrigen £7ri|j/jvr; (Lat. assiduitas), k korrigiert: iraixiktio:. Es stand
da vermutlich ein Nomen der Wurzel ps*, vielleicht mj?3ix (=
Handwerk, Kunst), das nicht nur syrisch, sondern auch aramäisch
und neuhebräisch ist und vom Gr. missverstanden wurde (vgl.
zu V. 31. 34). 8yr. scheint nämlich die Aequivaleute von -oi/tXiV.v
und sTrijjLovr^ vertauscht zu haben. Gr. setzt 45, 10 wie LXX
TToixtX-r^c für 2'^)n, LXX Tror/.i/aa für HDi^'no (Kunsti^ewebe), das
Syr. hier mit sjn:i>:n wiedergab. Für ctXXotoOv (wohl = r\i^} hat
Syr. auch 36,8. 11 13J?. Uebrigens war d wohl durch DJl (Syr.
?]Sl) eingeleitet. — Beide Arten von Künstlern arbeiten nach
Mustern {^= otxotwaa'.), und L,or(rjrj/s,irr^ ist wohl zu erklären nach
Cw7,oc(cp3(ü, das Ez. 23, 14. Jes. 49, 16 für npn und ppn steht.
Vgl. 7}pm Ez. 8, 10. 1 Reg. 6, 35. — TsXssai (248 253 23 70
S'^'^v auvTcXsaat)] vgl. m^D^ v. 26.
28. /aXxsucJ es stand da nur iJ^in, das Folgende charak-
terisierte ihn aber als den Schmied. — Syr. für a: erfordert
sind (s. z. V. 27) zu sitzen am Ofen («IID hv). Es stand da hv
HD oder 1)2 Si"«: Gr. verlas Ti2 in ID (neuhebr. = Amboss). Am
Amboss sitzt der Schmied nicht, auch hat er da von der Plitze
weniger zu leiden. Wohl aber sitzt er am Feuer und wartet,
bis das Eisen heiss ist. — xal x7.t7.;xc(v!}7'v(ov] Syr. iSrnDJsSl. Zu
vermuten ist eine Form von pi^nn (9, 5) im Sinne von betrachten,
beobachten. — ^-PT^?! ist fehlerhaft und findet sich nur in B,
dagegen 23 spY«), 248 Syroh. richtig sv iVi'to; vgl. n pinnn und
Syr. ahpnfi "json. Die übrigen korrigieren i'pvov und If-yct, 155
£p77.ciioiy; ausser B lesen übrigens alle (auch Sah. Lat.) aio-/jf>oo.
Es stand da wohl hp^t2 ^^23, wobei das Sitzen des Schmiedes
sich um so besser begreift. Gr. übersetzte frei; s'oyov und WNO
scheinen auch v. 29 einander zu entsprechen. — a-[jiic] Syr.
sn^^ri'^ti^; vgl. 43,4, wo Hebr. ])'^h. — -rcr^^si] lesen B (23 253
308), die anderen (auch Sah.) Tr^U'. (Lat. ungenau: uret). Das
letztere wird durch 34, 1 empfohlen, das erstere stimmt schein-
bar besser zu Syr. IPpc«, das auf ';p2 schliessen lässt (vgl. zu
V. 30 und zu 30, 12). Indessen steht Mi. 1, 4 auch xTf/cofiai für X?p3nn
(Ryssel). — xocjiivou] Syr. STiJn, lies sm:T wie 34,26 vgl. zu 27,5.
350 Sir. 38, 24-41, 13.
— oia[xc«/r,asT'>!i] ist, wie auch Edersheim sah, falsclie Uebersetzung
von mnnn (Syr. y). — Syr. für e: gegenüber {hzp'h, aus f ein-
gedrun<;en) der P^insicht («S:iD = mo:n: moSn)?) neigt er seine
Hand {nn^, lies mit Thorndyke n:ia = sein Ohr). Im Gr. ist
x7.ivtsr Fehler für xX-vsT (4,8. 6,83. 51,16), wie ebenfalls Eders-
heim schon bemerkte. Es ist also 'fwvyj zu accentuieren. —
6[xo'(o|j.7.-:oc] Syr. Kmü'; vgl. mi:: Ez. 43, 11. — ot ocp{>otX|xot ccjtoo]
Syr. add. sie sind gerichtet (pjfj). — Syr. om. g und h, — zk
auYzü.z\.yy] = mSaS, das hier und v. 30 im Unterschied von
V. 26. 27 im vorletzten Stichus stand. — Den letzten Stichus
versteht man von der Politur, mit der die Arbeit ihren Abschluss
findet. Aber xo^siir^ai würde dann wohl allgemeiner im Sinne
von verzieren verstanden werden müssen. Uebrigens passt l-i
rt'jvTE/.si'otc (vgl. 22, 8. 43, 7) nicht zu ot-j'pu-via (^ ständige Sorge).
Es ist entweder verderbt oder falsche Uebersetzung. Lat. hat
in perfectionem (Toi. in consummationem, Sang, in consum-
malione). Vgl. sonst 47, 10. Indessen gebraucht Gr. xo3|xsTv ge-
wöhnlich im Sinne von abmessen, zurichten (16, 27. 42, 21).
29. o'j-(uc] Syr. add. ?)K. — Syr. hat für sv i'pYM^ auxo-j
sSr; h';, dagegen für -po/ov s:s:3. Die Vertauschung fällt dem
Gr. zur Last; vgl. v. 28a und zu spYov = XJNC zu v. 28b. —
aoj-rA'Z'W^] lässt an ;ds (Jes. 28,27) denken, aber Syr. hat j?";":
(er bewegt); vgl. zu 43, 16. — h -oofiv au-ouj Syr. wohl genauer:
nnD>23 (mit seineu Fusssohlen). — ivapiöp-ioc (55 155 iv dpiötxw,
307 k £v <xf>if>ii,orc)j kann wohl nur bedeuten, dass er auf eine
möglichst grosse Zahl von Produkten bedacht ist, die Qualität
ist überall dieselbe. 106 liest dvapt&ixr^To; (Am. Sang. - Theoder.
innumera), was Korrektur ist. — Im Syr. sind c und d ver-
stümmelt und entstellt: und (w Maus. Ambr. Mas. I om.) seine
Augen sind auf die Gefässe aller seiner Arbeit.
30. T'j-cocisi] passt schlecht zu iv ,3r>a/iovi aotoS; denn auf
der Drehscheibe formt der Töpfer den Ton mit den Händen.
Syr. für a : und seine Arme reissen auseinander (^vpoD) den Ton.
Aber nach dem Folgenden war hier von etwas die Rede, das
der Töpfer erleidet, nicht von etwas, das er tut. Beide Ueber-
setzer verwechselten Subjekt und Objekt; übrigens stand da
wohl )!p2 (vgl. zu V. 28 c und zu 30, 12), das Gr. willkürlich
wiedergab. Bar Bahlul (bei Payne- Smith s. v.) erklärt richtig:
Sir. 38, 29—32. 351
seine Hand springt auf von der Arbeit. — Mau deutet b vom
KneteQ des Lehms, aber der Lehm, wird mit den Füssen ge-
stampft (Jes. 41, 25) und in x^jx-i^s-. la/hv au-oo ist offenbar der
Töpfer der Betroffene (vgl. v. 18). Ueberdies kommt blosses -f>o
im räumlichen Sinne bei den älteren Uebersetzern der LXX
nicht vor, sie sagen dafür stets -[Jj irposoj-o-j. Zu lesen ist -r/o
ttoXkov (vgl. 6, 18. 25,4). Syr. für b: und ehe er stirbt [ah r;]
nxa) ist er gebückt und krunmi (ptJi ^ic:). Vielleicht las er
schlechtes mo "JcSl für nz^iJ* "'ic'ri, dagegen hat Gr. p^v:): (vgl. zu
12, 11) und ein Synonymen schlecht Aviedergegeben. Frühzeitig
krumm wird der Töpfer dadurch, dass er immerfort am Rade
sitzt und vor dem Ofen hockt. — Hinter xctpoiav setzen 70 Syroh,
23 S Sah. Lat. a-j-rotj hinzu, Syr. hat na'?; vgl. aber Hebr. zu
V. 26. — /.p^3[i.a] ist wohl^nntJ'a; Syr. sein Werk, ebenso Aeth.
(falsch nach v. 27. 28). — xada^hai] ist unpassend. Der Ofen
des Töpfers bedarf keiner Reinigung, da der Russ, der sich
bildet, durch die Glut völlig zerstört wird. Dagegen kommt für
die Güte der Ware alles darauf an, dass der Ofen in die höchste
Glut gebracht und beständig in ilir erhalten wird (vgl. 27, 5
]^22 -^V^h). Also ist y.7.{}apia(xt (vgl. LXX Dt. 19, 13) falsche
Uebersetzung von nj;2 (Hos. 7, 4. Jer. 36, 22). Das Richtige hat
auch Ryssel gesehen, ohne sich dafür zu entscheiden. Syr.
schlecht: zu bauen.
31. £''; /^rfiac a-jTwv iy=-i3-:303av] gibt an sich einen er-
träglichen Sinn, aber nach dem Zusammenhang liegt ein Miss-
verständnis von |öK (kunstgerecht arbeiten) oder \m» (geschickt)
oder dgl. vor. Syr. ])n^\i^)2 h'^r2 d. h. wegen ihrer Geschicklichkeit
(oder: ihres Vorteils). Vgl. zu 40, 12. — h zrj-^o) oco-oü] Syr.
wohl vollständiger: pnm:i2iST si2j;2; vgl. zu v. 27 d. — ao'-pi'Csxai]
Syr. pa:nn3.
32. or/t3!}-/-3£TC(i] Syr. «nn^ia; vgl. 16,4. — xcd o-j -apor/.-/;-
aouaiv] Syr. paj?T ins';. Es stand da wohl mr, das aber im Sinne
von ., wohnen • gemeint war; vgl. zu 21, 28. — o-jos -sp'.Ttatr^^o'jS'.v]
Syr. : nicht hungern sie ; d. h. sie sind überall unentbehrlich und
finden daher überall ihr Brot. Nach Edersheim hätte Gr. I^VT
und T\2V^ verwechselt. Aber das sinnlose o-jos Trspt-aTT^aousiv
kann Gr. kaum geschrieben haben, und bei dem Zustande des
352 Sir. 38, 24-41, 13.
griechischen Textes ist auch denkbar, dass die Worte aus oo \xr^
TTE'.v^TO'ja'.v entstellt sind.
33. 248 70 S'* praeni.: a/.Ä' (24« 70 om.) d: [^ouÄr^v (248
70 £y '{ioolr^ XvoO o-j (70 S'^" om.) C-lTr)i>r/(3ov-ai = Syr. bi^hoh D"i3
(1. py2n:) p2»nj sS x^p. Vgl. 21. 17, und betr. iv = h zu 10, 18.
Uebrigens stand da wohl "ti^iT =: sie werden befragt. — Sah.
ordnet die folgenden Stichen: a c b. — 'j-ifya/.oovtcd] Syr. l^inr:,
etwa = 'f2)y, der sonderbare Ausdruck des Gr. ist kaum anzu-
fechten. — o'.ai)-/,x-/)v ■/,o['.j.7-o;| ist nach Syr. (wm sö'p) schlechte
Wiedergabe von 'cz]i-'f2) pn; vgl. Gr. Syr. zu 45,17. Auch Posch,
setzt s^'p öfter für pn, und betr. oiotOrjzr^ des Gr. vgl. zu 14, 12.
— oiotvo-/ii)r^aov-<zi] das Verbum bedeutet hier wie 39, 7. 42, 18
(Hebr. pnnn) verstehen. Syr. pS:nDi — oixotio36v/iv] haben nur B
Syroh. ^"^'"^ (253 308), alle anderen (auch Sah. Lat.) -ctiocifav =
Syr. a'z,h)\ Vgl. EX'fai'vsiv -ccos-v^v 16, 25. 24, 27. Uebrigens ist
oix7.'.o3'jv-/jv trotz Prv. 2, 9 hier, wo es sich um die Weisheit
handelt, nicht am Platz. Es ist wohl unter Einfluss von xal
v.rjvyj. eingedrungen. Sodann hat Syr. für x7.1 xpt';xa besser:
srörm. Vgl. Taiostav wjc/.ta'-j.K'-j.; r/.'jzou 39, 8, wo Syr. ebenfalls
N*n.::n s':cSr, sowie S:ty nciia 50, 27. Allerdings ist xal x,o''a7.
nicht leicht zu erklären, aber nach dem Vorhergehenden kann
hier weder pn noch iSEti'S (vgl. sonst zu 18, 29) gestanden haben.
— sxcpavcuai] vgl. auch 39,8; Syr. prani Vielleicht las er "i"'2''
statt r;'y (vgl. 16, 25). — sv -a.oaßoXau] Syr. vollständiger:
Sö^zm i^hpf22; vgl. Hebr. Syr. zu 3, 29. — t'jrjz^avr.'-xi] Syr.
pS:nD:; vgl. Hebr. Syr. zu 35, 16. — Alles hier Gesagte gilt von
den Schriftgelehrten, und sie waren hiernach wenigstens zum
Teil auch Priester, denn denen kam das Gericht zu (vgl. 45,17).
34a b. dXld] Syr. i h'£f2. Es stand da ":, das Syr. wohl
richtiger verstand. — xtisixoc atöivoc ar/;f>iao'j3'-v] Syr. in den Arbeiten
der Welt sind sie klug (piMJ ]yjr\ «öS:?! nnT'DVi). Beide scheinen
Lih'V gelesen zu haben, das aber weder im Sinne von Ewigkeit
noch von Welt annehmbar ist. Es stand da ein dem h spyj-aia
-iyyr^z (Syr. pnmJöiNi snrys vgl. zu V. 27) paralleler Ausdruck.
\^ermutlich war nSy aus cSvo verderbt, x-t'aaa steht 36, 20 für
tt:t ' '
niJ'j;^, und afr/)ptVju3iv geht wohl auf 12'':'' zurück, das aus irz'
verlesen war (vgl. zu 6, 37). Syr. gab das letztere des Objekts
wegen frei wieder. — Vom Gebet (os-/;3'.c) erwartet man nicht
Sir. 38, 33—39, 4. 353
ZU hören. Syr. hat dafür s''j"i (Nachdenken), beides geht etwa auf
mn zurück, das Gr. falsch verstand.
34c d. TT^v] Syr. cna. — zoo imoovxo?] Syr. 3.TT, vgl. 7,20.
51, 26 und zu v. 30. — xyjv •i'U)(Yjv autoü] Syr. fügt mit Recht bei:
zu fürchten Gott. Schwerlich war aber nxT7 als Infinitiv gemeint.
Syr. hat indessen auch für xai otavocutj-svou den Infinitiv lS:nDaSl.
— £v vo[x(o u'];i3-ou] vgl. zu 6, 37. Syr. ü'ni sdwj; vgl. zu v. 8
und 17, 11. — Vgl. die Charakteristik Ezras Ezr. 7, 10.
39, 1 . Syr. drückt riDsna aus, das vielleicht aus noDnb ver-
derbt war. — ap5(at«)v (296 308 dv&ptuTro)v, 70 add. avöpouTrtuv; vgl.
zu 44,22c)] Syr. «"anp; vgl. d^j^tki 41,3. 44,22, übrigens Ps.
78,2. — ixCr^Tr^ctci] wohl = i^iT; vgl. v. 3 und zu 2, 16. —
dT/o'kr^br^aaxrxi\ vgl, dtsyolia 40, 1 (= pDj;). — Syr. für b: und zu
(rch) den alten (s'oip) Propheten sich wendet (wcnj). Vielleicht
las er hü njc. — Lat. hat in prophetis (vgl. Lat, zu 44, 3. 46, 1).
— Das Gesetz und die Weisheits- und Prophetenbücher sind
die eine Quelle der Schriftgelehrsamkeit, die andere ist die
mündliche Tradition der Gelehrten, von der v. 2. 3 die Rede ist.
2. Sirfcrjasic] so nur B (248 70 308), die übrigen (auch
Sah. Lat.) otr^yr^aiv, Syr. xnwi; vgl. zu 6,35. 8,9. — dvSpiuv
ovofjLaaxcüvJ := üzf ""it':« (44,3), hier = berühmte Lehrer. Dagegen Syr.:
SöSj;! KK'J« h^i. — auvTr^pr^ast] = id"^^ (vgl. mnotfö 44, 4) oder ==
is:r (vgl. z. B. Prv. 3, 1). Syr. schlecht pj'^k: (s. z. v. 3). — iv
a-pocpaTc TrctpotßoXaiv] vgl. sxpocpal Xo^wv Prv. 1,3. Sap. 8,8. Syr.
ip'cynn; vgl. ri'i^r:;)! Job. 12, 22. Edersheim meint, cpv (aram. und
neuhebr.) und pay seien verwechselt. — auvsiasXsuasxoti] vgl. k12
Ps. 73, 17. Syr. zwnj.
3. Syr. : die Weisheit der Sprüchwörter erlernt (?|Sxj s. z.
V. 2) und über alles Verborgene (xriTTiD) nachdenkt (Sdhd:). —
d-oxpucpa] wohl = minDJ (vgl. zu 4, 18). Entweder hat Gr. oder
Syr. das Wort umgestellt. — Iv aiV-yfiacji -apalÜoXwvl vgl. -a^af^oKaX
ottVcjj-dTcuv 47, 15, übrigens niTi 47, 17. Prv. 1,6. — dvaaTpacpVjasxai]
vgL zu 8, 8. 50, 28 und überhaupt 8, 8.
4. Syr. für a und b: und (w Maus, om.) inmitten der Ge-
waltigen (sjis'Ss^) geht er ("j'^n:) und inmitten der Könige und der
Grossen (xjnin) dient er. Auch hier könnte einer der Uebersetzer
m>-y'' oder dgl. umgestellt haben. Ferner könnte ocpÖT^asxat freie
Smend, Sirach-Kommentar. -3
354 Sir. 88, 24—41, 13.
Uebersetzung von "['?"' oder iSnn" sein; v<;l. Zach. 3,7. Ez. 19,6.
Doch s. Syr. zu c. Vgl. daher ferner 8, 8 c"'iiy "JdS 2Tr\nb, wo
Gr. AEtToup-j-TjCfai, sowie 38, 3 yrn"" csnj "izh, wo Gr. {)7.'j;j.7.ci}}-/)acTai,
auch 11,1 i:;^t:>in mj p. — T,7ou<jLivo'j lesen B A (248 155 308).
— £v YfJ Syr. NnrieD, ebenso Syr. für ps 48, 15. — dXXoTpi'ojv
äilvöjvj Syr. KoSn (1. Naö>n?). — otsXsosExai] Syr. "{Sni — S* Syr.
om. Yotp. — Gutes und Böses = was nützt und was schadet,
d. h. aber: alles. — iirEipotasJ ist auffallend, da lauter Futura
vorhergehen und folgen. Lat. tentabit; Syr. KD33. — Vgl. 31,9 — 12.
— Schon hier ist vom Erfolg des Studiums die Rede. Bildung
und Schriftgelehrsamkeit waren gleichbedeutend, Schriftgelehrsam-
keit deshalb auch die Vorbedingung für den Dienst am Königs-
hofe. Aber das höchste Ziel ist, dass der Schüler selbst ein
Lehrer wird und als solcher in der Gemeinde zum höchsten
Ansehn gelangt.
5. r/jv x7.[>o[ay ocjtou STriooxJsi] Syr. n'Di HD^av, vgl, aber 2^
n^ti>^ 38, 26. — opöpiaai] = nnit>S (vgl. zu 4, 12). Syr. rSaeS (wie
35, 14). — TCpoc xupiov Tov TJA-'rp'j.^-'-j. 7.u-ov] Syr. om. 248 70 stellen
rr.ooc x'jptov vor opBpfcai. Augenscheinlich ist -/üpiov Zutat eines
Lesers oder des Uebersetzers. — Syr. für b: und von vor (s. z. 1, 1)
Gott erbittet er Erbarmen. Vgl. 17, 25. — Gott muss die Sünden
vergeben, ehe er Ausserordentliches gewähren kann. Aber die
Hauptsache ist, dass nur der Schriftgelehrte wahrhaft fromm
sein kann.
6. £ocv] 106 157 296 308 add. 7ot>. — y.üpio,- 6 {xr,'«;] vgl.
46, 5, wo Hebr. |r'rj; Sn. — Syr. lässt a aus, er hat aber für 5 d :
und wegen seiner Sünden erbittet er Gutes. Danach ist sav
OEAr^Gr-zi vielleicht = "rp 31a CK (vgl. Esth. 3,11 LXX). — Syr.
für b: und durch den Geist der Einsicht wird er weise (ornnj).
Danach ist £|X7tXr^ai>rja£T7.i festzuhalten gegen Itx-^ssi au-ov (106
k 157 307 S«^ A 155 296 308 Sah. Lat.); zu vermuten ist «Sa:
(vgl. zu 48, 12). — Syr. für c: pn nn K^nä pcj in. Unter Ver-
gleichung von avofxßprjOsi pr^ti-axa (s. z. 18, 29) und von 48, 12
Hebr. ist anzunehmen: d"'J^ "e i^^ji^'^ T'^ Nin. Betr. c'Jif^ "o vgl.
zu 12,5 und zu 18,32. Die Aldina lässt ccj-oü hinter rrocpta? aus,
ebenso Brev. 553 suae. — au-o;] d. h. er überliefert nicht nur
die Weisheit der Väter, sondern bringt auch eigene vor. Vgl. zu
24,33. — Syr. für d: nn'yi'ra rh |"m:i (und sie geben ihm Be-
Sir. 39,5—11. 355
kenntuis wegen seiner Gedanken, oder: seines Rates). Wahr-
scheinlich war -Yj; aus v. 7 (s. d.) eingedrungen, ih vielleicht
Fehler für ''^h (S om. xupuo), nr, das dem v. 9 vorgreift, Fehler
für p1T)\ — Zu £v -[joazoyr^ vgl. nScra 51, 11.
7. xa-£uÖuv£T] Syr. richtig: S:nDJ (p^: pr vgl. 37, 15). —
ßouXrjV auTou xctl s-iaxr^jxr^v] vgl. 19, 22. ctuTou fehlt mit Recht in
S 254. Syr. (s. z. v. 6) schlecht: Sprüchwörter der Weisen (w
Maus, und Weisheit, Thorndyke: der Weisheit). — aüxoü 2^
drückt Syr. nicht aus, es ist wohl Fehler für «utäv oder aur?j?;
vgl. 14,21. Betr. aTroxpu'^a (Syr. auch hier »riTno) vgl. zu 4, 18.
8. sxcpcdvci] vgl. zu 16, 25. Syr. pcj; vgl. zu 22, 19. —
TMiozioiv oioaaxa/aac aüTou] Syr. Lehre der Weisheit (w Maus.
Weisheit der Lehre); vgl. zu 38, 33 e. — sv vojjwp 3ta&7)xr^? xuptou]
ist eigen; A liest xuptoo giaö-z-xr^c. Vielleicht waren vo[xtp und
oi7.i)r|Xr| ursprünglich Varianten. Syr. x^m iiü\:r22, worauf kein
sicherer Verlass ist (s. z. v. 1). — Zum Ausdruck vgl. 38, 6.
50, 20.
9. atvicjoustv] Syr, willkürlich: es lernen (pcSss). — cuvsaiv
auTou] Syr. von seiner Weisheit. — iwc] ausser B (308) schicken
alle xai voraus (so auch Lat. Syr.), — i^alzi'fbr^aemi] Syr. richtig:
ni2it^ syan: = laiJ^ mr (vgl. 41, 11: 44, 13). Wahrscheinlich ist
im Gr. to ovoixa czutoü ausgefallen. — drosTr^as-ai] könnte = Sin*'
sein (LXX Job. 7, 16), aber Syr. San: (vgl. r\2^ 38, 23). — Cr^asxai]
Syr. umschreibt: N7an3 sS (nach b). — Zu d vgl. 44, 14. 37, 26.
10. Der Vers lautete (abgesehen vom Numerus) ebenso
wie 44,15, b ganz wie 34, IIb. Die Eitelkeit des Uebersetzers
setzt 44, 15 für mv fälschend Xaoi' (vgl. Xaoc = my 46, 7), ebenso
hier s^lv/j (B'^ S* 106 sövsi). Syr. hat für my hier snii^lJ:, indem
er an die christlichen Gemeinden denkt, für hnp hat er dagegen
Söy wie 44, 15. 50, 13. Für oir^7yjaovtai (248 253 23 S 106 307
296 A C rAY(r^at-oii, 155 oir^'izXxai) hat er pnj = r\^n 44, 15, für
lrrj.Y(tlzi verflachend noS3.
11. Syr. sinnlos: wenn er will (s*32:j), in tausend wird er
gelobt (nzntr:), und wenn er schweigt (pinti^i, p u pnnsi^:), in kleinem
(siiyi) Volke. Nach Gr. handelt es sich um (langes) Leben und
(frühen) Tod. £»i.[x£iV(, ist wohl = nar (vgl. Gr. Hebr. zu 7, 22,
30,17 und ncy 37,26. 42,23. Ex. 21,21); Syr, las vielleicht
nttn\ rjyrj.-r/.'jTr-,ai (106 157 307 SAG 55 254 r.a.oar-.'xi} kann auf
23*
356 Sir. 38, 24-41, 13.
my (22, 11. 46, 19), aber auch auf nati»^ (38, 23. 44, 9) oder 22\^'
(47,23) zurückgehen; Syr. stimmt am besten zu D2'^\ — ovojxa
xataXs^'J^ct r^ /t>aoiJ lasst sich nicht retrovertieren, ist auch dem
Sinne nach unpassend, da hier von der Ehre des Lebenden die
Rede sein muss. Jedenfalls ist xatotAsr-j/et falsche Uebersetzung;
ich vermute, dass Gr. igjtt^ (= Syr.; vgl. 37,24 und zu 11,28)
in "^avf verlas. Dabei wäre fi^sc (Gr.) und r|Ss2 (Syr.) denkbar.
Dagegen dürfte Gr. in Folge dieses Missverständnisses ovoto-a
aus b vorweggenommen haben, avo er es in otuioli wiederauf-
genommen hat. Hier könnte, wie auch Ryssel und Herkenne
bemerkt haben, sixTroisi xu oyo]j.c(-i a-jxo'j nach 42, 17 = ICU' p'ZD'^
sein, im Sinne von „es genügt sein Name"; d. h. im Gedanken
an das Gedächtnis, das er hat, kann er getrost sterben. Auch
hier wäre dann aber IxTiotsi herzustellen. Im Syr. beruht «oy2
«liy; auf törichter Korrektur der Vorlage.
12. £Ti] S Sah. add. oL Syr. om. ; vgl. aber 24, 32. 33.
— otavorjös''?] vgl. v. 32. Syr.: merket auf (iS^nDS, aber Mas. II
SanDX =: Gr.). Die Anrede beginnt v. 13. — sxoir^Yr^aofxctt] Syr.
und ich will meine Lehre sagen. Nach b stand hier ein Verbum,
das eigentlich „Licht geben"' bedeutete, etwaTKK; vgl. zu 24,32.
35, 16. — xai (248 70 oti, Lat. eniiu) wc oi/ou.-/jvt7 s-Är^pwör^v] Syr.
wie der Mond am zwölften Tage. Zu vermuten ist nach 50, 6 nT2
i^y n'^t^'a nSö. Der zwölfte Tag ist vielleicht daraus zu erklären,
dass man den Neumond ungenau beobachtete. Wellhausen ver-
weist mich auf Kitab al Agh. XIV 156, 9, wo sogar von der
11. Nacht des Mondes die Rede ist. Vielleicht galt der Mond
aber auch während mehrerer Tage für voll, vom 12. an. Er
meint: ich will mein Bestes sagen.
13. Lat. praem. in voce dicit (Am, om.). — uiot oaioi] 248
Syroh. om. uloi, 253 23 dafür oL Lat. divini fructus. Syr. nur:
«pn] (ebenso v, 24). Es handelt sich um eine Bezeichnung der
Juden gegenüber den Heiden, oder der Frommen gegenüber den
Gottlosen. — xal ßXaa-r^aaxs] zieht Syroh. mit Recht zu a. Lat.
stellt freilich mit dem, AI. Paed. II 8, 76 ßXaaTT^sa-s an den
Schluss von b, Aeth. drückt es an beiden Stellen aus. Syr. und
es soll sprossen (j?iDi, vgl. mo 50, 8) euer Fleisch. Richtig ver-
steht er die Worte verheissend; vgl. Hos, 14, 6 ff. Ps. 1, 3.
92, 13. 14, — (u? poSov (fuotxsvov] Clem, AI. w; pooov -£'iUTiU[i.£vov.
Sir. 39, 12—15. 357
Lat. quasi rosa plantata. Syr. wie Lilien und wie Zedern, die
gepflanzt sind d^'^^iti^i). Da die Lilien aus v. 14 eingedrungen
sind, steht dem pooov nx gegenüber. Vielleicht hat Gr. aus der
Zeder willkürlich eine Rose gemacht (s. z. 24, 14. 50, 8). Für
die Zedern am Wasser vgl. Num. 24, 6. Ez. 31, 3 ff. — im. psu-
fiaxo? «Ypou] ausser B (55 254 70 155) alle Gypou. Clem. AI.
im psu[xat«)v uoaTojv. Lat. super rivos aquarum. Syr. am Wasser.
Vgl. ü'ü ^'^r 50, 8 und d^ö ^j'^d Ps. 1, 3.
14. xal 1°J Clem. AI. Lat. om. — Syr. für a wiederum
erweiternd: und wie gute Wohlgerüche (=: minS) soll angenehm
sein (dD33) euer Duft, wie der Duft des Libanon in seinen Zedern.
Vgl. 50,8. Hos. 14, 7. Cant. 4, 11. — xal (Lat. om.) dvUv^aate
avöo? (24,17. 50,8) «>? xptvov] vgl. 50,8. Hos. 14,6. Syr. nur:
wie die Wurzel der Königslilie (vgl. zu 50, 8). — oiocoots (23, 25)
f^jcjfxr^v (vgl. 24, 15)] Lat. (et) date odorem. Das ist offenbar
falsch und aus dem Vorhergehenden entstanden. Dort handelt
es sich um Verheissung, hier um Aufforderung. Syr.: erhebet
eure Stimme. Die Aenderung cpcuvr^v liegt nahe. — aiviaats o^<3\in]
ist schwerlich wörtliche Uebersetzung. Syr. und lobet allzumal.
Lies o[\ia. Lat. et frondete {dvbriaot.-ö) in gratiam et collaudate
canticum. — suXoyy/aaTs] vgl. iDia v. 35. Clem. AI. Lat. praem.
xai'. Syr. und lobet (msi = mm; vgl. v. 15b). — i~\ iraat xoTc
epYoi?] ausser B (253 307 308) setzen alle (auch Sah. Aeth.)
hinzu: autou. Clem. AI. im ta spy« auxou. Lat. in operibus suis.
15 ab. Syr. hat dafür: Zählet auf seine Grosstaten (nniiaj)
in Lobliedern und Bekenntnis (xn'^mn). — ooxs [xs^aXwcTuvr^v] vgl.
hi: m Dt. 32, 3. — Clem. AI. Paed. II 4, 44 und Lat. haben nur
otuxto für £v ottvEssi auxou; dagegen setzt Aeth. auxto hinter £;o|xoX.
hinzu. Das ist wohl anzunehmen und auxou zu streichen. Ver-
mutlich stand da nSnnD.
15c d. Von hier an bis zum Schluss des Buches ist Cod.
B des Hebr. vollständig erhalten. — ^3J niTU^n] Gr. sv isiocä^
/siXswv, Lat. in voce labiorum vestrorum (et) in canticis labiorum.
Ob yeikiiMv Fehler bezw. Korrektur für das in der Bibel nicht
vorkommende ysXüwv oder für vaßXöiv ist oder ob es auf Willkür
des Uebersetzers beruht, steht dahin. Die Abweichung beruht
wohl auf der Eigenartigkeit des hebräischen Ausdruckes. Das
zu h^: und D'^^t: ''h^ gesungene Lied ist aber das im feierlichen
358 Sir. 38, 24—41, 13.
Chorgesang vorgetragene, dabei auch wolil da.s den heiligen Me-
lodien angepasste (vgl. zu 47, 9).— cro "SnJ vgl. Ps. 150, 4. 45, 9.
Gr. xat £y xivupaic. — Lies TiCKn nach spet-s, — njJTinD] vgl.
Ps. 33,3. Gr. iv eaotxoXoyr^ssi ; vgl. Job. 8,21 LXX, 33,26 The-
odot. und unten zu 51, 11. — Syr. für c d nur: und mit er-
hobener (koi) Stimme imd so saget.
16. D^ma cSa] Gr. -'iv-ot o-i (248 Lat. om. on) vmA cjcpoopv.,
Syroh. 253 23 on xaXa -a'/xa crcpoopa, Syr. alle (Werke Gottes sind)
schön allzumal (snn:«). Möglicher Weise geht ozi auf ein T zu-
rück, diu'ch das Cr© hervorgehoben werden sollte (doch vgl. zu
7, 16); dagegen ist 3'foopa Zutat, vielleicht nach Gen. 1,31 (vgl.
auch oben zu 13, 13). Syr. folgt dem X7.).a (v. 33 ayaUa) des
Gr., dessen scpoöpa er dabei schlecht wiedergibt. Gr. x7./.oc für
mi3 wie 41, 2. 46, 10, Lat. bona für ymA, wie ebenda. Für nS:
hat der Rand auch v. 33 hzn, das setzt wohl den Singular nwe
voraus, der v. 33 im Text steht. Gegen m*v^ spricht aber nicht
nur ü^2)'£, sondern auch v. 17. 21. 34. — Die Randlesart yyj ist
wohl Fehler für Tni*; vgl. v. 33 und zu 13,6. — Für p-cD"'
(v. 33 p'ZD^), das durch n^vf^ oder durch iryn verursacht ist, hat
der Rand mit Recht den Plural, da ohne Zweifel die Werke
Subjekt sind. Das Nomen picD findet sich 34, 12, das Verbum
15, 18 anscheinend im Kai, ebenso 34, 20 das Piel, sicher das
Hifll 42, 17. Es fragt sich daher, ob hier das Kai, oder v. 33
das Hifil zu lesen ist. Wegen des sächlichen Subjekts möchte
ich das erstere vermuten. Denn 42, 17 heisst das Hifil wohl
„etwas genügend tun." Im Kanon finden sich das Kai und das
Hifll mit te> (1 Reg. 20, 10. Jes. 2, 6), aber das Nomen pcD auch
Job. 20,22 neben pcti' Job. 36, 18. Das Kai bedeutet 1 Reg. 20,10
mit h für etwas ausreichen, das im Neuhebr. häufige Hifil Jes. 2,6
mit 2 an etwas Ueberfluss haben, von ihm voll sein. Im Aram.
finden sich Kai, Pael und Afel, öfter mit "[ri' im Acc. im Sinne
von befriedigen. — Gr. las v. 33 augenscheinlich wie Hebr. :
xat TTÖcaav /pstav sv wpa (248 70 xotipoi) auxr^c (70 otÜTOu) yopr^'ir^ati.
Dagegen hat er hier ganz abweichend : x7.i -av r.poax'x-^ii'x ev xotipoT
auTou IcfToti (Lat. lässt b aus). Indessen lauteten v. 16 b und
33b ursprünglich gewiss gleich; Gr. hat hier frei übersetzt.
Abzuteilen ist wohl-po? xa-j'ixa (= gemäss der Einrichtung) ; betr.
des saxai vgl. zu 5, 14. Syr. hier nachlässig: und sie alle sind
Sir. 39, 16— IS. 359
für ihre Geschäfte (pnm^i:':) geschaffen, v. 33: und jedes Ding
(122:) ist für seine Zeit geschaffen; vgl. zu v. 26 und zu 13, 6. —
Ob Gr. Syr. ^31 oder hzh lasen, ist zweifelhaft. Indessen wird
^^'^ durch V. 21. 30 empfohlen. — Der Weltbestand ist gut, d. h.
er entspricht der Gnade Gottes und seiner gerechten Vergeltung.
Denn Gott ist allmächtig gegenüber der Natur und den Menschen
(v. 17 — 20), und alle Dinge haben ihren besonderen Zwecli: und
sind ihm angemessen (v. 21). Gottes Segen beglückt die Welt,
aber sein Zorn vernichtet auch Völker und Länder. Dabei
unterscheidet er zwischen den Guten und den Bösen. Jene
geniessen das ihnen zugedachte Gute, für diese lässt er das
Gute zum Unheil ausschlagen, obendrein hat er aber Rachegeister
und Strafmittel für sie geschaffen (v. 22 — 31).
17. Betr. a und b des Gr. vgl. zu v. 21. — niinj nach 8yr. Gr.
Ersterer hat: durch sein Wort lässt er aufgehen die Sonne und
durch sein Wort lässt er sie untergehen. Gr. Iv Xo^w auxou saT/j
o>c i}r|[x«)V!.a oodip y.'xi £v pv^fxotxi aToji,aToc auxou aTroSo/cTa uoaTwv
(50, 3). Syr. las n) "[rj;^ (vgl. Lev. 24, 4. Ps. 132, 17), Gr. las
1: und er dachte dabei an Ex. 15, 8. Ps. 33, 7. Aber beide
Deutungen sind kaum zu begreifen, wenn "li bezw. li nicht näher
bestimmt waren; auch der Verf. konnte sich kaum so rätselhaft
ausdrücken. Ich glaube, dass DTO2 folgte (vgl. 43, 1. 26, 16),
DllD wurde vom Gr. 40, 11 in ähnlicher Weise verkannt. Zu
u \gl. noch 43, 7. — Gr. bezog das Suffix in nvi« grammatisch
falsch auf das Wasser (Ps. 33, 7). Es kann auch auf "iJ nicht
gehen, da der Verf. nur einen iriX zu kennen scheint (v. 30.
43, 14. 48,12). Man muss es also auf Gott beziehen (Dt. 28,12.
Jer. 50, 25). Vor nyis ist 2 aus a zu subintelligieren, dagegen
NViam (vgl. Dt. 8, 3) nach Gr. Syr. anzunehmen.
18. Ein Femininum )nm passt nicht in den Satz, es ist
verderbt aus irnn (= auf der Stelle, wie 2 Sam. 3, 12), das
Cowley-Neubauer ohne weiteres lasen. Ryssel vermutet, dass
Syr. («nnnn = in Freude) eine Form von riTin las oder annahm.
Dagegen könnte Gr. iv 7rpo3TaY[xaTi auxoü auf imin (doch s. z. 6,37)
beruhen. Clem. AI. paed. II 4, 44 und Lat. praem. on. — )})::•}
n^^^rj vgl. 11,17. 43,26, wo beide Mal nhT steht, das auch hier
herzustellen ist. Syr. sein Belieben wird getan. Gr. iraaa -f]
(70 S*'" om. -/j) £u6o/ta (157 add. auxou). Clem. AI. liest vielleicht
360 Sir. 38, 24-41, 13.
mit Recht: Tiaaa suooxiot Yivexai. Dann ist Traaa wie sonst öfter
Zutat (vgl. auch zu 43, 26). Uebrigens hat Lat. nur: placor fit.
— )r\)!Wnh -nifj^oj vgl. 1 Sam. 14, 6. Gr. oc sXct-Truasi to a«n-/;f>'.ov
au-o'j; vgl. Syr. r\jip)^h nmiJ'm = der (oder das) verzögert sein
Gebot (1. ropilo = seine Rettung). Aber besser Clem. AI. sXaV
Toiöic ek TO aojTT^ptov autou, Lat. minoratio in salute ipsius. Ob
Gr. mono (vgl. 40, 26) las, steht dahin, jedenfalls ist -iivvö fest-
zuhalten. — Die Rettung des frommen Israel ist immer das
Hauptziel des göttlichen Waltens.
19. WVü] Gr. und Syr. haben den Plural, nur Syroh. den
Singular (kein Ribbui). — 70 ora. b. — nrojj zu -n'Dö vgl.
Prv. 27, 5 und zu 41, 14. Gr. x.oußyivai, aber Lat. quidquam ab-
sconditum. — TTV 12:ü\ vgl. Am. 9, 3. Syr. Miönp p. — Vgl.
17, 15. 20. 15, 19. Indessen will er hier nur sagen, dass die
Menschen in Gottes Gewalt sind, weil er von all ihrem Tun
weiss. Die Dinge kennen bedeutet sie beherrschen. In dem-
selben Sinne heisst es v. 20, dass Gott den Weltlauf von
Ewigkeit zu Ewigkeit übersieht; vgl. 42, 18 ff.
20. Von den 4 Stichen des Hebr. hat Gr. den 1. und 4.,
Syr. den 3. und 4. Stichus. — ühr; t;)] Gr. ek tov atöivz, aber
253 55 254 iaa; (254 praem. xo»') xou aiwyor, Lat. usque in sae-
culum. — js^rj Gr. irI^Xz'\ie, Lat. respicit. Ueber den Sinn vgl.
zu 42, 19. — oyöT ppj Syr. ^:di h'hp (wenig und viel). — p?m nSc:]
vgl. zu 3, 21 und zu 43,32. Syr. SK^pi y^y (stark und schwierig);
vgl. zu 3,21. Gr. nur {lauji-asiov, al. i>7.'ja7atov; vgl. 11,4. 42,17.
43, 29. — lioo] Gr. svavxtov (S* IvfüTiiov c,cpöaXix«iv, Lat. in conspectu)
auxou, Syr. rh2)ph. — Im 2. Stichus habe ich für "icbö, das auf
dem Facsimile deutlich ist, früher falsch n^niiD gelesen, davor
lesen Cowley- Neubauer und J. Levi ^[Ti], Schechter ^ . . ., ich
glaubte üh p hy auf der Photographie zu sehen. Nun passt b
zu a (vgl. zu V. 19) nicht, eher zu c, wenn man b hinter c
stellt. Aber b ist schlechte Variante zu v. 18 b, und c erscheint
somit als eine Ergänzung, die die Paarzahl der Stichen herstellen
sollte. Dagegen passt d zu a, pim sSci bedeutet hier wie 3, 21
die inte] lectu eile Schwierigkeit. — Zu b des Hebr. vgl, noch
Ps. 147,5.
21. Die 4 Stichen des Hebr., von denen der 3. und 4. als
V. 34 wiederkehren, hat Syr. sämtlich hinter v. 16. Gr. hat dort
Sir. 39, 19—21. 361
den 1. und 4., hier den 1. und 2., aber Orig. 25, 138 zitiert : 1. 2. 1. 4.
Lat,, der auch v. 16 b auslässt, hat hinter v. 16 nichts, hier dagegen
den 1. und 4. Gegen Gr. spricht die Identität von v. 17 a (Gr.)
und V. 21a (Gr.). Uebrigens dürfen die beiden üisticha nicht
von einander getrennt sein, ihre natürliche Stelle haben sie
aber vor v. 22 — 31, in v. 17 c — 20 handelt es sich um etwas
anderes. Ein alter Leser glaubte v. 21 hinter v. 16 stellen
zu müssen, weil am Schluss v. 33 (= v. 16) und v. 34 (=
v. 21c d) auf einander folgen. Aber dass v. 34 nur das zweite
der beiden Disticha wiederholt wird, begreift sich eben daraus,
dass sie nicht unmittelbar auf v. 16 folgten. Entweder vergriff
Gr. sich bezüglich des 3. Stichus oder die Umstellung drang
nicht völlig durch. Syr. hat im Anschluss an Gr. die Umstel-
lung völlig durchgeführt. Im Lat. weist das Fehlen von v. 16 b
darauf hin, dass er einmal nach Gr. korrigiert war, dass später
aber v, 17 a b des Gr. im Lat. wieder getilgt wurde, wobei auch
v. 16b verloren ging. Zugleich wurde v. 21 des Lat. nach
V. 17 a b des Gr. korrigiert. Somit lässt sich die Stellung der
Stichen in den 4 Rezensionen erklären, wenn ihr ursprünglicher
Platz hinter v. 20 ist. Viel schwieriger ist die Differenz zu
begreifen, wenn sie ursprünglich hinter v. 16 standen. Aller-
dings setzen sie voraus, dass vorher von den Werken Gottes die
Rede war, aber unmittelbar brauchten sie deshalb auf v. 16 nicht
zu folgen. — ii2hS pK] vgl. Ezr. 9, 15. Nöldeke, Syr. Gramm.
§ 286. Syr. leKn n'-Si, ebenso v. 34. — n* n^h ,-n] das erste ni
ist energische Voraufnahme (vgl. 10,19), das zweite steht enklitisch.
Gr. schlecht: -i xo-j-o, ek -( -ooxo. Hieraus entstellt 248 an beiden
Stellen: xi-oo-zr, hziv. Vgl. Czuv. 17: -( zoo-6 ian, xt touto. Origen.
(s. auch 19,116) oia -( xouxo r^ sfc -( xoSxo. Vgl. Chrys. I 903, The-
odoret. IV 686 und Cod. 296 zu v. 21: r^ zk xt xoöxo. Lat. quid est
hoc aut quid est illud. Uebrigens fehlt v. 17 a in der Sixtina, aber
in keiner griechischen Hs. (ausgenommen 296?). — "iniJ )2''iih hzn -:]
Gr. Tocvxct Yap zk x,'>2i''ac otuxöiv zy-ia-oa; aber ausser B (253 254
308) haben alle mit Sah. Origen. Chrysost. Theodoret. /pst^zv
(doch vgl. V. 31. 42,23) und für ct-jxÄv (Chrysost. I 903, Theodoret.
om.) hat Chrys. VII 5 ot-jxoj, für szxicixo:'. haben Chiys. Theodoret.
eysvsxo. Syr. : denn sie alle sind in Angemessenheit («n"''7l2) ge-
macht. Die Randlesart nsr 'inyi ist wohl aus d eingedrungen.
362 Sir. 38, 24-41, 13.
Allerdings würde bei Annahme der Eandiesart und entsprechender
Korrektur in d vielleicht die Reihenfolge von v. 17 b 21b des
Gr. hergestellt, auch könnte s/xiatlT] vielleicht = izr sein (s. z.
43, 25). Aber dagegen spricht v. 34, der in allen Rezensionen
gleichmässig überliefert ist. üebrigens ist ja deutlich, dass
Gr. (und Syr.) sinj statt ins: lasen; vgl. 30c Hebr., wo der
Texteslesart isi33 am Rande nnr: gegenübersteht. — mo yi n*] Syr.
ungenau: dies ist schlecht und dies ist gut. — i^r inj?3 S:n tJ
V, 34 steht T3J'' (vgl. Ps. 12, 5), am Rande aber auch dort 13^.
Das Verbum bedeutet hier wie 36, 27 trefflich sein (vgl. lia^).
Syr. hier: denn sie alle in ihrer Zeit beweisen sich stark (|nnjnö),
V. 34: und für den Termin (vgl. zu v. 30) ihrer Zeit beweisen
sie sich stark. Gr. hier: Trav-ua '(äp ev xaifxjS auxou (248 70
Syroh. 253 Origen. au-wv) C//T-/iÖ7j3£xai (70 £uooxi;xr|f}r,(3ovTai). v. 34:
TT. 7. EV y.a.ip(i (Lat. add. suo) £iJooxi[x-/]i>r|a£TC(i. Ob das letztere
irgendwie mit "innj in v. 21b zusammenhängt (vgl. zu 40,25),
darf man fragen; dagegen ist ^r^-r^\}r^a^-ot.l {= es wird aufgeboten)
wohl willkürliche Uebersetzung. üebrigens lauteten v. 21 d und
34 b gewiss gleich. — Vgl. Koh. 3, 11.
22. inDia] nach Gr. Syr. — Für ia\ das Dan. 12, 5—7 im
Sinne von Fluss steht, setzt Gr. wie LXX xo-otixoc, Syr. Kiru
(ebenso beide 47, 14). Aber der Verf. dachte an den Nil (vgl.
24, 27), und bei 113 an den Euphrat. — ns^'^^n] vgl. 47, 14, wo
wie hier das Hifil gemeint sein kann, dessen Annahme in dieser
Bedeutung kein Bedenken hat. Vgl. Syr. r^'^ia 24, 26. 47, 14.
Syr. hier K''Ti, Gr. zr.v/Alo<\>t. Nach Lat. (inundavit, Sah. Aeth. beide :
er füllte sich) schreibt Herkenne zTzivluas, wobei er dieselbe
Verwechslung in LXX-Hss. Dt. 11,4 nachweist. Lat. mag
sTiiyluaz gelesen haben, aber Gr., der -ot7.;xoc für iii: verbraucht
hat, setzt rhetorisch xa-axXtia[xo? für "im Damit wollte er wohl
zugleich dem ncirn gerecht werden. Vgl. auch xocX^tttsiv = ühf2
16, 30. 37, 3. — '^^n] Gr. ^vif^av (37, 3), 70 ^r^pav yr^v, Sah. 7^^
Syr. KöSy. — 155 Lat. om. xat', aber Codd. Am. Sang. Corb.
Theoder. haben et.
23. Syr. für a frei: so er in seinem Zorn (aber w: so
sein Zorn) die Völker richtet. — Für o.oyv lesen S'^^ Sah. Aeth.
richtig opyr^, ebenso Lat.: sie ira ipsius geutes, quae non exqui-
sierunt eum (vgl. zu 33, 2), haereditabit. Das Impf, ti^nv steht
Sir. 39, 22—25. 363
im prätehtalen Sinne wie oft in der Poesie, es wird bestätigt
durch zX-/)ryovo]xr^(3£i. Gr. verstand das Verbum vielleicht im Sinne
von austreiben. Gemeint sind die Kanaaniter (vgl. 16, 9). —
A C 106 157 307 k 15.5 296 308 Aeth. stellen b schlecht hinter
v. 24. — (ju^ ist schlechte Wiedergabe von "i (Hebr. Syr.), und
'jootTa rhetorisch für npu^Q gesetzt, wofür Syr. : ihr bewässertes
Land. — rhsb] Gr. zl; ^Ihxr^^j, wonach auf rrh^h (Ps. 107,34) zu
schliessen ist, das vermutlich auch am Rande stand. Syr. snSoS
kann in verschiedener Ausspraclie ebensowohl = nnSoS wie =
rh^h sein. — Lat. quomodo convertit aquas (in siccitatem) et
siccata est terra. — Gemeint sind Sodom und Gomorra (vgl. T\p]ifr2
Gen. 13, 10).
24. Syr. für a: die Wege der Gerechten sind gerade vor
seinem Angesicht. Das ist Ausdeutung der Texteslesart des
Hebr. Dagegen Gr. ox (70 praem. (uz) 6ool a-j-ro'j toIc oa-'o'-c (v. 13)
eüösTai. Danach ist vom Rande "iT'mK einzusetzen und sodann
c^'3nS, das übrigens auch durch b erfordert ist, zu schreiben.
Der Singular steht auch v. 25a. Lat. für a nach verderbter
Vorlage: et viae illius viis illorum directae sunt. — pj Syr.
und auch (ebenso v. 25). — Cl'S] ist nach Gr. (tou 7.vo;xo'.c) und
Syr. (s^^ti^i^) wie öfter Fehler für L^rh. — iSSwD^] = Syr. pcn^D,
aber der gegenteilige Sinn ist erfordert. Gr. -poT/.oix;xo:T7., 307
155 -poT/oauLct. NachEx. 9, 17 könnte 'SSirc vielleicht bedeuten:
sie sind gesperrt d. h. unwegsam. Man könnte sonst denken an
miPD^ (vgl. Thr. 3, 11), ihr^zT^, ".SpSpn*, iSpvn\ Lat. add. in ira
eins, was wohl mit der zu v. 23 notierten Umstellung zusammen-
hängt. — VgL Hos. 14, 10. Ps. 18, 26 ff.
25. In das Loch am Anfang der Zeile passt nit: = Gr.
oy/xM (70 praem. wc), Syr. «nnt:. — nttSj Gr. toic aYaOoi;, Syr.
hat Pluralpunkte (vgl. zu v. 24). — pbu[ verstehen Gr. (Ix-tsxat,
Sah. er hat geschaffen) und Syr. (nnrrs) im Sinne von schaffen,
nach V. 28 (r^^iJ) und weil hier überall von den Werken Gottes
die Rede ist. Aber „zuteilen" genügt (s. z. 34, 13). — K^xn;:]
vgl. 16, 26. — n^s^iVj Gr. toTc iaapxtoXoTc (12, 6), Syr. sSiy'?. —
yTi zie] Gr. nur: xaxa, aber Lat. bona et mala, wonach Nöldeke
rlyxxia xai xaxa herstellt. Syr. sei es zum Guten (w Maus. Gutes),
sei es zum Bösen (w Maus. Böses). Der Rand hat vielleicht T^,
wonach v. 25 sich nur auf v. 26. 27 bezöge. Aber das Zeugnis
364 Sir. 38, 24—41, 13.
des Lat. fällt für die Textlesart ins Gewicht, und v. 25 ist
wohl eher das Thema für v. 26 — 31. Uebrigens wäre der Aus-
druck bei der Lesart yh schief, da ihr in a 2)^h in anderem
Sinne (für den Guten) gegenüberstände. Sie beruht auf Miss-
verständnis.
26. Gr. für a: dpyr^ Tzd^sr^ yjJZiot.; zk Co>TjV dvi>pa):rou (70 155
Lat. avÖpwTTwv), Syr. : SK^:« "jm a^nh pnnon «rnns: pn'^lD ty"*"!. Danach
ist in die Lücke am Anfang b^kt einzusetzen. Hinter *?: könnte
sodann im Hebr. i"i^ (vgl. Syr. «mav und zu v. 16) ausgefallen
sein. Aber Syr. ist mit «"nS |""ynnöi dem Gr. gefolgt, vielleicht
geht also auch xmni: nur auf yj^^'y-z zurück, das Gr. zugesetzt
haben kann. Denn c^'n kann Lebensunterhalt bedeuten (vgl. 4,1
und besonders 29, 21). — Vor irup setzen ausser B S* (23 70
106 308) Lat. alle (auch Clem. AI.) ein -mi hinzu, 253 70 S
lassen es vor aior^po? aus. — a).ot] 248 106 (beide ex corr.) A
oXa;, Clem. AI. paed. 8, 76 yocXa (om. xai -^dkcn. in c), Lat. (om.
xai) sal (om. Toi. Am. Sang. Theodor.) lac (om. xott -(dloL in c).
248 hat auch atorypov und S* C Clem. AI. ae|xtoaXtv, aber oXa ist
kein Accusativ; vgl. die NTl. Wörterbb. und Grammatiken, so-
wie zu 22, 15. 43, 19. — Syr. fährt fort: und Fett (wim) und
Weizen, was schlechte Uebersetzung von can aSn ist; vgl. Ps.
81, 17. 147, 14. Dt. 32, 14. Wie an letzterer SteUe sind Fett
und Blut von Weizen und Trauben spielend in Parallele gestellt.
Gr. frei: -/.cd astxt'oaXt? irupou; Lat. et panis similaginis. Dass er
von der Gerste schweigt, ist bemerkenswert. Indessen wollte er
10 Dinge aufzählen. — 248 70 Syroh. 253 23 S 106 k 157
307 Sah. lesen mit Hebr. Syr. richtig xat "caXa xal jxsXi. — 2:v diJ
vgl. Gen. 49, 11. Gr. ar[i,a otocjuXti? (50, 15). Der Ausdruck ist
hier kaum noch poetisch (1 Macc. 6,34). Lat. ungenau: et botrus
uvae, Syi'.: und Trauben und Wein (vgl. zu 50, 15). — iJ3lJ
Syr. und Decke und Kleid. Aber un ist beides. — Vgl. über-
haupt 29, 21.
27. Die Ergänzung nach Syr. und Gr. lauia TravTot. —
Q'yitäh] Gr. toi? sucjsßsaiv (vgl. zu 12, 4). — ira""^] Syr. pKtso, Gr.
£1? a.'[abd (nach b); vgl. zu 7, 13. — p] Syr. l; vgl. zu 13, 20.
— ü'^y'h] Gr. toT? atxapxwXoi? (v. 25), Lat. impiis et peccatoribus.
— Huh (vgl, zu 37, 30) ist alberne Variante. Syr. steigernd:
zum Fluch.
Sir. 39, 26—30. 365
28. Die Ergänzung in a nach Gr. Syr. : inziv irvi'jjxaxa (70
S* korrigieren: Trvs-jixa) a (70 o) zk izotxr^a'.v IxTia-at. Indessen
steht ly"" wie 4, 21. — X7.t h Dujjko a-jtwv] = Syr. ^Mmim, 70
gea 106 "»"K- 157 307 korrigieren: auioo, ebenso 248 70 8*=*
lOQm<,rg. 157; loTspstuas. — [ijp^nr D'-f-nj:]] statt omi: (Job. 14,18.
18, 4) wäre an sich auch cn (Job. 9, 5) denkbar. Syr. fipy kiij:
= sie entwurzeln Berge. Gr. sstspscoctay [j.a3-r,'ac «utäv; ob er
anders las, steht dahin. Der hebr. Ausdruck ist nicht hyperbo-
lisch zu verstehen (vgl. das rabbinische onn yiv bei Buxtorf s.
V. ipy, und Edersh. z. St.), vielmehr ist das Erdbeben ein
ständiges Moment des göttlichen Gerichts. Die hier gemeinten
Geister walten auch nicht in den v. 29. 30 aufgezählten Uebeln,
die ausdrücklich von ihnen unterschieden werden (s. z. v. 29),
sie sind also geradezu die Urheber von Erdbeben und ähnlichen
Katastrophen. — xai 2°] om. 248 70 Syroh. 253 (23) 106 "^^'^
157 307 Lat. (aber nicht Sang. Theodor. Corb.) Syr. (aber nicht
Ambr.). — auvTsXsfec] wohl = nS^, das die öfter eintretenden
Vertilgungsgerichte bezeichnet; vgl. nSs nj?3 44, 17. Syr.: des
Zornes; vgl. Gr. zu 44, 17 (opyr^). Vielleicht las Syr. auch hier
so in einem griechischen Text. — layhv Ix/souai] ist auffällig,
70 korrigiert: ^V^TV ^^^^ 1^, 11. 33, 8. Dagegen Syr.-: Kraft sie
zeigen (pno), was angemessener erscheint. — xal töv dujjLov . . .
xoraaouaivj Syr. |n^ja . . . Nmil; vgl. Zach. 6, 8. Ez. 5, 13. LXX
hat öfter öujxo; für mi. — xou -oiVjsav-o? «utoo; (70 au-a)] Syr.
pK sim; vgl. 15,14, aber auch 7,30. 47,8.
29. m2T m] vgl. Ex. 9, 22 ff. Ps. 148, 8. — nin j;n] Gr.
xal h^ioq xal ÖavaTO? (vgl. 40, 9), lies nyi (vgl. zu 40, 9). Lat.
lässt xai 1° (so auch 307 Anton. 1229) und 2° aus. Syr. kok:i
«mm {= und Steine des Todes), lies «mal wcdt (= Gr.). — rhu d:J
Gr. Syr. Tta'v-a laui-a, aber DJ ist schon durch die Variante zu
V. 30 geschützt, ferner wäre rhu h2 vor dem von v. 30, das
dort die Gesamtheit aller Strafmittel bedeutet, nicht am Platze.
Dann sind aber auch die Geister von v. 28 hier in rhu nicht
einbegriffen. Allerdings sind auch v. 29 kosmische Mächte ge-
meint, im Unterschiede von den irdischen v. 30. — aoi^^aS] Gr.
zl; sxSi'xr^aiv (so mehrmals LXX).
30. \u^ n^n] vgl. 12, 13. Gr. erleichternd: ^pmv ooovrs?;
vgl. sonst Dt. 32, 24. — ]p&) i^pj?] Gr. axop-ioi v.al l/si?, Syr.
366 Sü-. 38, 24—41, 13.
Skorpione und Schlangen. — mm] Syr. ora. i, wie vielleicht auch
der Kaüd. — ni^pj] Gr. ixotxoöaa; vgl. neplJ 21" Lev. 26/25. —
cnnnb] Syr. nmo'?!, Gr. zk o/.sflpov. — Ani Schluss hat Gr. aaeßsT;
(253 23 7.a£ß£3iv, Corb. impiis, Syroh. czas^wv, Toi. impiorum), das
er meistens für yi^i setzt. Auch hat Syr. «yB'-iS. — Der 3. Stichus,
für den die Textlesarten festzuhalten sind (c: stammt aus v. 29,
Tin2: aus v. 21; vgl. dag. N"i2 43, 14), ist in Gr. Syr. verloren ge-
gangen. Er ist aber dadurch gesichert, dass Gr. und Syr. den
4. Stichus, freilich an falscher Stelle, haben. Bei Gr. findet
sich hinter v. 31a: -/.oX i-i ■zr^z yr^ zl; yjjeCot.; (Lat. Singular)
sToiaaci^r^arjv-oti. 253 lässt die Worte aus. Gr. verlas offenbar nÄ'xn
in pK3, und ausserdem nj;':'! in 'f\)th. Für ipo (vgl. Lev. 5, 23)
findet sich itoiaa^oj in der LXX. Im Syr. ist der 4. Stichus
mit V. 34b verquickt: denn sie alle sind gesammelt (p^cp) in
Rüstkammern (xni'ixa) und sie sind für den Termin ihrer Zeit
(= Hebr. riyh) vgl. zu v. 20) vortrefflich (pn:no ]17\:2] pv^)).
Die Randlesarten des Hebr. sind auch hier zu verwerfen. —
Der iriS Gottes ist auch 43, 14 die Rüstkammer des Gerichts;
vgl. Job. 38, 22 f. und dag. Dt. 28, 12 man n:nx, übrigens zu
V. 17 und zu 48, 12.
31. Ci"T.iS )r\rJ2] Syr. und zur Zeit, da er Auftrag gibt
(ipon) ilmen. Gr. iv r/J ly-roXf, (Sah. Lat. in mandatis) auTou. —
itr^ri^^] vgl. Ps. 19, 6. Gr. £ucp,oavf)r;3oyTat (vgl. LXX und zu 32, 11),
Syr. sie freuen sich. — cpn2"] Gr. y.aX h xotipotc ccj-iov, was Miss-
verständnis von pn sein kann. Syr. wohl in Verbesserung des
Gr.: und alle ihre Tage; w Maus. Mas. I: und in allen ihren
Tagen. Der Sinn ist aber: in ihrem Teil (= der ihnen zu-
gewiesenen Aufgabe); vgl. zu 16,26. Ex. 5, 14. - — rc TO"] Gr..
Trapaßrjaov-ai (LXX) Aoyov (s. z. 9, 18), Syr. snSo p2J?e (vgl. Syr.
zu 16, 28). — Betr. des Gr. vgl. auch zu v. 30.
32. ti'Nio] vgl. 16, 26.— Tisrnn] so nur hier; doch vgl. ri'n
44, 23, aram. und neuhebr. iiZ'^T, 2''T (= gewiss). Gr. £a-r,p7i>-/;v.
Das Verbum ebenso für "[Iöd 5, 10; LXX setzt es zweimal für
r::n. — Twann] steht entweder da oder ist herzustellen. Gr. vA
oievoT^dr^v; vgl. v. 12. — 2nr;] Gr. iv 7pa'f(i; vgl. 42,7. 44,5.
45, 11. — "nron] Gr. in schlechtem Ausdruck acpr^xa (6, 3). — Syr.
schlecht: weil sie von Anfang geschaffen sind, so bedenkt es
ihr Menschen, dass im Buche geschrieben ist dies alles.
SÜ-. 39,31—40, 1. 367
33. Schreibe nach Gr. Syr. ""ti^j?« und ipicD"" und vgl. übri-
gens zu ^■. 16. — Syr. für. a: und alle seine Werke sind gut.
— Betr. "[m vgl. zu 13, 6.
34. Ueberall sind hier die Randlesarten anzunehmen ; vgl.
übrigens zu v. 21 und betr. des Syr. auch zu v. 30.
35. nny] Gr. v.m vSy. Vgl. nnyi 45, 25. Indessen steht auch
50, 22 (Gr. xotl vuiv) nnj? in der Handschrift, und Syr. hat 45, 25
nur h^2D wie hier. — nci] vom Syr. nicht ausgedrückt, ist nach Gr.
in den Text zu setzen. — irm] Gr. ujj.vr^aaxs (vgl. LXX). Der Fehler
uu,v/;aot[jL£v findet sich nur in B'^. — t^npri ct^] = Gr. ovoixa xuptou.
— Syr. stellt um: Deshalb mit eurem ganzen Herzen segnet
Gott und preiset {)n2fi'') seineu Namen. — Vgl. Ps. 145,21.
40, 1 — 41, 13. Auf den volltönenden Hymnus von 39,
12 — 35 folgt hier sehr unerwartet die Klage, dass das mensch-
liche Dasein leidvoll sei, und zwar nicht nur in Folge der Sünde
der Mensclien. Das Leiden ist auch ein Stück ihrer von Gott
geschaffenen Natur. Ruhelos müssen sie ihr ganzes Leben hin-
durch sich sorgen und ängsten, und übrigens ist ihr Dasein ein
furchtbarer Ki'ieg Aller gegen Alle, dessen Schrecken sie bis in
ihre Träume verfolgt. Aber die Gottlosen haben doch viel
mehr zu leiden, als die Frommen. Ihr Glück vergeht, während
das der Frommen gedeiht (v. 1 — 17, im Ganzen 20 Disticha =:
3. 3. 4. I 2. 2. 1. I 2. 2. 1). Die Gottesfurcht bewährt sich als
das höchste Gut, wie in neun (ursprünglich vielleicht zehn) Ver-
gleichen dargelegt wird (v. 18 — 27 = 9. 2). Eine Lösung des
Problems wird freilich nicht gefunden. Ebenso wird vom Tode
geredet, der für die einen furchtbar und für die anderen will-
kommen ist, als göttliches Verhängnis aber unter allen Umständen
willig ertragen sein will (41, 1 — 4 = 2. 2. 2. 1). Uebrigens
bedeutet der Tod für die Gottlosen (v. 5 — 10 = 3. 3. 1) etwas
anderes als für die Frommen, deren Name ewig bleibt (v. 11 — 13
= 3). Dazwischen steht unvermittelt eine Warnung vor dem
Schmarotzertum (40, 28 — 30 = 3. 1). — Geschichtlich bedeutsam
ist hier 41, 5 ff. die Apostrophe an die Gottlosen, die die väter-
liche Religion verlassen haben.
40,1. h)i: püv] vgl. 7,25 und zu 3,22. Syr. schlecht:
grosse Dinge (sni3i'). Ebenso für izd hr; willkürlich: starke
368 Sir. 40, 1-41, 13.
Arien («©''pn ndjj). — Gr. setzt die Konstruktion wie 34, 13 (s. d.)
in das Passiviim um und verlässt dabei den AVortlaut: dT/oUa (39, 1)
[xsyaXTj IxtiGTott ttwii aviifxorao. phn (Syr. si;) wird man nach 44, 2
(s, d.) erklären müssen (vgl. übrigens zu 34, 13). — Ss] Syr. anhü,
Gr. xupto?; vgl. zu 44, 2. — ons* ''jn Sj:] Gr. i-l uiou? (S 106 k
157 296 308 uioT?) 'Aoa-x. Man wird b als selbständigen Satz
verstehen müssen. — ins^:] man erwartet nnKV. Syr. (ipc:n) hat
überall in c und d den Plural. Gr. (i^ooou) übergeht das Suffix
hier und bei )2)\if, dagegen hat er für las ix/^xpo? aux&y (155 cutoü).
— 131if]Syr. poDT (=132:^'?); Gr. aTil xacp-/], AC k Sah. s-itccciv:,
Lat. sepulturae, S*^^ s7riaTpa<p-/j, 70 157 sTTiaxpo'fi;?, und so auch
Co. (248) ?to? STTtSTpocpr^? r^ll^Ja<;. Vgl. dTtoaxpo'fTi 16, 30. — "n h2 n« Sx]
vgl. Gen. 3, 20. Gr. zk [xr^xspa Tia'vxwv, Syr. willkürlich: «yi«S
K'^m d, h. zum Lande der Lebendigen (oder des Lebens). R:
zum Gott alles Lebenden. Nach der Chaosvorstellung sind wie
die Pflanzen so auch die Tiere (Gen. 1,12.24) und am Ende
die Menschen selbst aus der Erde hervorgegangen. Das gilt aber
auch noch jetzt von den einzelnen Menschen (Job. 1, 21. Ps.
139, 15). Vgl. auch zu 46, 12.
2. Hebr. om., aber das Distichon ist durch den formellen
und inhaltlichen Parallelismus von v. 5 gesichert. — xouc oia).o-
7ta}jiou? (70 XoYta|xou?) auxtov] wohl = cnnii^na (13, 26. 43,23); also
Homoiarkton mit v. 3. Syr. pnnmati^n, was auf hebräischem oder
syrischem Verderbnis beruht. Perles (WZKM XI 101) meint,
nmoio und DiWiö seien vom Syr. verwechselt. — ^oj^ov xapotac]
Syr. die Ueberlegung («n"'j;"in) ihres Herzens. Das erscheint als
zu schwach. Aber «n'^yin dürfte wie 47,23 = ni.T sein, das auch
Kummer und Sorge bedeutet; vgl. 30,21. Ps. 13,3. — Die
Accusative in a wie 26,5, dagegen scheint b einen selbständigen
Satz bilden zu sollen. Aber so sperren sich die beiden Stichen
gegeneinander. Sodann kann yijj-spa xsXs-jxtiC weder in b noch in
a und b Prädikat sein; denn die Menschen denken nicht von
Jugend auf immerfort an ihren Todestag. Man darf aber auch
TjjjLspa xsXsuxTj? nicht den drei vorhergehenden Ausdrücken koor-
dinieren, denn fj[x£pa xsXsuxr,? ist nicht s. v. a. der Tod selbst.
Syr. hat füi- b : und das Ende ihrer Worte (prT^oi «mm) bis zum
Tage ihres Todes. In seiner Vorlage war dT"DT nnnx (= ihr
letztes Schicksal) vielleicht Erklärung des Aequivalents von
Sir. 40, 2-6. 369
£-tvoict -f.oaooxi7.^. Aber als ursprünglich ist anzunehmen üT ny
cniöj und Aäelleicht ist auch im Gr. i<oc Tjjxipa? herzustellen, 70
155 lesen 7;|x£p7.;. Uebrigens ist nach Analogie von v, 5 das
Ganze als Apposition zu poy und hv anzusehen und somit vor
b auch das „und" des Syr. anzunehmen.
3. rOjS ND3 nwo] Gr. d-o xaf>-/i]jLEvo'j s-i Opovou iv oo^d (so
nur B (155), dag. 248 s. 0. So?-/;?, alle anderen, auch Lat., I. &.
svoocou), Syr. von denen, die sitzen, (auf) den Thronen der Könige.
Beide übersetzten frei. — >dki icj; 2wh nyj Syr. und bis zu denen,
die sitzen (in) Staub und Asche; er las wohl nwS, was ent-
sprechend dem doppelten nJiij? v. 4 anzunehmen ist. Unan-
nehmbar dagegen ist lyni': wegen v. 4. Dagegen Gr. xal (A om.)
i'uj; T£-a-stvcuij.3vo'j iv 7-^ xal a-oö(o (vgl. zu 10, 9). Vielleicht las
er 'Si >Dj?3 n?'S iV- Die Verbindung h iy ist iu den späteren
Büchern des Kanons nicht selten. — Vgl. Ex, 12, 29.
4. nisiyö] Gr. d-h 'Siorjr/y^-rjz (11,5), Syr. "Ttsp |ö (welche
umbinden). — pifi ^''i):\ Syr. nur: Njn (Krone). Gr. Gotxivöov (al.
uc(xtvi>ivov) X7.1 ax£'ic(voy; er setzte ein Kleid wegen b. Lat. ab eo
qui utitur hyacintho et portat coronam. Vgl. aber 11, 5. 47, 6.
— naiyj Gr. der Abwechslung halber: Tr£pi['iaXXo}x3vou, ebenso Syr.
l^iJ^nSi. — ["iv]'^ rhr:^*] vgl. nyti* nms* Gen. 25, 25. Zach. 13, 4.
Syr. frei: das Kleid der Armut. Gr. wjxoXivov, was wohl will-
kürlich ist.
5a b. -[ü] lies ?]K nach Gr. (i>u[i.oc), Syr. (xun); vgl. 30, 24. —
nnci njssi nxip] Syr. xnSnm iS^jai «nrn:i, aber Ambr. m xnnri wjai.
Gr. ungenau: xal Ct/Xoc xal (248 70 Syroh. 253 23 S C om.)
xapa/Yj xal aa'Xoc. — n'ü n.^'S] vgl. Ps. 55, 5. Gr. Syr. praem. xat'.
— mnnj vgl. 34, 29. Syr. W'nm (w Maus. Mas. I om. i), Gr. xal
(Lat. om.) [j.r|Vtati,a (al. lJ.v^vi[j.a, «xr^vic vgl. ZU 10, 6). — i"*"!!] Syr.
snpi, Syr. xal sVvic. — Alle diese Affecte sind als Leiden vor-
gestellt, dabei handelt es sich aber im Unterschiede von v. 2
um den Unfrieden unter den Menschen.
5 c d. Vgl. Koh. 2, 22 f. — c = 46, 19 a, wo die Worte
aber anderen Sinn haben. Syr. hat den Plural. — nrif] Gr. uttvo?.
Nöldeke erklärt die Orthographie aus der späteren aramäischen
Aussprache r\i%K — iriyn njti'n] könnte angenommen werden nach
Gr. dUoioT (12, 18) -jvwaiv a-j-ou. Der Sinn müsste sein: er ver-
wirrt seineu Verstand. Zu Yviucriv bemerkt Grotius: i. e. meutern.
Smend, Sirach-Kommeutar. ^'*
370 S""- 40, 1— Jl, 13.
Nam sie vocem CJialdaeam S'p:'::, (juae respondet Hebraeae \nr:
vel nj;i; usurpat Daniel IV 31. 33. Vgl. auch ,Tyic n« ^jk> Targ.
Ps. 34, 1, und zu nVT in der Bedeutung Verstand 3, 25 und
Cowley-Neubauer p. XXXI. Aber dass der Schlaf den Verstand
des Menschen verwirrt, besagt n:^n nicht; es wäre auch zu wenig.
Ich nehme daher inyi an und erkläre mv^n „er verdoppelt". Vgl.
zu 45, 20. Syr. im Schlaf der Nacht beunruhigt er sie {]',rh n:?:).
Er hat anscheinend vom Schluss von v. 5 auf den Schluss von
V. 6 b übergelesen.
6 ab. Gr. übergeht prh. Augenscheinlich liegt ein Infinitiv
mit h vor, der durch das Impf, fortgesetzt wird. Möglicher Weise
bedeutete pn vacare, Ruhe haben. Zwischen pvh und der freilicii
unsicheren Iväudlesart nph liegt in der Mitte hrh. Man sagte aber
)h nn. — ttipti'''] Gr. iv (23 om.) av7.-c('j32i (wegen sv -j-voic
in b). — pci] Gr. x7.1 c?.-' s/stvou; vgl. 3 Ezr. 6, 19 (= pN p
Ezr. 5, 16). Aramäisch ist pis, man kanii das oder aber j"::!
(vgl. 13,7 und die Orthographie 35,2) vermuten. — ^ m^Sn:] Gr. iv
u-voic. LXX setzt öftai' 'j-vo? für L'hn, aber Armen. Sah. lasen
(sv) iv'j-v'ou. — triJj] habe ich angenommen nach Jes. 57, 20, wo
es t:piy gegenübersteht (so auch Taylor). Gr. sinnlos: «>? sv r,\j.iyj.
(248 70 y)[x3f/7.ic) ay.o-ior.:. Wahrscheinlich ist axo-iac Fehler für
xo-ia (Armen.). Gr. setzte unverständig wc iv v)!i.£(ia hinzu und
übersetzte iyiJ3 frei; vgl. Syr. ])r\h i:o. Vielleicht schrieb der
Uebersetzer aber: «jc r^ixifja: (38,27) xo-ia; der Fehler entstand dann
dadurch, dass ;v, das vor svu-v'oic gehörte, an falsche Stelle geriet.
6 c d. ya J2j?o] ähnlich las wohl Syr., der bei -[Sanci an
öj;-' (= |'5,"j dachte. Indessen ist ',^Vf2 wohl aus a eingedrungen.
Man möchte deshalb y^iv'^f: vermuten, das als Pulpal oder Hith-
palpel mit njJK zusammengebracht werden könnte. Gr. T2i>of/uj':J-/iijLivo?
hätte dann freilich ungenau übersetzt. — p:no] Gr. sv opaast, Syr.
siina, aber p ist deshalb nicht anzufechten. — ik^cjJ Gr. xapot'otc
(s. z. 31,5), Syr. frei: der Nacht. — [nrip Ti?^:] Gr. nur: «j?
sxTTSösuYtt)?, Syr. pr^i ii-)22 -\^. — "nr ['>2^J ] nach Syr. mp |o
NCni. Gr. airo -f>oaa)-o'j 7:oäs|j.ou (leg. TToXsaiou?), Lat. in die belli.
7. Syi'. für a: wie der Wille {htz'J (w Maus. Ambr. |S) -\s)
in seinem Herzen und er erwacht. Gr. sv xaipu) oturr^pia? auiou
s;rj7spi}r^. Syr. hat srzi' öfter für --ili: (13, 6), aw-rr^pia; ist aber
wie 4, 23 = /psiac. "]Tii' ist wie 15, 12. 38, 12 mit 2 verbunden,
Sir. 40, 6—9. 371
und was der aus dem Traum Auffahrende noch (ly) l)edarf,
kann nur der Schlaf sein. Wie 8yr. auf ni':; kam, ist unklar.
Gr. scheint [nJtrJs übergangen zu haben, denn schwerlich darf
man au-o2 in u-vou ändern. Vermutlich verstand er "["ii:: von
der höchsten Not des Verfolgten. — Gr. für b: xat a-oÖau[j.7'C(«v
zl; rjuohc/. cpoj'tiov. Das letztere ist = ])H na\si (d. h. nichtige,
grundlose Furcht), dagegen wird Gr. im Uebrigen willkürlich
übersetzt haben. Syr. folgt ihm: und er sieht, dass nicht ist
an ihm (w Maus, ihm) etwas. Aber der Sinn kann nur sein,
dass der böse Traum den Schläfer nicht nur erschreckt, sondern
ihm auch den Schlaf raubt, ci: und ny^ werden hier wie ge-
wöhnlich (vgl. zu 34, 1. 2) unterschieden sein.
8. Gr. für a: ;i£ta rAnr^z Qarjv.hq 7.-0 dvöfxo-o'v sojc xt/jVOuc.
Aber so fehlt ein Prädikat. Aus dem Vorigen kann es nicht
subintelligiert werden, da das Gesagte auf die Tiere nicht passt.
"WZ hz bedeutet öfter auch alle Menschen (z. B. o9, 19). Besser
Syr.: bei (cy) allen Söhnen des Fleisches, ihre Sorge (pnnci:) ist
bei ihnen. Er setzt Knci' für nJXi (zu 80, 24). Man könnte
sonst an Verwechslung von T\^''irv:i und nr:'n2 denken. — In b folgt
der Trost, dass es den Gottlosen noch viel schlimmer ergeht.
. . . Dj; ?!«] Gr. x7.t £-1 7.aczfytojX(Tjy (307 157 106 -Xw). — s-TarActaia]
vgl. zu 32, 13. Gemeint sind die v. 9 aufgezählten Uebel. —
-f-oc -7.'jTC( geht natürlich auf das Vorige. Syroh. "[''K für Trpo?,
vielleicht stand da 2 (s. z. 25, 19). — Syr. für b schlecht: und
der Reichtum vertreibt (i3ö) ihren Schlaf; vgl. 34, 1. Es fragt
sich aber, ob die Worte hierher gehören, da Syr. v. 9. 10 auslässt.
Vielleicht sind sie Variante zu v. 7 b.
9. Syr. om. — Da das 2. und 3. Paar eine Pai-onomasie
darstellt und Gr. 39, 29 (wie öfter LXX) Öocva-o? für nn setzt,
Avird man dies am Anfang ergänzen dürfen. Vgl. an "i2i Ez.
5, 17. 28, 23. — nnni innri] die Punktation wie Dt. 28, 22, welche
Stelle der Verf. wohl im Sinne hat. LXX hat dort ipsO'arji-oc
für imn, wogegen sie mn scheinbar übergeht. Gr. hier epic xal
pofjL'fa-'a; vgl. imn Prv. 26,21. Aber „Streit und Schwert" passt
im Dt. nicht. Man spricht deshalb dort nin und verstellt imn von
einer Getreidekrankheit. Vgl. Sam. Targ.: nJ2Jim nnp'^pnm. Beides
wird auch hier anzunehmen sein. — b fehlt nur in B", die
übrigen haben für b: i-ct:{iüyj.\.^ (55 add. xaO Xijxo* xal (S* om.)
24*
372 Sir. 40,1-41, 13.
ayvTf>t;j.;x7. ysA [xv'ati; (70 S* Sah. ;j.7'a-:iYsc, Lat. l]a,i:;ella). 248
korrigiert: /.i[j.o'j (so auch 70 Am. (Joi-b. Theoder.) x7.t a'jvTfy''[j,|j.7.-o;
y.7.t u-acytr/oc. Für nyi ist nach /.'.;j.oc, das freilich an falscher
Stelle steht, 3p (vgl. zu 39^ 29) zu lesen, iin<l für mo, das hiej*
nach "IST auffallig ist, wahrscheinlicli n:ö oder mrc. Es fragt sich
dann nur, ob l-or{w[rjx (vgl. zu 3, 28) oder [xotaTi; = n'2ö, hezw.
jxa'aTu oder k~rjr^iM'['jx = ik' ist. Der Plural 2-7.710771 könnte für
das erstere sprechen. Dann hätte Gr. die Wortfolge total um-
gekehrt. — Zu 2>n ^,2^) i]if vgl. Jes. 51, 19.
10. Syr. om. — Vgl. 39,25. 28 ff*. — r^n hv\ Gr. izt
7v6|xrju?; d. h. ihnen zur Last. — npj Gr. wohl willkürlich:
t7.0t7 7t7vt7; vgl. 39,27. 30. — r,"2y2';| = Gr. 7.7.1 0-' aotoüc. — nS:]
Gr. falsch ausdeutend: 0 x7.-7/./.'j3|j,oc. Vgl. 44, 17 Syr. Es
handelt sich hier aber vielmehr um die öfter wiederkehrenden
Vertilgungsgerichte. — t^'wn (Gr. i-j-ivcTo) ist wohl verderbt. Der
Sinn ist entweder: sie tritt von Zeit zu Zeit ein, oder: sie ist
(als Potenz) einmal geschaffen. Regelmässig wird nSs mit nirj?
verbunden, aber ni^'yn liegt graphisch nicht nahe. Da Sirach
ti^ia im Sinne von fernbleiben gebraucht (38, 12), stimme ich
jetzt dem Vorschlage li^'r^n sS bei (vgl. Prv. 17, 13).
11. pKO hz] = Gr. Syr. -av-c« Zaa d-b 77^;; vgl. 41, 10
und 43,30, sowie mit Cowley - Neubauer 1 Chr. 29,11. 2 Chr.
32, 31. — ilty"] Gr. dvas-picssi, A Sah. -a-pEist, Lat. converteutur. —
Gr. xal (70 add. ocra) 7.-0 'jo7'Ta)v sie O7X7.337.V dyxvAii-zti (Sah.
7.v7xa[jL'}£t). Lat. et omnes aquae in mare reverteutur (Koh. 1, 7).
Gr. verlas Dia in CD (vgl. zu 39, 17), das er der Abwechslung
halber verschieden übersetzte. Es handelt sich um die Rück-
kehr des Geistes zu Gott (Koh. 12, 7), die zur Vernichtung des
Menschen gehört. Dass alle Menschen vergehen, ist ein Trost
für das Glück der Gottlosen (vgl. 10, 11. Ps. 49). Die Rand-
lesart ''^\ die Wühl = "iiy* ist, will vielleicht den Frommen einen
anderen Ursprung und Ausgang vindizieren.
12. Hebr. om. — Syr.: jeder, welcher sündigt {ni'^rn) und
betrügt (oder lügt, hiit:), wird aufhören (Si22j), aber die Tüchtigen
C'T'i^*:) der Ewigkeit, auch sie werden bestehen (pö'pnj). Vielleicht
ist Scupov = in^i^ (vgl. 20, 29 Syr.), wofür Syr. etwa y^ las,
was besser passen würde. i;7Xst'cpc3i}7t neben ^22 wie 46, 20.
Vielleicht stand hier n3t^. Was Syr. für 7:iattc las, ist unsicher.
Sir. 40. 10-13. 373
Man darf aber nJi!::s vermuten (s. z. 38,31). Jedenfalls hat Syr.
mit Unrecht Konkreta an SteUe der Abstrakta des Gr.
13. Die Lesart Sin ha Sin^ ist unter dem Einfluss von
V. 11 entstanden; aber auch S-no hTi kann nicht das ungerechte
Gut bedeuten, da '^''n nie ^ Gewalttat ist. Gr. (/pr/fiaxa aöwwv)
und Syr. (sipiiJn sc::) führen auf Siya, dessen T sich in der
Texteslesart erlialten hat. Vgl. rhr; (16, 1) und h)y (Frevler,
16, 13. 41, 6). — |n\s* hmz] Gr. wc r^o-rx^xk (s. z. v. 16. 24, 30)
;r|pavi>r^3c-oct, Syr. pcijni s'rn: ""n d. h. sie werden wie ein Bach
fortgeschwemmt. Die übliche Deutung von |n\s als perennierend,
beständig, ewig, nach arab. ^jj (von perennierendem Wasser)
hat an den alten Uebersetzungen wenig Halt. Allerdings übersetzt
Symmachus das Wort meistens mit dry/aXo: (einmal -c/Xaioc), ebenso
Aquila zweimal und Theodot. einmal, vielleicht auch Targ. 1 Reg.
8, 2. Vgl. auch Ex. 14, 27 Vulg. ad priorem locum (= ):n''i6).
Bei Aquila ist die gewöhnliche Uebersetzung a-spsoc, dagegen im
Targ. Syr. Vidg. stark; vgl. LXX Gen. 49. 24 (xpaToc), Xum. 24,21
(icj/upoc), Job. 12,11) (ouv7'3r/)c). Ein perennierender Bach kann a. u.
St. mit |n\\' Sn: unmöglich bezeichnet sein, sondern nur ein Winter-
bach, wie auch das Folgende zeigt. Aber auch Dt. 21, 4 ist die
gewöhnliche Deutung mindestens sehr unwalirscheinlich, weil es
nur bei wenigen Städten einen perennierenden Bach gab. LXX
hat dort 'fapay; 7,07.7017., Vulg. vallis aspera et saxosa, Targ. Syr.
ein unbebautes {yz) Tal. Aehnlich erklärt der Talmud. Vgl.
dazu LXX Am. 5, 24 7,37-0? und jn"-» Prv. 13, 15, wo LXX iv
7-wXe'7., Vulg. vorago. Ps. 74, 15 ist |n''S minj wohl der stark
fliessende Jordan (Jos. 3, 15). So erklärt auch der Aruch den
Flussnamen |n\s', und ebenso Targ. Am. 5, 24 (i2jc). Ex. 14, 27
heisst i:n\s'7 wahrscheinlich „mit aller Gewalt" (Targ. n'cpinS).
Die Grundbedeutung ist wohl stark (vgl. Job. 12, 19), dann stark
fliessend (vgl. hier das parallele Tix), dabei im Arab. im Sinne
von immerfliessend, im Hebr. von plötzlich fliessend. Für ge-
wöhnlich ist ein |n\s* Sn: trocken, steinig imd unfruchtbar, weil
der Wassersturz den Humus fortschwemmt. Vgl. hier ^/),07vi>r^-
a£T7i, Jes. 51, 12 LXX £c-/;p7vt}-/;cr7.v für ]n}\ Job. 33, 19 Vulg.
marcescere facit für ]m, wo LXX freilich =y7'px-/ja£v. Das sama-
ritanische Targum hat für |n\^ dreimal Npay (Tal), ebenso Mi. 6, 2
LXX Syr. '•f'0tp7.Yc, Hp?2lj;. Für die gewöhnliche Deutung spricht
374 V^^^^^^H
allein 1 Reg. 8, 2, wo der Monat c"'jns von einer in der LXX
felilenden Glosse als der 7. ]\Ionat bezeichnet ist. Uebi-ij^ens
ist dort gesaj^t, dass in jenen Monat ein Fest odei- das Fest (:n)
fiel, als welches im weiteren das Ilerbstfest erscheint. Man hat
deshalb den Monat D''JnK mit dem Oktober identifiziert. Denn
Mitte bis Ende Oktober nimmt der Herbstregen gewöhnlich seinen ^
Anfang, während die stärksten Kegenfälle im Dezember und
Janiiai- vorkommen. Im Spätherbst haben daher allein die peren-
nierenden Bäche Wasser, wogegen die Winterbäche im Dezember,
Januar und Februar am stärksten fliessen. Heisst der Monat
aber wirklich nach unserem in'X, so ist damit noch nicht be-
Aviesen, dass ]r^ü den perennierenden Wasserlauf bezeichnet. Es
erscheint als unnatürlich, dass ein Monat nach einer Erscheinung
benannt sein sollte, die im ganzen Jahre Statt hat. Sodann
fragt sichs, ob der Monat von jeher dem Oktober entsprach, da
die Monate bekanntlich oft von ihrer ursprünglichen Stelle im
Jahre verschoben wurden. Habe ich Recht, so muss Am, 5, 24
als Drohung verstanden werden, was sich aucli aus anderen
Gründen empfiehlt. — Gr. für b: z^i wc i^p'^vTr^ (^ '«:) jxsy^'ä/^ iv
-js-:««) zirjrpv.. Er verstand p'CN nicht und hatte vielleiclit ypE:
"i-isuach 46, 17 im Sinn. Besser Syr.: und wie Flüsse, die voll
sind ^•on leichten (KnS''Sp = m^p) Wolken. Betr. nVip Tin (vgl.
Job. 28, 26. 38, 25) s. z. 32, 26. Hier ist die Bedeutung „Donner-
regen" kaum zu bezweifeln. — Vgl. Job. 6, 15 ff.
14. Gr. für a sinnlos: h (38, 23) tro avouai a-jtov '/yY^.%
£'>ipavi>r^cjcTai (v -aovxat). Er verstand n-cs (vgl. Jer. 4, 29. Job.
30, 6) falsch als d."'B3 und deutete 'nxit^ willkürlich als öffnen.
Uebrigens stand der Fehler iSt vielleicht schon in seiner Vorlage.
Syr. hat für den ganzen Vers : wenn sie weggerissen (jtSj) sind,
hören sie auf. Er las vielleicht h^f,-! aber näher liegt ^^jv —
insti' DvJ kann heissen: wenn (s. z. 16, 26. 38, 23) er anschwiRt,
aber ich ziehe vor: mit seinem Schwall, bezw. bei seinem
SchwaR (vgl. ^f.'hh cj?, m in cy). — Gr. für b: o-jtu); (= p) oi
-a.oaßai'vovts; (er verstand wohl CKr.D als D^snel £u auvisÄsiotv hXv.-
'Vj'jsiv. In der Tat wird nrh hier völlig bedeuten wie an
mehreren Stellen im Kanon (vgl. Gesen. Thes. s. v.). p steht
wie oft gegensätzlich.
Sir. 40, 14—16. 375
15. Gr. für a: sx-ova 7.3s,3(T>v oO -hr^ihvzX x>.aoouc, Syr. : und
Nachwuchs (sc':'n) wird den gottlosen («rif^i) Menschen nicht sein
(Mas. II Ambr. bestehen; vgl. v. 17). Nach der Randlesart ist
nvj anzunehmen, 12:1: ist durch das sinnlose Cf2nt2 herbeigeführt,
das wiederum unter Einfluss von v. 18 entstanden sein wird.
Uebrigens könnte üf^nt: 'j so wenig wie '- •: die Nachkommen
des Gottlosen bezeichnen, es ist vielmehr hier wie v. Iß von
ihm selbst (vgl. Jes. 60, 21) die Rede. Betr. cr:n vgl. zu 10,23.
Auch npy' bedeutet nicht seine Naclikommen, sondern seinen
Trieb schlechthin, wie ihn jede gedeihende Ptlauze hat (auch
LXX xXaoo? für npjr Hos. 14. 7). Wie npr auszusprechen ist,
steht dahin. Vielleicht ist es aus piV verderbt, unter Einfluss
des bei Sirach öfter vorkommenden npT üh (= er bleibt nicht
ungestraft) ; vgl. z. B. 9, 12. 34, 5. — ppn it>Tiir*i] = Gr. x^l rjC^r/.i
otxaOotp-oi; dabei ist i^'n'ij« wie 3,9 die Pflanze selbst. Dagegen
Syr.: die Wurzeln nämlich (t: =: ':) der Sünder. Sah.: die
Wurzeln der Unreinen, dagegen vorher: die gottlosen Kinder. —
vSd I'^ hv] vgl. Job. 39, 28. 1 Sam. 14, 4 und oben zu 20, 16.
Gr. £-' axf.o-o|xo'j (s. z. ^8, 17) -e-pac, Syr. erweiternd: wie eine
Aehre, welche gewachsen ist auf dem Zahn eines Felsens (xcpr).
— Vgl. 23,25. Job. 8, Uff.
16. Gr. für a: o:/z'. i-\ zavtoc 'jo7.toc xai /siXo-jc -OTaaoO
(s. z. V. 13). El' las für das sinnlose m^mp: ein x + c\'2, wo-
bei er die Wortfolge umstellte und auf ä'/s'. = "nx riet, von dem
an der Musterstelle Job. 8, 11 (vgl. hier b und dort v. 12) die
Rede ist. Es bietet sich camp, das B. Erubin 22 a vorkommt
als eine Art Schilf, die im Sumpf (c';::n*) wächst; vgl. Buxtorf
s. v. Dagegen will Levy (s. v.) [c]'''2^p lesen mit dem Aruch.
Vgl. aber Low, Ptlanzennamen p. 202 (151), sonst neuhebr.
n'anp Rohr und n'a"*p eine Art Mohn. Am Rande des Bachtals
vertrocknet Schilf zuerst. — rcj] muss Ufer bedeuten, wie targ.
fja, fjV., syr. und christl. palästiu. p|;i, neuhebr. ?|3. — Syr. für a:
und wie AckerwLnde (?sS2'72n), welche wächst auf dem Vorsprung
(kc:"i:) des Bachtales (ahn). — Nach Gr. Syr. ist "«JcS anzunehmen,
aber auch Ti'n oder Z'O statt "'1:2 (Gr. //^'■^"'j?, Syr. pnr) zu schreiben.
Denn "üa hj passt nicht, wenngleich der Regen dem verdorrenden
Schilf aufhilft. — ^:>'^:] geht auf c\!DTip. Das Verbum bedeutet
Job. 6, 17 vertrocknen vom Wasser, nach u. St. aber auch von
376 Sir. 40, 1—11, 13.
der Pflanze. 8yr. stry, dagegen Gr. ix-iAr^asT^t, was schlecht
geraten ist.
17. ncn und 7]prj wie i/.£-/)[j,oa'jv/j und ydrA; 17, 22. Vgl.
betr. non zu 44, 1. — 8yr. : und die Taten der Kechtschaffenen
(w«n) sind in der Zeit (wi3?2) gesegnet, und die Taten der Ge-
rechten werden in p] wickelt bestehen. Gr. für a: //ipi? a>?
-afyaosiofoc £v suXo-i't'otic. Gr. las py:, Syr. schlecht pj?3, das er
aramäisch verstand. Beide Uebersetzer treten hier also als
selbständige Zeugen dem Hebr. gegenüber. Der Anklang an
V. 27 fällt dagegen nicht ins Gewicht (vgl. auch b mit v. 12),
vielmehr steht v. 17 a in diesem Wortlaut in gutem Gegensatz
zu V. 15. 1(). Gr. lässt mit Unrecht das " am Anfang aus. Er
hat ferner iv s'j/.oy'air wie 45,1. 46,11. Aber hier stand schwerlich
nr'cS, sondern wie v. 27 wohl nur n:~D; vgl. betr. des iv zu
21,6 und Zach. 8, 13 LXX. Uebrigeus hat Anton. 1129 hier
wie V. 27 nui' zulo-^h.;. Der Siim ist aber: die Frömmigkeit ist
Gedeihen (d. h. sie gedeiht) wie Eden (Jes. 51, 3). — p:nj Gr.
18. (Jr. füi' a (Syr. om.): Cw)] oiuTotpxou? i^yaTOu -j'Xuzav-
i>r^3£TC(i. Schon Grotius setzte hinter ^.oTapxouc (Sah. om.) ein xa-'
hinzu, das durch dix'fo-cpa erfordert ist. Lat. für b: et in ea
invenies thesaurum. — Vielleicht verstand Gr. wj-d^jxr^z als ver-
mögend. Er las aber wohl wie der Rand nnr, das diesen Sinn
haben kann; vgl. zu 8, 13. 10, 27. Dagegen fragt sichs, ob
Ep^axou wirklich auf TDti' zurückgeht, das übrigens unannehmbar
wäre. Man wird aber ein intransitives 'Q'0 im Sinne von ver-
dienen vermuten dürfen: vgl. das Hithpael Hagg. 1,6 und im
Neuhebr. (= Gewinn machen). Die Lesart iru^i l"''' ist aus v. 20
eingedrungen, Sriy inr hängt wohl mit nisrn ^Ti^ zusammen. —
DT:t^Dl] = und glücklicher als sie beide. Verschiedene Eigen-
schafts- und Verbalbegriffe sind hier und im Folgenden bei p
zu subintelligieren. Syr. und wer ihnen nahe kommt (sipna =
DrtTtyö?). — N*i*löJ verstehen Gr. Syr. mit Recht als Partizip. —
nn'D] das aram. Wort steht als Randlesart auch 41, 12 {nt^i^)
und 41, 14 für I2:\s.
19. Wie Hebr. hat auch Syr. 4 Stichen: Ehre («mai = ny:
Tj??) und Ansehen (Nip"*» = y^: nS''?) stellen auf einen Namen,
aber (besser) als beides, wer Weisheit findet. Ein Bau (WJS =
Sir. 40, 17— Jl. 377
otxooo|j.rJ uad eine Ptlauzung (xnZÄj) erneuern einen Namen, aber
(besser) als beides ein weises (Ambr. gutes) Weib. Durch das
Plus des Hebr. Syr. kommt eine Zehnzalil von Sätzen zu Stande,
die vielleicht vom Verfasser beabsichtigt war. Gleichwohl ist
das Plus zu verwerfen. Dass vom Namen zweimal geredet wird,
ist unpassend. Dabei erscheinen ciy iTay und cuf 'innc, sowie
yvi ^'7■' und V'^:) njit* als Varianten (s. u.). Formell passt n!2:n a^i^t:
zu yy) ih^ nicht. Namentlich aber darf von der Weislieit an die-
ser Stelle noch nicht die Rede sein. Jemand korrigierte indessen
ijflN n::i^ in nö:~ svi^s, weil er an der Glücldichpreisung des
Schatzfinders Anstoss nahm, und aus dieser Korrektur erwuchs
die ganze Wucherung. — Tj?'| Gr. verdeutlichend: xai otzooo;j.Yj
TToXsoic. Der Verf. denlvt zunächst wohl an die Städtegründungen
der griechischen Könige. — iTnr] vgl. 37, 26. Ex. 9, 16, sowie c'pn
Dt. 25,7. — nr^'] im A. T. der Wurf des Viehes, hier vermutlich
=: Nachkommenschaft. — y'\2:] geht wohl niclit auf Parkanlagen;
vgl. vielmehr zu 3, 9. — in^nc^] vgl. \r/ (?) Fs. 72, 17. — rp^'m nit*«]
Gr. -,'uvyj 7'[jLOj|i.o? Xoy'CcTai. Es las vielleicht ein schlechtes n^'w^nj
(vgl. 29, 6), in diesem Fall wäre a;xo>jxoc blosse Zutat. Indessen
könnte auch a|xoj[xoc für np'wt'm geraten sein (Syr. gut, Ambr.
weise), das wahrscheinlich, ., anhänglich, treu" bedeutet. Die
Liebe einer kinderlosen Frau soll mehr gelten, als der Fort-
bestand des Namens in Kindern. Allerdings legt Sirach auf den
Fortbestand des Namens den höchsten Wert, aber er will ihn
anders begründet wissen. Vgl. 41, 11 ff. 16, Iff'.
20. '\2tif) p] Gr. (oivoc -/.7.1 u-o'j^r/.a) las schlecht y^f (vgl.
35,3). Syr. nur: alter Wein (sp^ny Hi^r^; vgl. zu 34,25. — irV]
das Hifil nur hier; Gr. socppotivousiv, Syr. erfreut, — cnn nans]
Syr. die Freundschaft (Liebe) des Freundes (Liebenden); vgl.
Syr. zu 25,1. Schlecht Gr.: dYa-r^ai? socpi^c, was vielleicht spätere
Korrektur ist. Indessen könnte Gr. auch ein schlechtes cyn
gelesen haben; vgl. zu 25, 9. Uebrigens findet sich '■j.';d-r,'j<.:
(abgesehen von dem Fehler 48, 11) nur in den unechten Zusätzen.
— Vgl. 34, 27 f.
21. h'hfi] nach Gr. Syr. a-jÄoc.— hz:] Syr. j?mcs, (= sTTfoo-.a),
was Barhebr. als Flöte (^ü) erklärt; vgl. Payne- Smith s. v.
— y''^ l3nj?n] vgl. zu 50, 18. r'^f könnte hier übrigens = Musik
378 ^i""- ■^'^' 1— ii, In-
seln; (ti'. r/rjvooa-.v .jiXr,, Syr. sn«: pDr!3. — mi] Syr. s":!; (Jr.
r/jsry., was wohl durch r/i'jvouci'.v herbeigeführt ist.
22. Gr. für n: /'Xfyiv xal /a'/J.oc £-i!)u]xr|3i'. o o'il)a/v|xoc ao'j,
aber aou haben nur B S C (307 308), Lat. (Am. om.). Syr. ,
Schönheit und Anmut (sicitf^i «nr«-) ist die Lust («nj")) der Augen. I
DJ?31 'D"' sind beide unsicher; aber |n, für das Gr. öfter /api^ setzt,
stand nicht in der Hs. Beide Uebersetzer gaben ein eigen-
artiges yv 'T!:n' frei wieder. — 'nci'] der Plural, nicht im Kanon,
steht auch 43,21. Gr. /Xor,v (307 157 C 296 Sah. /Xor;); vgl.
zu 43, 21. Syr. die Halme. — ,Ti^'] Gr. ^-opo-j, aber Sah. des
Feldes (= d-j-poü?). — I.at. virides sationes, abei- Sang, viride
sationis. — Vgl. Matth. 6, 29.
23. [ym n'ojy] Gr. ('ft'Xoc -/7.1 sT7.r,ooc) scheint die Worte
umgestellt zu haben und Syr. (xn:m N^m) ihm gefolgt zu sein. —
i:nr r\\vh\] Gr. zk x^tpov 7.T:avT(«vTec, Syr.: werden in der Zeit
gesegnet (p2^2ri, lies nach 34, 22 pi'ipnj = sie kommen heran).
Das Verbum :ni ähnlich 3, 26. Uehrigens wird ;:nr nj?n mit Gr.
als Relativsatz und das Ganze als ein Exclamativsatz verstanden
werden müssen. — nS^tra ntJ's] vgl. 7,19. 25,8 und Prv. 19,14.
Syr. ein gutes (Ambr. weises) Weib; vgl. zu 25,8. Gr. -j-uvr,
liz-rj. ocvojio?; vgl. das arviAo^ousa der LXX zu Prv. 19, 14. Beide
Mal ist an ein Sdi!> = arab. J.3Cä (vgl. Gen. 48, 14) gedacht; '
vgl. aber auch Gr. zu 7, 19. 25, 8. — Vgl. 25, 1.
24. ^ lässt kaum eine andere Ergänzung als ^p'iU^ {= ?|n1a>
vgl. die Randlesarten 41, IS. 42, 3) zu. Bei cSlti^ würde die
Spitze von h erkennbar sein. — Gr. für a: cios//fo! xctt ^;i';r^\)t'.y.
zk xatpov (Anton. 723 iv v.'-nrjin) })h'']>z(o:. Nach ihm wohl Syr.:
Bruder und Helfer in der Zeit der Not. Aber Gr. meinte wohl:
Brüder sind auch eine Hülfe usw. Ich setze rpjzhsoi = ?]miyi na, ^
xat =: cj, und betrachte ßor(i}si7. als erklärenden Zusatz. Hehr.
= Bruder und Gefährte, die es auch sind in der Zeit der Not.
Es ist ein Exclamativsatz wie v. 23. — Vgl. Prv. 17, 17. —
253 23 S A C 307 157 106 k 155 296 308 p-js-cti. — Vgl.
Prv. 10,2. 11,4. 6. ,
25.. Gr. s-tsr/^ao'jai (Lat. est constitutio), Syr. c^ö^pa. Es 1
ist Raum für er:», nicht für cN'2''po, geschweige denn d"'T'OVO. — j
Neubauer vergleicht B. Pes. 119a, wo R. Eleazar sagt: iJlöö ni
vh:^ hy "iToyot^ liü h^. — fmnr: ni:};] ] nach Gr. ßouXr) £uoozi|x£i'-7.'.
Sir. 40, 22—28. 379
(41, 16), Lat. consilium beneplacitum, Syr. guter Rat. Letzterer
verstand das hebr. Wort mit Unrecht als Attribut. — Der Fehler
"i'uvrj nur in B* 55.
26. iSSir] ein Polel von h^: kommt sonst nicht vor, ist
aber unbedenklich. Gr. ay^joi^rjuai, wonach auch Syr. I'D"''!».
Vielleicht las Gr. ih-iT, was aber nur im schlechten Sinne zu
verstehen wäre. Freilich Ivönnte Gr. 7.v'j'!>. so gemeint haben,
gegen die jMeinung des Verfassers. Uebrigeus steht 31, 20 dem
7.v'j'{^a>y 'j^o/r^v beim Syr. „Freude des Herzeus" gegenüber. — rsT3]
Syr. nn'^ms, Gr. 'f oj^o), aber ausser B 23 (254 296 308) alle mit
Sah. Lat. iv 9o|i(o, 23 cpo|':ioc. — Er will sagen: die Gottesfurcht
ist das eine volllvommene Gut. Vgl. auch Ps. 34, 10. — ncj?]
Gr. SV auKo; vgl. zu 38,23. Der Sinn ist: neben ihr, zu ihr
hinzu. — Gr. i'dor;{)3t7.v, Syr. einen Helfer (iSr-yo); vgl. v. 24.
Vielleicht folgte Syr. dem Gr. hier wie dort. Zu y^^ü, das wohl in
der hebr. Hs. stand, vgl. 3,31. 36,29. — Syr. add.: die Furcht
Gottes über alles sich erhebt, ergreife sie, mein Sohn, und lass
sie nicht fahren, denn nichts ist ihr gleich. Vgl. zu 25, 11.
27. n:i2 pj;:] Gr. falsch verbindend: (u; Trapaosirro; s-Uo^iac,
Syr. ist in der Zeit gesegnet; vgl. zu v. 17. — Ti2: h^ j:i] Gr.
■Aal (jt:z[j -aac(v oo^otv, Syr. yn Sd p Sj?Sl. Man wird danach
b>?l lesen müssen. Der Rand hatte vielleicht hv '- (Jes. 4, 5).
— nncn] Syr. sie ist gelobt ('«n:niy;2), Gr. i/Ak'j<W^ cckov, aber so
nur B (C 155 308) Lat., die übrigen iy.dhrlzv 7.., Sah. sie wird
ihn bekleiden. — Es handelt sich wohl schon Jes. 4 um eine
sprüchwörtliclie Redensart. Grotius: Plus habet gloriae quam
qui regaliter vestiuntur.
28. \nKi "^n] Gr. CtoYjV i-7.'.Tr^7coK, Syr. wer dich bittet, nicht
halte ihn 7urück. Vielleicht lasen sie nSxtJ^. — Syr. für den
Rest: und (w Maus, om.) sei (= Mn) nicht gut zu töten, sondern
sei gut am Leben zu erhalten. — Lat, für a: tili in tempore
vitae tuae ne indigeas. Cod. 106 '°'"'^- u-m/zi^z für l-ai-fpt(M:^
aber Lat. hat indigere auch für i-ri.<-zh, und inopia für hzrdxr^ai^
(v. 30). — -ex:] vgl. zu 8, 7. Gr. 7.-of)7.ysrv. — ^Sircnio] Gr. r^
i-a\-vy. Ob (las Verbum diese Bedeutung hatte, steht dahin.
Ryssel bringt es mit nSoo zusammen: der sich auf der Land-
strasse umhertreibt. Vgl. rcinc?: Ps. 84, 11. — Reifmann (bei
380 Sir. 40,1-41, 13.
Cowley - Neubauer p. XXX) vergleicht Mibchar ha - peninim
Nro. 504 (= p. 62, 2' ed. Filipowski): i^in ah) ^zpr\ nr:^).
•i9. Vgl. Aboth de R. Nathan 25: TOn inSt^ hv nz'jf: S:
nV2 iti'n üh^v, ferner B. Beza 32 b: ]r\ 'h'ü'] c^n crs p'^n n^'h'Z'
121 J2 pSif'w j^-iiD^ti» \"3i rhv rh\i^)r: )n^a^ -dt inzn inSi^'S ncir?:. —
n-Jt^ö] Syr.: welcher hofft (n:c). Vgl. oben 37,4. — b = nicht
ist sein Leben zu rechnen als Leben. Gr. '■v>/. i'ciT'.v o l^-'oc 7.0-00
SV (s. z. 5,9) Xo-j-iati.«») C^v- '*^yi'--* niemand wird ihn rechnen, als
ob er lebte. — Nach Gr. (aXiayr^cjEi t7)v -I^o/r^v -xOtoO) und Syr.
(es hasst seine Seele) ist Syjo (abstr. = Beflecliung) zu schreiben.
^yjriK aram. = befleckt werden. Betr. vr:';'\ir2 s. z. 33, 13b. — Dass
Gr. Syr. W^} lasen, steht natürlich nicht fest. Es ist aber um
seiner selbst willen vorzuziehen. — Die Randlesart nsi 'aj-'eo wird
durch 36,24 empfohlen. Gr. willkürlich: h ioia;x7.3iv ct/./.o-rryio-.r,
Syr. gar: welcher liebt Begehrtes (oder: Begierden, KWJi). Die
Leckerbissen verunreinigen nicht, sofern sie geschenkt sind,
sondern sofern sie erbettelt sind. Das ergibt sich hier aus dem
Vorigen, übrigens ist deshalb 'i^*c: gesagt. Aber nSsit» ist Korrek-
tur. — In d wirkt das Subjekt aus c nach: und einem ver-
ständigen Manne sind sie Qual der Eingeweide. Ebenso Syr., j
wogegen Gr. av/^p ot i-tcrr/^aor/ (= ';iT vgl. zu 16, 25) X7.i -3-7.1-
öi'jixEvoc 9uX7;£-7'.. Dabei ist TiC' vielleicht mit 7:s7:7io3u;isvoc (vgl.
zu 7, 23) und 'soldzt-'y.'. doppelt übersetzt. — Vgl. auch 29, 28,
und betr. "ID' (= Züchtigung, Krankheit) vgl. 4, 17 und die
obige Talmudstelle.
30. u^''i6 ist aus v. 29 eingedrungen, Gr. Syr. (iv aToiiar-.) ^
lasen '^2. — u>z: 'v] vgl. Jes. 56, 11 und .tiy tJ'c: 6, 4. 19, 3. Gr.
dv7'.oo'3c, Syr. «--"i'!-. — p^Df2n] das Hifil wie 38,5. 49,1. Job. j
20, 12. Gr. -cX'j/7vi>r;32-ai, Syr. ccnn. — ^a 122 nyrn] = Gr. -uo
(Syroh. 70 praem. ojc) xctr^atiai, dagegen Syr. wie ein brennendem
Feuer = Rand. ■ Vgl. Jer. 20, 9.
41, 1. r\)^h m] h wie Ez. 13, 18 mit nachfolgender Anrede.
Gr. Vi »>7'v7.T£, Syr. Kmo s\ — "i:"] nach Gr. to ;xv/);xo3uvov aou. —
Syr. nur: wie böse bist du. — ^''üh] Syr. dem reichen Manne.
— )r\y)2ü hv ispi^j wie 44, 6 bedeutet toidö hier die Wohnstätte.
Gr. frei: £tY>r/./£'jovi' (44,6) iv -oTc u-7p-/oüatv au-oO (Syroh. 23 S i
307 254 V a'jT(o). Danach Syr.: welcher sitzt auf seinem Gelde
Sir. 40, 29-41, 4. 381
(M1DD3). Aber nJirc heisst doch.- wohl mir (fester) Platz. — Thu>]
wolil = Gr. 7.-3[y'.a-7':iT(o: dag. Syr. stark (pi^'j;). — h'22] Syr. in aller
Zeit (vgl. V. 2j. — J'uynJ = Syj-. Kp'Jcr, Gr. xpocpr// (leg. xpu'-pr^v;
vgl. zu 11, 27 und zu 37, 20). — 'n bzp] wie 34,3.
2. moS nsn] die Konstruktion wie v. 1 Gr. o> Davits, Syr. sniD IK.
— ^2] Syr. Ko, Gr. om., aber Syroh. 253 8*=^ Sah. «bc. Es ist wohl no
herzustellen. — ']y)n 2"^] pn wie 14, 12 = Beschluss. Gr. v.r/lhv (s. z.
3U, Iß) -0 y.f.t';x7. (s. z. 38,22) 3o'j. Syr. nur: njs Ttt>2. — cjjs' •^'\sV| es
ist wolil D"":?« zu sprechen (wie Cüj, cjjy u. a.j; vgl. syr. xroiS
(Trauer), aber auch syr. xnj:x (Seufzen), aram. «mrjs, neuhebr.
nr:x (Traurigkeit), und übrigens pisnn im Kanon. Dagegen wäre
c'Jlx nach IIos. 9, 4 zu erklären. Gr. ayOpty-oj 3-to3o;xsvto, Syr.
wohl frei : dem Manne, der zerbrochen ist. — novy iDm] vgl. 46, 9.
Syr. unerklärlich: und dem die Seele mangelt {'^z: Tcm; s. z. d).
— hu^)^ ti>\s] h^')2 hier und 42, 8 in der Bedeutung alt (neuhebr.
=: schwach, krank, arm). Allerdings spielt hier die Grund-
bedeutung „stolpernd" noch hinein (vgl. zu 30, 21). Gr. iayj.-6'(r^rjoi
(Agl. zu 42, 8), Syr. is'2D sn2i — S:z ii*pir<] vgl. zu 9, 5. Syr.
welcher anstösst (bpnna) in aller Zeit (vgl. zu v. 1), Gr. frei: -/.al
■üspia-cufxsvw (vgl. d-zrjia-da-o) v. 1) -zrA TravTcuv. — 2"iD] Syr. wohl
ratend: und ermangelnd (yüni) des Geldes (w:0!2, aber w Maus.
Mas. I iiiVir:. = der Nahrung). Wie der Rand scheint er kein
blosses 2*iC gelesen zu haben, und ich habe früher nach der
Randlesart nsn?:,! ccs kombiniert (15^) ^zc ccx; vgl. 27,21 Syr.
xn;D pDc = d-r^/.-iJsv. Dabei könnte nsnan schlechte Erklärung
von 1:0 sein. Indessen wird 2-^0 durch Gr. dizziDryjv-i empfohlen,
vielleicht bedeutet das Wort hier anders als Ez. 2, 6 (vgl. oben
4,25) „missmutig". — mpn (11,12) i3KiJ Gr. xal d-oXfoXsxoTi
u-ojxovr^v (vgl. 16, 22). Der Ausdruck steht hier neutral (vgl. zu
17,24) wie Ez. 37, 11, anders 2, 14. Syr. und nicht ist Kraft
zu arbeiten (nhzf^h ühTi n^h)}. Vielleicht ist er dabei durch nnT; iDü
geleitet, r\)pn i2ü verstand er auch 2, 14. 17, 24 nicht.
3. 'Y'^] vgl. 38,22. — 'pvl nl. in der Hölle, oder: in
diesem Schicksal. — Gr. frei und abschwächend: ;xrj £uXa[:iou
xf/ijxa (v. 2) i)7vd-ou, \iyf^adr^-i TrpoTspwv aou xal ia/dttuv.
4. phn ,T] vgl. Job. 20, 29. 27, 13. Gr. Tr.CiTo (248 70 add.
YJ.rj) to x,ota7. Vielleicht las er ein schlechtes pin. — 248 70 in
der Wortstellung des Hebr. TraV^, w-pxi rcapd -/.urAou, — Syr. für a:
382 Sir. 40, 1-41, 13.
denn «las ist das Ende aller ]\reaschenkinder (aber Ambr. :
Fleischeskindei'; vor Gott. — Syr. om. b- d. - mina DKcn] TJr.
7.-7.v7.''vT, (LXX) iv £'»>zi</.. nTiH- ist falsch. Es handelt sich um
die Bestimmung des Todestermins für den Einzelnen, die nicht
als rrnn bezeicimet sein kann. Am nächsten liegt es, fflyi? (im
Sinnne von arbitriuni) zu lesen. — In c drückt Gr. das h {= was
betrifft, Ew. ^ 310a) durch dreimaliges zha aus, übrigens kehrt
er die IJeiheufolge der Zahlen um. — Auch in d ändert er die
Wortfolge und zugleich die Konstruktion: o-j/. ectiv iv aoou zhz-[<xh:
Iwr,:. Der Sinn ist: in der Hölle, wo sie alle tot sind, kann
keiner dem anderen die Kürze seines Lebens vorhalten und damit
gegen ihn grosstun.
5. Der ingiimmige Zorn der hier folgenden Apostrophe
hat einen zeitgeschichtlichen Hintergrund. Es handelt sich dabei
z. T. gewiss auch um Abfall von der väterlichen Religion (vgl.
V. 8 mit 49, 4). Dabei scheint Sirach aber besonders die hohe-
priesterliche Familie im Auge zu haben (s. z. v. 6). — Syr.:
ein verachteter Same ist die Nachkommenschaft (xmSin) der
Frevler (sS'y, w Maus. Mas. I der Sünder, S'wn), und ein Stamm
(sriiK'), wehe ihm, ist die Nachkommenschaft (sm'^in) der Sünder
(w Maus. Mas. I der Frevler). — cj?") "isn Dsa: p] Gr. xr/vo:
''^otl'jrA (nur B [iothyz-d] -{iwzTrtx -iy:jo. <xao!f>tojXwv (12, 6). Für IZT
liegt die von mir vorgeschlagene Aenderung Tn (A^gl. Ex. 27,21.
40, 15 u. ö.) nahe (doch s. u.). — Gr. für b: xal auvavaaTf>£C50|jLöV7.
-arjoiyXrxi: 7.3s['iwv. Er setzt Trctpoi/.ta für ü'"\':^ (16, 8), wovon im
: des Hehr, eine Spur erhalten ist. Dagegen geht auvavasTps'foasva
vielleicht auf eine Lesart :hnü zui'ück. Syr. zerlegte h^)ü, das
viel zu schwach ist, in h •'is und dahinter sah er ein Wort für
Nachkommen. Nun heissen cnj sonst die Jungen von Tieren,
aber es ist nicht verwunderlich, Avenn der Verf. diesen Ausdruck
hier gebrauchte. Ich w^age danach herzustellen: mj nrh 'is izi)
ytri. Die Raumverhältnisse passen dazu. Wahrscheinlich steckt
dann auch in nan ein Wort, das tierische Nachkommenschaft
bedeutet. Arabisch bedeutet ^j und ^j den Bienenschw^arm
und den Hornissensch warm, letzteres aber auch junge Heuschrecken.
Auch im Syrischen hat k",i;t allgemeinere Bedeutung.
Sir. 41, 5— y. 383
fi. Gr. für a: tizvcov aijL7.,OTa)/.(ov r/.TJjLzX-nx yj:r^[ir,'/rt\vsj.^ Syr.
von dem frevelhaften (sSij?) Sohne geht verloren (n2S3) die Herr-
schaft (wa'^'itJ'). Syr. verkannte den Stat. constr. in '^•y pa, Gr. hat
vielleicht nrSöö frei übei'setzt. Im Hebr. fehlt ein Verbum. Man
darf aber das sinnlose virr'^s.'s wolil ändern in >^[pjn [njSti'oc;
vgl. 1 Sam. 15,28. 28,17. 1 Reg. 11, 12. 13. 31. 14,8. 2 Reg.
17,21. Allci-diug-s steht an allen diesen Stellen nii'Ht^. Syr.
wird bezüglich des Verbums dem Gr. gefolgt sein. — Gr. für
b : X7.1 [xsTa TO'j a-i^oavTOc rjSjxwj ivosAs/ici (248 70 -/''^-O ''jvs'.oo;
(Lat. assiduitas opprobrii). Syr. und bei seinem Samen wohnt
der Mangel {^ai^LTi "»aj;:). In der Wortstellung weichen beide
Uebersetzer vom Hebr. ab. Aber am Anfang stand im Hebr. wahr-
scheinlich itn oder i^'^-i (vgl. 18, ?)'2 u. ö. und die Randlesart),
das 37, 9 vom Syr. mit Schande übersetzt wird. Es fragt sich
daher, ob w^Din = '^'n, oder ob es Fehler für snmn ist (vgl. zu
34, 31). Am Schluss stand vermutlich ^^!:n (vgl. Gr. Syr. zu
37, 12). — Vgl. 1 Sam. 2, 36. Die Beispiele des Hauses Davids
und des Hauses Elis, das ihrem Hause vorausging, mögen die
griechenfreundlichen Sadokiden sich merken I
7. -h'' rip"] Gr. abschwächend: (xsa-LcTrzi tizvct, Syr. erweiternd:
seine rechtschaftenen Söhne verfluchen ihn. — Gr. für b: Zv. o-.'
a-jtov ov3io'.3tir(3ovt7.'.. Aber Syr.: weil seinetwegen sie wurden
Verachtete in der Welt. Vielleicht stand in seiner Vorlage
ein cSiy^.
8. Gr. für a: oual \j\vy avops; aasjieic. Aber Syr. {\'7h ""l
vsS'y S'^ixS) las schwerlich c:S, das auch im Hebr. nicht auf "1«
folgte, sondern eher D'^yn D"'ii^:K'7. Vgl. z. B. 6, 1 und betr. S zu
V. 1. — Syr. om. b. — Gr.: oitivsc SYxatcXinsTS vo;xov Oso-j u-i/t'citou
(155 u-i^iSTou Oso'j, 248 S om. iJsou, Anton. 777 om. O'^iaTou). Der
Raum reicht für |?Sy m:n ^y^r^; vgl. 49,4 und zu 7,9.
9. Der 1. Stichus des Hebr. wird im Syr. umschi-ieben :
welchen Krankheit (xivn = pDS) anhaftet bis zum Tage ihres
Todes. Im Gr. ist er nur erhalten in Co. (248) 70 und bei
Anton. 777: iav 7«^ -X-/)i}uvi>7,-s (Anton. z:/.-/;i>uv/;-:£; vgl. zu 16,2)
cic aTTojÄsiav. Dass er im Gr. aber ursprünglich ist, deutet xai
(Syroh. 253 23 om.) vor sav ^{ZYn^\ir-.z an. Mit dem 1. Stichus
des Hebr. ist aber auch der 3. als ursprünglich gesichert, da der
4, für sich nicht bestehen kann. — Für ncn spricht -X-zjOuv&rjTs
384 Sir. 40, 1—41, 13. 41, 14—42, 14.
(16, 2): betr. pDS = otTroUs-.^ vgl. zu 38, LS.—- n^ Vj vgl. z.B.
2 Reg. 10, 24. Jer. 18, 21. — nmah irSin üüi\ d1. über den
vorzeitigen Tod. Gr. xotl sav '^^■'^vr^\}r^T^ sie y.y-y.^j'y:/ 7ivv/)i)V-ci33i)3.
Er setzt das Verbum schlecht ins Passivuni um und hat xax7'f;av
aus dem 4. Stichus vorweggenommen. — Gr. lässt den 3. Stichus
aus, Syr. zieht ihn, vielleicht in halbem Anschluss an Gr., mit
dem 2. zusammen: ein Weib gebiert (= nSn es) zur Freude
ihres Volkes (= cy nnn^'h?). Zu ehr; vgl. z. B. l's. 5, 12. Jer.
20, 11. — rhbpb] Gr. auch hier erweiternd: zk xata^o^-v |xsf»i-
ai>-/;3s3()£. — Der Stichus fehlt in 253 70. Syr. hat: wenn stirbt
der gottlose Vater, seine rechtschaffenen Söhne trauern nicht
über ihn. Das ist aber vielleicht Variante zu 7 a.
10. Syr. om. a. — des ha Dcso h2\ vgl. zu 40, 11. Gr.
nach 40, 11: -dv-a osa sx 7-?^ sie yr^v. Zur Variante D"'iW vgl.
Prv. 11, 7. — ?]:n] Gr. aasCisT^. — inn ha inna] Gr. willkürlich:
7.-0 y.a-drjrj.; ^.l: dm!Azf.(/y.. Danach Syr. für b: der Gottlose näm-
lich, sein Ende ist zum Untergang.
11. Syr. om. a. — '^nn] Gr. tsvÖo;, als ob er '^is gelesen
hätte. Dann wäre 2 = die Totenklage geschieht an. Aber Sin
passt besser zu b. — eis] Gr. dv&f/to-ojv. Vielleicht las er 'i;
eis (Rand), was cn'^m erfordern würde. — S^' 307 155 Sah. Lat.
aw<jL7.~t. — m:" ah non q^ -[s] Syr. und der Name der Gutes
Tuenden wird nicht vergessen (Nj?t!DJ vgl. 39, 9, aber w «aynj
= wird nicht vertilgt) in Ewigkeit. Die ursprüngliche Lesart
des Gr. haben S '^'^ und der Armenier: ovotxa ol d-^ai}hv oüx Ic/j.-
Xzus>br^(sz~oLu Zu den Varianten des Griechen vgl. die Einleitung
§ 7. — Zu ncn vgl. 44, 1. — Vgl. Jes. 56, 5.
12. nrtö] Gr. cppovtiaov (LXX) =: Syr. ^^a. — r.zpi ovo|j.aToc
(S''' add. x7.Xoü), Lat. de bono nomine. — "['i'?'] vgl. Koh. 8, 15.
Gr. aoi oi7jjL£vsT. — man nrais ''shar:] betr. der Verwechslung von
na:;n und mar? vgl. zu 1, 17, und betr. na'D zu 40, 18. Syr.:
mehr als tausende von Schätzen des Unrechts (oder des Truges,
anyi). Aber von ungerechtem Gut darf hier nicht die Rede sein.
Gr. r, (vgl. zu 20, 2) yCkioi ixsYaXoi i>rj37upot ypustou. 248 253 23
stellen [xsYctXoi hinter ^r^37upo'', 106 om. ^iz-^dlo:, Anton. 1129 om.
ypuaiou. Lat. quam mille thesauri pretiosi (et) magni. Vielleicht
ist [xsYaXoi unecht oder Zutat des Uebersetzers (25, 22), xpusio'j
wahrscheinlich freie Wiedergabe von man (s. z. 7, 19). — Vgl.
Sir. 41, 10—16. 385
Prv. 22, 1. — Syr. fährt fort: weil es (d. li. das Unrecht?)
bricht (Sbsö) Gaben (Kn:mö, lies «nsi^s = Eide) und Bündnisse.
Das ist = V. 19b (s. d.). Im Syr. fehlen also v. 13—18.
13. 'n zrc und ek' rrtSi sind wolil Korrekturen, die den
Fehler ''ö'' "n für ''D'' ü'^Tt voraussetzen. — Gr. 7.77.1)7,? C«>9j? dpi^p-o?
Tjixsptov xott ayadov ovotj-a si? tov ctttöva oiatxsvcT. Er kehrte die drei
ersten Wortpaare um, den Schluss übersetzte er frei. Ob er
mit R n't:' -icce las, ist zweifelhaft: auf alle Fälle verdient 'c'
izDü den Vorzug (s. z. 37^ 25). — Vgl. zu 37, 26.
XVin. 41, 14 — 42, 14.
Eine Aufzählung der Moralpflichten unter dem Gesichts-
punkt der wahren (41, 14a. 16—42, 1 d) und der falschen
(42, le— 8j Scham. Die Aufzählung erfolgt in 10 bezw. 8
Distichen, die von 2 bezw. 1 Distichon eingeleitet und von je
einem Distichon abgeschlossen werden. Betr. v. 14b c 15 s. u.
Vgl. übrigens 4, 20 ff. Hieran schliesst sich in 10 (= 4. | 2.
2. 2) Distichen eine Mahnung zur Strenge in der Behandlung
erwachsener Töchter (42, 9 — 14).
14 b c. 15. Hebr. stellt diese vier Stichen, die sich auch
20, 30. 31 finden, mit Recht vor v. 14a. An sich ist die Wieder-
holung nicht auffällig, aber dass Gr. die Stichen an falscher Stelle
hat und vermutlich auch fand (s. z. v. 16), erweckt den Verdacht,
dass sie ursprünglich am Rande nachgetragen wareu. Im Gr.
fehlt oi hinter aocpia in 248 70 S''' k Sah. — inD'iö nr.Ki] das
Hofal von ino ist sonst nicht belegt: betr. niniüo vgl. zu 39,19.
Gewöhnlich steht im Hebräer das Kifal. Betr. nn^D vgl. zu 40, 18.
Gr. ^aoi'jrjh; 7.97.vr,?. — rhv)n] vgl. zu 30, 23. — yz'jr2] vgl. 4,23
gegen iNrais. — Vgl. Buxtorf s. v. n^n (aus Mibchar ha-peninim)
)i^f2 |''K''i"i?2 |^s"^> ])r2'cf22 n; iDr sSti» nc:n S:. Vgl. auchMatth. 13,52.
14a. 16. Die hebräische Ueberschrift fehlt in den Ueber-
setzungen. — niJ^n iDloj Gr. -atosiav sv £ipVjv-(,. Entweder ist zu
schreiben cv ato/uvTj, oder Gr. verlas nti^; in iSif';. — "yiaiJ'] Gr.
aw-r^rJr^aoi-t = «nöti^. Hebr. ist durch 23, 7. 16, 24 empfohlen,
zum Gr. vgl. v. 16. — lo^:mJ Gr. Toqapoüv iv-^'i-r-.z. Hier ist
xoqapoov wohl ein Flickwort, das das Eindringen von v. 14b c 15
voraussetzt. — ^'£Z^^ bv] d. h. nach meiner Lehrweise. Vgl. zu
Smend, Sirach-Kommentar. ^^
386 Sir. 41, 14-42, 14.
18, 29. Gr. im ttj) pV)[xaTt (leg. y.[j(\x>y.T(?) [xou. — nHi] vgl. zu 15,9.
— "in23 dSdh ^3 ah)] Gr. xal 06 ravxa iraaiv sv irtöTet (S* Traatöi,
70 Sah. Travxi') EüSoxitj-eixai (40, 25). Er verstand nSsn falsch, las
aber dahinter noch nasn, das nach v. 42, 1. 8 (Gr. dort beide
Mal dXr^Oivai?) einzuschalten ist.
17. tt>l3] Gr. aiayovzaih; vgl. aber den Singular v. 19. 22.
42, 1. 8. — Für mj* (= Gr. iropvsta) setzt R mo; vgl. zu 19, 2.
— Ilfl N''tt*Jö] nach Gr. X7.i 7.-0 rjYoojxsvou xal öuvaSTou (s. z. 10,3).
Gemeint ist zunächst wohl die Lüge vor Gericht.
18. 19 a. nn3:i |nKo] bezieht sich auf die heidnischen Könige
und Königinnen, in deren Dienst die jüdischen Aristokraten in
Aegypten und vielleicht auch in Syrien standen. Wegen rr\22
möchte man an Pagendienst am Hofe denken (vgl. 23, 14). Gr.
schlecht aTTo (248 praem. xai') -/.[azoo (po?) x7.l äp/ovxoc. — y^ by\
Gr. Tcspt TzXr^ii^izkda:. Er gebraucht wie LXX das Wort in
recht schlimmer Bedeutung; vgl. 10, 7. 38, 10. 49, 4 und 26, 11
Syr. — Betr. ^rwü vgl. zu 40, 24. — lun mpo^ii] vgl. 42, 11.
Gr. xat dizo TOTTou ou TTapoixEic; vgl. zu 21, 28. — Für das un-
verständliche 1) hv hat der Rand n^ '75; oder T hv- Ein ari
(Uebermut) findet sich im Liber Adami (ed. Norberg). Gr. Tspl
xXoTTTjC, was geraten ist. S wohl korrigierend ttXoxt,? (Betrug),
das zur Not freilich auf "i* zurückgehen könnte.
19 bc. Gr. für b offenbar schlecht: xal (248 70 Lat. om.)
ocTTÖ dXribtiag ösou xal oiaör^xr^c. Er verlas nSs in rvhü. Da rhu
nnai hier Vertrag bedeuten muss (vgl. Gen. 26, 28. Ez. 17, 13 ff.),
so handelt es sich um die Verletzung der vertragsmässigen Ver-
pflichtung bezw. um den Rücktritt von ihr (Lev. 5, 4. Ps. 15,4).
Dazu passt das Piel von njti'; vgl. Prv. 31,5. Dan. 3, 28 und
bes. Ps. 89, 35, wo nn3 im parallelen Stichus steht. Syr. (vgl.
zu V. 12) kann nju^ mit Stsa übersetzt haben. Ob dkr^bz(a; ver-
derbt ist oder auf ein aus n'Ul^' entstelltes nos zurückgeht, steht
dahin. — Syr. om. c. Gr. xal (307 A k 296 Lat. om.) a^o
TTTj^so)? d^xÄvo? eil' apToi? (B 155 dpTou?). LXX setzt tt^cvuixi öfter
für iTtOJ und nisn, vou dem hier ein abstraktes msD (eigentl. ein
Infinitiv) vorliegt. Uebrigens versteht Gr. wohl: den Ellbogen
beim Mahl aufzustemmen, d. h. zu Tisch zu liegen, was in der
Tat der Sinn des Hebr. ist; vgl. zu 9, 9. Betr. S'-ifX vgl. Jer.
38, 12. Ez. 13, 18. 41, 8 (?), und betr. cn'? hv zu 34, 23. — Die
Sir. 41, 17— 20b. 387
beiden Stichen passen inhaltlich nicht gut zu einander^ aber das
ist bei einer solchen Aufzählung nicht befremdlich.
19 d. 21 ab. 20a. Bickell stellte schon früher 20ab hinter
21a; so lesen im Hebr. Text und Eaud. — Syr. hat von allem
weiteren bis 42, 8 incl. nur v. 20a in der Paraphrase: jeder,
welchen sie grüssen, und er schweigt, der ist ein grosser Räuber.
Den Gruss, den du ihm gibst, gibt er dir nicht zurück. Das
Pfand, das du ihm gibst, wie sollte er dir das zurückgeben?
Vielleicht ist dabei ein Missverständnis von v. 21a im Spiel. —
Gr. für 19 d: d-o (106 k 157 A C 55 254 155 308 Lat. praem.
xat') axopaxiaaou Ir^'btio: xcd ooaso)?. Er verstand J?3iaa (lies V)}t2^)
gegen den Zusammenhang von der Verweigerung der Annahme
(statt des Gebens) und setzte willkürlich xa-' hinzu (vgl. zu 21b).
Vielleicht las er statt nSsti^ (vgl. die Variante zu 22 d) nsiti^ (vgl.
zu 42, 7). Doch könnte er auch das erstere frei mit Xr^'j^ic über-
setzt haben. Die Umstellung fällt ihm vielleicht nicht zur Last
(70 Lat. öoasoj? xott Xr/Lsw^). — ''CX Ziyno] Gr. X7.'. 7-0 airoatpocpTiC
■üpfjatuTTou (vgl. zu 18, 24). Im Kanon ist ccx für CJC selten,
namentlich findet sich dort n''JD y'^n, als Aramaismus erscheint
deshalb v;k (vgl. 18, 24 Syr.), aus dem der Fehler ^2 yü^n (vgl.
zu 13, 6) entstand. — "jj?")] Gr. richtig deutend: au-cYsvo'Js. — Lat.
add. ne avertas faciem a proximo tuo. — n'2{:>no] nach Gr. d-o
(106 157 Lat. praem. xat) dcpaipsaeto? (LXX). — niö mpSno] hier ist
nipSna nach 42, 3 = Verteilung. Es handelt sich wohl um die
Verteilung von Opferfleisch an die Armen (vgl. phn 2 Sam. 6,19),
und JT'nB'nV weist darauf hin, dass die alte Sitte damals in Ab-
gang kam; vgl. oben 7, 32. Wahrscheinlich stehtauch das sofort
folgende Grüssen damit in Beziehung (4, 8. 1 Sam. 25, 5). Gr.
[i,£pi8oc xat (vgl. zu 19 d) ooc£(uc. Danach run» anzunehmen ist
mindestens voreilig. Vgl. zu n^c 1 Sam. 1, 4. 5. 9, 23 u. ö. —
ü)hu^ ''hiO^ß] vgl. 6, 5. xat (Lat. om.) d-üo da-aCojxsvtov (248 k
-]JL£V0U).
20b. 21c. 22 ab. m* nu^« ^K a^na] nach Gr. dizh (307 106
157 A C 155 296 praem. xat) opa'cjsto? yuvatxo? sxaipa? (vgl. zu
9, 3). — Hebr. lässt 21c 22a mit Unrecht aus. Gr. xat (Syi'oh.
253 A C 254 Lat. om.) d-ö xatavor^as«); ^uvatxö? u-dvopou ist
wohl = rh)V22 pi3n,-iöT oder Sj?a rh)y22; vgl. zu 9, 5. 9. Hebr.
las wohl von piannai m* auf iaaipnnai myj über. Das 22 a zu ver-
388 Sir. 41, 14-42, 14.
mutende myj bedeutet nach Gr. (TraiotV/r^c aotoü) hier die Sklavin.
Aber statt ctuxou, das Kückbeziehung auf ein hv2 andeuten könnte,
lesen 70 Syroh. 253 157 k 55 296 308 Anton. 1153 a-kr,?,
248 lässt es aus. Nacli Hebr. ist aüxoö bezw. «uttjC unecht oder
Zutat des Uebersetzers, und nach b scheint es sich um eine Sklavin
im eigenen Hause zu handeln, wenn, wie man zunächst annehmen
muss, e-l r/jv xoi--/;v «utt;? im Wortsinne zu verstehen ist. Der
Umgang mit jeder Sklavin im Hause war nach der Erzväter-
geschichte schon im Altertum dem Manne nicht ohne Aveiteres
erlaubt. Indessen darf hier die Jungfrau nicht fehlen; vgl. 9, 5 und
mj?i 30, 20. Dt. 22, 18. Welches hebräische Wort hinter dr.b (106
157 Lat. praem. xai) Trsptsp-ceia? (253 S'^'' 307 155 157 TrepispYaatV.c
vgl. 3,23) steckt, ist unklar. Aeth. versteht: verführen. Man könnte
an pi^y (Jes. 23, 12) denken, das Gr. als püv verstand. Syroh. Nminüfo
(Anschauen), nach dem Vorigen. Vgl. auch Symmachus zu 2 Sam.
11,3. Uebrigens lesen 248 70 S-* y.otl k</'.oi3z-/j?. Vielleicht ist
vorher ein Synonymum ausgefallen, aber dann lag eine Hendiadys
vor. — n2:i:'ö hv coipnnc"] nach Gr. xal jxtj sTria-qj? sttI xr^v xoir/;v
(40,5) auxr^c (296 308 otüxoo).
22 cd. snisa] Gr. d~o 'iiXtov (Co. 55 254 Anton. 1153 'flou).
— nenn (R 121) ^-üi hv] vgl. 34,31 {12% Gr. -äspl Xo^wv (aber
70 307 106 k 157 SAG 155 296 308 Sah. Xr>,'Oü) ovöiouixor; ;
vgl. zu 22, 22. Uebrigens erscheint non kaum als ursprünglicher
gegenüber dem bei Sirach gewöhnlichen nein. — rhü^] ist richtig
erklärende Glosse. Vgl. 18, 15 ff.
42, lab cd. 248 praem. xai. — nutä'cj vgl. Prv. 17,9,
übrigens zu 44,15. Gr. d-o os'jxspojsswc; vgl. 19,7. — j^oiiTi I3n]
Gr. xal (70 Lat. om.) Xo-^ou (70 157 add. xai') axor^; vgl. 43, 24
und betr. xai zu 19 d. — rpnü)] vgl. 6,9. Gr. xal (Lat. om.) d-h
a-oxaXu'}E(jüv, aber ausser B (55) 254 (308) alle a-oxaXu^Lstuc. —
n:iV TO h2] vgl. 8, 17. Gr. Xo^wv xpucpitov. Vgl. 22, 22. 27, 16 ff.
— u^)2] als Adjektivum nur hier und 35, 10. Gr. ata/uvx-/jpo? (auch
26,15). — ^rx?2] Gr. i'vavti; vgl. zu 7,33. — ^n] vgl. 42,8. Gr.
dvÖptüTIOU.
lef. Die 8 Distichen gruppieren sich hier nicht so deut-
lich zu Verspaaren wie vorher. Vielleicht standen aber auch
hier ursprünglich 10 Disticha. — ^k] Gr. om. — «am] ist nach
xou ajjLapxa'vstv in Sün'? («ön'2 oder KpnS) zu ändern.
Sir. 41, 22 c— 42, 5 a. 389
2. pim] =: Gr. xal oiaör^x-/;;; vgl. zu 14^12. Gemeint ist
die Veiiäugnung der väterlichen Religion vor den Griechen. —
pnifö hvi] Gr. y.al r.zrA xpiij-a-oc = aoK'o hv) (R). — Die richterliche
Fuüktion der Schüler wird als selbstverständlich vorausgesetzt
(vgl. V. 8).
o. mKT I2)n ]i3ti'n hv] = Gr. Tuspl Xo^ou (vgl. zu 27, 4)
xoivfovou (70 S C Lat. -vöiv, vgl. zu 6, 10) xal oooi-opwv (307 -Ttopou,
vgl. 26, 12). pnii'n bedeutet auch hier die Ausforschung (vgl. zu
27, 4). Es ist falsche Vornehmheit, einen Reisegefährten und
einen einkehrenden Gast nicht auszufragen, wer er sei. — nn'n] ist
neuhebräisch, Sirach schreibt sonst "i3n ((3, 10. 37, 6). — Betr. ^n)U^
vgl. zu 40, 24, betr. des Zakef zu 38, 17. — n)phnr2 hy^] wird
denselben Sinn haben wie 41,21. Gr. ungenau: X7.i (307 106 k
157 B* A 155 296 308 om.) -spl ooascoc. — m rhm] Gr. wohl
frei erklärend: xXr^povofjiiac (70 k praem. xai) s-aipwv (Syroh. 253
23 70 307 106 SAG 155 kipaiv). Er dachte bei itaipo^v wohl
an die Erben. Indessen handelt es sich bei ^^ (vgl. zu 13,5)
vielleicht noch um andere Güter, zu deren Verteilung man auf-
gerufen werden kann. Man soll sich diesen Geschäften nicht
entziehen, wenn man auch meistens Verdruss davon hat.
4a. pn^ hv] Gr. Trspl (248 xat) axpißsiac. Wahrscheinlich
liegt der Infinitiv eines Verbums vor, das mit pnu^ Jes. 40, 15
(LXX poTTTj) zusammenhängt. Eigentl. abreiben, dann ins Gleich-
gewicht bringen. Man soll die Wage, Gewichte und Masse des
Kaufmanns prüfen. Das meint auch wohl Gr. mit axpt'ßsia (vgl.
zu 46, 15). — Im Gr. fehlt: psi nc\s mnan hvi (die Randlesart
kommt nicht in Betracht). Neuhebr. bedeutet nnon die Gewichte
prüfen, {nmifi = erprobt). Danach wird nipian oder vielleicht
mnan zu schreiben sein. Die Grundbedeutung ist auch hier
vielleicht abwischen. Indessen vergleicht Nöldeke ^jc^^a (prüfen),
das ebenso wie ya.^^ (schlagen) aram. zu j^nö geworden wäre.
4b. 5a. rijpa hv] hier = wegen des Kaufens (vgl. Jer.
32, 1 1 ff.). Gr. TTspl xrr^aswc, ausser B (23 55 k 307) schicken alle xat
vorauf. Die Variante pstiTi ist wertlos, sie gehört wenigstens nicht
hierher. — aj?»'? m p] d. h. das eine Mal viel, das andere Mal
wenig; vgl. Num. 26, 56. Gr. ttoXXojv xal oXi^aiv. — Tnaa hv)]
Gr. Trspl doiacpopou, aber die meisten Zeugen haben oiacpopou, auf
das auch hier Lat. (de corruptione = Sia<pi>opac) hinweist. Vgl. zu
390 '5"- 41, 14-42, 14.
7, 18. Nach den ParallelsteUen sah Gr. hier ein Wort wie Tna.
Man wird danach "l''^^:n oder i-toh im Sinne von abschätzen,
Abschätzung, annehmen müssen. — i:r "coo] betr. i:oo vgl. 37, 11.
Aram. und neuhebr. ist i^n; vgl. zu 37, 11. Im Unterschiede
von imc, das eigentlich den Hausierer bedeutet, ist "i:n wohl der
Krämer. Gr. zpaaeo)? xott itx-opojy (C ifiiropou), aber y.ox findet
sich nur in B (55 308) und Lat.
5b c fehlen im Hebr. Dass er sie ursprünglich las, be-
weist die Variante imo {=- rsnoziaz) zu 5 a. — -Xeupav ai}i.a;ot'.]
vgl. zu 30, 12, wonach auch wohl hier stand "Jno yps.
6. Die Konstruktion wird hier geändei't, was dadurch er-
leichtert ist, dass schon vorher von häuslichen Dingen die Rede
war. Dabei erscheinen v. 6. 7 fast wie eine Parenthese, v. 8
schliesst sich formell an v. 1 — 5 an. — rfj?"i] == Gr. TovTjpa. Die
Variante na'ca (e^ea aram. ^ töricht, schlecht; vgl. Ps. 119, 70)
kommt deshalb nicht in Betracht. — c:n: cmn] das in der Rand-
lesart fehlende DDn wird übrigens durch die Interpunktion ver-
dächtigt. Gr. hat freilich xaXov acppa-i-tc, und 22, 27 steht d'^pa-j-ioa
itavo'jpYov. Aber letztere Stelle (s. d.) dient nicht zur Aufklärung
von crn, das weder als Nomen noch als Verbum sich in Zu-
sammenhang fügt, da es sich hier um ein gewöhnliches Schloss,
wie in b um einen gewöhnlichen Schlüssel handelt. Gr. hat
xaXov wohl nur zugesetzt. — Gr. für b : xal ottou (vgl. 35, 4)
/sTps? iroXXal xXstaov. Aber ^y wirkt wohl nach. Uebrigens ist
nach Gr. m2"i zu schreiben und für nncn vielmehr nnco. Letzteres
ist durch das parallele cmn erfordert, Gr. übersetzt frei.
7. "V npcö mpa h)}] vgl. das Hofal yzn Lev. 5, 23, Tpcn
mit 1^2 und T hv Ps. 31, 6. 2 Chr. 12, 10, jnpc Lev. 5, 21. 23
und T rm^^n Lev. 5, 21. Gr. für a: o (70 55 xat', Lat. praem.
et, 106 "/;, 248 om.) sav irapaoiom? Iv dpi&[j.o) xal aTad}X(o. Lat.
hat in konformierender Korrektur: numera et appende, ebenso
describe für Iv 7pa'-p"i^. Nach Gr. ist 2iii*nn falsch, aber irctpa-
oio(j5c zeugt nicht für npcn. Gr. nimmt auch wohl mit Unrecht
an, dass der Angeredete Deponent (statt Depositarius) ist. Denn
wegen der engen Verbindung mit dem Vorigen scheint es sich
um einen Vorgang im eigenen Hause zu handeln. Immerhin
dürfte Gr. 'jptrci icDü T npcö '^y gelesen haben. Bei der Lesart
des Hebr. müsste man icDO als Verzeichnis verstehen, man sieht
Sir. 42, 5 c— 9 b. 391
aber nicht ein, weshalb ein Verzeichnis gerade bei dem Depo-
situm liegen, und seine Niederlegung dort eine Zumutung an das
Ehrgefühl des Depositarius sein soll. Man soll aber nach Gr.
nicht zu voraehm sein, durch Feststellung von Zahl und Gewicht
des Depositums bei der Uebernahme sich gegen spätere Be-
sch"werden des Deponenten zu sichern, mpa dürfte aus dem
Vorigen eingedrungen sein. Da die jüdischen Aristokraten oft ins
Ausland gingen, kamen solche Depositionen wohl oft vor. — nnai
npSi| = Gr. X7.1 00(31^ zai Xr)']>ic. Ein Nomen nsii^' lässt sich
begreifen, kaum aber ein nnn. Zu nno vgl. zu 32, 12, zu 2r\2 zu
39, 32. Wahrscheinlich bezieht sich auch b auf das Depositum.
8. "iDW ist gegen das aram. nm» festzuhalten. — '^'DDl nmc]
Gr. dvoT^xou /.cd txa)po5. — Für sayaioY/^pou hat S sa/aTOYTjpou?,
B 68 iaxaxoyr^poj?, 106 k A C 55 2*54 155 296 308 icr/a-oyT^pc«,
diese letzteren aber auch falsch xpivoiisvo). Eben deshalb stellt
Fritzsche mit Recht hier iT/oi-~o';r^pu> und 41, 2 sayaxoYTJpq) her.
— Für Tzphg v£Oü? haben 70 Syroh. 253 23 307 k Sah. Aeth.
richtig Tspi 7:opy£''ac. — Zu lesen ist im Hebr. h^)2 (oder u^'^u^'')) 2^)
min n:)V. Denn tr^iy^i (8, 6) und zw (8, 9) sind Varianten, hwz
(vgl. zu 41, 2) verdarb einerseits in hü):, anderseits wurde es
nach miy in hi^w korrigiert, niiy, vor dem nach Gr. und der
Variante n^iV das ) zu streichen ist, := xpivo[xEvou ; vgl. Wellh.
zu Mal. 2, 12 und lat. respondere vom Angeklagten. — Vgl.
überhaupt 25, 2. — im:] heisst hier wohl nicht vorsichtig (aram. ;
vgl. 13, 13), sondern gebildet (einer, der sich belehren lässt),
Gr. 7r£TrotiS£U[j.£vo?. — J?i:j: li^^Sl] Gr. xal osoox'.jj-aafxEvoc ; vgl. ZU 16,25.
9. 10. Im Talmud ist der letzte Stichus Zutat, die beiden
ersten = 9a b, der dritte = 10a, der sechste = lOd, der vierte
und fünfte = 9cd.
9 ab. y^if niöisiaj Gr. in sonderbarer Umkehrung: aTroxpu'fo?
ctYpuTTvi'ot. Er las aber richtig y^ (vgl. zu 34, 1). Das ü)'^ des
Talmud setzt wohl den Fehler iptf' voraus. Die Form rijaac
steht auch im Talmud. — Syr. für a frei: eine Tochter ist auf
ihrem Vater sehr schwer («Tp"*). — Gr. für b: xal yj \iipi\iva
(30, 24) auTTj? drpiaxa (34, 1) uttvov. Danach und nach 34, 1 ist zu
lesen: n:iy v'ion r\n:ai). 8yr. und ihre Sorge (so w Maus. Mas. I,
die andern: in ihrer Sorge) vertreibt (»130, w Maus. Mas. I
NTiBö; vgl. zu 34, 1) seinen Schlaf,
392 Sir. 41, 14-42, 14.
9 cd. "iwn |c| Gr.: a/,-oT£ -o.[Ja■/.\xda■r^, dass sie nicht ver-
blühe (und deshalb unverheiratet bleibe). Vielleicht las oder
vermutete er "lUin (vgl. das lalmud. Zitat)^ aber ij; heisst mannbar
werden. Uebrigens könnte Gr. auch "nj oder i:: so übersetzt
haben. Syr. : dass sie nicht geschmäht werde (sriBiTi), was wohl
nur geraten ist. Der Parallelismus verlangt entweder: dass sie
die jungen Männer nicht anziehe, oder: dass sie von den jungen
Männern nicht angezogen werde. Das erstere ist das wahrschein-
lichere (vgl. V. 12). Neuhebr. heisst mj Jem. an sich ziehen,
den Appetit reizen. Danach ist vielleicht -nun zu lesen. Mit
DTi:»"! kann ich nichts auffingen. — .TSinsni] ist aus 10 a einge-
drungen. Gr. xai aw^^}y.r^■x.uly. (S*^'' Lat. add. avopt) vgl. 2b^ 8, wo
h)!2. Syr. nSj?2 pl. Danach ist nS"ij?3i wahrscheinlich. Ebenso
WKT nach Gr. Syr. [j-'-t/ji)-?), «jrcn. Das talmudische XB^3n ist wohl
hieraus entstellt.
10. Hebr. (Text) ordnet die Stichen mit Recht: a, c, b, d.
Im Syr. fehlen b und d. — nnicn] das Pual passt wegen des
Gegensatzes zu c wohl besser als das Hithpael, das im Kanon
nicht vorkommt. Gr. ungenau: ßsßr^Xoji)-^, ihm folgt Syr. mit
smcnn (doch vgl. auch zu 23, 21). — rhvi n^nri] Gr. [As-a (248
Syroh. 253 23 S 106 55 296 Anton. ]052praem. xaQ avop^.c ooaa,
Syr. rhv2 h';). — nu^in (1. |c) «'?] ist schwerlich richtig. Gr. [xr^iro-e
7tapaß-(j (vgl. 23, 18). Syr. nviö2 st3ii*n wScSn = dass sie nicht
töricht werde in ihi'em Verstände. Er fügt hinzu : und einem anderen
Manne nachgehe (ob = d?). Danach las er wohl msKTi, das er
falsch deutete. Erfordert ist jedenfalls, dass die Frau von sich
aus den Ehebruch begeht. — Gr. v.cd h -oic Tra-pixoT? aozrfi sy/uo?
-(ivr^Tat (Lat. inveniatur). Es stand gewiss da: mnn. Das xotl
erklärt sich aus der Umstellung. — rt^^'ü r\''22)] Gr. awoy/.r^v.uX'y.
(Lat. certe?). — ir^yn] das Verbum ist im Nifal in dieser speziellen
Bedeutung sonst nicht belegt. Gr. a-ti^j(j)\)-Q, nur B (253 308)
und Syroh. (^pyn) axstpwcr,. Das griechische Verbum findet sich
in der Bibel nur hier. Ein Verbum yv im Sinne von unfruchtbar
sein ist nur syrisch belegt, das Kai hier in der Plexapla, das
Afel sonst noch.
lla-d. Gr. für a wie 26, 10: im OuyaTpl doiaxpeirTt}) atcps-
(uaov cpuXctxr^v. Das kommt der Texteslesart am nächsten, für die
statt nmc (nit^s) 's des R etwa rh2i nn (vgl. Job. 2, 10) oder r;
Sir. 42, 9C--12. 393
rhr; (Iß; 1) zu vermuten ist. Dagegen las Syr. wohl wie K':
mein Sohn, gegen deine Tochter stelle auf (vgl. 22, 27 Syr.)
eine Wache. Das letztere ist ungenau, tür lOB'o p:nn gesetzt,
das vermutlieh auch Gr. las (atsf^soo) = p:- 34, 11. 50, 1). —
Gr. für b: \ir^-rj-s Ttoir^s-^i aa. Irdyri.^jyx s/Ufxji? (307 55 254 Anton.
1053 i/.öpwv, 70 add. sou); vgl. 6, 4. 18, 31. Das stimmt mit
11^ '^ 'ü 'yn |c, was zunächst aufzulösen wäre: ttnt^a "ti^yr. |o
2'"iah (oder Sti'2?). Indessen wird ö Fehler für :i' = nn.'iiy sein,
aus dem mD c^ entstand. Dagegen Syr.: damit sie dich nicht
mache zu einem bösen Namen (= Text). Besser ist übrigens
wohl mo (vgl. syr. S'-'D ar:^ = stinkender Name, bei Payne-Smith)
als mo, obwolil diese Wurzel im Neuhebr. stinken bedeutet. —
Lat. ne quando faciat te in opprobrium venire (s. z. 8, 7) ini-
micis. — Tj? nmj vgl. 38, 17. Gr. Xot/.'>av ev (13, 19) -oXsi; vgl.
26, 5, wo wesentlich dieselben Dinge aufgezählt waren. Zuerst
entsteht ein Gerede, dann rottet sich das Volk zusammen, was
zu einer Gerichtsverhandlung führt. — cy nSnp'J Gr. xczl sz/Xritov
Ä7.00. 70 k lesen schlecht ivx^-ov (= Lat. objectione). Das in
der Bibel nur hier vorkommende IxxXt^to^ ist = £xxX-/;3''c(. Vgl.
rhr\p 7, 7. Neh. 5, 7. — r;^ mp] Gr. iv TrXVjfisi ttoXXäv, nach 7,7
(s. d.) darf man iv TrXr^ösi -oÄsoo? vermuten, obwohl iv ttoXsi vor-
hergeht. — Syr. stellt die Wörter um: und zu Gerede und
Murren (s"3rom ün'vy^' = n;i) im Volke {= cy), und in der Ver-
sammlung (is*iyj:2i = n'rnp) der Stadt (= rv) sie dich zu Schan-
den mache in dem Murren des Volkes. Am Schluss las er wohl
anders. Vgl. auch den Fehler cy r\2i 51, 2.
lief. Die Stichen fehlen im Gr., sind aber wohl echt,
da V. 12 für sich allein schlecht bestehen kann. — Syr. schlecht:
am Ort, wo sie wohnt, lass sie nicht hinausgehen, und in den
Häusern sei sie nicht umhergehend. — Tijn c'pc] vgl. 41, 19.
34, 14. Hinter 'CZf: n'2 muss ein analoger Ausdruck stecken. Ich
vermute nrn nach aram. sn;i3 ?^2 = Nachtquartier. Allerdings
ist n)2 (übernachten) im Kai nur aramäisch belegt, aber das
Hifil ist auch neuhebräisch. Ich finde es wenigstens in der
Bedeutung Jem. ins Haus aufnehmen bei R. Nissim (Sefer
Maasijoth ed. Warschau 1-^86 p. 42).
12. Mit <]pv Randlesart [cj^'-cn^ kann ich nichts anfangen.
Wie 16, 1 bedeutet lan hier Anblick. Gr. sonderbar missver-
394 Sir. 41, 14—42, 14. 42, 15—43, 33.
stehend: -avtl avOpo)::»» [xt; s'|j.[:IÄ£-£ ev vÄtXzK (11,2), wobei er iNn
doppelt übersetzt. Nicht besser Syr. : Jedem Manne nicht offenbare
was in deinem Herzen ist. — n'Sl] nach Gr. (x'/i iv ixsaci)) und
Syr. (nyni) ist wohl p zu schreiben, da D^ii»: n^r (Esth. 2,3.9.13)
etwas ganz anderes bedeuten würde. Die Jungfrau soll aber
auch mit verheirateten Frauen nicht verkehren. — Tinon] Rand
Tnon; vgl. zu 8, 17. Gr. cjüvsopeuc, Syr. frei: «n^yii:' icti'n; vgl.
Syr. zu 22, 13. — Vgl. auch 27,12.
13. Betr. der Meinung, dass die Motte ans den Kleidern
komme, vgl. Edersh. z. St. — Syr. rationalisierend: denn wie
auf das Kleid fällt die Motte, so die Eifersucht des Weibes (w
Maus. Mas. I auf das Weib) von der Bosheit ihrer Gefährtin. —
Für Yuvaixo? 2° hat 106 ''O"- avopo- (Lat. viri) nach 25, 24. —
Uebrigens geht v. 13 nicht auf die Weiber von v. 12, sondern
auf die Tochter.
14. Syr. om. — Gr. für a ungenau: xpeiaatuv Ttov/jpta dvopo?
Tj aYaf^oTToio;: ^uvr^. Bei der Lesart yn, die auch wohl Gr. vor
sich hatte, muss man 3ll3ü sprechen. Im Text ist miDö richtige
Korrektur für r'üö, die aber an den falschen Ort geraten ist. —
Gr. für b wieder ungenau: xat "j'uvr; xaTaicfyuvousa zk (7, 13)
ovsioiap-ov. — n^ri ist aus v. 12, rw^ aus v. 13 eingedrungen.
Der Sprachgebrauch und das Wortspiel erfordern mcnD für ncino.
Zu r^n vgl. 10, 13.
XIX. 42, 15 — 43, 33.
Das Lob Gottes als des Herrn der Schöpfung umfasst
53 Disticha, von denen 15 (1. 7X2) auf die Einleitung, und 8
(3. 2. 2. 1) auf den Schluss kommen. Der Hauptteil handelt
in 30 Versen vom Firmament und der Sonne (6 = 1. 4. 1),
dem Mond (4), den Sternen und dem Regenbogen (4 = 2. 2),
dem Gewitter (4), dem Schnee und dem Reif (4), dem Frost
(4), und endlich vom Meer (4 = 3. 1). Von der Entstehung
des Himmels, des Festlandes und des Meeres ist nicht die
Rede (vgl. nur die Besiegung des Drachen und die Ent-
stehung der Inseln 43, 23), ebenso wenig von der Schöpfung
der Vegetation, der Landtiere und der Menschen. Die beiden
letzteren werden überhaupt nicht erwähnt, wohl aber die See-
tiere (43,25), und die Vegetation wenigstens nebenher (v. 21 f.).
Sir. 42, 13—17. 395
Der Verf. will den Eiuclriick wiedergeben, den die Natur-
erscheinungen namentlich in ihrem Wechsel auf ilin machen.
Hierin beweist Gott sich ihm als der Beherrscher der Natur.
15. Zu a vgl. Ps. 77, 12. Nach dem dortigen Ketib und
unten 49, 9 (s. d.) t::k herzusteilen empfiehlt sich nicht. Vgl.
dag. 39, 12. Uebrigens ist "I3*s geschützt durch das l vor mccN,
das Gr. Syr. freilich nicht ausdrücken. Das ixvr^a^TjCJojxai des Gr.
beweist natüiiich nichts, aber Syr, hat "isnns, Ambr. w Maus.
Mas. I schlecht iizma. — Der Fehler U für or, (= Si) nur in
B S>Toh. — In b {= Job. 15, 17) macht Sirach einen Vorbehalt;
vgl. zu V. 17. Vgl. übrigens v. 31. — In c ist mit dem Rande
riJ^Va statt liTJ"] zu lesen nach Gr. Syr. Letzterer erklärt: durch
sein Wort sind geschaffen seine Werke; vgl. 43,26. — Syr.
für d : und alle seine Geschöpfe seinen Willen tun (= )nph Ulm).
Griechisch findet sich der Strchus nur iu S -" : xotl ye-j-ovsv sv su^oyta
(leg. suöoxia; vgl. zu 36,22) aoioi xpiaa; vgl. Sah.: und der
Segen seiner Gesetze ward. Danach ist ipnS (= gemäss seiner Be-
stimmung) zu schreiben; vgl. zu 38, 22. Gr. hat die Präposition
(sv wie oft =: h) vor das falsche Wort gesetzt.
16. nn-ii;] nach Gr. 'f(ü-i>v, Syr. n^in; vgl. zu 26, 16.
— nrh:: hz hv] d. h. sie ist überall sichtbar. Gr. ungenau und
schlecht: i-i'^lz'lt. — Ausser BS* 106* (254 308) haben alle
(auch Lat. Sah. Aeth.) tyjc oo;-/;? xuptou. — Syr. (teile ab: ^h:r\a
Miomi) las TDn für m^: (vgl. zu 44, 1, aber auch Ps. 145, 9). —
Viyyc h2 hv] Gr. ungenau: TiXrjpsc -o ip^ov aüxou.
17. Gr. für a: oux £V£-oiV)3s toic ayioi? xuptoc (Lat. schlecht:
nonne dominus fecit sauctos). Aber 248 Syroh. 253 S lesen
richtig xupiou (23 aotoS). Lies übrigens iz^^:o(T^(s^ (vgl. zu 18, 4,
übrigens zu 39, 11). Auch S}t. po'.3 = ip^ecn; vgl. zu 39, 16. —
hü '^)ip] = Engel; vgl. Job. 15, 15 u. ö. — iz^üh] vgl. zu v. 15.
— ^^^ msScj] S>T. nn?i>ncT «nra:, das ist Umkehrung von msSc:
rmiinj; vgl. zu 48,14. Ein solcher Ausdruck ist hier am Platze,
^'''' neben hü ist dagegen anstössig und ursprünglich wohl eine
Variante dafür. Auch Gr. (-a'vra -a &au[xaaiot autou) las wohl
wie E, er setzt öa'j[jLota-a für nr,2: (38, 6) wie für nw'^ci (39, 20).
Vgl. xpaxo; asYaX(oauv/jc 18, 5. U^hrigens ist nach Gr. nicht etwa
noch ein S: einzusetzen wegen v. 15. Vielmehr besagt a: 'c:
die wunderbarsten seiner Grosstaten. Gr. setzt dafür -avTa. Sirach
J
396 S"-- 42, 15-43, 33.
will hier die Restriktion von v. lö. 43,27 — 33 bet^ründen: nicht
einmal die Engel können die höchsten Wunder Gottes aufzählen,
sondern Gott muss sie sogar in Stand setzen, seine Nähe
überhaupt zu ertragen. — rK3i:J wie 17, 32. Ps. 103, 21. 148, 2
von den Engeln. — Gr. für c willkürlich und in falscher Be-
ziehung: 5 (248 C om.) iaxt^Atoat x'jpio? o -yy-ovjjd-to^j. Aber er
las schwerlich mX3yn Tön. Syr. stiess sich ebenfalls an ?SDi::
Kraft gab er denen, die ihn lieben (w Maus. Mas. I: fürchten).
— Gr. für d: avr^p'.yßr^'^cit. iv oo^t(] autoo xo -av (254 ~a 7:avT0t).
Aber to nav fehlt in Lat. und ist wohl zu streichen (Nöldeke).
Syr. zu stehen (vgl. Syr. zu 3, 9) vor seiner Herrlichkeit.
18. Allwissenheit = Allmacht. — yn zh) ü)nr\\ bei cinn
ist an Rahab, Leviathan usw. gedacht. Die Dämonen und die
Menschen sind in Gottes Gewalt. Es ist wohl eine sprüchwört-
liche Redensart; vgl. Prv. 15,11. Job. 26,6 und Lat. zu 23,19.
Bedeutet j_ ein Zakef (vgl. zu 38,17), dann ist das Wort falsch
betont und nach Job. 38, 16 missverstanden. — CrTanj?« h22)\
in dieser Bedeutung kommt das Wort im Kanon nicht vor. Gr.
xcf.l h 7:7.voü[iYS'j;x7.aiy; vgl. zu 1, 6. Das Wort hat auch hier wohl
neutrale Bedeutung. Syr. freilich: und alle Ueberlegungeu
(pnn''yin, w Maus. i'.nrT'D:, u xn-n: srT^ynn) der Menschen wie die
Sonne offenbar sind vor ihm (vgl. Syr. zu 17, 19). — Der Fehler
oi£vo-/;{>r^v nur in B (C). — Hebr. om. c und d. — Ausser B C'^°''''- (55
254 296 308) Lat. haben alle Hss. d-j^iaxoc für x-jpio?, und 70
307 k S C 55 254 155 296 308 ^'^- Sah. schlecht auvsior^siv für
eioYjaiv. — Syr. für c: denn nicht ist verborgen vor Gott etwas. —
Syr. für d: und offenbar sind vor ihm alle (Dinge), welche
kommen in die Welt. Für or^ixslov hat 248 ar^ixsTa, Gr. ver-
wechselte mns und nvn« (Jes. 41, 23. 44, 7. 45, 11), Syr. ver-
stand o'r'iy': falsch. Die Worte bereiten v. 19 vor; vgl. zu 39, 19 f.
Anders ist ar^ [xstov aiuivo? 43, 6.
19. Dass Gott Vergangenes und Zukünftiges den Menschen
offenbart, beweist, dass er den Weltlauf von Anfang bis zu
Ende übersieht (39, 20) und regiert (Deutero-Jesaja). Unter dem
Vergangenen ist zunächst wohl die Weltschöpfung gemeint. —
mn^] das Verbum heisst hier s. v. a. offenbaren; vgl. zu 44, 3.
Gr. otTraYYeXXtuv (16, 25), Syr. om. — nvm mcSn] beide Ausdrücke
finden sich nicht im Kanon, sind auch neuhebr. nicht belegt.
Sir. 42, 18—21. 397
Aber nrnJ steht ebenso 48,25; vgl. dazu n-i2: Ps. 102,19 und
lh)2 Ps. 22, 32. Gr. -y. -«ryeXr^^vuUota x7.l ta i-caojxcya, SO nur B
253 (296 308), (Lat. superventura), die übrigen t« icjoijLsva (so alle
48,25). Schlecht Armen, (nach Herkenne): xcd s-t saoixsva. —
npn] Gr. i/vr^ (LXX); vgl. izr/yidlzv^ = yn 6,27. — mnc:] s. z.
3, 22. — Syr. für b ungenau: und offenbar ist vor ihm alles
Verborgene.
20. Gr. hat in a: ou -af.r/.i)sv ccj-ov, in b: o-jx (70 S-'' Lat.
praem. xoct', 308 ouxs) £xpu[ir^ 7.-' au-ro-j. Da i:o f]Sn als Korrektur
erscheinen kann, und Gr. K7.pef>/e3i}7i fürrjSn setzt (v. 19. 11,19),
so scheint er die Verbalausdrücke vertauscht zu haben (so auch
J. Levi). Syr. hat in a: siij;, in b: «^a (dies nach Gr.). W ist
wohl = injö Job. 4, 12. — hz^] Syr. No:n, Gr. u\a:ivr^\m (wie
35, 18, vgl. zu 24, 29). — nai] Gr. Xo-'o-, Syr. ^sn. Es handelt
sich natürlich nicht darum, dass er jedes Wort der ^Menschen
kennt, oder ihm selbst jedes Wort zur Verfügung stellt. Viel-
mehr kennt Gott alle Mittel und Wege, aber auch alle Dinge,
die ihm etwa hinderlich sein könnten.
21. Syr. für a und b: Gewalt (Nnn2:j) und Weisheit (lies
Kno:m = der Weisheit) vor ihm besteht (sa^p) in Ewigkeit. Er
verstand |:n (= [sn) falsch als pn und zog die beiden Stichen
in freier Wiedergabe in einen Satz zusammen. Gr. für a: ~ä
\^.^-[nXv.'J. (vgl. zu 17, 8 und zu 48, 24) rr,? ao'fta? auxo'j ixosfir^ss
(vgl. zu 16, 27). Für den Text der hebräischen Handschrift ist
iin Unterschiede von der Randlesart und nach dem Syr. r,T.2J zu
vermuten, aber Gr. verstand oder las wie der Rand rrmr: = die
Riesenwerke der Schöpfung, die Gott vermittels der Weisheit
zu Stande brachte. Der Sinn wäre dann: Gott hat die einzelnen
Stücke, aus denen er die Welt zusammensetzte, ki'aft seiner Weis-
heit und zwar sofort in absoluter Vollkommenheit geschaffen. Er
brauchte deshalb kein Ding nachträglich zu verbessern, und alles
wird auf ewig so bestehen bleiben, wie er in seiner Weisheit von
Anfang an bestimmt hat. Vgl. 18,6 und Koh. 3,14. Aber nr«:
ina^n wäre ein geschraubter Ausdruck. Von dem ewigen Bestände
aller Werke Gottes ist v. 23 die Rede, und c ist wegen d viel
eher auf die Weisheit Gottes zu beziehen, die ebenso unver-
änderlich ist wie sein Gesetz. Ich verstehe daher : ,, das Riesen-
werk seiner Weisheit" (vgl. 43, 25 und zu 1, 4), d. h. die Weisheit
398 Sir. 42, 15—43, 33.
selbst, die das erste und grösste seiner Geschöpfe und das Mass
für alle späteren ist. Kin in« bezieht sich frei auf den ganzen
Ausdruck zurück. — Gr. für b: 6k (so haben 253 23 S Aeth.,
dagegen B (308) xai loj?, die übrigen mit Lat. oc) h~iv -rrpo toS
cttüivo^ X7.1 eic Tov ocuova. Das darf man vielleicht übersetzen: wie
es ist von Ewigkeit (so ist es) auch in Ewigkeit. Sah. hat da-
gegen: „er aber ist", was =: xai autoc ea-'.v sein könnte. Aber
die Aenderung tU ist kaum abzuweisen. Gr. dachte dann frei-
lich sehr unpassend an Gott selbst. Sodann ist rcpö xou attovo?,
das eben wegen der Beziehung auf Gott gesetzt ist, =: cSiya
(vgl. zu 24, 9) ; dahinter ist aber kaum üh))} nyi im Hebr. einzuschal-
ten. — Syr. om. c und d. — Betr. Svw (Gr. r^XatKuör^) vgl. Ez.
42, 6, und das Kai und das Hifil Num. 11, 17. 25. rplJ ist nach
Gr. T.rJoa^■ri\}r^ angenommen. Vgl. Dt. 4, 2. 13, 1. Im Hinter-
grunde steht wohl der Gedanke, dass Israel der griechischen
Weltweisheit entraten kann. — -ni'] Rand "Iä; vgl. 34, 4. Als
ein Perfektum, das hier ohne Zweifel vorliegt, wäre "ni: = t\^,
— pö] gibt Gr. frei durch aüjxßouXo? wieder. Vgl. Jes. 40, 10.
Um die Dinge sofort in unverbesserlicher Vollkommenheit zu
schaffen, bedurfte Gott keines Lehrers (Jes. 40, 14).
22 ist im Hebr. ausgefallen. — Syr.: und alle seine
Werke für Ewigkeit (Mas. II und alle Werke Gottes) in Wahrheit
(»nsj^ipi, Ambr. in Heiligkeit, Nmt^''np2) lässt er wohnen (siii'c),
und in Heiligkeit sind gelobt (herrlich, pnsif'ö, oder: loben) sie
alle. Das „sie alle" entspricht dem rav-ot (-rau-a) v. 23. Sodann
ist Kni^ipa = nöN2 (vgl. z. B. 42, 1. 8), i^natf's wohl = nnj (s. z.
43, 1), parallel dem ir^ix^oiir^rd des Gr. in a. Aus v. 21 oder
V. 23 dürfte „für Ewigkeit" eingedrungen sein, das neben „in
Wahrheit" keinen Platz hat. Falsch ist aber «mtt^''lp3; man er-
wartet eher 1)222 "nsj (vgl. 43, 11) oder eher nach Gr. OstopT^aai
a''2nS "nni (vgl. 43, 1). Gr. scheint den ersten Stichus mit uj?
dem zweiten konformiert zu haben. Das sTriOojjLr^-a könnte = nnn:
(vgl. 39, 21) oder auch = ms: sein, ist aber mit Syr. snii^o
schwer zu reimen. Unverständlich und offenbar verderbt ist y.cd
w? (248 Syroh. 253 23 S C k 55 296 iwc) a-ivör^po- (106 a-ivÖr,p£?,
70 a-ivör^pa;) sa-i (S om.) öecupr^aat (S sTriöscopT^aai). Erfordert
ist für aTTivdr^po? ein dem im^o^ir^id paralleles Adjektivum oder
Adverbium. Aber £7rioo;a oder s7rio6;aj;, das etwa dem pSK^o
Sir. 42, 22—26. 399
des 8yr. entsprechen würde (vgl. 46,2. 50,5. 11) liegt weit ab.
Uebrigens wird in v. 22 wohl überall der Singular gestanden
haben.
23. »in] könnte wohl nur auf Gott bezogen werden, ist
deshalb aber höchst wahrscheinlich Korrektur. Gr. irav-a Tauxa.
Syr. für a: und (sie) leben und bestehen für Ewigkeit. Aber
auch er scheint )h2 oder h^n gelesen zu haben (s. z. v. 22), das
sich in den Exclamativsatz des Gr. in v. 22 b schlecht fügt. —
löiyj Gr. [i.sv£i, Syr. D'p; vgl. zu 30, 17. 44, 13. Dass Sonne,
Mond und Sterne, Donner, Blitz usw. lebende Wesen sind, ist
selbstverständlich. — Wie yaif^i würde auch v^u^^ Nifal sein
(12, 11). — Gr. für b: sv (s. z. 10, 18) izdaaic yjjtiaxz xal Travta
uTTot/ousi, aber Lat. Sah. stellen xoti' voran. Betr. "jTi:: vgl. zu 13,6.
Syr. erweiternd: und für alle seine Wünsche (Mirai: s. z. 13, 6)
sie alle sind bereit und eilen (pnxa s. z. 43, 5) sehr- in ihren
Herrschaften {]vri^hw).
24. Für a hat Syr. nach Gr.: und sie alle sind (je) zwei
(und) zwei, eines gegenüber dem einen. Aber Gr. hat D^Jii^ nach
36, 15 missverstaudeu, von zusammengehörenden Paaren ist im
Folgenden nicht die Eede, sondern von buntfarbiger Mannig-
faltigkeit. Vgl. W'W und mJiy mit |o Esth. 1, 7. 3, 8. — rw^\
Syr. «13. — T'Xfti'J^it' ono] Syr. eins von ihnen unnütz (n'^xSiss).
Gr. ouosv IXXsrTTov (A sXXitlov, B exXnrov, sxXsiTrov; vgl. zu 24, 9),
Lat. aliquid deesse (155 sUittsTv). Gr., dem Syr. vielleicht folgte
(vgl. 24, 9), könnte i^i<t:'n gelesen haben (vgl. 2 Reg. 7, 13), das
möglicher Weise auch die Bedeutung übrig sein und überflüssig
sein hatte. Ryssel vergleicht syr. "in"', "iTiV
25. Man darf a wohl übersetzen: die (besondere) Vor-
trefflichkeit des einen Dinges übertrifft die des anderen. Aller-
dings ist ri'^n in dieser Bedeutung nicht belegt, sie kann aber
leicht angenommen werden. Gr. ungenau und falsch: sv tou ivo?
saxspscoas xa ayjiM. Syr. in Fortsetzung des Missverständnisses
von V. 24 : sondern dieses mit diesem (bildet) Paare, Paare (pli).
Pesch. setzt das letztere Wort für Tizi'hn. — i«in] vgl. zu 11, 2.
Gr. üo^av (vgl. 45, 7) auxoi}, Syr. ihre Ehre. Gemeint ist die
Schönheit der ganzen Welt.
400 Sir- 42, 16—43, 33.
43, 1. Syr. om. a. — Gr. hat hier für isin '{o.'Jijio.u/j.. Aber
deswegen und auch wegen des Gleichklangs mit v. 9 (coiy *,sin
221D "nm) darf man "iNin nicht anfechten, da Gr. für nsin auch
ooca setzt (s. z. 42, 25), und cTio und cot:' verscliieden sind.
Die Wiederaufnahme des isin vom »Schluss des vorigen Verses
liat nichts anstössiges, und -sin ergibt,mit nna die beliebte Assonanz.
Dagegen ist nach Gr. aT3r>5o>ix7. v,r/.\)a[A''-a(zrj: -i,ia ypn zu lesen;
vgl. Ex. 24, 10, welche Stelle auch in b zu Grunde liegt. Lat,
drückt -,'c«u,ot7.[j.c( nicht aus: altitudinis firmamentum pulchritudo
(eins) (est). — C5:5;\| Gr. slooc. LXX hat Ex. 24, 10 in doppelter
Uebersetzung sTooc aTcpsojaa-oc, Onkelos ""in^ö, ebenso Targ.
Thren. 4, 7 irn, aber a. u. St. ist ci'y wohl dasselbe wie J7"'pi.
Trotzdem ist das von Gr. niclit ausgedrückte 1 kaum zu streichen.
Für ü'^o bezw. a'^^io ist 020 zu schreiben, wenngleich das Wort
im Kanon eine speziellere Bedeutung hat. Gr. rhetorisch: h
(vgl. zu 21, 6) h[A\mxi. TTinz kann nach Gr. (oo;-/;?) und v. 9 gegen
T\V\ nicht aufkommen. Das von Gr. nicht ausgedrückte Suflix
könnte auf cna bezogen werden, weim man i;20 im Sinne von
Front verstehen dürfte. Es ist aber doch wohl zu tilgen. — Syr.
für b in Verquickung mit v. 2a: er hat gemacht die Sonne um
zu sehen und zu loben (in2iJ*oS vgl. zu 42, 22). Syr. hat sodann
in V. 2b — 10, weil ihm das Hebräische hier zu schwierig w^ar,
fast genau nach dem Gr. übersetzt. Den Rest von c. 43 hat er
fortgelassen, weil ihm der Inhalt gleichgiltig war.
2. Gr, für a: r/aoc h or.-adri (vgl. v. 16) oi7.773/vXa)v iv
scoöu). Er entscheidet für 5?''20 (vgl. 16, 25) und inNirn. Uebrigens
dachte er bei nan au aram. Kon = sehen; vgl. zu 37, 10. Vom
Licht der Sonne wird um- nebenher (v. 4 cd) geredet, aber das
Licht ist einigermassen v. 1 ^ orweggenommen, und v. 3 scheint
der Ausdruck n'm"' vorauszusetzen, dass vorher schon von der
Sonnenhitze geredet war. — Kl"; no] Gr. azöijoc OautiotoiTov (vgl.
V. 8. 48, 4) = 'i |i2. Aber no ist dui-ch v. 8. 48, 4 geschützt;
vgl. Ps. 66,3. — Dem ''"''' steht 6t];raTou gegenüber wie 12,2. 48,5.
3. Ti"n2:n2] das Verbimi denominativ von cm* fanden,
woran Peters erinnert, die Gewährsmänner des Hieronymus
Job. 24, 11 (meridiati sunt). Im Arabischen findet sich ^^| in
derselben Bedeutung. Gr. las wie Hebr. : iv ixsarjtxßpCa aotoü,
Lat. Syr. lassen au-o-j mit Unrecht aus. — rrnTJ das Verbum
Sir. 43, 1—4. 401
bedeutet im Kanon sieden, aram., samarit., neuhebr. und syr.
aucli überhaupt heiss werden, samarit. nm auch von der Tages-
hitze. Gr. abschwächend: ava^ripaivöi (253 k dvct^ripavci). Er setzt
sonst wohl zr^pd für Szn (37, 3. 39, 22). Syr. ipw, Lat. exurit
(exuret). Vielleicht lasen »Syr. Lat. im Gr. anders, sie könnten
freilich auch beide spontan von ihm abgegangen sein. — Ssn]
Gr. x(ipav (vgl. Jes. 18, 3 LXX). — Zu b vgl. Ps. 19, 7. —
^JsS] Gr. Syr. praem. xat, ebenso Lat., aber nicht Cod. Sang. —
Sa'jDn''] vgl. zu 12, 15; Gr. uTOG-n^oe-at.
4ab. mc: y\2] vgl. ms3 TD Jer. 1, 13. Gr. xotijiivov ^uaöiv.
Syr. wie ein Ofen, welcher bläst. Sah. ein Ofen, der angeblasen
wü'd. Indessen wii'd cpuctüv und vielleicht auch xocaivov beab-
sichtigt sein, indem Gr. die Worte als Fortsetzimg von 3 a
verstand. Den Fehler cpuXaastuv (B S* C) hatte auch Lat. vor
sich. — piflD DHö] Gr. willkürlich: sv sp^oic xa'jij.aToc, er las aber
wohl richtig cno. Das Hifil ist von der Ueberlieferung auch
38, 17 verkannt. Syr. in die Werke des Schmiedes; vielleicht
las er im Hebr. wie 34, 26. — nhw] Gr. TpnrXaariojc, ebenso Syr.,
aber „di'eifach" (= drei Mal so stark) wäre Unsinn, auch könnte
^hiif, wie Gr. vermutlich las, das kaum bedeuten. Dagegen wird
nSia» oder mSiy etwa Strahl bedeuten. — p^D"" (= p'ii'^) könnte
nach V. 21 vorzuziehen sein.
4 cd. Gr. für a: dxfiioa^ Trupwosi; (= T)SO) excpuawv (:= nsU'IJ).
Die Lesart ifxcpucrojv nur in B (55 155 308). Syr. frei nach Gr.: ihr
Dunst ist wie der Rauch des Feuers. Uebrigens ist ])^h nach
Jes. 5, 24, -nso nach Gen. 1, 14ff. zu verstehen; n^ii*!: = o f'iJ*
Ex. 16, 35, da gibt es Vegetation. Es fragt sich, ob dx[x''oac =
pi^S oder = lajn ist. Letzteres ist wohl ein von Kiai: (Kohle,
vgl. zu 8, 10) denoniinatives Fiel, das neuhebr. Räucherwerk ver-
brennen heisst. Belegt ist ferner targ. und taknud. das Ethpaal im
Sinne von durchräuchert werden, talmud. iojid, christl.-pal. STöJa
Räucherwerk, syr. bedeutet das Pael auch mit brennenden Kohlen
etwas erhitzen, arab. die VIII. räuchern und nach Dozy, Suppl.
die II. einfach auch verbrennen. Jedenfalls kann diese Bedeutung
hier vermutet werden. — Gr. für b: /.olI ixXaa-uiv dx-rTva; daaupoT
ocpÖaXfxo'j^ = Syr. imd leuchten lassend seine Strahlen und
blendend (Jiif^oi) die Augen. Vielleicht las Gr. nn:'', aber n':''
ist durch lajn empfohlen. Im Kanon findet sich das Nifal von
>Smend, Sirach-Kommentar. 26
402 S""- 42, 15—43, 33.
niD, neuhebr. das Kai, Piel und Hifil, syr. und arab. das Kai,
syr, auch das Pael, christl.-pal. und targum. das Ethpaal. Da
n"vi:p dem "liso entspricht, so wird im Hehr, hinter ) ein dem
ptrS entsprechendes Wort (vgl. Gr. axiTvot?) ausgefallen sein.
5. "d] Gr. Syr. om. — """"J Gr. Syr. xuptoc, was gegen ]vh)!
(vgl. zu 6,37) spricht. — Gr. für b: xai h Xo-yot? auxou xaT^aTrsuas
(al. schlecht xocxsTrauas; vgl. zu v. 13. 45, 3) iropeiav. Ihm folgt
Syr., der auxoo in (Z7100 (s. z. v. 10) verlas. Gr. setzt Iv er-
leichternd (vgl. V. 16 b und die Dative v. 13. 23), vielleicht las
aber auch er den Plural nan, wofür 1^21) zu schreiben ist. Betr.
way (Syr. 2rr\D), neben dem nvr nicht in Betracht kommt, vgl. zu
35, 10. Nach v. 13 ist rTns Objekt, gemeint ist dann aber die
Sonne. Also ist 1T3S zu lesen, was nach Ps. 19, 6 vgl. 78, 25
als Bezeichnung der Sonne passt" (so schon J. Levi), und wie R
vielleicht hatte. Von rnsK (seine Flügel) kann kaum die Rede
sein. Gr. hat schlecht gelesen oder geraten. Uebrigens beseitigt
er auch v. 14. 15b. 16 die göttliche Kausalität.
6. Gr. füi' a: xal r^ aeXr/,'-/) sv ir^aiv sie xccipov ot-j-r^? (307
praem. stt), 248 70 xotl aeXr^v/jv i-noir^azv d; axaaiv (70 iv a-aast)
ci; X. a. Syr. und der Mond steht zu seiner (w Maus, om.) Zeit.
Die Lesart - von 248 70 ist wahrscheinlich aus Addition des
falschen iv irocaiv zu dem vielleicht richtigen iv axaasi, das auch
Syr. im Gr. fand, entstanden, vielleicht unter dem Einfluss von
Ps. 104, 19. Uebrigens wird Gr. hier und am Schluss ungenau
übersetzt haben. Verderbt ist auch m" 2°, die Aenderung nir
liegt vor der Hand. Das Verbum heisst auch strahlen (Job. 9,7.
Jes. 58, 10), ebenso hat das Nomen Jes. 60, 3 allgemeinere Be-
deutung, wie das syr. n;n. msK^ mnj? erscheint als Erklärung von
nj? ny, das sehr wohl diesen Sinn haben kann. mrtJ> ist natürlich
Fehler für r\)2^. — dvaosi?iv ypovojv, das st? xaipov a. fortsetzt, ist
freie Uebersetzung von nStf^öO (vgl. 16, 27. Gen. 1, 16) und wohl
falsche von Yp. Denn yp bedeutet neuhebr. freilich auch Zeit
(vgl. auch LXX Job. 6, 11) und Termin, aber hier scheint es
synonym mit cSiy zu sein; vgl. zu 16, 27. — Der Verf. versteht
m« Gen. 1, 14 als Zeitmesser. Als solcher dient der Mond, eben
weil er nicht immer scheint, viel mehr als die Sonne.
7. Gr. für a: dizb azkr^yr^^ ar^txsTov iopxr^?. Er gibt das Suffix
durch das Explicitum und den Rest willkürlich wieder. ]2 und
Sir. 43, 5—8. 403
53120 haben neben einander nicht Platz, aber ursprünglich stand
wohl WKi {= Gr. a-rro) an der Stelle von DD, wofür )2 Korrektur
ist. Mit 1J?W (vgl. Gen. 1, 14. Ps. 104, 19) sind schwerlich nur
die Feste gemeint. — l'cmjj muss in ('cn i: aus einander gelegt
werden; vgl. nj 39, 17. Gr. (cpwcfTr^p) und Syr. (siMi) übergehen
yzn aus Bequemlichkeit. — nciy] wäre Part. Kai von nay = ^)v,
der Rand hatte vielleicht ein schlechtes nciyn. Gr. [xsioufisvo?,
Syr. löjn. — incipnn] vgl. Ps. 19,7; Gr.: eid auvTsXsiac; vgl.
2 Chr. 24, 23 LXX. Syr. NnnnsS. Eigentlich ist noipn aber die
Vollendung der Lunation.
8. t^nn] Gr. [xr^v (:= Syr. snT). Nach der gewöhnlichen
Lesart verstände Gr. schlecht: Der Monat hat vom JNlonde den
Namen. Codd. 307 v lesen txrjv/j. Dieselben aber, und ausser
B (308) alle, haben c.tjcavojxsvoc. Das ist vielleicht anzunehmen,
dann aber auch ccj-coCi zu schreiben. So könnte [xr^v = Neumond
sein. Gr. interpungiert übrigens schlecht hinter «p, übergeht no
(vgl. V. 2) und setzt für t^inrn ungenau au^atvssUai. — Betr. 'iü'^2 vgl.
zu 46, 1. Der Fehler 'lU'-inz beruht wohl auf Num. 28, 14. Jes.
66, 23.— daujxaotxÄ? = sn:, wie v. 2. 48, 4.— In b gibt Gr. imjnwn
mit SV dXXoKutJst, Lat. in consummatione (Thielm. in commutatione)
wieder. Aber dann träte schon hier, wie freilich in c und d,
der Mond an die Stelle des Neumondes. Indessen kann iniintiTls
auch heissen: in seiner Erneuerung. — K3^ "''72] ist das Feuer-
zeichen, das der Karawane und dem Heereszug vorausgetragen
wird. — Gr., der für n'd:; (vgl. zu 17,32) 7rotf^s[xßoXu)v setzt, über-
geht ''Saj, ebenso Syr., der ihm hier überall folgt. Aber das
Wort kann nicht gut entbehrt werden, da xnif dann in verschie-
denem Sinne mit ^h2 und ona verbunden wäre. Es ist freilich uner-
klärlich und wohl nach Job. 38,37 entstellt. Die Aenderung mn:
liegt nicht zu weit ab. Man könnte sonst an ''h2i denken, nach arab.
J.^i (stark, vom Krieger und vom Reittier); vgl. LXX Mal. 1, 14
ouvaxo? für '?Dii. Peters schlägt "hp; vor. — r^jf-in] nach ncvi, arab.
v^/to^ (vgl. syr. Kcj?i), heisst das Verbum in Glut versetzen;
nach Dozy, Suppl. heisst aber auch ^kSj II erleuchten. Dagegen
ist ^nyö nicht zu erklären. — htht] Glanz, nur hier. VgL syr.
^?■|^^•. Statt \q, das unbedenklich ist, hatte R vielleicht 2. — Gr.
für d ungenau: Iv a-spswijLa-:'. oupavoü £xXa[XT:(«v. Man erwartet
SxXaiXTTOV (k).
26*
404 Sir. 42, 16—43, 33.
9. isin] Gr. xaXXo?; s. z. 11,2 und zu v. 1. 42,25. —
3313 "nm] Gr. 86^« atjxpwv. Aber "nm ist dem isin koordiniert
(vgl. V. 1), Syr. hat »23131 »nmnirm, Cod. 155 xal oo^a aar. Auf-
fallend ist der kollektivische Gebrauch von 3313, wofür vielleicht
D"'33l3 herzustellen ist. Allerdings setzen m« und die Verba v. 10
den Singular voraus; vgl. aber dort nmiOB^Na. Vielleicht hat man
den Singular in den Text hineinkorrigiert, weil man die Worte
vom Monde verstand. — Syr. om. b. — Nach Gr. xoatxo? ist ""nyi
anzunehmen, übrigens p''ntt'0 (Gr. <p«)TtCo>v) auch wegen 50,7 dem
gewöhnlicheren Tnio (vgl. Dan. 12, 3) vorzuziehen. Nach dem
arab. ör^? oj^5 (vom Aufgehen und Strahlen der Sonne) ist das
Wort mit t> zu sprechen, daneben ist nur an einer Stelle syr.
pitt'K (von glänzenden Kleidern) belegt. Obendrein ist diese
Stelle (vgl. Payne- Smith und Brockelmann s. v.) spät, und der
Ausdruck dort möglicher Weise aus dem Arabischen entlehnt
(Nöldeke). Man wird pnt^'is desiialb zunächst mit pitf und p-ie»
zusammenstellen müssen. — Ss 'ano3] vgl. Job. 25, 2 und zu
26, 16. Der Fehler x'jp-oc, der xocrixov (23 Aeth. Sah.) nach sich
zog, nur in B S* (296 308).
10. ha imn] Gr. iv Xo^oic ayiou, der Fehler «7101? (Corb.
sanctis)nur in B, au-oS lesen 23 Sah.; vgl. zu v. 5 und übrigens
zu 47, 8. 45, 2 und zu 23, 9. 48, 20. — pn nor] betr. des Singu-
lars löV s. z. V. 9. Der Accusativ bei lüv auch Hab. 3, 11.
Nämlich pn ist der Platz, der jedem Stern am Himmel als sein
Gebiet angewiesen ist; vgl. Syr. zu 16, 26. Gr. a-cr^csov-on y.nrA
xpt{jLa (s. z. 38, 22, Syr. pnri -[^x). Danach pn3 herzustellen ist
unratsam. Eher könnte an ^v:i (vgl. 11, 20) gedacht werden. —
Für nif"' bezw. pt^"' (vgl. den Infinitiv Koh. 5, 11, TW ist wohl
Fehler für i::^'''), hat Gr. ixXuÖöiaiv (248 sxxauö&a-.v, Toi. Sang,
exardescent, Aeth. sxxXi^öjaiv), was vielleicht freie Uebersetzung
von \w ist (vgl. 16, 27). Syr. (poSnnti'j) hat vielleicht yw^ missver-
standen. — omiöti'xa] das Wort, sonst im Sinne eines Zeitmasses,
scheint hier den Wachposten zu bedeuten. Gr. iv (suXaxat? (Syroh.
253 23 -x-(i) a5xwv; vgl. Bar. 3,34. Syr. ungenau: in ihrem Lauf.
11. Im Syr. fehlt der Rest des Kapitels. — .Tt^y 1i3l] weil
er das Zeichen des Bundes mit Noa ist. Er meint wohl eine bei
diesem Anblick übliche Formel (s. Aruch s. v. nJi^p). — Gr. om. "3. —
Zu rrmi vgl. Ex. 15, 6. 11 und Tixn 33, 7, zu min: vgl. 46, 2.
Sir. 43, 9—14. 405
/.n,5. Thr. 5,12. Gr. wpctiov (vgl. LXX und Syr. zu 46/2. 50,5.
11), — 11232] Gr. iv a'>,'C(3u.c(-i aoiou ist wohl freie Uebersetzung,
um nicht zweimal nach einander öo^a (vgl. v. 12) zu gebrauchen.
12. Gr. für a frei: iv^pwasy (= Jin; vgl. "cupo; 24,5 und
LXX) oupavov ev xu/Awösi (= i>2''pn; vgl, 45,9. 50,12 und 24,5)
oo;r^c. — ha Ti] Gr, x#-^ u-^istou (4, 10). — Gr. om. iiniiJi,
jedenfalls mit Unrecht. — Der Regenbogen ist hier kaum als
Kriegsbogen vorgestellt, da na: vom Kriegsbogen nicht gesagt wird.
13. Gr. gibt imyj abschwächend mit -poaxa-yjxaTi wieder,
wobei er die Kon.struktion ändert (vgl. zu v, 5), 'miD: ist wohl
aus V, 12 oder v. 15 (s. d.) eingedrungen. Sinnlos und verderbt
ist /^"^va (vgl. übrigens v. 17), Da Gr. asxpci-'X'' ebenfalls ab-
schwächend für mp^i setzt, darf man hier kaum ein Aequivalent
von p"i3 suchen. Vielleicht ist /s'.txojva (= Sturm) zu lesen.
Jedenfalls wollte Gr. die Brandpfeile umgehen. Schon Fritzsche
vermutete y£t[x(üva, aber nur, um das zu verwerfen, — mnn wird
vom Gr, synonym dem n5::n (s. z. 35, 10) verstanden (xaxlaTrsuae,
ta/uvei). Allerdings ist ein Verbum mn in dieser Bedeutung sonst
unbekannt, arab. heisst j^lj Jem. zuvorkommen. — Zu mp''T und
zy^i vgl. für ersteres Jes. 50, 11 und für letzteres Prv. 26, 18. —
Uebrigens kann xp-rfia-ro? auxou auf acti^aD zurückgehn. — Der wahre
Sinn der jüdischen Naturbetrachtung blickt hier durch. Jedes
Gewitter kann als ein Vorspiel des Weltgerichts erscheinen
(Ps. 29). — Der Fehler xaxs-a-jSE bei 248 70 B*S k; vgl. zu v. 5.
14. uyfsS] die Form findet sich nicht im Kanon, steht aber
auch V. 26 neben injj?ö^ (vgl, Prv. 16, 4) und sinnlosem jya'?.
Das Suffix könnte ziu- Not auf ecif'ö bezogen werden (Gr. oiä
toGxo). Aber näher liegt jedenfalls die Erklärung nach v. 26
und Prv. 1. 1.: für ihren Zweck hat er die Rüstkammer ge-
schaffen. Zu dieser Deutung von iruj?o': passt r|Via)/{>-/;3av f}r|3otopo''
schlecht, Gr, wollte «in (vgl. 39, 30 und nu^v v. 5. 11), bei dem
zugleich an den Inhalt des i^fis zu denken ist, damit verbessern.
Uebrigens ist auch 39, 30 von nur einem li")« die Rede (s. d.
und zu 48,12). — ?]r"l] ist Hifil; vgl. Prv. 23,5. Gr. freilich
3;s-r/;aav, indem er wie in a und v. 15. 16 das Passivum für
das Activum setzt (vgl. zu v, 5), — Die Ergänzungen nach Gr.
vs'ipeXai WS Tiexsiva.
40ß Sir. 42, 16—43, 33.
15. )rr\)2i] ist nach den Spuren in der Hs. und Gr. h
ix£-caXetq) auTou wahrscheinlich: vgl. 42,21 Gr. und zu 17,8, und
betr. des iv zu v. 5. — la/üss vs'f sXac] die transitive Konstruktion
von la/'joj ist beispiellos, aber nicht anzufechten. Syroh. 307 k
55 254 korrigieren ts/u? Iv vs'^IXai?, 253 23 A 155 laxuae vscpsXaic,
248 ta/uaav vscs sXac, Lat. korrigiert posuit. Vgl. Job. 26, 8. Ich
habe p''n angenommen, weil für |*asn (vgl. Prv. 8,28 u. o. 42,17)
der Raum nicht ausgereicht. Ist in'rs anzunehmen, so stand da
wohl das nSön von Jer. 11, 16. Ez. 1,24, das etwa das Donner-
getöse bezeichnet. — Nach Xi'{>oi yaXaCr^c ist u^''2:hü "'JDX zu ver-
muten; vgl. Ez. 13,11. 13. 38,22 und unten zu 46,5. — ois-
i)ptSßr^aav (307 oief^opußr^ör^sav) wird auf ein Verbum zurückgehen,
das zerbrechen und werfen oder schleudern bedeutete. Danach
dürfte yzi^) dagestanden haben.
16. 17. Gegen den giiecliischen Vulgärtext und Lat.
stellen 248 70 Syroh. 253 23 106 157 Sah. mit Recht v. 16
hinter v. 17 a, ebenso der Rand des Hebr., in dessen Text
V. 16 fehlt. Nun haben im Gr. alle Hss. das xai v. 16a (Lat.
om.), wogegen es v. 16b in den meisten fehlt (307 157 k A C
254 Lat. haben es). Danach scheint im Gr. die richtige Ordnung
ursprünglich zu sein.
17a. 16a. S'-n^ (vgl. Ps. 29,8) versteht Gr. als woivr^asy,
was B S C 23 70 106 157 307 308 in wvsiöiaev, Syroh. 253 in auvs-
octasv, Lat. in verbera^dt (Toi. Sang, exprobravit, -bit) korrigieren.
— 15f"i«] Gr. drückt das Sufüx nicht aus; doch vgl. zu 38, 8. —
iniDai] Gr. xal Iv ÖTixasicf auTou, nur B (296) haben den Plural
(nicht Lat. und Sah.); vgl. v. 2. Vielleicht las Gr. anders, auch
wäre neben dem Hören das Sehen wohl am Platz (vgl. 16, 19),
gleichwohl möchte ich des Zusammenhanges wegen den Hebr.
vorziehen; vgl. Job. 26, 12. Ps. 65, 7. — d^^ ist wohl aus yv
(vgl. 48, 12 Hebr. Gr., Koh. 12, 3 und zu 38, 29) und c^l
gemischt, letzteres entstand vielleicht in Analogie von Sw in a.
Zu dem passivischen aaXsu^^TJarexai vgl. zu v. 5.
16b. 17 b. iwa ist auffällig. Der Gedanke, dass die
schrecklichen Sturmwinde von Gottes Schrecken in Bewegung
gesetzt werden, hat etwas Spielendes. Nach Iv (s. z. v. 5) OeXi^ixctTt
auToO (auTou fehlt nur in B) habe ich früher imox (LXX 2, 14
OsXsoj für 10«) vermutet. Aber ina-H ist durch den Anklang an lö'Ti
Sir. 43, 15—19. 407
einigermassen geschützt. — ?jinn passt in der gewöhnlichen Be-
deutung des Verbums (vgl. v. 13) nicht. Aber syr. und christl.-
pal. heisst das Afel auch anstacheln; vgl. syr. f]""!!!, smcin schnell,
Schnelligkeit. Dieselbe Bedeutung hat das Fiel vielleicht auch
Jdc. 5, 18. Die Aenderung Fj''Snn (vgl. das Kai Job. 4, 15.
Jes. 21, 1) nach Gr. TivstSastott ist deshalb voreilig. — mcyS: passt
zu pcy nicht, es ist wohl aus pcv S'iy'jj; entstellt. Man muss
deshalb nach R, bei dem freilich jic2: fehlt, das sonst aram. SijjSy
(Sturm, Wirbelwind) annehmen. Gr. /al xaxaiyk ßopsou und für
das Weitere rhetorisch: xal auaxpocpY) irvEuixaro?. Vgl. myoT noiD
Jes. 29, 6.
17 c d. Gr. für c: oj? Trstsiva xot^nrxajxsva -daazi /lov/. Bei
?]iy"i hätte man gern ein Attribut entsprechend dem p^iy^ bei naix.
Man darf aber ?|"'r (vgl. Ps. 68, 10, Gr. Tzdaaei), das unentbehrlich
ist, nicht in ^)V^ ändern, vielmehr ist pDtt*^ in xai^i-xaixsva vorweg-
genommen. ^^1, das im Kanon alle Uebersetzer (an verschiedenen
Stellen freilich) mit Vogel wiedergeben, bedeutet hier dagegen ne-
ben n3iK wohl Vogel-, wenn nicht gar Insektensch wärme. Uebrigens
hat Lat. avis deponens ad sedendum. — Das Suffix in 'i:h\i^ ist
kaum anzufechten. — \)2\i^^] Gr. xaxaXuouaa (307 xotxotSuouaa, Lat.
demergens); vgl. zu 14, 25. — irrn] Gr. tj xaxa'ßaai; auxr^?; vgl.
Num. 11, 9. Jes. 32, 19 (?).
18. nxin] Gr. xa'XXo? (11, 2), aber das Wort bedeutet hier
Anblick wie 42, 12. — ninS] müsste Weisse bedeuten, man hätte
lieber ein entsprechendes Nomen mit Suffix; vgl. Gr. Xsuxoxr^xo?
auxTi? und neuhebr. fsS. — Für nn:^ oder nj.T bieten Hos. 5, 13
und Prv. 25, 4. 5. Jes. 27, 8 (vgl. n:w 2 Sam. 20, 13) die Be-
deutungen entfernen, vertreiben, wegstossen, was hier genügt.
Die Aenderung nriD'' (nach aram. Afel) ist bedenklich, da Gr.
kaum so gelesen hat. Denn nn': kannte er (s. z. v. 4), er setzt
aber sxOaup-acjsi (27, 23) und in b exaxv^aexai. Das erscheint als
doppelte Uebersetzung von nöiT oder non'', wie er vielleicht las.
Mit besserem Recht schlagen Cowley-Neubauer in:"' vor, nach
syr. inj, mjs (= blenden). Uebrigens ist nDiT festzuhalten (vgl.
Jer. 4, 19). — itDö steht hier in allgemeinerem Sinne.
19. ä\a] 248 70 253 23 otXa?; vgl. zu 39, 30. — Gr. setzt
hinzu im i'r;c; (248 70 k -fr^v). — ■jot^^'' = ylei; zu pDlf'"' vgl. v. 17.
— Gr. für b: xocl TiaYeTaa Yivexai axoXozwv axpa. Er verlas T'EDD
408 Sir. 42, 15—43, 33.
in mo:: (vgl. -äa/vr^v = mc:) und 0^2:^2: (o^i'i:) in c^Jif (cry). Da
l^^lfn auch „strahlen'- bedeutet (Ps. 132, 18), und sifY Esth. 1, 2
Targ. II (ed. Lagarde 227, 14) Name eines Edelsteines ist, wird
man CT): als Kry stalle (Fassetten) verstellen dürfen. Bläuliche
Farbe haben Reif und Schnee; vgl. auch Tbd Thr, 4,7. Cant. 5,14.
— Vgl. zum Ausdruck in b nocli Num. 17, 23, zu v. 17 — 19
übrigens Ps. 147, 16. 17.
20 ab. Subjekt muss in a nach dem Vorigen Gott sein.
Also ist die Verbindung po:: nin n:":: (vgl. Prv. 25, 13) in Ordnung.
Gr. »I^oypoc avsp-oc ßopia? -vsuasi. Vgl. Ps. 147, 18 inn 2^\ Wie
in der LXX zu dieser Stelle ist tcvsuiei transitiv (vgl. Jes. 40,24
und dag. oben v. 16 Trvsaactai), und daher (j/u^rj? zu schreiben,
aber man darf danach nicht etwa nJ2f vermuten. — Gr. für b
frei: xal Tza^rfizzai xpuaiaXXoc acp' (aber Syroh. S 307 106* k A
155 296 Sah. Aeth. Icp') uoaroc. Dem y.p6ai:oiklo<; könnte mp nur
im Sinne von Eis zu Grunde liegen, vom Kjystall kann nicht
die Rede sein. Aber das Eis darf nicht genannt sein, denn in
b, c und d ist, wie v. 21 voraussetzt, der Nordwind Subjekt,
mit dem das Eis übel konkurieren würde. Auch läge niph
ziemlich weit ab. Sinnlos ist apn^l, was wohl bedeuten soll:
wie in einem Schlauch (aram. sapii). Der Fehler ist vielleicht
daraus entstanden, dass ein Abschreiber wegen «'op"' nach Job. 10,10
an das Gerinnen der Käsemilch im Schlauch dachte. Wellhausen
und Bacher vermuten j;"'pn3l; vgl. neuhebr. pyipi Metallplatten.
Aber das besagt für das Eis, das in Palästina vorkommt, etwas
zu viel. Naher läge DnpD'i; vgl. aram. «anp, neuhebr. DTip Ueber-
zug, Decke, Kruste. Man könnte auch an pm Jes. 41, 7 denken.
Für mpa setzt Gr. auch 48, 17 (vgl. zu 50, 3) uowp (Soata); das
Wort ist freilich entweder hier oder in d nicht an seinem Platze.
Indessen hat das Suffix von impa hier keine Beziehung, wohl
aber in d (auf layö). Also wird mp» nach d gehören. Auch
10, 13 stehen mpD imd Tipia nebeneinander.
20 c d. D"'» lovö, so nur hier, ist gleichbedeutend mit mpa
CD (vgl. Gr. cjovotY'oYYi G'o7.toc). — cipn muss hier, weil der Nord-
wind Subjekt ist, überziehen heisseu, wie Ez. 37, 6^ neuhebr.
und aram. das Kai, syr. das Kai und das Pael; neuhebr. ist das
Hifil (wie öfter auch das Kai vgl. Ez. 37, 8) in der Bedeutung
„eine Kruste bekommen" nachgewiesen. Das Wort ist durch
Sir. 43, 20-23. 409
U^zh'' geschützt (Gr. schlecht: xaTot/.'jasi). Bei jeder Quelle ist
regelmässig ein Teich, und umgekehrt, daher |"'j/ = Quelle und
xpr^vy^ LXX = nm. Mit dem Teich wird auch die Quelle
(mpo, s. 0., Gr. freilich auch hier xb Go(up) vom Frost ver-
schlossen. — Gr. (svö'jasxai) macht mit Unrecht das Wasser zum
Subjekt. Vgl. Jes. 59, 17.
21. Gr. (xaiacpaYSTat) verlas h)2'' in h)2\ 2 1° vielleicht in i
(y.al £p/i[xov), m:i etwa in nnn {ä-ors^iasi; vgl. zu 3,30). Betr. p'-iy"
vgl. zu V. 4, betr. /Xor/^ für cna:: zu 40, 22, betr. -öp für nanS
zu 51, 4 und LXX. — Von der Kälte sagt man auch lateinisch
urere. — Vgl. noch üu^i mw Ps. 23, 2 und cm ':i: Job. 40, 20,
wo wohl ebenfalls Si2'' zu lesen sein wird.
22. h2 KD"io] Regen und Tau machen den Schaden von
Frost und Hitze, die im Anschluss an v. 21 zusammengefasst
sind (= ^3?), wieder gut. Aber die Hitze (vgl. mti>j ist die
Hauptsache. — Das Nomen rpj;» nur hier; vgl. das Verbum
Dt. 32, 2. 33, 28. Gr. verstand es nicht und setzt dafür: xata
a-n:ouoT^v (s. z. 20, 18), wobei j?no eingewirkt haben kann (s. u.),
und für ]:)} ungenau: oiiiylri (24, 3). Vielleicht stiess er sich
daran, dass der Regen vor dem Tau genannt sein sollte. Aber
biä umfasst beides. — Gr. für b: o^joarj^ drirM-viSOL d-Ko xauawvo;
(s. z. 18, 16) iXc(pfo3£'.. Aber mit' ist hier wie auch Jes. 35, 7
das verbrannte Land, die Wüste (aram. «artt'), übrigens hat Gr.
|ti>T (vgl. zu 14, 11) frei wiedergegeben und die Konstruktion
geändert. Das Verbum pD scheint hier „schnell tun" zu be-
deuten; vgl. aram., syr. und christl.-pal. ^ic (schnell), christl.-
pal. auch viic, yiciK, VTisN- Ob Gr. etwa yjlc las oder ob er
a-otvToxja im Sinne von plötzlich eintretend für ync setzte, steht
dahin (vgl. zu 46, 7). — Lat. für iXapojcrsi: humilem (1. hilarem
oder humidum?) efticiet.
23. inntrnö] Gr. AoYia[i.(o auxou (vgl. zu v. 5). — p^^V-]
Gr. sxoTracjöv, wonach man auf Tp^n (Ez. 32, 14) oder J2''pit'n
(Jes. 57, 20) geschlossen hat. Aber das passt zu 3m nicht, wie
für nm zu lesen ist. Denn letzteres ist Korrektur oder Fehler
nach nm mnn (Gen. 7, 11 u. ö.), da nm vor cinn nicht wohl =
n 'n sein kann. Auch nach pyi^m ist nicht von der schöpferischen
Allmacht, sondern vom Triumph über einen Gegner die Rede.
Vgl. Job. 26, 12 an ym inJinnn. Das Hifil von pa^y bezw. ptj^y
410 Sir. 42, 15—43, 33.
ist freilich nicht belegt, uud das letztere passt überhaupt nicht.
Aber das Hifil könnte leicht nach Analogie der voraufgehenden
entstanden sein, und pa>v in der Bedeutung übervorteilen oder in
der von überwältigen in Betracht kommen; vgl. Jes. 23, 12(Pual)
und Job. 40, 23, wo das Verbum herandringeu zu bedeuten
scheint. — Gr. stiess sich wohl an dem mythologischen Sinn
der Worte, er lässt nni aus und nünmt dafür Cinn (a[5'j33ov s. z.
1, 3) aus b herüber. Codd. 70 S*'"^ 55 155 Co. lesen a|':i'j^3o?. —
'S')] Gr. xai EcpuTSüJöv, wonach ya^) anzunehmen ist (s. z. 3, '.)). —
Betr. der griechischen Varianten vgl. die Eioleitung § 7. Mit
der Lesart 'l-/]nio2c hängt zusammen im Lat. das dem Verse vorauf-
geschickte Plus: in sermone eins siluit ventus. Das ist aber
wohl die ältere Uebersetzung von a.
24. cn mv] vgl. Jes. 42, 10. Ps. 107, 23. Gr. oi tiXeov-öc
-r)v OotXatjaav (LXX). Uebrigens bedeutet nT in dieser Wendung
wie öfter in den historischen Büchern (z. B. Jdc. 11, 37) einfach
ausziehen, reisen, marschieren. — "riJfp] d. h. seine Weite, Gr.
willkürlich : tov xivouvov c('jTr)c. — j;i2li>S] Gr. xal axoat; (vgl. 42, 1).
25. Gr. praem. xcti' (70 Lat. om.). — int^'j?» ^^on msSc]
den Singular )r\'^V^ ziehe ich nach 48,14 vor. Gr. ungenau wie
dort: xa -a[jaöo;a xcti ))7.u|jLa!3ia IpYci, 106 k 157 307 A C 155 296
Ta Oaüfx. X. Tiap. z. Betr. nMihzi vgl. 11, 4. 3, 21, betr. non zu
16, 11. — pa] Gr. TToixtXta. — nm] Gr. xtjtäv (70 106 307 SCA
254 Aeth. x--/)yü)v, Lat. beides), wonach n:n zu lesen ist. — miUJl]
= die gewaltigen Schöpfungswerke; vgl. zu 17, 8. Gr. ungenau:
x-tau- (vgl. 49, 16 und zu 39,21).— Vgl. Ps. 104, 25.26. 107, 23.24.
26. )r[:v^h] vgl. v. 14. Gr. auch hier: oi' auxov. — nSr
"[«Sa] Gr. suoota TsXo? auTou, wonach Lat. frei: confirmatus (Am.
Theoder. consummatus) est itineris finis. Aber 248 70 k: suoooi
(vgl. zu 11, 17) 0 «YYeXo? auxou (= hat Gelingen sein Engel),
was Hebr. in der Tat meint. — 'linm] ist nach Gr. xal h Xo-,-«)
auxou zu lesen. Denn das hier in Betracht kommende Wort
Gottes ist Eines; vgl. nsn nh^*' Ps. 147, 18. In p!:n Syc^ ist Gott
Subjekt; vgl. v. 15 Win Syic. Die Worte leiten auf den Ausgang
zurück. Gr. sehr frei: auYxsixai xa -a'vxa.
27. rp):] er fasst sich mit denen zusammen, die nach v. 30
in seinen Lobgesang einstimmen sollen. Vgl. v. 28. 49, 11 und dag.
v. 32. 42, 15. 44, 1. Uebrigens müsste man wohl P|pi3 sprechen.
Sir. 43,24—31. 411
Aber .,mehr der Art wollen wir niclit hinzufügen" ergibt einen
lahmen Schluss und passt schlecht zu b. Vortrefflich dagegen
Gr. üoX/.a if>o'j[i£v xcti o'j jj-r; scp'.xüJu-sOa (al. a'fix. ; vgl. v. 30. 47, 16).
Lat. multa dicemus et deficiemus in verbis. Gr. verstand n>
n'^xr richtig: „wenn wir noch einmal soviel als das Bisherige
sagen wollten", imd las ?lDi ah"] = so kämen wir nicht zum Ziel.
Vgl. rjiD Dan. 4, 30. Derselbe Fehler^ der sich hier beim Hebr.
findet, stand 18, 5 in der Vorlage des Gr. oder wurde von ihm
in der Uebersetzung begangen. — izi fpi] vgl. Koh. 12, 13
121 ?]1D. Gr. X7.1 aw-ilzi.n Ä070JV. — Sm S'n] d. h. er ist alles,
was sich an Grösse und Herrlichkeit ausdenken lässt. Gr. -0
-av sTT'.v ot'jToc, aber 248 70 olo-oc laxi xo irav, Lat. ipse est in
Omnibus. Von Pantheismus ist natürlich keine Rede.
28. Gr. für a: oo^aCovxs^ (vgl. v. 30) -o-j (Syroh. 253
praem. o5v) ta/'jcrojixöv ; Das ist freie und schlechte Uebersetzung,
wie zum Ueberfluss aus v. 30 f. deutlich ist. Unentbehrlich ist
ir; im Gegensatz zu dem von v. 27. Denn 'y; nSnj: bedeutet,
dass er nicht mehr weitere Wundertaten Gottes aufzählen will,
als ob er damit seine Grösse erschöpfen könnte, sondern dass
er nur noch rufen will: Gott ist gross. Vgl. h)p lonn v. 30.
Die Menschen können nicht mehr als die Engel (42, 17). -o-j
braucht nicht = ys '2 zu sein. — Sn: K*ni] Gr. verdeutlichend:
au-o? Yoip. 0 ix=Yac, 248 Syroh. 253 23 106 157 Sah. om. 0. —
",pnj heisst hier erschöpfend darlegen wie v. 30 (vgl. zu 18, 4).
— Für |ö hat Gr. -apcH wie 15, 5. — Vgl. Ps. 145, 3.
29. nso iKö] Gr. frei: xotl csz>6opa fiivotc. — Gr. für b: xal
&au[xaaT7j (39, 20) y) ouvaateia auxou, aber danach ist noch nicht
'«minj riKScJi anzunehmen; vgl. owaa-da. für rmuj 15, 18.
30. 'h'\:t:] Gr. ooH'lo^^zz: (v. 28). — h]p lann] Gr. schlecht
verkürzend: u'Wojc/.-:z. — iS-'n S:3] vgl. zu 40, 11. Gr. xaU' ojov
av o'jvr^aös. — Tiy ^^ Tj Gr. frei: uTrsps^Ei (36, 7) 77.f> xcd s-i. —
röOTO] Gr. praem. xai. — ü: ic^Snn] vgl. Jes. 40, 31. 41, 1. Gr.
frei: rA'/jO'jya-s sv h/y:. — Ski] Gr. nur ar^ (schlecht). — Tipnn]
Gr. d'^txr^aBs, (248 23 55 296) 308 icp^x. (vgl. zu v. 27). Lat.
comprehendetis (Am. Corb. Theoder. pervenietis).
31. Hebr. om., gewiss mit Unrecht. Vgl. 42, 15. — Lat.
i. f. add. ab initio.
412 Sir- 42, 15—43, BÜ. 44—49.
32. p'm sSw] Vgl, ZU 39,20. Gr. fiir a frei: -oXXa aTroxpucpa
(vgl. Jer. 32, 17 LXX) sativ jxstCova xoutfov. — i:j;g] Gr. add. ^ap
(248 70 Syroh. 253 23 106 157 206 om.). — ^r\sn] vgl. 42, 15.
Gr. sfupaxatjiev; vgl. zu 44, 1.
33. hzrt] Gr. add. -,«> (307 om.), Lat. add. aiitem (Toi. The-
oder. enim). — Für xat -oX: s'jasßc'a» hatte Hebr. einen längeren
Ausdruck. Wahrscheinlich stand da non ^^:nh): vgl. zu 49, 3. 1,15
und übrigens 1, 10. Damit wäre das Folgende vorbereitet. Dass
die ganze Welt von Gott gemacht und in seiner Gewalt ist,
soll dem Menschen genügen, im Uebrigen hat er ihm in der
Gottesfurcht die Weisheit, d. h. den Weg zum Heil, gegeben. —
Vgl. noch zu 50, 29.
XX. c. 44—49.
Mit dem hier folgenden Lobe der frommen Väter Israels
hängen 42, 15 — 43, 33 und 50, 1 — 24 eng zusammen, es steht aber
auf sich selbst. Das Lob des Hohenpriesters Simon c. 50, 1 — 24
ist von dem Lobe der vorzeitlichen Väter scharf geschieden.
Sodann sind c. 44 — 49 mit c. 42, 15 — 43, 33 freilich in sofern
parallel, als der jüdische Gottesglaube dort nach seiner kos-
mischen, hier nach seiner geschichtlichen Seite dargelegt wird.
Indessen kommt das geschichtliche Walten Gottes im Wesent-
lichen auf die Herrlichkeit Israels hinaus, und der geschichtliche
Gottesglaube auf das geschichtliche Selbstbewusstsein der Juden.
In dieser Beziehung ist das Stück die Krone des ganzen Buches.
Es ist dabei das Gegenstück zum Lobe der Weisheit c. 24, in-
dem es in konkreter Unmittelbarkeit zum Ausdruck bringt, was
dort abstrakt formuliert ist.
Israel ist innerhalb der Menschheit das einzigartige Adels-
geschlecht, das in der Kette seiner Väter bis an den Anfang
der Welt zurückreicht und in seinen Helden, aber auch in seinem
gesamten von Gott geheiligten Wesen, Träger der göttlichen
Wahrheit und der Frömmigkeit, und zugleich der höchsten Herr-
lichkeit ist. Jede menschliche Grösse war dem Volke von jeher
verliehen (44, 2 — 6), auch die unvergleichliche Herrlichkeit des
ersten Menschen wird für Israel in Anspruch genommen (49, 1 6).
Sodann ist all dieser Ruhm dem Volke in seiner Gesamtheit
Sir. 43, 32. 83. 44—49. 413
eigen, weil es in allen seinen Gliedern die Nachkommen seiner
Helden darstellt (44, 1. 46, 12). Der Euhm Israels beruht aber
auch auf dem ewigen und immerfort erneuerten Gedächtnis, das
den Frommen in der Gemeinde bleibt, das nur ihnen gebührt (vgl.
44, 15, sowie nD" 44,9. 13. 45,1. 46,11. 49,1. 9. 13), und das zu
pflegen zum Dienste Gottes gehört (49, 1). Denn nicht alle Herr-
lichkeit, die es in Israel gab, hatte Bestand; die der Gottlosen ging
unter, und ihr Name soll in Israel nicht genannt werden (44, 9.
47, 23). Denn die Geschichte Israels ist überall der Erweis
der Gerechtigkeit Gottes, der die Sünde der Väter an ihren
Kindern wie an ihnen selbst strafte, der aber auch das Verdienst
der Väter den Kindern zu gut kommen liess (44, 9 ff.). Die
Gerechtigkeit der Frommen hat auch nach ihrem Tode kein Ende
(44, 13). Eben dadurch ist die Nachwelt überall den Altvordern
verpflichtet. Nicht nur wurde Isaak um Abrahams willen, und
Salomo um Davids willen gesegnet (44, 22. 47, 12), die von den
Erzvätern erworbene Gnade Gottes besteht bis heute fort, um
Davids willen kann der Messias nicht ausbleiben, und um Pinehas'
willen hat das Haus Sadoks ein ewiges Hohespriestertum (47, 22.
45, 24). Ebenso ist es Noas Verdienst, dass die Sündflut nicht
wiederkehren kann (44, 17). Umgekelu't müssen die Juden noch
jetzt über Salomos Sünde seufzen (47, 20). Deshalb ist im Ge-
dächtnis der Frommen die Vergangenheit wie gegenwärtig, Salomo
und Elia werden förmlich apostrophiert (47, 14 ff. 48, 4 ff.).
Die Herrlichkeit Israels tritt besonders in seinem Kultus
in die Erscheinung. So gering Sirach vom Kultus als solchem
denkt, als der Ausdruck der Beziehung Israels zu Gott ist er
die grösste Auszeichnung des Volkes und der hohepriesterliche
Ornat sein höchster Ruhmestitel (45, 13). Deshalb tritt Mose
hinter Aharon zurück, erscheint David in erster Linie als der
heilige Psalmdichter und der Stifter der Tempelmusik (47, 8 ff.),
und ist das ewige Hohepriestertum des Hauses Sadoks wichtiger
als der Messias aus Davids Stamm (45, 24. 47, 22). Die Sünde
der Väter ist deshalb auch der Götzendienst, wobei Sirach sich
übrigens von der Schönfärberei des Chronisten durch sein Urteil
über Salomo und die Könige von Juda erfreulich unterscheidet
(47, 18 ff. 49,4 vgl. auch 47,11). Die Zukunft soll aber die
Herrlichkeit Israels erst vollenden. Die Hoffnung auf sie klingt
414 ^ir. 44—49.
öfter durcli (47, 22. 48, 24. 49, 10. 12), und den Höhepunkt des
Ganzen bildet die Apostrophe an Elia, der in der Jiimmlischen
Kammer bereit steht die Endzeit herbeizuführen (48, 10. 11).
Deshalb macht sich auch das apokalyptisclie Interesse und die
eschatologisciie Gnosis gelegentlich fühlbar (49,8. 16).
Verbürgt ist für Israel die Wahrheit in der Succession der
Propheten (46, 1. 47, 1), vor allem aber in seiner heiligen Schrift
(vgl. 2w:n 48, 10 = Mal. 3, 23. 24). Freilicii verkünden auch
die gegenwärtigen Lehrer Israels in göttlicher Inspiration die
Wahrheit (15, 9. 10. 24, 33. 30, 25. 39, 6), aber im Wesent-
lichen liegt die Ottenbarung dahinten. Die Vergangenheit Israels
wird eben deshalb mit so viel Liebe und Begeisterung ver-
gegenwärtigt, weil die Gegenwart von ihr doch völlig verschieden
ist, die zu ihr als der klassischen und kanonischen Zeit aufblickt.
Nehemia ist der letzte Held, mit dem die Reihe der Väter
schliesst, die dann durch den Rückgang auf Adam von aller
späteren Zeit abgegrenzt wird (49, 14 ff.). Im Grunde ist die
kanonische Zeit damit als die vorgriechische bezeichnet. Mit
offenbarer x^bsichtlichkeit wird dabei Bezug genommen auf die
einzelnen Bücher, die Sirach als heilige kennt oder anerkannt
wissen will. Es geschieht das freilich öfter nur in der Form von
Anspielungen auf ihren Wortlaut. Neben dem Gesetz und den
Propheten kennt er die Chronik (47, 8 ff.) und Nehemia (49, 13),
die Psalmen (44, 5. 47, 8 ff'.) und die Proverbien (44, 5. 47, 17),
Hieb (49, 9) und vielleicht auch den Prediger (47, 23). Daniel war
zu seiner Zeit noch nicht vorhanden, dasselbe gilt aller Wahr-
sclieinlichkeit nach für Esther. Ob ilim Ruth, die Klagelieder
und das Hohe Lied als heilige Schriften galten, ist nicht zu
erkennen. Aus der Art wie er den Hieb, den er übrigens als
Propheten zu bezeichnen scheint, einführt, ist vielleicht auf einen
Widerspruch zu schliessen, den das Buch fand. — Für Sirachs
Schriftverständnis ist es bezeichnend, dass er die Einkünfte der
Priester als eine Entschädigung für die Anfeindung betraclitet,
die Aharon von Dathan, Abiram und Kora erfuhr (45, 20). Ebenso
sieht er in der Zerstörung Jerusalems z. Th. die Strafe dafüi', dass
die Judäer den Jeremia misshandelt hatten (49, 6), und in den
Wundern Elias und Elisas ein Mittel, durch das Gott die Israeliten
Sir. 44, 1—2. 415
bekehren wollte (48, 15). Gelegentlich findet sich eine Argu-
mentation, die eines Philo würdig wäre (49, 14. 15).
Das Ganze ist mit Geschick angelegt und umfasst 211
Disticha, die sich überall zu Strophen zusammenschliessen. Auf
die Einleitung entfallen 18 (2. 7. 3. 3. 3), auf Henoch und Noa 4
(1. 3), auf Abraham, Isaak und Jakob 10 (3. 3. 1. 3,), auf Mose 9
(3 X 2. 3), auf Aharon 32 (3. 6X4. 3. 2), auf Pinehas 10 (3.
4. 3), auf Josua 10 (3. 3. 4), auf Josua und Kaleb 8 (3. 2. 3),
auf die Richter 3, auf Samuel 13 (2. 3. 4. 4), auf Da^id 17
(2. 3. 3. 2. I 3. 2. 2j, auf Salomo 16 (3. 4. 1. | 3. 2. 3), auf
die Reichsteüung 5 (2. 3), auf Elia 12 (4 X 3), auf Elisa 5 (2. 3),
auf den Untergang Israels 4, auf Ezechias 8 (4 X 2), auf Jesaia 5
(2. 3), auf Josia 4 (2. 2), auf den Untergang Judas und Jeremia
6 (3 X 2), auf Ezechiel, Hiob und die 12 Propheten 4 (2. 2),
auf Zerubbabel und Josua und Nehemia 5 (3. 2), auf den Schluss 3.
44, 1. Für c'^ij? n"i2K nsK' haben die griechischen Hss. (auch
Syroh. und Lat.) -7-spojv üjjlvoc, was in Co. 253 23 106 fehlt.
Vielleicht rührt die Ueberschrift vom Verf. her. Vgl. zu 24, 1.
nae^ ist sonst neuhebr.. das Verbum findet sich schon im Kanon. —
n: ?hbnü\ Syr. in sonderbarem Missverstäudnis von «:: und auch
ich will loben. Gr. atvsaoiixöv of,. Er gebraucht auch in der Vor-
rede den Plural; vgl. betr. des Hebr. zu 43, 27. 32. — icn '^iii]
Gr. (ivopotc hooto'j:. Er verlas wol lün, das durch v. 10 (vgl.
Jes. 57, 1 und zu 1, 15. 43, 33) geschützt ist. in Ti2: unter dem
Einfluss von v. 2 (vgl. Syr. zu 42, 16, LXX zu Je^. 40, 6j. Zu
lün im Sinne von Frömmigkeit vgl. noch 40,17. 41, 11. 46,7.
49, 3. Neh. 13, 14. 2 Clii-. 32, 32. 35, 26. — -rm^K] Gr. praem.
xai' (schlecht). — cn'nni] d. h. in geschichtlicher Pteüienfolge.
Gr. unpassend : r() '(z^Aciz: (LXX). Der Ausdruck zeigt aber, dass
unter den Vätern nicht nur die Erzväter gemeint sind, sondern
alle im Folgenden Aufgezählten; vgl. o. S. 413.
2. phn] Gr. iV.Tiasv (vgl. zu 34, 13). Die Lesart cnS, das
entweder eingeschaltet oder für jVSy gesetzt werden soll, erfordert
dagegen die Deutung ..er hat zugeteilt". Vgl. Syr. für a: viel
Ehre wollen wir ihnen zuteilen. Mit crh hängt aber h autoT?
zusammen, das 248 70 SjToh. 55 Aeth. hinter 6 xupio? hinzu-
setzen und das wegen des Iv (s. z. 10, 18) auf Gr. I zurückzu-
führen ist. Die Lesart ist somit alt, sie ist aber auch gut, sofern
416 Sir. 44—49.
sie die enge Verbindung von v. 1. 2 in uneiiässlicher Weise zum
Ausdruck bringt. Lässt man nämlich crh fort, so muss iSnjl als
Prädikat auf die 12 Kategorien v. 3 — 6 bezogen werden, in
denen neben den frommen Israeliten auch die gottlosen ein-
begriifen sind. Das wäre formell hart, und sachlich passt nwc
üh))! auf die Gottlosen nicht, die in v. 3 — ß neben den Frommen
in Betracht kommen, denn deren Herrlichkeit nahm sofort ein
völliges Ende. Dagegen ist es in der Ordnung, dass hier im
Anschluss an v. 1 von dem göttlichen Recht des Lobes der
Väter geredet wird. — ]Th)!] erscheint als passend, Gr. (o xufyioc)
las aber wolil anders (vgl. zu 6, 37). Auch steht bei pSn sonst
überall hu 7, 15. 15, 9. 34, 13. 38, 1. 40, 1, an letzterer Stelle
nur als Randlesart jrSj;, das auch hier nicht ursprünglich sein
dürfte. Syr. scheint hü in hz) verlesen zu liaben (s. u.). — iSnJl]
vermutete schon Edersheim als Urtext. Gr. r^ »xsYaXtuauvTrj au-oij,
B S* A (254 308) rqv |j.£-c7.Xfua6vr^v au-ou (Cod. Toi. magnificentiani
suam). Syr. und alle ihre Grösse. — üh)y mö''0] Syr. konsecjuent:
auf ewige Geschlechter. Gr. kürzend: dr' «löivoc.
3 — 6. Nach v. 8. 9 haben die hier Aufgezählten zum Teil
ein ruhmvolles Gedächtnis hinterlassen, zum Teil sind sie ver-
gessen. Dann heisst es v. 10 tf., dass im Weiteren nur von
den Frommen der Vorzeit die Rede sein solle, deren Name und
Nachkommen in Ewigkeit bestehen. J. Levi meint, und Ryssel
stimmt ihm bei, dass v. 3 — 9 allein auf die Heiden eglie. Ent-
scheidend ist für ihn, dass v. 3 — 6 die Priester fehlen. Aber
auch in Israel wird zwischen denen unterschieden, die ein Ge-
dächtnis haben und die keines haben sollen (46, 11. 47, 23), und
V. 8 und V. 10 ff. müssen sich auf dieselben Menschen beziehen.
Denn ein Gedächtnis sollen nur die Frommen haben, zu denen
Sirach schwerlich Heiden zälilt. Unter den Heiden gab es
seiner Meinung nach auch kaum nKinJ3 hz ""nn (v. 3), übrigens
hat er v. 4c d 5 augenscheinlich die Lehrer und Schriftsteller
der Juden im Sinn. Die Priester sind unter den Lehrern und
den Fürsten einbegriffen. Man braucht nicht einmal anzunehmen,
dass er auch nur nebenher Heiden im Sinne hat. Wenigstens
lässt sich bei allen hier aufgezählten 12 Kategorien an Israeliten
bezw. Männer des A. T. denken, wenngleich vielleicht nicht
für jede Kategorie im Folgenden ein Beispiel vorkommt und
Sir. 44, 3—4. 417
man fragen kann, unter welche Kategorie Mose, Aharon und
Pinehas gehören. Aber das erklärt sich aus der systematischen
Natur der Aufzählung, mit der er ausdrücken will, dass alle nur
denkbare menschliche Grösse Israel beschieden war. Uebrigens
lehrt der Augenschein, duss die v. 3 — 6 Aufgezählten die Väter
der Vorzeit von v. 1. 2 sind. Auf die Beherrscher der Erde
(David und Salomo) und die Kriegshelden (Josua) folgen die
weltlichen und geistlichen (Elisa, Jesaja) Berater der Könige
und des Volkes, dann die Statthalter der Heidenkönige (Joseph)
und die Volkshäupter der Juden (Zerubbabel, Josua, Nehemia),
weiter die Schriftgelehrten, die Spruchredner (Salomo) und
Psalmdichter (David und die Tempelsänger (?)), woneben besonders
noch die Verfasser von Spruchbüchern genannt werden (Salomo).
Den Schluss machen die vornehmen Privatleute (die Erzväter
und vielleicht Hieb).
3. Syr. om. a — c. — ps "'nn] Gr. nur: xupisuov-ss. — nm:Si23j
in ihrer Königsherrschaft. Gr. schlecht: sv T7.rc (253 23 om.)
ßotatXstaic czuTwv, Sah. hat den Singular. — ct^ "'K':«] vgl. Gen. 6,4.
— Das Suffix in cmi3J3 drückt Gr. nicht aus, ebenso in d und
4 a. — Für ßoüXsuaovxat (so nur B) haben 253 23 S 70 ßouXsüovtat,
A ßouXsusxai, 296 308 k Aeth. ßouXsüTott, 248 Syroh. 106 157 55
254 155 Sah. wohl ursprünglich: ßouXeuovTs?. — Lat. für c: et
prudentia sua praediti. — h^ ^nn] vgl. nm 46, 15. 48, 24 und
15, 18. Aber Gr. {dirri'iysXv.oTzc) las 'm (vgl. zu 16, 25. 42, 19).
Ebenso Syr.: und sie brachten hervor (rim) in ihrer Prophetie
Zeichen («nins), wobei er vom Gr. offenbar unabhängig ist. ^m
entspricht aber auch besser dem Zusammenhang. Vgl. z. B.
2 Reg. 6, 12. Im Syr. sniriK in «n'iam zu ändern und hinter xdSoi
V. 4 zu stellen (Nöld.), ist an sich bedenklich, übrigens deshalb
zu verwerfen, weil Syr. kaum einmal üno]ü hat (24, 6). Vgl.
Vielmehl' Syr. zu 48, 12. 25. — Lat. Codd. Toi. Sang. Corb.
(Am.). Brev. 1025: nuntiantes in dignitate prophetarum (46, 1.
39, 1). — Gr. £v TTpocpr^TEiat? wie 46, 1.
4. ClJ ''i^] Syr. nur SdSov Gr. fj^oufAsvot Xaou (Sah. Aeth.
Xatüv). Lat. für a: et imperantes in praesenti (Am. praesentiis,
leg. praescientia? prudentia?) populo (Am. populorum). — Qnöi02]
Gr. £v otaßouXioic auxuiv. Der Verf. denkt wohl an Joseph und
seine klugen Massregeln. — Für den Rest des Verses hat Gr.:
Smend, Sirach-Kommentar. - '
418 Sir. 44—49.
xat(248 70 253 23 S k 55 Sah. Aeth. add. iv) awiazi "cpotfjLij.aTsia?
(S -xiatc. Sah. Aeth. Ypai^fAaxer?) Xaoü ao'fol /.oyot (296 Xo^ot?, A ly
XoYot?, 308 Xo^ouc, 70 X07101) SV (A om.) Traiosi'a aü-wv. Lat. dafür:
et virtute prudentiae populis (Am. Sang, populi) sanctissima
(sanctus ist bei ihm ein Allerweltswort) verba in peritia sua.
Syr. nur: ., Weise lehrten in ihrer Weisheit", was den letzten
Worten des Gr. entspricht. Sodann zieht er D''StywT mit Ueber-
gehung von cnTiürit'cn zu v. 5. Gr. sagt sonst aocpoc iv X^yw (s.
z. 9, 17, oder ^v X0701C 20, 27), hier schrieb er aber vielleicht
do'fol Xofo) (vgl. 20,8), weil iv folgte: Xo-j-o; = JT"^ wie 13, 11.
11, 8. Zu n''^ überhaupt vgl. zu 6, 35. Uebrigens sind im Gr.
Wim) und ü^b^]^) nicht ausgedrückt, der Rest der hebräischen
Wörter ist von ihm durcheinander geschüttelt. Es fragt sich
freilich, wie weit der Uebersetzer oder aber die Textüberlieferung
liieran die Schuld trägt. ]\Ian ist versucht herzustellen: -([jaiiiia-zXz
Xotou £v auv£3£i. Man erwartet jedenfalls nach n^): "".^ ein DJ? ""Jin
statt des blossen c':iTn. Vgl. 01 ■^poL\>.\i>xTeXz -od Xaoui, das in der
LXX (vgl. 1 Macc. 5, 42) öfter für uyn naiii' steht; s. aber
auch zu 46, 20. — Drmpni::] das Wort ist unbekannt, aber ipn
ist Prv. 25, 2 die Kunst des königlichen Richters ; vgl. ipn mit
i"*"! Job. 29, 16, und neuhebr. nTpn vom Zeugenverhör. — cmcD
bezw. nmcDO, ebenfalls unbekannt, ist Buchgelehrsamkeit. Die
Aussprache ist nicht festzustellen; vgl. aber Ps. 71,15 Ypaixjxatsia
für miED, sowie talmud. smicD (Lehramt) und nri'CD (Schreibkunst),
syr. smi^cD (Gelehrsamkeit), sriiicD (Schreibkunst und Literatur).
Neuhebräisch bedeutet mcD Literatur. — c'^StJ'V'a sind hier natürlich
Spruchredner (vgl. Num. 21,27). n'nöK'a kann Ueberlieferungstreue
bedeuten; vgl. Prv. 4, 21. 7, 1. 22, 18 und oben 39, 2.
5. pin hv 11010 ^yTt\ Gr. sx^'/iTouv-sc ;i.=X-/) [jLouaixöjv. Er setzt
35, 6 jxeXo? [jLouöixuiv für moie h)p, er hat also pin hy übergangen.
Aber vielleicht meint er dasselbe wie Syr., der c'^li^ioi aus v. 4
herüberzieht: xi:2i a^ny 'ra: hv pnnnsif^nn ipn2 KJt;''Sii'i. Danach
handelt es sich um die Anpassung der Psalmen (vgl. betr. moia
zu 35, 4) an überlieferte Melodien. In diesem Sinne ist p)n das
Metrum, für dessen Gebrauch unsere Stelle im Verein mit 47,9.
Koh. 12, 9 beweisend ist. Denn an letzterer Stelle heisst es
sogar von den wbiifü, dass sie durch fpn yn [f.t? zu Stande kommen.
Statt des Piel steht hier das Partizip des Kai, was natürlich
Sir. 44, 6—9. 419
üichts austrägt, npn heisst dabei eigentlich aiisprobiren (vgl.
Prv. 23, 20 Wein probiren), daher wohl geradezu scandieren.
Vgl. auch zu 50, 27. Wie ich nachträglich sehe, hat schon
Peters (S. 88^) die Frage aufgeworfen, ob die Worte auf ein
Metrum gedeutet werden könnten. Dass es sich nicht um die
Erfindung von Melodien handelt, ist klar. Denn "nato heisst
nicht Melodie, und die Psalmdichter dürfen neben den Verfassern
von Spruchbüchern nicht fehlen. — h^a \sti>ij] richtig Syr. noKl
abna. Gr. /.cd SnrjYoufxsvoi Itt/j; x7.'- fehlt nur in B (248 308). Das
im Hebr. zuzusetzende ) steckt vielleicht in ipn des R. — 2n32]
vgl. zu 39, 32. — Dass die Verfasser von Spruchbüchern neben
den Spruchrednern noch besonders genannt werden, ist nicht aus
der Selbstschätzung Siracbs zu erklären (s. z. 24, 32 f.), weil es
sich ja um die Männer der Vorzeit handelt. Er kann damit
wohl nur ein oder mehrere Spruchbücher für heilige Schrift er-
klären wollen, was betr. des Gesetzes, der Propheten und der
Psalmen unnötig war. Ob er den Plural (wie vielleicht in a und
4a) amplificativ setzt oder ob er neben Salomo an die „Männer
des Hiskia" (Prv. 25, 1) und andere denkt, bleibt ungewiss.
6. h'n ^i^^jx] S}T. scpim xiif'JKn, Gr. falsch deutend: avops;
ttXoucjioi. — ro ^J'iüD'i] vgl. z. B. Gen. 27, 37. Gr. y.3/opr^Yr^u.Evo'.
(155 xal /op.) iayßi (248 S A etc. praem. iv). — Lat. für a:
homines divites (Toi. viri praediti) in virtute, pulchritudinis
(Toi, multum) Studium habentes. — Zu b vgl. 41,1. — cn3i:e Sj;]
= Syr. prupin hy, Gr. iv -ctpoixiai? (al. xatoizta'.?, Lat. domibus) au-wv.
7. nynz] Gr. sv -j-sveaic (70 add. auxöiv, Lat. in generationibus
gentis suae). — cmxsn] Gr. nur: /.ccr/r^iLOL (9, 16).
8. cno ti»'«] vgl. 48, 16 und zu 4, 21. Gr. sialv ct-jtwv. —
in^il] vgl. Koh. 2,18 u. ö. Gr. xa-=Xi~ov. — DW^rh] das Verbum
sonst aram. u. syr. ; vgl. zu 14, 20, femer das Nomen rfv^ oder
n'V^ 38, 25. 37, 14. Syr. rj?n'^oS, Gr. toG Ixor/jYT^aasOai. — cnbraa]
Syr. innnaK^n hy, Gr. iTotivcjc. Letzteres (vgl. v. 15) führt auf
nnSnn oder cn^nns. Das Verbum wird syr. und targ. mit hy, syr.
auch wohl mit n konstruiert.
9. Das hier Gesagte bezieht sich natürlich nicht auf jede
der zwölf vorher aufgezählten Klassen von Israeliten, sondern
vor allem auf die gottlosen Könige. Auch die Chronik übergeht
das Reich Israel fast ganz mit Stillschweigen. — "h ya "^k|
420 Sir. 44—49.
Syr. l'irh n'^hi, Gr. <ov oux h-<y. Danach zu ändern ist unerlaubt.
— ir\2f:f iSi'KD imii'"'!] vgl. 38, 23. Gr. frei: xctl ^.TrojXovTo w; oux
uTTv'pcotvTec. — Syr. om. c und d, wohl des für den Christen be-
denklichen Inhalts wegen. — Vgl. Job. 10, 19. Ob. 16. — Für
[AST auTOü; Syroh. Aeth. Lat. schlecht \ibt oc^tojv.
10. cS'iN'J Gr. dl)' -}]: vgl. 31, 12. — iDU^mn] vgl. v. 1.—
ri[2'-yn nJ'^ cmpmj Gr. «ov 7.1 o'xc('.o3(Sv7.'. (248 Sah. add. autöjv) oux
s7t£X-/^ai)r^37v. Syr. (der vorher srnp^im Kniz"!:! «i^JS hat; vgl. zu
V. 23 f): ihre Güte (pnmTio) wird nicht aufhören (löjn). Die Er-
gänzung n-iJ^n wird empfohlen durch 14, 2. lii, 13, wo nsi:' mit
nSmn und mpn verbunden ist, sie passt zu Syr. und erklärt zu-
gleich Gr., der (vgl. zu 45,26) n^i^Ti und nstJ^n, sowie cmpii' und
cmpm verw^echselt zu haben scheint. Uebrigens könnte IttsXt^-
ai>-/j(3av hier auch auf Korrektur beruhen, Lat. hat dafür: defuerunt.
Syr. hat einen Kompromiss zwischen Hebr. und Gr. geschlossen,
weil auch er bei dem Ausdruck cmpn') anstiess. In den Zu-
sammenhang passt aber Hebr. besser als Gr, (vgl. zu v. 13).
Die mpn, das End glück der Frommen, hat in ihren Kindern und
in ihrem Nachruhm überhaupt kein Ende. Die Wiederkehr von
r\2\i^ nach v. 9 ist deshalb unanstössig, man könnte sonst freilich
auch an niDn (Prv. 23, 18. 24, 14) denken.
11. Gr. wohl fehlerhaft überliefert: [xs-ra tou aTrspjxato?
ctuTÄv SiajAsvEi (Syroh. ^^"^ add. sam) äya^ (Lat. permanent bona)
xXrypovojxia l'xYova (vgl. 45, 13) auTöiv. — Syr. wie Hebr,, nur
pmpvi (und ihre Wurzel) für onSrai. ^ cma] vgl. 34, 11.. 45, 26.
12. Hebr. om., offenbar mit Unrecht. — iv xai? otaöy/.ai^
(70 add. a^Twv)] Syr. pna''p2i = cir-iii ; vgl. oiaör^xoti v. 18, euXoYiat
V. 23 und iT^'D V. 22. Das Wort bedeutet hier und im Folgenden
überall Gnadenverheissung. Gemeint sind übrigens nicht nur die
Bünde mit Noa und Abraham (v. 17. 18. 20), sondern auch die
mit Aharon, Pinehas und David (45, 15. 24. 25). — hrr,] Syr.
CNp, w^ohl = noy. Aus cynr lüy hier und ci:* noj?"* würde sich
der Ausfall im Hebr. um so leichter erklären. — Für xoti ta
tsxva autü)v hat Syr.: pn'Jn ':m (vgl. zu 47, 20). — 81' auxoucj =:
0113^3 (vgl. V. 22. 47, 12), Syr. schlecht: in guten Werken
{= Ü1)2V2).
13. Zu a vgl. 39, 9bc. — nor] Gr. [o-svei; vgl. 12, 15.
42,23. — Dir*] Gr. schlecht: -h a-£f;[xa aoTtöv (= oyi* aus v. 12).
Sir. 44, 10—16. 421
— Dnpi::iJ Gr. xai r^ oo;a a-jtfTjv, ebenso Syr. piTip^XT; aber 8yr.
folgte wohl dem Gr., der wegen der Abwechslung mit v. 10
(s. d.) frei übersetzte. — Nach £;7Äsi'fO-/;:;E-a'. (A 8 Lat. i'(/.y-'-x-
Xci'för^afc-ai) und Syr. syarj könnte man m:n vermuten (vgl. zu
41, 11), aber am Schliiss des Wortes stand in der Hs. schwerlich
ein n, sondern wahrscheinlich n. Vgl. also nno 3, 14. Nöldeke
möchte auch hier Sisyn: lesen; vgl. aber Syr. zu 39,9.
14. Für cn^u reicht der Eaum, Gr. Lat. Sah. ta soja^-a
ccjTojy, nur B (308) to arouot cn'jxwv, Syr. p,Tn:c; vgl. zu 41, 11,
wo ebenfalls ,Ti: und nti> neben einander stehen. — ncDS*:] nach
Syr. itt'Jrnx (vgl. 38, Iß), Gr. hd^r,. — b = 39, 9 d. Vgl. auch
37, 26. — Die Ergänzung nach Gr. Syr. — im inS] Gr. zk
YcVcot?, aber 248 Lat. sk 7cv£7.v •/.7.I -(zvzdiv, 70 Toi. Am. Sang,
Corb. Theoder. ek Ysvea? xctl -(v^zd;. S\t. iih "n |o.
15. Vgl. 39, 10. — Syr. om. a. — Zu ,io:n (= Religion)
vgl. 43, 33. — n^n] das Verbum hier in der Bedeutung erzählen
(etwas anders 42, 1). Im Neuhebräischen haben Kai und Fiel
diese Bedeutung, ebenso aram. (wn) Kai und Pael. Vgl. Syr.
39, 10 pnj. Gr. hier wie dort S'.r^Yr^aovTcc. und für mv fälschend
X7.01 (vgl. zu 46, 7), ebenso 39, 10 eOv/j (s. d.). ~ 248 70 106 k
157 A 296 308 Lat. xal tov s-ottvov aorcov. — ncD^] 70 Co. 106
A 55 254 296 Lat. i^ornif.^. — hnp\ Syr. Koy; vgl. zu 39, 10.
46, 7. 50, 13 und Gr. zu a. — Zu b vgl. auch 34, 11.
16. Syr. om. — Cön näö:] ist aus v. 17 eingedrungen
(Gr. om.). — Gr. für a: 'Ewr/ zur^phrriaz xopwo xat as-sTsO-/) (Lat.
add. in paradisum) nach Gen. 5, 22. 24 LXX, wonach 70 auch
TW i>£to, 248 x'jpio) {leo}, Lat. deo. Zu npSj vgl. noch 48,9. 49,14.
— "im yrh nyi na] schon hier ist wunderbare Erleuchtung als
der Sinn von Henochs Verkehr mit Gott verstanden, und wohl
mit Recht. Gr. 'j-oosiY'xa txsTctvoi'otc xai^ YsvsaTc. Das erklärt Lat.:
ut det gentibus ])oenitentiam (vgl. Ep. Jud. 14). Aber Cod. 23
hat nach Lagarde's Collation oiavota; (= nynj, woraus vielleicht
das 7.iä>vo; von Syroh. 253 entstellt ist, und Corb. sapientiam
(am Rande poenitentiam). Danach ist aötavotac (vgl. zu 17, 24)
Korrektur nach dem Judasbrief oder auch nach Philo (vgl. de
Abraamo Mang. II p. 3. 4). — Bickell streicht v. 16, weil der
Vers strophisch vereinzelt steht und im Syr, fehlt, übrigens
49, 14 noch einmal von Henoch geredet Avird. Aber vereinzelte
422 Sir. 44—49.
Verse kommen öfter (z. B. v. 22) vor^ und der Syr. läset den
Vers wohl wegen seines Inhalts aus; er unterdrückt auch 49,14b.
Dass Henoch 49, 14 noch einmal erwähnt wird, hat seinen Grund
darin, dass dort zum 8('hluss auf die Urzeit der Welt der Rück-
gang genommen ist, wobei naturgemäss an Henoch, von dem der
Ausgang genommen war, wieder angeknüpft wird. Nur wird
49, 14 vorausgesetzt, dass bis dahin von der Entrückung Henochs
noch nicht die Rede war. Aber deshalb ist noch nicht der ganze
Vers zu streichen, sondern nur nphi). Es überfüllt übrigens den
Stichus. Wie ich nachträglich sehe, streicht Schlatter npSil aus
diesem Grunde.
17. Zum Wortlaut von a vgl. Gen. 6, 9. 7, 1 sowie oben
34, 8 D"'ön NiföJ und v. 20. Richtig versteht Syr.: Noa^ der Ge-
rechte, wurde gefunden in seinem Geschlecht vollkommen (n'jti').
Schlecht Gr.: Nfos sOf-sD-zj -;X=ioc otxaio?; vgl. aber auch dazu
LXX Gen. 6, 9. — rhz r\V2] vgl. 39, 28. Gr. erklärend: h (106
157 Lat. praem. y-m) xaifjui opY^i^ (^gl- ^y^^"- ^iu 39, 28). Anders
erklärend Syr. hier: in der Zeit der Sündflut (vgl. Gr. 40, 10).
— rj^SnnJ noch 46, 12. 48, 8; zur Bildung vgl. Stade § 265. Als
Eigenname kommt aram. Ns:"'bnn vor. Das Wort bedeutet an
diesen Stellen Ersatz, Nachwuchs, Nachfolger. Gr. hier avxaXXaY}j.a,
46, 12 rjy-j.Y.axct.lX'y.aaecs^ai, 48, 8 oiaooyo?. Syr. hier Knc'jn, das für
vicarius vorkommt; an den anderen Stellen übersetzt er frei.
Vgl. übrigens betr. einer Knc'^n des Noa Pajue- Smith s. v. —
Erweiternd setzt Syr. „für die Welt" hinzu, wohl beeinflusst
vom Gr., der in c -qj ^fj beifügt. — mnyn] d. h. auf seinem
Verdienst beruht der Bestand der zweiten Welt. Gr. schlecht:
oia Touxo. — n'"'>H)i^\ Gr. xaTaX£i[x}xa, Syr. «mnnii'a; vgl. zu 47, 22.
— Snn] könnte nach Gen. 6, 18. 8, 1 verstanden werden: sie
hörte auf. Aber der enge Anschluss des Folgenden und Gen. 9
sprechen für die Deutung: sie kehrte nicht wieder. So versteht
auch Syr. : und es schwor ihm Gott, dass nicht sein sollte aber-
mals eine Sündflut. Gr. für d: oia lou-o (für beides S'''' A 106
k 157 55 254 155 296 308 Lat. Aeth. ots) t(ive-o (248 70 A
106 k 157 155 add, o) xaxaxXuajxo?. Auch abgesehen von oia
Toö-o ist dieser Text vielleicht nach c entstellt. Denn 248 23
S* lassen c aus, 70 Sah. stellen d vor c.
Sir. 44, 17—20. 423
18. d'ti:; m«3] (vgl. 43, 6 und Gen. 9, 12. 13. 17)J lässt
sich erklären, wenn man annimmt, dass Sirach wie ayn für ü'^pn
nnn (s. z. V. 21) so auch m: für rr^'n rn: sagte. Aber Gr. hat
ota{>Tjxat (vgl. V. 12, 248 70 praem. xai) (zitovoc; danach und nach
Gen. 9, 16 ist n"'i3 zu schreiben. Korrektur ist oiaör^xv] (70 55
254 Sah.) und i-Br^ (55 254 Sah.). — msjj Gr. hi^acf.^^ (vgl.
LXX); dagegen Co. 253 70 sa-7:»r^cfc(v (vgl. v. 20. 45, 24). Syr.
für a frei: Sch^\üre schwor er ihm in Gewissheit (vgl. zu v. 22.
45, 24). m3J kann sich auf das femininische nnn beziehen. Es
wird durch sxsOrjaav nicht gerade bezeugt, aber auch durch Wi
V. 22 geschützt. S}T. las wohl eher m:, was als Erleichterung
erscheint. — "lay] Gr. ■Kpk auxov; vgl. zu 22, 13. — rntt^nj Gr.
übersetzt ins Passiv ssaXsi'fi)-!^ und fügt xaTaxXuajjLw hinzu. Aehnlich
Syr.: dass nicht umkommen sollte alles Fleisch. Gen. 6,17.
9, 15 steht das Fiel, vgl. indessen Gen. ß, 13.
19. DX] Gr. TTaxYip fAsyac; vgl. zu 25,22. — Vgl. Gen. 17,4,
wo LXX TraiYjp ttXt^iVju? sövöiv. — Gr. für b: xai ouy supsör^ o[ioio?
(A k Sah. Lat. add. au-ip) sv -:-(j 8o?Tf) (248 70 Sah. add. auxou,
106 add. aüxqj). Syr. und nicht wurde gegeben ein Flecken (xaiö)
an seine Ehre. Wie auxou noch andeutet, ist ixwijlo? zu lesen
(vgl. zu 11,33); Ol»/ £uf>=i)y] ist freie Uebersetzung, wenn nicht
Fehler für otix ioo^ (18,15. 30,31. 47,20. 11,33). Uebrigens
ist |nj Kai (vgl. 47, 20), und xa»' vom Gr., dem Syr. vielleicht folgte,
wohl mit Unrecht zugesetzt. — Nach Gr. und 47, 20 ist Dia dem
"•cn vorzuziehen. Gemeint ist, dass die Heiden (Pharao, Abimelech)
die Ehre Abrahams nicht antasten durften. Vgl. 11,33. 30,31.
Hiernach ist auch 47, 20 zu verstehen.
20. Vgl. Neh. 9, 8, zu a bes. Gen. 26, 5. — ^m] Syr.
iny (32, 1). — myo] kann Singular sein. Gr. vojxov (vgl. LXX),
Syr. die Worte. — «;i] Gr. xctl I^svexo (LXX). — nnna] in der
Hs. stand ursprünglich wohl nnnns (vgl. Gen. 15. 17). Gr. Syr.
SV 8ira{}r;x-(i. — Gr. für c: x«i (248 70 Syroh. 253 23 A 106 k
157 155 Lat. om.) iv capxl auxoü laxr^cjö (vgl. LXX Dt. 28, 69
und oben zu v. 18) oiaOr^xr^v (vgl, zu 14, 12). Danach Syr.: an
seinem Fleische wurde ihm errichtet ein Bund («ö'p). Aber es
darf nur von etwas die Rede sein, was Abraham selbst tat.
Also ist mD nach Ex. 4, 25 zu erklären, und pn bedeutet meto-
nymisch die BeschneiduDg. So auch J. Levi. — ^'0^:2)] vgl. zu
424 Sir. 44—49.
36, 1. — |ow «VOJ] vgl. zu V. 17. — Wörtlich kehrt d wieder
1 Macc. 2, 52.
21. nv)2^2\ vgl. Gen. 22, 16. 26,3. — iS nyn (vgl. v. 22)
ist wohl verkürzt aus nnn ü'^pn. Vgl. aber auch d>5 Esth. 9, 21.
27. 29. 30. 31. Gr. eGtrjcjev auT(j), Syr. frei: es schwor ihm Gott.
— "p^h] bedeutet: „dass sich segnen sollten", obwohl der Wechsel
des Subjekts ijn Folgenden dabei unbequem ist. Gr. Syr. setzen
(wie LXX Gen. 22, 18) das Passivum, aber 248 hat IvcuXoysTv.
Lat. für b nur: gloriam in gente sua. — W):] Syr.: alle Völker
der Erde (w Maus. om. der Erde). Natürlich ist das nur eine
Korrektur nach Gen. 22, 18. ^ — Im Hebr. sind c und d ausge-
fallen, ebenso im Cod. S^' des Gr., d im Cod. 248. Das Zu-
sammentreffen ist aber Avohl zufällig. Im Gr. enden b und d
ähnlich, im Hebr. hatten sie wohl ähnliche Anfänge. Die Echt-
heit ist zweifellos. — irXr^&üvaij Syr. praem. "i (w Maus. om.). —
autov] Syr. nj?"ii. — w? //j^jv x9js y?!?] vgl. Y'^^'^ *icj?3 Gen. 13, 16.
28, 14. Syr. wie den Sand des Meeres («an x'rn ya); vgl. Sin:
D\n noK> hv -iii^« Gen. 22, 17, dm 'jin: Gen. 32, 13. Die Wahl ist
schwer. Jahve schwört Gen. 22, 16, aber eben deshalb könnte
im Syr. Korrektur vorliegen. — Für xotl wc aatpa avu'];ojaai xo
mtipim auTou hat Syr. : und zu setzen (geben) seinen Samen ober-
halb von allen Völkern (vgl. Dt. 28, 1). Man darf danach etwa
kombinieren: d^3d122 ij;^* T\rh) (vgl. Dan. 12,3). Der Wortlaut
von Gen. 22,17. 26,4 vgl. 15,5 stand schwerlich da. — In e und
f wird das Gen. 15, 18 Gesagte mit den Worten von Ps. 72, 8.
Zach. 9, 10 übertrieben: vgl. Ex. 23, 31. Dt. 11, 24. Jos. 1, 4.
— dSmjhS] Gr. praem. xai (70 om.). — ly) 1°] 155 xctl fwc.
Syr. h. — ''DCN ivij Gr. itoz (Syr. Nonj?) «xpou (55 254 axpwv,
Lat. terminos).
22ab. Vgl. Gen. 26, 3. 17, 19. — puTb] Gr. iv t«1 'laaax;
vgl. zu 10, 18. — |3 D^pn] vgl. V. 21. Gr. hxr^aev out«)?, Syr.
nur: er schwor (s. z. v. 18). — Tiayn] vgl. Gen. 26, 24. 5 und
oben V. 12.
22 c. 23 a. Nach dem Vulgärtext zieht Gr. v. 22 c zum
Vorigen. Vgl. auch Lat.: benedictionem omnium gentium dedit
illi (dominus) et testamentum confirmavit (vgl. zu 17,24. 32,21)
super Caput Jacob. Aber 253 Sah. lassen -mi vor xa-e-auasv aus.
Sah. übersetzt dabei, als ob er in 22c Nominative und sodann
Sir. 44, 21— 23e. 425
xotxe-auaav gelesen hätte. Freilich gebraucht Gr. xaiaTrauw wie
LXX transitiv und intransitiv (24, 8. 5, 6), aber hier liegt wohl
dieselbe Korrektur vor Avie 24, 11. — Gr. stellt mz und nn2
um, wobei er ):n: nicht ausdrückt. Syr. lässt auch den Bund
fort: und der Segen aller Früheren («"'öip) ruhte auf dem Haupte
Israels. Indessen ist im Gr. ein ioojy.sv ocu-oT vielleicht nur aus-
gefallen (vgl. Lat.). Mau kann dann aber für Gr. heranziehen
Gen. 28,4 cnins n:"i2 pk "f? ir^i. Anderseits kommt indessen für
Hebr. in Betracht Lev. 26, 45 c^iSi^xi JT'nn, und nm passt besser
zu nni als zu n''i2. — Vielleicht hat avilpoj-wv, das Gr. für pti^si
(vgl. 41, 3) hat, ein 7.p/7.uuv verdrängt (vgl. zu 39, 1), oder Gr.
hat i'ti'Ki in n^^i^iü verlesen. Uebrigens hat er am Schluss 'laxtoß
(vgl. zu 48, 10), umgekehrt 'lapctr^X für 2pv' 46, 10. — )ir\: ist
als Prädikat zu '^ hz rT'iz möglich und daher nicht anzufechten.
Das Nifal ist nach b und v. 21 anzunehmen, und psi^KT bei n3l3
zu subintelligieren.
23 bc. rr\)222 nr'i (= Syr. welchen er nannte ihn mein
Sohn mein Erstgeborener Israel) ist Korrektur nach 36, 17, die
durch 45, 2 beeinflusst ist (s. d.). Unbrauchbar ist aber auch
in::!:""), das sich freilich zu n"n:32, nicht aber zu dem von Gr.
gelesenen n2i32 fügt. Besser Gr. i-s'yvf« = 'im''r"'l; vgl. 15, 18
und Dt. 21, 17 (so schon Edersheim). — Zu Iv su^oyiat? auxotj
vgl. zu V. 12 und zu 46,11. — Für xal eotoxsv auxu iv xX-/jpovo[xia
lesen 248 70 k Aeth. wie 45, 20 b x. s. au. xXr^povotxt'otv, vgl.
aber zu 45, 17. 20 d und zu 21, 6.
23 de. Gr.: xotl (253 om.) oisatsds (A oissr/jasv vgl. 28,14)
jxöpioot? (Lat. partem) ocjxoü (70 Lat. ctoxcT; vgl. 16,26), sv (10,18)
cpuXaTc: (248 70 add. aU) ifispiasv osxao'jo. Er stellt die Wörter
um und übersetzt phn zweimal oder gar dreimal, Lat. übergeht
freilich stj-sptasv. Uebrigens versteht er wohl: Gott teilte den
Teil (jj-sptoa) Jakobs den Stämmen zu. Vgl. 45,22. — Syr.: und
er setzte ihn (nö''pxi) zum Vater für die Stämme und sie gingen
aus (vgl. f) und teilten sich zu zwölf Stämmen. Indessen haben
Ambr. w Maus. Berol. Mas. I und II: und er ging aus und
teilte sich. „Zum Vater" ist Zutat, beweist aber, dass Syr. (wie
vielleicht schon Gr7"^3"'r'i (vgl. das Hithpael 39, 32) las.
Gleichwohl dürfte nyT) (= er bestimmte es; vgl. Dt. 32,8)
und CjU^'? zu lesen sein. Gen. 49 bestimmt Jakob« z. T. aus-
426 Sir- 44—49.
drücklich die Gebiete der Stämme. Allerdings könnte auch an
die Gesetze über die Landesverteilung gedacht sein, so dass Gott
Subjekt Aväre.
23 fg. KitVl] das an «i'lö anklingen soll, nach Gr. -ml ir/^yotYcv
(Lat. schlecht: conservavit); vgl. Jes. 65,9. — "jcö] Sah. Aeth.
schlecht: zq olotwv. Lat. illi (illis). — ^\s] Gr. ötvopa kUou;. Die
Söhne Jakobs werden nicht weiter berücksichtigf. Joseph wird
49, 15 nachgebracht. 70 Lat. Aeth. korrigieren avopa; (und
euptaxovxa?). Danach vielleicht Syr. : und es gingen von ihm aus
gerechte («p''T) Männer. Indessen hat w pz:\ wonach man „ein
gerechter Mann" verstehen kann, und in b hat Syr. den Singular.
Immerhin kann Syr. dem griechischen Vulgärtext gefolgt sein,
so dass er kein zuverlässiger Zeuge für ein Aequivalent von
IXlouc (= iDn) ist. Das blosse Uf^ü könnte genügen und iXio'j?
Zutat sein. Aber die Randlesart KlfCl scheint auf ein Wort hin-
zuweisen, das auf u^^n folgte. Syr. hat m^fi, aber Ambr. w
Maus. Berol. Mas. I mtJ^s:!. — "n h^] Gr. rATr^: a^pxoc (s. z. 13, 15).
Gedacht ist wohl an die Tocliter Pharaos und den Priester von
Midian; vgl. aber auch Ex. 11,3.
45,1. Mt Unrecht lassen Gr. (r^YaTryjfxsvov) und Syr. (cn^xi)
die Worte von NlfVl abhängen, was ihr logisches Verhältnis zum
vorhergehenden Stichus verbietet. Lat. dilectus. — Vgl. 46, 13.
— n2"iö'7] d. h. er wird zum Guten, nämlich zum Segen, gebraucht.
Ob Gr. (ev EuXoYiai?; vgl. betr. iv zu 10, 18) und Syr. («nDTisS)
wie 46,11 lasen, ist unsicher. Im Neuhebr. ist siaS ii2T geläufig.
Vgl. dazu Zunz, Zur Literatur und Geschichte S. 321 f.
2. Die Ergänzung nNn'^Kn )n:T) (vgl. ,12212 imi3^T 47, 6) nach
Gr. wfjLot'tuasv (vgl. 36, 17) otuxov oocrj (S A Lat. praem. £v) «yiwv
(vgl. 43, 10). Ein orAa setzt Gr. auch 9, 11. 49, 8. 50, 7 vgl.
47, 6. 11 hinzu, hier passender als an jenen Stellen. Vgl. sonst
noch die Variante zu 44, 23. Sirach hat Ex. 4, 16. 7, 1 im Sinn.
Für 'SD im2:'"i reicht der Raum nicht und übrigens scheinen Gr.
(ev) und Syr. ein 2 gelesen zu haben. Beide nahmen an dem
Sinn Anstoss. Gr. schwächte ab, Syr. ganz Avillkürlich: und er
zog ihn gross (.T2'Ti) durch Segnungen. Er griff nach dem xat
etxEYotXuvsv auTov, das Gr. in freier Uebersetzung für )r\)Cüi^'') hat
(vgl. zu V. 3 b). Dafür hat Syr. aber nzpri). Aehnlich verfährt
Sir. 44, 23f— 45, 5. 427
Syr. in v. 7. — D-xmoa] gemeint sind die Wunder in Egj'pten;
vgl. Dt. 4,34. 26,8. 34,12. Gr. schlecht: sv (poßoTc iyß[jmv. Syr.
|''S'i':m'?. — Die Aussagen über Mose sind nicht nach der Eeihen-
folge der pentateuchischen Erzählung, sondern sachlich geordnet.
Deutlich gehören zusammen: v. 2. 3ab = Moses Macht gegen-
über den Heiden, (wobei v. 2 a besonders an Ex. 7, 1 gedacht
ist), V. 3 cd. 4 = Moses Auszeichnung innerhalb Israels, 5a-fdie
Offenbarung des Gesetzes durr-h ihn.
3 ab. S}T. om. a. — Gr. hat nur iv /.oyoi? autoo, aber in
der Hs. stand mehr als rim:, nach dem [i]'c iimn des Randes
ist VC "aiD zu vermuten, das in die Lücke passt. Vgl. zu 46,15.
— nm« nach Gr^ixst^., dagegen ist xats-auasv nach inö Fehler für
'mThr.tuaev (vgl. zu 43, 5). — inpin"*!] d. h. er gab ihm Mut oder
Kraft. Gr. ähnlich wie v. 2 (s. d.) loo^aasv (248 praem. X7t').
Syr. schlecht: und er stellte ihn. — -SoJ Gr. Syr. ßaaiXsojv (55
254 Sah. ßaortXsto?, Cod. Ambr. ohne Pluralpunkte).
3cd. Die Ergänzung nach Gr. ivs-sila-ro (106 Lat, praem.
y.ai) oLo-oi Tcpoc tov Äaov (zuto-j, Syr. »Söj? hv nipzA. Für h'; reicht
der Raum nicht, und obwohl hü = hv sein könnte, muss man
jedenfalls nach Ex. 6, 13 hü annehmen, wo Sirach wohl wie MT
las (J. Levi). Dagegen stand in der Hs. dem Syr. entsprechend
□yn. — Gr. für d: v.c/l sosi^öv ccj-w (106 svskX-/j3sv autov, 70 soioa^sv
auxtp) TT-? fjrjzr,; autou = etwas von ihr; vgl. Ex. 33, 18 ff. Aber
Syr. hat blosses rnp\*<, so dass die Abschwächung wohl nur dem
Gr. zuzuschreiben ist; vgl. zu v. 5a. Auch Lat. hat gloriam
suam. — Im Syr. folgt hier 5 a.
4. Zu nJlöK und mij; vgl. Num. 12, 3. 7 und oben 1, 27,
D):n):v ist talmudisch. Gr. fügt bei TiY-'aösv, auf das ausser (23)
B A k (155 296 308) aUe übrigen Hss. (auch Sah. Aeth. Lat.)
otütov und 70 Lat. noch xa»' (296 nur xai') folgen lassen. Aber
schon durch das Fehlen von ccj-ov y.y.i in so guten Hss. wird das
Wort als späterer Zusatz verdächtig, der den Stichus zu einem
vollständigen Satz ergänzen sollte. — "i^z hifi] nach Gr. Ix TAar^:;
sapxoc. Syr. aus allen Menschensöhnen (vgl. zu 14, 17), Gemeint
sind aber die Israeliten wie 50, 17 (s. d.). — Vgl. v. 16.
5. 'h)p DN] vgl. Dt. 4.36. Gr. -r^c cpwvTJ? ab-oo; vgl. zu
V. 3d, aber auch Fritzsche z. St. — ^r]\if^:')] vgl. Ex. 20,21.
Gr. ungenau: xai slarf^a-^zv aütov. — hsr\\'r\ hü] Gr. zk xov "cvo'fov
428 Sir. 44—49.
(LXX). — Ob Gr. (xal eocoxsv) und Syr. (iiD)} hier ]m (vgl.
Ex. 24, 12. 31, 18) oder Dt^'^l lasen, ist nicht zu entscheiden.
Für ITS (Ex. 82, 15) hat Gr. a-jKo xaxa T:f>o3oj-ov, was wiederum
als Abschwächung erscheint. Syr. folgt ihm. — m::«] vgl.
Ex. 24, 12. Gr. iv-oXac; vgl. zu 15, 15. Syr. oni. — Er meint
den Dekalog auch mit miam C'^n min (vgl. zu 17, 11). Syr. ver-
las das letzte Wort in nD"i2m. — 2pv^h ist durch hi^i^^^'h nicht
gerade erfordert (vgl. zu ; Ezr. 7, 10 und zu h Job. 21, 22).
Syr. stellt die beiden Nomina um. — Gr. hat für Tpn oi'xi)r(Xr(V
(vgl. zu 14, 12) und lässt, vielleicht mit Recht (s. z. v. 17),
vrinyi (Syr. \mö''pi nach oi7.»>r^x-/iv) aus.
6. Gr. setzt pn« na aus b an die Spitze und an seiner
Stelle dcocXcpov auxou hinzu. Lat. hat freilich fratrem eius et
similem sibi. — Zur Bezeichnung Aharons als u^)ip vgl. Ps.
106, 16. Num. 16, 3. 5. 7. — Im Hebr. ist im03 (= o[xotov aut«)
vgl. 30, 4. 48, 4) ausgefallen, das Syr. hinter ci% Gr. hinter
ri^np ausdrückt. Aber logisch gehört es zu ersterem (vgl. v. 23).
— naaS] Gr. Syr. sx 'fuXr^; vgl. v. 25.
7. In der Hs. ist v. 6 in einen Stichus zusammengezogen,
in Folge dessen sind die 4 Stichen von v. 7 um eine Stelle
vorgeschoben, am Schluss ist durch Beifügung eines unechten
Stichus die Paarzahl wiederhergestellt. Das hängt wohl irgend-
wie damit zusammen, dass bei v. 8 die am Eande verglichene
Hs. aufhörte. Denn das im Hebr. überschiessende d"'3WVd inii>"'nS''l
ist eine wohl aus derselben Ursache entstandene Variante (= 8 a
init. + 9a fin.). Ebenda tritt übrigens im Syr. eine grosse Lücke
.ein. — ehr; pnh )n^''\i>'')] im Pentateuch wird nh))} pn besonders
oft von den E echten Aharons gesagt. Hier ist der Ausdruck
auf Aharon selbst übertragen: in der Herrlichkeit des Hohen-
priestertums ist er ein nSiy pn. Vgl. 47, 10, und übrigens das
D5? nnnS iJnxi Jes. 42, 6. 49, 8. — Gr. sW/jaev ocuxov (so B S 55,
die anderen, auch Lat., schlecht autw) öia&-i^xy;v (s. z. 14, 12)
aiÄvo? (155 aiojviov s. z. v. 15). Syr.: und er setzte ihn zur
Gewissheit (smti^ = pn?) des Volkes (p u im Volke). Schwerlich
las er oy für üb)';. Er wollte al)er als Christ das ewige Hohe-
priestertum Aharons, das er freilich v. 15 bestehen lässt, nicht
anerkennen und riet auf DJ?, indem er sich (ähnlich wie v. 2,
s. d.) durch Gr. leiten liess, der für )':'\n "h auxtf tspaxetav Xaou
Sir. 45, 6—9. 429
hat. Das letztere ist wohl Ausdeutung (vgl. betr. /-aou zu 46, 20)
von mn )h (vgl. 10, 5). Es gibt eine ""' miD (Jos. 18, 7), aber
nicht Israels. Vgl. zu mn, das wohl Aharons besondere Hoheit
irü Unterschied von der Moses bedeutet, Num. 27, 20. Aber
mn vhv erscheint nach Grr. (auxtp) als Korrektur nach Num. 27,20
vgl. 1 Chr. 29, 25. So las freilich auch Syr., der für b und c
hat: und er legte auf ihn von seiner Herrlichkeit (n"ip\^ p,
Berol. om. p) und pries ihn (rtniuf) = £[i-axaf>ta£v auxov, Ambr.
w Maus. Berol. schlecht: nnmtin). In nijTX (|o) sind [ijnn und
msDa zusammengezogen. — Für "inm:i>"'i ist nach Gr. Syr. imi5^N''T
im Sinne von 25, 23 (s. z. 4, 18. 11, 28) zu lesen, das nach
Bedeutung und Wortklang zu irn'S''l passt. Syr. hat für letzteres
M-'aJl (= er erwählte ihn); vgl. v. 4. 16. — Gr. hat an Stelle
von m232 (vgl. Ex. 28,2) iv suxoajjLta, für -\H)n (s. z. 11,2) oorq^
(s. z. 42, 25). CiSi ist Korrektur nach Num. 23, 22. 24, 8. Für
nicyw, wozu eigentlich die Variante n5:"j;n v. 8 gehört, hat Gr.
-sptaToXr^y (23 A TTcpis-oX-^, Lat. zona, die Lesart gtoXt^v hat
höchstens 308). Das Wort sonst noch Ex. 33, 6 (= ny?). mcyin
scheint hier im Sinne von Pracht zu stehen (vgl. LXX o6?a
Num. 23, 22. 24, 8). Syr. hat ny^üi Nora. Die Tcirgume setzen
sori für DN1, die Peschita Ps. 95, 4 (vgl. LXX) für mcyin. Also
hat Syr. wohl Hebr. und Gr. kombiniert.
Sab. Gr. übergeht ) (Lat. et) und setzt für mscn h^h::
suvTsXstotv xotü/r^ti-axoc; vgl. zu 50, 11. Syr. Kleider von Purpur
(vgl. V. 10). — "imxC'l] = Syr. mp^l, Gr. xotl sa-rspsojcjsv autov.
Lies scxs^favtüGsv nach Lat. coronavit. — nj;! in33] vgl. Ps. 29, 1.
96, 7. Aber iiDD ist schon wegen v. 7 unwahrscheinlich. Lies
•"ij? ''h22, was übrigens Anklang an '^'^S: ergibt; vgl. Syr. NJXM
xcpim, Gr. axsusaiv (Co. 70 Syroh. S k Sah. Lat. praem. sv) iayuo^.
8 c. 9. Syr. om. Sc— 14.— D^DJ^öj Ex. 28,42. — Gr. setzt
hier Akkusative, in Anschluss an v. 8 a, dann fährt er v. 10 f.
im Dativ fort in falscher Beziehung auf )r]ZY\ v. 12 kehrt der
Akkusativ wieder. — h^Q) m:n3] Gr. Tzf-jof^pr^ xal s-wtxioa. LXX
setzt iv:(j)\i(c oft für lies, ausserdem Ex. 28, 7. 39,4 (36, 11) für
ncna, ToSr^pr^? im Exodus je zw^eimal für S'^yo und ]^n, einmal
für noK. Da 27, 8 iroor^pr^? wohl = S''j?a ist, so könnte Gr.
fehlerhaft nons gelesen haben. Er hat aber wohl sTutufife für S"'j;o
gesetzt, weil r&a am h^va befestigt war, und r.oor,^ri<; für njns,
430 Sir. 44—49.
weil /'-(ov ihm zu gemein war. Uebrigens könnte £it«)|xioa Fehler
für oi~Xoioa (oft = h^Vf^ in der LXX) sein. Jedenfalls darf vom
ncN hier nicht die Rede sein, er ist v. 10 am Ort, wo Gr. freilich
abweicht. Anderseits darf der h''Vf^ nicht fehlen und muss an
letzter Stelle stehen wegen des Folgenden (vgl. Ex. 28, 31. 32).
Nur wird man n:n: schreiben müssen (Ex. 28, 4. 39), der Plural
ist wohl durch coro herbeigeführt. — 'r\^Y]\ Gr. xoil sx'jxXwasv
auTov (s. z. 43, 12). — Nach Gr. poio/oi?, /puaoT? xojowaiv, wobei
ypuöoTc wie v. 11 Zutat ist, D'':ioj?ci CJia") herzustellen, ist unrätlich.
Die Schellen, die auch Ex. 28, 34. 39, 26 voranstehen, sind als
die Hauptsache zuerst genannt. Uebrigens hat Lat., der potaxoi;
übergeht: tintinnabulis aureis. — Für 1)^:], das hier Geläut be-
deutet (vgl. 50,18), Gr. schlecht -irXsta-otc. — no''j?j nnS] das Nomen
ist sonst neuhebräisch und heisst hier Wohllaut; vgl. D''j?jn47,9.
Im Talmud findet sich das Wort synonym mit nT^ö" (Aruch s. v.).
Gr. frei: vi/^orai 'z>(ov^f^v. — Gr. setzt für T312 schlecht sv vaw und
für 'h)p (Ex. 28, 35) verschämt 7)/ov (vgl. 47, 9). Uebrigens
rationalisiert schon der Verf. gegen Ex. 28, 35. — Zu e vgl.
Ex. 28, 12, wo aber von den Steinen des Brustschildes die
Rede ist.
10 ab. nj2j Gr. stoa-^j, er setzt auch 6,29.31. 50,11 den
Singular. — Lat. hat stolam sanctam, 70 253 haben in b irop-
cpupav, 70 spyov, BS IpYtuv, 106 sp-j-ot, ebenso haben v. 11c B
sp-|'(uy, 23 spyov, 70 ipya, Lat. hat v. 10b. IIa opus. Aber das
alles sind wohl Korrekturen nach v. 8. — ^ip ''1:2 heissen Ex.
28, 2. 4 alle Kleider, hier sind nur pn, mcK und d'ü gemeint. —
n^Dn] Gr. praem. xa''. Aber so tritt die rhythmische Trennung des
pjixi vom Vorigen nicht hervor. Vgl. zu 49, 4 und zu 1, 2. —
m] = Gr. TtoixtXTou; vgl. LXX und Syr. zu 38, 27 d.
10c. Ha. ]ti^n] Gr. Xo-^swo wie LXX. — Für Dm Tics
hat Gr., der den Efod schon v. 8 brachte, willkürlich or^Xcic
d\r^%z(aq (vgl. ZU 36, 3). Aber Hebr. ist durch nji geschützt.
Uebrigens heisst der Gürtel Ex. 28, 39. 40 IDi3^?. Gemeint ist
hier aber der 2)i^n von Ex. 28, 8, der aus denselben Stoffen ge-
macht war wie mcs und |W (vgl. dag. Ex. 28, 39. 40). — Das
" vor ''i^ ist zu streichen und nach 248 und Lat. (torto cocco)
xsxXcuatjLsvu) zu schreiben. Uebrigens steht im Kanon stets nj?Sw
''i?^, LXX hat öfter x£xA(u3u.=voc für 'Oiy, so auch an der hier in
Sir. 45, lOab— 12. 431
Betracht kommenden Stelle Ex. 28, 15. — :niK] wird im Exodus
nur beim S^a genannt (28, 32). Gr. verschönernd: ts/vitou (9, 17).
Die Trennung des nyh^n ^ifi^ und der |'cn '':nN* von den Stoffen in
a hat nur rhythmische Bedeutung, ebenso der :i)ü neben dem ntJ^n.
llb-e. |*cn ^:ds] = Gr. /.rUo-.c TtoXuxcXiai (vgl. 50, 9. Jes.
54, 12). — Das im Gr. fehlende |iJ'nn hy bringt eine Einschränkung,
die vom Verf. schwerlich l)eabsichtigt war (vgl. Ex. 28, 11. 21).
Es ist die Glosse Jemandes, der nur die 12 Steine des Brust-
schildes hier finden wollte, sich aber daran stiess, dass un-
mittelbar vorher von "iitST Tcx die Rede war. Die Worte über-
füllen aber auch den Stichus, zu dem an ihrer Stelle cmn Tiino
(= YX'jfjLjxaxo? acppaYtoos vgl. 38, 27 und LXX a. a. 0.) zu ziehen
ist. — Für D[^X'i]'7anJ hat Gr. sv osasi /pustou; vgl. LXX zu Ex.
39, 13 (36, 20) auvo£osji.3va yjjoam, Ex. 28, 17. 39, 10 (36, 17)
zaOucpaivsiv u^aatj-a und auvucpatvciv. Dahinter ist ausgefallen rT^yö
pK *^"in =^ i[j'(i[i Xiöoupyo'j; vgl. Ex. 28, 11 LXX spyov XidoupYixT;?
T£xv-/]?. Die Worte sind verdrängt durch mp'^ ps h2, das wohl
Glosse zu |*£n ^jrs ist. — nm 3.n:3] vgl. zu 39,32 und Ex. 32, 16;
Gr. £v Ypoccpi^ xsxoXa;j.;j.svTj (= LXX a. a. 0.).
12. '2 may] vgl. Ps. 21, 4. Gr. atscpavov /pusoSv. Vgl.
Josephus Antt. III 7, 6. Bell. V 5, 7 ; betr. des Akkusativs vgl.
zu V. 8. — ncji'D hvü] nach Gr. s-avoj xioapsoj?. — Gr. übergeht
pvi, für das p:: (Ex. 28, 36) zu lesen ist, und hat für den Rest
des Stichus: sxT'jTrwaa a<pp7.Yrooc a^iotatxaTo? (s. z. 36, 18), Lat. ex-
pressam (sc. coronam) signo sanctitatis. Danach stand wohl
t^np cmn da, das man als heilige Inschrift deuten darf. Das
^^S K>ip des Exodus vermeidet der Verf., um es nicht zu profanieren.
Für sxTUTTujixa vermutete ich früher nach Ex. 28, 36 LXX Tiinc,
aber das stand in der Hs. nicht, sondern wahrscheinlich min (J.
Levi). Gr. folgte also wohl dem Wortlaut der LXX. — Gr. hat
an Stelle von mn y.rjLii/jiiia, das aber eigentlich wohl dem nhnn
(vgl. LXX und zu 11, 4) entspricht, an Stelle des letzteren hat
er erklärend sp^ov (248 spT«), weil die griechischen Synonyma
ihm ausgehen. — yy tonö] vgl. 36, 27. Gr. ir^i^oiir^iiaxa (253
23 106 157 £-'.{}u[x-/iTa; vgl. 1, 17) öcp^aXfiÄv (70 55 -aou). —
''cr b'720'i] ist nach Ps. 50, 2 angenommen. Gr. xociAoufisva wpotTa,
wobei die Bedeutung des zweiten hebr. Wortes die Wiedergabe
des ersten bestimmt hat (doch vgl. zu 16, 27). — Das Pathos
432 Sir. 44—49,
der Stelle ist echt, die ]\Iajestät des Hohenpriesters ist die
Majestät Israels und der Wahrheit auf Erden.
13. v:zh] das dem nh)y ly entspricht, stand wohl in der
Hs. Gr. ~po (70 praem. xotQ autoO (aber 23 autojv). — Der Raum
reicht für p .Tn, kaum für p: HM; vgl. Ex. 10, 14. 1 Reg. 10, 12.
Uebrigeus ist hier der gesamte hohepriesterliche Ornat gemeint.
— Gr. für b: sojc (248 70 8'='' praem. -mi) aiÄvo; oux ivsS-jactto
(Sah. svoucrs-oct, S*^^ Lat. add. aoTv!) «ÄXo-jöv/;?. — Vgl. betr. y>
V. 18. Num. 17, 5. 18, 4 u. ö. — Aus Gr. tcXyjv täv uiöjv «utoC;
[xovov (70 106 k 157 ixovwv) ist zu schliessen, dass er schon den
Plural r33 las, von dem in der Hs. b nicht getrennt werden
kann. Es muss aber gesagt sein, dass nur einer seiner Söhne
(Eleazar) den Ornat getragen hat, ferner ist ein verbales Prädikat
erforderlich, das in d nachwirkt. Ein Hofal |o«n entsprechend
dem Hifil von Judic. 11, 20 ist am Platze, und in kann sehr
wohl „ein einziger" heissen. — Gr. übersetzt hier aufs Gerate-
wohl.— Für d hat er: xat -y. iV.Yova (vgl. 44, 11) au-ou oia -avToc.
Vielleicht las er schlecht p*. Uebrigens ist der Ausdruck hier
vielleicht mit Absicht unbestimmt gehalten: vgl. zu v. 25.
14. Wie ihre gesamte Beziehung zu Gott so betrachten
die Juden speziell die kultische als ihre Auszeichnung vor aller
Welt. Besonders ausgezeichnet ist der Hohepriester durch die
Mincha, die er täglich zweimal für sich selbst darbringen darf.
Vgl. Lev. 6, 12 — 16 und dazu DiUmann. Daneben steht in
zweiter Linie, dass die gesamte Priesterschaft mit ihm den
kultischen Verkehr Israels mit Gott vermittelt. — Gr. hat in a
schlecht den Plural: xioaiai (B duatav) «ütoü (248 70 Syroh. 253
23 S Sah. au-tov; vgl. r:2) pns Lev. 6, 13) oXoxap-wdr^aovrai. Es
ist nur Eine Mincha, die zur Hälfte Morgens und Abends dar-
gebracht wird. Mit den Priestern teilt der Hohepriester die
Auszeichnung, dass seine Mincha im Unterschiede von der der
Laien ganz verbrannt, d. h. Gott dargebracht wird. Urspilinglich
war das freilich keine Auszeichnung, sondern der Unterschied
hatte einen ganz anderen Grund. — ijspn '^'''rr] wie Lev. 6, 15.
Diese Mincha heisst deshalb dort auch '7''':2 (v. 16) und sie ist
übrigens ein ran. Das Wort ist hier und Lev. 6, 13 deutlich
Nomen, wie Tonn im Daniel (Bevan); s. z. 47,8. Gr. schlecht:
I
Sir. 45, 13—17. 433
IvGöXs/fo?. Dagegen hat er für er 'rn richtig x(z&' r^\xipav = Sd
DV (Ps. 140, 3) oder vielmehr = er '^^n (s. z. 47, 8). Nach dem
Hebr. ist a eine generelle, b eine si)ezielle Aussage. Aber als
generelle Aussage trifft a für alle Priester zu (Lev, 6, 16), des-
halb ist 1 unmöglich.
15. Vgl. Lev. 8. — IT na] Gr. -a; yß^r,,; (248 70 S«'' Sah.
Aeth. Lat. add. auxoS), — Syr. für a schlecht: und es legte auf
ihn Mose seine Hand. — Die Salbung bedeutet eine ewig
gültige Verheissung des Priestertums für Aharon und seine
Nachkommen. Der Ausdruck in c (vgl. Num. 18, 19) ist ge-
wählt wegen v. 24. — nnn] Gr. Syr. zk oictör^xr^v. Ob danach
nnnS herzustellen ist, ist zweifelhaft; vgl. zu 6, 29. — Für
7.i(iviov haben 248 70 253 23 S 106 157 otfaivo;; vgl. 15,6.
44, 18. 45, 7, aiwvio; findet sich 30, 17 und 2, 9 im Zusatz, als
Variante zu 45, 7. — TiHlh'i] Gr. /7.1 =v toj a-s'ptxa-i au-oS; vgl. zu
10, 18. Mit Unrecht fehlt iv in den Hss. ausser B (296 308),
auch Lat. hat es nicht. — ü'm ^n^3] vgl. 50, 24. Ps. 89, 30. Dt.
11,21. Gr. schlecht: iv (16,26) ■/)[JL£(>7.t^ (248 r^iii^a) oöpavou; vgl.
zu 50, 24. Aber Lat. (nach Gr. 11?) sicut dies coeli. — Gr.
übersetzt )h hinter rrf^h und setzt dann ^[xa (Lat. Aeth. om.)
hinzu, Syr. om. )h pSl. — Schlecht lassen A B S^ 23 155 am
Schluss «^»TOLi aus. — Vgl. Num. 6, 27. Dt. 10, 8.
16. Zu a vgl. V. 4. Num. 16, 5. 7. 17, 20. — D^nSm rhv\
d. h. ausser den Brandopfern, die ganz auf den Altar kommen,
die Altaranteile der übrigen. Syr. sachlich richtig: xnaTj KmSj;,
Gr. schleclit: xv'pTrojstv -/.urAvo. — mD'xi niT'j rr^i] das erstere bezieht
sich auf die Darbriugung der Fleischstücke und des Fettes
(Lev. 1, 8. 9), letzteres auf die der Mincha (doch vgl. auch
Lev. 2, 2. 9). Syr. hat für den ganzen Stichus nur: und Wohl-
gerüche. Gr. ganz frei: i)u[X!.'a[xa xal sutootav ei? [j,v/j[xo3uvov. —
ncsS'i] Gr. om. ). — Ssnii^^ ^3n hv] Syr. für ganz Israel, Gr. Trspl
xou Xaou cou (S* 248 om., 70 23 Lat. auToD); vgl. zu 48, 15.
17. rm2:D ih jn^l] Gr. lotuxsv au-öv Iv Iv-oXai? auTou. Aber
au-ov haben nur B Syroh. (253 23), die übrigen (auch Lat.) mit
Ptecht au-(u. Dagegen lassen Syroh. 253 106 157 254 mit Un-
recht SV aus, 248 70 S lesen dabei schlecht IvtoXas; vgl. zu
44, 23c. — inS^ti^a^l] vgl. 15,10. Syr. .toSk^«!, Gr. kürzend: £?ouaiav;
vgL zu 30, 11. — acti^ai pina] Gr. schlecht: Iv oiaBr>.ai? (s. z,
Smeud, Siracli-Eommentar. 28
434 Sir. 44—49.
14, 12) '/.[A\xoi-Mv, von ilim beeinflusst Syr.: xm «ö"p3 (vgl. zu
38, 33). — Syr. om. c und d. Gr. hat dafür vielleicht origineller:
oioagoii Tov 'la/ojß ~a [xapi'jfiia (S*'^ add. autoü) y.o.\ iv vo|i,q) auTOu
'i(o-[Vyi (70 Syroli. 253 23 S B Sah. schlecht 'fojvr)aat) 'lapaT^K.
Er hat et\va gelesen: hiiiu^^ na n'mnS mnm rnnj; 2py^S nobS. Es
stand wohl nicht Txn'? (vgl. Ps. 119, 130), sondern nmnS da,
für das LXX öfter 'ftoxitsiv setzt. naSS ist nach v. 16 wahr-
scheinlich, rnnj? ist v. 5 kaum am Platze und wohl von hier
dorthin verschlagen. Umgekehrt wird Hebr. hier nach v. 5 ent-
stellt sein. Gegen ihn spricht auch das n^"» "»Ja nach v. 16, wo
Gr. freilich auch abweicht. Vgl. Dt. 33, 10 2py^h -[^KCl^ö r\T
'^xiti'^'? -mim. Sii'ach bezog Dt. 33, 8 ff. (vgl. Dt. 17, 8 ff.) gewiss
auf Aharon, aber was er hier sagt, gilt natürlich noch von den
Priestern seiner eigenen Zeit; vgl. zu 38, 33.
18. "12 Tin''l] ist nach Jes. 41,11. 45,24. Cant. 1,6 viel-
leicht Nifal. Gr. £7ri3uv3cj-/jaav «utw. Er dachte wohl an Num.
16, (3). 19. 26,9 LXX, wo MT h'rjpn und r^^n hat. Syr. nnnsi
nay. — cn*] vgl. zu v. 13. — la %sjp''i] vgl. 9, 11 sowie Ps.
106, 16. — ]ni ''t:*:«] Gr. avSps? ot zspl (Sah. Aeth. om.) AotOotv.
— ccK niyn] Gr. iv Öu-xw zal opy/J; vgl. Hebr. Gr. zu 10,18.
Syr. nur Kcpin2, Lat. in iracundia.
19. Für ^ii^m hat Gr. abschwächend zotl oux suSoxr^asv,
ebenso für üh^'') -/.cd auysxsXssör^aav (Aeth. vielleicht: auvsxsXsacv
ötÜTou?). — Im Syr. sind b und d vertauscht. — icK pina] Gr. sv
»ujxw (vgl. zu 48, 10) orjfr^;. Syr. num scpina (vgl. v. 18). —
sn^l] ist nach Syr. (s-i2l), Gr. (xotl sTror/jSsv; s. z. 15, 14) und
Num. 16, 30 Fehler für üiT). — Dn*?] Gr. otu-oTs, 248 Syroh. 253
S 106 157 Sah. praem. iv, 23 praem. 1-'; vgl. zu 10,18. —
mx] in anderem Sinne Num. 17, 3. 25. Gr. xspata, Syr. aus-
deutend: sm-ö. — d'?3S''"i] Syr. piK ym, Gr. xaxavotXüiaai (LXX),
Lat. et consumpsit illos. — WK 3^2ti^3] vgl. Job. 18, 5. Dan.
3, 22. 7, 9. Syr. nur üim, Gr. Iv -rrupt ciXoYo? (55 254 Aeth. Lat.
rpXo'fi TTUf/o?) ot'jxo'j; Vgl. zu 8, 10. Ausser B (70 155) haben alle
Hss. (auch Aeth. Lat.) auxou?, aber das Suffix ist nicht anzufechten.
20 ab. Nicht nur das Wunder von Num. 17, sondern auch
das Gesetz von Num. 18 fasst der Verf. als weitere Genugtuung
für die dem Aharon angetane Unbill auf (vgl. Num. 18, 1 — 7).
— Gr. für a: xctt rpoosÖT^xsv (70 add. tui) '\apu)v 86$av, danach
Sir. 45, 18-22. 435
wohl Syr.: und er legte auf Aharon Ehre. Im Hebr. kann
nicht ^üT) gestanden haben, Syr. hätte es gewiss beibehalten.
Der angebliclie Schweif des ?] ist ein Riss im Papier. Dagegen
kann Gr. r\:^'^ (vgl. zu 40, 5) gelesen haben (Job. 29, 22 LXX),
auch das Suffix wird durch Gr. Syr. nicht verdächtigt, Gr.
drückt es auch bei )nhn: nicht aus. Vgl. v. 7 und zu b 44, 23 c.
20c 21a 20d 21b. Mit Recht hat Hebr. die Stichen in
dieser Reihenfolge, denn onh (vgl. 7, 31) gehört mit pS:«"", und
)pbn mit njnDl zusammen. Dann gehört aber auch im Gr. ä'ptov
zum Vorhergehenden. Syr., der |nj mit ]n'"i v. 20b zusammen-
fasst, hat für die vier Stichen in willkürlicher Kürzung: Kn''t:>i
nvi:'?! rh n^nhi tiiiD) «ti^iipn (die heiligen Erstliugsgaben und die
Reihen des Brodes ihm und seinem Samen). — Gr. für 20c:
dTrap/a? (248 «Trap/r^v) irpcotoYevvTjixatcov Ifilpiasv auxw (xpiov. Nur
B hat gegen alle anderen Hss. und Lat. auxoTc (Sah. Aeth. om.
£;a. ct'jt.j. Lat. setzt hinter apiov, das er zu 20 d zieht, otoToT?
hinzu. — 7, 31 stellt tr^np nonn, aber hier ist wohl der Plural
am Platze (Num. 18, 19. 8), gemeint ist namentlich der Zehnte.
Das 7rptü-o7£vvr|]i,c(T«)v des Gr. (für ^ip) ist wohl durch n''li^ST in
20 d herbeigeführt, wie IjxEpiasv durch )phn, weil Gr. lowxsv nicht
wiederholen wollte. — Zu 21a vgl. Dt. 18, 1. Gr. praem. xat
7ap. — Für n'U^iii (vgl. Syr. und Num. 18,12) steht 1 Sam. 15, 21.
Am. 6,6. Job. 8,7 -a -poj-a (vgl. -a via und zu 24,25), und
die richtige Lesart ist iv -pcotoic. Das von 70 253 S B A 155
ausgelassene iv erklärt sich wie 44,23 c. Syr. hat auf die Schau-
brode nach Gr. geraten. — Es folgen 20 d. 21b die mehr nach
Belieben abzumessenden Gaben (= T norn 7, 31). — Nach
Yjxoiacos habe ich ]T'i (vgl. 18,23. 47,13) angenommen, für mehr
reicht der Raum nicht. — Für )phn, das er in 20 c verbraucht
hat, setzt Gr. TiX-zisti-ovr^v (70 106 k 157 praem. ek, 248 S A 55
254 Sah. iv TiXT^afiov-/)", 155 7:X-/;a}i.ovfj, die Ueb erlief er ung des Lat.
schwankt zwischen iv und sie). — runci] Gr. 5; (sc. Ouariac) iotuxev.
22. Vgl. Num. 18,20: cnna -[S ,T.T ah phn) hmn ah D^-)a2
hü'\\i^' ^:3 -wa -[n'^rai pSn ^jk. — Syr. für a und b: allein in
ihrem Lande nicht erbten sie (w Maus, erbte er) ein Erbe und
nicht teilten sie (w Maus. Mas. I teilte er) einen Anteil mit
ihnen. Aber nach Gr. iv yi^ Xaou ist ny |*"1S3, das in die Lücke
passt, anzunehmen. — Gr. für b fast wie Num. xal {xlpi? oux
28*
436 Sir. 44—49.
eottv (S>i'Oh. 253 23 106 sarai) au-(o iv >mo). Aber iv Xato ist
nacli a unrichtig (s. z. 4.6, 20). — Gr. für c: aoioc yap (= '••''' -wa)
tj.sryi'^ aou (253 23 om., 248 70 Syroh. Lat. auToO) xal x^povo(xia.
Nur in B S* und 248 (xX-/)f>'Jvoa!'7.r) ("elilt xai', Lat. hat es. Die
Ergänzung im Ilebr. übrigens nach »Syr. nrnriTl nnio Nnan Sbö.
Zu dem Feliler '^m (aus 21a) vgl. Dt. 18,1. Jos. 13,14. —
Gr. om. d. Syr. hü^li-'^ n-s (== zwischen Israel), aber der Araber:
zwischen den Söhnen Israels.
23. Dass Pinehas als der dritte neben Mose und Aharon
gestellt wird, erklärt sich aus Successionsstreitigkeiten um das
Hohepriestertum, in denen vielleicht schon die Erzählung von
Num. 25, 7 ff. ihren Ursprung hat. Vgl. 50,23. 24 und unten
zu V. 25, übrigens 1 Macc. 2, 54. 4 Macc. 18, 12. — Syr. für b:
für (3) seine Mannhaftigkeit empfing er (2Di, Ambr. add. rh) drei
Ehren. Gr. verkürzend: xpiroc si; 5o?ay, d. h. wohl: er gelangte
als dritter zu Ehren. Lat. tertius in gloria. Für die Ergänzung
'^[t^''h\:^ mns '^Jm reicht der Raum nicht (Peters), wohl .aber für
''{uf'^hu^ -njni; vgl. Mm 46, 2. 50, 5 und dazu Gr., und für sk So^w
s. z. 7, 13. Der Sinn ist dann aber: durch Tatkraft war er
herrlich als der Dritte. — iNJpn] vgl. Num. 25,11. 13.— ^:rhüh
h2 ist wohl verderbt aus b^n mS»'? (s. z. 33, 1). Num. 25, 13
steht rnbs'?. Betr. m'^xS vgl. zu 32, 13. Gr. h cpoß<o xupiou, was
als willkürliche Abschwächung erscheint. Ganz willkürlich
Syr. : in seinem Eifer, den er eiferte an der Midianitin und dem
Sohne Israels. — narij Gr. xal a-%mi (248 106 k 157 A 155
cxr^vai) a^xov, Lat. et stare. Sah. und (er) stand. — pM] vgl.
Ez. 13,5. 22,30. Ps. 106,23. Syr. Nnyiina. Dagegen Gr. falsch:
£v xpo7r-(J (155 Lat. h £VTpo7ü-(i). LXX setzt das Wort für TX,
nmhn, n:o. Gr. dachte wohl an j^D Ps. 106, 29. 2 Sam. 6, 8. —
DJ?] Syr. Köj;2, aber w Maus, nayn, Ambr. Berol. «ayn. — i\i^a
ub )2i:\ vgl. Ex. 25,2. Syr. om.; Gr. h ctva^otr^ti (nti>^: itifn?)
TrpoOujxta; «I^u/Tp (s. z. 4, 17) czuxou. — icri] Syr. NV21 (und er
betete), wozu J. Levi S^CT Ps. 106, 30 vergleicht. — Gr. Syr.
om. ""ja; vgl. aber Num. 25, 13.
24. DJ ]2h] Gr. Syr. nur: 8ta tou-fo, aber D3 ist für die
Hervorhebung des 'h unentbehrlich. Pinehas bekam auch nur,
■Was Aharon schon hatte. — pn D'^pn )h] d. h. er stellte für ihn
ein Recht auf (vgl. 45, 7). Gr. is-dbri (248 latyj, Syroh. nop,
Sir. 45, 23— 25 d. 437
Co. Übrigens otaOr^xriV, Lat. statuit illi, vgl. aber 44, 18) oLurm.
Er übergeht pn, das er regelmässig mit oiaör^x-/; übersetzt, um
das Wort niclit zweimal setzen zu müssen, — mSty nnaj das
drückt auch LXX Num. 25, 12 aus. — tJ^npa ^z^dV] vgl. Ps.
55, 23. 112, 5. Gr. frei: TTposta-r^v d-^iw^ xal Xatf» autou. Lies
TTfioaTaisiv nach 106 157 254 Sah., und laoo nach 70 253 23 S«*
106 155 Sah. Lat. Vgl. TrpoaxaxsTv 1 Macc. 14, 47 und TTpoGiatr^s
2 Macc. 3, 4. 3 Ezra 2, 11 (= K^tt^j). Das xal XaoS aSj-nu ist
Zusatz des Gr. (s. z. 46, 20), der damit zugleich die Uebergehung
von pn gut machen will. Aber dass er diesen Zusatz ohne
weiteres hier machen kann, ist bemerkenswert. Für die damaligen
Juden schloss das Hohepriestertum die Ethuarchie in sicli, und
auf die kam es den Prätendenten um das Hohepriestertum allein
an. — Syr. für a und b: darum mit Schwüren (w Maus. Berol.
om. mit SchAvüren) schwor ihm (vgl. 44, 18 Syr.) Gott, dass er
ihm einen Altar bauen solle (oder wolle?). — ■ lu^sj Gr. iva (s. z.
37,15); Syr. 1. — rh)i: n:m] der Ausdruck oft bei den Ilabbinen.
Vgl. auch s*nm an:m Targ. Num. 16, 10. Gr. rhetorisch: ispw-
auvrjc: [xsYaXEtov. — üh)y IV] Gr. et; xou? otiöjvac, 248 Sah. tk tov
aiuiva, Lat. in aeternum.
25 a-d. nn DJ? in^12 CJlJ Gr. xal oiaOr^x-zjv zu) Aausio (Lat.
add. regi), lies mit 70 106 Sah. oiaOr^xr^ (oder oia^x-/; r,v). in^in
wird durch mr: geschützt. Ueber den Bund mit David vgl.
2 Sam. 23, 5. Jer. 33, 21. Ps. 89, 4. 2 Chr. 13,5. 21,7. Jes. 55,3
und übrigens zu 47, 11. 22. — ^ir^ p] Gr. um (70 ^'■■' '"' A k
Lat. add. 'kasat). — HQfih] Gr. sx cpuXr^? (vgl. v. 6). — u^ü nhm
m23 '}zh\ lies '^^x (so jetzt auch Peters) nach 'Jc':» u^^a 1 Reg.
8, 25. Jer. 33, 18. Gr. xXvjpovofita ßaaiXsco? (Aeth. der Herrschaft)
utou (23 Aeth. utöjv) i; uloo [xovou. Hier könnte ßacriÄiw? = ti^''«
mn3 ''ic'? und das Uebrige Zutat sein. Vielleicht las Gr. aber
auch anders (etwa )i2h ):2h). Im Lat. fehlt der Stichus wegen
Homoiarkton. Syr. imgenau nach Gr. für a-c: und auch David
der Sohn Isais das Erbe der Könige (oder: des Königs) allein
er erbte. Nur sieht er mit Recht in c das Prädikat zu a und b.
— Syr. für d: und (Ambr. om.) das Erbe Aharons (gehört) ihm
und seinem Samen. Gr. xXr^povoji.''a '\apd)v (S «ütojv, 155 au-ou,
A k Aeth. Lat. auttp) xctl xol ard[j\iot.zi au-oü. Zu lesen ist 'Aapwv
auTÖ) xat'. Parallelisiert wird die hochpriesterliche Succession
438 Sir. 44-49.
mit der königlichen nach Jer. 33, 17 — 26 (vgl. dort v. 21 sowie
dort V. 18 t^''N ni:"' i^h ü^)hn CJnsSi mit 1 Reg. 8, 25), und nach
Gr. Syr. will der Verf. nur sagen, dass das Ilohepriestertum
allein dem Pinehas und seinen Nachkommen gehört wie das
Königtum allein dem Salomo und seinen Nachkoinmen. Denn
Salomo ist mit )i)2z ''ish ti>''K gemeint. Der enge Anschluss
von V. 25 (n:)) an das Vorige lässt auch nur dies erwarten.
Lies also nacli Gr. Syr. )V'\'h) )h; vgl. Num. 25, 13 und unten
50, 24 "miSi 'h ni2' ah iti^K. Dagegen würde lj?it ^dS bedeuten,
dass jeder Nachkomme des Pinehas Hoherpriester werden könne.
Man müsste dann ti^^« im Sinne von „ein beliebiger" verstehen
und daran denken, dass im Hause Davids nicht immer der Erst-
geborene succedierte (z. B. Salomo selbst). Aber die Parallel-
stellen und der Zusammenhang entscheiden für Gr. Syr. Von
der Succession in der Erstgeburt ist freilich auch v. 13 nicht
die Eede. Auch Gr. sagt hier nichts davon. Aber Sirach kann
auch nicht sagen AvoUen, dass das Holiepriestertum auf jeden
Nachkommen des Pinehas übergehen könne. Er will, dass es
bei Simon und seinen Söhnen bleiben solle, die als Nachkommen
des Pinehas galten, denen aber von solchen, die nicht von Pinehas
hergeleitet wurden, der Besitz des Hohenpriestertums streitig
gemacht war (v. 26. 50, 22 — 24), nämlich von den Tobiaden.
25 e f. Gr. om. Aber als Einleitung zu v. 26 sind die
Stichen nicht zu entbehren. — Zu e vgl. 50,22. Syr. füre nur:
also (vgl. zu 39, 35) segnet Gott; f lässt er aus. — 2115,1 ^^^ r«]
vgl. 2 Chr. 30, 18. — nur oDm layan] vgl. Ps. 8, 6.
26. a = 50, 23 a, wo in"* statt ]m. Gr. auch hier nur
o(o-/j, Lat. ut daret. Syr. 3,T1. — 2h m^n] Gr. aocptav iv (s. z. 13, 19)
xotfvoia utxojv (Lat. in cor nostrum, 106 7)jxTv für utj-iv; vgl. zu 50,23).
— Hebr. om. b. Gr. xpi'vsiv tov Xaov auxou zv 8txaioauvi(j (vgl.
Ps, 72, 2). Syr. für letzteres schlecht: in seinem Namen. Ver-
mutlich war V2'^2 aus v. 15 eingedrungen. — Falsch Hebr. nzu^''
{= Syr. «vsDnj), denn D^mu (Gr. Syr. schlecht: xoc a7a0a a-jKuv)
ist nicht eure Tugend, sondern euer Glück; vgl. auch 34, 11.
44, 11. Also ist n^^"" Fehler für D2)i^\ wie Gr. (a'focvia&fj) etwa
las; vgl. LXX Ex. 12, 15. Ez. 34, 25. Gr. hatte 44, 10 den-
selben Fehler in seiner Vorlage, der übrigens 38, 8 als Variante
erscheint. — Im Folgenden stand in der Hs. nicht D3mi3J1 (das
Sir. 45, 25e— 46, 1. 439
Übrigens nicht i^assen -würde; vgl. v. 23), aber auch nicht, wie
ich früher meinte und man nach 44, 7 etwa erwarten könnte,
crmxcm. Das Facsimile zeigt crmwK. Gr. zal xr^v oocotv auxüiv
(248 70 auTou), 8yr. jinjijSlti^l. Ein Wort für Herrschaft wäre
hier am Platze, vielleicht gab es in diesem Sinn ein m'üs*, so
dass D2r:"ni2S"i zu lesen wäre. Der Akkusativ ttjv öo^ctv aütuiv er-
klärt sich vielleicht aus dem Wechsel passivischen und aktivischen
Gebrauchs des Passivs im Hebräischen. — üh)V nnnS] Syr. für
alle Geschlechter der Ewigkeit. Gr. sie 7£Via^ (SA 157 -(evEav)
a-jTwv (Sah. 7öv3(7jv)^ Lat. in gentem eorum aeternam fecit. Danach
ist vielleicht auuvo; oder auuvtov für auKuv zu lesen. — Diese
Apostrophe verrät ebenso wie die von 50, 22 — 24 das zeitge-
schichtliche Interesse, das Sirach am Pinehasbunde nimmt. Die
pluralische Anrede ist hier nicht die rücksichtsvolle Form, in
der z. B. Jesaja (Jes. 7, 13) den Ahas behandelt. Vielmehr
wendet Sirach sich tatsächlich an die Sadokiden in ihrer Ge-
samtheit, wie das 50, 23 die Ermahnung zur Eintracht deutlich
zeigt. Es handelte sich schon damals nicht nur darum, ob
Onias III.^ sondern ob überhaupt die Sadokiden das Hohepriester-
tum gegen die Tobiaden behaupteten. Durch ihre Zwietracht
arbeiteten sie den Tobiaden in die Hände, überdies aber wirft
Sirach ihnen wenigstens indii'ekt grobe Gleichgilt igkeit gegen
die Keligion (s. z. c. 50) vor, hier, wie es scheint, auch Un-
gerechtigkeit in der Regierung.
46, 1. ^^n p 1)2:] Gr. xpaxa-.r.c (32, 22) iv (13, 19) -o/i.xoi?
(248 SAG 106 k 157 155 Lat. 7:o)i[x(i>). Grimme streicht p 1",
das Syr. ausdrückt. — pJ p j;s^l.T] Gr. 'Ir^aoö? (254 016c, 70 Syroh.
23 106 k 157 A 155 Sah. Aeth. add. uioc, S* add. 0, 248 S «*
add. 6 Tou) Nauv^. — ntf !3 niii^f:] vgl. bes. Ex. 33, 1 1 sowie
Ex. 24, 13. Num. 11,28. Jos. 1,1, und von Eüsa 1 Reg. 19,21.
Gr. richtig erklärend X7.l (Lat. Palaestin. om.) oiaoo/oc (vgl. 48, 8)
MtuusTj. Denn der Diener und Gehülfe des Propheten in seinem
Amt ist wie Elisa auch sein Nachfolger. Die Vorstellimg von
der Succession der Propheten (vgl. zu 47, 1) findet sich schon
in der Chronik, sie stammt aus Dt. 18, 15. Von der Succession
der Propheten zu reden gibt übrigens die hohepriesterliche
Succession hier Anlass. — n«lD:3] Gr. h Trpocpr^xsiat? (44, 3). Lat.
(in prophetis) in dignitate prophetarum (44, 3. 39, 1). — "IJT'U il^K
440 Sir. 44—49.
Wn*?] Gr. nur o; syevötci. — vcnj ist nach Gr. (z7.xa xo ovoixa
auTou) vielleicht Fehler für lot^D (vgl. 43,8). — Syr. für b— d:
durch die Pro])hetie wurde er behütet (TtSjns) zu sein wie Mose,
der grosse, zu bringen durch seine Hand (iTi: ro''2? vgl. zu
48, 23. 49, 6) Erlösung für die ihn Liebenden (47, 22). Das ist
gemischt aus Hebr. und Gr., der in d wohl frei übersetzt: ixs^a?
£-1 aa>r/jpia I/Xsxxojy aüxou (Syroh. 253 23 om., Lat. dei). Vgl.
zu VTnn^ 47, 22. Num. 11, 28 LXX Sam. Vulg. — nx ^epi cpjnSj
vgl. Jos. 10, 13. Auf cpj und r\f^p: folgt sonst im Genitiv der,
für den Rache genommen wird, und der Plural n^opj ist sonst
nicht belegt. Gr. stiess an: sxoixvjscd £-£7£if>o;x£vo'j? (= ""Qp^?)
kyßpou:. Syr. und sich zu rächen an den feindliclien Männern. —
h'^mrh)] vgl. Dt. 1,38. 3,28 u. ö.; Gr. ottw? x^poyo;xr^a-o (aber
248 70 23 SA 106 157 55 254 155 xaxotxX-/;povo!xr;a-/), s. z. 15,6).
— Syr. hat in f: „die Söhne Israels" und setzt hinzu: „das
Land der Verheissung" (vgl. zu v. 7).
2. mm na] vgl. 50,5. 43, 11 und zu 45,23. Syr. KN^ sa,
Gr. w? £oo?7'aOr^; vgl. zu 50,5. 11, und betr. des Syr. noch Gr.
zu 43, 11. — r inilsJD] vgl. Jos. 8, 18 und bes. dort v. 26: IT
l'iT'sa naj "iti^K. Gr. iv x(j) sTtäpoti yßpa^ (Syroh. 155 /s^pa) auxou.
Syr. zieht pT'D aus b herüber und übersetzt nach Pesch. nna ID
m^xai «2^:3. — ic^jnn] Syr. praem. r, Gr. xal (248 253 23 S'^*
A k 157 155 Sah. add. ev) xw (70 253 om.) ixxcTyott (nur B
(C 254) £xxXTv7.i). Vielleicht hat Gr. die Verba vertauscht, er hat
sTiaipsty allerdings nicht nur für ?]''jn (33, 3. 47, 4), sondern auch
für HBi (48, 18), aber sxxeivsiv ist doch wohl = ni3i. — ])rD] Gr.
rät po|xcpatav (70 155 Lat. poirfamc). — tj; h)}] Gr. übertreibend:
£7rl TTOXSI?.
3. Zu a A^gl. Jos. 1, 5. — Vielleicht im Gedanken an
Jos. 10,14 verfällt Gr. auf das grobe Missverständnis: xt; irpoxspov
(al. Tcpoxspo?) auxo'j oo-oic söxr^.— Zu b vgl. 1 Sam. 18, 17. 25, 28.
Gr. xou? yap t:oX£|xiou? (248 70 Syroh. 253 23 S""" Pal. 7:oX£[xou?) xupio?
(248 70 Syroh. S'^^A 106 Pal. xupiou) aüxo? i-r^^ia-^ev (A aTiVjYaT^v).
Das letzte Wort ist wohl verderbt. Syr. 12V {= auxo?) in.
4. sSn] Syr. '^'oa = '2 (aus v. 3). — ifiv] vgl. Jos. 10, 13.
Gr. dvE-ooiasv (ebenso 48, 23), k 155 dvzr.oo(a^r^, A lys-ooiaör^, S
EVETxoSiasv, Lat. impeditus est. — Gr. für b : xal [xi'a r^\^.ipa eysyr^dy]
Txpö; ouo (= Lat. quasi duo). Er las .Tn D'^Jit'D (vgl. zu 25, 19),
Sir. 46, 2— ed. 441
das auch wohl in der Hs. stand. — Syr. : und es wurde ein
Tag zwei Tage.
5. ]vbv ha ha ay -d] vgl. 47, 5. 48, 20. 46, 16. Gr. sTts/a-
)iaaxo (70 add. 77'p) xov (S add. xupiov) u»];iaTov ouvacj-r^v; vgl. zu
V. 6e. 16. Syr. denn er betete vor dem Herrn. — nc:N3j das
Verbum (= Inf. Kai) ebenso v. 16; vgl. Prv. 16,26 (LXX
£xßiaC£-:7.i) und das Nomen Job. 33, 7 (Araber: mein Angriff).
Im Talmud heisst das Nomen ne?« Bedrückung, Zwang. Gr. sv
(16, 26) 1(0 l}Xi''{;7.t, Lat. in oppugnando. — ifach v, 16 folgte
r2D2 rrx (Gr. £xi>r>ok /uxXoUsv). — Syr. hat für b: und er er-
hörte ihn und gab in seine Hand Kraft. Er las hier wie 47, 5.
— in:ri] Gr. xczl s-r^xoDCJev auxou, nur B (C 23 155) lesen auxojv.
— ]']''hv ^k] Syr. om., Gr. der Abwechslung halber: [liyj.; (Sah.
om., 106 157 praem. 6) xupio?, Lat. magnus et sanctus (= 7710;?
vgl. zu 43, 10) deus; vgl. 39,6. — ma] nach Gr. Syr. /aXaCr^?
und Jos. 10, 11. — iy''2:'7XlJ vgl. zu 43, 15. Gr. etymologisierend (?)
ouvatxeo)? xpaxaiag. Syr. rät: und Schwefel vom Himmel warf er
hernieder.
6a-d. Gr. hat am Anfang xv.xippacsv, Syr. aam, wahrscheinlich
stand Dt53n (vgl. zu 32, 17) in der Hs. — Im Syr. folgt Kay hv
KS3D, wonach im Gr. für £-' si)vo? ttoasjxov mit Aeth. Palaestin.
Lat. £. £. 7ro>i[xiov zu lesen ist = 2'')a (^IJ) dj; hy. — Gr. für b:
xal £v x7.xajBaa£'. a-a)X£a£v 7.vi}£3x-/)xox7c, wonach zunächst 11)^21
(Jos. 10, 11) und weiter wohl T2an (vgl. nn*K des Syr. und zu
46, 18. 49, 7) anzunehmen ist. Aber mit 7.vi)£3x-/)xox7c ist ]V nicht
ohne weiteres zu reimen. Es stand da wohl pjD, das Gr. mit
Absicht umging. Syr. hat nur pn^^S 121N1, vielleicht deshalb,
weil er an der Differenz von Gr. und Hebr. anstiess (s. z. v. 7).
— '):) ryn prih] vgl. Jos. 4, 24. — mn '): hz] vgl. 16, 9. Syr.
setzt den Plural: KOin saaj? ])rh2. Vgl. Gr. für c: ha. -^vÄaiv lOvrj
iravoTrXiav auxwv; aber auxojv lesen nur B Syroh. (248 23 C), die
übrigen mit Aeth. Lat. auxou, S'^ lässt das Wort aus. Um so
mehr fragt sichs, ob Gr. wn etwa in imn verlas oder r.rxvrj-KKav
etwa Fehler für a-«)X£ia; (16,9) ist. — Gr. für d ungenau: oxi
ivavxiov xupiou 6 7roX£;j,oc 7uxo5 (aber 23 richtig ctuxwv). Danach
Lat. frei: quia contra deum pugnare non est facile. Syr.: dass
Gott selbst kämpfte mit ihnen. Hebr. ist nicht anzufechten.
Das Suffix in onon'?« geht auf die Kanaaniten und der Sinn ist
442 Sir. 44—49.
wohl: „der Krieg gegen sie" (vgl, 37, 11), obwohl in diesem
Fall die Kanaaniter die Angreifer waren. Zu nc5: vgl. Gen. 31,49
und oben 11, 12.
6e. 7. DJ! steht korrelativ zu DJ v. 8. Gr. für '•2 üi)
schlecht xat -(d^j (Lat. om.), Syr. und auch er. — nn« i66] vgl.
Y. 10. Num. 14, 24. Jos. 14, 8. 9. 14. Gr. e-vxoXo -jDr^asv (v. 10
ropcUcsOai) oTTia«). — ^kJ Gr. ouvaatou (v. 5). — IDn JH^V] vgl,
49, 3 und zu 44, 1. Gr. eTroCr^aev sXeo? (vgl. 29, 1). — V1M 2Tr\rh
hnp] Gr. ctyiia-r^vai svavxt (al. evavxtov) e/Opou (S* om., 70 k 55 254
£/))p«jv, 248 Syroh. 253 23 exxXr^aibtc). Ohne Zweifel ist s/Opou
(vgl, 29,13, 30,6) Korrektur für sxxXr^atW. Syr.: snvTin2 cpoS
sayi. Hier kann XDj; = ^np sein (vgl. zu 44, 15), übrigens las
er vielleicht wie 45, 23 pc3. Aber entweder seine Vorlage
oder er selbst ist nur von 45, 23 beeiuflusst, denn pM passt
nicht, da das Eintreten Josuas und Kalebs nichts half (Eders-
heim). Dagegen hat Gr. schwerlich pcn gelesen; vgl, ocTiocvTaicfa
43, 22 für j?-ilc. Also ist yic wohl Nomen (= Aufregung,
Empörung) oder Inünitiv intransitiver Bedeutung; vgl. Prv. 8,33
und Prv. 29, 18, wo Nifal punktiert ist, und yno (zuchtlos) 10,3.
— myo pnn l'^nh] vgl. Num. 25, 11. Gr. xoj/.uaai (LXX) >.aov
(44, 15) 7.710 {/[xotpiiac. Das ist entweder absichtliche Abschwächung,
oder er bezog iTfi falsch auf das Volk. Syr., der den Zorn Gottes
gern bei Seite schiebt (s. z. 47, 20), übrigens auch wohl hier an
der Differenz von Gr. und Hebr. anstiess (s. z. v. 6), nur: um
zurückzuwenden die Gemeinde. Das ist ein Kompromiss zwischen
Gr. und Hebr. — n'^^'fi^rh)] Gr. xal xoTiotaai (vgl. zu 48, 10). —
ny"i nm] vgl. Num. 13,32. 14,36. 37. Gr. yoYYuajjiov irovr^piac.
Er hat vielleicht LXX im Sinne, die 7077031x0? Ex. 16. Num. 17
für n)hr\ (vgl. Num. 14, 27) setzt. Syr. Kt^'^i K215 und fügt hinzu
„vom Lande der Verheissung" (vgl. zu v. 1),
8, DJ p*?] vgl. zu V. 6e. Gr. Syr. nur: xat'. — D^Jtynj Gr.
060 OVIS?. Syr. sie allein (p.Tnin'^a). Zu 2 vgl. Dt. 28, 62. — 'i'^ywj
vgl. das Kai Gen. 27, 36, sowie n^vsj Ji'ci und SifXJ niD bei
Buxtorf s. V. Gr. (otsawi^r^aav) denkt an h)i:, und Syr. (r2:cnK) folgt
ihm. — "'pjn] Syr. om. — In Dii^yh ist das Subjekt (Gott) ver-
schwiegen (vgl. V. 9 c). — on'^m Ss] Gr. et? xXr^povop-iav.
9. Vgl. Jos. 14, 11. — jn^ij Gr. add. 6 xuptoc. — novy]
wie 41,2, — omnV] ist Fehler nach üü'^rh v. 8; lies nach Gr.
Sir. 46, 6e— 12. 443
(irißrjvai autov; vgl. zu 9, 2) und Syr. {nn)^hu^t2h) i:mn'?; vgl. i"n
Jos. 14, 9. Dt. 1, 36. — "nön hv] Gr. i-\ xh w^j:. Der Artikel
fehlt nur in B (157). Syr. ncpin hv, vgl. zu 9,2 und zur Sache
Jos. 14, 13ff. — l^'T] Gr. xaiiöx^v (LXX). Schlechter Syr. futurisch
mw. Vgl. Num. 14,24. Jos. 15, 16 ff. Jdc. 1, llff
10. apr yi' 'jsj Syr. om. h2. Gr. ungenau: iravcö^ oi uiol
'Ispar^X. Er las gewiss auch yiT, das absichtlich aus v. 9 wieder-
holt ist. Betr. 'Icrpotr^X vgl. zu 44, 23. — 2ia] Gr. xotXov (s. z. 39,16).
— iihtib] s. z. V. 6e. — Syr. für b schlecht: welcher erfüllt
hatte (dW») das Gesetz des Herrn und seine Rechte ('nirm). Er
verstand n'^üCit^'m nicht oder verlas es in ceci^'am. Indessen hat
Maus. KÜm = Hebr. Gr. — Vgl. 23, 27. — Dass Kaleb neben
Josua genannt wird, ist auch darin begründet, dass die jüdische
Landbevölkerung sich grossenteils von ihm ableitete.
11. Wtt'n ^•\s'] er will die Richter nicht mit ihren Namen
aufzählen, muss aber von ihren Namen wenigstens reden; vgl.
v. 12. 44, 8. Der Schreibfehler ex^^ico in B S*. — )h i)i*a h^
)2h NU'j] Vgl. das Nifal Jes. 19, 13. Er denkt wohl an Simson
(vgl. Jdc. 16, 15. 17. 18), wie im Folgenden an Gideon (Jdc. 8,27)
und vielleicht auch an Abimelech. Gr. oawv oüx £;£7ropv£u3iv r^
xc(por7., was wohl Ausdeutung auf den Götzendienst Gideons ist
(vgl. Jdc. 8, 27 n::). Aber so sind b und c tautologisch, und c
obendrein schwächer als b. Knabenbauer will nach 2 Reg. 14,10
erklären. Aber dann wäre isti'J erforderlich; übrigens ist vom
Uebermut eines Richters nichts berichtet. Syr. \)r\2h sj?ö i^hi hD,
womit er sich an Gr., aber auch an Hebr. (vgl. Gen. 3,13. Ob. 3
Posch.) angeschlossen haben kann. — hü ''irtKö JlDJ ah)] bezieht
man am besten auf inS (Ps. 44,19). Dagegen Gr. xal oaoi oüx
dTrsaxpacpr^cjav d~h xupiou. Syr. und nicht kehrten sie (aber Ambr.:
kehrte er) um vom Gesetz Gottes. — rcnnS] Gr. iv (s. z. 10, 18)
suXoYtai; (Lat. in benedictione) ; vgl. zu 45, 1. 44, 12. 23, übrigens
Zach. 8,13 LXX.
12. Hebr. om. a; Gr. gleichlautend mit 49, 10b: xa oaia
a'j,x«)v (fehlt 49, 10, aber 70 hat dort: ava&aXoi xoc oaxa auxöiv) ava-
OaXot £x xou (248 hier: iid xoS, 70 3-t') xottou auxwv = Hebr.
49, 10b Dn[nn nin]nc nm^tv 'nn — Syr. 49, 10b \''^n\fi p.Tmj ]m:
p.Tmnn = mögen ihre Gebeine glänzen unter ihnen. Die Be-
griffe glänzen und blühen gehen durcheinander. Für xotto^ == nnn
444 S""- 44 — 49.
zu 12, 12, und für vnnn = Grab 48, 13. Für cnnnö (vgl. 48, 13)
ist 49, 10 in der Lücke kein Raiun. Uebrigens setzt der Wort-
laut in b für a eine Verbindung wie mmo Mn voraus. Dagegen
hat Syr. hier für a: und es mögen glänzen ihre Gebeine wie
Lilien (wt^'lti'), was Abwandlung nach 39, 14 ist. Der merkwürdige
Ausdruclv kann bei Sirach nicht von einer Auferstehung der
Toten verstanden werden. Aber die einzelnen Menschen gehen
aus der Erde hervor und beim Tode kehren sie an ihren unter-
irdischen Ursprimgsort zurück (s. z. 40, 1). Dabei hat man die
Entstehung der IMenschen vielleicht aucli in Beziehung zu den
Gräbern ihrer Vorfaliren gebracht. Dann wäre der Sinn, dass
die Richter in Nachkommen Wiederaufleben sollen. Vgl. uocli
Jes. 66, 14, wo der Ausdruck für die Freude der Lebendigen
gebraucht ist. Bei den Arabern wird den Toten oft gewünscht,
dass Regen auf ihre Gräber falle. Umgekehrt heisst es in b,
dass der Name der Vorfahren für die Nachkommen ein Nach-
wuchs sein soll, d, h. dass sie in ihrem Namen bei den Nach-
kommen stets gegeuAvärtig bleiben. Undenkbar ist es nicht, dass
sich jüdische Familien der damaligen Zeit von den Richtern
herleiteten. Vgl. aber vielmehr Tob, 4, 12: utol -pocpr^-öjv £3[xcv,
und oben S. 413. Betr. ?]'''7nn vgl. zu 44, 17. Syr. für b frei:
und sie mögen hinterlassen ihren guten Namen ihren Söhnen
und dem ganzen Volke ihren Ruhm (pnnniti^n, Ambr. pnnmDii^n).
Aber die letzten Worte stammen aus v. 13, dessen Anfang auch
im Gr. mit v. 12 verquickt ist. Er hat für b: xal -o ovo.xa au-cov
avttxaTaUa(5(56[x£vov (vgl. zu 44, 17) £'f (248 70 sv) uioT? (308
uioü?) osoo^aaixsvwy a-jicov = und ilir Name (möge grünen) über-
tragen auf Söhne. Er denkt wohl daran, dass den Kindern die
Namen von Vorfahren gegeben werden. Lat. et nomen eorum
permaneat (al. permanet) in aeternum permanens (al. permanet)
ad filios iUorum sanctorum virorum gloria. Im Am. fehlt perma-
neat in aeternum. Uebrigens entspricht das im Gr. überschiessende
o£oocaa{x£vtuv (v und vielleicht Sah. o£oo?aa|x£votc) auzäiv einem
Ausfall bei Gr. in v. 13, wo er für )WiV 'lifTi W 2mK nur hat:
Yj'a7:r/|xsvo; uro xupiou (vgl. zu 3,16) «ütoo, Syr. nur: und geliebt
von seinem Schöpfer. Augenscheinlich hat Gr. (und vielleicht
auch Syr.) ain« (vgl. 45, 1) an Stelle von ^))n (vgl. Dt. 33, 24)
gelesen, dagegen wird hinter Ö£oo^aa[x£Vü)v n2DJ (vgl. 1 Sam. 9, 6
Sir. 46, 13—16. 445
"122: ti'^xm und 48; ß), und hinler auxöiv entweder wy oder ü'^WiH
(vgl. 1 Sam. 2, 26 und 4b, 1) stecken. Denn a-jTwv ist wohl wie
10, 17 (s. d.) aus c(V(üv = aviiptoTrojv verlesen, ebenso osoo^astxEvot?
aus o£oo;c((3a3vo?. Lat. scheint ein fehlerhaftes oo;7. vorauszusetzen,
aus dem sich vielleicht auch pnnnat^n bezw. pnnmnii'n des Syr.
erklärt. Ich setze nach Gr. Syr. nz:: an Stelle von 2ma, und
letzteres als 2"AS1 an Stelle von ''I2:n.
13. Zu a s. 0. — '^Niti^öii] las vielleicht schon Syr. (SsntJ'Ki),
erfordert ist durch 1 Sam. 1, 28 ^Nti^wn; vgl. Wellhausen, Pro-
legomeua (1883) S. 141. — nxi2jn ^^^ t:j] Syr. om. ^^\ Vgl. tt:
ü'rha Jdc. 13, 5. 16, 17. Sirach versteht 1 Sam. 1, 11 (vgl.
dort LXX) falscii vom Naziräat. Dagegen stösst er sich an dem
Friestertum Samuels und setzt deshalb abschwächend |n:öi, wofür
Syr. freilicli x:nn hat. — Gr. hat fürb-dnur: Sctao'jyjX Trpo'f r^rz-p
xupto'j, und für e nur: xa-sar/jss (vgl. zu 48, 10) '^t.gCkzit.v. Dafür
Syr. passivisch : durch dessen Wort festgestellt wurde (njpn) das
Königtum. Man muss danach aber ^x h-t]- ergänzen; vgl. "lai
CM^K 1 Sam. 9, 27. — n^r::] vgl. 1 Sam. 9, 16. 10, 1. 13, 14.
25, 30 u. ö. Gr. ap/ov-ac. Syr. K^SoT wa'^Sä^. — oy hv\ Gr. add.
auxoS, Syr. atzyh.
14. Nach Syr. nDiDjn und Gr. sv vo|j.m xury'o'j ist nicht imina
anzunehmen, sondern niÄsn (vgl. zu 44, 20), das in die Lücke passt
und an nci'M anklingt. — nü'] Syr. npo; Gr. vielleicht will-
kürlich: iV.pivsv. Gemeint ist das 1 Sam. 7, 2 ff. Erzählte. —
2pT m'?« ipc'i] gibt Syr. wieder mit: wie befohlen hatte (ipc) der
Herr (ma) Jakobs. Gr. xal i-s^xi-Vairo (Lat. schlecht vidit) xupio?
Tov 'Iccxwß. Auch er hatte wohl schon unseren Text vor sich.
Man darf aber nicht zpT na nM^x herstellen. Ein Subjektswechsel
ist unwahrscheinlich, und vom Siege bei Ebenezer ist erst v. 16
die Rede. Deshalb hat J. Levi mit Recht ^'jn« emendiert (vgl.
Num. 24, 5). Sirach hat wohl 1 Sam. 7, 16 f. im Sinn, wobei
er an Visitationen wie 2 Chr. 17, 7 ff . denkt.
15. Syr. om. — Gr. für a: h zia—i autoCi r^xpißaGÖy] ^rpo-
9-/JT-/;c. Aber am Anfang stand in der Hs. nicht iniwsn, sondern
Vo niia»a, Gr. hat also wohl gekürzt (vgl. zu 45, 3). Uebrigens
heisst Y/pii3acjör^ (= u^m; vgl. 1 Sam. 9, 9) wohl: er wurde auf
genaue Probe gestellt; vgl. dxpißsioc 42, 4. Saul und sein Be-
gleiter gingen zu Samuel um seines Rufes willen; vgl. 1 Sam. 9,6.
446 Sir. 45—49.
In der Hs. steht \i>)'\''\, nicht wie v. 20 u^ii:, das dort auch etwas
anderes bedeutet. — Gr. für b: X7.t iyvwa^ sv rjf,ii'y-i (SAG 106
k 157 155 Lat. -[xastv, B (308) ~(a-zi) au-ou Triaio; o^A^szmq (70
opa'aei). Vgl. 48, 22 riaxo; iv opaast auiou. Lat. hat für opctasoi?:
quia vidit deum lucis. Gr. verstand nxn (wie für nyil nach
1 Sam. 9, 9 ff. zu lesen ist) falsch als Abstractum, aber |ow
verstand er richtig (vgl. 36, 21). — Vgl. 1 Sam. 3, 19—21.
16. Zu a und b vgl. zu v. 5. Gr. übergeht mit Unrecht
Kin, dafür übersetzt er '^x ^s* doppelt mit -ov /opiov ouvaat/;v (s. z.
V. 5). Syr. zieht a und b zusammen in: und auch er besiegte
(lan) die Feinde auf allen Seiten (Mmn pnS: p). Gr. für b : sv -m
&Xt'];at (248 70 Sah. Aeth. add. auxov, S* add. auxou) i/^^poü? auTo5
(S"^ om.) xuxXo{>£v. — Nach Syr. npD03 und 1 Sam. 7,9 ist ]n'hyn2
herzustellen; Gr. hat sv Ttpoacpopa. Zu ergänzen ist sodann [2\h[n n'^jts
nach Syr. saSm snöK und Gr. «pvo? 7aX7.Ö-/)vrj5; vgl. 1 Sam. 7, 9
und dort LXX. — Uebrigens fehlt in allen drei Texten ein
Stichus, der etwa gelautet haben mag: ha^u^^ ij?2 S'^cn"'! (vgl.
1 Sam. 7, 5) oder '''h S^Sd nhv (ebeudort v. 9).
17. Die Ergänzung in a nach Gr. x7.i sßpovr/^ssv octt' oupavoo
xupto?, Syr. «ni2 (Ambr. Mas. II ü'ü'^fz) K-aif^ p cr'l, sowie 2 Sam.
22, 14. 1 Sam. 7, 10. — ypc3] Syr. Kjrpcm, Gr. xctl (k om.) Iv
■ff/to. Das Nomen ist in dieser Bedeutung sonst syrisch, neben
Nj?pD findet sich auch «ypiö, daneben das Verbum im Pael. Aber
auch aram. heisst j;pc lärmen, öfter aram. und neuhebr. wie auch
syr. spalten; vgl. auch zu 30, 12. — Tnx] Syi*. «ron, Gr. ij-s^ofAu)
(248 70 add. ßpov-V:). Vgl. Tix h)p 50, 16 und TIK 40, 13 (Gr.
hat beide Mal [Asya?), übrigens hm Sipi 1 Sam. 7, 10. — V^^^]
Gr. axoucj-r^v s-or/j3ö, Syr. Vttti'«. Da Gr. in solchem Fall eher
das Passivum für das Activum setzt als umgekehrt, ist vielleicht
y^öiy,! zu schreiben (vgl. auch 50, 16).
18. yJD^l] vgl. 1 Sam. 7, 13. Gr. xal i^s-pi-^sv, Syr. I2n
(Ambr. 12m); vgl. zu 33, 9. — '2'^:] er versteht 1 Sam. 10, 5.
13, 3. 4 richtig. Um die Zerstörung einer Säule kann es sich
1 Sam. 13 nicht handeln, denn ein derartiger symbolischer Akt
müsste von Saul oder vom Volke vollzogen werden. Vielmehr
vollbringt Jonathan eine Heldentat. Gr. tjyouijisvou;, Syr. nach b
s:i2^^rr ])rh2. — ly] muss wegen "»a^^fi nach 47, 7 erklärt werden
(J. Levi). Gr. schlecht Tapt'wv, Syr. folgt ihm mit mxn. — [i^]»*''')]
Sir. 46, 16—20. 447
die Ergänzung nach Syr. i^m; Gr. om. — "iiD] Syr. WTia, Gr.
19. a = 40, 5 c. — Gr. xal Tipo xaipoo xoitxT^aeoj^ <zi(uvo?.
Hier ist irpo abschwächend gesetzt; 1 Sam. 8, 1. 12, 2 heisst es
nur ip*. Uebrigens ist i^Dii^e Sj? im: (vgl. Jes. 57, 2 und 2:t:^
47, 23) nach 30, 17 wiedergegeben; vgl. zu 48, 13. — Wii^OT ^^^]
vgl. 1 Sam. 12, 5. Gr. abschwächend nach 1 Sam. 12, 3 svotv-t
(vgl. zu 10, 7, aber Ivav-i fehlt im Cod. 23) xupcou xal ypia-ou
(248 70 S''"^ Aeth. add. auxo5), dem Textfehler folgt Syr. (onp
Nn"'ti*o Dipl sna). — d'^vji ist nach Gr. sowie 1 Sam. 12, 3 LXX
und Am. 2, 6. 8, 6 Fehler für cSyjl, das auch durch den Fehler
ü'^hin^l 1 Sam. 12, 3 MT bezeugt ist. Sirach las dort noch wie
LXX. Die Ergänzung MnpS "ao nach 1 Sam. 12, 3. Gr. frei:
ypYjjj-otTa xal Ito; uTioor^ixa'ttuv (vgl. Gen. 14, 23) drJj rA^r^i aapxo?
oux £ilr/fa, Syr. z. T. ihm folgend: Bestechung und Geschenk
habe er von keinem Menschen genommen. Sie beide gehen der
harten Verbindung n'''7j?Ji 1£13 aus dem Wege. — Dis hz] Gr.
avi)p«>-oc, Syr. iDn h2 (vgl. Gr. zu c). — njy] Gr. ivsxaXsssv, Syr.
inDK. — Das im Hebr. folgende Distichon fehlt im Gr. und Syr.
und ist unecht. Die Korrelation von v. 19 a und 20 a schliesst
es aus. Der Glossator vermisste aber einen Hinweis auf 1 Sam.
13, 8—15. 15. 16, Iff. 19, 18 ff.
20. Gr. setzt in Fortfürung des bildlichen Ausdrucks von
V. 19 für "imo ""inx [xsta -h u-vwöai au-ov, dagegen für VDii aus-
deutend xY]v TsXsuTTjv auToCi. Danach las er wohl iDin, auf das
auch nnmx des Syr. führt. r:n müsste man, i:m könnte man
(vgl. Job. 21, 31), auf die Sünden Sauls beziehen. Aber Saul
fragt wegen seines Schicksals, und auf das muss die Antwort
gehen. Sodann hat Sirach oifenbar 1 Sam. 9, 6. 8 im Sinn, er
verdreht das i3Dm n« "VT in Hass gegen Saul. Diese hässliche
Kehrseite hat der jüdische Glaube an die Allmacht des Guten
auch bei ihm. — nn] Gr. xal u-sSsi^sv (vgl. zu 14, 12). — Das
Nifal tt^iu heisst im Kanon sich befragen lassen und das ist
auch hier angemessen, daher Gr. nicht unrichtig TrposcpT^Tsuas.
Syr. hat Sxnti^i*. Vgl. sonst 1 Sam. 28, 7. — iSip psa XK'^'ij ist
Abschwächung des 1 Sam. 28 Erzählten. Gr. xal dvut^^wcss xtX.;
vgl. zu 11, 1. — Im Hebr. ist d zumeist ausgefallen, vielleicht
deshalb, weil schon in einer Vorlage der Hs. vier Stichen in
448 Sir. 44—49.
eine Zeile zusammengedrängt waren. Syr. hat Nnen i^ano'? Nnr333,
wonach nxisjn zu d gehört. Gr. sv -(iocpr^Tsia (S -xsiai;; vgl. zu
44, 3) i^ciXtvlai (s. z. 40, 12) avoixi'otv /.aoCi. Al)er /.'/''/j ist gewiss
Zutat; vgl. 45,7. 22b. 24. 49,2. Von der Sünde des Volltes
kann Sirach hier nicht geredet haben, sondern nur von der
Sünde Sauls, die freilich auf dem ganzen Vollce lag. Durch
die Niederlage auf dem Gilboa und Sauls Untergang wurde sie
gesühnt, das Ereignis wurde aber bewirkt durch Samuels Weis-
sagung (vgl. 49, 7), die zugleich für das Glück Davids Raum
schaffte. Nach Syr. stand da r\^2Uf7]h (49, 2), und sodann can
(49, 2) oder dgl.
47,1. nnx] Gr. [xsxi xoSxov, nurC (248 55 254) Sah. Lat.
tx. Tou-0. — ni2v] hier und v. 12 im Sinne von aufstehen wie öfter
in Daniel. — in ^izh 2Tr\rh] vgl. zu 8, 8. Gr. willkürlich und
schlecht: Trpocpr^-süsiv (248 70 Lat. o 7rpo'^r^-r|c) iv 7j]jL=po'.i; ootuio.
Von ihm beeinflusst Syr.: der Prophet, um zu predigen (i^'üU^iih)
vor David. Nathan nennt sich dem David gegenüber "jnaj? (1 Reg.
1, 26). Die Worte zeigen noch deutlicher als 46, 1, wie sehr die
Succession der Propheten für Sirach das Schema der Geschichte
ist. David muss im Schema dem Nathan untergeordnet werden,
obwohl Nathan sein Diener war und weiter von Nathan nichts
zu sagen ist. Deshalb kann von „den Tagen Davids" des Gr.
nicht die Rede sein. Dass ein Prophet einem Könige diente,
war ausserordentlich, daher v. 2 das vom Gr. freilich über-
gangene ''2. Von Nathan wird übrigens wohl deshalb geredet,
um nebenher die königliche Succession und so besonders auch
den Saul auszuschliessen. Vgl. überhaupt zu 46, 1.
2. nns] vgl. Lev. 4, 8. 10. 19. Gr. acpwpiafxsvov (LXX). —
ti^npöj Gr. frei: arco a(«--/;ptou (Lat. a carne). trip ist das Schlacht-
opfer, aber D^u^ip l^np sind die Fettstücke, die auf den Altar kommen.
Aehulich wird 49, 1 das Gedächtnis Josias mit dem hochheiligen
Räucherpulver verglichen. Vgl. Sap. Sal. 3, 6. — In b wirkt
Diw nach; Schechter (the Wisdom of Ben Sira p. 31) vergleicht
gut Ps. 89, 20 D^o ninn ^msim. Syr. wiederholt ci. — '^Kiii»^»]
Gr. drJj zvbv uiüiv 'hpa.r^'k (vgl. zu 50, 20).
3. pnti'] Gr. sTrai^sv, B* A sTiaiCev; 248 70 254 Ik£$£vu>3£v
(vgl. Jes. 11, 6 f.) aber 70 254 lassen dabei &; h aus; C (308)
Sir. 47, 1— 6 b. 449
sTraiasv, danach vielleicht Syr.: Löwen tötete er. — pnii' mit h
heisst im Kanon über Jem. lachen, bei der Bedeutung spielen
lindet sich dort 3. Gr. hat beide Mal sv, was bei ihm ebenso wohl
auf h wie auf i zurückgehen kann. — ''IJd] Gr. Syr. haben
den Plural, der wohl herzustellen sein wird. — |ti^3 "ina] könnte
nur heisseu: wie mit Stieren (Dt. 32, 14 gehört c^'^^si zum
vorigen Stichus). Dagegen Syr. . siön ya; Gr. (u? h apvaat
TTpoßatüJv; vgl. LXX Ps. 114,4. G (|N^ ^33), Gen. 21,28 (|si:n mt^3D).
Zu schreiben ist js:: ''jn: oder eher ü''^22 'J2D, obwohl diese Ver-
bindung im Kanon nicht vorkommt; vgl. aber D'IJ? ^i2 2 Chr.
35,7. — Vgl. 1 Sam. 17,34—37 und Jes. 11, 6 ff.
4. mj?J3] Gr. add. ouyt (248 70 k om.). Vielleicht las er
ein ahn (vgl. 46, 4). — maj] vgl. 1 Sam. 17, 51. Gr. Yqavxa. —
iD^l] Syr. inysi, Gr. xal izr^^zv (LXX). — nSiy nein] vgl. Jer.
23,40. Ps. 78,66. Syr. HDVi xnon; vgl. Jes. 25,8. Gr. ovsioiafiov
sx Xocou. Vgl. Ps. 151, 7 und 1 Sam. 17, 26 hui'^*' hvf2 nenn Tom,
wonach DJ? ^j?'^ zu schreiben ist. — lc^:n3] Syr. ri^j«, Gr. Iv xu)
sTiotpai (s. z. 37, 7). — IT] Gr. /öTpoc (23 A k -/sTpccr). — y'rp Sj?]
Syr. erleichternd: xj?Sp3, Gr. sv Xt'öu) acpsvoov/jc, 70 iv Xii>oi? acpsv-
oovo^- (sie) ; aber Syroh. hat für sv ^y = stti'. — n2i:>"'l] Gr. y.ocl (248
70 23 Sah. Lat. om.) xaxaßaXsTv (Syroh. S 106 '=°^'- v C 155
Lat. xaxIßaXsv). Ob er anders las, steht dahin. — niKon] Gr.
5. Zu a vgl. 46, 5. — Syr. denn er betete A^or Gott. —
):'!2'2] Syr. m^3. — ^irh] Syr. hupf^h ; Gr. icSpai (vgl. zu 33, 9). —
nwnSö j?ir] vgl. npa nan^a if's* 1 Sam. 17, 33. Gr. Suvaxov ev
(13, 19) 7rrA£[i.tj) (Sah. TroXsjxot,-; vgl. 46, 1); vgl. LXX 2 Chr. 35, 3
(Suvaxo; = pao). — Zu d vgl. Ps. 148, 14 und unten v. 11.
51, 12 15. — D"\ph)] Gr. Syr. om. ) (254 Lat. haben v.ai). — Syr.
i. f. add. ':nD\y.
6 ab. Vgl. 1 Sam. 18, 6 ff. — Gr. ouxoj? Iv [iupiaaiv ioo^aasv
(lies iSo^aaczv) auxov xal -(jvsaev (lies mit 70 S'" 106 157 308 Aeth.
rjvöaav) auxov Iv siXo^iai? xupi'ou. Hier ist ouxto; vielleicht nur
schlechte Uebersetzung von p Sj? und Iv jxupiaciv und Iv soXo-j-tai?
xuptou doppelte von n22'\2 (n:i33). Syr. hat in halbem Anschluss
an Gr. : darum lobten ihn die Weiber mit Myriaden. Jedenfalls
ist Hebr. beiden überlegen. — Betr. 3 n33 vgl. zu 45, 2.
Smend, Sirach-Kommentar. 29
450 Sir. 44—49.
6c. 7. ?|^J2: imays] vgl. zu 11, 5. 40, 4. Gr. zieht die Worte
schlecht zum Vorigen: ev rm cpsf/saOat a-jt«} oi7»/;|jl7. (11, 5) oo;-/;c.
Er übergeht onSj und setzt dafür ein nichtsnutziges oo$-/jc: hinzu
(s. z. V. 11 und zu 4r)/2). Uebrigens ist a-jT»! wohl nach 2 Sana. 1
korrigiert aus autov (= als er die Krone erlangte); vgl. cpopsiv
für nisj; 11,5. 40,4. — Syr. ist für 6 c verstümmelt und verderbt
u'nrns h''bp (wenig kämpfte er). Lies iih''h2 (Krone), wovor etwas
ausgefallen ist. — 12: (2 Sam. 8,1) r^rn r3D5:i| Gr. iU~(A<'^z (•'^3,9)
Yotp i'/ß^jrjh: xü/Xof}£v, danach Syr. Mmn ])rh2 p xs:d (33, 9) inm.
— Cij; cnu'^cz p"'!] Gr. xoti i^rjuosvojas ^l>'jX'.aTici;x uTrsvcvtiouc. Da-
nach hat er nnj; (vgl. 37, 5), das vielleicht au cSiy anklingen
soll, wohl schon gelesen. Aber |n''l ist verderbt und izo'joivuiaz
passt in der gewöhnlichen Bedeutung nicht; Lat. setzt wohl
"willkürlich exstirpavit. Indessen steht das Verbum auch Judith
13, 17 in Verbindung mit s/i>po6c, dem Anschein nach im Sinne
von zu Schanden machen. Vielleicht hat Gr. jj''j:n doppelt über-
setzt. Syr. hat mit Uebergehung von cnj;: und er rächte sich
(pcn^?^) an (p) den Philistern. Danach darf man aber nicht etwa
Dpj""! (vgl. 46, 1) herstellen; vgl. dagegen zu 13, 12. — ciip]
nach Gr. Syr.
8. nmn ]r\:] auch im Kanon wird der Inf. nnin öfter (z. B.
1 Chr. 25, 3) wie ein Nomen gebraucht; vgl. nsmn |ns 51, 17
und min |nj Jos. 7, 19. Gr. sowxsv IsoixoXoYr^aiv; vgl. zu 17, 27.
18,28. — ':x'7] Gr. 6r;(m (s. z. 43, 10). — ni2[: nasnjj die Er-
gänzung, für die der Raum ausreicht, nach Gr. pr^ixot-:'. (70 C
pyjfjLaxa, 155 pr^tx^atv) oor/jc. Vgl. Syr., der a und b zusammen-
zieht in: deshalb gebend war er Stimme in Worten (w Maus.
Berol. Worte in der Stimme) des Bekenntnisses und der Ehre.
— Zu c vgl. Dt. 6, 5. — 3mx] lies 2nx. Gr. o\lYr^a^ xal r;(dirr^az ;
aber 'myr^at ist entweder Variante (vgl. 39, 35) bezw. Dittographie
von r,'('-j.-r^'jz (Schlatter) oder ein Rest von d, und xat' vielleicht
Fehler für xv = x-jpiov, das 70 hinter tov TM-f^aot^^-y. autou beifügt.
Vgl. Lat. laudavit dominum et dilexit deum, qui fecit illum et
dedit illi contra inimicos potentiam. — Im griechischen Vulgär-
text fehlt d, aber hierher gehört, wie zuerst Schlatter gesehen
hat, was 248 70 hinter v. 9 lesen: xat xocO-' rf\iirjoiv (= dv h22'\
vgl. zu 45, 14) aiviöouoiiv iv tpoai? autÄv (70 om.). Gr. hat wie
auch im Folgenden den Plural (= die Tempelsänger) für den
Sir. 47, 6 c— 10. 451
Singular (= David) gesetzt. Uebrigens ist nach at'yscsouaiv SS.T
oder hhn in Fortsetzung von rimn ]n: anzunehmen^ wogegen iv
(öoaic, wenn es richtig überliefert ist, auf freier Uebersetzung
beruht. Syr. hat nämlich für 8d 9: und an jedem Tage be-
ständig (n'Kröx) seine Loblieder (nnn2i^*n) sagend war er vor dem
Altar. Er zieht hhn'' und Tti» mrj: zusammen, weil auch er ]''2n
nicht las. Aber in 8d las er wie 45, 14 Tsn, das indessen hier
wie dort als Nomen zu verstehen war: und alltäglich lobsagte
er in einem ständigen Opfer (= Accusativ des Produkts). Es
wird angespielt auf 1 Chr. 16, 6. 37, wo es von dem musikali-
schen Gottesdienst, den David bei der Lade einrichtete, heisst:
'i:t P"iK ^jqS rr2n und -iwz er i^-ih r^n.
9. Betr. des Syr. s. o. — TU^ mrjjj können Zither und
Harfe heissen, weil sie den Gesang begleiten; vgl. TSi' ■''72
1 Chr. 16, 42. Allerdings heisst TB' vielleicht auch die blosse
Instrumentalmusik (s. z. 40, 21). Gr. '}aA-(ooo6;; dasselbe Wort
steht 50, 18 für Tt^Ti. — Nach Gr. h-r^'ss.v ist y^n vom Rande
aufzunehmen. — Ob zugleich an die Erfindung der Instrumente
durch David gedacht ist (vgl. 1 Chr. 23, 5. 2 Chr. 7, 6. 29, 27.
Neh. 12, 36. Ps. 151, 2), steht dahin. — no:o h)p\ ist wie 35, 6
= Liederklang, hier metonymisch für die Psalmen selbst. —
ip'n] bedeutet wie Koh. 12,9 und yn 44,5 (s. d.) s. v. a. scan-
diren, in metrischer Form abfassen. — cSiiS] d. h. entsprechend
den überlieferten Melodien = p)n ''hv 44, 5. Vgl. auch hn: niTtJ'
39, 15. — ü'y:r\ ist Variante zu |pn 2^62:^); vgl. na^j?i 45, 9, wo-
nach es übrigens auch bedeuten könnte: er liess wohltönend
erklingen. — Gr. hat die Wörter umgestellt: /al (157 om.) s;
r]'/rju:; {= h)p wie 45, 9) au-ojv YXuxotivc'.v ixe/,-/). Codd. (23 55 155
308) korrigieren YXuxa-'vsi (Lat. dulces facit), aber die Fortsetzung
des Verbum tinitum durch den Infinitiv ist ein Hebraismus;
vgl. 49, 9. Ich setze ji-sX-zj = (q^)S2j'7 maw (vgl. zu 44, 5 und
die Randlesart S23), dagegen ■.'X'jxa-'vstv = ipTi u\ Allerdings
könnte YXoxatvs'.v auch = c^in sein, aber die Wurzel wird nie
so wiedergegeben, und das technische jp^i hat das Vorurteil
für sich.
10. Die damaligen Sadokiden waren im Kultus lax, auch
deshalb wird wohl Davids Bemühung so hervorgehoben, besonders
wird aber der Musik der Festtage gedacht, — Gr. für a: £0(oxsv
29*
452 Sir. 44—49.
(Lat. praem. et) sv (= h vgl. zu 10, 18) sopTctTc (vgl. 43, 7)
suTrpsTTsio'.y. Danach köunte man vermuten: Ti33 cnyioS ]n''] = und
er ehrte die Festtage. — Syr. hat für den ganzen Vers: er gab
grosse Loblieder («nmn Knn2ii>n) jedes Jahr an Jahr («:ii'2 sjk' hj).
Die Loblieder stammen aus c und d oder aus 9 b, dagegen ist
am Schluss von b ruK'S n:ii^ anzunehmen, wovor etwa für ein
Verbum mit Suffix Raum wäre. (h-. hat: /cd sxoajx-zjasv xonpooc
[j.s/f>i cuvxsXsiac. Die letzten Worte sind vielleicht Uebersetzung
von r^y^2 nju'. Vgl. 1 Chr. 23, 31, übrigens oben 38, 28. —
['ijS'?n2] Gr. setzt auch hier den Plural: iv im ahzXv «utou?. Aber
der Aethiope (und er lobte) drückt autov aus, und Miss. Moz.
384 hat: ut laudaret, und in d: amplificaret. — ip2 "iZih] kann
nur heissen: vor dem Morgen, nicht: alle Morgen (vgl. 1 Chr.
23, 30). Gemeint sein müssen Vigilien (vgl. Ps. 57, 9). Gr. un-
genau: '/.cd «710 Tpwt, ausser B (55 308) haben alle d-o Tipwia;.
— pT] vgl. 50, 19. Gr. v/sTv (70 -/j/_£t, S*''' praem. 'f«jv-i^), was
nach 50,16 auf das Heiligtum zu beziehen ist. — 248 xo d-,'taatx(z
au-ou, Lat. dei sanctitatem.
11. DJ] Syr. P|X1, Gr. om. — T3ynJ vgl. 2 Sam. 12, 13.
24, 10. Gr. d'f cTXc, Syr. p25J^. — r;^z\ Gr. xa? dixaptta; auxou,
Syr. -npttn. — ):y] vgl. zu v. 5, sowie Ps. 89, 25. 132, 17. —
riD^oa pnj wäre jedenfalls herzustellen statt des von Cowley-
Neubauer gelesenen m'^ö npn; vgl. pn 45,7. 24 und nsSoo 46, 13.
47,21. Gr. oic(i)r/.-/jv (s. z. 14,12) ßaaiXstov (55 254 ßctsiXsojs), aber
248 70 Lat. haben richtig ßa^iÄsi'oc; (vgl. Syroh. sm^Saa). Gemeint
ist (vgl. zu V. 22) das ewige Königtum des Hauses David. — ■
Vgl. zu d 2 Sam. 7, 12. 13. 16. — pn 1HD31J Gr. v.r/1 Opovov oo?-/;c.
Ob er 1133 KC2T (vgl. 1 Sam. 2, 8. Jes. 22, 23. Jer. 14, 21. 17, 12)
las, ist mindestens zweifelhaft; vgl. zu v. 6 und zu 45, 2. —
Für ühmi'' ist nach Gr. hi^i^' herzustellen. Syr. hat für c und
d: und er gab ihm den Thron des Königtums über Israel auf
ewig (w Maus. Berol. om. nSj?':).
12. "ni3:?2l] vgl. zu 44, 12. Salomo hatte kein ausreichendes
eigenes Verdienst (vgl. 44, 22b und 1 Reg. 11, 12. 13. 32. 34). —
noy] s. z. V. 1. — h'2^^] vgl. 1 Reg. 2, 3 und D3n p 1 Reg. 5, 21.
— n::^':] vgl. 1 Reg. 5, 5. — Gr. stellt um: [xsxa (C praem. xat')
xoDxov dvia-fj rjihg e7:iaxrj[i.(ov xal o'.' auxov xaxsXuaev (= |;ti^ 14, 25 u. ö.)
iv 7:Xaxua[jL(5. 253 70 lesen xouxo, sodann S 70 Lat. xa-srauasv
Sir. 47, 11—15. 453
(aus V. 13). Wie Gr. auf iv -la-uisix«) vertieL ist unklar. Las er
wirklich 2mö2, so müsste das in übertragenem Sinne gemeint
sein (vgl. Ps. 118,5), aber der Ausdruck wäre, wunderlich. Lat.
für b: et propter illum dejecit (vgl. auch zu \. 13; Sang. Corb.
perfecit) omnem potentiam inimicorimi. Syr. folgt dem Gr. und
ändert dabei Avillkürlich. Er hat für 12. 13 a und es stand auf
nach ihm ein mächtiger (xcpn) König, es wohnte in Sicherheit
(x^'^i^'n = mäzh oder nih^*!?) Salomo.
13. no'^ii'] Syroh. add. oc. — n'h^] vgl. vStt« 41, 1. Gr.
£iprjv/j^. Betr. des Syr. s. o. Man darf schwerlich cih^* herstellen
nach 1 Reg. 5, 4. 26. 248 70 add. xal soo^iaf)-/].— hü)] Gr. «[, o
ööoc. — 248 xu/Äoihv a-j-oa. — Lat. für b: cui subjecit dcus
omnes hostes. — Vgl. zu b 1 Reg. 5, 18. — "Wii] Gr. schlecht:
iva (vgl. 37, 15). Syr. ihm folgend und kürzend für c und d:
damit er baute ein Haus für seinen Namen in Ewigkeit. Gr.
vertauscht 1''2n (^t/jT^j) und iT) (iioiiias-ifj) und setzt für lötyS ir'
oyrjixaxi au-oo, aber Lat. (in nomine suo) las vielleicht iv = h;
vgl. zu 10, 18.
14. Die Anrede in v. 14 — 20 an Salomo und 48,4 — 11
an Elia ist charakteristisch; etwas anderes ist es, wenn in der
Totenklage ein eben Verstorbener angeredet wird (2 Sam. 1, 26.
3, 34). — l^nyjs] Syr. add. ])f2'b^. — iK^: ?^)tni] vgl. zu 39, 22.
Gr. xal svörXr^a&r^^ w; -oxor.|j,oc (wonach Syr. Sini); vgl. ava-/.r,pa)v
24, 26 = Syr. kc^üd, sowie Gr. Syr. zu 39, 22. — iDio] Syr.
Snarn, Gr. öuviorsojc; vgl. 24, 26.
15. Das Bild von der Ueberschw^emmung des Nils wird
fortgeführt, der Sinn muss deshalb sein, dass die ganze Welt
von Salomo belehrt wurde. Also ist der eigenartige Ausdruck
nach n'^ -jct^ (35, 4) und ^S:: 'z^ (1 Sam. 1, 15. Ps. 42, 5) zu
verstehen. Gr. ändert die Konstruktion: yr;^ s-cxaXo'I^öv f, -j^u/tq
cou (248 70 add. Traaav). — Syr. hat für v. 15, den er mit v. 16
verbindet, nur: durch deine Einsicht ("j'^irr) und durch die Höhe
der Ehre der Könige. Er las also ür\^2 und etwa auch nruf,
das er mit T\'^ zusammenbrachte. — 'chpro] das Verbum bedeutet
neuhebr. ganz allgemein in sich aufnehmen, in sich fassen, und
das letztere passt hier. Gr. xal hi~lr^aa^ (248 k svi-X-/)cjs, 70
hzTzXriabri). — rR'^K^ üT\^2] unpassend, weil zu speziell, ist zunächst
riTU^, wofür man überdies y^ erwarten sollte. Gr. hat av (248
454 S"*. 44—49.
om.) zctpaßoXcti? aiviYixaTOJV (Lat. aenigmata); vgl. atvt'YjxaTa TrapctßoXwv
39, 3. Aber 13, 26 steht 7:apotßoA7.': für n'^, und man darf hier
T^WU^ (vgl. ZU 6, 35) vermuten. Dagegen kann am-nm-wj = c"n02
sein, das Gr. im Sinne von Ps. 10,5 verstand. Aber aSpn mit
Gr. transitiv zu verstehen und aus a als Objekt die Erde
herbeizuziehen ist bedenklich, und nr^'"^ cna wäre auch dann
■wunderlich, wenn man cno im Sinne von Hochflut nehmen
dürfte. Da 24, 29 und 24, 31 auf den Fluss das Meer folgt,
das man hier übrigens neben der Erde erwartet, so ist üT\ü2
wohl ein alter Fehler für c lo: ; vgl. iod 40, 30 und die Ver-
wechslung von CO und cna 39, 17. 40, 11. — Vgl. noch 1 Reg.
5, 9 D^'^ nzuf hv ntf^K h)m nS nnii und überhaupt dort v. 9—14.
16. Hebr. om. — ek vr^soo^ iroppw] Syr. anp^rfi arn'^h Koiv;
vgl. ü^pm C"« Jes. 66, 19. — rzcpt/sxo] Syr. KSO, es stand da
wohl T^n oder einfach KD. — Für das sinnlose xat r^'(>x-r^\h,<; h
f(j sipr^vicj ao'j hat Syr. -jVOti^S pDav Gr. verwechselte wohl i:n'''i
mit "lan^i und "iv^u^b (1 Reg. 10, 1) mit ■jOlStJ'^. Für iv = S s.
z. 5, 9.' 10, 18.
17. Gr. setzt für die vier Nomina am Anfang überall den
Plural und verbindet sie sämtlich (aber mit Unrecht) mit xat.
Dabei hat er für m^n ungenau TrapotßoXai und für ^\':i''hf2^ (vgl.
Prv. 1, 6) schlecht xctl h (248 om.) ipix-AjVErau: (253 B 68 sp-xr^vcia
vgl. p'^an Gen. 42, 23). Er zieht aber das letztere Wort mit
Recht zu b (vgl. zu 1, 2). Syr. hat dafür ebenso schlecht NnV2J3l,
und für a: deutend (ik'q = "lU'c: yu^2) Sprüche der Weisheit in
einem Buch. Wahrscheinlich spielt Sirach auf Prv. 1,6 an. —
nmyon coj;] man erwartet nmv'ti'n; vgl. das Kai im Kanon. Syr.
K12I3V nnisriK, Gr. ungenau: cz-£i>a'j[xoc3ay cre, und vielleicht will-
kürlich: •/wpcti. Uebrigens hat Theoder. gentes für terrae. Toi.
gentes terrae.
18 ab. Falls im Gr. nicht ein ojvo}xaa{>r^? ausgefallen ist,
zieht er a und b mit c und d zu einem Satze zusammen: h
ovo[xaTt xüptVju Tou Osou (23(?)k Aeth. Am. Corb. om. tolJ i^sou, 248
70 add. Ttdar^q 7r^^ -/r,?; vgl. z. 2,1) xou £-ixsza-/ju,£vou (248 s-ixaXsf^ajxsvou
Tou (Co. aou), 70 add. aoi) ^sou 'lapar^X. Er übergeht ntnpi, erklärt
1233.1 und las vielleicht ein schlechtes Sk für hv. Das aoi ist
wohl nur Korrektur, die das Richtige ahnt. Syr. erklärt nach
Sir. 47, 16—20. 455
Gr. nSDJn ct^a (vgl. Dt. 28, 58) durch: Diit dem Namen Gottes,
dessen die Ehre ist. Vgl. 36, 17 und 2 Sam. 12, 25.
18 cd. Wenn Gr. a — d wirklich in einen Satz zusammenzog,
so hat er den Sijm gründlich missverstanden. Das Gold und
Silber Salomos war für Sirach keinesfalls die Hauptsaclie an
seinem Glück. Im Gegenteil zählt er es gar nicht zu seinem
Glück, von dem v. 18 ab das Höchste und das Letzte gesagt
ist, sondern nach Dt. 17, 17 (iso 'h ."DT' «S 2nn f]D3i) zu seiner
Sünde, wenngleich das niclit die Meinung von 1 Reg. 10, 27 ist.
Vgl. aber auch Zach. 9, 8, wo ?p2 -\2)£ die Sünde von Tyrus und
Sidon ist, und Job. 27, 16, wo dasselbe vom Gottlosen gesagt
ist. — Sn^D] nach Syr. («12K ■[\s) und Gr. (m? x7.aatT£f>ov} ist
vielleicht SnnD anzunehmen. — mcy^i] Syr. sncy ■i\s'i = -idj;2,
Korrektur nach Job. 27, 16. Zach. 9, 3. — 1 Reg. 10, 27 heisst
es D^i2«3. — n^2n] Syr. om.
19. |nm] der Ausdruck kann als Umbildung von Prv. 31,3
verstanden werden. Er will nicht geradezu sagen "[rcJ wie 9,2.
Allerdings könnte |nm leiclit aus v. 20 eingedrungen sein. Aber
Gr. (TTotpavExXivac, al. 7:7.f>£/./av7.c, al. e sil. TCapsvsxXiva?, Lat. praem.
et) hat wohl variiert und zugleich abgemildert. Vgl. sonst nan
jiX und 2^7 n'^n, beides mit h. — T'^DS] Gr. t«; Xa^ovac aou (Lat.
femora tua); die späteren griechischen Uebersetzer setzen das
Wort für Sdd, D^^f'rn, n^iiD, tt'on; 248 ta a-Xoty/va aou; Syr. yp)n,
was vielleicht Korrektur nach Prv. 31, 3 ("[S'"n) ist; vgl. sonst
ia/'k Job. 31, 24 LXX. — üh'u^fin) gibt Gr. mit X7.l (Lat. om.)
£V£?ouaiacjör^? (20, 8 vgl. zu 30, 11) wieder, womit er zur Not
meinen könnte: und du w^urdest beherrscht. Vgl. Syroh. rwh^nnü
11JC |a mit der Glosse Ti>2 yh)! 'ahm*n. Aber 23 schreibt das
folgende iv doppelt und zu lesen ist £V£cotjaia'aii>/](37v. Auch so
liegt eine Abschwächung vor.
20. ^nm] Gr. i'ocoxac (Syroh. 253 praem. xai'). — Vgl. zu a
44, 19 und das dort Bemerkte, und zu b Gen. 49, 4. Vom
Götzendienst Salomos redet er nicht ausdrücklich, er weist nur
indirekt darauf hin. — yv)^^] Gr. wohl nur ausdeutend: -0 STEpfia
ario; vgl. Ezra 9, 2. Mal. 2, 15. Man darf schwerlich axpwjxa
(LXX Prv. 22, 27, Hexapl. 4 Reg. 8, 15) herstellen. — N^nS]
die Ergänzung nach Gr. siraYayETv, Syr. Tn^üh. — r|S] Syr., der
auch 47, 7. 48, 10 den Zorn beseitigt: ah)V. — yt^^ü^i hv] Syr.
456 Sir. 44—49.
I^a ':2 Vy, Gr. ettI xa -l/va aoo (vgl. zu 44, 12). — ;imi^] hängt
nicht von «"an'? ab, sondern leitet einen koordinierten Satz ein;
vgl. 32, 19. Gr. xal xaisvoYr^v (23 xaTcvu-f/;), aber richtig 248 70
106 k Lat. xal xa-czvuYT^vat (Sab. Herzeleid, vielleicht = •/.'x~aw(r^\>) ;
vgl. zu 12, 12 und zum Infinitiv vgl. zu v. 9. — "[srti^o hv] d. i.
etwas weniger als: über dich. Gr. erklärend: £-1 r^ acpposuvrj
öou. — Syr. falsch umschreibend: dass sie seufzen auf ihren
Lagern. Es seufzen vielmehr die Juden, die von Salomo lesen.
21. Die von J. Levi vorgeschlagene Ergänzung cj? nrrh
find.et am Facsimile wenigstens für cj? Unterstützung. Gedacht
ist aber an die beiden Hölzer Ez. 37, 15 ff., die dort (v. 22) auf
die beiden Königreiche gedeutet sind. Sirach versteht darunter
wohl mit Recht Szepter. Gr. ungenau: -(cviii)«» oi/ot -o(iavv[07.,
wonach Syr. : sich zu teilen in zwei Königreiche. — Das Zeugma
in b beseitigt Gr., indem er ap;7.i einsetzt, das er parallel mit
7£Vc'ai)at wohl als „Anfang nehmen" versteht. — Don riD'^ao] vgl.
nxann r\:hfir:n Am. 9, 8. Gr. ^y-ailehy cz-stUr, (vgl. 16, 6, wo ?p},
Syr. ar\'s:n xmDSo (p u Maus. Berol. sncjn). Betr. Dan vgl. zu 10,23.
22. Am Anfang hat Gr. o os x-jpioc, es stand aber wohl
da dSw (vgl. 44, 10). — m^''] Gr. xctTaXtTrrj, al. s-f/a-^XiVfi (vgl.
9, 10), Syr. pnti'. — non] vgl. 2 Sam. 7, 15. Ps. 89, 34. Gr. Syr.
To sXso? otÜTO'j. — Syr. für b wie Hebr. (nur M^o für rnmia).
Gr. frei: xctl oü \ir^ oiotcp9ap-ir] (al. • oiacpöetprj, Lat. non corrumpet
nee delebit) dr.o twv sp^ojv ccjto'j. Hier ist l'pyojv Fehler für /.oyojv;
vgl. zu 7, 36. Der umgekehrte Fehler findet sich in 248 zu
3, 23, und zu 4, 29 in S'^* Anton. 993. Zum hebr. Ausdruck
vgl. 1 Sam. 3, 19, dasselbe im Kai 1 Reg. 8, 56 u. ö. — s'?]
Gr. oöoe jjiT]. — Ergänzt habe ich nn:' nach Jes. 14, 22 und
1 Reg. 2, 4. 8, 25. 9, 5. Gr. i^aXei-i^ (41, 11 = rrc); Syr. 12):.
— Nach IxXsxTO'j auTou ist nicht notwendig Ti^nib herzustellen,
obwohl Tnn Ps. 89,4 (vgl. 2 Sam. 6,21. 1 Reg. 8,16. Ps. 89,20)
von David gesagt wird. Vgl. aber auch Trn2 46, 1 = Israel.
Ich mag auch nach Gr. xou ayaTrVjaavro? auxov nicht )y])a herstellen.
Denn nicht nur der Syrer hat beide Mal den Plural, sondern
auch der Aethiope. Durch rnms wird aber auch VTnn empfohlen.
— n:31 p sind nach 41, 5 auf beide Stichen zu verteilen; vgl.
Gr. IxXsxxou Ixyova xat aTripfia xoO ocYa-r^aavxoc auxov, Syr. den
Samen der ihn Liebenden (vgl. Syr. zu 46, 1) und die Söhne
Sir. 47, 21— 23cl. 457
seiner Frommen (\'n'p''ni). — Ti3ti>^] Gr. iHpt^i, Syr. if:::. — Gr.
lässt in f r\''2 aus. Es fehlt freilich auch in Codd. Ambr. w
Maus. Berol. des Syr. Mit Unrecht versteht Gr. "^m präterital,
es ist futurisch (aber nicht als Wunsch) zu verstehen. — Nach
Gr. •/aT7lsi[jLixa, Syr. «rronirö ist n''^s'l^> wahrscheinlich; vgl. zu
44, 17. Die Ergänzung in f nach Gr. zz au-oo pi'Cocv. Vgl. U^'W
Jes. 11, 1. 10. Syr. schlecht: ein grosses Königreich. Die
Messiash Öffnung ist passend hier angeknüpft nach 1 Reg. 11,39b;
vgl. oben v. 11. 45, 25. 51, 12\
23 ab. 2:ii^^'i] ohne nähere Bestimmung heisst 33tt* im Kanon
selten sterben; vgl. Jes. 14^8 und oben 46,19. Gr. xotl avsTrctusaxo
(22, 11). — Bei trsra oder tyyva stiessen die Uebersetzer an,
Syr. lässt das Wort aus, Gr. setzt willkürlich das ständige [i-sia
Tojv 7Tat£f>(uv (Syroh. S A und andere Hss., Sah. Lat. add. auxoü).
l^•l^♦rö stand schwerlich da, „hochbetagt" würde auch schlecht
passen. a>e'^_ wird freilich von Schechter (the Wisdom of Ben
Sira p. 29 n. 4) belegt. Zu ^VT^ vgl. li'ii'j; Ps. 31, 11, woneben
man ein v^v^ in der Bedeutung von hinschwinden, schwach werden,
vermuten könnte. Aber der so sich ergebende Sinn ist unbe-
friedigend und von Salomos Altersschwäche ist, abgesehen von
1 Reg. 11, 4, nichts Besonderes überliefert. Dagegen ist ein
ti'STö nach dem Fiel Koh. 2, 20 leichter anzunehmen, und es
ergibt einen guten Gegensatz zu b. Es liegt dann aber wohl
eine Anspielung auf Koheleth vor, denn an eben jener Stelle
grämt Salomo sich über die Möglichkeit eines törichten Nach-
folgers. — 21T)] Syr. schlecht cpi (vgl. v. 24). — |i:ö] Syr. om.,
Gr. ix aTTspjxaxo? auroö (= pö vgl. LXX zu Gen. 21, 23). Das
Wort scheint hier „übermütig" zu bedeuten. Es findet sich
ebenso noch Prv. 29, 21, wo LXX mit oouv/ii}7^a£X7.i (== Posch.
mnnj) auf pjsa rät; Symm. hat dort 707700^.00, Targ. unverständ-
lich: nDiö, dagegen Hieron. contumax. An jener Stelle muss
"innnK wegen ipa auf den Sklaven gehen (s. oben zu 8, 18). Zu
vergleichen ist nicht nur äthiop. pa (verachten), sondern auch
arab. ^^ r^A (eine Wohltat schmähen). Davon liegt „übermütig
sein" nicht weit ab.
23 c d. ann und dj; rahmen das Distichon ein. Zu nSiK 2m
vgl. :h 2m 1 Reg. 5,9. Syr. anh^D «JDö, Gr. offenbar verderbt:
Xaou acppoauvr^v, Syroh. Xaov acppoauv/;?. Zu lesen ist vielleicht
458 Sir. 44—49.
vkoLvy/ a9po(3uv7-|. — DX?2n"i] (h: add. o: (70 S* om,). Aber :m
und DJ? schliessen die Kennung Rehabeams aus; ursprünglich
wird hier wie in f nur "Wü gestanden haben (Schlögl). Der
Gottlose darf auch hier nicht geradezu genannt sein. — yicnj
das Hifil heisst hier abwendig machen (vgl. Ex. 5, 4 und das
Kai Ex. 32, 25). Gr. 'hzin-r^az (vgl. zu 34, 1); 8yr. nm. — inify^J
vgl. 1 Reg. 12,8. 13. 14. Syr. nn^vms; Gr. £x [iwlr,; auToü, aber
Lat. fonsilio suo, Sah. Aeth. durch seinen Rat. — Dj;J vgl.
1 Reg. 12, 5 ff.; Syr. novS.
23 e f. Der Text ist hier früh glossiert. Wie Schlatter
zuerst bemerkt hat, ist 'C2: p cym^ unvereinbar mit "i3i lS M'' ha,
das Gr. übergeht, das aber gleichwohl festzuhalten ist (vgl. 44,9).
Auch ist das blosse xotl 'Ispoßov.;^ uiov N7.|':ia- (alle ausser B A (23
308) korrigieren uio?) beziehungslos, da es von 2'T1 nicht abhängen
kann. Syr. hat: und nicht sei ihm ein Gedächtnis, dem Jero-
beam usw., was auch nicht ursprünglich sein kann. Falsch auch
Hebr. cp nti'S 1V, was hier nicht passt und aus 48, 1 eingedrungen
ist (vgl. zu V. 25). Aber es ist wohl nur eingedrungen, weil
ursprüQglicli Dp') dastand, — x^an^l Kisn] vgl. 1 Reg. 14, Iß; Gr.
nur i?r/|x7.p-£.
23 g. 24b. CicxS] Syr. sagt wegen der folgenden Plurale :
D''ics rT'mS. — '^iti'DD] erklärt Gr. 6<5ov a|xapTictc, wobei er vielleiclit
an py Slt^ra denkt. — Hebr. Syr. haben v. 24 b mit Recht vor
V. 24a, die Umstellung im Gr. hängt wohl mit der Wucherung
in V. 25 zusammen. — cnmS] vgl. 2 Reg. 17, 21, wo der Aus-
druck anderen Sinn hat. Gr. a-oatr^cjoti auxou?, Syr. ]m T'^Jö^. —
cnons."i] Syr. pmriK p (vgl. zu 48, 15). — Wegen der Sünde
Jerobeams wird dem Nordreicli sofort bei seiner Entstehung der
Untergang angekündigt (1 Reg. 14, 15. 16).
24 a. 25. inxan ':n:ni] Gr. xal s-Xr^öuvOr^cjav ai 0(|x7.pTi7i 7.üTtov,
Syr. vermittelnd: und er machte viel ihre Sünden. Es ist nnsan
zu schreiben, weil wegen 48, 1 von der Sünde des Volkes die
Rede sein muss. Ebenso inzfinn: vgl. 2 Reg. 17, 17 und sonst
1 Reg. 21, 20. 25. Gr. x7.1 -737.7 Trovr^ptav IWlr^-r^^ay (Lat. Sah.
freilich £?£!7)-r|a£v). Syr.: und wegen aller Bosheiten beriet er
sich (■j'^anN). Vgl. pri 1 Reg. 12, 28, aber auch i^^nns in der
Peschita 1 Reg. 21,25. 2 Reg. 17,17. — 248 70 om. v. 25a. —
Gr, add. £«)? (248 70 add. opYr; xai') h.o('/.r^<ilc eXOtj i-' autou?:.
Sir. 47, 23e— 48, 4. 459
Lat. usque dum perveniret ad illos defensio et ab omnibus pec-
catis liberavit eos (dominus). Das ist eine Wucherung (etwa =
S'ü" cpj "it^'S r;), die sich entwickelt hat aus s";: cp t^^s ly 48, i,
wofür Gr. nur xal dviciT-/; 'Hkia.: r.rjry^r^xr,; hat. Sie ist wohl aus
dem Bedürfnis entstanden, die durch die Glosse in v. 23 e her-
beigeführte Störung der Distichen auszugleichen. Um v. 24
sodann mit v. 25 zu konformieren, wurde v. 24a vor v. 24b
gestellt.
48, 1. Gr. (s. 0.) bringt hier sofort den Namen Elias, den
Hebr. Syr. mit Recht erst v. 4 nachholen. — nm] ist vielleicht
nach Gr. Syr. in Tian zu ändern, da Gr. in solchem Fall öfter
den Plural für den Singular setzt als umgekehrt. — nyin nun^j
vgl. Mal. 3, 19. Gr. verschönernd: o>c Xait-dc s/atE-o. Syr. den
Hebr. und den Gr. addierend: es brannte wie ein flammender Ofen.
2. cn'? rrcü urh iiti'^i] vgl. Ez. 4, 16 u. ö.; Gr., dem Syr.
folgt, erklärend: ^jq (Syr. und) i-rfj'ocYsv sz a-jt^l.^ Xiti-oy. 248 add.
iayjjrjrjv, 70 hat in b: -m 'yyrjoi v/;Ä(o. — inKipriJ vgl. 1 Reg. 19,10.
— css'-yön] vgl. 1 Reg. 19,18. Syr. sonderbar: er zerriss {v'2)
sie. — Lat. las schlecht otutniv für a-ko-j (106^ aotoj) und fügt
hinzu: non enim poterant sustinere praecepta domini.
3. "Div] bei c^oti^ auch Dt. 11, 17 u. ö.; Gr. ^.vscj/öv, Syr.
ah":. — Zwischen eil und u^h^ ist nur für m", nicht für Tlin,
Platz. Ufh\i^ heisst dreimal wie im Kanon nns, nTi^if, y2^\ Der
Plural nwii ist neuhebräisch und aramäisch, hier steht er wie
oft D^::j?. Gr. y.rx-r,YJ.'(v^ (248 70 Syroh. 253 106 «°'-'- k 55 Aeth.
Lat. praem. xaQ o3to); (Syroh. 253 23 S*^** Sah. Lat. om.) -rA:
-o[j; 248 70 Syroh. Aeth. Lat. add. s? our>c(voO. Vgl. Syr. und
er liess herabkommen drei Mal Feuer vom Himmel, auf den
Altar und auf die gottlosen Menschen (1 Reg, 19, 38. 2 Reg.
1, 10. 12). Betr. o-jtw,- vgl. zu 13, 20.
4. nna «m: na] Gr. erweiternd: 6jc soo^asö-/;^ sv xot? Oauixa-
c'oic (vgl. 43, 2. 8) 300 (70 Lat. schlecht ioo^asf)-/; und a-koü).
Die Apostrophe wie 47, 14 ff. — Gr. für b: xal -(; ofxo-.o? aoi
vgl. zu 45, 6) xocuxaaöat (55 254 308 xauyr^aacjÖai, S A 106 k
155 296 xauxr^cj£-ai; vgl. zu 38, 25). Aber Hebr. erscheint als
origineller.
460 Sir. 44—49.
5. VW] vgl. zu 8, 7. — ^isiyai moo] Syr. nur hv^ |a; 248
70 Syroh. 253 add. •I'u/r^v. — Gr., der übrigens verflachend iv
XoY'i> setzt, las vielleicht ]li:-i3 (vgl. zu 36, 22), aber Syr. pi:";:. —
'•''''] Gr. u-j/iaxo-j (vgl. 12,2. 43,2.), Lat. doniini dei.
6. Syr. übergeht 1 nn^ hy cd':« und deutet cmeao (2 Reg.
1,4. 6. 16; Gr. a-o x/avr^; autwv) um: von ihren Thronen. Doch
könnte pnmDii: Fehler für jinnonj; sein. — Gr. setzt für nniy
aTTwXcia (s. z. 9, 9). — Die l*lurale sind am])lificativ, falls nicht
auch an 1 Reg. 21, 19 tf. gedacht ist. — Lat. schaltet vor b ein:
et confregisti facile potentiam illorum.
7. V'f^^^l] la^ auch Syr. (v^\i>ü), Berol. yoii^m), es ist aber
Korrektur für yaiCT, die auf einem Missverständnis von mriDin
(Anklage statt Strafe; vgl. 1 Reg. 19, 10. 14) beruht. Aber b
verlangt vawn, die beiden Stichen besagen dasselbe (wie in
V. 6). — Lies 0 d/.rj6(3iv, obwohl 6 sich nur in (248 70 308)
findet. — VD2 verlas Syr. in ^idj2. — mnnn] Gr. iXs^ixov (248
70 Syroh. 253 add. -/-jpto'j), Syr. ihre Zurechtweisung. — • Syr.
om. b.
8. Syr. nt^oi, aber w Maus. Mas. I nit'isn. — sSoj ist nach
Gr. Syr. Fehler für "2^0. — nwiSst^n] vgl. zu 12, 2. Gr. ek (6, 29)
dvxaTCoöo[xa, Syr. iihiin rniJih (s. z. 3, 6). — ?]''Snn «"2:1] vgl. zu
44, 17. Gr. wohl willkürlich: xal 7rpocpr^-a^ öiaooyouc. — "^^f^^J
vgl. 1 Reg. 19, 16. Gr. hat gräcisierend die 3. Person: [xsx oi-j-ov.
Vgl. Syr.: und einen Propheten, der nach ihm war. Aber Lat.,
der die Participia überall durch das Verbum finitum wiedergibt:
et prophetas facis successores post te.
9. Am Schluss ist nach Syr. (x^oi^'?) und 2 Reg. 2, 1. 11
Cöiy zu ergänzen. Gr. übergeht wohl absichtlich rhyfi und Cfi^,
weil er an der Himmelfahrt Anstoss nahm oder vor den Griechen
sich ihrer schämte (vgl. zu v. 12). — nph:n] vgl. zu 44, 16 und
2 Reg. 2, 3. 5. 9. 10. Gr. 6 dvot^cpf}£i? (vgl. 49, 14), Syr. r,ttnnsi. —
."nj?D2] vgl. 2 Reg. 1, 1. 11. Gr. sv lailcmi 7:upo-._ i^x nnJ2i] ist
origineller als Gr. iv dp[j.7.T'. f-Trojv Tzuptvtuv (vgl. 2 Reg. 2, 11),
wonach Syr. snin Nit*:"i2.
10. 2in:n] vgl. Mal. 3, 23. 24. — p::] Gr. iv sXsyiioic, aber
so lesen nur B (155 296 308); vgl. Lat. in judiciis temporuni.
Dagegen S iv sXXs-yiiout? (korrigiert in zfle'([iooc) mit Auslassung
von £t;, 248 nur sXsyixouc, alle übrigen zkz-]\i6c, das aus stoijjlo;
Sir. 48, 5—11. 461
verderbt ist. — nvh] Gr. zk xotipouc (Syroh. 23 55 254 xaipov). —
Syr. für a: und er, der bereit ist zu kommen. — r\''2^rh] Gr. xoTrasai
wie 46, 7. — b[a pinj ••Jo': P|S] die Ergänzimg nach Gr. opYTjv
(248 70 add. xpiasoj? xupiou) 7:pö i}u[i,oü. Lat. nur: iracundiam
domini. Für ^o^irk = |nn vgl. zu 45, 19 und LXX. — Syr.,
der auch hier dem Zorne Gottes aus dem Wege geht (s, 47, 20),
für b: bevor kommt der Tag des Herrn (nach Mal. 3,23). —
2'\^r\h\ Gr. praem. xat, aber es fehlt in 24ö 70 Syroh. 106 k
SA 157 155 296 Lat. — Syr. om. 2h. — n'n hv r\)2a\ vgl.
Mal. 3,23. Gr. -axpo; (Syroh. 253 -aTs'p^ov) zpo; (253 23 155
£::t') utov (k utouc, Syroh. 253 tsxva); die Singulare hat LXX in
Malachi, die Plurale (imd zwar im xsxva) Luc. 1, 17. Syr. um-
kehrend: die Söhne zu den Vätern. — prnSl] Gr. v.ol xa-7.a-Tj3at
(vgl. zu 46, 13), Syr. r,2DoSl = pnh)? — Ssn::'^] Gr. Syr. 'I7xa.[i;
vgl. zu 45, 23 und Jes. 49, 6 2pT "a2\i^ n« c'prh. Vielleicht ver-
stand Sirach unter jenem Knechte Jahwes den Elia.
11. Selig sind die zu preisen, die die Ankunft des Elia
erleben und erst nach einem solchen Erlebnis aus der Welt
scheiden müssen, das ihrem Tode die Bitterkeit nimmt (vgl.
Num. 23, 10). Aber vom Tode dieser Glücklichen wird nur ge-
redet, imi ihm das Leben eines noch Glücklichereu gegenüber-
zustellen, nämlich das ewige Leben des Elia. Denn das Todes-
geschick aller Menschen ist unwiederbringlich, nach unserer Stelle
besteht es auch in der messianischen Zeit fort, allein Elia und
Henoch leben ewig. Im 2. Stichus kann nur von Elia die Rede
sein, und man muss zunächst unter Vergleichung von Gr. Syr.
(s. u.) n'lnn riTi '2] ergänzen, aber auch die Ergänzung -[ntt^si]
erscheint als unumgänglich. In a iti*« io ^",^s zu ändern ist
vielleicht voreilig. Denn nti^x sieht wie ein Dual aus und ist
das auch wohl. Als Singular, den der Verf. übrigens selbst
gebildet haben könnte, darf man vielleicht t^s vermuten; doch
vgl. i^Ä»«? Gen. 30, 13. So käme die Steigerung durch Singular
und Dual zum Ausdruck. — Syr. hat für a: Selig (Mime) wer
dich gesehen hat und gestorben ist (n^oi). Danach folgte im
Hebr. auf nai schwerlich noch ein anderes Wort, in der Hs.
wäre dafür auch kein Raum. Allerdings hat Gr. für a: [xaxapioi
Ol [oov-3; GS xctl ot (254 om.) iv d-^uTcrfdei xsxogjxyjjxsvoi. Letzteres
ist nach 248 Syroh. 253 254 155 296 Sah. in xsxoiix-zjjisvoi zu
462 Sir. 44—49.
ändern; vgl. xorjxr^atc v. 13. 46,19. Aber sinnlos und verderbt
ist auch iv a-j-aTTT^as'. (S* 'y'io.-K-r^, S'-' czYa-T^asi aou, Lat. in ami-
citia tua), das die Korrektur xE/.ocijxry'xEvot hervorgerufen hat. Lies h
dyrjLr.a.uazi nach 38, 23 u. a. St. Gr. hat das blosse rn2l verschönert,
weil er auch an eine Auferstehung der vor Elias Ankunft Sterben-
den glaubt, auf die er noi falsch bezieht. Er fährt nämlich in
b fort: xott Yotp 7)[i.£rc Ct«"(j (70 ^««r^v, S* A ~ior^:) C/i30|xsi)a (Aetil,
add. durch dicli). Das ist ohne Zweifel eine willkürliche Ab-
wandlung, die schwerlich auf späterer Korrektur beruht, sondern
entweder ilim selbst oder schon seiner Vorlage zur Last fällt.
Die Worte erscheinen im Zusammenhang des Gr. als Begründung
zu a, aber eigentlich will Gr. überhaupt nur sagen: nicht nur
Elia lebt^ sondern auch wir werden leben. Mit xal -^ap riixsi?
verräth er, dass ursprünglich in b von Elia die Rede war.
Denn in Bezug auf die vor der messianischen Zeit Sterbenden
hat y.ai -j'ap xtX keinen Sinn. Lat. lenkt in richtiger Empfindung
auf Elia zurück: nam nos vita vivinius tantum, post mortem
autem non erit tale nomen nostrum. Die Hoffnung auf ein
Leben nach dem Tode ist in der Zeit, die zwischen dem Gross-
vater und dem Enkel liegt, aufgekommen (vgl. die Korrektur
des Gr. zu 7, 17). Anders korrigiert Syr. oder vielmehr wohl
schon seine Vorlage: aber er (der nl. deine Ankunft erlebt)
stirbt nicht, sondern er wird leben (xm sno, besser Mas. I
w Maus, x^^ Kns). Es liegt auf der Hand, dass der Verf. selbst
sich so nicht verbessern konnte.
12a-d. Gr. für a: 'Hlzm oc (70 k oui., 155 «>?, Lat.
quidem, al. qui) Iv Xr/Aa-i saxs-acri}/) (70 £~£-aai>-/)). Augenschein-
lich ist £ax£-aai>7i wörtliche Uebersetzung von "ino: (vgl. axi-rj
31, 16 = Syr. xjinDO, und LXX ax£-aC£iv = -ino). Mit inDJ wäre
mvc^ti', das man nach Gr. (vgl. zu v. 9) vermuten könnte, viel-
leicht zu reimen. Auch würde diese Buchstabengruppe in die
Lücke passen. Indessen gilt das letztere auch für ni*lK3U^, das
Syr. las. Es fügt sich aber besser zu nnD3 und verdient um
seiner selbst willen den Vorzug. Syr. hat nämlich: Elia in
die Kammern (Nni:iS3) wurde eingesammelt zum Himmel. Das
„eingesammelt" beruht wohl auf freier Uebersetzung, „zum
Himmel" ist erklärender Zusatz, aber rä^?2 geht ohne Zweifel
auf seine hebräische Vorlage zurück. Die Pluralpunkte darf
Sir. 48, 12—14. 463
man ignorieren^ im Hebräischen stand ivisn, da Sirach nur einen
-2:iK über der P:rde kennt (39, 17. 30. 43, 14). Erst später
wurden die Seelen der Abgeschiedenen in dieser Kammer und
dann in verschiedenen Kammei-n gedacht. Vgl. Henoch c. 22
und im IV Ezra promptuaria 4, 35. 41. 5, 37. 6, 22, sodann
6, 54. 60. 68. 74 bei Fritzsche p. 609 ff., 7, 32. 95 bei Bensly.
Vgl. auch Apoc. Bar. 30, 2. Gr. schämte sich der Kammer (vgl.
zu 9) und setzte dafür sv Imkoi-i. — Syr. für b: und es empfing
(Snpi) eine doppelte (scyx) Prophetie Elisa. Hier ist «2j?x = CJti' ^D
in c. Dagegen hat Gr. für b: ymX YXiaoixz evsTr^aDr^ 7:v£u;x7.-rj^
auTO'j (248 70 Syroh. A ol-^ioo). Das ist als wörtliche Ueber-
setzung anzusehen wegen 39, 6 7:v£'jjjlc(-:i suvssew? lixTr^aüricrsToti,
wo im Hebr. ebenfalls u^:^ ^d folgte (s. d.). Vgl. 2 Reg. 2, 9. 15.
— w:'^ ""c] wird vom Verf. auch hier augenscheinlich anders
verstanden als 2 Reg. 2, 9 (vgl. zu 12, 5). — Gr. lässt c und d
aus. Syr. hat dafür unordentlich: und viele Wunder und Zeichen
(sninKi wrDJvgl.v. 25) redete seinMund. «:rD: = aram. sdj, neuhebr. Di.
12 e f. ra^ö] vgl. Job. 38, 12. Syr. ^^1I2^ p, Gr. xat (Lat.
om.) £v Yjjxspai? auTotj. — y',\ das Verbum steht hier wohl nicht
wie Dan. 5, 19. 6, 27 im Sinne von sich fürchten, sondern wie
Esth. 5, 9 in der Bedeutung weichen. Syr. ebenso, Gr. laaXsuö-/]
(s. z. 43, 16). — Sdöj wird von Syr. mit Niy;K 12 p, von Gr.
u-b (248 55 d-6) czp/ovto? (248 70 ap/ov-wv) vielleicht nach
2 Reg. 3, 13 f. 6, 15 ff'. 30 ff. erklärt. Oder ist d-Jj uTrap/ovio; zu
lesen? — hv^ß] Syr. a'^li^, Gr. xa-so'jvaa-cuasv (vgl. 4, 27. 10, 24).
— lli>3 h2 im"i3] der Geist ist der in b genannte. Syr. verflachend:
"iit^a h2 nz, noch mehr Gr.: autov ouosi's.
13. 1JI20 sScjJ vgl. 39,20. Syr. erklärend: nia n^D2n«, Gr.
uTTsp-^psv 7.UX0V. — Syr. om. b. — rnnnoij d. h. von seinem Orte
(=r Grabe) aus; vgl. 49,10 und zu 46,12. Gr. wohl nur er-
klärend: xat £v xoi|jLrja£i auTou; vgl. 46, 19. — snsj] lies nach
Gr. i-po'fTjTsuas sn:, was hier „Wunder tun'' zu bedeuten scheint,
weil der Prophet Wundertäter war. Er stellt spielend ntt*3 (Gr.
to atüfxa aoxrjo vgl. zu 30,14) dem ii^a hz v. 12f gegenüber,
ebenso entspricht K2J dem imn2. — Vgl. 2 Reg. 13, 20 f.
14. Gr. praem. xai" (70 Lat. om.). — m«^c:] = Syr. «nti^'^no
(s. z. 11,4. 42. 17); Gr. -ipaxa, indem er das gewöhnliche öau[xaata
für Man (vgl. zu 16, 11) setzt. Uebrigens hat er für nti^j?» Mön
464 SirJ44— 49.
wie 43, 25 ungenau : 0<xu|xaaia -o. zrj-^y. auTou. — Hinter iv teXsutt,
setzen 248 70 wohl mit Unrecht cckoO liinzu. — Syr. für b er-
klärend: und in seinem Tode machte er lebendig einen Toten.
Aber hier ist das 2 Reg. 13, 14 — 19 Erzählte gemeint.
15. Die Wundertaten Elias und Elisas hätten das Volk
zur Bekehrung bringen sollen, wie es 1 Reg. 18 für den Augen-
blick wirklicli geschieht. — Zu a vgl. Jes. 9, 12. — 2U*j Gr.
[isTEvo-zjasv (vgl. zu 17, 24). — "iSnn] Gr. d-ia-r,<s>xv (LXX) = Syr.
ipiD. — cnsöno] vgl. das solenne: er wich nicht von der Sünde
Jerobeams. Syr. xu^^n p.T'nij? |ö, Gr. d-Jj täv 7.|xotf<Tuov (248 70
Syroh. S lOG 157 55 254 155 Sah. Aeth. Lat. add. aotwv). ~
ino:] vgl. Dt. 28, 63. Syr. rhi, Gr. e7rpovo|x£uO-/)aav. Das Verbum
steht in der LXX öfter für n2iy. — cj:"inöJ entweder ist cinss:
oder das sofort folgende |*"iNn falsch. Vieleicht stand hier cnöisc;
vgl. Dt. 28, 63 und oben 47, 24, wo Syr. wie hier pmnx |a.
Sonderbarer Weise findet sich derselbe Fehler 10, 17 bei noj. —
l'iKn] Syr. snrno (s. z. 39, 4). — nj?ia hTütS] vgl. Jes. 24, 6. Gr.
6 Xao; (s. z. 45, 16) rAr^oa-'-k. Aber miTS ist durch n n'^nS ge-
schützt. Vielleicht ist der griechische Text verstümmelt. —
Gr. om. it;. — Mit Ausnahme von B C (55) lesen alle Hss.
mit Lat. Sah. richtig sv -m ov/m == n'^zh; vgl. zu 10, 18. — Syr.
für e und f: und übrig blieb Juda allein eine kleine Herrschaft
für das Haus Davids.
16. DHö u>') — cno ty«] vgl. zu 44, 8. 9. Gr. hier: tivs; jxev
7.0TWV — -ivs; ÖS. Syr. (aber nicht w Maus.) gibt auch das
zweite cna wüeder. Der Plural geht auf das Haus Davids.
Mit den gottlosen Königen sind vor allem Ahas und Manasse
gemeint; vgl. sonst 49,4. — "it^r )'^v] Dach ''"' "r^^ iti'\T ^T) im
Königsbuch. Syr. ausdeutend nach v. 15a: smz'ri n^^T; Gr.
iTzoir^am ~h apscjTov (70 add. -/upiou, Lat. add. deo, al. domino),
wie öfter LXX; vgl. aber auch zu v. 22. — bvQ IS-Scn] vgl.
msbc: Dan. 8, 24. 11, 36. Gr. abschwächend: s-Xr^ibvav aaapTt'otc,
ebenso Syr.: iiri'cn hy Nnen icDlST (Ambr. w Maus. Berol. om.
«rian hy).
17. p'nj vgl. 50,1. 4. 2 Chr. 32,5. Das Wortspiel wird
V. 22 in anderer Weise wiederholt. Gr. toxopcoss, Syr. ''J3. —
ITJ?] vgl. 50, 4. Syr. die Stadt. — mans] ist origineller als Gi*.
xal siarja-j'sv = Syr. h'aa); vgl. dazu «n 2 Reg. 20, 20 und sonst
Sir. 48, 15—18. 465
2 Chr. 32, 30. — nsin ha] Gr. st? jxs'sov a^kÄv (aber 248 70 106
157 A 155 Lat. richtig ao-r^c). — D^aj B (C) des Gr. -bv 7(07, Sah. (xöv)
(üy, 253 23 S" Tov TjWY, was S'"*'' in xov aYor,'ov korrigiert. 70 xov
vr^tup, Syroh. "iVth, die übrigen mit Lat. richtig uoojp. — Syr.
om. c und d. — cmi' ni^ma Z'jn^)] auf der Siloa-Inschrift kommen
nxn und "n:: je zweimal vor. Ersteres, das sonst mit dem Akkusativ
vom Aushöhlen eines Grabes, einer Kelter oder einer Cisterne
gebraucht wird, steht hier ebenso vom Durchgraben des Felsens.
Gr. setzt (wie zuweilen LXX) wpu^e (Lat. praem. et) für ^'JW),
und axpoTOfiov (vgl. 40, 15 und LXX Jos. 5, 2. 3) für onw, da-
gegen cioT^ptp (248 70 Syroh. 253 23 Sah. Aeth. praem. Iv) wohl
willkürlich für m^n}2. — J. Levi und Peters übersetzen d richtig:
und er dämmte mit Bergen das Bassin ein. Ich bin unabhängig
von ihnen zu dieser Deutung gelangt, die meine Vorgänger
übrigens nicht begründet haben. Gr. sinnlos: xat ojxoootx-/;3£ xpr^va;
£t; uoaxa (155 uowp, Lat. ad aquam puteum). Dem mpa (vgl.
Jes. 22, 11) steht auch 43, 20 uowp gegenüber, nnn ist durch
D'^Tü gedeckt, CDn hatte wohl auch bautechnische Bedeutung (vgl.
LXX Ez. 39, 11 -cptotxooofjLsTv), und der doppelte Akkusativ ist
aus der Analogie der Verba des Umgebeos verständlich. Der
hyperbolische Ausdruck ist daraus zu verstehen, dass dem Hiskia
die Anlage des Siloateiches zugeschrieben wü'd. Nun wird
xpY;vas Fehler oder unverständige Korrektur für xpr^jxvou? (vgl.
LXX 2 Chr. 25, 12 = ybo) sein. Gr. setzte den Ausdruck er-
klärend, wobei er st? uoa-a entweder „in das Wasser" oder „für
eine Teichkonstruktion" verstand.
18. Syr. setzt hinter rhy und hinter nh^^) ein iXT'jy hinzu;
es fehlt aber in w Maus, an der ersteren Stelle. — Hinter np^ 21
setzt Gr. xat d^:r^p^v (S* dTrsTpstj^sv für diziaTsilzv) hinzu, 248 70 haben
davor noch dx Aa/st? (2 Reg. 18, 17). Aber xat d-r^psv ist Ditto-
graphie von xat sTrr^psv (= a"*i vgl. zu 46, 2), das in 248 fehlt.
Lat. hat zu c die Variante: et sustulit manum suam contra illos
(vgl. Syr. zu a und b). — Zu c vgl. Jes. 10, 32 und oben 46, 2
sowie Job. 15, 25. — Für tj /stp haben 248 70 Syroh. 106 k
A 55 254 155 Sah. Aeth. Lat. richtig x^Tpa, ebenso setzen
vor 6TC£p-/)<pavta 70 23 106 157 155 Sah. sv ein {JO om. autoü). —
ha ^ITI (vgl. 2 Reg. 19,6. 22) schwächt. Gr. in xat e[x£YaXaij/7)3£v ab.
Smend, Sirach-Kommentar. 30
46g Sir. 44—49.
19. Syr. om. — Am Anfang ist i« nach Gr. tots zu er-
gänzen. — DsS p»32] die Wiederkehr von pw nach v. 18 ist
unerträglich. Wahrscheinlicli stand hier ursprünglich ein anderer
Ausdruclc, etwa 'h n3:2; vgl. 2 Chr. 32, 25. 26, wo freilich in
anderem Zusammenhang von dem Hochmut und der Demütigung
Hiskias und der Jerusalemer die Rede ist. Gr. xapöiat xal (253
23 S 106 A 55 254 add. a?) /eTps? au-wv. Aher zu m: passen
die Herzen (Ez. 21, 20), nicht die Hände, und anschehiend ist
Gr. verderbt. — Zu b vgl. 2 Reg. 19, 3. Jes. 13, 8. — mSv:]
Gr. (o? ai Tt'xToutjai, aber Sah. Aeth. haben den Singular und 23
liest cosst (50, 3. 8).
20. Betr. a vgl. zu 46,5. Gr. hat hier für ])''hv xov iXer^jj-ovot.
Ob er wie 50, 19 mm vor sich hatte, ist zu bezweifeln. — itt^ici]
anders 2 Reg. 19, 14 f., wo nur vom Gebet Hiskias die Rede
ist. Danach Syr. hier für a und b: und es breitete Hiskia vor
(s. z. 5, 7) dem Herrn seine Hände aus. — Für Trpoc auTov hat
70 nach 51, 19 -po? G'j^oc, I.at. ad coelum. — In der hebr. Hs.
stand in c schwerlich etwas anderes als cn':cn h)p2 {yüU^]'). Gr.
hat freilich: -/.al o oTyio? sS oupavou zar/h ^■Kr^xoo^^v auTÄv. Er setzt
auch 4, 6 sTraxousiy für h)p2 vou^. Hier scheint er auch nScn zu
übergehen und dafür anderes einzusetzen. Indessen ist cptuvr^
wohl vor 7.UTWV gestrichen; vgl. Lat. vocem ipsorum und zu
17, 7. Dagegen ist a-^io; (Lat. sanctus dominus deus) wohl
eingetragen (wie vielleicht auch 23,9); vgl. sonst zu 43, 10.
Zugesetzt ist vielleicht auch xct/ü, das in 248 23 fehlt und im
Lat. an anderer Stelle steht (vgl. 11,22 den Zusatz xa/iv-^).
Auch ez oupavoü wird vom Lat. nicht ausgedrückt, der in b ad
coelum für Trpo? au-ov hat. Vielleicht ist iz &upavo5 jünger als
der Fehler Trpk oupavov (s. z. 50, 24). Lat. fährt fort: non est
commemoratus peccatorum illorum neque dedit illos inimicis suis,
sed purgavit (= xal sXouTpwaaxo?). Syr. scheint Hebr. und Gr.
zu kombinieren: und auch Gott schnell hörte ihr Gebet. —
üTfifV) (Gr. xal sXuxptoaaxo vgl. zu 49, 10) ist gesichert durch
]rfy^\ wozu Syr. K''3j, Lat. sancti prophetae hinzufügt. — Die
Rettung Jerusalems wird auch 2 Reg. 19, 20 einigermassen mit
dem Gebet Hiskias in Verbindung gebracht.
21. Nach Gr. sTia'xa^s (55 254 155 v praem. xai') und
2 Reg. 19, 35 "iWK ninö2 Tl ist zu ergänzen na y), was in die
Sir. 48, 19—23. 467
Lücke passt. — ncJM cf2,T"] vgl. etwas anders 1 Sam. 7, 10,
und zu can Dt. 2, 15, wo das Verbum von den Uebersetzeru
mit Recht im Sinne von vernichten verstanden wird (vgl. auch
LXX zu Dt. 1, 23). So ist es wohl auch hier gemeint. Gr. /-cd
£c£tpi']>£v a'jTou? 6 a';'itlo; aÜTo-j (Lat. dei, al. domini). Das letztere
ist Ausdeutung nach 2 Reg. 19,35. — Syr. für v. 21: und er
zerbrach {izn) das Heer der Assyrer und schlug (sna = "'''i) sie
einen grossen Schlag (xmni2).
22. Die Ergänzung im Hebr. nach Gr. Syr. s-oiV^ss ^czp.
— 2)^n] Gr. erklärend: -o drjta-o)/ Y.u^(m (S" om., 248 253 23
Sah. xufj-'ou, 70 ivtoTtiov y.'j[Aoo). LXX setzt dpsa-ov (vgl. v. 16)
öfter für ma. — p'm\ vgl. y. 17. Gr. x-xl Ivia/ossv (LXX). —
^3112] Gr. SV (248 om.) ciooT?; (al. und Lat. ootu). — Tn] Gr. Sctuslo
(S^ om.) -00 •K'z-poc a-j-oü. Letzteres ist Zutat nach 2 Reg. 18,3.
Syr. umschreibend: und er ging in den Wegen Davids. — In
der Hs. sind c und d zerstört. Syr.: welche (oder: was) ihm
befahl Jesaja, der Prophet, der gepriesenste (Nnr^'s) der Propheten.
Das ist für d freie Uebersetzung, und zwar wohl nach Gr. 5.^
(254 a, 248 70 106 6k) ivsxsO.a-o (Lat. add. illi) '[haXa^ 6 Trpo-
'irj--/jc 0 |j,EY7.s xal iziaxh: (Syroh. 6 "irioiTo; xctl jj-sy«?) sv opassi aoTOu
(Lat. dei). Da Jesaja schon v. 20 genannt ist, kann er hier
nicht als „Jesaja, der Prophet" bezeichnet sein. Also gehörte
das Aequivalent von o TTpocpr^tr^c zu d, und c lautete etwa: ik^nd
liTJJK''' im^:. Wenn aber xai Triaxo? iv opacfsi auxo'j (vgl. 46, 15)
etwa auf nxio |OXJl zurückgeht, so wird hinter 6 7:pocir^--/jc 6 [xr^a?
nü)2: b)i: oder dergl. stecken; vgl. Gr. Syr. zu 49, 11. Mit
ersterem ist gemeint, dass alle seine dem Hiskia gegebeneu
Weissagungen sich erfüllten.
23. Das Distichon ist in der hebr. Hs. ebenfalls zerstört.
Aber a war wesentlich gleichlautend mit 46, 4. Gr. iv Tjfxspai?
auTO'j avsTiooiasv 6 r^Xto;; aber Syr. : denn durch seine Hand stand
(still) die Sonne. Gr. verlas n^a in ra"'2. Vgl. denselben Fehler
im Syr. zu 46, 1. 49, 7 und übrigens 2 Reg. 20, Stf.; aber vor-
her stand sicher ein n: (bezw. DJ ''z), obwohl beide Uebersetzer
es nicht ausdrücken. — In b stand wohl "San "n hy Tpv); vgl.
2 Reg. 20, 6 ""ö"' hy Ticcm. Gr. xal -poas&rjxsv CtoYjv ßacttXsI, Syr.
»zhüi ^^r^ hv (w Maus. Berol. r,cinnsi) icDinw. Syr. verstand
30*
468 Sir. 44—49.
TpT) wohl mit Recht passivisch. Gedacht ist an das Wunder
2 Reg. 20, 7.
24. rrnsj rrnn] der Ausdruck erscheint uns als geschraubt;
vgl. dag. Jes. 11,2. Gr. T.yz'j\x>y-i ixs-cctbo; vgl. \iz~(rAi(a =z rn"i:j
42,21 (s. d.). — |n' ^b;s] Gr. -oU -äsvOoOvTa,- ev (55 254 om.('.^j,
ebenso Sang. Corb. Theoder.; vgl. aber z. B. 13, 19) 2ia>v. Vgl.
Jes. 61, 3. vSirach las Jes. 40ff. im Buche Jesaja, das die
Hauptquelle der jüdischen Zukunftshotfnung war.
25. üh)v iv] Syr. schlecht: (Ambr. ain) in arihv^ 12); vgl.
zu 42, 18. — T:r\\ Syr. xm (aus v. 24), aber Gr. urdozi^z (m
14, 12). — nrnj] Gr. ta saoasvv (wie 42, 19). Syr. hat smnx
und für nnrcJl (s. z. 3, 22) sonderbar N:rDJl. Die Aenderung
Nn^Dai KrTTiK liegt nahe, ist aber wegen v. 12. 44, 3 Syr. nicht
unbedenklich. Vgl. sonst zu 42, 18. — isin ^2zh] vgl. Jes.
41, 22f. 42, 9.
49, 1. DtrJ Gr. [j.v-/i<xoauvov, indem er rr* aus c, wo er es
auslässt, vorwegnimmt. Lat. hat dort freilich: memoria eius;
aber das ist bei ihm vielleicht nur unwillkürliche Wiederholung
des Subjekts aus a. — c^DD mapsj Syr. schleclit: wie die
Räucherpfanne (xoi^c vgl. 50, 9) der Wohlgerüche (S0D2i). Gr.
nach LXX Ex. 35, 28. 38, 25 {= MT 37, 29) ek auvOsaiv buind-
[la-co;. Vielleicht las er h statt 2, das aber durch 47,2 geschützt
ist. Die Nennung des Namens Josias ist eine fromme Uebung,
die ebenso Gott aufs höchste wohlgefällt, wie sie nach c und d
die Frommen beglückt. — nS.^on] vgl. Ex. 30, 35. Syr. das
gemischt ist (is'^Sm = LXX ]j.£[xr,'[xsyov). Gr. frei: £a-/.3ua3[xsvov. Das
Neutrum steht wie hebräisch nSaan in freiem Anschluss an das
Vorige; S* Sang." scrxiuaaijLsvou, 253 23 -\i-ivi], 248 -|jl=v(ü, Sang. '='*'■'■•
Corb. factam. — npn nti^j;»] vgl. Ex. 30,35. 37,29. Syr. schlecht:
mit einer Menge von Wohlgerüchen. Gr. Ip^co (A k 155 Lat.
Ip^ov vgl. zu 45,10. 11) «xups'Vv: (38, 8). — ■]n3] vgl. Prv. 24,13.
Syr. K:n'7, Gr. iv r^rr/zi aioji-ot-t (40, 32), Avobei er mit -iravTi' den
Ausfall von n:i deckt. — "noiö3T| Syr. snmzi^^n yii), aber Gr.
xal 0)? fjLouctixa; vgl. zu 35, 4 — 6. — hv] Gr. wie öfter: iv. Vgl.
überhaupt 35, 5. 6.
2. '.rnsitJ^D by hm ^:] gemeint ist wohl das 2 Reg. 22, 11 ff.
Eraählte. Man darf ?]cr ')2]if h'; 'hn i6 Am. 6, 6 und D20 nhn p«
Sir. 48, 24—49, 6. 469
"''73? 1 8am. 22,8 vergleichen. Vielleicht ist dann nSm herzustellen.
Die Ueberss. lassen uns hier im Stich. Gr. aüio; xa-su&uvör^ iv
imazpo'sifi laoo (S" aOtoo), was wohl heissen soll: er war recht-
schaffen in der Bekehrung des Volkes (indem er das Volk be-
kehrte). Vgl. ■ xaTS'jöoviiv V. 3 und zu 20, 21, sowie s-jöuvöiv v. 9.
Vielleicht dachte er an hn. Auf Xotou statt des Suffixes (vgl.
V. 13) ist nichts zu geben (vgl. zu 46, 20), und die Bekehrung
(neuhebr. nz'^'ii?) hat Gr. wohl willkürlich statt des Abfalls
gesetzt. Vielleicht ist aber dr^oaxpr^rpf, zu schreiben. Syr. scheint
blind zu raten: weil er beschützt würde ("i^üns' =^ x7.-3'jt}'jvi>r^?)
vor dem Unglück (sjroj); er hat vielleicht an 2 Reg. 22, 19 f.
gedacht. — nzu^')] vgl. 2 Reg. 23, 5. 11. Gr. xotl 2?9;(>£v, Syr.
Sa;!; vgl. zu 7,6. — mnpr] vgl. 2 Reg. 23,13. Syr. schlecht:
Kinj?. — 'rsn] Syr. xnr':i:n, lies mit Nöldeke NnvyoT; Gr. dvoa-^ac
(vgl. Prv. 13, 11 LXX).
3. izh ha ha nm] der Ausdruck ist gebildet nach 23S cn
(Gen. 20,5 u. ö.); vgl. auch das Hifil Job. 22,3. Gr. xa-rs'jö'jvsy
(Lat. et gubernavit = xotl s'jÜ'jvsv?) Trpoc x'j[>iov Tyjv xctpoiw aotoo;
vgl. 51, 20, wo Hehr, "nn: ''K^c:, aber auch 7, 6, wo z'j%'j-r^c =
c^an. Syr. nnS «nSs^ nh^'ar — Vgl. 2 Reg. 23, 3. 25. — Dan ^ti^zi]
vgl. zu 18, 21. 27 und zu 10, 23. Gr. xal ev yjaspcti; dvoarov. Syr.
snan ^arä. — ncn nii'j;] vgl. 46,7 und zu 44,1. Gr. willkürlich:
xati's/'JCJsv TTjV 2'jcjsßsiav. Syr. Kflli^ip n2>\
4. Zum Versbau in a und b vgl. zu 1, 2. Griechisch
war er schlecht wiederzugeben, Gr. zog deshalb itk^sM zu a und
setzte für in^nK^n ^:l■r^\l^i^l^l'yy (Syroh. om., 253 -Xsiac, A 106 -Xsia)
^■K}■.r^l^.\lilr^'3ay (vgl. zu 5, 15 und zu 41, 18). Uebrigens fügen Gr.
Syr. vor )n''pin'' mit Unrecht ein xa-' hinzu. Vgl. zu 45, 10. —
Zu c vgl. zu 41, 8. — )2'T'i\ Gr. xa-rsXi-ov ya^. — Syr. om. jrSy.
— Gr. für d schlecht: oi (Syroh. 253 157 ov, 23 praem. w?)
ßasi/.sr? 'lo'joa £;ö'Xi-ov. Lat. reges Juda (defecerunt) et contem-
pserunt timorem dei. Man darf aber vielleicht £o>; vor £;eÄ'.-ov
einsetzen; vgl. Cod. 23 und LXX Jer. 24, 10. — Sirach urteilt
über die judäischen Könige etwas anders als die Chronik, nach
der schon Assa imd Josaphat die Höhen beseitigt haben.
5. Nach Gr. loojxctv (Co. 70 155* sooixsv) yap (248 om.) to
xspa? auTwv silpoic und Syr. „und sie gaben ihre Macht Anderen"
ist WT und in«'? zu schreiben (vgl. 1 Macc. 2,48 und zu 11,19).
470 S"'- 44—49.
Sodann ist hz:, das Gr. Syr. nicht ausdrücken, zu streichen. Es
ist eine vielleicht aus 50, 26 eingedrungene Variante. — Durch
ihre Sünde bracliten die Könige es dahin, dass die nationale
Herrlichkeit unterging,
6. in'^n] Gr. evsTrupiaotv ; Syr. inpj?!, was vielleicht in npisi
zu ändern ist. Aber Syr. kann auch "in'^n und "I5fn''l verwechselt
haben. — tt'np rT'npJ Gr. verschönernd: sxXeztyjv -oXiv (253 ttoXiv
£xX.) 7.7i7'a[j,a-:oc (s. z. 36, 18). — li^tJ'"'!] ist wegen des Folgenden
als Prädikat auf iTnmx zu beziehen, Gr. (xal vif-r^ixfusav) und Syr.
(T'njfS'l) beziehen es falsch auf die Juden. — .TnrnNj ist nach ''^m
|vy Thr. 1,4 zu erklären. Syr. sinnlos: nnn^n pb:; vielleicht
ist nnm'i« herzustellen.
7. Jeremias Weissagung bewirkte den Untergang Jerusa-
lejns, sie war übrigens veranlasst durch die Misshandlung, die
er von Seiten der Judäer erfuhr. Vgl. das Jer. 36 — 38 Erzählte.
In der Tat verlangt Jeremia überall, wo er seine Verfolger
verwünscht, indirekt den Untergang Judas. ■ — T3] Syr. ^arz (vgl.
zu 48; 23). — iniJV "d] Syr. om., Gr. sxaxtoaav yap aurov. — Zu
b vgl. Jer. 1; 5. — 12:1: cma] vgl. auch 46, 1. Gr. h \ir,-[ja (k
Aeth. £x fj-T/xpotc, Lat. a ventre matris) rf^idrsbr,. Das letztere ist
offenbar Avillkürliche Abwandlung nach Jer. 1,5, aber auch cma
ist nicht anzufechten. — Syr. für b: Avelcher war vom Leibe
seiner Mutter ein Prophet. — Syr. om. c und d. — Gr. axptCoüv
xal xaxouv (Lat. eruere) X7t aTroXXusiv o^aauroj? oixooofxsiv xal xaia-
9UT£'j£iv (Lat. renovare). Vgl. LXX Jer. 1, 10: ExpiCouv xai xa-ra-
axa--£iv xal aTroX/>'j£'.y xal ayo'.xooo'xsiy xal xatacpuxE'jsiy. Dass Gr.
ihr, wenn auch nur gedächtnismässig, folgte, ist wegen des sonst
im griechischen A. T. nicht vorkommenden aTroXXustv wahrschein-
lich. Vgl. zu xaxoSy statt pDjS auch LXX zu der Parallelstelle
Jer. 31, 28 (= nn'?). Aus dem Anschluss an LXX begreift sich
auch die Uebergehung von y^rh) (das Verbum oft bei Jeremia;
vgl. auch Dan. 9, 25). Dagegen ist ü'\rh höchst verdächtig, weil )
davor fehlt, und LXX es nicht ausdrückt. Streicht man es, so
stehen in beiden Stichen je drei einander entsprechende Verba sich
gegenüber. Also wird tSirh aus MT nachgetragen sein. — Wahr-
scheinlich hat Sirach Jer. 1,10 das vitsjSl mzh gelesen, im Cod.
AI. der LXX fehlt xal ayoixooo[i.£ry xal xaTa'^u-£U£iv, während der
Sir. 49, 6-9. 471
Enkel es vermutlich auch in der LXX las. Aber es Ivonnte
sehr wohl schon zu seiner Zeit eingetragen sein.
8. Syr. mit Umstellung der Worte: und Ezechiel machte
bekannt die Arten (kd3J, 1. xdjj) des Wagens und sah ein Gesicht.
Aber die Umstellung ist auch im Syr. wohl nicht ursprünglich.
Denn p u haben N'i'n für i^ü::, vermutlich hat ein Abschreiber
am und ''in vertauscht. — hüp'n^] Gr. sinnlos 'IsC^xir^X 6'?, 157
'löCexiTjXo?. — nK*i!3] Gr. opotaiv 8oqr^^, aber letzteres ist Zutat
(vgl. zu 45/2 und T)23 Ez. 1,28. 3/2 usw.). Vgl. Ez. 1,1 m^ü)
ü'^rhü mxiö, auch sonst oft nsnD nsn bei Ezechiel. — Gr. für b
ungenau: r^v unioctcsv (s. Z. 14, 12) autco sttI dpiioL-zo: yspoußsrfi-,
^j: (von ]] 37, 28. Ps. 144, 13. 2 Chr. 16, 14. Dan. 3, 5. 7. 10. 15
sowie Syr. zu 23, 16) wird allerdings die Mischgestalten der
Cherube bedeuten. Syrisch heisst s''iJi mannigfaltig. Den Ausdruck
naDia gebraucht Ezechiel nicht; Agl. aber schon 1 Chr. 28, 18.
Ein apokalyptisches Interesse blickt in den Worten durch.
9. Man konnte sich nicht darin finden, dass von Ezechiel
so wenig gesagt und gar Hieb hier zwischen ihm und den
Zwölfen als Prophet aufgeführt sein sollte. Deshalb änderte
man T2n oder T2tJ* in T2"n, was schon Gr. vor sich hatte, der
obendrein n"'lK für aVK las oder annahm: xat yap (vgl. zu v. 14)
sfxvr^cjör^ xöov £/üpt7>v (Sah. Aeth. s/öpoy) sv o|i.|5p(i) (Aeth. im Zorn).
Er gewann damit eine Anspielung auf den Gog in Ez. 38. 39,
die anderen eine auf Ez. 14, 12ff. Syr.: und auch über Hieb
redete er (idk). Dass nrs riclitig ist, zeigt b; übrigens kann
Sirach es unmöglich dem Ezechiel zum Verdienst anrechnen,
dass er irgendwo den Hieb erwähnt hat. Dass Sirach damit
aber die kanonische Würde des Buches Hieb habe beweisen
wollen, ist kaum denkbar. Vielmehr handelt es sich um den I2i
Hiobs im Munde Sirachs, von dem Hiob mit Ehren genannt wird
als einer, der in die Reihe der Propheten gehört. Auch Abraham
heisst kS''nj Gen. 20, 7. Ps. 105, 15, und Prophetie nimmt Sirach
nahezu für sich selbst in Ansprach (vgl. 24, 33 und zu 50, 27),
weil alle Wahrheit durch die Prophetie von Gott kam. Also
kann er auch das Buch Hiob zu den Prophetenbüchern rechnen
wie Josephus (c. Ap. I 8). Nur so kann es verstanden werden,
dass er den Hiob an diese Stelle setzt. Er muss ihn deshalb aber
auch ausdrücklich als Propheten bezeichnen. Syr. übergeht das
472 Sir- 44—49.
Wort, das hinter srs stand, vermutlich, weil ihm Hieb nicht als
Prophet galt. Aus demselben Grunde war «""Di in der Hs. an-
scheinend in «"tt'J korrigiert. Gr. (sv o;i[3p.(o) hat «""iJ, das zu 3''1S
nicht passte, mit yDJ (vgl. zu 18, 29) zusammengebracht, womit
der Fehler v^'J für Knj 50, 27 sonderbar stimmt. Die Succession
der Propheten kommt für Hieb nicht in Betracht, auch bei den
Zwölf war sie nicht durchzuführen. Aber eben der letztere
Umstand gibt die Gelegenheit, den Hieb hier einzuschalten.
Immerhin scheint Sirach den Hiob nicht für uralt gehalten zu
haben. Obendrein würde aus T3ix c:i vielleicht zu schliessen
sein, dass die Autorität des Buches Hiob nicht allgemein fest-
stand. Sirach begründet sie aus Hiobs volll\ommener Gerechtigkeit.
— h:ih'2 bedeutet hier wie 6, 20 einen Weg einhalten. — Die
Ergänzung pn[i; "riji nach Syr. "in anyi' nnmis jM^n. Gr. xoci
(Lat. Sah. om. ; aber Sang. Corb. Theoder. et) aYaÖwnai (23
xaxopöroaat, 248 70 Syroh. 253 106 157 Aeth. xaxwpÖwss) to-jc
EuöuvovTctc oooü?. Ich halto x7TOf>f}foaoti für das Ursprüngliche (zum
Infinitiv vgl. zu 47, 9), es entspricht wohl dem b^hzfi, wogegen
das Uebrige Umkehrung von pni' ''2'n ist, wobei Gr. "'Tn als
Partizip verstand.
10. Gr. fasst a richtig als vorausgestellten Nominativ zu b:
xat x&v otuoexa irpocpr^xÄv xa oöxa xxX. ; vgl. zu 46, 12. Cod. 70
hat vor b nach letzterer Stelle siV; xo [xvr,(j,oauvov h soXo^iat? und
hinter d: sirj xo [xvyj;xoauvov auxÄv h iuXoYtaic. Cod. 248, der von
einem der identischen Sätze zum andern überlas, hat nur das
erstere und lässt b — d aus. — 'io'''7nn ntr«] Gr. Traps/aXsaö (70
253 k A 55 254 155 Lat. (?) TrorpsxocXsaav) os (Syroh. 253 om.;
70 8*=^ 106 k 157 A 55 254 155 Lat. ya», Syr. VDST; vgl. zu
15, 20. — Für Jakob haben 70 und Syr. Israel. — imrjJt^n]
könnte als Kai oder Piel verstanden werden, für das man nach
dem Nifal (auch = vertrauen) die Bedeutung Zuversicht geben,
trösten, annehmen dürfte. Indessen stand, wie Peters gesehen
hat, ursprünglich wohl )n)V^^"i in der Hs., was auch Gr. (s. z. 48,20)
empfiehlt. Er hat für d: xal iXuxptocaxo (aber A 254 Lat. iXu-
xptoaavxo) auxou? iv -foxsi zlrdoo: (Lat. virtutis). Das letztere ist
vielleicht ^ niss mpn;. Syr. scheint den Satz umzudrehen: und
sie verhiessen (oder: gaben Vertrauen, iSsn«!) ihnen, dass sie
erlöst werden würden (ppncnöi). Weshalb die meisten griechischen
Sir. 49, 10-12. 473
Hss. das Verbum beide Mal im Singular haben, bleibt unklar.
— Dass die» Zwölf als Tröster erscheinen, ist z. T. durch die
Stelle veranlasst, die sie hier einnehmen.
11. no] = Syr. wo; Gr. ttäc. — rhi::\ vgl. 43, 28. 30,
und betr. des Plurals zu 43, 27 sowie v. 2. 13. Gr. fjL£7aX6v(ojj,£v,
Syr. n2^:; vgl. zu 48, 22. 17, 13. — Zu b vgl. Hagg. 2, 23.
Jer. 22, 24 und zu 17, 22. — Gr. Syr.: xal otuxk (Lat. nam et,
Syr, welcher war) uic a's^jrx-^U i-1 oscia; /sipoc. In der hebr. Hs.
war die Wortstellung anders. Cod. 23 om. wc (Lagarde schweigt
aber darüber).
12. Für ou-wc hat Sah. „und", Lat. sie (Am. Sang. Corb.
om.) et, Syr. piki. Danach ist wohl dj'i zu vermuten; doch vgl.
zu 13, 20. — Für 'J-/)aouc olh; 'Itossosx (23 aoa^) hat Lat. Jesum
(filium) Josedec. Durch den Relativsatz ist der Akkusativ nicht
erfordert. — Für ol iv yj;x£f>«ic aozCov or/oooixriaav oixov (B* A TC'jjOYOv)
hat Syr.: die in ihrer Armut (pnm::D?:2, w Ambr. pnm:D:o3) auf-
richteten (lO'px) den Altar. Syr. wird bezüglich des Altars schon
durch seine Uebersetzung von 45, 24 (s. d.) einigermassen ver-
dächtigt., immerhin mag er ihn in seiner Vorlage gefunden haben
(vgl. Ezr. 3, 2. 3). Aber auf n'27\ (= olxov) möchte man nach
50, 1. 47, 13 schliessen, wo es beide Mal dem hyn (= voiov)
bezw. ^yn voraufgeht. Uebrigens dürfte oixov Korrektur für
rup'i'ov sein. Denn das letztere, das jedes hohe Gebäude be-
zeichnen kann, ist der Rhetorik des Gr. angemessen; vgl. auch
Joseph. Bell. VII 10, 3, wo der Tempel von Heliopolis als TrupYto
Kotpc(-^3ioc bezeichnet ist. Erklärlich ist die Korrektur von
7:6p7ov in otxov, nicht aber die gegenteilige. Stand aber Tiup^ov
da, so kann das nicht auf nilfi, wohl aber auf r";!*! zurückgehen,
das später in nn'D geändert war. Ebenso mag Syr. cmjya statt
CiTö": in seiner Vorlage gefunden haben; vgl. 1 Chr. 22, 14 '':V2
und Ps. 132, 1 )n):v '^d, beides von Davids Bemühung um den
Tempelbau. Aber auch das Verdienst des Simon um den Tempel
wird 50, 1 mit ro^n verumständet; vgl. Neh. 12, 7.47. Uebrigens
hat Syr. "iim an Stelle von lon^l (Gr. dvu'^^toaav vgl. Dan Ezr. 9, 9),
iD^ps an Stelle von (oxooojxr^a7.v gestellt. — K>"ip SdNI] Gr. erweiternd :
vaov (B S Syroh. Sah. Aeth. ).aov vgl. zu 36, 19) a^iov xuf>»o.
— Am Schluss klingt die messianische Hoffnung durch; vgl,
Hagg. 2, 7. 9.
474 Sir. 44—49.
13. Ausser 248 70 Syroh. 253 23 S^' B haben alle Hss. des
Gr. für a: xal Nssfxiou im ttoX-j to [xvyjjioauvov. Das zct könnte wieder
= DJ! sein, aher im Toi. fehlt et, und der Letzte in der Reihe
wird passend ohne jede Kopula eingeführt. — LXX setzt i-\
-rA'j öfter für nm, aher Gr. las schwerlich nD-f, und «JD3, das Syr.
für "ns" hat^ geht auf Gr. zurück. Uebrigens ist "ns" vielleicht
als Nifal oder Hofal zu sprechen nacli iik: 43, 11 bezw. Tisn
33, 7. — Im Gr. trennte man Xs£[xi ou, dann flel oo aus (Amiat.
Neemi). Weiter wurde v££ij,i zu V3|x£i und ixcvsi (so 253 = Syroh.
«ipi), imd das wurde (auf Zerubbabel und Josua bezogen) in
vi;xouatv (B S*) und [isvouaiv (23) korrigiert. Sah. (wir geben) las
vielleicht vsjxofxsv. — Dagegen 248 70: xai ev IxXexxoic r^^^ Nee|j,iac
(70 'IspsjjLia?) 00 Itti koXI» to [j.v/]aoa'Jvov autoo (70 auTo>y). — "UTlSin]
Gr. frei: y^xTv (70 Syroh. 253 23 S 106 157 Sah. richtig r^ixÄv)
xet/rj TTETTTfoxoTct. — Gr. Stellt c scMecht hinter d. — xdT'"i] vgl.
1 Reg. 18, 30. Syr. und er baute wieder auf {^:2)), Gr. xai ocvs-
Yci'pavToc. — irnom ns] vgl. Am. 9, 11. Syr. inonoD, Gr. ta oixoTrsoa
-^iixwv; vgl. LXX Ps. 102, 7 (= mann). —ZT)] vgl. Jos. 6,26. Syr.
schlecht: i3j?i. — nn2 c^nSi] vgl. Dt. 3, 5. 1 Sam. 23, 7 u. ö.
Gr. Syr. setzen auch für n^'iZ den Plural; vgl. zu 28, 25. Er
spielt an auf Neh. 6, 1. 7, 1, meint aber etwas Allgemeineres.
Er verwechselt nämlich die Neh. 1 vorausgesetzte Zerstörung
der Mauern Jerusalems mit der chaldäischen (vgl. 2 Macc. 1, 18).
— Mit Nehemia schliesst die kanonische Zeit ab, weshalb er
2 Macc. als der zweite und letzte Sammler des Kanons er-
scheint. Dass Ezra übergangen wird, ist auffällig. Es erklärt
sich aber wohl daraus, dass Sirach über die Entstehung des
Kanons noch nicht reflektiert. Deshalb war die Erzählung von
der Einführung des Gesetzbuchs durch Ezra für ihn bedeutungs-
los. Die über die Scheidung der Mischehen war ihm dagegen
wohl unverständlich oder gleichgültig, da seine Zeit die Misch-
ehen duldete. Vgl. übrigens zu 38, 34 c d.
14 — 16. Um das Lob der Väter abzuschliessen und es
zugleich gegen das Lob des Simon abzugrenzen, biegt Sirach
jetzt auf die Urzeit zurück. Er holt von den Vätern Israels
nebenher den Joseph nach, um dann aber auf den ersten Menschen
hinauszukommen, den er als Träger der Wahrheit und zugleich
der höchsten Herrlichkeit ebenfalls für Israel in Anspruch
Sir. 49, 13—16. 475
nimmt. Dabei stellt er in zwei Vergleichen Joseph dem Henoch,
Adam dem Sem und Seth gegenüber. Mit dem ersten Vergleich
knüpft er an den Anfang der Aufzählung 44, Iß (s. d.) an.
14. yj£)i ayo] Syr. r^zns pi^:. Das beweist nicht für n^ii,
in das i^U allerdings korrigiert zu sein scheint. Gr. vergröbernd:
o'josk (aber B A*** ouSs zlc) Ixxta&yj. — Mit oFo; 'Evu)y -oiouxo? siri xr)?
YT^,- stehen B (157) allein. Nach Hebr. 8yr. ist mit 106 55 254
Lat. zu lesen: im -zr^c yy)c oro; 'Evco/. Ebenso lesen die übrigen
Handschriften^ nur dass 248 70 das unechte xoio-jxo? vor im,
alle anderen es vor olo; haben. — Syr. om. b, aus Bedenk-
lichkeit, wie 44, 16. — H)n CJl] Gr. xcd yap (A om.) a-jxo;; vgl. zu
V. 9. Zurückverwiesen wird hierbei nur auf Elia; vgl. zu 44,16.
— nph:] Gr. avtlri^z^^ (vgl. 48,9, A [xsxcxsör, vgl. 44,16). — c^jq]
Gr. rathlos: «7:0 ~r^: 77;?. Indessen steht D"'ic deutlich im Gegen-
satz zu in"''i: V. 15 und heisst wohl s. v. a. in Person, leibhaftig.
15. Gott kümmerte sich sogar um die Leiche Josephs,
indem er sie nach Kanaan gelangen liess. Das soll mehr be-
deuten, als dass er einen lebendigen Menschen in den Himmel
entrückte. Sirach ist hier nicht mehr weit von der alexandrini-
schen Exegese. — Betr. der Wortstellung in a vgl. zu 35, 7. —
Gr. für a unverständig: ouos ojc (B 68 für beides nur: 0 r,i^ Hss.
des Lat. nur: et, 253 om. wc) '[^o:jr^'s> (Lat. add. qui, aber Toi.
Am. Sang. Theoder. om.) i'(tY^r^ih, (B S A 106 sclüecht l^ev/^Or^)
avTip. Syr., der ex freilich miss versteht, errät richtig den Sinn:
und eine ^Mutter wie den Joseph niclit gebar. „Wenige wie
Henocli, keiner wie Joseph!" — Im Gr. folgt nach a, was Hebr.
S}T. richtig vor 50, 1 lesen. — wu] Gr. xa oaxa auxoü, in Er-
innerung an maiT Gen. 50, 25. Ex. 13, 19. Jos. 24, 32. — nip^^i]
der Ausdruck ist nach Gen. 50, 25 gewählt. Gr. i-ssxei:/^ (248
70 add. uTTo xupt'oo, Lat. add. et post mortem prophetaverunt vgl.
48, 13). — Syr. für b: und auch sein Leib wurde bestattet
(ti^rriK) in Frieden (vgl. 44, 14).
16. Im Anfang ist i nach den Verss. zu streichen. — Syr.
Lat. stellen Seth vor Sem, wobei sie beide vermutlich einem
griechischen Text folgen. — npc: ^)ia'\] Gr. iv avilpoWoic iorjr^.a^q'^rjy,
Syr. rnnns x?^«:s; ti»';:«! (für a)if2ü2 setzt t korrigierend xm:KD2 nach
u smJM). Er hat ti^iJST und iv 7.vi)[ia)-otc addiert, übrigens hat er
ein anderes Verbum gelesen. Nun ist npcj offenbar aus v. 15
476 Sir. 44—49. 50.
eingedrungen. Die Differenz von Gr. und Syr. hat aber ihr
Komplement darin, dass in b dem iv ■z7^ (S*=* om.) xnast beim
Syr. «nrnntiTi = Hebr. mxcn gegenübersteht. Hier sind nun
Hebr. Syr. augenscheinlich im Kecht. Es ist deshalb zu ver-
muten, dass in a 1S"Q3 (vgl. 16, 26) oder iphm (vgl. 34, 13) stand,
und Gr. 1X123 und mscn vertauschte. Dagegen ist er mit ^m2
gegen ^m) im Recht. ]\Ian kann sich für letzteres darauf be-
rufen, dass abgesehen von llenoch und Noa nur bei Sem, Seth und
Enos etwas berichtet wird, wodurch diese drei zugleich als Gott-
begnadete bezeichnet werden (Gen. 4, 25. 26. 9, 26). Aber die
Reihenfolge wäre unbegreiflich, und lsn3J kann für sich allein
nicht bestehen. Deshalb ist es wohl in npoj korrigiert. Uebri-
gens entsprechen einander in v. 14 — 16 Y'\iin hv, 13J, t^W2 und
"n '73, ebenso iifli, nSu und isnnj. Die Verwechslung von 2 und )
findet sich im Hebr. auch 45, 14. Sem und Seth sind die beiden
Söhne Noas und Adams, von denen die heiligen Linien der
zweiten und der ersten Menschheit abstammten. Dadurch nehmen
sie eine sehr hohe Stellung in der Geschichte ein, aber alle
menschliche Herrlichkeit übertrifft die Herrlichkeit Adams. Zum
ersten Mal taucht Adam in der jüdischen Literatur hier als der
unvergleichlich Herrliche auf. Diese Schätzung des ersten
Menschen, bei der man der Poesie von Gen. 2 einen neuen,
und den Worten von Gen. 1, 26 einen persönlichen Sinn gab,
hatte ihre Wurzel in der messianischen Hoffnung, die ihr Ideal
in der Vergangenheit suchte und es bis auf den Anfang der
Welt zurücktrug. — "n hz hv)] Gr. x7.l u-rsp 7:av C^ov (248 om.),
Lat. et super omnem animam, Syr. pSn |mSi: hv- — ^v xtias'.] Lat. in
origine. Grotius: habuit hoc Adam eximium quod non genitus a
parente sed a Deo factus est, unde Dei filius vocatur Luc, 3, 38.
XXL c. 50.
Lob des Hohenpriesters Simon. — Schluss.
Der Hohepriester Simon gehört nicht zu den heiligen Vätern
der Vorzeit, deren Reihe mit dem Rückgang auf Adam 49, 14 — 16
scharf abgegrenzt ist. Aber das Lob, das ihm gespendet wird,
klingt im Ausdruck öfter an das Lob der Väter an und es findet
geinen Abschluss in ähnlichen Worten wie das Lob des Pinehas.
Sir. 60. 477
In warmer Verehrung wird Simon als ein Hoherpriester gefeiert,
der der grossen Vergangenheit Israels wert war, seinem Volke
ein Hort gegenüber den Heiden und sein höchster Stolz in seiner
priesterlichen Herrlichkeit. Vor allem aber wird sein Geschlecht
aufgefordert, Gott um dieses Mannes willen zu preisen, in Weis-
heit seinem Vorbilde zu folgen und Frieden unter sich zu halten,
damit das Ilohepriestertum stets bei Simons Geschlecht bleibe.
Man könnte meinen, Simon lebe noch; ich selbst habe das früher
angenommen. Der vorliegende griechische Text von v. 24b
kann nur so verstanden werden, und auf diese Auffassung führt
zunächst auch der Wunsch v. 24 a, dass Gottes Gnade bei Simon
bleiben möge. Uebrigeus wird die Herrlichkeit Simons zumeist
in seiner hohenpriesterlichen Funktion am Versöhnungstage ge-
schildert. Das erscheint als einigermassen verständlich bei einem
noch lebenden Hohenpriester, in dessen heiligster Amtsliandlung
zugleich die Herrlichkeit des Volkes gipfelt. Ist Simon dagegen
schon tot, so fragt mau sich, wie Simon durch diese Schilderung
gefeiert werden konnte, die, wie man meinen sollte, ebenso auf
seinen Nachfolger passte. Denn Simon, die Priester, die Sänger
und das Volk tun hier nur, was vermutlich bei jeder gesetzlichen
Feier des Versöhuungstages geschah. Aber eine ähnliclie Frage
erhebt sich, wenn ein noch lebender Hoherpriester gefeiert wird.
War die Feier nicht unter allen seinen Vorgängern dieselbe ge-
wesen? Dazu kommt, dass von Simon überall im Perfektum
geredet wird. Seine Regierungszeit erscheint v. 1 — 3 als ein
abgeschlossener Zeitraum, und die Mahnung v. 22 — 24 scheint
sich zu V. 1 — 21 ebenso zu verhalten wie 45, 26 zu 45, 23 — 25,
und an die Söhne eines Verstorbenen zu ergehen. Der griechische
Text von 50, 24b könnte höchstens beweisen, dass man einmal
c. 50 auf einen noch lebenden Simon bezogen hätte. Aber der
hebräische Text ist ihm überlegen, der griechische obendrein
wahrscheinlich verderbt, und v. 24 a kann auch auf einen schon
verstorbenen Simon sich beziehen (s. d.). Man muss deshalb
annehmen, dass Simons Nachfolger, Onias III., am Versöhnungs-
tage nicht mehr funktionierte, und die Feier zu seiner Zeit
überhaupt nicht in früherer Weise gehalten wurde. Das ist
auch aus anderen Gründen nicht unwahrscheinlich (vgl. zu 41, 5
und Wellhausen, Israel. Gesch. ^ S. 253). Gleichgültigkeit
478 Sir. 50.
gegen den Kultus wird auch sonst von Sirach bekämpft (1, 29 — 31.
32, 6 ff.). Man wird deshalb*aber auch die Mahnung v. 23 a zu
einem Teil hieiauf beziehen müssen. Die Streitigkeiten innerhalb
der hohenpriesterlichen Familie, die den Anstoss zur syrischen
Keligionsverfolguug gaben, blicken v. 23 b durch. Vermutlich
bestand schon damals der Antagonismus zwischen Onias und
Jason.
Gefeiert werden Simons Verdienste um die Kenovierung
des Tempels sowie um seine und der Stadt Befestigung, über-
haupt um die Sicherheit des Volkes und der Stadt (v. 1 — 4 =
1. 3. 1), zumeist wird aber seine Herrlichkeit am Versöhnungs-
tage geschildert (v. 5 — 21). Von der Darbringung des Blutes
der beiden Sündopfer im Allerheiligsten , der Entsündigung
des Altars und der Entsendung des Bockes an Azazel ist
dabei nicht die Eede. Alle diese Dinge werden vielmehr
der Euphemie halber übergangen, und eingesetzt wird erst bei
dem Moment von Lev. 16, 24, wo Simon nach Ablegung der
weissen Kleider zum letzten ]\Ial aus dem Tempel hervortrat
(v. 5 — 10 = 3. 2. 2), die gewöhnlichen hohenpriesterlichen
Kleider anlegte, die Brandopfer (v. 11 — 13 = 3. 3) und die
Weinspende (v. 14 — 19 b = 3. 2. 2. 2) darbrachte und zuletzt
den Segen erteilte (v. 19 c — 21 = 3. 1). Dahinter folgt die
Mahnung an das hohepriesterliche Geschlecht (v. 22 — 24 = 2. 3).
Das Ganze umfasst 36 Disticha. Die Schilderung ist wichtig
für die Geschichte des Kultus.
49, 15b. 50, 1. Hebr. Syr. haben 49, 15b mit Recht vor
50, 1, die Umstellung im Gr. ist vielleicht vom Uebersetzer oder
schon in seiner Vorlage al)sichtlich gemacht, um dem Sadokiden
diese Prädikate zu nehmen; vgl. zu 50,24. — rnx h)i:] vgl.
Lev. 21, 10, wo der Hohepriester rnsa ^mi heisst. Gr. frei:
rj7o6ij.£vo? czosX^tüv; vgl. 10, 20 und \ii'(a; im folgenden Stichus.
Ebenso für w mXDm s-qprdia. XotoD; Syr. und die Krone (s'?'''?:)
seines Volkes. Aber danach mscn anzuzweifeln ist verkehrt. —
]:rr\'] Gr. 'Oviou, aber 253 23 S*B* 'lovtou, 155 'Iu>vaou (l.'Iüiavo'j?);
Sah. 'Is/ovrots. Syr, und nach ihm Syroh. «''jn:. Der König p'^'i"
hiess auch (i),TJ3^ und i,t:3, und ein pnr auch ,Tin^ iTJn (vgl.
Wellhausen, Geschichte'^ 192). Letzteres findet sich auf alt-
jüdischen Inschriften. Auch "•Jin" soll Pal. Explor. Fund, Quart.
Sir. 49,15b. 50,1.2. 479
Stat. Oct. 1904 S. 320 — 354 belegt sein. Danach Griechisch
'lovia^ und 'Ovta?. Die erstere Form findet sich oft auch in den
Josephus-Handschriften^ von der letzteren wusste der Syrer des
1. Makkabäerbuches, dass sie = iTJn war. Er hat 1 Macc. 12,7
ü^m, ebenso Barhebraeus zu u. St. und Cod. Berol. in der Unter-
schrift zum Sirach. Vielleicht fand Syr. in seiner Vorlage ein fehler-
haftes iTJni Denn für pnr findet sich auch X'':inj, und Onias III.
heisst im Talmud auch rj'n und p'inJ (vgl. Herzfeld, Geschichte I (II)
212, und A. Geiger, ZDMG XII 541). Aber eher wird K^ini aus «'•yin
verderbt sein. Jedenfalls ist die Form pnr wegen Gr. Syr. noch
nicht anzufechten ; Gr. kann die im Griechisclien geläufige Namens-
form gesetzt haben, und Syr. ihm gefolgt sein (vgl. Syr. v. 26).
— Uebrigens hat 248 6 'Oviou für 'Ovtou uto?; vgl. zu v. 27. — |nDn]
Gr. Syr. erklärend: i3,os'j^ 0 asYa? (vgl. zu 25. 22). h*n2 steht
sclion in a, und blosses jn:n ist alter und vornehmer Ausdruck
(vgl. Ps. 110,4). — iTna] = in seiner Zeit; so "n zuweilen im
Syrischen. Aber Syr. nimmt kürzend VO'a vorauf, das er an
seiner Stelle auslässt. Gr. : sv tf, ^cu^ «oto-j. Der Ausdruck weist
darauf hin, dass Simon schon tot ist. — ipz:] ist wohl fehlerhaft
aus 49, 15. 16 eingedrungen. Syr. ''::rwS. Gr. 6-ippa^|/£v. Lat.
suffulsit. Danach ist mit Schechter pin: zu vermuten; vgl. pi2
neben p'n 2 Chr. 34, 10 und oben zu 34, 10. Gr. setzt das Ak-
tivum, ebenso für p*n ssTspstuaiV. Aber das Nifal wird durch
V. 2. 3 geschützt, und für pm ist ein sonst freilich nicht vor-
kommendes Pual anzunehmen. Letzteres bedeutet hier befestigen;
vgl. V. 4. 48, 17. — Von Bauten im Tempel zur Zeit Anti-
ochus' III. ist in einem Schreiben des Königs (Jos. Antt. XII
3, 3, 141) die Rede: xotl to -spl -0 ispov ocTrapT'.aÖTjVai spyov Tot? ts
3-07.? x'oJv £1 -i sTifiov oixoöo[i.7)3ai oioi. Das Schreiben ist wohl
gefälscht, kann sich aber darum doch auf die hier und v. 2 be-
schriebenen Bauten beziehen.
2. Hebr. stellt v. 2 hinter v. 3. Hätte er Recht, so
müsste man wohl annehmen, dass die Teichanlage von v. 3 im
Tempelgebiet lag. Denn nur so wäre die Reihenfolge von Tempel,
Teich, Ringmauer verständlich. Aber wahrscheinlich war die
Oertlichkeit eine andere, und v. 2 erscheint als naturgemässe
Fortsetzung von v. 1. Hebr. hat ferner v. 3 nns, v. 2 Tü''2,
entsprechend dem "nni, W2 in v. 1. Dagegen beginnt bei Gr.
480 Sir. 60.
V. 2 mit x7.t i-' auToü (so 70 richtig für £-' 7.ot(o des Cod. 248
und uTi' auxou der übrigen liss.) = "iini it^ü, und umgekehrt
V. 3 mit £v vjixsf-ai? ao-ou = rc^ "iit>s\ Stellt mau daher die Verse
nach Gr. 8yr. um, so müssen nns und rö'n ihren Platz be-
halten. — r\:2:\ Gr. rhetorisch (?) £i)£|i.£Xifüi)-/j. — rp] Gr. sinnlos:
o<\)0(; onrXr^? (248 70 Syroh. Lat. oi-ülow). Wahrscheinlicli ist
'J'Vjc, das durch avotX-/)[x;i.7. geschützt ist, ein geschraubter Aus-
druck für „hohe Mauer", und oi-Xv;; Fehler für otoXr^c. — Lat.
für a: templi etiam altitudo ab ipso fundata est duplex. Aber
templi fehlt im Liber com., und templum am Schluss von v. 1 j
im Tolet. und Sang. — pyo mjc] Gr. 7.va/.-/;;i.;j.7. ü-V/jXov. Ersteres ^
steht 2 Chr. 32, 5 für H)hr2 {= Festungswerk), es fragt sich, ob
es hier dem mJD oder dem für pv's mit Schechter zu vermutenden
nvö entspricht. — Für -[Sa hzTii, das übrigens 'auch durch die
Lesart des Hebr. in v. 7 einigermassen gestützt wird, ist 'ü md
zu schreiben; vgl. denselben Fehler v. 3. Gr. stiess sich wohl
an dem Vergleich und setzte daher 7:£{>ißoXou bpoü. Im Lat. ist
nach Toi. Am. Sang. (Corb. Theod. Lib. com.) zu lesen: aedi-
flcatio excelsa parietis templi. — Syr. übernimmt aus Gr. den
Vorhof und addiert £i>£(i£>a(ut)r^ und nJ2J: und es wurde gesetzt
die Mauer (w Maus. Berol. Mas. I II add. und) die Zinnen
(sn"'j-'j? =: mic) und es wurde gebaut der Vorhof.
3. Syr. nur: und er grub eine Quelle. Vielleicht las er
ein schlechtes "lipo. Gr. hat für mpo niDi r^k'x■:-oi\}r^ dLTjjooyßw
(70 S 106 k 157 A 155 296 308 Lat. Sah. Aeth. -ysXo.)
68aT(uv; vgl. 39,17 und zu 43,20. Fritzsche emendierte mit
Kecht £A7.-rjjjLr^ {>■/;, das in LXX für m:, und mehrmals in Ver-
bindung mit X7V.X0? vorkommt. Der hebr. Ausdruck führt nicht
gerade darauf, dass der Teich in den Felsen gehauen wurde,
aber der Uebersetzer konnte über die Sache Bescheid wissen,
die übrigens kaum anders denkbar ist. — ^''l^♦s] ist vermutlich
in das auf der Mesa-Inschrift vorkommende mti'S zu ändern ; vgl.
aram. nW, syr. xn"?^ (Brunnen). Gr. /aXxoc, wofür A k 55 254
155 296 308 Aeth. richtig Xaxxo;. Das Wort findet sich in der
Hexapla zu Ps. 56, 7 (57, 7) für nn^^. — Lat. für b : et quasi
mare adimpleti sunt supra modum. — 02 ist nach Gr. viszl
ba.ldacsr,q Fehler für D"":. — i:ianD] d. h. mit seiner Wassennenge.
Gr. wohl willkürlich; -h T.zp([it-pov (70 Syroh. add. au-r^q). —
Sir. 50, 3—6. 481
Die Teichanlage sollte jedenfalls den Tempel oder die Stadt für
den Fall der Belagerung mit Wasser versorgen.
4. lOvS JSnn] = Gr. 6 'fpovxi'Cwv toü Xaou auxoi»; vgl. zu
.S5; 1. Syr. für den ganzen Vers: und er rettete sein Volk
(nöyS ''i'ci) vor dem Feinde. Man möchte lesen Pjä^t (= und er
sorgte); vgl. Syr. zu 35, 1. Aber Lat. für a: qui curavit gentem
suam et liberavit (Lib. com. curabit) eam a perditione. — ?]nno]
vgl. zu 35,21. Gr. «tto ttkosso)?; vgl. zu 4,19. — ITy pirtü] vgl.
48, 17. Gr., der hier das Suffix wohl absichtlich übergeht:
£vi(3)(u(3as Tr6>^iv. — il'üj las auch Syr. ; dagegen Gr. £;x7roXiopxT|a7.i
(Lat. amplificare, Miss. Moz. 153 aedificare), 253 106 157 254
£v TtoXiopxr^asi, Syroh. sniDit'nran = sv + x, 55 £[x~oXiofix-/ja£t, B* (S)
£VTroXiopx-/jaai, 70 £x T:oXiopxi7.c. Der Infinitiv ist sinnlos, da ijATio-
AiopxTjaai nicht wohl = toü {iyj six-oXiopxr^öriva'. sein kann. Aller-
dings kommt Tto/aopxrjC'.c sonst nicht vor, aber auch £[j.TroXiopx£rv
ist selten und findet sich in der Bibel nicht. Jedenfalls las Gr.
nicht ^2:0, sondern mira bezw. ni'M oder iwoa. Das letztere ist
wohl anzunehmen. Uebrigens passt "112:0 auch besser zu dem
wahrscheinlich (s. z. 35, 21) abstrakten ?]nn. Bei a ist wohl auch
an die Sicherung des platten Landes zu denken.
5. mni n»] Syr. ns^ xo, Gr. «u? £oocaai)-/j ; vgl. zu 46, 2. —
Snxa in''j?iTO] das Verbum heisst sonst auf etwas sehen, dann
herausschauen, hier s. v. a. herauskommen. S}t., der die Verba
vertauscht; Kinna 12. Gr. in geschraubter und griechisch kaum
möglicher Wendung: £v -cpiaxpo'ffj XotoO. Zu lesen ist vaoS (= Syr.
xSdm p); vgl. zu 36, 19. Ebenso setzt Gr. für 'cn n^2a inK2:m £v
£?68«) oixou xataiT£taa[xaToc. Vgl. auch zu 51, 9. 10. In der Vor-
lage des Syroh. war hinter i^oow eingeschaltet irpoTruXwv oder dgl.
(iir\'2-\ Kpn ^EKT sjpcan). Vgl. Lat. für b: et ingressum domus
et atrii amplificavit (al. amplificatus est). Syr. setzt schlecht p
n^nn für n^^a. Uebrigens ist nach Gr. Syr. das 1 vor inK2:2 zu
streichen, da b nur Bestimmung zu a ist. Es heisst Lev. 16, 2.
12. 15 naic'? n^2a (Gegenteil 'dS |*ina). Auch 'cn n^za soll wohl
„hinter dem Vorhang weg" bedeuten. — Schon Rapoport (vgl.
Zunz, Gottesdienstl. Vortr. S. 103) hat zu v. bff. das Loblied
auf den Hohenpriester verglichen, das sich im Musaph - Gebet
des Versöhnungstages nach deutschem Ritus findet (vgl. z. B.
W. Heidenheim, Machzor. Hannover 5597 S. 339f.). Es heisst da
Smend, Siracli-Kommentar. 0I
482 Sir. 50.
2:1:2 . . . -':?3 ni'o '^j; pn:n i;: . . . n^n n: -jin: ]ir3n m: . . . pvn
hv ufü^ nn^iT nsr: . . . nnj;n r>:nci n^in nTtiT . . . nw Si3J2 ,ijjn
D^mnn p p njti^iii^: . . . y^i^n. Schechter verweist auf Landshut,
'Amude ha'abodah p. 274 und Rapoport, Bikkure ha'ittim IX 116.
— Der Moment ist übrigens der von Lev. 1 6, 24. v. 1 1 ff. sind
nähere Verumständung von v. 5 ff.
6. ms 2:i:J Syr. (xn:".: z:*:) und Gr. {da-zr^^j iojöivo;) nehmen
eine Genitivverbindung an. Vgl. ms '2:": Ps. 148,3 und ipn ""nsiD
Job. 38, 7. Aber ms ist Partizipium (vgl. 13, 26). — po] Gr.
ungenau £v [xsaoi. — n"'2y] Gr. vscpsXr^c, aber 248 70 Syroh, 253
23 S 106 157 Sah. vs^eXÄv. — nrzi] Gr. om. ) (Lat. hat et). —
sSö] Syr. om. ; vgl. 39, 12. — nyiö ^0^2] die beiden Hauptfeste
fielen auf den Vollmond. Syr. zu speziell erklärend: |D'J ^fiV2,
Gr. £v 7);x=pa'.; (248 70 Syroh. Lat. Sah. add. ao-r^c, leg. sopTr^?).
7. 248 70 Syroh. 253 23 stellen a hinter b. Damit hängt
das ) vor ^f2^2 vielleicht zusammen. Auch Lat. hat et vor a,
nicht aber vor b; x7.i' fehlt vor b auch in 106 k 157 A 254 155
296. Aber die Umstellung ist schwerlich anzunehmen. — npmi^öj
vgl. 43, 9. Syr. n^im, Gr. iyld\irMv. — -jSen S2M ha] Syr., der
freilich nur sjncs hy hat, las wohl ebenso, er stiess sich aber
mit Recht an dem heidnischen Köuigspalast, der hier nicht passt,
auch nicht so bald nach v. 1 wiederkehren kann. Gr. i~\ vaov
u-iiatou, wonach hü oder jrSy zu vermuten ist. Vgl. Joseph.
Bell. V 5, 6. — nnsi3] vgl. Gen. 9, 14. Gr. csw-itov, Syr. om. —
pV2j Gr. £v vscciXcci; ooc-/;c; vgl. zu 45,2. — Gedacht ist hier wohl
an Ez. 1, 28.
Sab. Weumr»o 'ö''2 v. 6 richtig ist, so ist es hier falsch.
Gr. iv 7j[x£f>at; vstuv, w^as auf 2''2S '^2 schliessen lässt (s. z. 24, 25).
So las wohl auch Syr., der für a nur hat: und wie die Aehren
des Ackers. Den Monat Nisan hat Syr. schon v. 6 genannt,
jedenfalls hat er hier aber die Osterzeit gefunden. Mit "'cj^ditj:
wusste er w^ohl nichts anzufangen, Gr. hat dafür «j? av&o? (Sah.
Blumen) pootuv, was vielleicht (doch s. im in dem Zitat zu v. 5)
willkürliche Abwandlung ist. Vgl. sonst zu 24, 14. 39, 13. Im
Hebr. möchte man cn2JV ''ji': herstellen; vgl. den Plural D''OJj;
14, 26. Ps. 80, 11 und Lev. 23, 40 Sam. Die Bäume blühen in
Palästina noch um Ostern (A'gl. Schechter z. St.), aber kaum
Sir. 50, 6—10. 4$3
noch um Pfingsten. — '^u^wd)] Gr. «j? (Lat. praem. et (Toi. Am.
Sang. Lib. com. om.), ebenso vor a und c) xpi'va, Syr. nwy^i^ "''NT
x:Sö; vgl. zu 39, 14 und H. Christ, ZDPV 1899, 65 ff. — 'hl'^ hv]
vgl. Jes. 30, 25. 4-1, 4. Syr. ^yinns, Gr. ir s^^ow (so auch Lat.),
nur B (55) richtig er: izoovy/.
8 c. 9 a. p2h m23] vgl. Nah. 1,4 und zu 39, 14. Gr. w^
ßXaa-os Ai[37'vo'j, Lat. et quasi thus redolens, Syr. und wie die
Bäume des Libanon. Gemeint sind wohl nicht gerade die Blüten
(vgl. Nah. 1, 4), denn die Jahreszeit ist der Sommer. Für pp
hat Gr. Ospouc (so meistens LXX), Syroh. ü'ay, Syr. xcap (in der
Pesch. meistens = Tirn vgl. zu 24, 27). — n:)2h li'K:')] Gr. auf-
lösend: «j? T.orj 'Acd X''ßavo?, Syr. erklärend: und wie der Duft des
Weihrauchs. — Für nman ist nach Gr. (sirl Trupsiou) und Syr.
(Kon-c hv) zu schreiben nnnarf. Da Simon die nnnf^ vorher, wenn
auch nicht unmittelbar vorher, in der Hand hatte, so ist der
Vergleich etwas schielend; vgl. aber 49, 1.
9 b c. ■''^r:] Syr. und wie eine Halskette (^ schlechtem
••^nD?). — h'"Cü nVcr] Scn heisst Tünche, Mörtel, ^^erputz der
Wand, ebenso aram. und neuhebr. h''ZQ und nS''ca. Aber die
Grundbedeutung ist wohl Ueberzug. Danach dürfte nS-cn hier
Email oder auch das emaillirte Kleinod bedeuten. lu beiden
Fällen kann 'S n'7''2n als Apposition verstanden werden. Das
unverständliche h'^a ist vielleicht ein Fremdwort. Gr. hat für
'« 'n oXcacpupr^Tov (^ Syroh. X2\":j2, massiv), vielleicht dachte er
bei S'iDK an Süj. Besser wohl Syr.: das schön bunt gemacht ist
(TEiy "[ncai). Vgl. über die Emaiilirkunst der Alten H. Blümner,
Technologie IV 407 ff. — *^'2rT 'J3« hy ins:n] vgl. 45, 11. Gr.
xsxoaijLrjtxsvov Travtl Xt'i^oj ttoXutsXsi = Syr. das geschmückt ist mit
guten Steinen. Da "nsjn auf '''72 zu gehen scheint, wird man Sd
oder Sd2 lesen müssen.
10. Elf Vergleiche sind in 3 X 2 Distichen aneinander
gereiht; das erste Paar geht auf Lichtglanz, das zweite auf
Blumen und Wohlgeruch, das dritte auf plastische Schönheit.
Ueber Kleinodien wird dabei die Pracht der Vegetation gestellt
(vgl. 40, 22). — pj;n] vgl. Jer. 11, 16. Ps. 52, 10. Gr. om., aber
248 70 haben t'jTzpzTzr^c (vgl. 24, 14), Syr. «n^nn. — 1:1: ahü] vgl.
Jes. 17, 6. Gr. ungenau: ava&ocXXouaa (vgl. zu 1, 18) xa'pTrous (Lat.
om., aber Miss. Moz. 858: fructum); Syr., der 1:1: vielleicht
31*
484 Sir. 50.
nicht verstand : deren Zweige gross (pm) sind. — ]ou^ |»j?3ij Gr.
xott w; -/.o-r/.ijiaijo:; vgl. zu 24,13. Dass der Baum hier neben der
Olive genannt wird (vgl. Neh. <S, 15), spricht dafür, dass er der
Oleaster ist. Dass aber die beiden an dieser Stelle erscheinen,
hat in einer gewissen Heiligkeit des Oelbaumes (Ps. 52, 10),
besonders aber in Zach. 4 seinen Grund. — ^y; mio] = Syr.
welcher gesättigt ist in seinen Zweigen. Gr. (o'Vvjixsy/) iv (248
om.) vs'fsXoti; (248 vs'fsXotc)) las schlecht py, aber für .THO wohl
n2"ia, was vermutlich zu schreiben ist. Vgl. Gr. und Syr. zu
24, 13 f., und zur Verwechslung von 2 und ) zu 45, 14. 49, 14.
Der Oelbaum hat viele und weitreichende Zweige.
Hab. )r\"cv2] bis v. 13 einschliesslich läuft ein Satz, zu
subintelligieren ist "in: no v. 5. Allerdings klingt v. Hab so,
als ob Simon noch mit den weissen Kleidern angetan aus dem
Tempel hervorträte (gegen Lev. 16, 24). Gr. sv -m dvaXajxßavsiv
auToy; vgl. LXX zu Dt. 1,41. Job. 40,10. Möglich wäre auch
avaßaXXsiv (S"); SO LXX für nuy 1 Sam. 28,14. Ps. 104,2. —
1)22 n:2] = Gr. SToXriv oor/ic; vgl. zu 6,31. 45,9. Syr. Nl^TipT XJKO.
Gr. setzt nachher ctyioc für mn, Syr. wechselt in Anlehnung an
ihn hier den Ausdruck, indem er für mscn nn setzt xip"«! s:ni:.
Für letzteres hat Gr. richtig a^v-riXsiav -rnuy^f^^'x-oc, wonach S'''?:
für nj2 2^ zu schreiben ist; vgl. zu 45,8, wo es auch mit ^2h
verbunden ist. ^*2hr\n findet sich nicht im Kanon.
11 cd. ri2'if2 h)! )n'h]!2\ Gr. £v 7.va[iaasi i)!j3'.c(aT-/)p'>ju, was nicht
so hart ist wie der Ausdruck v. 5. — Syr. für c unverständig:
bei seinem Aufsteigen {r\pzG2, 1. npD"2:) um zu übernehmen {?'h2pDb)
die Loblieder (w Maus. Berol. Mas. I das Lob). — m,Tl] versteht
Gr. falsch als Nachsatz. Uebrigens ist es widersinnig, dass der
Hohepriester mit seinem Ornat den Absatz des hochheiligen
Altars verherrlicht hätte. Vielmehr muss das Verbum synonym
mit )r\)h';2 sein, zu schreiben ist daher wohl Tim. Das Verbum
"nn findet sich 51,19, und zwar wie Ez. 21,19 mit h der Person.
Die bei Ezechiel nach dem syr. mn (vgl. Symmachus z. St.)
gewöhnlich angenommene Bedeutung „umgehen, umringen" passt
51, 19 nicht, sie könnte auch hier nicht gut angenommen werden.
Wenigstens ist nichts davon bekannt, dass der Hohepriester um
den Altar herumgegangen wäre. Vielmehr scheint das Verbum
51; 19 mit h einfach zu Jem. kommen^ zu ihm hineingehen; zu
Sir. 60, 11—13. 485
bedeuten (vgl. arab. jjs3-). Hier würde die Bedeutung .J)etreten"
passen. Der Fehler lag schon dem Gr. (ioo^aas vgl. zu 46, 2)
und dem Syr. (s. u.) vor, er entstand unter dem Eiufluss von
nn. — ^yü mr;] vgl. zu nn'y Ez. 43, 14, wonach der Altar
zwei nmv hatte, aber eine davon (die obere) wird Ez. 43, 17. 20.
45, 19 als rnij;n schlechthin bezeichnet. Gr. -spißoXr^v 7.-|'i7'3jx7.-o?.
Ob auch er wie Syr. (s. u.) ^ipa las (vgl. Gr. zu 47, 10. 13) oder
^ip (vgl. zu 36, 18), ist nicht zu entscheiden. Als Bezeichnung
des Altars ist iJ*npo singulär. Vgl. aber '•'' n'i ''K>npa Jer. 51,51.
— Syr. für d: in der Schönheit (s. z. 46, 2) der Stärke (scpin
= t;?) des Heiligtums (xi^np^s).
12a-d. Strack verweist auf M. Thamid 7, 3. 70 Syroh.
253 23 k om. os. — c^nnjj Syr. nic2T söin, Gr. \xi'kri (LXX). —
Vnx TsJ Gr. erklärend: sx ysipjöv (248 155 Lat. ytipo;) hpimv. —
rnsnyo hv] = Syr. sno p ^j?'?; Gr. richtig erklärend: Ticip' sa/apot
ßwfjLou, Lat. nur: juxta aram. ]Mit mn>'!3 ist v. 14 alles bezeichnet,
was auf dem Altar verbrannt wird, hier der Holzstoss (vgl,
Jud. 6,26 und "ly Gen. 22,9, Schechter z. St. und Levy s. v.).
Es gab auf dem Altar, namentlich am Versöhnungstage, nach
dem Talmud verschiedene Holzstösse neben einander. — )h] Gr.
aoTO'j (Syroh. '^^'' 253 23 S B ocutoc). — ü^iz] Gr. aos//f äv, wonach
Syr, Min«. Aber die Brüder dürfen so bald nach a kaum schon
wiederkehren. Brüder des Hohenpriesters sind überdies alle ''a
pns (v. 13), vor ihnen ausgezeichnet werden die Söhne des
Hohenpriesters; jene werden mit Bachweiden, diese mit Zedern
verglichen. Empfohlen werden die Söhne auch durch may (vgl.
Prov. 17,6) sowie durch D^nx ^S^n^i»: (vgl. rn^T 'h'r\V2 Ps. 128,3);
Gr. o>? ßÄasTr^ixa yiopojv, nur B (55 308) Lat. Sah. xsopou. —
Syr. om. d.
12e. 13. Syr. om. 12e. — hm "sij?:] d. h. so dichtgedrängt;
vgl. Lev. 23, 40. Job. 40, 22. Jes, 44, 4. L'ebrigens wurden ''sny
hm auf Laubhütten an den Seiten des Altars aufgestellt (A.
Btichler, ZATW 1900, 109); vgl. auch Ps. 118,27. Gr. hat
dagegen w? ax^Ki■/r^ cpoivtxwv. Die Bachweiden erschienen ihm hier
zu gemein. Er verstand deshalb 7m als Palme (= arab. J>3^)
und gab ''mj? willkürlich wieder. Wahrscheinlich steht '7m, wie
F. Perles (JQR XI 688 f. Or. Lit, Ztg. IV 131) bemerkt hat,
486 Sir. 50.
Num. 24,6. Cant. 6,11 wirklich in der Bedeutung Palmen. Die
Uebersetzimg des Gr. ist aber ein Beweis dafür, dass es im
Hebräischen hn: im Sinne von Palme gab. LXX hat Job. 29, 18
V); axeXi/o? (poivi'xwv für f?in2. Dass die Palmenltultur in Arabien
nicht uralt ist, wusste maji schon früher (vgl. S. Fränkel, Ara-
mäische FremdAvöi'ter S. 145 f.). Walirscheialich ist nun aber
auch J,.^ im Arabisciien ein Lehnwort. — Die Umdeutung des
Gr. ist z. T. wohl dadurch veranlasst, dass er a fälschlich auf
die Söhne des Hohenpriesters bezog. Er setzt für hj schlecht
xat TiavTsc. — '''''^ ''Wü)\ Gr. xai Trposcpopa xupto'j, Syr. abschwächend
nur wriip. — dT'2] Gr. sv /spslv autwv. — br\p] Syr. «öj? (44, 15).
— Zu c vgl. 1 Reg. 8, 22.
14. Mit ni^h imSD ny Avird hier die Weinspende, v. 19 c
der Segen eingeleitet (vgl. auch 7« v. 16. 20). Gr. barbarisch:
xai auvxsXsiav XsiToupYöiv, dabei ignoriert er den plusquamperfek-
tischen Sinn des Ausdrucks (vgl. dag. v. 19 c). — nnio] Gr. sttI
ßfojjiÄv (23 k ß(ü|iov, 248 70 ß(ü[i.o5), Lat. in ara (al. aram). Vgl.
nnw wiTD Jo. 1, 13 und dazu Ez. 40, 46. — iiüh)] vgl. 10, 1 ;
hier vielleicht Piel. Gemeint ist dasselbe, was Lev. 1, 7. 8 "[IJ?
heisst. Syr. wiederholt lti>öl^'a':(l) aus a; Gr. xoa[i.yic;ai. — |r':3; mDiyo]
vgl. zu V. 12. 38, 11. Gr. steigernd: irpoa^opav (38, 11) u'^tia-ou
Travioxpatopoc; Syr. abschwächend: die heilige Opferung (Knnnn
leg. Kmnm).
15. Hebr. om., vielleicht, weil v. 14. 15 beide mit ]vhv
endeten. — e^etcivsv] Syr. \2U^)a. Vermutlich stand da at^ri (vgl.
zu 4,31). — sTrl öTTovostou] Syr. ü'Cüp hv, es stand da wohl nt^p
(oder mu^p, aram. talmud. mop): im Kanon nur der Plural r\)^p.
— Für -ml l(37r£iacv hat Syr. 2Dil, und für s^e/ssv "[DJI. — iz aijxaTo?
axacpuXTj?] vgl. 39,26. Syr. schlecht: alten Wein (s. z. 34,25). —
£t? (248 70 £--') Osji-sXia Ousiaatr^ptou] vielleicht = niiü niD'' ha,
wie im Pentateuch von der Ausschüttung des Blutes. Josephus
(Antt. III 9, 4, 234): irspl xov ßa)[xov. Syr. freilich: an die Seite
(3i: h)! = 11* hv?) des Altars. Nach der talmudischen Ueber-
lieferung wurde die Spende in eine Röhre am Altar gegossen.
Aber das ist unwahrscheinlich, weil das Trankopfer hier wie
Num. 15, 7. 10 als mn": nn (Gr. dajiTjv süwofa?, Syr. m'':i snn'r)
bezeichnet wii-d. Dabei scheint der Hohepriester noch oben auf
dem Altar gestanden zu haben; vgl. IT v. 20 (doch s. d.). —
Sir. 50, 14—18. 487
6(];ta-:o) irottApiXcij etwa = ]Thv hüh. Syr. übergeht die Worte auch
hier absichtlich. — Das starke Hervortreten des Trankopfers ist
merkwürdig; vgl. darüber und betr. einer scheinbaren oder
wirklichen Abweichung von der Darstellung der Mischna A.
Büchler a. a. 0. S. 104ff.
16. )V'y] Gr. avsxpayov (vgl. Jos. 6, 5. 1 Sam. 4, 5 LXX),
Syr. )22\ — Das von Gr. Syr. nicht ausgedrückte cjnrn ist
Glosse. — iT^'po mijri'ns] Gr. iv saX-i-j-^.v aXotTotu (LXX). Syr. nur
tir\:y2, worauf er fortfährt: 'j^id-xt xcy rh)2 anp. Das ist eine
schlechte Korrektur zu d (s. u.) nach v. 13 c. — Gr. stiess sich
an der Anaphora lyn^i, das er als v/v/orotv zu b zieht, worauf er
ohne Copula fortfährt. — Tis Sip] S\t. NCpn ahp, Gr. 9tovv;v
[j-cYaXTiv (vgl. zu 46, 17). — yz'nh] zum Infinitiv vgl. 1 Chr. 16, 4
(Bevan). Gr. {zk ;xvr^|xo3ovov) schwächte ab im Gedanken an pnriS
Num. 10, 10. Syr. zieht gar d und 13a zusammen in: um zu
segnen (irisa'?, leg. TinöS?) vor dem ganzen Volke (= Gr.).
* 17. Vgl. 2 Chr. 29,28. — Gr. schickt to- (vgl. 18,7)
voraus. — "y^z h^] = Gesamt- Israel; vgl. 45,4. Ps. 65, 3.
Joel 3, 1. Gr. erklärend: rA; o /.aoc. Syr. (s. o.) wiederholt rh)z
^?oy in c, zieht )in^ zu b und übergeht 'inöJ. Letzteres heisst hier
anders als im Kanon sich beeilen. Gr. xaTss-s-jss, Syroh. B^''
S A (106) k Lat. xa-scjTTc'jaav (al. x7.-:s7:ot'j37.v, vgl. zu 43, 5). —
Für hü-~'^'' my '2zh ]rh'; ^:cS hat Syr. nur nmSsS, Gr. (-w xupi'io
a\j-Mv -avioxpa-copi \h(n (-<«) -j'V'sto)) hat die Worte umgestellt. Er
setzt OcQc 'j']>ia-oc auch für blosses ]vh)} (41, 8 vgl. zu 7, 9), und
To> xopico ot'jTÖJv -avToxf>a-op'. kann := Ss'i'ki^'' t^np sein.
18. iV.p y^n pi] vgl. zu Tl^M 2 Chr. 29,28. Gr. xai f,vcarav
Ol <\irjA\niioo\ (= ""tJ^n Vgl. zu 47, 9) iv cpwvoti? au-mv. Er hat den Aus-
druck abgewandelt, bei f,vscrc(v ist er vielleicht durch Tti^n beeinflusst
(vgl. zu 51,29). — Syr. hat für v. 18. 19 ab in willkürlicher
Kürzung: und sie gaben zum Bekenntnis («nmnS) ihre Stimme
und freuten sich (i^Dznsi) zusammen im Gebet (= n'^cns). — hv'i
|wnj das Nomen pen heisst hier offenbar (vgl. zu 45, 9) Musik,
und zwar Saitenklang; denselben Sinn hat das Wort Am. 5,23.
LXX übersetzt es Ez. 23, 42 mit ctpaovia. Vgl. n''f^n Jes. 14, 11
und das Verbum Jes. 16, 11 = Jer. 48, 36. Gr. iv (Lat. praem.
et) TrXsiaToj oi'xw (248 70 Syroh. S'-^ 106 157 v/oi). Hier könnte
TzleiOTOi (vgl. 45, 9) und v/to (vgl. LXX) ^doppelte Uebersetzung
488 Sir. 60.
von |lön sein. Dass Gr. für hv (vgl. z. B. 35, 5. 6. 49, 1) ein
schlechtes h)p) (vgl. zu 45, 9. 47, 9) gelesen hätte, ist unnötig
anzunehmen; vgl. eher i^yßv = p"i 47, 10. Nämlich in Tu 'I3"'"ij;"'
ist nach Gr. s^Xo/avÖr^ (vgl. Syr. löDms) [xsXo; (vgl. 47, 9 Gr.j
zunächst irij?'' (vgl. 40,21. 6,5) herzustellen. Der Fehler lD"'iv''
hat aber auch das sinnlose inj herbeigeführt, für das nach 47,10
sowie nach WT^i v. 19 nJi oder pi zu vermuten ist. Denn das
folgende pK Dj; h2 lässt schliessen, dass vorher von den Sängern
derselbe Ausdruck gebraucht war. — Lat. drückt den Fehler
£fjL£YaX6vi)r^, aber daneben sYÄuxavi)-/) aus.
19 ab. WlJ vgl. Lev. 9,24 und oben 47,10. Gr. falsch:
xal e6£V5i>r^. Gemeint ist, dass das Volk mit Halleluja in den
Gesang der Leviten einfällt. — yian cj? S:] vgl. Syr. zu v. 22.
Gr. 6 Xao; x'jpioü G-I/iötou. Ihm war der hebräische Ausdruck
wohl zu simpel. — nScna] ebenso 51, 11 beim Lobe Gottes.
19 cd. Syr. lässt v. 19c — 21 aus, vor allem wohl wegen
des Anstosses, den er an 19 cd nahm. — Gr. hat an Stelle von
n^iö mti*S xoaixo? xupioi), und von Vacii^öl xal Ty)y XstxoupYiav auxou.
Er hat mifS (vgl. v. 14) und Vtscti^a vertauscht, übrigens hat er
mit Recht '''''' m oder ':sfür das hier nach v. 14 umnögliche n2'ö
gelesen. Vom Priester wird bekanntlich ''''' na mt^ gesagt, der
umfassendere Ausdruck begreift im Unterschied von n2*ö rmf
auch die AVeinspende in sich. Man stiess sich aber an röcirs,
das Gr. abschwächend mit xoatxo- (= Verehruog) übersetzt; die
Korrektur will es auf den Altar bezogen wissen. Aber das
Gesetz bestimmt, was Gott gebührt. Ebenso setzt Gr. für jrm
vSk abschwächend s-sXstojafotv, indem er die Priester, die Sänger
und das Volk einbezieht.
20. iT'J Lev. 9, 22 steigt Aharon erst vom Altar herab,
nachdem er das Volk gesegnet hat; vgl. aber dort auch v. 23.
— a^i)] das Perfectum so bei enger Verbindung (vgl. z. B.
Jes. 1, 2). — 'psit:^^] Gr. oimv 'lapar^X (47, 2). — rncti^a ''•'•' mi)]
Gr. verdeutlichend: oouvai soXo^tav xupwo (Co. 70 Syroh. 253 23
S k Aeth. richtig xupi'ou) h. yzüAw^ ocuxou. — ''"'"' cti'ai] Gr. xal h
ovofxaxi auxou (157 xupiou). Die Wiederholung von '•'''' ist ange-
messen wegen des iscnn (Gr. xau/aaöai, vgl. zu 38, 25). Nach
der jüdischen üeberlieferung wurde der Gottesname beim priester-
lichen Segen ausgesprochen. Das war also auch ein priesterliches
Sir. 60, 19—23. 4J^9
und vielleicht hohepriesterliches Vorrecht. Vgl. zur Ausdrucks-
weise noch 38, 6. 39, 8.
21. hz^:h iJiJ^^l] Gr. -ml sosuxsptuasy (248 70 Syroh. 23 Aeth.
richtig -oiczv) sv rpoaxuvr^as'. (S*^* add. x'jpiou, Lat. add. au-oo). —
n''W ist nach )y^'') unerträglich, man erwartet ein Verbum ent-
sprechend dem £üio£;acf9ai, wie mit 2^8 70 Syroh. 253 157 Sah.
für S7:io£t;otcii)ai ZU lesen ist. Ungezwungen bietet sich nst^^S (vgl.
51,26 Hebr. Gr.); vgl. was Ps. 24,5 den Frommen als die
Frucht ihres Gottesdienstes versprochen wird. Der Fehler ent-
stand daraus, dass man sich in die Cäsur (vgl. zu 1, 2) nicht
finden konnte. — Mit Unrecht stellt Gr. r:EO h[a] um: ~7.pa
u'!;t3Tou. Denn t:z:2 geht auf Simon. — Für rr^v zuW^im las Gr.
schwerlich nain (vgl. v. 20). Lat. hat virtutem, aber er setzt
virtus z. B. auch für i)~(.z (49, 10). Die Buchstabenreste lassen
nVDi zu. Im Talmud findet sich nT* und dazu Pliir. ri':", was =
mpn^: Ps. 24, 5 wäre. Jedenfalls dürfte Gr. seine Vorlage frei
wiedergegeben haben.
22. Preisen sollen die Söhne Simons den Gott, der ihren
Vater zu Grösse und Ruhm erhoben hat. — Zu a vgl. 45, 25.
— nnj;] vgl. zu 39, 35. — Syr. für a: und es lobte das Volk
des Landes Gott; vgl. zu v. 19. — wj Gr. om. — mSs '''''' r,K
Sxity"] Gr. T(o Usw (248 55 tov i>£ov vgl. zu 51, 12) Tra'/ru>v (nur
B (55 254 308) haben TravTs;, 155 -av-oxpattop), auch Lat. Sah.
Aeth. drücken 7r7'vxojv aus ; vgl. 33, 1, wonach ^rn ^^SK herzustellen
ist. — r\wv^ «Scan] schreibe nach 34,9 K^'joon. Syr. sn{:'^>D niyn,
Gr. T(5 jxsYctXoTCOiouvTi, al. t(o [xs-cocXa -oiouvti, 248 55 254 haben
den Akkusativ. — pi*-] Gr. Tra'vxTj (248 praem. u-ovov), aber Lat.
in omni terra. — h^y^n] vgl. Jes. 1, 2. Gr. tov u-yoüVTa (vgl.
Jes. 51, 18 LXX), Syr. schlecht: xim. — mx] Syr. xirjK ^:"i;
Gr. sonderbar: r^\xi[jaz yjjxwv. Vielleicht las er mx. Uebrigens
werden durch die erste Pluralis die Worte hier schon auf Israel
umgebogen. — nma] Syr. erklärend: \ir\'Q^'\ kdi: p, ebenso Lat.:
a ventre matris nostrae (s. z. 1, 14). — '\rWT'^] = und ihn zu
etwas macht. Gr. erklärt die Ausdrucksweise nicht ganz unrichtig:
xal iroiouvxa jj-öö' (s. z. 51,20) vi;j-(ov; ähnlich Syr.: ]Tk 'cniTi. —
IJIVID] vgl. 36,22. 48,5. Gr. xaxa xo jaöoc «uxo-: (vgl. zu 32,26).
23. a r= 45,26a. — |n^] Syr. versteht: SnoS. — Für ddS
haben nur 70 B A k 155 u|i,Tv, die anderen (auch Lat.) v;[xiv. Ist
490 Sir. 60.
u\iiv Dicht aus 45, 2(i nachträglich eiDgedrungen, so Avird man
vielleicht auch in iv Tjjxspaic 7j[jlo>v nach Hebr. ein utxöiy herstellen
müssen (Gr. verlas ''ra in ^^^2); ob und wo sonst etwa im Gr.
in V. 22. 24 die erste Person in die zweite zu ändern wäre, ist
aber schwer zu sagen. Vgl. die Korrektur in 45,26 a. Syr. fährt
nach V. 23 in der 3. Pluralis fort (]'i?h und pnrs). — rnS rarn]
45, 26 steht ih. Gr. sonderbar: sucppos-jv/^v (leg. aoy^poa'jvr^v?)
xapoiac. — In ohvz Avollte der Schreiber schon WJ''3 anfangen;
Gr. Syr. drücken 2 nicht aus. — Vgl. übrigens oben S. 478.
24. l^s^] wird Nifal sein; vgl. 44,11. Jes. 55,3. Syr.
c^pnJl, dagegen Gr. itx-'.STcOcrai. — pj?s;iy cy] Gr. |j.£i}' yi[xo>v. Ich
habe das früher als Fehler oder Korrektur für jj-exa ^tfiouv ange-
sehen. Aber es ist wohl denkbar, dass Gr. selbst den Simon
hier überhaupt eliminierte (vgl. zu v. 1). — non] Syr. nur xicn.
— Die Worte in a können übrigens sehr wohl auf einen schon
Verstorbenen gehen; vgl. Gen. 24,12.27, wo der Knecht Ab-
rahams von seinem schon verstorbenen Herrn redet (der Tod
war ursprünglich vor 24, 10 berichtet). — Zu dem Pinehasbunde
vgl. 45, 24. 25. — Gr. drückt b und c nicht aus. Diese Kürzung
ist schwerlich zufällig, denn zur Zeit des Gr. war der Pinehas-
bund für Simon dahin gefallen. Dagegen findet sich D'ölt'n 'öT
(vgl. 45, 15) bei Gr. doppelt. Er hat vor v. 24a: sv 'lapavjX xaxa
T7.C yjii.spo[c ToO aiwvoc. Hier ist to-j otuovo? wohl willkürliche Ab-
wandlung des Ausdrucks; iv 'Icjpoty.. das freilich in Cod. 70 fehlt,
dürfte sich aus ij;*!"'? entwickelt haben, das zu d gehört (s. z. 1,2).
Hinter v. 24a hat Gr. aber: xal ev (16,26) xaTc rifispai? a-j-oG
(248 55 Aeth. r)[xÄv) /.utpcoctacyi}«) r^iia:. Die Worte fehlen wiederum
im Cod. 70, sind aber darum nicht anzufechten. Denn auToO
ist nach 45, 15 wohl verlesen aus ouvou =; oupavou. Vgl. ad
coelum für -poc ocutov beim Lat. zu 48, 20, und für oupavou das
ctvou, das öfter (s. z. 10, 17) mit aozoo verwechselt ist, im Cod.
S* 43,1, im Cod. 155 45,15. Dann hat Gr. wohl schon in seiner
Vorlage vor a eine Variante von d gelesen, die eine Korrektur
in antisadokidischem Sinne war. — Auch Syr. übergeht b und c,
vermutlich auf der Spur des Gr., er gibt aber lyii'ri, um An-
schluss an a zu gewinnen, mit nyii üV) wieder.
25. Vor der Verfasserangabe drängt sich noch ein Stoss-
seufzer über die Heiden, imd zwar über drei böse Nachbarn, ein.
Sir. 50, 24—26. 491
Er richtet sich gegen die Idumäer, die seit dem Exil so bitter
gehasst wurden, die vermutlich völlig hellenisierten Philister,
an denen später die Hasmonäer schreckliche Rache nahmen, aber
noch schlimmer als diese beiden sind die Samariter in Sichern.
Besonders gefährlich waren die Nachbarn in jener Zeit, weil
die Seleuciden mit ihnen gegen die Juden gemeinsame Sache
machten. H. Willrich (Juden und (Triechen, 1895, p. 112 ff.)
postuliert aber wohl mit Recht für diese Verse einen speziellen
zeitgeschichtlichen Anlass, der sich freilich nicht näher be-
stimmen lässt. Vielleicht sind sie von Sirach später beigefügt,
wie das auch für den imter bestimmten zeitgeschichtlichen Um-
ständen verfassteu Psalm 51, 1 — 12 anzunehmen ist. — Betr.
der Form des Spruches vgl. zu 23, 16. — "li'cj nifp] vgl. Num. 21,5.
Gr. 7rf>o3a)/i}i3£v T, 'W/r^ ao'j, Syr. ''S^'i:: rip''j?nj<; vgl. zu 6, 25. —
n'^tf^'^Sti^m] muss falsch sein; man sieht nicht ein, welches Femininum
an Stelle von D"«!: gestanden haben könnte. — cy wx] vgl. oy sS
Dt. 32, 21. 1 Petr. 2, 10.
26. TVti*] Syr. gelehrt deutend: hzi (Gebalene); Gr. h
(13, 19) opsi Zc([i.ap£iac, wie auch die Synopsis des Athanasius
las, aber Lat. : in monte Seir. Allerdings könnte Samaria neben
Sichem stehen (vgl. WelLhausen, Israel. Gesch. ^ S. 192), aber
die Idumäer dürfen nicht fehlen, für Seir und gegen Samaria
spricht die geographische Reihenfolge (Grotius), und Lat. fällt
gegen die Einstimmigkeit der griechischen Hss. ins Gewicht.
Der Fehler entstand vielleicht durch Vermittlung von 2L7.£tp7.,
IV^sipa, Aaasctpot, was sich neben -/iEip findet (vgl. Hatch-Redpath
s. V.). Bemerkenswert ist dabei das Fehlen von xai vor <l>u-
ÄiGTiEi'iJ, (Lat. et Philisthiim, Syr. s^nti^'^El, Hebr. niySci), 1C6 k
157 A 155 296 Aeth. setzen es freilich hinzu, 248 70 Syroh.
haben gar xal avSpsc o? xa-oixo'jvxs; <I>üX. Uebrigens könnte Gr.
Tj?«^ in gelesen haben. — Ssj ^iJl] vgl. zu 49, 5 und Dt. 32, 21.
Gr. xal ci Xao^ [xwpo?. Aber so lesen nur B (253 23), 248 70 S
lassen o aus, S und die übrigen setzen es vor |xo>po; hinzu. —
yv\ vgl. Ps. 84, 11. Gr. 6 xato-.xöjy, Syr. 2nn. — c:ty;] Gr. h
]Sixt}i.oi?; die Form ^ixtixa (Plural) findet sich bei Josephus, öfter
aber auch in der LXX, namentlich im Cod. A (vgl. Hatch-
Redpath s. V.).
492 Sir. nO.
21. Gr. für a: Tzuioday awhz(oc xoX ^■Kicszr^\J.r^:, Syr. : alle
Sprüchwörter der Weisen und ihre Rätsel. Beide Uebersetzer
stiessen bei D^:z)a an, wobei Gr. '^m'a nicht ausdrückt, für das
Syr. i6r\f2 hat. Danach ist vielleicht "'Sii'o zu schreiben, unter
welchem Titel Hieronymus das Buch kannte. Die Punktation
scheint freilich Job. 41, 25 ein hpü im Sinne von Aehnlichkeit
anzunehmen, und für ein solches Wort wäre auch die Bedeutuug
„Spruchrede" denkbar. Dagegen wird CJciK hier in derselben
Bedeutung stehen wie V3DK"Sv Prv. 25, 11, das Targ. mit n'^NDE
(angemessen), Aq. Theod. mit iiv. apiJ.6Zo'jaiv auxm wiedergeben.
Neuhebr. heisst [^s Art und Weise. Prv. 25, 11 und hier dürfte
Cici« auf die metrische Form der Spruchrede gehen; vgl. arab.
^5, das man längst zu Prv. 25, 11 verglichen hat, und das oben
zu 44, 5 Bemerkte, n'^cis (''Sit'a) h^)f2 könnten danach Sprüch-
wörter von regelrechtem rhythmischem Versbau sein; die scheinbar
dualische Aussprache ViOK Prv. 25,11 ist auf alle Fälle sonderbar.
— Gr. setzt für das folgende h erklärend: i/dprizn (Co. k richtig:
iyy.[jOiU, Lat. scripsit) h tto ßißXr«) xou-w, wonach Syr.: sind
geschrieben in diesem Buch. Um das so entstandene Plus ein-
zugliedern, zieht Gr. die beiden letzten Stichen des Verses in
einen zusammen (s. u.), Syr. lässt die drei letzten überhaupt
aus. — V'^' p pj;öi^4 Gr. nur 'I-zjaouc. Allerdings hat Hebr.
in den beiden Unterschriften hinter 51, 30 dasselbe, aber nach
dem Prolog hiess der Verfasser 'irjaouc, also ist y)V''h herzu-
stellen, p \)Vf2Uf ist wohl aus v. 1. 24 eingedrungen. In der
syrischen Ueberschrift und Unterschrift des Buches erscheint
Simon freilich als Vater des Jesus (vgl. in der Einleitung § 5).
Indessen dürfte Syr. an beiden Stellen den Simon als Verfasser
des Buches gefunden und in Rücksicht auf Gr. die Namen um-
gestellt haben. Für ein höheres Alter der syrischen Lesart
könnte nur sprechen, dass Syncellus den Jesus Sirach für einen
Hohenpriester hält, der auf Simon, den Sohn Onias' II, folgte
(Chron. ed. Dindorf I 525). Aber Syncellus kann das auch selbst
aus Sir. 50 kombiniert haben. — uro p livSx p] Gr. uVo<; (248
23 praem. 6) -sipa/ 'EXsaCotpou o ' IcpocioXu[x3ir/;c. Das letztere
(S* 0 tspsl»? 6 aoXu[x£tr/jc) ist Zutat des Uebersetzers für die
griechischen Leser. Uebrigens haben nur 68 Aid. richtig 'EXsaCapou
Sir. 50, 27. 493
r
tind Syroh. "ny^Sx!, Aeth.: der Solm des Eleazar; dagegen
haben 253 23 'EXsa'Cotpor. die übrigen (auch Sah.) 'FA£a^(Zf>, nur
248 70 (254) Lat. (jedoch Toi. Eleazari) lassen den Namen aus,
der auch in der Syuopse des Athanasius fehlt. Zum Ausdruck
Ulk Ssipa'x 'EkeaC,ciprj'j vgl. zunächst zu v. 1 und 46, 1. Da p
liy'rK (vgl. auch die hebr. und syr. Unterschrift hinter 51, 30)
auch in der griechischen Ueberlieferung so stark bezeugt ist,
darf es nicht angezweifelt werden, zumal ntc p vy^^^ für einen
Stichus zu wenig wäre. Wegen der alten Ueberschrift 'Ir^sou?
^s.ipdy, und weil der Verfasser bei den Rabbinen überall s'"i''D \2
heisst, darf man aber auch noch nicht ",:j;'7S p nach Gr. an
den Schluss stellen. Auch Saadia (Sefer hagalui S. 151) las
wie die hebr. Handschrift (nur "liy'^s), und auch in äthiopischen
Hss. findet sich in der Ueberschrift: Jesu Sohn des Eleazar
(ohne: Sohn des Sirach); vgl. Dillraanns Ausgabe S. 114. Viel-
mehr ist in der griechischen Ueberlieferung wegen des solennen
uio? ^-ip^t'x ursprüngliches 'I-/;aoOc 'EXsa'a'pou uio? -sipa/ korrigiert
in 'I. u. ^. 'E. Ein olh: -s'.pa/ 'EXsa^apoy ist von vornherein
unwahrscheinlich. Vgl. dagegen Zach. 1, 1. 7 -pk Za/ctpiav -ov
TO'j Bapot/iou uiov 'Aooto. Es kommt oft vor, und nicht nur bei
den Juden, dass Jemand mit dem Namen seines Grossvaters
zubenannt wird, namentlich wenn der Name seines Vaters ein
gewöhnlicher war. Vgl. h)i<2^ p nif'2'"co 2 Sam. 19, 25. Die
beiden Autoritäten der abendländischen und der morgenländischeu
Punktation heissen Ben Ascher und Ben Naphtali nach ihren
Grossvätern, und so dieser Jesus nach seinem Grossvater Ben
Sira. — Für c und d hat Gr. nur: oc avw|j.j3p-/jorsv ao'f'av d-b
xctpSia; a-j-rjü. Er hatte hinter a einen neuen Stichus geschaffen,
vielleicht weil er hier den ihm unbequemen Wortlaut seiner
Vorlage kürzen wollte. Nun ist (zva)[jLßp-/]33v (vgl. zu 18,29) = V^n
(vgl. 16, 25) und socpiav wohl eher = n)T,2n (vgl. 15, 3), als= "inc.
Uebrigens änderte Gr. die Konstruktion, weil er den neutrischen
Sinn von nt^'X verkannte. Neben >?"'3n ist ^'Z": nicht möglich, weil
beide Mal der Verfasser Subjekt sein muss. Schon Taylor hat
auf snj geraten, uhne zu bemerken, dass das an wc Trpo'f-/jT£''av
und Nnrnj2 24, 33 (s. d.) eine starke Stütze hat. Man korrigierte
den Ausdruck, den man dem Verf. nicht zutraute, der aber zu
seinem Selbstgefühl (24, 30 ff. 30, 25 ff.) stimmt. Aehnlich steht
494 Sir. 50.
übrigens 49, 9 sv ofxßpco für höchst wahrscheinliches ü'^i:. Vgl.
sodann den Gebrauch von X3J 1 (Jhr. 25, 2. 3, und von D«3 Prv.
30,1. Ps. HO, 1. Das Wort hatte hier wohl den allgemeineren
Sinn „göttliche Wahrheit verkünden", was näher bestimmt, aber
auch eingeschränkt wird durch laS Tincn, d. h. vielleicht: in der
Auslegung, die sein Herz dem Schriftwort gab. Schechter möchte
event. nin?) aussprechen, aber der Infinitiv -linp würde genügen.
28. li>\s»] Gr. oc; vgl. zu 14,1. — nJ.Tj vgl. 14,20.
Syr. NJij; dagegen Gr. av^axpoccpr^ac-oci (vgl. zu 8, 8). — im:")] Gr.
xal Oetc, S" Syroh. (248 70 23 k) praem. 6; Lat. qui ponit. Syr.
für b schlecht: und sie lernt und sie kennen lernt (arm).
29. Im Hebr. ist a verloren gegangen. — sav yotp (70 om.)
auT7. (106 A 155 296 308 Lat. Sah. Tauxa) r.ovr^csq\ Syr. und er
wird sie tun. Es stand wohl da: anix nti'"iyi; vgl. betr. iav z. B.
9, 10. 25, 22. — Tipo; Tzdvzrx iayoaei (253 S 106 A^'^^ ^cfxusi)] Weis-
heit und Macht sind Wechselbegriffe. Aber Syr. hat für den
Rest des Verses : die Höhe («nn) der Furcht des Herrn (w Maus.
Berol. Gottes) ist über alles (diö h^ hv) erhaben (nD''""inK), ergreife
sie (dafür w Maus. Berol. Ambr. Mas. I II siehe auf sie, .Tm),
mein Sohn, und lass sie nicht fahren. Er wiederholt da ungefähr^
was er hinter 40, 26 nach 25, 11 zusetzt. Aber an jenen Stellen
fehlt San, zu dem das Folgende nicht passt. Es sollte entweder
cnns heissen oder i NDn sollte fehlen. Aber eben deshalb
scheint «an auf hebräische Vorlage zurückzugehen, zumal mo ^72 Sj?
an TTpos -irav-c/. ankingt. Vielleicht stand in der Vorlage des Syr.
mT' S: hv, W'as den Anlass zu dem Zusatz gab. Auch Gr. könnte
DIT (vgl. 15, 5) gelesen und es frei mit la/ucjsi (vgl. Dt. 2, 10
LXX) wiedergegeben haben. Man könnte sonst nach Gr. etwa
auch (oder p'n'') n^r h2 bv (vgl. zu 39, 21. 34) vermuten. Aber
dass der Weise alles vermag, sagt Sirach sonst nicht, oft dagegen,
dass er zur höchsten Ehre gelangt (vgl. z. B. 40, 27. 11, 1). —
nxT] Gr. cpw? (aber 106 richtig cpoßoc). — CTi] erscheint als zu
allgemein (vgl. sonst Prv. 14, 27. 19, 23), und befriedigt auch
deshalb nicht, weil so die Gottesfurcht ohne weiteres an die
Stelle der Weisheit von v. 27 träte. Es sollte vielmehr hier
ausdrücklich gesagt sein, dass die vorgetragene Lehre mit der
Gottesfurcht identisch ist. Davon wird c. 1 der Ausgang ge-
nommen. Gr. hat scheinbar sinnlos -h lyyo^ auiou, was die
Sir. 50, 28. 495
Korrektur 'föi; herbeigeführt hat. Aber r/yoc steht 42, 19 für
"ipn, das dort das innerste Wesen einer Sache bedeutet. Vermutlich
ist D^T Fehler für mpn = das Wesen des in diesem Buche
Enthaltenen (= nha v. 28). Vgl. 1, 20. Vielleicht schrieb Gr.
aoTuiv, er könnte freilich auch nachlässig au-rou gesetzt haben.
Dass wenigstens der Sinn von v. 29 b ungefähr dieser war, wird
einigermasseu bestätigt durch das Plus, das 248 70 Svroh. 55
254 hier haben: xotl toic c'j3cjjS3iy loojxs 3ocii.'av. c'jXoytjTo? y.'jpto^
SIC -ov mCom. Der erste der beiden Sätze ist = 43, 33 b, ver-
mutlich ging ihm einst auch hier 43, 33 a vorauf, und das
Distichon kann hier ursprünglich wiederholt sein. Allerdings
begreift sich die Wiederholung auch aus der merkwürdigen
Sonderstellung, die c. 44 ff. in der Ueb erlief erung einnehmen.
Der zweite Satz steht im Hebr. Syr. hinter 51, 30, wo noch ein
weiterer folgt (s. d.). Syroh. endet mit dem ersten der beiden
Sätze. Cod. 70, in dem c. 51 ebenfalls fehlt, hat hinter dem
zweiten noch: oo;7. aoi, o Osoc '?)aa»v, oo;7. aot.
XXII. c. 51.
Nachtrag. Zwei Lieder.
Der Abschnitt fehlt in Codd. 296 308, die auch sonst
lückenhaft sind, im Syroh. in Folge einer Beschädigung der Hs.,
im Cod. 307 mit c. 44 — 50, er fehlt aber auch im Cod. 70. Die
Weglassung erklärt sich daraus, dass das Buch mit 50, 27 — 29
beendigt zu sein schien. Die Synopse des Athanasius hält wohl
aus demselben Grunde den Enkel für den Verfasser der beiden
Lieder. Aber sie wollen als ein Nachtrag hingenommen sein,
und sie dem Grossvater abzusprechen, besteht kein Grund. Viel-
mehr zeugt ihre Sprache und Form, aber auch ihr Inhalt (vgl.
zu V. 12 add.) laut für ihre Echtheit. Im ersten Liede
(v. 1 — 12) dankt der Betende Gott für die Erhaltung seines
Lebens in grosser Gefahr, im zweiten (v. 13 — 30) rühmt Sirach
den Erfolg seiner Bemühungen um die Weisheit, und ladet darauf-
hin die Jugend zu seinem Unterricht ein.
Das erste Lied, das 36 Disticha (= 3 X 2. 3. j 4 X 2.
3. I 1. 3 X 4. 3) umfasst, ist nach Inhalt und Form ziemlich
farblos. Rabanus Maurus (bei Knabenbauer z. St.): sequitur
496 Sir. ol.
oratio eiusdem Jesu, quam melius generaliter ad totam ecclesiam
transferimus, quam specialiter ad cuiiislibet viri personam; quia
cum multae describuntur in ea species tribulationum et diversa
solatia juvaminum, melius ad totum corpus referuntur quam
ad quandam parteni corporis. Das Nichtige ist damit geahnt.
Besser noch hätte IJabanus die völlige Unklarheit hervorgehoben,
in der uns das Lied über die \virl\liche Not des Betenden lässt.
Versteht man was v, 1 — 12 von ihr und der Rettung gesagt wird,
von Jesus Sirach persönlich, so begreift man nicht, weshalb am
Schluss in soviel Worten der Gott und Retter Israels gepriesen
wird, der das Hörn seines Volkes erhöht hat. Nach dem griechi-
schen und syrischen Texte, die darin recht haben werden, heisst
Gott V. 1 "^bfin ^\ was im Munde des Einzelnen kaum verständlich
ist. Sodann wird v. 8 nach Ps. 25, 6 auf die von Ewigkeit her
bestehende Gnade Gottes verwiesen, die doch nur die Ge-
samtheit angeht. Ebenso wird v. 10 fast wörtlich Ps. 89, 27
zitiert, und der dort dem Messias bezw. dem Volke Israel ver-
liehene Anspruch vom Betenden erhoben. Nach alledem muss
Israel der Betende sein, und die Farblosigkeit und Unklarheit
der Schilderung erklärt sich wie in sovielen Psalmen aus der
Personifikation des Volkes, bei der überdies die vergangene all-
gemeine Not als bekannt vorausgesetzt wird. Deutlich ist nur,
dass die Gemeinde bei ihrem Oberherrn (s. z. v. 6) verleumdet
und dadurch in grosse Gefahr geraten war. Nun ist sie gerettet
und ihre Freude darüber so gross, als ob die messianische Zeit
anbrechen w^oUte. Das letztere haben die Juden freilich bei jeder
glücklichen Wendung ihrer Schicksale gehofft. Geht das Lied
aber auf Israel, so muss man für die zu Grunde liegenden zeit-
geschichtlichen Ereignisse seine Stellung innerhalb des Buches
in Betracht ziehen. Es handelt sich dann um eine Not, die an
das Ende von Sirachs Leben fällt. Vielleicht sind wir hier in
den Tagen Seleukus' IV., und unter den Verläumdern sind dann
w^olil die Tobiaden zu verstehen, möglicher Weise aber auch die
Samariter (s. z. 50, 25. 26). Die Ueberschrift Trpoasu/T; 'l■r^aoo
uloo ^^irjdy (vgl. zu 1, 1) fehlt im Cod. 106 und im Aeth., steht
aber im Lat. und Sah., sie kann sehr wohl aus der Vorlage des
Griechen und vom Verfasser selbst stammen. Ueber den Sinn
des Ganzen w^äre damit aber nichts entschieden (vgl. Hab, 3, 1).
Sir. 51, 1—2 d.» 497
lab. Hebr. hat gegen Gr. Syr. a umichtig hinter b^ denn
'fhrtü muss als der stärkere Ausdruck an zweiter Stelle stehen
(vgl. auch zu Y. 12). — "[il]«] nach Syr. "jS NtlJJ, Gr. ezo\lolo'{r^-
ao|xc/i cot. — ''3>i mSkj kann nicht aufkommen gegen Gr. xupis
ßacyiXeu (253 xupis 6 Oso? o ßaaiXsuc s. z. 2, 1) = Syr. ü^hü Kno
= i'jan "'^ (vgl. -[San mSk Ps. 145, 1). Das ^3« mSs ist vielleicht
nicht aus Ex. 15, 2 eingedrungen, sondern aus 23, 1.4, wo
osGTroxa (al. öss) C,oir^<; [xou auf ''^n nyi3 zurückgehen könnte. Daraus
würde sich zugleich die Umstellung im Hebr. erklären. — ''rhu
^V^'] vgl- Ps. 18, 47. 25, 5 u. ö. Gr. Osov tov acotr^pa [xou, 23 iv
ILO auixq^m \iou. — Im Syr. ist b nach v. 11 entstellt: und
ich will loben deinen Namen, o Herr, an jedem Tag.
Ic. 2 a. ■joti' mcDK] vgl. Ps. 22,23. 102,22. Ex. 9,16.
Syr. add. «nnäi^na (vgl. v. 11), Gr. schlecht: e^oixoXoYouixai tw
ovo[iaTt aoii (Brev. 1014 nomini tuo magno). — '•''n i1j?e] vgl. Ps.
27, 1 und zu a. Syr. verbessernd: meine Zuversicht, die von
Ewigkeit her ist, ist der Höchste. Für das folgende ""D hat er
nur n. Gr. oxi axsTaaxr;? xal ßor^Slo? (Lat. adjutor et protector;
vgl. zu 2, 11, aber auch Ex. 15, 2 LXX) l^svou jxou. Er nimmt
■'S vorweg, übergeht riDi^'n ''tJ'ci mao und setzt xal IXu-piucjw (= n^io).
Indessen hat in 2 b für corpus meum = xo sÄtxa [x^u das Brev.
Mozarab. 1014 animam meam. Danach hat das Fehlende auch
wohl einmal in einem griechischen Text gestanden.
2 b (b c). nDti^n] vgl. Job. 33, 18. Jes. 38, 17. Syr. nDDm. —
•""it^n] Gr. xo aojfxa \j.oo; vgl. zu 30, 14. — nn^Ki] Gr. s; dTrwXetas
= Syr. xSnn p (s. z. 9, 9). — Der im Hebr. folgende Stichus
wird von Gr. mit Unrecht übergangen, Syr. hat ihn gleichlautend.
2 c d (d e). Syr. om. 2 c-e (f) (s. z. v. 3 a). — ^:n':i€:] Gr.
nur xat (Lat. om., Brev. Moz. et), wohl nur deshalb, weil ihm
die Wiedergabe der synonymen Verba Schwierigkeit macht. —
üv nma (Ez. 36, 3) ist schlechte Variaute zu ])'a^h nsn ^Wü. Gr.
hat nur: ix iza-ßrjq SiaßoXr^? (vgl. zu 38, 17) Y^waarj?. Scheinbar
wird ix iraYioo? durch das unmittelbar Vorhergehende empfohlen;
vgl. aber 26, 6. — ncti^öl] Gr. a-rih (Lat. praem. et) /siXetov. —
2(D ''£32'] vgl. Ps. 40, 5. Gr. Ip^aCoixsvwv t];£uoo?. Auch die Masora
scheint Ps. 40, 5 ein Participium zu verstehen; vgl. Targ. Syr.
vhhii^, Symm. etwa: vsuovxa; (möl). Das ist nach unserer Stelle wahr-
scheinlich richtig; aber die Bedeutung des Wortes bleibt unklar.
Smend, Siracli-Kommeutar. 82
498 S"-- 51.
2 e (f). 3 a. ""»p UJ] Gr. xal evczvii xöJv Trapeaftrjxotoiv (248 Sah.
dvOeSTvjxoKov vgl. 46^ 6. 7). — ^JmtJ? ^'7 nn^Mj Gr. [xot e^svou fioi ßorjOo?
xal iXutfyoOao). Nur 248 (155), Lat. haben [xoi, die übrigen lassen
es aus. Uebrigens ist ßor^öo; wohl Zutat und EXuxpcjato freie
Uebersetzung. Vgl. zu h ,Tn Gen. 31, 42. Ps. 124, 1. 2. 56, 10,
und zu iiy mit p Ezr. 8, 22. Syr., der bei 3 a wieder einsetzt,
hat ^Jnpici. Die Lücke ist wohl dadurch entstanden, dass in
seiner Vorlage oder in seinem Texte 2 c (d) und 3 a denselben
Anfang hatten. — miD] Syr. drückt 2)12 aus. — "jnDn] Gr. iXeou;
(248 55 praem. xou, S'^'^ Theodor, add. aou) xal (248 55 tou, 253
Lat. om.) 6vrj[xa-o? aou (253 om.). Woher xal ovofxato? stammt,
ist unklar; vgl. Sah. zu v. 8a.
3 b c. i^'pwöj = Syr. arhp)n p (s. z. 9, 5). Gr. airo ßpu^fitov,
was auf eine ungewöhnliche Metonymie hinauskäme und zu b
nicht besonders passt. Es ist wohl Korrektur, herbeigeführt
durch ßpwijLa, und ßpoywv (so auch Peters) zu lesen; vgl. Prv. b
22, 25 LXX und oben zu 27, 20. — v^D ^ök] was Schechter 1
wohl richtig nach ^)!h'J nDiti» Jer. 20, 10 in ^vh:i "^cij: ändert. Gr. *
£Toi'[x«)v (23 S B 254 s-oijxo?) el; ßpwjxa (106 v dr^pav). Wie Ps.
17 (16), 12 für rp2, kann s-oi\io; hier füi* ncv stehen. Dagegen
dürfte ßpoifia geraten sein. Vielleicht dachte Gr. an v^2 (J. Levi)
oder üyh, was aber beides zu u^pvi nicht passt. — Syr. las b
vielleicht etwas anders: von dem Anstoss und dem Untergang
hast du mich gerettet (''Jnsnty wie in d). Er fügt auch am Schluss
von c hinzu ''jnpio. Auch Sah. hat vor b : du rettetest mich. —
rm] Gr. om. ) (S xai). — '«ti'pao] Syr. hat den Singular.
3d. 4 a. mmo] zur Wortstellung vgl. Ew. § 293b. Syr.
praem. 1 (Lat. et). — ''Jnyif'in] las auch Syr. (s. 0.), ist aber kaum
besser als die Zusätze des Syr. zu b und c. Zu dem parallelen
Stichus passt es nicht, man erwartet überhaupt kein Verbum
der Art neben dem p, das von v. 3 b — ^6a durchgeht. Gr. lov
sa/ov, was freie Uebersetzung ist. Graphisch liegt ^ili'^^n nicht
weit ab. — mpiiroö] das Nomen im Kanon mehrmals neben mJf, .
Gr. spezialisierend: dr.o (155 Sah. praem. xai) irviYjxou. Syr. über-
geht das Wort, er setzt aber für n^rh^i^ die Flamme des Feuers.
Gr. hat dafür uopos (vgl. 43, 21), B S A 106 157 155 lesen irupä?,
was wohl Korrektur ist. Uebrigens haben Lat. Sah. flammae. —
Am Schluss hat Syr. '•jrmm, Gr. xüxXoösv, Lat. quae circumdedit
Sir. 51, 2e-7. 499
me. Zu vermuten ist wohl nicht ^20, wovon Cowley Spuren
zu erkennen glaubt, sondern eher "jnn^D.
4 b. 5 a. Syr. om. — ^ü m3:öj Gr. X7.i (248 Sah. om.) ix
ixsaou TTupo?. Ein mr30 nach Ez. 10/2 anzunehmen, ist bedenklich.
Schechter will mzSa nach Ex. 3, 2 lesen. Vielleicht steckt aber
in r\)22 die aram. Wurzel 333 brennen, ass}T. kibbatu Brand,
Lohe; vgl. ZATW 1901, 143 f. wo auch ki-ib-bat iSäti = n33
u^x nachgewiesen ist. — nns> |\sS] Gr. ou (om. 248 155) oüx (om.
106 157 254) s?£xauaa, Lat. non sum aestuatus, Sah. bevor ich
verbrannt wurde. Schechter emendiert mit Recht nnc: sS; vgl.
Job. 20, 26, wo der Blitz gemeint ist. Sü'ach will sagen: kein
wirkliches Feuer, aber etwas viel schlimmeres. Gr. verwandelt
das Passivum falsch in die 1. Person des Akti^imis, um hier die
Unschuld des Verfolgten zu linden. LXX hat Ixxcc'siv auch für
n''cn. — Dinn cmo] ist eigen, da cm in dieser Bedeutung im Kanon
nicht vorkommt, aber |IS3 Jon. 2, 3 ist auch einzig. Gr. für 5 a
erleichternd und ungenau: ix (248 praem. xai) ßaöoo; -/.oOdi^ aoo-j.
Der Parallelismus ergibt die Ergänzung [:c"']a xS. Uebrigens ist
xoiXi'a? aoou (248 254 om.) vielleicht Korrektur nach Jon. 2, 3
LXX (= h)m ])^2). Cod. 23 hat Xaou (= c'üi6?) füi- ooou.
5 b. 6 a. n!2' "nati^a] Gr. xal diro '(lojarsr^:; (s. z. 6, 5) axa-
öa'p-ou. — y^ ^Scai] vgl. Job. 13, 4. Ps. 119, 69. Gr. xal (248
add. Ix) Xoyou <|^£uoou? (vgl. 36, 24). — ""^m] Gr. ßaaiXsT otaßoX-^
(253 23 S 106 A 55 otaßoXr,.-, 253 add. y.m, 248 add. Ix), Lat.
a rege iniquo et. Wie das Textverderbnis zu heilen sei, ist nicht ab-
zusehen. Es handelt sich aber in der Tat um eine Verleumdung der
jüdischen Gemeinde beim seleucidischen Oberherrn, und der Ueber-
setzer kann den König erldärend eingetragen haben. — noia ]wh\
vgl. Ps. 52, 6. Gr. verflachend: 'fKdiaa■r^^ dofxou. — Vgl. Jer. 9,7.
6 b c. y:n)\ ist wohl Hifil; vgl. 32, 21. 37, 30 sowie über-
haupt Ps. 88,4. Den Fehler -J^vsasv für vf^iasy (32,21) hat ausser
B auch Lat. (laudabit dominum). — maS] Gr. £u)? Oavdxou. —
wnnn 'jixt^'?] vgl. Ps. 86, 13. 88, 7. Thr. 3, 55. Ez. 26, 20. Gr.
verdeutlichend: v cuvs-fcu? aoou xa'tto (248 253 S*'* xatondtou). —
Syr., der übrigens ma und hw^ vertauscht, hat für c im Anschluss
an Gr.: und mein Geist dem Tode näherte sich.
7. rusw] = Syr. rr^^anKi. Gr. (TTspisö/ov jis) las etwa •"JIdsk.
Aber Tod und Hölle können nicht Subjekt sein, und der Pa-
32*
500 Sir. 51.
rallelismus spricht für Hebr. Syr. — ^S iny fü) 3^2D] Gr. iravroOäv
xoti oux TjV 6 (23 om.) ßorjöwv. Syr. vielleicht nach anderer Les-
art: hinter mich, dass ich unterstützt würde, ''h drücken beide
nicht aus. — nc2:xij Gr. i'xji/i-ojv, 248 157 106 Aeth. IvsßXsrov,
A k eßXsTTOv. — -[OlD] Gr. frei: zk c/.vTi'Xr/ky (/.vöpwTrtuv (s. z. 3, 17).
— Vgl. Jes. 63, 5. 59, 16.
8. Am Anfang lassen S* 254 Lat. xoct' aus. — ''"''' '•cm riK]
Gr. Tou iXeou? aou (Sah. deines Namens; vgl. v. 3a) xupis. Er
stellt in V. 8 überall die Anrede her, die aber erst v. 10 beginnt.
— Viom] Gr. xal ~r^; iijyj.'sirj.z aoo. Ein entsprechender hebräischer
Ausdruck wäre denkbar (z. B. Ps. 143, 5). Aber wahrscheinlich
schrieb Gr., der die Composita mit £'3 liebt, sosp^esia?, und jeden-
falls ist rnon nicht anzufechten; vgl. Ps. 25, 6. — S^::on] Gr.
ox'. i;sX-^, aber ausser B (55 254) haben alle ii<xipq (Lat. eruis,
al. erues). — )2 ''D'n na] Gr. tou? u-ojxsvovTa; ae (Co. 23 om.),
was eher = 'h ""Din wäre; Gr. übersetzt sonst mp so. Syr. alle
die auf ihn vertrauen. — dSxj"'!] Gr. xal aojCstc. — yi S:ö] vgl.
V. 12. Gen. 48, 16. Ps. 121, 7. Syr.: von dem, der stärker ist
als sie. Gr.: Ix /sipo? lOvöjv, so B und Lat., die anderen (auch
Sah. Aeth.) t/ß[jwv, nur 23 richtig rrov/jpöiv. Gr. las wolil J?i rj^o
(vgl. Hab. 2, 9), und ebenso vielleicht Syr. Vermutlich ist Srö
aus V. 12 eingedrungen.
9. Ausser B* (Lat. super) haben alle Hss. (auch Sah.
Aeth.) czTio statt stti'. — •'^ip] Gr. rhetorisch: ixstsiav iaou (32, 17).
Ebenso für b geschraubt: xal urkp i^avatou (A x. d-h döctvatou)
pua£(u; sSsr^&r^v, was heissen soll: und wegen der Rettung vom
Tode bat ich (vgl. ähnlich v. 10 c. 50, 5). Er las für nyit'Ol
etwa nyufö). Uebrigens ist "nvw wohl Verbum (vgl. Jon. 2, 3).
Syr. hat für b nurf und ich betete. Er nahm wohl Anstoss an
hwv ^'\V^Q (Jes. 38, 10).
10a. Gr.: l-KSxaXsaotfxrjV (248 Aeth. praem. xoti') xupiov 'ircttspa
(Aeth. add. [xou, S*^^ add. -ou) xup''ou (Aid. xupiov, Aeth. xat xupiov) [xou.
Syr.: und ich rief meinen Vater aus der Höhe, den Herrn, den
Starken (S"Qij) und den Erlöser. Im Hebr. ist das unpassende
CöTiKT unter dem Einfluss von cisi v. 9 entstanden. Da Ps. 89,27
zu Grunde liegt, ist nach Gr. «npKl zu schreiben. Syr. schliesst
hierfür zwischen Gr. und Hebr. einen Kompromiss. Falsch ist
ferner nnx ''2, denn Gott ist noch nicht Vater, weil er Helfer ist.
Sir. 61, 8— 12b. 501
Es liegt Wiederholung von nns "rs vor. Verdrängt ist dadurch
aber l '•'js (vgl. Ps. 89, 27) = xupiov aou = Syr. sno. Gr.
überging nns*, weil er sich in Nnpxi als Einführung der direkten
Rede nicht finden konnte, und ''Vty'' "nsjT vielleicht deshalb, weil
ihm der Ausdruck zu kühn war. Uebrigens ist sein Text ver-
stümmelt. S}T. hat 7li>'' 1)22), wofür Ps. 89 'nvw mi'l steht,
leicht abgewandelt, — Vgl. übrigens oben S. 496 und das zu
23, 1. 4. 4, 10 Bemerkte.
10b c. ■'Jcin '?«] Gr. beseitigt auch hier die Anrede: iir^ \xe
£YxaTaXt-£iv. — cva] Gr. iv Tüo-spai?, aber 248 253 106 (?) 155
Lat. ev r^\lirJrf.. — nsit^'öi nü)'^ crr] vgl. Soph. 1, 15, wo ebenfalls
m:: üT2 vorhergeht. Gr. geschraubt: h xoitfxo (s. z. 11, 19) utcs-
pr/faviöiv aßor^ör^at'ct;. Ausser B Aid. haben die übrigen schlechter:
uTTspr/favcuv. Vgl. LXX ZU 74, 3. 23. — Syr. für Ul nrj kürzend:
xp^oi Knpyi.
Hab. '12m] = Syr. "^isinKl. Man erwartet zunächst ']y2m.
Aber Gr. hat xat u|jLvr^a«) (248 253 23 155 add. az, 157 add. aoi),
Avas auf "[iDiKl führt. In den Psalmen steht ID* meist neben rmn,
aber auch neben und hinter hhr\ (Ps. 135, 3). — nScnn] vgl.
ebenso 50,19. Gr. wohl willkürlich: sv 8^o[xoXoyr^a£i (vgl. zu 39,15).
Syr. vei-flachend: Nnnnti^nn (vgl. zu v. 1).
11 cd. Von den beiden im Hebr. Syr. gleichmässig er-
haltenen Stichen findet sich im Gr. nur der zweite wieder: xal
siar^xouai)-/) rj osr^aic (vgl. zu 32, Iß) ;xou. Vielleicht fällt die Lücke
nur der griechischen Ueb erlief erung zur Last. — Vgl. zu b
Ps. 143, 1.
12 ab. ''JlCl] Gr. scjo^aa? -j-ap fis. Lat. et (Toi. Am. Sang.
Corb. Theoder. om.) liberasti (Am. add. enim) me. Brev. 1014
liberasti animam meam. Danach ist Ya'p vielleicht nicht ur-
sprünglich, sicher ist das für den unpassenden Rückfall in die
Anrede. Für "jaS;:''! hat der Vulgärtext xai £;£ilou [is, aber 23
xoci £;£Xou |i,ai und A setzt hinter irovrjpou hinzu: xal sciXoo jxat.
Danach ist xal Eamaiv jxe und xal ics^^outxai herzustellen. Man
korrigierte, weil man an dem passivischen Gebrauch von i^zkotj\iai
(vgl. zu 26, 29) Anstoss nahm. Allerdings hat auch der Cod.
Berol. des Syr. in b ''jnpnc für "'jpio'i, aber Aeth. hat in a und b :
und er rettete mich, und er befreite mich. — Für yi S^ö (vgl. v. 8)
502 Sir. 61.
hat Gr. s^ aTrwXsi'ac, dagegen für mv DT"! (vgl. v. 10) ix xaipoS
TTovr^pou, Syr.: aus aller Not.
12 cd. Die Kohortati vformen, aber auch Ti'^nn, verstehen
die Uebersetzer mit Recht futurisch; vgl. zu ''n''"nn die folgenden
mn und zu nS'jriN') das n'^'hhn am Schluss. Hinter l;oiJ.oXoY-iQaojxai
setzen ausser B (248) Lat. alle Hss. aoi hinzu, und ausser S*
B* A (157 k) Lat. haben alle aMam as. (statt aoi; vgl. zu 17,27).
— T(j) ovojxaTi (248 55 254 155. Am. Sang. Corb. Brev. Moz. ~h
ovo|xa: vgl. dag. 50,22) xupioo (248 55 254 Sah. Aeth. Am. aou
xopis)] Syr. deinen (Ambr. w Maus. Berol. seinen) heiligen
Namen. Aber die Anrede ist auch hier überall später eingetragen.
Die im Hebr. folgenden 16 Disticha fehlen im Gr. und Syr.,
sie bilden aber den notwendigen Schluss zu v. 1 — 12 (vgl. zu
V. 1. 12). Uebrigens ist das neunte Distichon offenbar vor dem
Sturz des Hauses Sadok entstanden. Gr. hat die Verba aber
schwerlich allein wegen dieses Distichons übergangen, das er ja
leicht allein hätte fortlassen können. Ihm erschien das Stück
wohl auch zu ungriechisch. Syr. ist in seiner antijüdischen
Tendenz dem Gr. gefolgt. — Schon durch die Länge des 1.
Gliedes heben sich 6 — 9 deutlich vom Vorhergehenden und
Nachfolgenden ab. Sie reden unverkennbar von der Zulmnft
Israels, für die neben dem Davidischen Könige (vgl. 45, 25.
47, 11. 22) der ewige Bestand des Hauses Sadok für Sirach
wichtig ist (vgl. 45, 25 f. 50, 22ff.). Formell und inhaltlich sind
auch 10 — 13 unter sich gleichartig, die auf die Anfänge der
Religion zurückgreifen, und 2 — 5 preisen in allgemeinen Aus-
drücken den herrlichen und allmächtigen Gott, der der Hüter
und Retter Israels ist. Aber auch 14 — 16 gehen indirekt auf
die messianische Zeit (s. z. 15). Die Zukunftshoffmmg soUen
daher auch 2 — 5 und 10 — 13 begründen, und das Ganze will in
diesem Sinne den Inhalt der altherkömmlichen Formel darlegen,
die an der Spitze steht. In anderer Art ist dasselbe Ps. 136
geschehen, und vermutlich hat eines der beiden Stücke dem
andern zum Muster gedient. Uebrigens sind die beiden letzten
Disticha = Ps. 148, 14, und auch da darf man die Prioritäts-
frage stellen. Verwandtschaft besteht aber auch zwischen diesem
Abschnitt und dem Achtzehner- Gebet, dessen 1. 7. 10. 14. 15.
Benediktion hier dem 10, 5. 6. 7. 8. Satz entspricht. Dabei
Sir. 51, 12 cd. 503
kehrt der 2. 3. 4. Satz in Gebeten wieder, die mit dem Achtzehner-
Gebet in Beziehung stehen. Vgl. J. Levi z. St., der auch den
Ausdruck mn^i^nn ha belegt. Das Wort ist wohl r\r\2^F\ zu sprechen ;
vgl. Lagarde, Semitica I 4. Nöldeke, Mand. Grammatik S. 133.
— hiTi^'^ löW] vgl. Ps. 121,4. — ^^DH llT] vgl. 24,8. Jer. 10,16.
— ha'\'^' hm] vgl. Jes. 49, 7. 44, 6 u. ö. — " rn: yzpr:] vgl.
Jes. 56, 8. Ps. 147, 2. — ITJ? r\i)2] vgl. Ps. 147, 2. — ]y .Tayo]
vgl. Ez. 29, 21. Ps. 132, 17. — |n:S pm ^JM ims] Schechter
(p. 35) vergleicht Mischna Middoth V 3: VJnni pnKmnntr Kin -[nm
'):) und J. Joma 44b c^:nD3 nmrn. — cn"i2K pD] vgl. Gen. 15, 1.
— 2pr Tr«J vgl. Gen. 49,24 u. ö. — |ri:n imi] vgl. Ps. 132,13.
Zach. 3, 2. — csSan tSo "[Sc] belegt Schechter nach Landau,
Die dem Räume entnommenen Synonyma für Gott (1888), S. 9.
— m^l] ist nicht futuiisch (vgl. LXX Hieron. zu Ps. 148, 14)
bezw. optativisch zu verstehen, sondern präterital (Masora, Targum,
Vulgata). Gemeint ist eben die Rettung von v. 1 — 12, die als
solche die Hoffnung auf den Anbruch der messianischen Zeit
erweckt. Vgl. noch 47, 5. 11.
13 — 30. Den alfabetischen Charakter des zweiten Liedes
erkannte Bickell aus dem Syrer längst vor der Entdeckung des
Hebräers (Ztschr. f. kath. Theol. 1882, 319ff.). Die von ihm
damals versuchte Rekonstruktion hat sich in hohem Masse be-
stätigt. Im hebr. Text sind die alfabetischen Anfänge nur bei
K, n, ", {h), ö, 3, V, c, (::), p, t, n erhalten, sie sind freilich
bei fast allen übrigen Versen mit Sicherheit wiederherzustellen.
Indessen ist der :-Vers ganz verloren, vom ü-Vers wenigstens
der zweite Stichus, und ebenso der zweite bezw. erste Stichus
der Verse mit n und n. Dabei steht die erhaltene Hälfte des
2-Verses und ebenso die erste Hälfte des D-Verses an falscher
Stelle. Aber auch der erhaltene Wortlaut ist stark verderbt.
Man könnte hiernach über den gesamten Text der hebräischen
Fragmente ein sehr ungünstiges Vorurteil gewinnen. Aber am
Schluss des Buches kann der Text aus äusserlichen Gründen
früh gelitten haben. Er lag dem Syr. fast überall schon in dem
gegenwärtigen Zustande vor. Die Behauptung aber, dass
wenigstens dies Stück im Hebr. Rückübersetzung aus dem Syr.
sei, verdient keine Beachtung. Wer sehen kann und sehen wül.
504 Sir. 51.
muss zugeben, dass Hebr. v. 26 b 29 a dein Syr. wie dem Gr.
gegenüber original ist.
13. "ij?J "iü] Gr. eti u>v vsto-epo?. Bei Lagarde ist «Sk Druck-
fehler für WK. — W\n] vgl. Ps. 37, 25. Aber das genügt nicht
zur Vollständigkeit des vSticlius, es ergibt auch keinen passenden
Temporalsatz. Syr. cm. ; dagegen Gr. irpiv r^ 7rX7.v-/)i>9)vai' \iz, wonach
"myn •'JoS (vgl. 48, 25) oder ^n^yn 0102 vermutet werden darf.
Gemeint ist aber nicht die Torheit, der der Jüngling ohne die
Weisheit verfcällt, sondern das Reisen; vgl. zu 31, 9 ff. — Gr.
für b: eCvr^aa cto'iiotv Trpo^pava»;. Die mit absichtlicher Unbestimmt-
heit gesetzten Suffixe (vgl. zu v. 15 d. 25) deutet er aus; dagegen
ist das sinnlose TtpcfavS? vielleicht Fehler für 7:po^6[xa)? (vgl.
TtpoOufxia 45,23) = .13 ^liTsn. — Vgl. Sap. 8,2.
14. Im Hebr. und Syr. folgt zunächst eine Lücke bis
V. 15c, aber v. 14a ist bei ihnen erhalten vor v. 16b, wo er
v. 16a verdrängt hat: ^nnj^jn nScn hhz^nn). Syr. hat dasselbe, nur
sonderbar: sein Gebet. Die Worte sind umzustellen hhürn^ TinVJa
rhs^n. Gr. hat rhsn mit ev r.poasuyji |xol> zu v. 13 gezogen. Für
den Rest hat er svavn vaou T^?rouv irspi au-r^?. Die letzten Worte
sind eine Auffüllung an Stelle des vorweggenommenen n'jcn ; eine
nähere Bestimmung kann hier entbehrt werden. Dagegen ist
£vavTi vaou Fehler für h vsoxr^ii [xou. Denn evavxt vaou ist zu
speziell, auch vermisst man dann ein gegensätzliches Komplement
zu SO); £Cj/aT(üv. — Betr. ^nnp vgl. zu 25, 3. — Vgl. 1 Reg. 3, 6 ff.
15 ab. Für das sinnlose eS'avöoo? haben 254 l^av&ouaa,
253 e^avOouafTfj (A eco? für (u?), 23 l?avi)o'jar^?. Sah. hat für a: ich
liess sie sprossen gleich einer Weintraube, die gereift (?) ist.
Lat. et eflloruit (Toi. Sang. Brev. 869 nur: defloriet, defloruit)
tanquam praecox uva. Danach ändert Bickell: i^vbr^ae o)? Ttsp-
xa'Couaa cxacp uXr^, was der Uebersetzer allerdings besser geschrieben
hätte. Aber ecav&ouar^; vsl ist ihm zuzutrauen. Bickell vermutet
Sii^n 33^3 rh^:. Vgl. ht:: 14, 18, wo es im Sinne von heranwachsen
steht, und IcavÖsTv = SöJ Jes. 18, 5; ferner h'mn Gen. 40,10 und
targ. h'''^2, hu^^ reif werden. Man könnte auch an neuhebr. hn2
(vgl. Aquila Zach. 11, 8) denken, übrigens nach Jes. 18, 5 an nD3
statt an 3:y. — In b (vgl. v. 29) hat Gr. wohl gekürzt.
15 cd. Syr. für c: '"lö sni^ip3 ^S^-i n:m, Gr. eizi^r, 6 7:06?
\ioo £v (106 157 add. autfj) euOutyjti. nnöK3 gehört hinter ^hi\
Sir. 51, 13—18. 505
Die Umstellung ist wohl dadurch veranlasst, dass v. 15 c auf
V. 13 folgte. Verderbt ist nno«a (vgl. Ps. 25,5); Gr. las viel-
leicht mii^Kn (vgl. zu 4, 18 und Job. 23, 11), das er falsch ver-
stand. Das schon vom Syr. gelesene ''in« ist zu streichen.
Vielleiclit ist es schlechte Variante zu ''im, das v. 16 stand
(vgl. zu 42, 5). — myio] vgl. 6, 18. Syr. praem. ). — ^misS no:n]
vgl. Prv. 30,3. Ps. 71, 17. Syr. KioSv pyr {= t.öS ■'narnV). Gr.
i/vcucta c(ur/)v. Er setzt das Pronomen, weil er die Weisheit schon
V. 13 a genannt hat. Aber der Hebr. nennt sie absichtlich erst
hier bei ihrem Namen (vgl. v. 16 b). Dagegen las Gr. für ^nir":'?
wohl Tnpn, was als besser erscheint (vgl. 14, 20).
16. Im Hebr. und Sjr. ist a durch v. 14a (s. d.) verdrängt.
— Gr. IxXiva oXr-j-ov xo o5; [xou xat £0£ca[x-/jv. Vgl. 4, 8. 6, 33,
wonach etwa Snpxi "'im cyo ^n'^^n anzunehmen ist. 6, 33 steht
exol^f) ebenso absolut wie hier loscaij-r^v (= ich lernte). Cod. 248
und Sah. haben oXiyov hinter [xou, k lässt es aus; es ist aber
durch n3"in geschützt; vgl. 6, 19. — nj;T TiH^id] Gr. £^»pov laauKo
Tiaiosiav. — Sah. fügt am Schiuss hinzu: wegen ihrer.
17. rhv] = Syr. m^i; vgl. v. 26. 6, 30. Gr. -üpoxo-rrr;. Lies
rhvi. Gr. verkannte hv (Joch) auch 6, 30 vgl. 30, 13. Sein
TTpoxoTTT^ (noch 2 Macc. 8, 8) könnte = rhv'' sein, das er mit hv
zusammenbrachte. Aber 30, 13 stehen )hT; und iv otOxoj einander
gegenüber, also ist rrpoxo-r^ wohl eher = n3D (vgl. 6, 31). Da-
gegen setzt er im Gedanken an nin (vgl. 10, 5) oo^av für nni)n
(vgl. nmn |ni 47, 8), das auch im Neuhebräischen vorkommt (vgl.
Levy s. v., und zur Form zu 14, 13). — noSoSi] das Piel be-
deutet hier anstacheln (mit dem noSo); vgl. Hos. 10,11. Jer. 31,18.
Gr. Tto oioovtt |xoi socpiav; vgl. 6, 37. Gemeint ist aber Gott.
18. Ti^iiTi] ist wahrscheinlich unter dem Einfluss von npii>n
V. 19 für Tiöö) eingedrungen. In a fehlt übrigens ein Objekt
zu yii'rh, das vermutlich dahinter stand. Man kann an mpn
(= sie auszuforschen) denken (vgl. z. B. Dt. 13, 15). Auf ein
maskulinisches Nomen scheint das freilich fehlerhafte liX^DK
hinzuweisen. Die Lücke fand wohl schon Gr. vor; er hat für
den Vers: oisvov^Dr^v ^ap xou -Koir^arjn (A 157 add. [xs) ctu-v^v, xat
(155 Lat. om.. Toi. et) dCi^jXtocra xh dya^ov xat oC» jjltj alayw^u).
Er nimmt "'S aus b nach a herüber, und ebenso das Suffix, das
er mit xö ocYaOov ersetzt. Uebrigens scheint ^er in b die Sätze
506 Sir. Ol.
umzustellen; denn für "[cnK, das vermutlich aus v. 19 eingedrungen
ist, scheint er icnK oder tnsK gelesen zu haben (vgl. 24, 22).
Auffällig ist sCr^Xojcja xo dyadov, da Gr. den Ausdruck sonst nur
im Sinne von beneiden gebraucht. Las er aber liwp», so wäre
das wohl zu verwerfen. Vielleicht ist eCr^Xcoofa Fehler für Kr^zr^nri.;
vgl. 30, 40, wo C>}Tetv syrischem n:iy, und Gen. 19, 11, wo es
hebräischem Ni:e gegenübersteht. Uebrigeus wird n:K::;3K zu lesen
sein, da hier überall die Weisheit Objekt ist. Syr. setzt i: für "•:.
19 a b (a-d). npti'n] vgl. Gen. 34, 8. Syr. npann». Gr. (oia-
|x£|xa/iaT<xi) las schlecht npti'j?. — An Stelle der 3 Stichen, die
vor ""T (= V. 19 c des Gr.) erforderlich sind, hat Gr. nur einen,
Hehr, und Syr. dagegen zwei. Die Vermutung liegt nahe, dass
zwei Stichen schon zur Zeit des Gr. verloren gegangen waren,
und einer der beiden im Hebr. und Syr. erhaltenen Stichen
lediglich Variante ist. Aber nJöö "jcn« vh "jci ist schwerlich
Variante zu v. 18 b, der \ielmehr hiernach entstellt zu sein scheint.
Die Worte fügen sich auch passend zu v. 19 a. Eher könnten
die Worte niöö na« »h c^ni'J mh^ Variante zu IJI ■'Jci sein. Aber
sie nehmen die Stelle des zweiten Stichus des a-Verses ein, dessen
erster durch v. 20 a verdrängt zu sein scheint, und sind auch
inhaltlich hier am Platze. Vor ''T muss nämlich gesagt sein,
dass er bei der Wohnung der Weisheit sich niederliess (vgl.
14, 24 ff.), und dazu passen diese Worte. Der Ausfall des B-
Verses bei Gr. erklärt sich dann aus dem Homoioteleuton. Er
hat y.aX ev -oir^cfst Xijxou (106 157 A 155 254 Aeth. ji-ou) oir^xpißw-
öa'ixr^v (23 Vjxptßotaa'ijLr^v). Lat. et in faciendo eam conflrmatus sum.
Fritzsche ändert nach 19, 20 Xijxou in vojxou, was Gr. geschrieben
haben könnte, was aber keinenfalls entsprechende Uebersetzung
des Ursprünglichen ist. Vielleicht riet er am Schluss auf n:0N3
(vgl. axpißr^? = niöKJ 34, 24), und xai ev Tioir^ast kann = hv^\
sein, das aus (n)S "JCi verlesen wurde. — fnjJo[ö] iTiaK nS] Syr.
ich werde ihn (= SJcSr v. 15. 16?) nicht vergessen.
19 C d (e f). Gr. für a: xac xeipa? [xoü i^eTietaaa Ttpo? utj^o?.
Er las schlecht rhv^. Von den Toren (Syr. Sing.) der Weisheit
wird geredet, weil sie einen Palast hat (Prv. 9). Zu Grunde
liegt aber auch die Vorstellung vom Betreten eines Heiligtums,
in dem ein Gottesbild steht. Zum Schauen der Weisheit vgl.
1, 9. 15, 7. — r\m 7hS\ = Syr. rh nnnriKi; vgl. zu 50, 11. —
Sir. 51, 19-20. 507
[n]2 tD"'3Ni] die Ergänzung nach Syr. n2 nSsnoxi. — Gr. für d
sinnlos: xal xa ayvor^ixciTa a.ozr^<; i^dv\^r^a'x. Zu lesen ist nach 248
253 23 k 55 254 ^^z^\^6r^csoL•, der Fehler ist verursacht durch
d-;wq\iaroi, das man in der gewöhnlichen Bedeutung von Sünde
(vgl, 23; 2) verstand; während es im Sinne von Unbekanntes
gemeint war (vgl. uirovoT^fi-ata 25, 7). Gr. setzte das Wort, das
sonst in diesem Sinne freilich nicht belegt und vielleicht von
ihm selbst improvisiert ist, in freier Wiedergabe, indem er an inn
dachte. Uebrigens könnte man nach Gr. und Syr. pK statt ü'^ia
vermuten. Demi I2''2n lindet sich mit 2 nur einmal und zwar in
schlimmem Sinne (Ps. 92, 12). Aber is^nx wird durch den Fehler
V. 21 gestützt und LXX setzt xaiavociv auch für J3''3n und n«"i.
Auch wäre ps* zu schwach. Gr. hat den Ausdruck also wohl ab-
gemildert, und Syr. (doch vgl. z. B. Ps. 94,9 Posch.) ist ihm gefolgt.
20 a c. Gegen B stellen alle Hss. und Uebersetzungen mit
Hebr. b hinter c. Hebr. und Syr. lesen a hinter 19 b. — Tinj]
ist nach Gr. xczxsu&uva Fehler für "TiiJlD, das an die Spitze gehört.
Man sagt plD vom Schützen (z. B. Ps. 11, 2), es wird aber
auch im geistigen Sinne gebraucht (absolut Job. 8, 8). — .Tinx]
Gr. verflachend: ek autr^v. — mntszi] Gr. h xaOapiafKÖ, ebenso
Syr.; es ist aber wohl ina (43, 1) mit Suffix anzunehmen.
20 bd. 2h)\ Gr. nur: xctpoiav. — rh] Syr. ''b, Gr. txs-' auxr^?,
nur B (S 155) ijl. (zutäv. n^y herzustellen empfiehlt sich aber nicht,
denn aus naj; konnte rh bezw. "'S nicht leicht entstehen, und [xex
auxr^q ist wohl Umschreibung des Suffixes (vgl. 13, 26. 22, 23.
50, 22) in nnhnm, wofür Gr. übrigens diz d[jyr^:, Syr. an'^i p
bietet. Aber nn'rnnö kann nicht bedeuten: von dem Augenblick
an, als ich zuerst bei ihr weilte. Das Suffix zu streichen, hat
man kein Recht, zumal auch blosses nSnne nicht genügen würde.
Sirach setzt dafür übrigens ^üin oder n^ti^sia. Auch kann er
kaum sagen wollen, dass er sofort, als er die Weisheit erblickte,
weise war. Vielmehr wurde er weise durch den steten Umgang
mit ihr, und deshalb will er sie nie verlassen. Es ist daher
nach 37, 17 nnSsnna oder dgl. zu vermuten, rh wird für "^b
{= Syr.) aus v. 21 eingedrungen sein. — Am Schluss hat Gr.
ou [x-zj sYxaxaXci'fi)«), aber Syr. richtig: \'n^p3iJ^K ab (vgl. zum Suffix
zu v. 19 b). Danach ist run:x?s nS (7, 30. 49, 4) oder roi^ö« ab
(9, 10) anzunehmen.
508 Sir. 51.
21. ,13 'c'2rh rhD:n^ io.t ''Vö] damit stimmt Syr., nur dass
er icn" (vgl. Hos. 7, 7) ausdrückt. In der Tat hat iw: diese
Lesart zur Voraussetzung. Indessen stimmt lo,T zu Gr.: xal (Lat.
om.) -?) xoiX''a ijiou £-7.p7'/i)-// (toO) EzC/jtr^acc. 7.'jt-/;a Oefter findet sich
non bei WVfi (vgl. z. B. Jer. 31, 20), dagegen wäre luriD eine
sonderbare Uebertreibung. Als überflüssig erscheint rh, sodann
kommt na ö'^nnS hier zu spät, es besagt auch zu wenig im Ver-
hältnis zu b. Gr. drückt es nicht aus, er scheint aber für "njriD
rh gelesen zu haben rh ynh; vgl. 44,5 und zu h Job. 28,3.
In Folge eines fehlerhaften wn'' ist ynh in m^n: entstellt, und
ro ^^2rh als Ergänzung zu rh (nach v. 19 d) zugesetzt. — Für
xoiXia haben Co. Sah. schlecht xapota, 253 gar ']^uyj;; vgl. zu
19, 12. Gr. übergeht das Suffix in ,Tn^jp. — Vgl. Prv. 4, 7.
22. Gr. für a: eoojxsv xupio; -()M(S(S'i:j [lot [xiaf^ov »xou (S 106
k 55 vertauschen txoi und |i.ou). Er setzt für mncli' wie auch
sonst (vgl. zu 6, 5) YXwiaaa, und nachdem er es in a verbraucht
hat, in b für "'Ti'^h'2 h aür(j. Syr. vertauscht im halbem Anschluss
an Gr. die beiden Worte, übrigens wandelt er das einwandfreie
Tnncti^ irti' in anderer Weise ab : es gab der Herr meiner Zunge
Lohn. Gemeint ist mit "i:?i' zunächst wohl der Erfolg des Lehrers;
vgl. sonst 37, 19 ff. — imn«] vgl. Ps. 28, 7.
23. "lic] Syr. IHD; er las wohl noch mo (vgl. zu 24,19
und Prv. 9, 4. 16). Gr. frei: lyYi'cfaTe. — d'^'j^D] Gr. dTraioeuxoi. —
''ii>"no rT'in] der Ausdruck ist geschichtlich wichtig als Bezeichnung
des Hauses des Weisheitslehrers; vgl. zu v. 29. Gr. Syr. über-
gehen wohl mit Unrecht das Suffix und setzen für u^iio raiSsta
und NJoSr, wobei Syr. gewiss nur dem Gr. folgt.
24. "no 1J?] vgl. Prv. 1,22. B xal oti; (248 23 157) oioxi,
das sich 1 Sam. 6, 3. Jes. 50, 2 in der Hexapla in direkter
Frage findet; Sah. ota xi\ die übrigen mit Aeth. xi' oxi; Lat. quid
adhuc = xi' sxi, was vielleicht das Ursprüngliche ist. — picnn
iS^NI h^» p] zu p vgl. Koh. 4,8. Das neuhebräische Pronomen
wird man vielleicht ebensowenig wie seine Wiederholung an-
fechten dürfen. Vgl. indessen "hhr^ — 'hhr in dem talmudischen
Zitat von 14, 18 für insi— ni::'. Sodann hat Syr. nur: |a pionn
\hn, Gr. uoxepeTxs h xouxoic. Vor ev haben alle Hss. Xeyexs (253
i^Ysxs), 23 setzt davor noch xoti', 253 S''* r], 248 15 xr. Lat. hat:
et quid dicitis. Vermutlich liegt eine Dittographie von xspsixs
Sir. 51, 21—28. 5Ö9
vor. — Gr. drückt .Tnn nicht aus, vielleicht setzt sich aber die
Frage in b fort.
25. Gr. Syr. drücken 'rinns vor "'o aus, worauf nichts zu
geben ist. Uebrigens übergeht Gr. nn und noDn, deren Reihen-
folge der Redeweise in v. 13 — 15 entspricht. Toi. Am. Corb.
Theoder. Brev. 870 haben am Scliluss des Verses sapientiam,
was freilich auf späterer Ergänzung beruhen kann. — Syr. (l3D)
las statt ijp vielleicht ein schlechtes "inp. — Der Unterricht war
hiernach unentgeltlich; vgl. aber Prv. 17, 16 und Schürer, Ge-
schichte^ II 318 f., übrigens Jes. 55, 1. 2.
26ab. Auch Syr. und Lat. haben am Anfang „und". —
W2n nSya] vgl. Syr. zu 6,24; Gr. frei: umbexs, o-ko Cuyov (Sah.
add. mein, Am. Theod. add. eins). — D31^c: Kti^n nxiroij Gr.,
dem Syr. wörtlich folgt, biegt das um in: vm £-to3;7'a&a) tj '\ioyji
ufitov Ttatostav. Vgl. dag. 6, 24 Syr. Xiya für xXoio? und Matth. 11, 29 f.
26c. Im Gr. ist nur erhalten: ^776? (S Lat. Sah. add. -yocp)
laxiv zupzXv au-r^v. Hinter sat-'v ist eine Lücke, die durch Aenderung
von £upr^c£t in supsiv überbrückt wurde. — iti'EJ ]r\):)] vgl. zu
7, 20. — Vgl. Dt. 30, 14.
27. r\2 'nim 'n'M |i2p '2] Syr. na rhti"; in iiyn '?ao; Gr. oxi
oXqov IxoiTiaaa. jap steht hier in zeitlichem Sinne wie Jes. 54,7.
Unverstand trug das von Gr. Syr. nicht ausgedrückte l ''n''\n ein.
Ferner ist ^may nach Gr. Syr. (vgl. zu 11,11. 34,3) Fehler für
"rhßV (vgl. denselben Fehler 6, 19). Schliesslich gehört nn zum
zweiten Stichus, der ursprünglich wohl lautete nmJö Tis::« naim;
vgl. V, 16 und Gr. xai supov sjxautm TroXXyjy avaTrauciv. Vgl. zu
rhrmaoai; 6,28 (nmjö) und 11,19 (nm). Mit 'm^t2 ist nmjo in
n''nsi:a zusammengeflossen, vor das bei falscher Beziehung von
ri3 ein i trat. Gegen die Interpunktion des Hebr. zieht Syr.
(■'^D) das ^21 von v. 28 zu v. 27. Auch v. 16 setzt Gr. e^cnoxi^
hinzu, aber Brev. 1015 fehlt milii.
28. Es entsprechen einander nw^ lyoty und \izxdays.xz rai-
osta? (B 23 S* iraioeiav). Gr. überging das Suffix, das Verbum
übersetzte er rhetorisch. Vgl. zu dem sonst neuhebr. TiöS Jes.
50, 4 f., wo LXX n^iliaS als Trctioeia versteht. Sodann hat Gr. für
■•a wpn xxT^aaaöö iv auf^, wonach 12 herzustellen ist. Uebrigens
steht dem ü'2-\ und dem ann f]D3T ^nr\y:2 (nvin = Syr. ny: id
vgl. V. 14) gegenüber h TzoXkü^ dpi&jxm dp-cupioü xal iroXuv )(pua6v.
510 Sir. 51.
Wahrscheinlich stand schon in der Vorlage, des Gr. das sinnlose
D"'3i, wenn auch vielleicht nicht an derselben Stelle. Jedenfalls
dürfte er aber ausserdem noch ein 2'\, und übrigens icdöS ge-
lesen haben, und als Urtext ist zu vermuten: '') rjD3 mi 1CDÖ3.
Gr. verstand iDDoa (= wenig an Zahl) nicht und verband die
Worte falsch, cm ist wohl eine gleichem Unverstand ent-
sprungene Glosse. Tiryji (s. z. 25,3) hängt vermutlich mit der
von Syr. v. 29 ausgedrückten Lesart "'m'^ti'a zusammen, und geht
zunächst vielleicht auf ein 21) lyifi zurück. Aber icDön erscheint
als ursprünglich. — Dass der Verf. hier zum Schluss noch viel
Silber und Gold verspricht, ist charakteristisch.
29. Für ''ti'CJ haben Gr. Syr. -/) <\>oy-q utxwv, aber Aeth. hat:
meine Seele. Es erscheint angemessener, dass der Lehrer sich
an seiner Hörerschaft erfreut, die seine Lehre übrigens mit der
Tat befolgt, als dass diese sich an seinem Unterricht erfreut;
vgl. 3, 29, Syr. hat also wie sonst oft nach einer schlechten
griechischen Lesart übersetzt. — ''n3"'ii^''n] d. h. an meiner Hörer-
schaft, meinem Auditorium. Der sonst neuhebr. Ausdruck darf
so wenig befremden wie der von v. 23. Allerdings konnte man
sich schon früh in den sehr natürlichen und einfaclien Sinn, eben
wegen seiner Einfachheit, nicht finden. Syr. TiinTis (au meiner
Bekehrung) =: Timti^n oder Tirii^a, was aber wohl „an meinem
Greisenalter'' heissen sollte (vgl. "'nnyjn v. 28). Gr. bezog das
Wort schlecht auf Gott: £v xto iXset au-ou = inj;itt>^a (s. z. 32,25).
— Für aia/uvi^EiV^Ts haben (23) 155 Lat. dem Sinne angemessen
aia/uv^r^xs. — Ti^u^^] d. h. wenn ihr mein Lob singt. Syr. "nmstt'ns,
Gr. £v aMazi au-ou = inTtä^n (vgl. zu 9, 17).
30. wv ü2^Ufyf2] Gr. Syr. stellen das Verbum vorauf. —
Am Schluss von Ps. 25. 34 findet sich hinter dem n-Vers noch
ein Vers mit c, wonach Bickell* hier ddSj?o iSyo vermutete. Aber
danach 'ti^j? C2^)if)!ü zu ändern ist unrätlich. Ein gewisses Ueber-
mass haben fast alle alfabetischen Psalmen am Schluss (Ps. 10. 37.
119. 145). — npi^2] Gr. Trpo xatpo5, Syr. miV2 xSn, wonach «"72
DJ? {== vor der Zeit der Vergeltung) anzunehmen ist; vgl. Gr.
Syr. zu 30, 24. — ]m Nimj der Ausdruck weist unbestimmt auf
Gott hin. Syr. verschlechternd: 3.Tnil, Gr. xal öojctsi. — üDh]
drücken Gr. Syr. nicht aus, es ist grammatisch und wohl auch
rhythmisch überflüssig. Vgl. Gen. 30, 18. Ex. 2, 9. Dt. 24, 15.
Sir. 61, 29—30. 511
Lat. hat freilich vobis^ er kann das aber spontan zugesetzt
haben. — Die vielleicht vom Verf. herrührende erste Doxologie
findet sich gleichlautend im Syr. (nur xnSK für "'''^, und pT iiS
für im "in^). Sie fehlt freilich im Griechen, aber die erste
Hälfte (= Ps. 89, 53) steht in griechischen Handschriften hinter
50, 29. — Die doppelte Unterschrift der hebräischen Handschrift
stand ebenso in der Vorlage des Syr., was für die Geschichte
des hebräischen Textes wichtig ist. Vgl. die Einleitung § 5,
und betr. der Nennung Simons und Eleazars und der Umstel-
lung der Namen im Syr. zu 50, 27. — Die zweite Doxologie
ist = Ps. 113.2.
Beriehtigungen') und Zusätze.
S. 15 zu V. 22. ouvVjasTai Sixaiwör^vat ist = flöS!; vgl. zu
17, 30.— S. 18 Z. 9. Lies (248).— S. 19 Z. 12 v. u. Lies 155
296 Fragm. — S. 24 Z. 6. Lies 1048. — S. 24 Z. 16. Zu
der Emendation n"*:» vgl. das zu 12, 3 Bemerkte. — S. 25 zu
3, 12. L. Ginzberg (bei C. Bezold, Orientalisclie Studien Theodor
Nöldeke gewidmet, 1906, S. 610) verweist auf den mir unzu-
gänglichen Midrasch Mischle XVI 34 (ed. Buber S. 83), wo es
von Joseph heisst (al. rns) rnK'TODn pmnil. Damit ist die Ur-
sprünglichkeit von m3:2 p'nnn freilich nicht erwiesen. Ich hätte
aber wenigstens p*nnn im Text stehen lassen soUen, das ebenso
wie event. p"nn „unterstütze" zu erklären ist (vgl. 2 Sam. 3, 6). —
S. 26 Z. 2 V. u. Für aou 2^ hat DS tibi = Syroh. Hebr. Syr.,
und sodann serenum in glacie = Gr. Hebr. Syr. — S. 30 Z. 1
V. u. L. Ginzberg (a. a. 0. S. 611) wiU na^ = nasn lesen. Aber
das neuhebr. i"'öKn „vermuten" würde hier zu wenig besagen. —
S. 33 Z. 16 V. u. iT.ibu\i(a ao'foü ist rhetorische Floskel des
Griechen, bei dem ETrtöufxta auch 18, 31. 20, 4 (vgl. auch 6, 37)
sehr verdächtig ist. — S. 39 Z. 7. Lies avTiXaii-C^avs-ai. — S. 42
Z. 19. Der Plural oiavor^fiaia findet sich 24, 29 in den meisten
') Die von Holmes-Parsons angeführten Varianten der griechischen
Handschriften musste ich dem oft abweichenden Svvete'schen Text anpassen.
Ich habe sie aber auch entsprechend der Verwandtschaft der Handschriften
gruppiert. Ausserdem habe ich der Abkürzung halber, statt die abweichenden
Handschriften sämtlich aufzuzählen, oft nur die Variante angeführt und die
für die übrigen Zeugen e silentio zu erschliessende Uebereinstimmung mit B
in Klammern ( ) notiert. Bei dieser Umrechnung sind mir leider Versehen
untergelaufen, die selten die Lesart, öfter aber die einzelnen Zeugen betreffen.
Sie sind deshalb fast überall nur für die Charakterisierung der Handschriften
von Interesse. Gleichwohl führe ich sie hier vollständig auf.
Berichtigungen und- Zusätze. 5l3
Handschriften, ebenso 22, 16 bei Maximus 732. — S. 44 Z. 12
V. u. In der Handschrift steht Skh cy. — S. 48 Z. 13 v. u.
Lies S«« (^"'■). — S. 50. 51 zu 5,11. L. Ginzberg (a. a. 0. S. 614)
vergleicht V)^^h IM», das Aboth 5, 12 vom Schüler gesagt wird.
Aber hier muss wie in b so auch in a vom Lehrer die Rede
sein. — S. 53 Z. 21. Vielleicht hängt Siap-a-f^ irgendwie damit
zusammen, dass «>? xotupo^ in der Vorlage des Lateiners fehlte.
Aber "iiti^D wird gleichwohl ursprünglich sein. — S. 54 Z. 3.
Lies 307 statt 308. — S. 54 Z. 5 v. u. Lies iyßpm. — S. 58
Z. 4. DS lässt sapientia aus. - — S. 58 Z. 6 v. u. Lies 23. 24
statt 22. 23. — S. 59 Z. 9. Lies xXoi^.v. — S. 59 zu v. 27.
Nach L. Ginzberg (a. a. 0. S. 616) findet sich der Vers aramäisch
in dem mir unzugänglichen Midrasch Abba Gorion (in Buber's
Sifre de Agadta S. 19). — S. 65 Z. 8. Lies S* statt S. —
S. 70 Z. 14. Die griechische Lesart wird auch dadurch ver-
dächtig, dass et curva illos in DS fehlt. — S. 72 Z. 4. Gr.
hat cpoßou der Bequemlichkeit wegen gesetzt, und Syr. ist ihm
gefolgt. — S. 76 Z. 3 v. u. Lies iy^^oxa-m. — S. 78 Z. 8 v. u.
Lies 23 statt 253. — S. 80 Z. 5 v. u. L. Ginzberg (a. a. 0.
S.'^618) belegt rrx?n hp aus B. Megilla 15a. — S. 91 Z. 5.
S°* hat ■Klriiiy.i'ktia dStxi'a, was völlig dem Hebr. entspricht. —
S. 92 Z. 3. Auch S«^ liat auxou. — S. 96 Z. 2. Lies (248
23 70). — S. 97 zu 10, 19. Das Fragewort no ist nachgestellt
wie 39,21. — S. 98 Z. 2 v. u. Lies ^au^aabr,azxai. — S. 98
Z. 15. DS non despicere justum hominem pauperem. — S. 103
Z. 17 V. u. Auch (S) hat haipoiv. — S. 104 Z. 12. Lies pr^jxa
statt Xo^ov. — S. 110 Z. 8. Auch 253 hat: 7.'j-apx-/j [xoi law a
EX«J. — S. 110 zu 11,25 — 27. Im Syrer fehlen v. 25a 26.
27a. — S. 116 Z. 14. Lies oi?, — S. 118 Z. 4. Lies 'mxmmu —
S. 120 Z. 4. TipoTspov iy.eX aou lesen S* B A 155. — S. 121
Z. 18. 19. 24. Lies Ja/upoTspoi. — S. 124 Z. 9. Lies 23 106
add. — S. 128 Z. 6. Lies ] statt l. — S. 135 Z. 13 v. u. DS hat
para justitiam. — S. 135 Z. 12 v. u. Lies xpocp/j statt xpucpvj. —
S. 135 Z. 10 V. u. Lies .xv/jcjör^vai. — S. 137 Z. 7 v. u. DS
hat aber auch das: et in sensu etc. — S. 144 Z. 7. Lies S^
statt S. — S. 144 Z. 8. Lies B (55 308). — S. 145 Z. 15 v. u.
Mit csn hängt vielleicht durch ui die Lesart tiupiot zusammen. —
S. 148 Z. 12. Streiche 70. — S. 148 Z. 4 v. u. Lies B (23
Smend, Sirach-Kommentar. o^
5j^4 Berichtigungen und Zusätze.
308). — S. 154 Z. 15. Lies Grabe statt A. — S. 158 Z. 1.
Lies S statt A. — S. 159 Z. 18. Lies d-h täv ocpOct/.awy aoto5. —
S. 162 zu V. 30. ouvatat kommt auf Rechnung des Uebersetzers:
vgl. das zu S. 15 Bemerkte. — S. 164 Z. 4 v. u. Lies 106
statt 70. — S. 171 Z. 9 v. u. Lies oTriao). — S. 172 Z. 1—3. Vgl.
das oben zu S. 33 Bemerkte. — S. 173 Z. 9. Lies 253 om. —
S. 175 Z. 17 V. u. Lies A |jias-/;a£i, 248 [xtssT, 155 [xr^osi, —
S. 177 Z. 17 V. u. Lies ^svojxevo? «[xr/^r;? (= atj-r^vi?). — S. 181
Z. 8. Betr. £7:iOu{xia A^gl. das oben zu S. 33 Bemerkte. —
S. 182 Z. 9. V. u. LXX setzt supsjxa für hhuf. — S. 186 Z. 18.
DS hat für v. 22b nur: et prae personae acceptione perdet se. —
S. 188 Z. 16 V. u. Lies 248 statt 244. — S. 189 Z. 16 v. u.
DS quasi deutes leonis = Syr. — S. 190 Z. 18. DS hat für v. 5:
deprecatio pauperis ex ore festinat usque ad nubes, et Judicium
festinato veniet illi, et precationem molesti exaudit. Vgl. dazu
den Syrer, aber auch 32, 20 f. — S. 191 Z. 8. Lies und Syroh.
253. — S. 191 Z. 8 V. u. DS hat: via peccantium plana ab
üffensu et finis illorum etc. Fulgentius, de rem. pecc. (Paris
1684) p. 381: via peccantium plena offensis. — S. 192 Z. 19
y. u. Lies hn. — S. 197 Z. 1 v. u. A hat ßaösou, und ausser
Co. 106 hat nicht nur C (Tischendorf) ßabsoc, sondern auch B S
(Nestle, Swete) lesen so. Dagegen hätten nach Holmes - Parsons
ausser A alle Handschriften ßaöituc, das auch Lat. und Syr.
(»np'^ay ^?nJti' p) ausdrücken. In der Tat ist ßadso? (vgl. dagegen
51, 5 ßai^ou;) =- ßaösfüc. Ein npfiv n:'^ ist freilich sonst nicht
belegt, syrisch findet sich aber sniti'n poynx bei Barhebraeus
(vgl. Payne Smith s. v.). — S. 198 Z. 12. Lies B* statt B''^ —
S. 201 Z. 5 V. u. Lies SoXia. — S. 203 zu 23, 1. Für xupis hat
Syr. arhü, DS deus. — S. 204 Z. 2 v. u. Lies B (23 308). —
S. 208. 209. 23, 12. 14. Ich hatte v. 14 anfangs auf Päderastie
gedeutet, deren Opfer die jüdischen Jünglinge am griechischen
Hofe Avurdeu, und komme darauf zurück (vgl. auch v. 14 a mit
41, 17a). Daher nehme ich an, dass Xs^is oDlr^ v. 12 nur eine
sekundäre griechische Lesart war, der der Lateiner und der
Syrer folgten, und setze >i$i? = "i^n = Sache. Vielleicht müssen
mm V. 13. 15 hinter v. 11 gestellt werden. — S. 212 Z. 2 v. u.
Natürlich steckt hinter pullus equinus ein ttäXo? (statt TroXstoc). —
S. 213 Z. 17 V. u. Lies B (55 296 308). — S. 217 zu 24,5.
Berichtigungen und Zusätze. 515
Cyprian (ed. Hartel) I 62, 18 lässt sola = »iovr^ aus. — S. 218
Z. 2. Lies 248 sXXsi'rw. — S. 218 Z. 18. Lies (A ebucstav) |xou. —
S. 220 Z. 1 V. u. Natürlich zweifle ich nicht daran, dass u-sp
jjLsXiTo? xYjpiov zu lesen ist. — S. 222 Z. 2 v. u. Lies (S 157
155). — S. 225 Z. 19 v. u. Lies jxfopov (wie umgekehrt [xoi/o-
in 23 usw. — S. 225 Z. 27 v. u. Auch S^^ hat dem Lat. und
Syr. entsprechend schlecht: '/.r/X 3X7.c;30'ju.svov. — S. 230 Z. 4 v. u.
248 hat Ol' «utt^v an Stelle von rr/pa. — S. 231 Z. 16. Für
respicias Ambrosius I 710a inteudas, DS adtendas. — S. 231
Z. 3. 4 V. u. Streiche: Die reiche Frau — zugleich. — S. 232
Z. 11—13. DS hat offenbar ursprünglicher für v. 22b: mulier
si primatum habeat et administret viro suo, und für v. 23 b am
Ende: mulier nequam et contraria vii'o suo. — S. 248 Z. 2.
Lies B (254 155 308). — S. 251 Z. 20. Für die von mir vor-
genommene Umstellung der Stichen kommt noch in Betracht,
dass das '(dp y. 8 in Cod. 155 und Sah. fehlt. — S. 252 Z. 1
V. u. DS hat: si sufflaveris quasi scintilla exardebit. Dadurch
werden in sciutillam luid 3-tvi)9;pa noch verdächtiger. — S. 254
Z. 11 £v a-o[i.or-i kann = ■'sS sein, da der Enkel h für jedes h
setzt. DS hat: in casus (= Tr-(uii,axi) gladii. — S. 258 Z. 3
Lies S- statt S*. — S. 258 Z. 1 v. u. Zu a passt iw^-to
besser als xaTot/pußs or-ko. Also stammt das letztere wohl aus
Gr. II oder es ist griechische Korrektur, der Lat. und Syr.
folgten. — S. 260 Z. 15. Lies a-kov für au-w. — S. 263 Z. 2
V. u. Lies 3. 1. I 2. 2. — S. 268 Z. 1. 2. Vertausche rspl
ßp(ü|xaT(uv und TTspl uYiciac. — S. 271 Z. 5. Zu cn vgl. «in 14, 9
und KM 37, 16. — S. 273 Z. 5 v. u. Streiche 308. — S. 276
Z. 6. DS lässt sacriflcantium aus, ebenso Paulüius (ed. Hartel,
epist. XXV* p. 226), der aber für vae illis hat: et dejecit (al
dejiciet) eos. — S. 283 Z. 13 v. u. Streiche 155. — S. 283
Z. 17. L. Ginzberg (a. a. 0. S. 623) will niseV sprechen, was
er nach B. Menachoth 18a als „erproben" erklärt. Ich weiss
nicht, was vnna miföS an jener TalmudsteUe bedeutet, aber c^i:S
ist dem u^i^'h ntrya nicht parallel. Ich halte deshalb an nis»^
fest. — S. 288 Z. 14 v. u. L. Ginzberg (a. a. 0. S. 624) ver-
gleicht niyr apS ed. Freimann I 38 (mir unzugänglich) )2 p^mo
li^hf^n D''öj;c, was dort bedeute: er ersuchte] ihn dringend zwei-
oder dreimal. — S. 290 Z. 13 v. u. Als blosse Glosse ist gm
516 Berichtigungen und Zusätze.
"I3T yh hv rh)V an sich kaum zu begreifen, es wird obendrein
aber auch durch XoYq) bestätigt. Ich setze es daher = v. 12 a,
wo Gr. frei übersetzt hat, übrigens ixsT vielleicht in xat (= Aeth.)
zu ändern ist. Gleichwohl möchte ich ciy"i für csi lesen. Da-
gegen ist V. 11 xal exet (= Lat. Aeth.) pai)tj|xsi = pyi rh\if). —
S. 293 Z. 1 V. u. Lies 157 statt 155. — S. 314 Z. 11 v. u.
Entsprechend dem Syr, hat D S orationem für loquelam gemitus.
— S. 314 Z. 11 V. u. /jipa; fehlt im Speculum August., in DS
und Cod. Sang. — S. 315 Z. 2. Lies Co. statt 248. — S. 315
Z. 4. Spec, DS und Cod. Sang, haben delectans für non de-
lectabitur. — S. 316 Z. 6. Lies C statt A. — S. 318 Z. 8. DS
hat necessitatis (für siccitatis), was dem Syrer und der hebräischen
Dublette entspricht. — S. 318 zu 33, 1 ff. S. 321. 322 zu 36,
17 — 19. L. Ginzberg, der übrigens auch auf Perles (Orient.
Lit. Ztg. V 493 — 494) verweist, macht darauf aufmerksam, dass
in dem Neujahrsgebet ■]inD |n pm (vgl. z. B. Heidenheim,
Machsor Rosch ha-Schana I p. XV) starke Anklänge an 33, 1 ff.
vorkommen. Ebenso vergleicht er für 36, 17—19 in der |mi raiz
die Worte -[TOD pti^o jvi: hyi -]TV ü^h)i^)'r hvi yiV ^«^if^' W '' cm
rhv 'p'ü^ N^pJii' trnpm hmn r\'2n hv). — S. 319 Z. 2. Lies B (C)
Syroh. — S. 319 Z. 18. Lies oVsp für üaizep. — S. 321 Z. 14.
Lies 70 xaTaxXr(povo|x-/jarjv. — S. 327 Z. 2. Lies ek i/bpav. —
S. 329 Z. 14 V. u. Auch neuhebräisch heisst nn zugleich der
Schwiegervater des Mannes. L. Ginzberg (a. a. 0. S. 624)
verweist auf Mechilta, Amalek (Jithro I) = p. 66 a oben ed.
J. H. Weiss. — S. 331 Z. 6. 7. Auch S* (155 308) haben
icpesTtou. — S. 333 Z. 17. Lies taxpÄv. — S. 333 Z. 8 v. u.
Lies 23 statt 13. — S. 336 Z. 17 v. u. Lies )n)^m'). — S. 337
Z. 3 V. u. Lies (C 355 308). — S. 338 Z. 16 v. u. Lies 253
23 k. — S. 338 Z. 14 v. u. Lies S«^* Tipk t«? ypeia? auTou, 157
r.pk tots xpei'ac. — S. 339 Z. 7 v. u. Lies Idb^'^ statt 157 ^'''. —
S. 344 Z. 2 V. u. Lies: Nur in B* (55 308) ist das dem Hebr.
entsprechende on outto; in oSto) w; enteteilt. — S. 345 Z. 1
Lies Dagegen statt Ebenso. — S. 347 Z. 14 v. u. Zu KnjS vgl.
jetzt auch Fr. Schulthess, Zeitschr. für Assyriol. XIX 128 f. —
S. 355 Z. 3. Lies S* für S.— S. 357 Z. 16 v. u. Lies B (S* C
23 253 usw. — S. 359 zu 39, 17. Cod. 106 hat ör^jxwvta m uocop
(= d'ö: li?) — S. 360 Z. 13 V. u. Lies add. xAv für ävcoTnov. —
Berichtigungen und Zusätze. 517
S. 361 Z. 11 V. u. Streiche t( 3^ — S. 365 Z. 2. Lies S* C. —
S. 365 Z. 15. xai' 2° fehlt auch in A. — S. 368 Z. 9. Auch C
hat aÜTou. — S. 387 Z. 9. Joh. Buxtorf fil. citiert in seinem
Florilegium Hebraicum p. 301 f. oh^i^ ih n^inn sSi n)h\i^ )h |n: dsi
f7U ay:. Er bezeichnet das als entnommen aus Berachoth c I^
es stammt aber aus B. Berachoth 6b (Bacher). — S. 391 Z. 6
V. u. Die Randlesart pi253J3 ist noch nicht deshalb vorzuziehen,
weü poi20 im Kanon vorkommt, vielleicht aber deshalb, weil
sich aus ihr das duoxpucpoc «YpuTwia des Gr. leichter erklärt als
aus nJölDö. — S. 393 Z. 17 v. u. Für -oUwv hat 70 Xaou, Lat.
populi. Vgl. dazu den Syrer. — S. 415 zu 44, 2. Bacher vergleicht
B. Zebachim 102 a cnaS n"3pn rh phn h)i: i)22, und B. Berachoth
19b ai*? 1)22 ü^ph\n ya. — S. 429 Z. 13. Vielleicht ist im Syrer
^22) (= "imis"''!) für M^3J1 ZU lesen. — S. 467 zu 48, 23. Für avs-
-ooiasv, das 46, 4 nach Cod. AI. und Lat. vielleicht in ivs-oSisÖT)
zu ändern ist, hat Syr. wie 46, 4 Dp == Hebr. iisj?. Das letztere
las Syr. also wohl auch hier, und Gr. könnte dviirooiasv im Ge-
danken an ^5fn 2)'^' 2 Reg. 20^ 9—11 für nay gesetzt haben
Allerdings besteht auch die Möglichkeit, dass die Vorlage des
Syr. nach 46,4 korrigiert war, Gr. dagegen in seiner Vorlage
2ii^ las. Dann wäre statt DJ etwa ahn anzunehmen. — S. 479
Z. 12. Als die feierlichere Namensform ist pnr hier am Platz.
Uebrigens hat H. Willrich (Juden und Griechen S. 89 f.) wahr-
scheinlich gemacht, dass die beiden Enkel Eljaschibs, Joannes
(vgL Neh. 12, 22) und Jesus, von denen Josephus Antt. XI
297 — 301 erzählt, in Wahrheit Onias III. und sein Bruder Jason
sind. — S. 488 Z. 15. Zu rhzr\2 vergleiche auch S'jcnn 1 Sam.
2, 1 sowie Trpoasu)^/^ 51, 1.
Stellen-Verzeichnis.
Gen. 2. 3.
S. 156 f.
Jer. 15,9
S. 35
Gen. 6, 1—4
146 f.
Ez. 23, 42
487
Gen. 24, 12
490
Ez. 37, 15 ff.
456
Ex. 14,27
373
Ez. 39, 1 1
465
Ex. 21, 22. 23
343
Ez. 43,17. 20
485
Lev. 5, 4
386
Am. 5,23
487
Lev. 9,22
488
Am. 5,24
374
Lev. 16,24
484
Mi. 6, 8
153
Lev. 20, 10
213
Soph. 3, 6
95
Num. 24,6
486
Ps. 15,4
386
Num. 25, 12
437
Ps. 40, 5
124. 497
Dt. 2, 15
467
Ps. 69, 9
47
Dt. 21,4
373
Ps. 74, 15
373
Dt. 22, 22
213
Ps. 77, 12
395
Dt. 27, 24
201
Ps. 89,52
145
Dt. 28, 49
43
Ps. 102, 18
173
Jdc. 518
407
Ps. 136
502
1 Sam. 1, 11
445
Ps. 140, 11
119
1 Sam. 10,5
446
Ps. 148,14
502 f.
1 Sam. 12,3
447
Prv. 5, 14
81
2 Sam. 17, 13
43
Prv. 14,13
81
2 Sam. 19, 25
493
Prv. 14, 16
50
2 Sam. 19, 44
74
Prv. 23,32
81
2 Sam. 20, 12
118
Prv. 25,11
492
1 Reg. 18,27
129
Prv. 29,21
81. 457
2 Reg. 3, 19
123
Job. 11,20
35
Jes. 1, 17
42
Job. 28, 27
9
Jes. 4, 5
379
Job. 31,39
35
Jes. 29, 1
40
Cant. 6,11
486
Jes. 32, 19
407
Koh. 2,20
457
Jes. 43, 27
89
Koh. 8, 1
89
Jes. 48, 10
41
Koh. 12,9
418
Jer. 1, 10
470
Judith 13, 17
450
Jer. 1 13
401
2 Macc. 1, 18
474
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